
Ich grüße euch ganz herzlich. Guten Morgen, liebe Gemeinde und alle, die sich zugeschaltet haben.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn du in diesen Tagen die Nachrichten schaust. Bei mir ist es oft so, dass ich die Nachrichten gar nicht mehr sehen kann und auch nicht sehen will. Mein Herz sehnt sich nach Frieden. Deins auch?
Frieden in der Welt, Frieden in deinem persönlichen Umfeld. Deshalb möchte ich von meiner Seite noch einmal zur Eckstein-Konferenz einladen.
Donnerstagabend um 19 Uhr geht es los. Wer sich nicht angemeldet hat, kann trotzdem kommen. Am Freitag um zehn Uhr treffen wir uns wieder. Übrigens ist Freitag Feiertag, deshalb haben wir hier volles Haus in der Gemeinde. Wir kommen ab zehn Uhr zusammen.
Am Samstag beginnt das Programm ebenfalls um zehn Uhr. Und nächste Woche Sonntag findet dann der Abschlussgottesdienst der Eckstein-Konferenz statt.
Danke an alle, die sich zum Helfen eingetragen haben. Dennoch fehlen, wie schon gesagt, noch einige Hände, die in der Woche beim Aufbau unterstützen können. Bitte meldet euch, damit unser Team nicht alleine dasteht. Aufgrund der Größe des Gebäudes sind die Wege länger, und wir brauchen mehr helfende Hände.
Danke, dass ihr euch damit einklinkt.
Einführung und Einladung zur Gemeinschaft
Wir machen weiter im Römerbrief und sind jetzt in Kapitel 6. Ich lade ein, den Text noch einmal gemeinsam zu lesen: Römer Kapitel 6, heute ab Vers 5 bis Vers 14.
Römer 6,5 und folgende:
Denn wenn wir mit ihm eins gemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen. Denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen.
Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Da wir wissen, dass Christus aus den Toten auferweckt ist und nicht mehr stirbt, herrscht der Tod nicht mehr über ihn. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für allemal. Was er aber lebt, das lebt er für Gott.
Also auch ihr: Haltet euch selbst dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebt, in Christus Jesus, unserem Herrn. So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib, damit ihr der Sünde nicht durch die Begierden des Leibes gehorcht.
Gebt auch nicht eure Glieder der Sünde hin als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit.
Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade. Amen.
Nehmt gerne Platz.
Grundlegende Unterscheidung: In Adam oder in Christus
Wir haben an den letzten Sonntagen gelernt, dass es nur zwei Gruppen von Menschen gibt: diejenigen, die in Adam sind, und diejenigen, die in Christus sind. Adam ist unser erster Stellvertreter, der Stellvertreter der gesamten Menschheit. Adam war dem Gebot Gottes nicht gehorsam, sondern übertrat es. Mit dieser Übertretung kam die Sünde in die Welt, und mit der Sünde der Tod zu allen Menschen.
Wir haben gelernt, dass dies der Grund ist, warum du und ich eines Tages sterben werden – es sei denn, Jesus kommt vorher wieder. Der Tod ist in dieser Welt.
Aber es gibt einen zweiten Adam: Jesus Christus. Durch den Glauben an Jesus verbindet dich der Heilige Geist so eng mit Jesus, dass fortan nicht mehr Adam dein Stellvertreter ist, sondern der Sohn Gottes. Unter seiner Regentschaft, unter seinem Bundeshaupt, regiert jetzt nicht mehr der Tod. Jesus hat die Sünde und den Tod besiegt.
Deshalb heißt es in Kapitel 5 des Römerbriefes, Vers 21: „Damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.“
Also: Unter Adam herrschte die Sünde. Aber unter Jesus herrscht und regiert die Gnade.
Wir haben auch gelernt, dass diese Gnade der dominierende Faktor im Leben eines Gotteskindes ist. Sie regiert in allen Phasen unseres Christenlebens. Sie herrscht bei der Bekehrung und regiert bis zu unserer Vollendung. Dazwischen hat sie ihre Regentschaft nicht niedergelegt.
Auch in unserer Heiligung – dem Prozess der Veränderung, in den Gott uns hineinführt, wenn wir sein Kind geworden sind, und bei dem wir immer ähnlicher Jesu Christi werden – regiert die Gnade.
Das dürfen wir nicht vergessen, auch wenn wir es zu oft tun.
Die Herrschaft der Gnade im Leben des Gläubigen
Und deswegen heute noch einmal: Wer regiert in deinem Leben, wenn du ein Kind Gottes bist? Es ist Jesus Christus mit seiner Gnade – von A bis Z, vom Anfang bis zum Ende.
Das ist dem Apostel so wichtig, dass er nach Vers 4 noch nicht Schluss gemacht hat. Stattdessen vertieft er ab Vers 5 diesen Gedanken noch einmal. Er schlägt die Nagel noch weiter ins Brett und erinnert uns immer wieder an das Evangelium.
Dabei appelliert er nicht an deine Willenskraft, wenn du in Versuchung bist oder die Sünde bei dir anklopft. Er gibt dir keine zehn Schritte zum erfolgreichen Überwinden, kein Handbuch und keine moralischen Tricks. Was er tut, ist ganz schlicht: Er führt dich zurück zum Evangelium von Jesus Christus.
Das ist hier in Kapitel 6 das große Thema – und auch in den folgenden Kapiteln. Es geht um die Nachfolge. Wie haben wir Sieg über die Sünde? Die Antwort ist das Evangelium.
Und das ist jetzt auch die Frage in dieser Predigt: Was ist dein Sieg? Wie kannst du persönlich Sieg über die Sünde in deinem Leben haben? Dazu drei Punkte.
1. Voraussetzung für Sieg: In Christus sein
Erstens ist der Sieg über die Sünde nur möglich, wenn du in Jesus Christus bist. Das ist die Grundlage. Bevor wir, wie ich eben schon sagte, in Jesus waren, hatten wir Adam als unser Haupt, und wir gehorchten der Sünde. Daran erinnert uns Paulus hier in Vers 6: „Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, so dass wir der Sünde nicht mehr dienen.“ Dieses Wort können wir auch übersetzen mit: „Wir sind nicht länger Sklaven der Sünde.“
In Vers 9 schreibt er weiter: „Da wir wissen, dass Christus aus den Toten auferweckt ist, stirbt er nicht mehr; der Tod herrscht nicht mehr über ihn und so auch nicht mehr über die, die in Jesus Christus sind.“ Also gab es eine Zeit in deinem Leben, bevor du zu Jesus Christus im Glauben kamst, in der du der Sünde versklavt warst. Sie herrschte über dich. Das ist der natürliche Zustand aller Menschen.
Durch unsere natürliche Geburt, wenn du auf die Welt kommst, wirst du, wie David es sagt, in Sünden geboren, in Sünden empfangen und in Sünden geboren. Das kommt daher, dass Adam dein Stellvertreter ist, und mit ihm kamen die Sünde und der Tod zu allen. Um jetzt Sieg über die Sünde zu haben und frei von ihr zu werden, brauchst du eine zweite Geburt. Nicht allein deine natürliche Geburt, sondern du brauchst eine Wiedergeburt, bei der du zu geistlichem Leben auferweckt wirst und dich im Glauben an Jesus Christus wendest. So wird seine Gerechtigkeit Gott gegenüber dir zugerechnet.
Ohne – und das ist wichtig, dass wir das verstehen – ohne diese Wiedergeburt ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Du hast richtig verstanden: Ohne den Glauben an Jesus Christus ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Denn unser altes Wesen wird immer wieder zur Sünde hingezogen. Unser Wille ist so angelegt, dass wir der Sünde dienen und ja, sogar dienen wollen.
Ein bekanntes Beispiel illustriert dies sehr präzise: Setzt du einem Wolf einen Teller mit Fleisch vor und daneben einen Teller mit Salat, was wählt der Wolf? Fleisch. An alle Männer gerichtet: Dieses Beispiel ist so zu verstehen, dass Fleisch hier als böse und nicht als Grillgut zu verstehen ist, wie die Bibel das Fleisch auch gleichsetzt mit unserer sündhaften Natur. Der Wolf will und wählt das Fleisch. Warum macht er das? Weil dies in seiner Natur verankert ist. Sein Wesen bestimmt seine Entscheidung.
Und so geht es allen, die in Adam sind. Die Gerechtigkeit Gottes, das Gute, liegt auf dem anderen Teller – das ist jetzt mal der Salat – und liegt dort drüben. Will der, der in Adam ist, vollumfänglich zum Salat gehen? Nein, weil es gegen seine Natur ist.
Das bedeutet nicht, dass der gefallene Mensch, also der, der in Adam ist, ausschließlich Böses tut oder Böses bis zum Äußersten tut. Manchmal liegt auch ein Blättchen Salat mit auf dem Fleischteller, um unser Gewissen zu beruhigen. Dann garnieren wir die Sünde mit ein bisschen Gutem, aber essen das Fleisch trotzdem. Wir verweisen dann auf unsere guten Taten: „Siehst du das kleine Blättchen da?“, sagen wir dann, „das ist gut für die Verdauung.“ Wir verweisen auf unsere guten Taten.
Aufgrund der allgemeinen Gnade Gottes ist der Mensch nicht so böse, wie er nur böse sein kann, denn es gibt gewisse Dinge, die ihn noch in Zaum halten. Mag es vielleicht noch das manchmal aufflackernde Gewissen sein oder mögen es Gesetze in einem Staat sein, die davor bewahren, dass wir alle übereinander herfallen.
Doch alle guten Taten, die ein Mensch trotz seiner Sündhaftigkeit tut, reichen nicht aus, um Gott zu gefallen. Denn wir tun sie, um unsere eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und nicht mit der Intention, Gott allein alle Ehre zu geben.
Daher ist es für einen Menschen – das ist jetzt die Frage: Wie haben wir Sieg über die Sünde? – für einen Menschen, der in Adam ist, unmöglich, Sieg über die Sünde zu haben, denn sie herrscht über ihn.
Die Bibel ist so klar in dieser Frage, zum Beispiel in Römer 8,5-7: „Denn diejenigen, die gemäß der Wesensart des Fleisches sind – wir können auch sagen, in Adam sind – trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht. Diejenigen aber, die gemäß der Wesensart des Geistes sind, trachten nach dem, was dem Geist entspricht. Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden, weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist. Denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht und kann es auch nicht.“
Und jetzt hör mal: „Die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen.“
Deswegen ist es eine furchtbare Tragödie, wenn wir verlorenen Menschen Moralismus predigen und den Eindruck erwecken, ihre vermeintlich guten Werke würden Gott gefallen. Wir sind böser als der unfähigste Arzt, der dem Patienten verschweigt, was wirklich Sache ist, und ihn ohne Behandlung auf den Weg in den Tod schickt.
Es ist ein Desaster, wenn wir an die Moral appellieren. Du hast einen in Adam vor dir sitzen, und du appellierst an seinen Willen, an seine Taten, an seine Moral. Einer verlorenen Welt Moral zu predigen, ist der vollkommen falsche Weg, denn die, die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen – so viele Blättchen sie auch noch ihrem Fleisch dazulegen.
Wenn wir also nicht von neuem geboren sind, ist es uns unmöglich, Gott zu gefallen. Wir brauchen ein neues Herz, wir brauchen eine neue Geburt, wir brauchen eine zweite Geburt, wir brauchen eine Wiedergeburt, die aus uns einen anderen Menschen macht.
Der Wolf muss vom Wesen her neu werden, er muss ein Schaf werden, das dann den Salat will und freudig isst.
Also: Sieg über die Sünde – erstens, du musst in Christus sein, sonst kein Sieg über die Sünde.
2. Unvermeidbarkeit des Sieges für Gläubige
Zweitens: Der Sieg über die Sünde ist für die, die in Christus sind, unvermeidbar. Wie sieht das nun für den Gläubigen aus? Während der gefallene Mensch sich wie Eisen vom Magneten angezogen immer wieder zur Sünde hingezogen fühlt, ist es bei Christen anders. Sie stehen nicht mehr unter der Herrschaft des Bösen. Warum?
Weil ihre Verbindung durch den Heiligen Geist, ihr Einssein mit Jesus, unvermeidbare Konsequenzen hat (Römer 6,5). Wenn wir mit ihm, also mit Jesus, eins gemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch durch unser Einssein mit Christus mit gekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt wird, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen.
Das müssen wir wirklich zunächst so stehen lassen. Unser Einssein mit Jesus führt also zu einem unvermeidlichen Resultat: Dein Leib der Sünde wird außer Wirksamkeit gesetzt. Und du dienst der Sünde nicht mehr. Unser Einssein mit Jesus ist also nicht folgenlos. Denn weil Jesus der Sünde gestorben ist, sind auch wir in ihm – wie wir letzten Sonntag gehört haben – der Sünde gestorben (Römer 6,7). Denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen.
Hier kommt das Bild der Sklaverei zum Tragen: Der Sklavenhalter hat kein Anrecht mehr an dir. Du bist frei. Dein Einssein mit Jesus hat unvermeidliche Konsequenzen. Du bist frei – hörst du das? Du stehst nicht mehr unter der Herrschaft der Sünde. Dein Glaube hat eine klare Folge. Daran gibt es keinen Zweifel, weder in diesem Abschnitt noch im ganzen Römerbrief.
Weiter heißt es in den Versen 7 und 8: Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus aus den Toten auferweckt ist und nicht mehr stirbt. Der Tod herrscht nicht mehr über ihn, also auch nicht mehr über dich. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben – ein für allemal.
Lieber Bruder, liebe Schwester, das ist jetzt ganz wichtig: Wir müssen uns das immer wieder vor Augen halten. Es ist eine Wahrheit, auf die wir uns immer wieder berufen müssen und an die wir uns besonders in Zeiten der Versuchung erinnern sollten. Denn wir wissen, die Versuchung kommt. Der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und versucht zu verschlingen. Das wissen wir.
Was tun wir? Wir müssen uns auf die sogenannte objektive Realität berufen, auf die Wahrheit: Die Sünde herrscht nicht mehr über dir, weil dein Einssein mit Jesus unvermeidbare Konsequenzen hat. Du bist ein von der Herrschaft der Sünde befreiter Mensch.
In den Versen 2 und 3 haben wir es letzte Woche gesehen: Paulus argumentiert ähnlich, als er gefragt wird: „Sollen wir denn weiter sündigen, damit die Gnade überhandnimmt?“ Er antwortet: „Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben? Wisst ihr nicht, dass alle, die wir in Christus Jesus hineingetauft sind, in seinen Tod getauft sind?“ Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit wir, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, auch in einem neuen Leben wandeln.
Mit anderen Worten: Für den Gläubigen, der mit Jesus vereint ist, ist es unvermeidlich, Sieg über die Sünde zu haben – unumgänglich. Warum? Weil du in Christus der Sünde gestorben bist.
Das löst vielleicht ein Unbehagen aus. Wir wissen doch, dass wir vollkommen sündlos erst bei Gott im Himmel sein werden. Die Gegenwart der Sünde auf dieser Erde wird immer ein Begleiter sein. Deshalb wird uns bei dem Gedanken, dass der Sieg über die Sünde für mich als Christ unvermeidbar ist, irgendwie unwohl.
Woran liegt das? Es liegt daran, dass wir ein falsches Verständnis vom Evangelium haben. Wir glauben nicht wirklich an die Herrschaft der Gnade, sondern folgen einem sogenannten Evangelium, das lautet: Du bist der entscheidende Faktor, der die noch fehlende Arbeit zu verrichten hat. Du bist verantwortlich. Wir glauben, Gott liefert 99 Prozent des Nötigen, aber dieses eine Prozent müssen wir bringen.
Wenn wir dann hören, es ist unvermeidbar für einen Christen, Sieg über die Sünde zu haben, und wir uns selbst kennen, sagen wir: Das fühlt sich nicht gut an. Da stimmt etwas nicht in der Gleichung. Wir denken, wir sind das Zünglein an der Waage und verantwortlich für den ausschlaggebenden Teil.
Wir glauben, dass Jesus am Kreuz unsere Heiligung möglich gemacht hat, wir aber die entscheidenden Schritte selbst leisten müssen. Das ist so tief in unserem Denken verankert, dass uns unwohl wird, wenn wir hören, dass für einen Christen der Sieg über die Sünde unvermeidbar ist. Sofort spüren wir eine schwere Bürde auf unseren Schultern und meinen, wir stehen in der Pflicht.
Ja, wir können sagen, wir glauben, die Gnade herrscht nicht. Und weil wir uns und unsere Schwachheiten nur zu gut kennen, fühlen wir eine Bedrückung statt Befreiung.
Deshalb kommt der Apostel Paulus in diesem Abschnitt von Vers 1 bis 14 dreimal zu dem Punkt, dass er sagt: „Weißt du nicht? Denke daran, an die objektive, unumstößliche Wahrheit, dass du in Christus Sieg über die Sünde hast.“
Er sagt in Vers 3: „Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir in Christus hineingetauft sind, in seinen Tod getauft sind?“
In Vers 6: „Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen.“
Und in Vers 9: „Da wir wissen, dass Christus aus den Toten auferweckt ist und nicht mehr stirbt, der Tod herrscht nicht mehr über ihm.“
Wir dürfen in unserer Heiligung niemals vergessen: Die Quelle unserer Gerechtigkeit, die Quelle unserer Reinigung ist und bleibt zu hundert Prozent das Werk von Jesus Christus. Er ist deine einzige Hoffnung – und auch meine einzige Hoffnung – um über die Sünde siegreich zu sein. Er ist unsere Garantie.
Deine Heiligung ist nicht das Ergebnis deines Ringens, sondern eine Folge dessen, was Christus am Kreuz für dich getan hat und was nun in deinem Leben mehr und mehr Gestalt annimmt.
Wie haben wir Sieg über die Sünde? Wir müssen in Christus sein und uns daran erinnern, dass wir in Christus Sieg über die Sünde haben, weil Christus den Sieg über die Sünde erreicht hat. Amen!
3. Befreiung zu einem neuen Leben
Und nun sind wir befreit zu einem neuen Leben, denn unser Einssein mit Jesus erlöst uns nicht nur von der Herrschaft der Sünde in einem Sinn, sondern befreit uns auch jetzt für ein neues Leben. Dieses neue Leben zieht sich wie ein roter Faden durch unseren gelesenen Text.
Wenn du jetzt an deine Zukunft denkst – und ich spreche hier zu denen, die in Jesus sind –, dann gehe ich davon aus, dass du als Kind Gottes fest davon ausgehst, eines Tages mit Jesus auferstehen zu werden. Amen, da glaubst du doch ganz fest dran. Du glaubst an deine Auferstehung.
Warum glaubst du an deine Auferstehung? Du glaubst daran, weil du in Christus bist, stimmt doch? Du selbst hast keine Kraft aufzuerstehen. Vielmehr ist es die Auferstehung Jesu. Du glaubst daran, dass er von den Toten auferstanden ist. Durch den Glauben an ihn bist du so sehr mit ihm vereint, dass du in ihm auch auferstehen wirst. Amen. Ja, das finde ich auch. Da sagen wir mal alle Amen. Ja, das ist so. Wir glauben daran.
Wir glauben daran, dass der Tag kommen wird, an dem wir, wenn Jesus wiederkommt und wir bis dahin gestorben sind, auferstehen zu einem neuen Leben und bei Gott sein werden. Dort ist nicht nur die Sünde in Form ihrer Herrschaft besiegt, sondern wir sind auch von der Gegenwart der Sünde befreit. Das ist eine Hoffnung, die wir für die Zukunft haben, die kommen wird.
Diese Hoffnung gründet sich auf unser Einssein in Jesus. Wir haben keinen Zweifel daran. Vielleicht hier und da, manchmal überkommt es uns, aber grundsätzlich glauben wir, dass wir auferstehen werden. Im Himmel wird es kein Leid, keinen Schmerz, kein Geschrei mehr geben. Die Gegenwart der Sünde wird nicht mehr da sein.
Warum glauben wir das? Weil unser Text es sagt: Wir sind mit ihm gestorben, wir sind mit ihm begraben und wir sind mit ihm auferstanden. Unser Einssein mit Jesus garantiert uns eine Zukunft ohne die Gegenwart der Sünde. Das ist die Hoffnung, die wir auf das haben, was kommen wird.
Aber wie ist es mit unserem Leben hier und heute? Da ist ja überall die Versuchung, überall sind diese Anfechtungen. Dass wir heute schon Sieg über die Sünde haben können, fällt uns schwer zu glauben. Doch dasselbe Prinzip, das dir eine unumstößliche Hoffnung auf die Auferstehung schenkt, ist dasselbe Prinzip, das dir Hoffnung für ein verändertes Leben im Hier und Jetzt gibt – schon im Hier und Jetzt.
Nochmal: Wir werden nie sündlos auf dieser Erde sein, das wissen wir. Die Vollkommenheit haben wir erst bei Christus. Aber in unserer Heiligung, wenn Christus uns ähnlicher wird, in unserem Kampf mit der Anfechtung, der Sünde und den Versuchungen, dürfen wir davon ausgehen, dass wir durch unser Einssein mit Christus auch von Sieg zu Sieg gehen können.
Dasselbe Prinzip, das dir eine unumstößliche Hoffnung auf die Auferstehung schenkt, ist dasselbe Prinzip, das dir Hoffnung für ein verändertes Leben im Hier und Jetzt schenkt.
Vers 6 und 7 sagen: Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei und wir der Sünde nicht mehr dienen. Denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen.
Wer starb der Sünde? Jesus starb der Sünde. Wo warst du, als er der Sünde starb? Du warst in ihm. Das bedeutet: Sein Tod der Sünde gegenüber ist auch dein Tod der Sünde gegenüber. Die Auferstehung zum ewigen Leben wird genauso auf dich übertragen wie auch die Freiheit von der Sklaverei der Sünde.
Vers 10 sagt: Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für allemal. Was er aber lebt, das lebt er für Gott.
Vers 4 sagt: Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit wir, gleich wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, auch in einem neuen Leben wandeln.
Jesus gibt uns also nicht nur eine zukünftige Hoffnung auf das, was sein wird, wenn wir im Himmel sind, sondern auch eine Hoffnung für unser Hier und Jetzt, weil du in ihm bist. Du wandelst in einem neuen Leben. Es ist ein Leben in Heiligkeit und Gerechtigkeit.
Das hast du dir nicht selbst erwirtschaftet. Es ist nicht dein Sieg, es sind nicht deine Bemühungen oder deine Anstrengungen. Es wurde durch Jesus verdient. Es ist Jesu Sieg der Sünde gegenüber, der nun dein Sieg der Sünde gegenüber geworden ist. Und das ist Realität.
Es ist eine Wahrheit, die so sicher ist wie deine Hoffnung auf die kommende Auferstehung: Du bist kein Sklave der Sünde mehr.
Leben in der neuen Identität
Was machen wir jetzt? Wir lassen diese Erkenntnis zu einer bleibenden Überzeugung in unseren Herzen und Gedanken werden. Diese Realität des Einsseins mit Jesus ist der Grund, warum wir unter das Wort kommen. Deshalb treffen wir uns im Gottesdienst, singen die Lieder, hören die Gebete und lesen die Schrift. Ebenso pflegen wir Gemeinschaft miteinander, um uns immer wieder daran zu erinnern, was die Wirklichkeit ist: Wir sind in Christus.
Da Christus der Sünde gestorben ist, sind auch wir der Sünde gestorben. Diese objektive Wahrheit soll der Ausgangspunkt all meines Denkens, meiner Planungen, meiner Freude, meiner Worte und meines Handelns sein. Ich halte und wir halten uns stets vor Augen, dass ich nicht mehr der bin, der ich einmal war. Ich bin in Christus. Ich bin in ihm auserwählt, erlöst, lebendig und der Sünde gestorben. Sein Geist ist in meinem Herzen ausgegossen, und das ist mein wahrer Zustand, meine wahre Identität.
Im Licht dieser Grundlage, im Licht dessen, was wahr ist, folge ich nun den folgenden Imperativen, den Aufforderungen. Denn ja, sie kommen jetzt.
Vers 11: "Also haltet euch selbst dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebt, in Christus Jesus, unserem Herrn!"
Zweites Imperativ: "So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib, damit ihr der Sünde nicht durch die Begierden des Leibes gehorcht."
Drittes Imperativ, Vers 13: "Gebt auch nicht eure Glieder der Sünde hin als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit!"
Sehen wir das? "Haltet euch dafür!" – so soll es nun sein. "Gebt euch nicht der Sünde hin, sondern gebt euch Gott hin!" Die Ausrufezeichen sind Aufforderungen, die Paulus hier den Christen zuruft. Es ist also eine Liste von Dingen, die wir tun sollen.
Aber wir tun sie – und das ist jetzt entscheidend – in Jesus. Wir tun sie als Ergebnis dessen, was er für uns erwirkt hat. Wenn also die Versuchung anklopft, dann hab keine Angst. Erinnere dich daran, wer du in Jesus bist. Er hat den Sieg errungen, du bist in ihm, und nun ist sein Sieg dein Sieg. Du bist kein Sklave der Sünde mehr.
Auch wenn jede Faser deines Lebens bisher wusste, was es bedeutet, unter der Herrschaft der Sünde zu stehen, kam eines Tages die Nachricht zu dir: Du bist frei! Die Ketten sind gelöst, du kannst gehen. Frei der Sünde gegenüber.
Jetzt sollen wir so leben, wie wir wirklich sind – nämlich nicht mehr als Sklaven, sondern mit einer neuen Identität. Du bist frei. Verhalte dich nicht länger, als wärst du ein Sklave. Gib deine Glieder Gott hin, wie es hier heißt, und lebe gemäß deines neuen Standes.
Ein Sklave, dessen Ketten gelöst werden, bleibt nicht länger im Sklavenstand. Er verlässt die Unterdrückung, die Schmach und den Tod. Er sagt: Nein, ich lebe jetzt mein Leben gemäß dessen, wer ich tatsächlich bin.
Dem Sklaven brauchst du keine langen Imperative zu geben – er tut es, weil er weiß, dass er neu ist und einen neuen Stand hat. So ist es auch mit denen, die in Jesus sind.
Damit wir das nicht vergessen, kommt Paulus in seiner Auflistung in Vers 14 noch einmal zurück. Für den Fall, dass jemand diese Imperative als das eine Prozent sieht, das er selbst erreichen muss, und wieder in Leistungsdenken verfällt, sagt Paulus deutlich: Pass auf, stopp! Tu es nicht!
Vers 14: "Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade."
Die Sünde hat keine Macht über dich, weil du nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade bist. Bedeutet das, dass wir vom Gesetz befreit sind? Nein, das Gesetz ist gut. Aber wir sind zum Gehorsam befreit.
Das ist etwas völlig Neues. Unter dem alten Adam war alles in uns fleischlich gesinnt. Doch unter dem neuen Adam haben wir eine neue Identität, ein neues Herz. Wir sind in Christus und strecken uns mehr und mehr nach dem aus, was gut und richtig ist.
Auf diesem Weg brauchen wir immer wieder die Erinnerung: Es ist letzten Endes nicht unser Kampf. Wir sind in Christus. Wir halten uns für der Sünde gestorben. Wir legen uns auf den Bauch – Hände in den Nacken, Beine auseinander –, damit der "Bär" uns nicht umdrehen kann. Wir sagen: "Sünde, hau ab! Ich bin tot!" Und sie wird gehen.
Warum bist du tot der Sünde? Weil du in Christus bist und der Sünde gestorben.
Nun bist du, Vers 14, unter der Gnade. Halleluja!
Ja, das war ein bisschen Schwarzbrot, aber es ist gut. Das müssen wir hören und kauen. Kau das noch einmal gründlich durch. Vor allem aber nimm es mit in deinen Alltag. Vielleicht hast du das letzte Woche schon gemacht – das kann ich nur empfehlen.
Denn die Sünde kommt ja. Und dann übe dich darin: Was habe ich gehört? Was habe ich gelesen? Ich bin in Christus, ich bin der Sünde tot. Mach das mal! Wahrscheinlich machst du das sowieso schon. Aber je mehr wir das tun, desto mehr geht es uns in Geist und Blut über.
Jetzt hätte ich vorhin fast gesagt "in Fleisch und Blut". Und wir werden verändert.
Schlussgebet und Bitte um Stärkung
Gott helfe uns dazu, lass uns aufstehen. Herr, wir danken dir, dass wir auch heute Morgen wieder von dir in deinem Wort unterwiesen werden. Das sind Dinge, die wir verarbeiten müssen und wollen.
Wir danken dir, Herr Jesus, dass du für uns vorangegangen bist und diesen für uns unerreichbaren Sieg errungen hast. Auch heute Morgen bete ich für Menschen unter uns, die noch nicht in Christus sind, sondern noch in Adam. Ich bitte dich, dass du sie erwachst und sie erkennen, dass sie Vergebung, Buße und Glauben an Jesus, den Sohn Gottes, brauchen, damit ihr Leben neu wird.
Ich bete für alle Gläubigen hier, für uns, für mich. Herr, ich bete auch für mich selbst: Hilf mir, wenn die Sünde kommt und mich versuchen will, wenn der Böse kommt und brüllt wie ein Löwe. Ja, Herr, dass ich mich daran erinnere: Meine Identität ist nicht mehr Sklave, sondern ich bin frei. Ich bin nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade. Nicht mehr unter dem Tod, sondern unter dem Leben.
Warum? Weil Jesus einen Sieg errungen hat, der garantierte Folgen für mich und mein Leben hat – nicht nur erst im Himmel, sondern schon hier und jetzt.
Hilf uns als Arche-Gemeinde, dass wir eine Gemeinschaft sind, die in der Heiligung wächst und zunimmt, Herr, dass wir rein sind vor dir. Ich danke dir, dass wenn wir fallen und versagen, du mit offenen Armen dastehst. Sobald wir unsere Sünden bekennen, bist du treu und gerecht, dass du unsere Schuld vergibst und uns reinigst von all unserer Ungerechtigkeit.
Ja, Herr Jesus, deine Barmherzigkeit in unserem Versagen ist so groß. Du schenkst sie uns noch oben drauf. Dafür danken wir dir. Amen.