Die Frage nach dem wahren Bild von Jesus Christus
Der zweite Teil trägt den Titel „Die zwei Seiten von Jesus Christus“. Die zentrale Frage lautet auch hier: Haben wir vielleicht ein falsches Bild vom Herrn Jesus? Wer war er wirklich und wie ist er? Schon damals stellten die Menschen diese Fragen immer wieder.
Ich lese aus Johannes 8. Dort spricht Jesus zu den Juden, die ihn angreifen. In Vers 38 sagt er: „Ich rede, was ich bei dem Vater gesehen habe.“ Er fährt fort: „Auch ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.“ Die Juden antworteten: „Abraham ist unser Vater.“ Jesus entgegnet ihnen: „Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so würdet ihr die Werke Abrahams tun. Jetzt aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters.“
Daraufhin sagen sie zu ihm: „Wir sind nicht durch Hurerei geboren, wir haben einen Vater, Gott.“ Jesus antwortet: „Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen. Ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Werke eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus sich selbst, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.“
Jesus fragt weiter: „Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.“
Die Juden antworteten ihm: „Sagen wir nicht recht, dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast?“ Jesus entgegnet: „Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr verunehrt mich. Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist einer, der sie sucht und errichtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit.“
Die Juden entgegnen: „Jetzt erkennen wir, dass du einen Dämon hast. Abraham ist gestorben und die Propheten sind gestorben. Und du sagst, wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst?“
Jesus antwortete: „Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Mein Vater aber ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt, er ist unser Gott, und ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn. Und wenn ich sage, ich kenne ihn nicht, so wäre ich euch gleich, ein Lügner. Aber ich kenne ihn und bewahre sein Wort. Abraham, euer Vater, freute sich, als er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.“
Da sprachen die Juden zu ihm: „Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?“ Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.“ Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus.
Das widersprüchliche Bild von Jesus in seiner Zeit
Wer ist Jesus? In dieser Begebenheit wird etwas deutlich, das sich in vielen Situationen zeigt: Die Zeitgenossen des Herrn Jesus verstanden immer wieder nicht, wer er wirklich ist.
Als Jesus sagt, Abraham habe seinen Tag gesehen, entgegnen sie ihm: „Du bist doch nicht älter als Abraham, du bist noch keine fünfzig Jahre alt.“ Wie alt war Jesus zu diesem Zeitpunkt? Er war gerade einmal dreißig Jahre alt. Trotzdem sagen sie, er sei noch keine fünfzig. Man könnte meinen, Jesus sah ziemlich alt aus.
Jesus hatte, wie es einmal heißt, kein Ansehen. Er war nicht der nette, schöne Jüngling, den man sich vielleicht vorstellt. Von ihm wird gesagt, dass er in der Gleichgestalt des Fleisches der Sünde gekommen ist. Das ist eine Vorstellung, die wir uns nicht gerne machen. Das bedeutet, Jesus sah aus wie ein sündiger Mensch. Das passt nicht in unser Bild von ihm. Wir denken oft, Jesus müsse ein edles Gesicht gehabt haben. Wahrscheinlich hätten die Menschen ihn dann auch viel schneller erkannt.
Doch er kam in der Gleichgestalt des Fleisches der Sünde. Das heißt, er sah aus wie du und ich, wie ein Sünder. Aber er war keiner. Was hat er gesagt? „Überführt mich einer der Sünde?“ – konnte keiner.
Peter sagt später in seinem Brief, dass Jesus ohne Sünde war. Er hatte keinerlei Neigung zur Sünde. Er tat nicht nur keine Sünde, sondern in ihm war auch keine Sünde.
Verschiedene Meinungen über Jesus heute
Wer ist er wirklich? Laut einer Umfrage sagen 58 Prozent, Jesus sei Gottes Sohn.
Ich glaube, die meisten wissen nicht genau, was sie damit ausdrücken, wenn sie diese Antwort ankreuzen. Wahrscheinlich sind das viele Katholiken, die es im Glauben gelernt haben. Oder Menschen, die im Konfirmandenunterricht diese Aussage gehört, aber nicht wirklich verstanden haben, was sie bedeutet.
Andere sagen, Jesus sei ein Prophet, das sind siebzehn Prozent. Wieder andere sehen ihn als jüdischen Lehrer, einen Widerstandskämpfer, einen Wunderheiler oder einen esoterischen Guru. Einige glauben sogar, dass Jesus gar nicht gelebt hat. Sechs Prozent machten keine Angabe.
Ein Dialog über die zwei Seiten Jesu
Wer ist Jesus? So fragen wir wieder Mark und Phil. Ich habe sie wieder mitgebracht, die beiden, und sie werden sich erneut miteinander über den Herrn Jesus unterhalten.
Mark sagt: Jesus ist mein bester Freund. Vielleicht sagt das der eine oder andere von euch auch. Phil hingegen sagt: Nein, Jesus Christus ist mein Gebieter, er ist mein Herr.
Mark sagt, Jesus ist der, der es gut mit mir meint. Phil antwortet: Jesus Christus ist, dem ich treu verpflichtet bin.
Mark sagt, Jesus ist der, auf den ich mich absolut verlassen kann. Phil erwidert: Jesus ist mein absoluter Herr, dem ich gehorsam sein muss.
Mark sagt, Jesus hatte einen Blick der Liebe. Nein, sagt Phil, Jesus schaute streng.
Beide haben wieder ihre Bibeln dabei und wollen das jetzt beweisen. Mark schlägt auf, Markus 10, Vers 21, und liest vor: „Jesus aber blickte ihn an und gewann ihn lieb.“ Wer weiß, welche Geschichte das war? Der reiche junge Mann, ja. Jünglinge gibt es heute nicht mehr. Sag mal denen, das wären Jünglinge hier. Also junge Männer waren das. Jesus blickte ihn an und gewann ihn lieb. In dem Blick des Herrn Jesus muss eine Menge drin gewesen sein, oder?
Phil sagt: Nein, Markus 3, Vers 5 steht: „Er blickte auf sie umher mit Zorn, betrübt über die Verstockung ihres Herzens.“ Was ist das für eine Begebenheit gewesen? Das waren nicht seine Jünger, das war in der Synagoge zu der Zeit. Dort hatten sie einen Mann gebracht, der krank war. Sie lauerten darauf, ob er ihn am Sabbat heilen würde. Er wusste ganz genau, sie wollten ihn in eine Falle locken.
Da heißt es: „Und er blickte auf sie umher mit Zorn.“ Stellt euch vor, der Herr Jesus steht hier, und jeder von uns würde am liebsten unter die Schufter kriechen, oder? Da war es auch mucksmäuschenstill. Nachdem er sie so angesehen hatte, heilte er dann auch. Da traute sich keiner mehr, einen Mucks zu sagen. Der Blick vom Herrn Jesus muss Bände gesprochen haben.
Mark sagt: Jesus ist die Liebe. Phil sagt: Nein, Jesus ist streng.
Mark nimmt wieder seine Bibel, Johannes 13, Vers 1: „Da er die Seinen geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende.“ Phil schlägt seine Bibel auf, Johannes 2, Vers 15: „Er aber flocht eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus.“ Die sogenannte Tempelreinigung. Das hätte ich auch gerne mal miterlebt, aber das ist auch eine ganz besondere Begebenheit gewesen.
Worüber hat sich der Herr Jesus so aufgeregt? Richtig, er sagt: „Ihr habt das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus gemacht.“ Und er treibt sie hinaus. Aber wenn das Jähzorn gewesen wäre, was hätte er dann gemacht? Er hätte sofort um sich geschlagen oder wahrscheinlich Petrus mit seinem Schwert losgeschickt.
Aber da steht: „Jesus aber flocht eine Geißel aus Stricken.“ Also, lieber Vater, wenn du vorhast, deinem Sohn eine Ohrfeige zu geben, dann flechte erst mal eine Geißel. Dafür brauchst du Zeit. Da ist der Zorn schon längst verraucht, oder? Bis du also so eine Geißel erst mal geflochten hast, das ist kein Jähzorn.
Dann treibt er sie alle zum Tempel hinaus. Wenn man genau liest, wie er die Geißel gebraucht, wofür ist sie da? Für wen braucht er die Geißel? Hat er auf die Menschen geschlagen? Nein, die Ochsen, die da waren, hat er mit der Geißel hinausgetrieben.
Bei denen, die die Tauben für die ärmsten Leute verkauften – also für die armen Leute, die kein Geld hatten, sich einen Ochsen für ein Opfer zu kaufen, kauften sie ein paar Tauben. Das waren die ärmsten Leute.
Was sagt er da? „Nehmt die Sachen weg!“ Die Tische der Wechsler schmiss er um. Das Geld flog herum, und sie mussten es wieder zusammensammeln. Aber den Taubenverkäufern sagt er: „Nehmt das weg!“
Wir merken, der Herr Jesus ist nicht jähzornig, sondern ganz genau gezielt und überlegt, was er tut. Er differenziert. Ich finde das schon faszinierend. Man stellt sich immer vor, der Herr Jesus wäre da richtig amokgelaufen. Aber das ist nicht so.
Mark sagt: Jesus starb aus Liebe zu uns. Nein, sagt Phil, Jesus tat das aus Gehorsam.
Nochmal zitiert Mark den Vers aus Johannes 13, Vers 1: „Da er die Seinen geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende.“ Sein Ende war der Tod.
Phil sagt: „Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe“, sagte Herr Jesus. Das ist Gehorsam.
Die zwei Seiten Jesu als Medaille
Und wieder merken wir, dass das zwei Seiten einer Medaille sind. Ein Geldstück besteht immer aus zwei Seiten. Ein Geldstück mit nur einer Seite ist nichts wert. Wenn du ein Geldstück findest, das nur auf einer Seite geprägt ist, musst du es zurückgeben, denn du kannst damit nicht bezahlen. Ein Geldstück, eine Medaille braucht immer zwei Seiten.
So ist es auch hier. Jesus hat zwei Seiten. Für uns sieht das gegensätzlich aus. Ähnlich wie beim Thema Gott ist es auch bei dem Herrn Jesus unterschiedlich. Noch einmal erkläre ich die Dreieinigkeit Gottes: Gott der Vater, Gott der Sohn, Gott der Heilige Geist. Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der Heilige Geist ist Gott.
Das heißt, Jesus ist Gott und nicht nur ein Teil von Gott. Was sagt Paulus im Kolosserbrief? „In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“ (Kolosser 2,9) Das heißt, in dem Herrn Jesus ist nicht nur ein Teil von Gott.
Das geht in unseren Kopf nicht rein, oder? Aber Gott ist doch noch im Himmel, und Jesus ist ja auf der Erde. Darüber haben sich viele Theologen den Kopf zerbrochen, und auch Phil und Mark haben Probleme.
Mark sagt: „Wenn Jesus Gott ist und war, wer passte dann auf die Welt auf, als er als Baby in der Krippe lag?“ Schwierige Frage, oder?
Phil hat die Frage: „Ich habe auch ein Problem. Wenn Jesus Gott ist und war, wer starb dann am Kreuz? Gott kann doch nicht sterben, oder? Oder ist er doch nur ein Mensch?“
Wir merken, dass das ungeheuer schwierig ist und in unseren Kopf nicht reinpasst. Ist Jesus jetzt wirklich Gott, wie ich eben gesagt habe, oder ist er Mensch? An diesem Punkt hören unsere Gedanken auf.
Die wahre Menschlichkeit und Göttlichkeit Jesu
War Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott? Und die beiden unterhalten sich darüber.
Mark sagt, Jesus war wirklich Mensch. Er aß und trank, er arbeitete und wurde müde. Er schlief und musste geweckt werden. Er lachte und weinte. Er starb und wurde begraben – wie jeder Mensch.
Phil sagt, Jesus war wirklich Gott, denn er war ohne Sünde. Er wusste, dass er von Gott gekommen war. Er konnte Wunder tun und Sünden vergeben. Er kannte die Menschen und ihre Gedanken. Und er ist auferstanden und kommt wieder.
Mark entgegnet, ja, aber Jesus war an Raum und Zeit gebunden. Er war als Baby auf andere angewiesen, wie jedes Baby. Er musste wachsen wie jeder Mensch. Er hatte Vater und Mutter und Geschwister.
Phil sagt: Ja, Jesus war nicht nur Sohn Gottes, sondern Gott selbst. Das bezeugt Johannes der Täufer, das bezeugt der Heilige Geist bei seiner Taufe, das bezeugt Gott bei seiner Verklärung, und Jesus selbst bezeugt es.
Wir merken, dass hier zwei Aussagen gegenüberstehen. Die eine sagt, Jesus war wirklich Mensch, so wie du und ich. Er hat so empfunden, wurde müde und schlief sogar, obwohl ein Sturm tobte. Und auf der anderen Seite steht, dass er gleich anschließend aufsteht, den Wind und die Wellen bedroht und sie gehorchen.
Die Jünger stehen daneben und sagen: „Wer ist das denn? Wer ist denn dieser?“ Die Menschen haben schon damals, zur Zeit des Erdenlebens des Herrn Jesus, vor ihm gestanden und ihn nicht verstanden.
Manchmal denke ich, wie schwer das für Maria gewesen sein muss. Stellt euch vor, ein Baby, ein Kleinkind, das nie mit dem Fuß aufstampft, nie das Essen vom Tisch fegt, nie patzige Antworten bei den Eltern gibt und sich nie mit den Geschwistern prügelt – das gibt es doch nicht, oder? Der muss doch krank sein, oder? Wie schwer muss das für seine Geschwister gewesen sein?
Ein bisschen finden wir Hinweise im Jakobusbrief und im Judasbrief. Das waren die leiblichen Brüder von Herrn Jesus. Jakobus sagt, er habe Jesus „ohne Ansehen der Person“ erlebt, so als seinen großen Bruder. Das muss schon eigenartig gewesen sein, oder?
Die historische Diskussion um die Gottheit Jesu
Sitt, nicht nur seine Zeitgenossen, sondern während der ganzen Kirchengeschichte hat man über diese Frage diskutiert: Ist Gott wirklich Mensch geworden?
Schon im ersten Jahrhundert entstand die sogenannte Gnosis, eine Irrlehre, die behauptete, Jesus sei ein guter Mensch gewesen, aber nicht Gott. Gegen diese Irrlehre, vor allem in Kleinasien, schrieb am Ende des ersten Jahrhunderts Johannes der Evangelist seinen ersten Brief. Darin nimmt er Stellung und zeigt den Menschen, dass der Herr Jesus wirklich Gott ist.
Deshalb formuliert er genau so: „Was von Anfang war“ – und benutzt dieselbe Formulierung, die auch in 1. Mose 1 vorkommt. Damit macht er deutlich: „Ich erzähle euch jetzt von einem, der damals schon war, der die Welt geschaffen hat.“ Jesus ist Gott. Durch ihn und für ihn sind alle Dinge geschaffen, und alle Dinge bestehen durch ihn.
Er sagt dann später in 1. Johannes 4,1-3: „Prüft die Geister! Jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, ist aus Gott.“ Das ist auch heute noch ein wichtiges Kennzeichen. Wenn jemand sagt, Jesus war nur Mensch, dann kann das nie ein Kind Gottes sein. Johannes beschreibt hier ein Erkennungszeichen: Ein echter Christ bekennt, dass Jesus im Fleisch gekommen ist. Das heißt, er war schon vorher da und wurde Mensch.
Das bestätigt er auch in seinem Johannesevangelium, Kapitel 1, Vers 14: „Das Wort wurde Fleisch.“
Doch der Streit um Jesus ging weiter. Zum Beispiel im Jahr 325 nach Christus beim sogenannten Konzil von Nicäa. Dort gab es vorher schon jahrhundertelang Streit.
Ein bekannter Mann jener Zeit war Arius, ein Gnostiker. Er lehrte, Christus sei ein von Gott geschaffener Gott, aber nicht der höchste Gott. Das ist interessant, denn nebenbei bemerkt lehren die Zeugen Jehovas bis heute Ähnliches. Wenn sie von Jesus als dem Sohn Gottes sprechen, leugnen sie, dass Jesus Gott ist. Er sei nur ein Sohn Gottes, aber nicht Gott selbst.
Die Zeugen Jehovas benutzten früher die Elberfelder Bibel, weil dort noch der Name Jehova vorkam. Seit die Elberfelder Bibel revidiert wurde, haben sie eine eigene Übersetzung, die „Neue-Welt-Übersetzung“. Dort haben sie alle Stellen geändert, die bezeugen, dass Jesus Gott ist. Deshalb ist es sehr schwierig, mit ihnen darüber zu diskutieren, ob Jesus Gott ist. Wenn man sie fragt, wo denn in der Bibel stehe, dass Jesus Gott ist, sagen sie, diese Stellen seien herausgestrichen worden.
Man könnte höchstens vorschlagen, eine alte Elberfelder Bibel zu nehmen und nachzuschauen. Die alten Elberfelder akzeptieren sie noch einigermaßen, und so kann man es ihnen argumentativ nahebringen.
Auf dem Konzil von Nicäa standen also auf der einen Seite Arius, der behauptete, Jesus sei ein geschaffener Gott, aber nicht der höchste Gott. Die Gegenseite war Athanasius. Er lehrte im Grunde das, was wir heute auch kennen: Gott ist eine Dreieinheit, drei Personen, aber ein Wesen.
Das heißt, Christus und der Heilige Geist sind vollkommen Gott. Beide sind aber voneinander und vom Vater verschieden. Und doch ist Gott einer. Dieses Dreieck, das diese Beziehung darstellt, wurde vermutlich damals erfunden, um das zu verdeutlichen.
Also: Christus und der Heilige Geist sind vollkommen Gott, aber beide sind voneinander und vom Vater verschieden. Und doch ist Gott einer.
Auf diesem Konzil bekämpften sich die verschiedenen Parteien heftig. Der damalige Kaiser – wer genau das war, weiß man vielleicht noch vom Geschichtsunterricht – war Kaiser Konstantin. Er setzte diesem Streit ein Ende.
Dann wurde das Glaubensbekenntnis formuliert: „Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde; an einen Herrn Jesus Christus, den eingeborenen Sohn Gottes, vom Vater gezeugt vor aller Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater.“
Das ist schwierig formuliert, oder? Aber ich glaube, es stimmt. Es ist schwer zu formulieren, weil es in unseren Kopf nicht so leicht passt. Und doch geht dieser Streit weiter.
Die Kontroverse um die Natur Jesu
Ein Jahrhundert später, beim sogenannten Konzil in Ephesus, standen erneut zwei Parteien einander gegenüber. Auf der einen Seite war Querell, der Patriarch von Alexandria. Er vertrat die Auffassung, dass Christus nur eine Natur habe – die Natur des fleischgewordenen Logos, also des Wortes.
Dagegen stand Nestorius, der Patriarch von Konstantinopel. Er behauptete, die göttliche Natur sei mit der menschlichen nur in einer äußeren Einheit verbunden. Der Logos wohne in dem Menschen wie in einem Tempel. Man erkennt, wie intensiv die Beteiligten nach Formulierungen suchten, um zu erklären, was sich ereignet hatte. Die ersten Gedanken waren vielleicht auch richtig, doch die Folgerung, die Nestorius daraus zog, war problematisch.
Nestorius schloss daraus, dass Maria nicht Gottesgebärerin, sondern nur Mutter des Menschen Jesus Christus sei. Diesen Standpunkt kann man zunächst nachvollziehen. Doch Kyrill verwarf diese Ansicht und warf Nestorius Gotteslästerung vor.
Kaiser Theodosius II. berief daraufhin das Konzil von Ephesus ein. Dort wurde formuliert: Der Emanuel, also Jesus, ist in Wahrheit Gott, und die heilige Jungfrau Maria ist deshalb Gottesmutter. Dieser Grundsatz wurde von der katholischen Kirche festgelegt und bildet die Basis für ihren Marienkult. Deshalb spricht die Kirche bis heute von der Gottesmutter Maria.
Nestorius hatte hingegen gesagt, Maria sei im Grunde nur die Gebärerin des Mensch gewordenen Gottessohnes. Darin hatte er auch Recht: Wäre Maria wirklich Gottesmutter, wäre sie größer als Gott. So wird deutlich, warum Maria in der katholischen Kirche eine so dominante Stellung einnimmt. Aus diesem Grund beten sie zu Maria, damit sie sich bei Jesus für uns einsetzt. Dieser Gedanke stammt aus eben jener Auseinandersetzung.
Der Konflikt jedoch schwelt weiter. Wenn Jesus nur eine Person ist, nämlich Gott, stellt sich die Frage: Ist dann Gott am Kreuz gestorben? Das sind schwierige Fragen. Dennoch ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Denn wenn wir auf die Straße gehen und mit Menschen sprechen, werden solche Fragen aufkommen. Dann können wir nicht einfach ausweichen und sagen: "Ich verstehe das auch nicht." Wir müssen in der Lage sein, Antworten zu geben.
Auf der einen Seite stand Alexandria mit der Lehre von der einzigen göttlichen Natur Christi, auf der anderen Konstantinopel mit der Lehre von den zwei Naturen Christi. Schließlich rief Papst Leo I. ein weiteres Konzil in Chalcedon ein. Dort wurde formuliert: Wir bekennen einen und denselben Christus, den Sohn, den Herrn, den Eingeborenen, der in zwei Naturen unvermischt, unverändert und ungetrennt besteht. Niemals wird der Unterschied der Naturen wegen der Einigung aufgehoben. Vielmehr wird die Eigenart jeder Natur bewahrt, indem beide in einer Person zusammenkommen.
So könnte man es zusammenfassen. Ich bin immer dafür, die Bibel zur Hand zu nehmen und solche Formulierungen mit biblischen Texten zu untermauern. Denn jede menschliche Formulierung bringt es nicht ganz auf den Punkt und lässt Fragen offen.
Die biblische Sicht auf Jesus Christus
Was sagt die Bibel über den Herrn Jesus? Auch hier betont die Bibel beide Seiten. Erstens betont sie, dass Jesus wirklich Gott ist, wahrhaftiger Gott. Das wird an vielen Stellen bezeugt.
In Johannes 8,58 wird seine ewige Existenz vor der Geburt deutlich. Dort sagt Jesus: „Ehe Abraham war, bin ich.“ Er sagt nicht „war ich“, sondern „bin ich“. Das macht klar, dass er derselbe ist, damals und heute. Im Grunde gebraucht er das gleiche Wort, das Gott sich dem Mose offenbart hatte: „Ich bin der, der ich bin“, der ewig Seiende. Genau dieses Wort gebraucht der Herr Jesus in Bezug auf sich: „Ehe Abraham war, bin ich“ – der Ewigseiende.
Deshalb wollten die Juden damals Steine aufheben, denn das war für sie Gotteslästerung. Damit hatte der Herr Jesus gesagt: „Ich bin, der ich bin.“ Dieses Motiv kommt immer wieder in den Evangelien vor. Zum Beispiel, als die Häscher ihn im Garten Gethsemane festnehmen wollen. Jesus fragt: „Wen sucht ihr?“ Sie antworten: „Jesus, den Nazaräer.“ Darauf sagt Jesus: „Ich bin’s.“ Das ist die gleiche Formulierung.
Was passiert dann? Die Häscher fallen um. Warum? Weil hier göttliche Autorität vor ihnen steht. In der Regel lesen wir das nur als „Ich bin’s“, aber er gebraucht den Ausdruck, den Gott damals bei Mose verwendet hat.
Zwei Stunden später fragt der Hohepriester Jesus, ob er der Christus sei. Jesus antwortet: „Ich bin’s.“ Darauf zerreißt der Hohepriester sein Gewand und ruft: „Was brauchen wir noch Zeugen? Er hat Gott gelästert!“ Warum? Weil Jesus das Wort gebraucht hat, das Gott für seine Selbstbezeugung benutzt hat. Das war im Grunde das Urteil: Er hat Gott gelästert, er hat sich zu Gott gemacht. Nein, er ist es.
Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass uns klar wird: Jesus bezeugt es selbst. Heute sagen viele moderne Theologen, Jesus habe es selbst nicht gewusst und man habe ihn erst später zu Gottes Sohn gemacht. Dazu kann ich nur sagen: Wer die Bibel liest, sieht, dass Jesus es von sich sehr deutlich bezeugt. Im Grunde war es ja sein Todesurteil, dass er es bezeugt hat.
In Johannes 17,5 und in Philipper 2,6 wird seine göttliche Herrlichkeit bezeugt, ehe die Welt war. In Johannes 17,24 sagt Jesus: „Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, bei mir sind, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, bevor die Welt war.“ Damit macht er sehr deutlich, dass er schon vor aller Zeit hier gewesen ist.
Durch ihn wurde alles geschaffen (Johannes 1,1; Kolosser 1,16; Kolosser 2,9). Er ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben (1. Johannes 5,20). Er ist Gott, gepriesen in Ewigkeit (Römer 9,5). Er ist Gott, offenbart im Fleisch (1. Timotheus 3,16). Er ist der Sohn Gottes und damit eine Person der Dreieinigkeit (Johannes 1,18). Er ist der Eingeborene beim Vater.
Hier könnte man fragen: Was ist damit gemeint? Ist er wirklich geboren? Nein, als Gott ist er nicht geboren. Als Mensch ist er geboren, aber er hat bei Gott die Stellung eines Erstgeborenen. Die Stellung eines Erstgeborenen war das Vorrecht, das Erbe zu bekommen und eingesetzt zu werden.
Hebräer 1,8 ist auch eine ganz wichtige Stelle in Bezug auf den Herrn Jesus. Dort wird deutlich gesagt, dass er Gott ist. Vom Sohn wird gesagt: „Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Auch diese Stelle macht sehr deutlich, dass Gott selbst im Wort bezeugt, dass Jesus Gott ist.
Wie aber können wir Kolosser 1,15 verstehen? Dort wird gesagt, er sei der Erstgeborene aller Schöpfung. Daraus folgern manche, zum Beispiel die Zeugen Jehovas, er sei geschaffen worden. Aber das sagt die Stelle nicht. Man kann es so verstehen, dass er die rechtliche Stellung eines Erstgeborenen hat.
Zum Beispiel kennt man die Geschichte von Jakob und Esau. Esau war der Erstgeborene, verzichtete aber auf sein Erstgeburtsrecht, und Jakob wollte es haben. David, als achter Sohn von Isai, wurde rechtlich das Erstgeburtsrecht zugesprochen, sonst hätte er nie König werden können. Das heißt, Erstgeburt hat eine rechtliche Bedeutung. So hatte Jesus eine rechtliche Stellung als Vorherrscher.
Die andere Seite wird uns auch gesagt: Jesus Christus wurde wahrer Mensch. Von ihm wird gesagt, dass er vom Heiligen Geist gezeugt wurde (Matthäus 1,18; Matthäus 3,17; Matthäus 4,2). In vielen Fällen wird der Herr Jesus, wenn er als Mensch vorgestellt wird, passiv dargestellt. Er wird gezeugt, er gebiert sich nicht selbst. Er wird gezeugt.
Genauso heißt es später auch, dass er erweckt wird. Auch hier ist er passiv. Obwohl die andere Seite auch sagt, dass er selbst auferstanden ist. Wenn die passive Seite gezeigt wird, wird er immer als Mensch dargestellt.
Er ist geboren von der Jungfrau Maria. Wenn aber gesagt wird, er kam im Fleisch, ist das wieder aktiv, das ist seine Gottesherrschaft. Die passive Seite – er wurde geboren als Mensch – ist die Menschenseite.
Er erniedrigte sich und nahm Knechtsgestalt an (Philipper 2,8). Seine Menschwerdung ist und bleibt ein Geheimnis, das sich dem Zugriff menschlichen Denkens entzieht.
Warum Gott Mensch wurde
Nun könnten wir fragen: Warum macht Gott das so kompliziert? Warum ist Gott nicht einfach als Gott auf diese Erde gekommen? Dann hätte er richtig mal aufgeräumt, und die Sache wäre erledigt gewesen. Hätte er ja machen können.
Warum nimmt Gott in der Form seines Sohnes Menschengestalt an? Warum lässt er ihn als Baby geboren werden und lässt ihn dreißig Jahre hier auf der Erde aufwachsen? Wir würden sagen: Gott, so eine lange Vorlaufzeit, oder?
Und damit wartet Gott wie viele Jahre? Viertausend Jahre, oder? Nach dem Sündenfall. Damals wurde es verheißen, Adam und Eva: Der Same der Frau wird der Schlange den Kopf zertreten. Und Gott wartet viertausend Jahre, bis er dann auf diese für uns umständliche Weise das Erlösungswerk tut. Aber warum?
Wäre Jesus nicht wirklich Gott, hätte er nicht eine vollkommene göttliche Errettung bewirken können. Wie heißt es in Lukas 5: Wer kann Sünden vergeben als nur Gott?
Und das wird ja die Frage, die gestellt wird. In Lukas 5, bei welcher Begebenheit? Da kommen die vier Freunde mit ihrem dichtbrüchigen Freund, lassen ihn durchs Dach herunter. Jesus fragt dann die Zuhörer: Was ist leichter, zu sagen, nimm dein Bett auf, oder zu sagen, dir sind deine Sünden vergeben?
Menschlich gesprochen ist es schwerer zu sagen: Nimm dein Bett auf. Das könntest du sofort sehen. Aber schwerer ist zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben. Denn das sagen die Pharisäer, das kann nur Gott.
Und dann sagt der Herr Jesus: Ja, nur Gott kann Sünden vergeben. Und er vergibt ihm die Sünden. Könnt ihr euch vorstellen, was das für eine Provokation war? Damit sagt Jesus: Ich bin Gott. Und das brachte ja die Zuhörer immer in Rage, ne?
Und er sagt: Damit ihr den Beweis seht, dass ich Sünden vergeben kann, steh auf, nimm dein Bett. Im Grunde ist die Heilung des Kranken nur noch der Beweis dafür, dass er Sünden vergeben kann.
Und wir merken, ein Wunder, das Jesus tut, ist nicht das Eigentliche, so wie das heute von sogenannten Heilern getan wird, die da große Show daraus machen. Nein, für Jesus ist die Heilung von Kranken eigentlich nur ein Nebenprodukt.
Sein Anliegen ist, dem Menschen deutlich zu machen: Ich bin Gott, und ich kann als Gott Sünden vergeben. Die Gottheit Jesu ist damit die Grundlage deines Glaubens, denn nur dadurch, dass er Gott ist, kann er Sünden vergeben.
Das Geheimnis des Kreuzestodes
Aber ist Gott am Kreuz gestorben? Das bleibt ein schweres Geheimnis, das unser Verstand nicht vollständig erfassen kann. Wir merken, dass Gott das für unsere Begriffe sehr kompliziert gestaltet.
Am Kreuz stirbt der Sohn Gottes. Er spricht mit seinem Vater, obwohl beide Gott sind. Im Moment seines Todes ruft er: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Was sich im Hintergrund abspielt, können wir nicht begreifen. Für uns ist das kompliziert.
Doch Gott, der ewige Gott, kann es nur auf diese Weise ermöglichen, dass sein Sohn, der Gott ist, für unsere Sünden stirbt, und trotzdem Gott weiterhin da ist und nicht stirbt. Wir nennen das einen Widerspruch. An solchen Punkten stößt unser Verstand an seine Grenzen. Darüber haben sich Theologen über Jahrhunderte hinweg intensiv auseinandergesetzt und gestritten.
Im Grunde können wir nur sagen: Die Bibel sagt beide Dinge, und wir müssen es so stehen lassen. Man könnte es vielleicht so ausdrücken: Die Gottheit ging in den Tod. Jesus konnte nicht sterben, ohne dass die Gottheit davon betroffen war.
Auch hätte Jesus nicht sterben können, weil er ohne Sünde war. Nur ein Sünder kann sterben, denn der Lohn der Sünde ist der Tod. Das hatte Gott bereits Adam und Eva vor ihrer ersten Sünde gesagt: „Des Tages, da du davon isst, wirst du sterben.“ Wer nicht sündigt, kann nicht sterben. Das zeigt, dass jeder von uns, der stirbt, ein Sünder ist.
So gesehen hätte Jesus nicht sterben können. Warum stirbt er dann? Weil er unsere Sünden auf sich genommen hat. Er wurde zur Sünde gemacht. Nur dadurch konnte er für uns sterben.
Der Tod ist nicht die ewige Vernichtung. In diesem Sinn kann Gott nicht sterben. Doch Tod bedeutet Trennung – die Trennung zwischen Seele und Leib. Das bleibt ein Geheimnis.
Wenn ich darüber nachdenke, komme ich ins Staunen. Ich muss sagen: Herr Jesus, ich verstehe es nicht, aber ich danke dir. Ich danke dir, dass du das getan hast, auch wenn ich es nicht bis ins Letzte erklären kann.
Danke, Herr Jesus, dass du diesen Weg gegangen bist, dass du Mensch geworden bist, um unsere Sünden auf dich zu nehmen. Das hättest du als Gott nicht tun können. Als Mensch aber konntest du unsere Sünden tragen und am Kreuz sterben. Als Gott hättest du das nicht gekonnt.
Aktuelle Diskussionen und das Bekenntnis zum Menschsein Jesu
Und heute wird diese Diskussion wieder geführt. Ich weiß nicht, ob ihr das gelesen habt: Der EKD-Vorsitzende Präses Huber hat kürzlich gesagt, wir müssten neu darüber nachdenken. Den Kreuztod Jesu müsse man nicht mehr als Sühnetod verstehen. Wenn Gott Sünden vergibt, könne er das auch tun, indem er die Augen zudrückt.
Dazu kann ich nur sagen: Der Mann hat nichts begriffen, obwohl er Theologieprofessor ist. Er hat seine Bibel offensichtlich nicht gelesen. Er versteht Vergebung so, wie wir Menschen vergeben – einfach Schwamm drüber. Aber dann hat er nicht verstanden, wie heilig Gott ist und wie grausam Sünde ist.
Wenn ich begreife, was Gott tun musste, um mir meine Sünden wegzunehmen, dann kann ich nur staunend davor stehen und sagen: Danke, danke, danke!
Wäre Jesus Christus nicht wirklich Mensch gewesen, hätte er nicht der Retter der Welt sein können. Das Menschsein Jesu ist die Grundlage unserer Rettung. Ich habe schon gesagt, das ist wie die zwei Seiten einer Medaille oder auch das Bild von zwei Gleisen. Beide Seiten bleiben bestehen in Ewigkeit: Gottheit und Menschheit vereinen sich.
Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah? Wir kennen das Lied, oder? Und wir merken, dass auch die Menschen in vergangenen Jahrhunderten sich immer wieder mit diesem Thema beschäftigt haben.
So ein Paul Gerhardt, der das gedichtet hat, steht staunend davor und sagt: Danke. Ich denke, wenn wir darüber nachdenken, kommen wir zur Anbetung. Entweder wir werden knülle im Kopf, weil wir nicht weiterdenken können, oder wir knien nieder vor Gott und sagen: Ich verstehe es nicht, aber danke, dass du das getan hast.
Denn die Fülle der Gottheit wohnt in ihm leibhaftig – die zwei Seiten von Jesus. Jesus Christus ist wahrer Gott und vollkommener Mensch. Es sind zwei Naturen in einer Person.
Die biblischen Titel Jesu und ihre Bedeutung
Wenn wir die Bibel aufmerksam lesen, stellen wir fest, dass Jesus verschiedene Titel trägt. Einige dieser Titel machen sein Menschsein deutlich, wie zum Beispiel „Menschensohn“, „Sohn Abrahams“ oder „Sohn Davids“. Diese Bezeichnungen weisen auf seine menschliche Natur hin.
Seine Gottheit wird durch andere Titel deutlich, wie „Sohn Gottes“, „Herr“, „Gott“ und „Yahweh“. Beide Arten von Titeln werden für den Herrn Jesus verwendet.
Damit zeigt uns die Bibel klar, dass Jesus zwei Seiten braucht, um dich und mich zu erretten. Wäre Jesus nicht wirklich Gott, hätte er keine vollkommene göttliche Errettung bewirken können. Und wäre er nicht wahrer Mensch, hätte er nicht der Retter der Welt sein können.
Jesus Christus ist unvergleichlich. Er ist Gott, der im Fleisch offenbart wurde. Eines Tages werden wir ihn sehen, wie er wirklich ist.
