Einleitung und Predigttext
Nun möchte ich aus Daniel 3 unseren Predigttext verlesen. Er ist wieder
sehr umfangreich, wenn Sie mitlesen, haben Sie mehr davon. Daniel 3:
1 Der König Nebukadnezar ließ ein goldenes Bild machen sechzig Ellen hoch
und sechs Ellen breit und ließ es aufrichten in der Ebene Dura im Lande
Babel. 2 Und der König Nebukadnezar sandte nach den Fürsten, Würdenträgern,
Statthaltern, Richtern, Schatzmeistern, Räten, Amtleuten und allen
Mächtigen im Lande, dass sie zusammenkommen sollten, um das Bild zu weihen,
das der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen.
3 Da kamen zusammen die Fürsten, Würdenträger, Statthalter, Richter,
Schatzmeister, Räte, Amtleute und alle Mächtigen im Lande, um das Bild zu
weihen, das der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen. Und sie mussten
sich vor dem Bild aufstellen, das Nebukadnezar hatte aufrichten lassen.
4 Und der Herold rief laut: Es wird euch befohlen, ihr Völker und Leute aus
so vielen verschiedenen Sprachen: 5 Wenn ihr hören werdet den Schall der
Posaunen, Trompeten, Harfen, Zithern, Flöten, Lauten und aller andern
Instrumente, dann sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, das
der König Nebukadnezar hat aufrichten lassen. 6 Wer aber dann nicht
niederfällt und anbetet, der soll sofort in den glühenden Ofen geworfen
werden. 7 Als sie nun hörten den Schall der Posaunen, Trompeten, Harfen,
Zithern, Flöten und aller andern Instrumente, fielen nieder alle Völker und
Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen und beteten an das goldene Bild,
das der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen.
8 Da kamen einige chaldäische Männer und verklagten die Juden, 9 fingen an
und sprachen zum König Nebukadnezar: Der König lebe ewig! 10 Du hast ein
Gebot ergehen lassen,
…Nun schildern sie noch einmal das Gesetz, nun sind da jüdische Männer, im
Vers 12 lese ich weiter,
die du über die einzelnen Bezirke im Lande Babel gesetzt hast, nämlich
Schadrach, Meschach und Abed-Nego; die verachten dein Gebot und ehren
deinen Gott nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du hast
aufrichten lassen.
13 Da befahl Nebukadnezar mit Grimm und Zorn, Schadrach, Meschach und Abed-
Nego vor ihn zu bringen. Und die Männer wurden vor den König gebracht.
14 Da fing Nebukadnezar an und sprach zu ihnen: Wie? Wollt ihr, Schadrach,
Meschach und Abed-Nego, meinen Gott nicht ehren und das goldene Bild nicht
anbeten, das ich habe aufrichten lassen? 15 Wohlan, seid bereit! Sobald ihr
den Schall der Posaunen, Trompeten, Harfen, Zithern, Flöten, Lauten und
aller andern Instrumente hören werdet, so fallt nieder und betet das Bild
an, das ich habe machen lassen! Werdet ihr's aber nicht anbeten, dann sollt
ihr sofort in den glühenden Ofen geworfen werden. Lasst sehen, wer der Gott
ist, der euch aus meiner Hand erretten könnte!
16 Da fingen an Schadrach, Meschach und Abed-Nego und sprachen zum König
Nebukadnezar: Es ist nicht nötig, dass wir dir darauf antworten. 17 Wenn
unser Gott, den wir verehren, will, so kann er uns erretten; aus dem
glühenden Ofen und aus deiner Hand, o König, kann er erretten. 18 Und wenn
er's nicht tun will, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott
nicht ehren und das goldene Bild, das du hast aufrichten lassen, nicht
anbeten wollen.
19 Da wurde Nebukadnezar voll Grimm und der Ausdruck seines Angesichts
veränderte sich gegenüber Schadrach, Meschach und Abed-Nego, und er befahl,
man sollte den Ofen siebenmal heißer machen, als man sonst zu tun pflegte.
20 Und er befahl den besten Kriegsleuten, die in seinem Heer waren,
Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu binden und in den glühenden Ofen zu
werfen. 21 Da wurden diese Männer in ihren Mänteln, Hosen, Hüten, in ihrer
ganzen Kleidung, gebunden und in den glühenden Ofen geworfen. 22 Weil das
Gebot des Königs so streng war, schürte man das Feuer im Ofen so sehr, dass
die Männer, die Schadrach, Meschach und Abed-Nego hinaufbrachten, von den
Feuerflammen getötet wurden. 23 Aber die drei Männer, Schadrach, Meschach
und Abed-Nego, fielen hinab in den glühenden Ofen, gebunden wie sie waren.
24 Da entsetzte sich der König Nebukadnezar, fuhr auf und sprach zu seinen
Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden in das Feuer werfen lassen? Sie
antworteten und sprachen zum König: Ja, König. 25 Er antwortete und sprach:
Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen und sie sind unversehrt;
und der vierte sieht aus, als wäre er ein Sohn der Götter.
26 Und Nebukadnezar trat vor die Tür des glühenden Ofens und sprach:
Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Knechte Gottes des Höchsten, tretet
heraus und kommt her! Da traten Schadrach, Meschach und Abed-Nego heraus
aus dem Feuer. 27 Und die Fürsten, Würdenträger, Statthalter und Räte des
Königs kamen zusammen und sahen, dass das Feuer den Leibern dieser Männer
nichts hatte anhaben können und ihr Haupthaar nicht versengt und ihre
Mäntel nicht versehrt waren; ja, man konnte keinen Brand an ihnen riechen.
Herr lehre du uns glauben.
Amen.
Der Ruf zum Glauben
Ich hörte neulich einen Spruch, so wie ihn die jungen Leute lieben. Wenn
eine Maus in der Keksdose sitzt, ist sie noch lang kein Keks. Und wenn
einer auf einer Kirchenbank sitzt, ist er noch lang kein Christ. Das ist ja
für manche ein wenig anstößig diese flotten Formulierungen, die da
gebraucht werden, aber wie wird man ein Christ, wie ist man wirklich ein
Christ? Das macht's ja nicht, dass man einfach dabeisitzt und zugehört,
sondern was ist das entscheidende? Wenn wir noch einmal auf die ersten
Christen schauen, was war da das Kennzeichen ihres Glaubens, was hat sie
zu Christen gemacht? Da kam Jesus an der Zollstation eines Matthäus vorbei
und sagte: Komm und folge mir nach. Und das bleibt bis heute das
Kennzeichen eines Christen. Dass Jesus Menschen ruft und dann ist das eine
persönliche Beziehung zu Jesus. Es kommt nicht darauf an, was ich singe
oder was ich erzähl oder was ich rede, sondern ob ich diese Verbindung zu
Jesus Christus habe. Er ruft mich, ich folge ihm. Und dann hängt das andere
ja gleich mit daran. Diese Jünger, wie wir sie nennen, diese Schüler Jesu,
die haben nicht lange Reden gehalten oder die haben nicht hohe Meinungen
von Jesus irgendwo zum Besten gegeben, das war nicht das wichtigste,
sondern sie haben das mit ihrem Leben sofort unter Beweis gestellt.
Matthäus stand auf und ging mit Jesus. Das heißt von da ab war sein Beruf
völlig verändert, von da ab war sein ganzes Verhalten anders. Also die zwei
Sachen, die gehören zusammen für ein Christenleben und kennzeichnen es.
Eine persönliche Beziehung zu Jesus, dem Christus Gottes haben und dann
eine Antwort mit, ja mit einem freudigen Ja darauf zu geben. Und diese
Antwort ist nicht bloß mit dem Mund zu absolvieren, sondern das ist eine
Antwort, die ich mit meinem ganzen Verhalten gebe. Die Bibel spricht sehr
viel vom Gehorsam, wenn vom Glauben die Rede ist. Wir meinen immer wieder,
dass Glauben irgendwo mit ein paar Sprüchen abgetan werden könnte oder mit
einer äußeren Frömmigkeit. Im Neuen Testament und in der ganzen Bibel ist
Glauben ein entschlossenes Handeln, ein Gehen mit Jesus. Und da wird schon
deutlich, dass es gar nicht sein kann, dieser Schwebezustand, in dem sich
vielleicht jetzt auch viele unter uns befinden. Ich möchte mich an Sie
wenden und Sie bitten. Wissen Sie, dass Sie heute wieder Jesus ruft? Nicht
dass Sie meinen, sie müssen etwas Besonderes noch erleben. Heute ruft Sie
Jesus. Ruft Sie zum Glauben. Er will Sie, er braucht Sie, er möcht in Ihrem
Leben wirken. Er fordert Sie auf: Komm, folge mir nach, geh mit mir. Und
dann ist die Antwort, die man darauf zu geben hat eine Antwort, die man mit
seinem ganzen Leben geben muss. Ich will drei Konsequenzen von solch einem
Glauben aufzeigen an diesen drei Männern des Glaubens, damals im
babylonischen Reich.
Dann kann Sie kein Mensch mehr unter Druck setzen
Erstens: Dann kann Sie kein Mensch mehr unter Druck setzen. Manche
schrecken vor einer klaren Glaubensentscheidung zurück. Vielleicht denken
Sie, dass sie jetzt nur von mir so ne Erfindung. Ich hab's Ihnen gezeigt,
dass ist Jesus, der Sie nötigt. Es gibt nur eine klare Antwort auf den Ruf
Jesu. Aber manche haben dann Sorge, sie würden ihre Freiheit aufgeben. Sie
würden in dem Augenblick, wo Sie sich Christus unterordnen ja gleichzeitig
eben auch all seinen Geboten sich unterordnen müssen und dann hätten Sie ja
Ihre Selbständigkeit eingebüßt. Man will ja über sich selber verfügen
können. Man will ja sein Leben selber gestalten können. Und das ist ein
großer Irrtum. Ich bin so froh, dass wir heute diese Geschichte haben. Da
wird ja deutlich, dass wir Menschen tagaus tagein einem maßlosen Terror
ausgesetzt sind. Das stimmt nicht, dass wir durch den Glauben unsere
Freiheit einbüßen. Wir sind als Menschen im 20. Jahrhundert genauso wie
damals diese Leute im babylonischen Reich von so viel Autoritäten und
Mächten dauernd geprägt. Wir müssen uns ihnen unterordnen, sie zwingen uns
unter ihr Kommando. Da lässt der Nebukadnezar sein Bild aufrichten und
verlangt, alle müssen nieder fallen und alle marschieren auf. Das wird
ausführlich erzählt und das ist keine altertümliche Redeweise, wenn dann
gesagt wird, wie sie alle kamen, die Fürsten, die Würdenträger, die
Statthalter, die Richter, Schatzmeister, Räte, Amtsleute und alle
Mächtigen. Das kennen Sie doch. Wie das auf uns wirkt, wenn wir wissen:
Alle Menschen heute, die handeln so. Heute ist das üblich, das ist heute
das Gesetz. Wir sind so leicht beeinflussbar von dem großen Mann Macht
heute. Von diesem Anspruch unserer Gesellschaft, unserer Umgebung. Das ist
ein Terror, dem sich alle beugen müssen. Wer kann denn aus der Zeit
herausspringen? Wir leben in unserer Zeit und wir müssen dann einfach im
großen Strom mitschwimmen. Und da sind nur diese drei Männer. Drei Männer,
die ihre Knie nicht beugen. Wenn Sie fragen, wie man das überhaupt macht,
dass man ein Mensch bleibt, ein Mensch, der sich selbst besinnt, was er
tut. Das können Sie nur, wenn Sie ganz fest im Glauben an Christus gebunden
sind. Ohne diese Bindung sind Sie in allen wichtigen Entscheidungen ja nur
ein Abklatsch der Zeitmeinung. Es ist gerade umgekehrt. Nur durch eine
Glaubensentscheidung werde ich ein selbstständiger Mensch, nur dadurch
überleg ich überhaupt wie handle ich? Das ist ja so ein mächtiger Anspruch
gewesen, als Nebukadnezar alle niederfallen lies, dass sich keiner dem
entziehen konnte. Und da dachte auch niemand daran von den Hauptleuten und
Ältesten und Amtleuten und Richtern und was das war, von den Statthaltern,
sich dem zu entziehen. Aber wenn Sie eine klare Glaubensentscheidung haben,
dann wissen Sie: Ich kann über mein Leben nicht mehr verfügen. Dann wird
Ihr Gewissen Sie bremsen bei kleinen Dingen des Alltags. Sie sagen: Da kann
ich nicht mitmachen. Und wenn das alle tun, aber ich kann nicht. Eine ganz
feste Glaubensbindung an Jesus ist der einzige Halt, den Sie haben. Nach
was orientieren Sie sich denn, wenn Sie sich nicht an Gott orientieren? Es
würde mir jetzt Spaß machen allein über diesen Punkt in der Predigt zu
reden, aber ich hoffe, dass das bei Ihnen in der Fantasie auch heute Mittag
oder morgen noch ein bisschen weiter geht und Sie noch ein bisschen drüber
nachsinnen. Die drei Männer hätte ja eigentlich auch sagen müssen: Wir
können uns diesem Anspruch gar nicht entziehen. Sie hätten sagen können:
Das ist so, dass man auch in der Politik schließlich seine Opfer bringen
muss und Gott wird das ja verstehen, dass ich hier eben einmal mitmachen
muss. Wär doch verständlich, wenn sie so gehandelt hätten. Für diese drei
Männer, nein. Gab es keinen Kompromiss. Sie hätten sagen können: Aber
Nebukadnezar ist doch der Chef. Ich muss mich eben nach meinem Chef
richten. Sie hätten sagen können: Wir haben hohe Stellungen bei ihm. Wir
verlieren unsere Karriere. Wir können doch Gott viel mehr helfen, wenn wir
unsere großen Posten behalten und dann für Gott wirken, auch wenn wir
einmal mit den Wölfen heulen. Aber jetzt können wir doch mal wenigstens
später für Gott wirken. Nein. Das ist ein Betrug. Gott will von uns klare
Positionen haben, sonst kann er uns nicht brauchen. In dieser Welt heute.
Und da wird's uns so sichtbar, warum unsere Christenheit heute lau ist,
warum unser eigenes Christenleben ohne Kraft ist. Und keine Salzkraft mehr
ausstrahlt. Weil Gott will, dass wir ihm ganz gehorchen, weil Jesus sagt:
Komm, folge mir. Folge mir. Spüren Sie das, dass Jesus Sie leiten will in
Ihren Tagesentscheidungen, dass Sie nur von ihm allein abhängig sind. Sie
hätten sich hinausreden können die drei Männer und sagen: Im Berufsleben
herrschen eben andere Gesetzt. Sie hätten sagen können: Einmal ist keinmal.
Sie hätten sagen können: Alle machen mit. Das sieht immer so blöd aus, wenn
wir aus der Reihe tanzen. Sie hätte eine Fülle von Entschuldigungen bringen
können, die alle eindrucksvoll gewesen wären. Nur eins: Sie wären gegen
Gottes Willen gewesen. Wissen Sie das, dass Sie sich um allen Segen Gottes
bringen, wenn Sie an einer Stelle ungehorsam sind. Der Nebukadnezar war
außer sich, als er das erlebt, wie diese drei Männer sich nicht beugen. Ich
hab noch einen Gedanken gehabt. Die drei Männer hätten ja auch sagen
können: Uns ist heut nicht so gut, wir können leider nicht an dem schönen
Fest teilnehmen. Das ist so ein Trick, den Christen gerne in diesen
Situationen anwenden und dann fühlen Sie sich schon als Bekenner. Ich weiß,
dass das ein großes Bekenntnis ist. Ich weiß, wie bei der Entnazifizierung
ein Schulleiter angab, er hätte ja meine Mutter nicht angezeigt, weil sie
damals bei der Einschulung bei der Führervereidigung oder was das da war
und beim Hitlergruß rausgegangen wäre. Das war ja schon ein Bekenntnis,
wenn man rausging um dann wenigstens noch die Hand unten zu lassen. Aber
das gilt für die drei Männer nicht. Irgendein Vorwand zu finden, den man
immer finden kann. Sie gehen hin, aber sie bleiben stehen und sie beugen
ihre Knie nicht. Das kann mir nur helfen, wenn ich eine klare
Glaubensentscheidung habe, dass ich nicht dem Terror der Menschen
unterliege. Ich werde ein freier Mensch nur durch die Glaubensbindung an
Jesus. Das war für diese drei Männer klar, dass ihr Leben Gott gehört. Wie
viel mehr für Sie, die sagen: Jetzt hat Jesus für mich so teuer bezahlt,
dass er mich herausreißt aus allen anderen Bindungen. Weg nimmt von der
Sünde und von ihrer Macht und von ihrem Einfluss. Ich soll ihm gehören.
Dafür hat er sein Blut vergossen. Wie soll ich jetzt mein Leib und mein
Leben in Dinge hineingeben, wo ich nicht mitgehen kann. Wie kann ich noch
an sündigen Bindungen halten? Lösen Sie sich doch. Diese drei Männer sind
uns ein Beispiel, was Freiheit bedeutet und wirkliche Freiheit gibt es
nicht da, wo heut in der Welt Freiheit erzählt wird, sondern wo Menschen
sich im Glauben an Jesus Christus binden. Überlegen Sie sich das gut.
Können Sie das durchstehen? Nebukadnezar fragt die drei Männer: Wie ihr
wollt euch nicht beugen? Der hat Recht. Wisst ihr was das bedeutet? Wissen
Sie, was es heißt Christ zu sein? Christ kann man heute nur sein, wenn man
es konsequent ist. Mit allen Folgen, die man dafür tragen muss. Wir reden
nicht vom äußerlichen Christ. Es gibt nur ein konsequentes sich an Jesus
Christus binden, ihm zu folgen und ihm ganz zu gehören und dann frei zu
werden von dem Terror der Mode und des Götzendienstes um uns herum. Das
zweite:
Oh wie sind die reich
Oh wie sind die reich. Sieht so aus, wie wenn die drei Männer recht arme
Leute wären, die da unter den Druck des Nebukadnezar geraten. Die verlieren
ja ihre Stellung und wir sehen ja die Märtyrer um Jesu Willen gerne immer
so an, als ob sie die bemitleidenswertesten Gestalten wären. Mich hat das
als junger Mensch ungemein geprägt, das Buch von Jean Beau über den
französischen Protestantismus zu lesen. Das muss ein Christ kennen. Damit
man weiß alles laue Christentum, das hat keine Kraft und hat keinen Saft.
Aber da waren Menschen und das kann man ja kaum erzählen, die ein Leben
lang, das waren adlige Fürsten und Grafen, die noch das Vorrecht hatten,
dass sie nicht hingerichtet wurden, die hat man ein Leben lang auf Galeeren
geschmiedet und dort oben haben sie Lieder gesungen, obwohl sie dafür
gepeitscht wurden, weil ihnen das mehr wert war als alles andere. Dafür
haben sie ihre Rittergüter hergegeben. Das war ihnen mehr wert. Kennen Sie
überhaupt die Nähe Jesu? Das ist solch ein Schatz, solch eine Freude,
solchen Reichtum. Sie brauchen nicht denken, dass das bemitleidenswerte
Gestalten sind. Das bewegt uns oft, wenn wir in unseren Tagen hören, wie
Menschen leiden müssen irgendwo unter Verfolgung, unter Druck, unter
Unfreiheit und wir haben's ja sehr leicht, dass wir heute noch so gute
Verhältnisse haben unseres Glaubens leben können. Die drei Männer sind
stolze Männer, die haben eine Würde. Die sagen: Euren Gott beten wir nicht
an. Sie sagen's nicht frech, sie sagen's nicht verletzend, aber das ist so
stolz. Wir, wir haben doch viel, viel mehr. Das war immer so durch die
Bibel hindurch. Wo Menschen auch dann nicht errettet wurden. Dass sie viel
lieber mit dem Volk Gottes, so heißt es im Hebräerbrief ungemacht leiden
wollten. Viel lieber an einem kleinen Posten stehen wollten, als die großen
verlockenden Wege der Welt zu gehen. Und das kann wohl sein, dass andere
lächeln und sagen: Das ist dein Leben und du lebst moralisch so eng und du
ordnest dich unter. Ja, weil wir viel mehr haben. Am letzten Donnerstag
hatten wir ja unsere Ludwig-Hofacker Konferenz, am vorletzten Donnerstag in
der Liederhalle, über die Hoffnung. Und wenn wir da noch einmal dran
denken, was das wirklich heißt für solche Entscheidungen. Wir sind doch
nicht die, die dauernd preis geben und weggeben. Wir haben einen Gott, der
sich in unserem Leben heute mächtig erweisen wird und der wird unseren Weg
gestalten, der wird sich sichtbar zeigen bei uns. Wir gehen fröhlich unsere
Straße. Und Hoffen heißt doch nicht irgendwo auf den Wolkenkuckuksheim
schauen, sondern wissen: Er lässt mich nicht los. Da hat ja Jesus eine
Versprechung gegeben: Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir
nach, der ist mein nicht wert. Der ist mein nicht wert. Der kriegt auch
nichts von mir. Und viele kennen sicher gar nichts von der großen Freude,
die man bei Jesus hat, weil sie auf halben Wegen gehen und weil sie
zwischen allen Stühlen sitzen. Da sind diese drei Männer uns ein Vorbild,
in dem sie uns einfach zeigen, wie sie reich sind, wie sie sagen: Aber wir
haben einen Gott, dem wir vertrauen. Wenn unser Gott, den wir verehren
will, so kann er uns erretten. Wenn er's nicht tut, dann gehen wir mit
Freuden in den Tod und wir wissen, dass wir dann das Leben haben. Wenn wir
das Leben um seinetwillen verlieren, werden wir's finden. Schon im Alten
Testament eine Ewigkeitshoffnung so großen Ausmaßes. Das ist doch kein
Opfer, das wir bringen, wenn wir unsere Knie nicht beugen vor den Götzen
unserer Zeit. Es ist merkwürdig in der römischen Verfolgung war es nicht
möglich die Kraft der Christen zu brechen oder in der Hugenottenverfolgung
in all den schwierigen Zeiten. Aber in Zeiten des Reichtums und des
Wohlstands wurden Christen gelähmt und die schlimmste Gefahr, die Christen
drohen kann ist, dass sie von innen her das Wort Gottes aushöhlen. Dass sie
die Glaubensbindung gar nicht mehr ernst nehmen. Dass sie das irgendwo noch
so als ein dürftiges Verhältnis ansehen. Schauen Sie diese drei Männer an,
diese Beispiele des Glaubens. Wie sind die reich. Und noch das dritte:
Sie werden wunderbar bewahrt
Sie werden wunderbar bewahrt. Der Nebukadnezar hat so heftig reagiert, weil
er ertappt wurde und das hat ihn geärgert. Er wurde ertappt bei seinem
Götzendienst. Der Hass der Welt, der trifft Christen. Ja Sie müssen das
einmal sagen, dann müssen Sie sich hineindenken, dass das peinliche
Verhältnisse sind, wenn Sie einem Menschen, einem Vorgesetzten sagen
müssen: Ich mache bei dem nicht mit und wenn er sagt: Warum nicht? Dann
sagen Sie: Weil es unaufrichtig ist, weil es unwahr und gelogen ist. Oder:
Weil ich nicht teilhaben will an unrechten Dingen. Dann wirkt das ja für
andere verletzend, dann sind sie ja ertappt, dass sie selber das Unrechte
tun. Ein Nebukadnezar wusste ja was er tat. Gott hat ja mit ihm gesprochen
gehabt in dem Traum. Er hat ja dieses Standbild gesehen und dass er nun
allein das goldene Haupt vom letzten Sonntag, wissen Sie, von diesem Bild,
dass er das allein als Götzenbild verehren lässt, das muss ihm ja zum
Bewusstsein kommen bei diesen drei Männern, was er hier tut. Es gibt keinen
Menschen, in Ost und West, im Islam oder im Kommunismus oder wo das ist,
der nicht durch das Zeugnis der Christen überführt würde und unruhig würde.
Darum reagiert er voll Grimm. Das ist so genau erzählt, wie es wirklich
sich zuträgt. Er reagiert so heftig. Du machst nicht mit. Du tanzt aus der
Reihe. Du bist an allem Schuld. Nein, nein. Warum darf ein Mensch nicht?
Warum hört die Toleranz der Welt auf? Der ganze Hass legt sich auf diese
drei Männer. Und es erinnert uns daran auch in unserer Kirche, dass wir
mittendrin ein riesengroßes Kreuz haben. Dass die Nachfolge Jesu
Feindschaft der Welt bedeutet und dass das Gehorsam von uns fordert und
Opfer. Und als sie dort in den feurigen Ofen geworfen werden und dieser
Nebukadnezar hineinschaut, dann sieht er plötzlich vier Männer. Das sieht
die Welt normalerweise nicht, aber das sind Verheißungen unseres Gottes.
Wenn du durchs Feuer gehst, will ich bei dir sein. Dass dich die Ströme
nicht sollen ersäufen. Sie können alle anderen verlockenden Weltangebote
herbringen, aber das ist nicht aufzuwiegen gegen das eine, dass Sie diesen
Herrn bei sich haben, der Sie noch in den Flammen schützt, der Sie mit
seinen Flügeln deckt und der sich zu Ihnen stellt. Man muss sich
entscheiden, was man wählen will. Anklang in der Welt oder Nachfolge Jesu.
Der Herr wird für euch streiten und ihr werdet still sein. Die drei Männer
haben nicht gewusst, was der Herr vorhat mit ihnen. Sie waren bereit zu
sterben, aber sie waren nicht bereit ihre Knie zu beugen. Wenn doch in
unseren Zeiten die Christen sich wieder bekehren und den Ruf Jesu hören:
Komm und folge mir. Das heißt gehorche mir. Lebe nur nach meinen Geboten.
Dann hätten Sie Glück und Segen. Bewahrung und Frieden. Und die Welt hätte
ein Zeugnis, bei dem sie wieder aufhorchen würde. Diesen Weg will der Herr
heute von Ihnen haben, dazu ruft er Sie.
Amen.

