Serie•Teil 1 / 2Einführung in das Buch des Propheten Haggai
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Einordnung der prophetischen Zeit
Heute Nachmittag steht das Buch des Propheten Haggai vor uns. Bald sind wir jetzt durch mit allen zwölf kleinen Propheten; es fehlt dann noch Zacharia und schliesslich noch Malachi.
Haggai, Zachari und Malachi gehören zu den Prophetenbüchern aus der Zeit nach der babylonischen Gefangenschaft. Dadurch bilden diese drei eine eigene Gruppe innerhalb der zwölf kleinen Propheten. Der Zeitpunkt der Entstehung des Buches fällt in die Ereignisse hinein, die uns im Buch Ezra beschrieben werden.
Ich lese ganz kurz aus Ezra 1. Da haben wir den Abschluss der babylonischen Gefangenschaft der Juden: Und im ersten Jahr des Kores, des Königs von Persien, damit das Wort des Herrn aus dem Mund Jeremias erfüllt würde, erweckte der Herr den Geist des Kores, des Königs von Persien, und er liess einen Ruf ergehen durch sein ganzes Königreich, und zwar auch schriftlich, indem er sprach: So spricht Kores, der König von Persien: Alle Königreiche der Erde hat der Herr, der Gott des Himmels, mir gegeben, und er hat mich beauftragt, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem, das in Juda ist. Wer irgend unter euch aus seinem Volk ist, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf nach Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus des Herrn, des Gottes Israels. Er ist Gott in Jerusalem. Und jeder, der übrig bleibt an irgendeinem Ort, wo er sich aufhält, den sollen die Leute seines Ortes unterstützen mit Silber, mit Gold und mit Habe und mit Vieh, nebst den freiwilligen Gaben für das Haus Gottes in Jerusalem. Es machten sich auf die Häupter der Väter von Juda und Benjamin und die Priester und die Leviten, ein jeder, dessen Geist Gott erweckte, hinaufzuziehen, um das Haus des Herrn in Jerusalem zu bauen.
Das erste Jahr des Kores markiert die Zeit, in der die Perser und Meder das babylonische Weltreich erobert haben. Damit kam die babylonische Gefangenschaft der Juden zum Ende. Dieser persische König Kores, oder in der Geschichte sagt man eher Kyrus, hat den Juden die Erlaubnis gegeben, wieder zurückzukehren ins Land der Väter, um dort den salomonischen Tempel wieder aufzubauen, um den zweiten Tempel zu bauen. Er hat als Perser die Juden total unterstützt.
Die weiteren Abschnitte im Buch Ezra zeigen: Es kehrten über 40'000 Männer zurück. Nimmt man die Frauen und die Kinder mit dazu, dann muss man sagen, da kehrten etwa 200'000 Juden damals aus Babylonien, dem heutigen Irak, zurück ins Land der Vorväter. Persien war also so günstig gesonnen den Juden gegenüber. Und wenn man das mit heute vergleicht, wo Persien, der Iran, zu den Erzfeinden Israels gehört, ist das schon ein eindrücklicher Gegensatz.
Aber wir sehen: Gott hatte den Geist von Kores erweckt und hatte auch die Juden erweckt, damit sie den Wunsch hätten, wieder zurückzukehren nach Jerusalem, um dort das Haus Gottes zu bauen. Salomo hatte ja viele Jahrhunderte zuvor den ersten Tempel gebaut, aus Stein. Der sollte die transportable Stiftshütte seit dem Auszug aus Ägypten ablösen. Nach 5. Mose 12,13-14 durfte Israel nur einen Tempel haben. Dieser eine Tempel war ein Zeugnis dafür, dass es nur einen Gott gibt. Die Heiden haben viele Götter und darum auch viele Tempel. Aber Israel sollte mit diesem Tempel in Jerusalem ein Zeugnis setzen unter den heidnischen Völkern, in deren Mitte sie wohnten, dass es eben nur einen wahren Gott gibt.
Nun, die Juden waren in der Zeit nach Salomo von dem wahren Gott abgefallen. Darum liess Gott eben auch den Tempel in Jerusalem, den Salomo-Tempel, zerstören, auch die Stadt Jerusalem zerstören, und die Juden mussten nach Babylon gehen. Diese Katastrophe, dieser Untergang, hat aber eben Zehntausende dazu geführt, dass sie innerlich eine Umkehr erlebten und dann nach diesen Jahren der Gefangenschaft in Babylon bereit waren, wieder zurückzukehren und ganz von vorne zu beginnen, um dieses eine Zeugnis, also dieses Zeugnis für den einen wahren Gott, wieder aufzurichten.
Dieser Heimkehredikt von Kores, Kyrus, fällt in das Jahr 539/538 v. Chr. In der Folge kamen die Juden nach Jerusalem. Bevor sie irgendwelche Häuser bauten, war das Erste, dass sie den Altar wieder aufbauten. 1. Mose 3,3: Und sie richteten den Altar auf an seiner Stätte, denn ein Schrecken war auf ihnen vor den Völkern der Länder, und sie opferten auf ihm Brandopfer dem Herrn, die Morgen- und Abendbrandopfer. Das Erste war der Bau des Altars, und die stellvertretenden Opfer wurden wieder eingeführt. Noch bevor das Tempelhaus gebaut wurde, kam der Altar. So konnte der Opferdienst wieder beginnen, auch ohne Tempelhaus.
Erst im nächsten Jahr wird dann der Grund gelegt; das entspricht etwa 536 vor Christus. Ezra 3,8: Im zweiten Jahr, im zweiten Monat, begannen Serubbabel, der Sohn Schealtiels, und Jeschua, der Sohn Jozadaks, und die übrigen Brüder, die Priester und die Leviten und alle, die aus der Gefangenschaft nach Jerusalem gekommen waren. Und sie bestellten die Leviten von zwanzig Jahren an und darüber, um Aufsicht zu führen über das Werk des Hauses des Herrn. Und als die Bauleute den Grund zum Tempel des Herrn legten, liess man die Priester in ihrer Kleidung hintreten usw.
Also: zuerst der Altar, dann im zweiten Jahr wurde das eigentliche Tempelhaus wieder aufgebaut. Übrigens wird in Kapitel 3, Vers 3 gesagt: Sie richteten den Altar auf an seiner Stätte. Das heisst, genau auf den gleichen Quadratmetern oder Quadratellen, wo der Altar des salomonischen Tempels stand, da wurde auch der Altar des zweiten Tempels gebaut. Und auch das Tempelhaus selbst wurde ausdrücklich auf der Spur des Alten aufgebaut.
Ich zitiere dazu nur Ezra 5,15. Da sagt der persische König Darius in seinem Brief, in dem er zitiert, was Kores einst gesagt hatte als Auftrag für die Juden: Nimm diese Geräte, ziehe hin, lege sie nieder in dem Tempel, der zu Jerusalem ist, und das Haus Gottes werde wieder aufgerichtet an seiner früheren Stätte. Hier ist ja der hebräische Text nicht hebräisch, sondern aramäisch, und das Wort bedeutet eben „auf der Spur des Alten“.
Wir haben das auch dann in Kapitel 6, Vers 7: Lasst die Arbeit geschehen an diesem Haus Gottes; der Landpfleger der Juden und die Ältesten der Juden mögen dieses Haus Gottes an seiner früheren Stätte wieder aufbauen. Das ist aramäisch Atar. Und das meint sogar eine Fussspur, also auf der Fussspur des Alten. So haben sie genau auf den Grundmauern des salomonischen Tempels, auf den Steinen, die noch übrig waren, den Tempel exakt an der gleichen Stelle aufgebaut.
Darum ist es auch heute sehr wichtig, wenn man in Israel darüber nachdenkt, dass ein dritter Tempel gebaut werden soll: Man will den nicht irgendwo auf dem Tempelplatz bauen, sondern exakt an der gleichen Stelle, wo der alte stand. Aber das war lange Zeit nicht mehr eindeutig klar, wo das war. Und erst seit den 1990er Jahren hat ein Architektarchäologe, Lane Rittmeier, anhand der archäologischen Überreste so eindeutig und unwiderlegbar bewiesen, wo das war, dass man heute ganz genau weiss, exakt an welcher Stelle der Altar stand, wo das eigentliche Tempelhaus war, alles. Erst jetzt wäre es theoretisch wieder möglich, dass der Tempel auf der Spur des Alten wiedergebaut werden könnte.
Das ist noch wichtig aus dem Grund, weil im Jahr 70 der zweite Tempel durch die Römer zerstört wurde. Aber dann im zweiten Jahrhundert hat Kaiser Hadrian den Juden die Erlaubnis gegeben, ihr dürften den Tempel wieder bauen. Das hat eine riesige Euphorie gebracht, aber schliesslich wurde Kaiser Hadrian durch die Samariter, so wie das überliefert ist, umgestimmt. Die haben eine Delegation zu ihm geschickt und gesagt: Wenn die den Tempel bauen, werden die wieder rebellieren. Er sagte: Ich habe es versprochen; sagt ihnen, sie sollen den Tempel ein paar Ellen verschoben aufbauen. Und dann hat das jüdische Volk den Tempelbau selber begraben, und sie blieben tempellos bis in die heutige Zeit.
Also es zeigt, wie wichtig es ist, auf der Spur des Alten zu bauen. Und der zweite Tempel wurde ganz genau, der Altar an seiner Stätte, das Tempelhaus auf der Spur des Alten gebaut.
Widerstand, Baustopp und prophetischer Ruf
Ja, also in dieser Zeit sind wir in Esra. Aber wenn man dann Esra 4 liest, sieht man, dass die nichtjüdischen Menschen, die sich in der Zwischenzeit im Land Israel angesiedelt hatten, zu Feinden der Juden wurden. Sie wollten um jeden Preis verhindern, dass die Juden diesen zweiten Tempel fertigbauen konnten.
Und da haben sie Intrigen gestartet und versucht, die persische Führung dazu zu bringen, den Juden eben diese Erlaubnis, die Kores, Kyrus, gegeben hatte, wieder zu entziehen. Das hatte schliesslich Erfolg. Denn in Esra 4,23-24 lesen wir, wie dann König Artaxerxes den Juden mitteilte, sie dürften den Tempel nicht mehr bauen.
So kamen dann diese nichtjüdischen Menschen aus dem Land Israel und haben die Juden mit Gewalt daran gehindert, den Tempel fertigzubauen. So gab es also im Jahr 522 einen Baustopp.
Übrigens gibt es in den meisten Bibelkommentaren da einen chronologischen Knacks. Und zwar, weil sie nicht sehen, dass dieser Artaxerxes, der es verhindert, dass der Tempel weitergebaut wird, nicht verwechselt werden darf mit einem anderen Artaxerxes in Nehemia 2. Dieser Artaxerxes in Esra 4 ist in der Geschichte bekannt als Pseudosmerdis.
Dieser Pseudosmerdis hat sich an die Macht geputscht und nur für ein paar Monate über Persien regiert. Er wird hier Artaxerxes genannt, und dieser König hat in den wenigen Monaten, in denen er regiert hat, 522, den Juden eben die Erlaubnis zum Weiterbau entzogen.
Das war eine ganz schlimme Zeit. Man durfte ja nicht mehr bauen. Aber da hat Gott dann die Propheten Sacharja und Haggai berufen, um die Juden zu ermutigen. Sie sollen trotzdem bauen, trotz dem staatlichen Verbot.
Ich lese jetzt aus Esra 4,23-24:
Hierauf, sobald die Abschrift des Briefes des Königs Artaxerxes, das ist eben dieser Pseudosmerdis, vor Rechum und Schimschai, dem Schreiber, und ihren Genossen gelesen war, gingen sie eilends nach Jerusalem zu den Juden und wehrten ihnen mit Gewalt und Macht. Damals hörte die Arbeit am Haus Gottes in Jerusalem auf, und sie unterblieb bis zum zweiten Jahr der Regierung des Königs Darius von Persien.
Also auch dieser Usurpator, so nennt man einen unrechtmässigen Herrscher, Artaxerxes, dann kam Darius der Perser, und auch unter seiner Regierung bauten die Juden bis ins zweite Jahr den Tempel nicht mehr weiter.
Aber jetzt lese ich weiter, Esra 5,1:
Und Haggai, der Prophet, und Sacharja, der Sohn Iddos, die Propheten, weissagten den Juden, die in Juda und in Jerusalem waren, im Namen des Gottes Israels. Da machten sich Serubbabel, der Sohn Schealtiels, und Jeschua, der Sohn Jozadaks, auf und fingen an, das Haus Gottes in Jerusalem zu bauen. Und mit ihnen waren die Propheten Gottes, welche sie unterstützten.
Also in dieser Zeit, in der man nicht mehr bauen durfte, beginnen Haggai und Sacharja zu prophezeien. Und sie ermutigen die Juden: Ihr müsst hier zivilen Ungehorsam leisten, ihr müsst den Tempel bauen.
Die ersten, die bauen, sind Serubbabel. Serubbabel war der Führer der Juden seit der Heimkehr aus Babylon. Serubbabel ist interessant, er war nämlich ein Nachkomme des letzten jüdischen Königs aus der direkten Linie von David. Der letzte König aus der direkten Linie war Jojachin. Später kam dann noch sein Onkel Zedekia, und dann wurde Jerusalem zerstört.
Aber der letzte rechtliche König war Jojachin. Der hatte einen Sohn, der hiess Schealtiel, und dieser Schealtiel kam natürlich in die babylonische Gefangenschaft. Dort hatte er einen Sohn, Serubbabel. Das heisst: Same aus Babylon. Serubbabel, also dieses Kind wurde in der babylonischen Gefangenschaft geboren.
Aber als sie dann zurückkehrten, war dieser Serubbabel aus der königlichen Linie über David, Salomo, Jojakim, Schealtiel dann der Führer der Juden. Nicht mehr als König, das Königtum war vorüber, aber als politischer Führer.
Und dieser Serubbabel hört also als Erster auf Haggai und Sacharja und beginnt wieder zu bauen. Die zweite Schlüsselfigur ist Jeschua, der Sohn Jozadaks. Das war der erste Hohe Priester des Zweiten Tempels.
Diese beiden Führer, man kann sagen der politische Führer und der priesterliche, geistliche Führer, gehen beide mit dem Beispiel voran und bauen an dem Haus Gottes weiter, das also zwei Jahre lang so dastand, ohne dass weiter daran gebaut wurde.
Jeschua ist auch interessant. Sein Geschlechtsregister kennen wir auch aus der Bibel. Er geht zurück auf den Priester Zadok. Zadok, das war der erste Hohe Priester im Tempel Salomos. Alle Hohen Priester im ersten Tempel, das waren Zadokiden. Und eben auch am Anfang im zweiten Tempel war dieser Jeschua ein Zadokide. Gott hat alle anderen Hohenpriester verworfen und hat gesagt, nur noch von Zadok sollen Hohenpriester im Tempel sein.
Und so war also dieser Jeschua ein legaler Priester. Aber ich erwähne das aus folgendem Grund: Im zweiten Jahrhundert, in der Zeit der Makkabäer, wurde der letzte zadokidische Hohe Priester weggejagt. Und als die makkabäische Bewegung schon zerfiel, da hat ein Makkabäer, der Priester war, aber nicht aus dieser Linie, das Hohe Priestertum an sich gerissen. Von dort an waren alle oder praktisch alle Hohen Priester illegal.
Das geht also weiter bis auf Kajafas. Der Hohe Priester zur Zeit Jesu, das war kein Zadokide. Der war eigentlich illegal. Und dieser illegale Hohe Priester hat den Herrn Jesus im Tempel zum Tod verurteilt. Also das muss man sich so klar vor Augen halten.
Aber dieser Jeschua, das war ein Zadokide, ein treuer Priester, auch nach Gottes Plan.
Haben wir so die Zeitgeschichte vor Augen, und eben dieses zweite Jahr von Darius, da wird plötzlich wieder gebaut. Und interessant: Sie bauen, und das Volk, werden wir gleich sehen, fing dann auch wieder an zu bauen, ermutigt durch das Beispiel. Und dann gibt es wieder eine Korrespondenz mit dem König in Persien. Und die nehmen das auf und sagen: Ja, wir wollen das untersuchen, ob das wirklich illegal ist, was die Juden machen.
Dann haben sie in einem Archiv in Persien diesen Erlass von Kores gefunden. Darius hat gesagt: Ja, Kores hat das also ganz klar erlaubt. Und er hat gesagt, der Tempel soll wieder aufgebaut werden auf der Spur des Alten, also ihr dürft.
Und so bekamen sie offiziell die Erlaubnis und konnten schliesslich in kürzester Zeit den Tempel vollenden, im Jahr 516 v. Chr.
Ich lese noch Esra 6, wo man diese Vollendung sieht. Esra 6,14:
Und die Ältesten der Juden bauten, und es gelang ihnen durch die Weissagung Haggais des Propheten und Sacharjas, des Sohnes Iddos. Und sie bauten und vollendeten nach dem Befehl des Gottes Israels und nach dem Befehl Kores, Darius und Artaxerxes, des Königs von Persien. Dieses Haus wurde beendet bis zum dritten Tag des Monats Adar, das ist das sechste Jahr der Regierung des Königs Darius.
Also von 520 bis 516 bringen sie den zweiten Tempel zum Abschluss, und dann wird ein grosses Fest in Jerusalem gefeiert.
Jetzt sehen wir also: Haggai, zusammen mit Sacharja, hatte eine ganz gewaltige Bedeutung dafür, dass es zur Vollendung des zweiten Tempels in Jerusalem kam.
Man kann das Buch Haggai so zusammenfassen: Das Volk hatte nach der babylonischen Gefangenschaft begonnen, den Tempel wieder aufzubauen. Schwere politische Spannungen führten zu einem Baustopp. Die damit verbundene allgemeine Frustration hatte schwere Prioritätenverschiebungen zur Folge. Persönlicher Komfort ging der Sache des Herrn vor. Haggai bewegte das Volk zur Umkehr und motivierte es zur Liebe und Hingabe an den Herrn. Diese Hingabe äusserte sich in der aktiven Arbeit im Tempelbau.
Wir werden gleich sehen, wenn wir Haggai 1 lesen: Haggai sagt, wieso baut ihr euch schöne Häuser, während der Tempel einfach so brach liegt? Da hätten die Juden sagen können: Ja, das machen wir, weil wir dürfen ja gar nicht am Tempel bauen. Aber er sagt: Euch sind eure Häuser wichtiger als das Haus Gottes, sonst würdet ihr bauen.
Und es hat sich ja gezeigt, als dann Serubbabel und Jeschua bauten, trotz des Verbotes, gelang es trotzdem. Gott hat das dann so eingerichtet, dass sie trotzdem bauen konnten. Aber interessant: Sie mussten zuerst gehorsam sein und der Sache Gottes den ersten Platz geben, die erste Priorität geben vor ihren persönlichen Belangen, vor ihren eigenen Häusern.
Und jetzt wird klar, warum man eben sagen kann, das Thema des Propheten Haggai ist in einem Satz gesagt: Der Herr soll in unserem Leben den ersten Platz einnehmen.
Merken wir auch, wie das eigentlich sehr gut passt zu dem Thema der Sendschreiben. Im Sendschreiben an Ephesus wirft der Herr dieser Gemeinde, die zwar in vielen Dingen treu und klar steht, vor: Du hast, ich habe wider dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Die erste Liebe ist die Liebe, die dem Herrn im Leben und im Herzen den ersten Platz gibt.
Das ist Gottes Wille. Der Herr soll in unserem Leben den ersten Platz einnehmen. Dazu ein Vers aus Kolosser 1,18. Das kann man so als Überschrift über Haggai setzen. Da steht von Jesus Christus ganz am Schluss des Verses, auf dass er in allen Dingen den Vorrang habe. Das ist Gottes Wille, dass er in allen Dingen den Vorrang habe.
Und wir können auch Matthäus 6,33 als Titel nehmen, wo der Herr Jesus in der Bergpredigt sagt: Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.
Es geht im Zusammenhang um allgemeine Sorgen: Was sollen wir essen, was sollen wir anziehen? Das sind Dinge, die keine Bedeutung haben. Aber der Herr Jesus sagt, das soll unser Denken nicht erfüllen, sondern an erster Stelle muss stehen Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit, also seine Gerechtigkeit. Und seine Gerechtigkeit bedeutet die Gerechtigkeit von Gott, der sollen wir zuerst nachstreben.
Und darum kam der Tempelbau Gottes zuerst vor dem Bau von persönlichen, eigenen Häusern. Der Herr soll in unserem Leben den ersten Platz einnehmen. Der Herr gibt sich nicht zufrieden mit dem zweiten Platz.
Das sehen wir auch im Sendschreiben an Ephesus, Offenbarung 2. Der Herr sagt: Du hast deine erste Liebe verlassen. Tu Buße; wenn aber nicht, so werde ich den Leuchter aus seiner Stelle wegrücken. Die Gemeinde sollte ein siebenarmiger Leuchter sein, der für Gott Licht verbreitet. Aber wenn die Gemeinde nicht zurückkehrt zur ersten Liebe, dann will Gott diesen Leuchter wegschieben und nicht mehr als Zeugnis brauchen.
Das zeigt: Es gibt keine Alternative zum ersten Platz des Herrn in unserem Leben. Der zweite Platz ist nicht akzeptiert.
Der erste prophetische Aufruf
So, jetzt lesen wir den Text von Haggai. Auf Seite zwei schlagen wir auf. Da habe ich den Propheten Haggai übersetzt, und zwar so wörtlich wie möglich, noch wörtlicher als die alte Elberfelder. Ich habe auch darauf geachtet, weil der grösste Teil poetisch ist, also in Verszeilen geschrieben ist, dass ich das so ausgedruckt habe, dass man jede poetische Verszeile für sich sieht auf dem Blatt. Das hilft effektiv, um die hebräische Poesie besser zu erfassen.
Haggai 1,1, das ist gewissermassen die Titelüberschrift:
Im Jahr zwei von Darius, dem König, im sechsten Monat, am Tag eins des Monats, geschah das Wort des Ewigen durch Haggai, den Propheten, zu Serubabel, dem Sohn Shealtiels, dem Landpfleger von Juda, und zu Jehoschua, dem Sohn Jehozadaks, dem Hohenpriester, indem er sprach.
Also hier wird das Buch gerade datiert: Jahr zwei von Darius, das ist das Jahr 520 v. Chr. Und die erste Offenbarung kam also am ersten Tag des sechsten Monats. Die Botschaft richtete sich ganz speziell an die beiden Führer, Zerubabel. Übrigens, ich habe hier Zerubabel mit Z geschrieben. Im Hebräischen spricht dieses Z wie das französische Z, also stimmhaft Z wie Zero, ja? Zerubabel spross aus Mordersame, aus Babel. Und zu Jehoschua, das ist die Langform von Jeshua, ja, in Esra hatten wir die Kurzform Jeshua, hier Jehoschua. Das ist der Hohepriester, der erste Hohepriester im zweiten Tempel.
Und jetzt kommt der erste Teil im Buch, den ich überschrieben habe: Ermahnung zur Arbeit am Haus Gottes, 1,2-11.
So spricht der Ewige der Heerscharen, indem er spricht: Dieses Volk sagt: Nicht ist es die Zeit, die Zeit des Kommens, des Hauses des Ewigen, dass es gebaut werde.
Da geschah das Wort des Ewigen durch Haggai, den Propheten, indem er sprach, und jetzt kommt es poetisch. Also das, was das Volk sagt, das ist nicht poetisch. Und jetzt spricht Gott, und das ist Poesie:
Ist es die Zeit für euch, um zu wohnen in euren getäfelten Häusern, während dieses Haus wüst dasteht?
Und nun, so spricht der Ewige der Heerscharen: Richtet euer Herz auf eure Wege! Ihr habt viel gesät, aber wenig eingesammelt. Ihr habt gegessen, aber nicht bis zur Sättigung. Ihr habt getrunken, aber nicht bis zum Vollsein. Ihr habt euch gekleidet, aber nicht zum Warmwerden. Und der Lohnarbeiter hat Lohnarbeit geleistet für einen durchlöcherten Beutel.
So spricht der Ewige der Heerscharen: Richtet euer Herz auf eure Wege! Steigt auf die Hügel und bringt Holz herbei! Und baut das Haus, damit ich an ihm Wohlgefallen finde, und so werde ich verherrlicht werden, spricht der Ewige.
Ihr habt euch zu vielem zugewandt, und siehe, es ist zu wenigem geworden. Weswegen? Spruch des Ewigen der Heerscharen: Wegen meines Hauses, weil es wüst dasteht, während ihr läuft ein jeder für sein Haus.
Darum hat der Himmel zurückgehalten den Tau und die Erde ihren Ertrag. Ja, ich habe eine Dürre herbeigerufen über das Land und über die Hügel und über das Korn und über den Most und über das Öl und über das, was der Erdboden hervorbringt, und über den Menschen und über das Vieh und über alle Mühe der Handflächen.
Man merkt, es ist also sehr wörtlich. Aber ich denke, man versteht es trotzdem, und gerade die Verszeilen machen vieles klar.
Also das Erste, was Gott sagt: Er zitiert das Volk. Sie sagen, es ist jetzt nicht die Zeit, dass man den Tempel bauen kann. Ja, warum? Ja, weil die persischen Könige es verboten haben. Aber das bedeutet jetzt nicht, aus Gottes Sicht, dass man da nicht bauen sollte. Es war ja Gottes Befehl, den Tempel zu bauen. Und dieser Befehl wurde schon gegeben durch Mose, in 2. Mose 25. Nach dem Auszug aus Ägypten haben wir das Gebot zum Tempelbau, 2. Mose 25,8:
Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich in ihrer Mitte wohne.
Und in der Folge hatten die Israeliten damals nach dem Auszug aus Ägypten die Stiftshütte gebaut. Aber dieses Gebot hier hat sich nicht beschränkt auf die Stiftshütte. Es ist ein allgemeingültiges Gebot, das so lange gilt, wie auch das Gesetz gilt. Und so galt dieses Gebot auch später zum Bau des salomonischen Tempels. Und weil dieses Gebot ja nie aufgehoben wurde, galt es eben auch zur Zeit, als sie zurückkamen aus Babylon: Ihr sollt mir ein Heiligtum machen, dass ich in ihrer Mitte wohne.
Also das Gebot war da, aber das Volk hat gesagt: Ja, wir können es nicht umsetzen, weil die politischen Umstände es nicht erlauben. Aber wir sehen, Gott akzeptiert das Argument nicht. Er macht vielmehr den Vorwurf: Ihr baut für euch Häuser, aber das Haus Gottes, das interessiert euch nicht.
Aber interessant ist: Sobald das Volk gehorsam ist und den Tempel baut, macht Gott die Türe auf, dass sie es auch wirklich tun können. Und so sehen wir hier einen Grundsatz: Gott will zuerst den Gehorsam von unserer Seite, und wenn er da ist, die Bereitschaft, dann macht Gott plötzlich Türen auf, die wir gar nicht gesehen hatten.
Dieses Grundprinzip sehen wir auch in der Geschichte von Daniel. Daniel kommt nach Babylon. Und es ist ihm klar, er muss, weil er eine Ausbildung am Königshof machen muss, diese unreinen Speisen und auch das Götzenopferfleisch, das dort serviert wurde, essen. Aber in Daniel 1,8 steht, Daniel nahm in seinem Herzen vor, sich nicht zu verunreinigen mit dieser Speise. Dann hat er einen Vorstoss gemacht und hat gefragt, ja, könnt ihr nicht eine Ausnahmeregelung haben und so weiter? Und dann steht: Der Herr gab Daniel Gnade, und der Weg wird geöffnet, dass Daniel nur noch Gemüse essen muss und so also herumkommt um das Götzenopferfleisch und auch um den Wein, den man auch für die Trankopfer für die Götter verwendete.
Aber es ist nicht so, Daniel ist nicht nach Babylon gekommen und hat sich gesagt: Ja, wenn Gott wirklich will, dass ich kein Götzenopfer esse, dann wird er schon irgendwie das machen, dass ich da herumkomme. Das klingt nicht so. Er musste die Initiative nehmen: Ich will das nicht tun. Und dann gab Gott die Gelegenheit, dass er es auch nicht tun musste.
Und hier haben wir das Gleiche: Sie dürfen nicht bauen, aber sie wissen, Gott will es, und sobald sie es tun, geht auch die Türe auf, dass sie es können. Ein wichtiger Grundsatz: Der Mensch muss Gott gehorsam sein, und wenn er das tut, dann wirkt Gott von seiner Seite her auch.
Das können wir auch auf die Information übertragen. Wenn wir nichts machen, müssten wir auch nicht erstaunt sein, dass nichts geschieht. Aber es ist so: Wenn wir etwas machen, dann stellen wir plötzlich fest, dass der Herr in den Herzen wirkt, und es kommt zu Bekehrungen. Und wir können ja nicht sagen: Ja, das ist, weil wir das so toll gemacht haben. Nein, wir wissen ganz genau, dass der Herr die Herzen geöffnet hat. Aber das wäre nicht so gekommen, wenn wir nicht gehorsam gewesen wären. Der Mensch muss bereit sein zu handeln nach Gottes Anordnung, und dann wirkt Gott auch. Diesen Grundsatz lernen wir hier aus Haggai 1.
Übrigens, ich habe von zivilem Ungehorsam gesprochen. Das ist natürlich nur eine ganz kleine Ausnahme. In Römer 13 wird uns ausführlich erklärt, dass jeder Christ sich den obrigkeitlichen Einrichtungen unterwerfen muss. Und es steht sogar in 1. Petrus 2, dass man sich allen menschlichen Einrichtungen unterwerfen muss. Das war mir eine Hilfe, um klar zu sehen, dass man sich allen menschlichen Einrichtungen unterwerfen muss. Diese menschlichen Einrichtungen in 1. Petrus 2,13 zeigen, dass obrigkeitliche Anordnungen manchmal sehr menschlich behaftet sein können. Es gibt doch Stellen, wo man sagen muss: Hier kann man doch ohne Problem 80 fahren. Und warum soll man hier 40 fahren? Aber das ist keine Begründung, um hier zivilen Ungehorsam zu leisten, weil es eine menschliche Einrichtung ist, und die sagen, hier fährt man 40, dann müssen wir uns auch dem unterstellen.
Aber es gibt eine Ausnahme, und das haben wir in Apostelgeschichte 4. Der oberste Gerichtshof von Israel befiehlt Johannes und Petrus, sie dürfen nicht mehr evangelisieren, und die sagen ganz klar vor dem Gericht in Apostelgeschichte 4,19:
Petrus und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Ob es vor Gott recht ist, auf euch mehr zu hören als auf Gott, urteilt ihr; denn es ist uns unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden.
Sie aber bedrohten sie noch mehr und entliessen sie, indem sie nicht fanden, auf welche Weise sie sie strafen sollten, um des Volkes willen.
Also Petrus sagt ganz klar: Wenn die Obrigkeit uns verbietet, Zeugnis abzulegen, dann müssen wir zuerst Gott gehorchen und nicht der Obrigkeit. Aber nur in diesem Punkt! Und wir haben das noch bestätigt in Kapitel 5,29:
Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Daraus leiten wir ab: Wenn die Obrigkeit uns etwas verlangt, was direkt gegen Gottes Gebote geht, dann müssen wir nicht gehorchen. Aber noch wichtig: Die Apostel haben weiterhin den Sanhedrin, den obersten Gerichtshof, als Obrigkeit anerkannt. Wir können also nicht zum Schluss kommen: Wenn eine Obrigkeit falsche, gottwidrige Beschlüsse herausgibt, dann müssen wir sie als Regierung nicht mehr anerkennen. Das wäre ein Fehlschluss, sondern nur in diesem Punkt, wo sie Gottes Geboten entgegengehen.
Es ist übrigens auch wichtig: Es gibt Kinder, die haben das Gefühl, wenn der Vater versagt, dann müssten sie ihm überhaupt nicht mehr gehorchen. Aber das ist überhaupt nicht wahr. Nur in einem Punkt, wo der Vater oder die Mutter etwas verlangt, das ganz klar gegen Gottes Gebote verstösst, dann besteht das Recht eben auf Ungehorsam. Aber sonst, in allen anderen Punkten, lehrt die Bibel den Gehorsam auch gegenüber den Eltern. Also das Versagen einer Autoritätsperson berechtigt nicht, die Autoritätsperson an sich in Frage zu stellen. Das ist ein sehr wichtiger Punkt.
Das gilt auch für Lehrer. Wenn ein Lehrer von Kindern etwas verlangt, was gegen Gottes Wort geht, dann darf ein Kind in diesem Punkt eben ungehorsam sein, aber in allen anderen Punkten gehorsam. Und das hilft auch, dass eben eine Obrigkeit sehen muss: Christen sind nicht gefährlich, Christen sind keine Revoluzzer.
In der Sowjetunion wurden die Christen ja eben ganz massiv verfolgt, über Jahrzehnte hinweg, aber sie haben einfach nur dort Ungehorsam geleistet, wo man verlangte, man dürfe die Kinder nicht unterweisen in der Bibel, man dürfe nicht evangelisieren usw. Da haben sie der Obrigkeit Widerstand geleistet, aber sonst haben sie für die Obrigkeit gebetet. Und es bestand nie ein Grund, dass der KGB etwa Angst hätte haben müssen, dass die Christen für die Sowjetunion eine Gefahr werden und sie umstürzen. Nie! Sie waren loyale Bürger, aber sie wussten wohl, wo die Grenze ist.
Ja, also wir kehren zurück zu Haggai 1,4. Sagt Gott: Ist es die Zeit für euch? Das Volk sagt in Vers 2: Nicht ist es die Zeit, um das Haus zu bauen. Und das ist betont im Hebräischen, darum habe ich das so kursiv gesetzt: Ist es Zeit für euch, um zu wohnen in euren getäfelten Häusern, während dieses Haus wüst dasteht?
Sie haben sich gesagt: Ja gut, wenn man nicht am Tempel bauen kann, so kann man wenigstens unsere Häuser schön bauen. Aber Gott akzeptiert diese Prioritätenverschiebung nicht. Er hat nichts dagegen gegen die Häuser an sich, aber wenn die eigenen Häuser wichtiger sind als das Haus Gottes.
Der Tempel als Bild für Gemeinde und Prioritäten
Jetzt übertragen auf heute: Was bedeuten der Tempel heute und der Tempelbau?
In 1. Korinther 3,16 sagt Paulus zur Gemeinde in Korinth: Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und solches seid ihr.
Also wird hier klar gesagt: Die örtliche Gemeinde wird als Gottes Tempel bezeichnet. Der Geist Gottes wohnt in der Gemeinde. Und wenn jemand diesen Tempel zerstört, dann kommt er selbst unter das Gericht Gottes. Zerstören ist hier das Gegenteil von bauen. Also haben wir den Auftrag, hier zu bauen.
Paulus sagt in 1. Korinther 3,10: Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt. Der Grund für den zweiten Tempel wurde ja gebaut im zweiten Jahr, als sie zurückkamen aus der Gefangenschaft, haben wir gelesen, Esra 3. Aber jetzt sagt Paulus: Ein anderer aber baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut; denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
Also: Der Grund wird gelegt. Das hat Paulus als Gemeindegründer gemacht. Er nennt sich als Gemeindegründer weiser Baumeister; wörtlich steht hier im Griechischen ein weiser Architekt. Gemeindegründung ist also die Arbeit eines Architekten. Aber dann bauen andere weiter an derselben Gemeinde. Und er warnt davor, wie man darauf baut, dass man also nur gottgemäß bauen darf.
Jetzt haben wir also die Parallele: Tempelbau heute bedeutet Evangelisation, Mission und die Gründung von Gemeinden. Das Haus Gottes wird gebaut.
Es ist übrigens noch wichtig: Es gibt viele Missionare in der Dritten Welt, die bauen oder versuchen zu missionieren über humanitäre Hilfsprojekte. In manchen Ländern kommt man auch gar nicht anders hinein, um zu evangelisieren. Aber wichtig ist: Der Blick muss darauf gerichtet werden, es geht nicht nur darum, dass Menschen zum Glauben kommen, sondern diese lebendigen Bausteine, so nennt 1. Petrus 2 jeden einzelnen Gläubigen, die müssen jetzt auch aufgebaut werden am Ort als ein Haus. Das heißt, die Gründung von Gemeinden am Ort ist absolut notwendig. Dafür muss gesorgt werden, und das ist eben hier für uns der Tempelbau.
Aber wichtig ist: Der Blick muss darauf gerichtet werden, es geht nicht nur darum, dass Menschen zum Glauben kommen, sondern diese lebendigen Bausteine, so nennt 1. Petrus 2 jeden einzelnen Gläubigen, die müssen jetzt auch aufgebaut werden am Ort als ein Haus. Das heißt, die Gründung von Gemeinden am Ort ist absolut notwendig. Dafür muss gesorgt werden, und das ist eben hier für uns der Tempelbau.
Aber wenn uns unsere privaten, persönlichen Belange wichtiger sind als das Werk Gottes, dann erklärt Gott hier in Haggai 1,6: Ihr habt viel gesät, aber wenig eingesammelt. Also: Es hat wirklich viel Enttäuschung in dieser Zeit gegeben. Gesät, aber es hat nichts gebracht. Ihr habt gegessen, aber ihr konntet nicht einmal richtig bis zur Sättigung essen. Ihr habt getrunken, aber eben nicht bis zum Vollsein. Das heißt nicht bis zum Betrunkensein, sondern es heißt eben, dass man so viel Flüssigkeit zu sich nimmt, dass man sich auch da gesättigt fühlt. Ihr habt euch gekleidet, aber nicht zum Warmwerden. Und sie haben Arbeit, Lohnarbeit, geleistet, aber es war wie, wenn das Portemonnaie ein Loch hatte. Es reichte einfach nicht.
Das kennt man als Phänomen, oder? Das Geld kommt rein, regelmäßig, und es reichte einfach nie. Komisch. Aber hier erklärt Gott ganz klar: Das war die Folge ihrer Prioritätenverschiebung.
Wir finden immer wieder diesen Ausdruck: Richtet euer Herz auf eure Wege, Vers 5, und dann am Schluss von Vers 7 wieder: Richtet euer Herz auf eure Wege. Dieser Ausdruck bedeutet im Hebräischen, ich habe das erklärt auf Seite 1, charakteristische Ausdrücke und Besonderheiten, Punkt 4. Richtet euer Herz auf, das kommt vor in 1,5.7, dann wieder 2,15 und 18. Es kommt also ständig wieder vor wie ein Refrain. Das bedeutet: Richtet eure Aufmerksamkeit auf, oder auch einfach: Passt auf.
Zum Beispiel irgendwo im Straßenverkehr in Israel, wo es gefährlich wird, steht eine Tafel mit Simlev, richtet dein Herz. Dann richtet das Herz, das heißt: Pass auf. Das ist ein normaler Ausdruck. Also: Richtet euer Herz auf eure Wege heißt, überdenkt mal euer Leben, wie euer Lebensweg gegangen ist. Passt auf, wie steht es eigentlich um euren Lebensweg?
Und jetzt in Vers 8 macht Gott Mut. Sie sollen bauen: Steigt auf die Hügel, bringt Holz herbei, baut das Haus, damit ich Wohlgefallen finde, und so werde ich verherrlicht werden. Weil ihr das nicht gemacht habt, habt ihr euch vielen Dingen zugewendet, aber es hat einfach nichts gebracht. Es war kein Segen Gottes darauf. Weswegen? Da wird erklärt: Wegen meines Hauses, weil es wüst dasteht, während ihr läuft ein jeder für sein Haus.
Und Gott hat also aktiv den Regen zurückgehalten und eine Dürre gebracht. Ja, hätte es die Ökologen schon damals gegeben, die hätten gesagt: Es gibt den Klimawandel. Ja, es hat den Klimawandel gegeben, der Regen kam nicht mehr, aber das war Gottes aktives Werk in der Natur. Also: Gott handelt aktiv in der Natur, und wir können uns die Natur nicht so vorstellen, als sei sie eine Uhr, die Gott der Schöpfer am Anfang aufgezogen hat und die jetzt irgendwie von selbst abtickt, nach autonomen Gesetzen. Nein, die Bibel stellt uns Gott vor als einen Gott, der aktiv in der Natur wirkt. Und darum: Wenn kein Regen kommt, ist es Gottes Werk, und wenn zu viel Regen kommt, ist es auch Gottes Werk. Aber wenn man das heute sagt, ist das politisch nicht korrekt. Aber sehr vieles, was politisch korrekt ist, ist einfach falsch.
Ja, also Gott sagt ausdrücklich: Ich habe eine Dürre herbeigerufen über das Land, Vers 11, und sogar Krankheiten über die Pflanzen, wie wir gleich noch sehen werden. Gott hat das aktiv gewirkt.
Hier gibt es ein Wortspiel. Ich habe bei Vers 11, ja, ich habe eine Dürre, Fußnote 12 gesetzt. Bei Fußnote 12 steht hebräisch Chorew, da schreibt man Ch-r-f, ja, V. Es ist ein Wortspiel, weil in Vers 9 am Schluss steht doch: wegen meines Hauses, weil es wüst dasteht. Ich habe erklärt in Fußnote 11 hebräisch Chorew, aber man schreibt es genau gleich wie Chorew, man liest nur anders, ja. Es ist ein Wortspiel: Das Haus steht wüst da, Charew, und wegen dem hat Gott Chorew gerufen, die Dürre. Da wird ganz klar der Zusammenhang zwischen dem Werk Gottes und der Natur hergestellt.
Also: Klimawandel und die Zunahme der Katastrophen, die nachweislich so drastisch zunehmen seit den 1990er-Jahren, das ist nicht ein Märchen, sondern das ist eine Tatsache. Aber es ist nicht einfach, weil die Menschen viel Auto fahren, sondern es ist wirklich ein Gericht Gottes. Und der Jesus sagt in Matthäus 24 viele Naturkatastrophen voraus als Zeichen seiner Wiederkunft.
Und übrigens stellt man ja heute auch einen Klimawandel auf dem Mars fest. Und dort fahren ja ziemlich wenig Autos. Ja, ein paar wenige hat es ja gehabt, hat man ihnen aufgeschickt. Aber die fahren nicht mit Diesel und nicht mit Benzin. Und trotzdem gibt es einen Klimawandel. Woher kommt das? Zur gleichen Zeit wie auf der Erde.
Nun, National Geographic hat vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass eben die Sonnenaktivität drastisch zunimmt, und zwar seit den 1990er-Jahren. Und zwar: Die Sonne spielt verrückt. Da gibt es Ausbrüche von Explosionen, die so gewaltig sind, dass Sonnenwind – das sind ja Teilchen, die die Sonne bei ihren Ausbrüchen ins Weltall schleudert – heute in drei Stunden die gleiche Distanz von 150 Millionen Kilometern zurücklegen kann, die früher drei Tage brauchte, um bis zur Erde zu kommen. Die Sonne spielt verrückt.
Und der Herr Jesus sagt in Lukas 21, dass in der Endzeit auch Zeichen geschehen werden an der Sonne. Die sind effektiv schon da. Übrigens will ich nicht sagen, man soll Auto fahren, so viel man will. Damit hat es nichts zu tun. Aber es wird von gewissen anderen Tatsachen abgelenkt, die wir auch sehen müssen. Und darin sehen wir Gottes Werk.
Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem, wie der Mensch handelt, und wie Gott in der Natur handelt. Und es besteht ein Zusammenhang, wie Gott in unserem Leben wirkt und Segen gibt, und unserer Hingabe an ihn. Wir müssen dem Herrn den ersten Platz geben. Nirgends hat er uns in der Bibel verheißen, für die Christen, dass wenn wir treu sind, dass wir dann reich werden usw. Aber was wir doch sagen können ist: Wenn wir dem Herrn treu sind, ihm den ersten Platz geben, am ersten nach dem Reich Gottes trachten, dann sagt der Herr Jesus: Und diese Dinge werden euch hinzugefügt werden. Das ist es.
Und er spricht dort nicht über Mercedes und so, oder? Ja, darauf haben wir keinen Anspruch, das meine ich. Nichts gegen Mercedes an sich, aber wenn es Leute gibt, die denken, wir haben einen Anspruch, nein, einfach das, was wir brauchen, gibt uns der Herr, wenn wir ihm den ersten Platz geben im Leben.
Die Wirkung der Botschaft auf das Volk
Ja, jetzt kommen wir schon zum zweiten Hauptteil in Haggai, überschrieben mit Erweckung unter dem Volk als Antwort auf die Botschaft 1,12-15.
Wir haben gesehen: eine ganz kurze, poetisch gestaltete Botschaft von Haggai. Und was ist nun die Reaktion?
Da hörte Serubbabel, der Sohn Schealtiels, und Jeschua, der Sohn Jozadaks, der Hohepriester, und der ganze Überrest des Volkes auf die Stimme des Ewigen, ihres Gottes, ja, auf die Worte Haggais, des Propheten, gemäß dem, wie der Ewige, ihr Gott, ihn gesandt hatte. Und das Volk fürchtete sich vor dem Angesicht des Ewigen.
Da sprach Haggai, der Gesandte, durch die Sendung des Ewigen zu dem Volk, indem er sprach. Das war übrigens alles wieder Prosa, darum habe ich es auch so als Prosa gesetzt, also als gewöhnlichen Text. Und jetzt kommt wieder eine kurze Botschaft von Haggai, aber das ist Poesie:
Ich bin mit euch, Spruch des Ewigen.
Und der Ewige erweckte Serubbabel, den Sohn Schealtiels, den Statthalter von Juda, und den Geist Jeschuas, des Sohnes Jozadaks, des Hohenpriesters, und den Geist des ganzen Überrestes des Volkes. Und sie kamen und führten das Werk aus am Haus des Ewigen der Heerscharen, ihres Gottes, am Tag vierundzwanzig des sechsten Monats im Jahr zwei von Darius, dem König.
Was mich überwältigt: Dieser Prophet gibt eine kurze Botschaft, Vers 4 bis 11, und alle hören. Die machen rechtsumkehrt. Unglaublich, das möchte ich auch mal heute sehen, dass jemand predigt und dann machen alle rechtsumkehrt. Aber das ist da geschehen.
Und zwar sieht man doch: Serubbabel und Jeschua werden zuerst erwähnt. Da hörte Serubbabel und Jeschua, und dann der ganze Überrest, der zurückgekehrt war aus Babylon. Das heißt also, diese beiden Männer, die eine besonders verantwortliche Position eingenommen haben unter dem Volk Gottes als Führer, könnte man heute mit Ältesten in der Gemeinde vergleichen, ihr Beispiel, und alle folgen. Das ist genau das, was Gott von Ältesten erwartet im Neuen Testament.
In 1. Petrus 5 sagt Petrus in Vers 1: Die Ältesten, die unter euch sind, ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden des Christus und auch Teilhaber der Herrlichkeit, die geoffenbart werden sollte: Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist, indem ihr die Aufsicht nicht aus Zwang führt, sondern freiwillig; auch nicht um schändlichen Gewinn, sondern bereitwillig; nicht als die, die herrschen über ihre Besitztümer, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid. Und wenn der Erzhirte offenbar geworden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen.
Also Petrus spricht hier die Mitältesten an, und er sagt: Hütet die Herde Gottes. Übrigens ist hüten nicht dasselbe wie sie jagen und treiben. Hüten heißt, sie pflegen. Und er sagt nicht: eure Herde. Also mir wird es jedes Mal schwül, wenn jemand sagt: meine Gemeinde. Das gibt es gar nicht, außer wenn man sagt: meine Gemeinde, das ist die Gemeinde, wo ich hingehe, ja, in dem Sinn sagt man das. Aber meine Gemeinde, quasi die Gemeinde, die ich hier habe, das gibt es nicht. Er sagt: Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist. Sie gehört nicht euch, sie ist bei euch. Und dann: die Aufsicht nicht aus Zwang führen, sondern freiwillig, nicht um schändlichen Gewinn willen, also nicht mit irgendwelchen finanziellen Gewinnabsichten, sondern bereitwillig, nicht als die, die herrschen über ihre Besitztümer. Also Älteste sind keine Könige, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid.
Das ist genau das, was etwa ein Offizier ist in der israelischen Armee. Die machen das anders als normalerweise in den Armeen dieser Welt. Die sagen nicht: Geht, Soldaten, sondern die sagen: Lechachari, lechu achari, kommt mir nach! Das ist eine Erklärung, warum die israelische Armee dermassen erfolgreich war im Sechstagekrieg, als in sechs Tagen eine Übermacht an drei Fronten geschlagen wurde.
Nämlich bei der ägyptischen Armee sieht man das sehr schön: Da war ein riesiges Kontingent der Armee in der Sinaiwüste und konnte eingekesselt werden von Israel. Und dann waren sie abgeschnitten von der Kommandozentrale, und da wussten sie nicht mehr, was sie machen sollten. Buchstäblich, die waren einfach da, die konnten nichts mehr machen, und dann konnte man sie gefangen nehmen.
Aber bei israelischen Truppen geht das bis in die kleinen Einheiten. Da ist jeder für autonom. Also ein Offizier mit ein paar Männern, der kann immer noch selber entscheiden: Jetzt machen wir das, jetzt machen wir das. Und er geht mit seinem Beispiel voran. Darum sind auch überproportional viele Offiziere gefallen, weil die vorangehen. Aber das Beispiel ist dermassen motivierend, dass die Soldaten einfach mitgehen. Und so ist es auch: Indem ihr Vorbilder der Herde seid. Durch das Beispiel kann man andere zur Treue und zur Nachfolge motivieren.
Und wir sehen: In Esra 5 haben wir gelesen, auf die Prophetie von Haggai und Sacharja hin gingen zuerst Serubbabel und Jeschua an die Arbeit, und dann kamen alle mit.
Übrigens, dieser Spruch von Haggai als Antwort auf die Umkehr ist nicht gerade sehr lang. Ich habe in Fußnote 15, das steht in Vers 13, Fußnote 15 habe ich das beschrieben: Diese Weissagung umfasst im Hebräischen nur vier Wörter: Ich bin mit euch, ani itchem, ne'um Adonai. Schön, zwei Verszeilen, zwei Wörter. Das ist wirklich knapp, oder? Ani itchem, ne'um Adonai, fertig war die Botschaft. Vier Wörter, da habe ich gestaunt.
In 1. Korinther 14,19 sagt ja Paulus, es bringt ja nichts, wenn jemand in einer fremden Sprache zehntausend Wörter sagt, ein halbes Büchlein übrigens, so ein kleines Büchlein ist etwa zwanzigtausend Wörter, bringt nichts in der Fremdsprache, wenn die Leute nicht verstehen. Er sagt: Lieber spreche in der Gemeinde fünf Wörter, die verständlich sind, und erbaue die anderen. Also Paulus stellt so gewissermaßen das Minimum für eine erbauliche Botschaft vor: fünf Wörter. Was wäre das zum Beispiel im richtigen Moment zu den richtigen Personen? Der Herr ist mein Hirte. Fünf Wörter, aber richtig: Erbauung, wenn es im richtigen Moment gesagt wird. Aber Haggai unterbietet das noch mit: Ani itchem, ne'um Adonai, ich bin mit euch, Spruch des Ewigen.
Und dann wird in Vers 14 erklärt: Diese Erweckung, diese Umkehr, war das Werk Gottes. Der Ewige erweckte Serubbabel und weiter den Geist Jeschuas, des Hohenpriesters, und den Geist des ganzen Überrestes. Das war also Gottes Werk in diesen Menschen, das dazu geführt hat.
Interessant ist hier: Der Geist des Menschen wird erweckt, nicht seine Seele. Es gibt Menschen, die denken, wenn wir die Leute so richtig weich kriegen, es gibt verschiedene Methoden ja, dann bekehren sie sich. Aber dann hat man eben seelische Bekehrungen, und am nächsten Tag kommt die Ernüchterung. Es gibt ja manche Leute, die haben sich so seelisch bekehrt, und dann haben sie gesagt: Was war jetzt, jetzt spüre ich ja nichts mehr davon.
Aber hier wird gesagt: Der Geist wird erweckt. Der Geist des Menschen hat die Fähigkeit, zu verstehen, zu begreifen und Gottes Existenz wahrzunehmen. Im Psalm 77 steht: Ich dachte nach über die Tage von alters her, und mein Geist forschte in mir. Der menschliche Geist kann über das Vergangene nachdenken, wie Gott gehandelt hat, in der Geschichte. Und in Römer 8 lesen wir: Der Geist bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.
Ein Tier hat keinen Geist, aber Tiere haben eine Seele, das sagt die Bibel. Darum merkt man: Ein Hund kann ein wirkliches Herz brechen, wenn er winselt und jault und wirklich ein seelisches Bedürfnis hat nach Gemeinschaft, ja. Aber ein Hund hat keine Gotteserkenntnis, und er kann nicht darüber nachdenken, über Gottes Handeln in der Vergangenheit, in der Gegenwart, in der Zukunft. Das kann nur der Mensch, weil er einen Geist hat. Der Mensch ist eine Einheit von Geist, Seele und Leib, nach 1. Thessalonicher 5,23.
Und Gott erweckt den Geist des Menschen, und durch den Geist des Menschen können wir zum Beispiel auch lesen. Wir können nicht lesen, weil sie keinen Geist haben. Und so können wir die Bibel lesen. Ohne Geist geht es nicht, Gottes Wort wahrzunehmen oder auch zu hören und zu verstehen. Da kann man lange einem wie Franz von Assisi den Vögeln predigen. Das nützt überhaupt nichts, sondern wir können nur zu Menschen sprechen, die einen Geist haben und verstehen. Und so kann der Geist Gottes unserem Geist auch bewusst machen, wir sind Sünder.
Wenn wir die Zehn Gebote lesen und uns überlegen: Ja, du sollst nicht stehlen. Und der Herr Jesus sagt in der Bergpredigt, du sollst nicht ehebrechen, ist bereits gebrochen, wenn das in Gedanken geschieht. Dann erkennt der Mensch: Ich bin schuldig vor Gott. Und so kann er zur Bekehrung kommen. Aber dann weiß der Mensch auch, warum er sich bekehrt. Und es ist eine bewusste Entscheidung, es ist nicht eine gefühlsmäßige Entscheidung. Der Mensch kann sagen: Ich weiß, warum ich mich bekehrt habe. Das Gefühl ist dann schon später noch gekommen.
Die Menschen, die sich bekehrt haben, die haben gar kein besonderes Gefühl gehabt. Es gibt andere, die haben sofort eine ganz besondere Erleichterung und Freude erlebt. Aber das ist nicht unbedingt nötig. Aber es geht darum, dass Gott den Geist des Menschen erreicht, so dass er zutiefst weiß, warum er sagen muss: Ich bin ein Sünder, und warum er sagen muss: Jesus Christus ist der einzige Erretter.
Also die Botschaft von Haggai hat dazu geführt, Vers 12 am Schluss: Das Volk fürchtete sich vor dem Angesicht des Ewigen. Es hat Gottesfurcht ausgelöst. Da sehen wir: Ein Kennzeichen von Erweckung ist Gottesfurcht. Und heute wird so viel gesprochen über Erweckung, und so wenig Gottesfurcht wird erlebt. Das ist ein Widerspruch in sich. Ein wesentliches Kennzeichen von Erweckung ist Gottesfurcht.
Ermutigung durch den Blick auf Gottes Verheißung
Jetzt kommen wir schon zu Teil drei: Drittens, Ermunterung durch prophetischen Weitblick, Kapitel 2,1-9.
Im siebten Monat, am einundzwanzigsten Tag des Monats, geschah das Wort des Ewigen durch Haggai, den Propheten. Er sprach: Sprich doch zu Serubbabel, dem Sohn Schealtiels, dem Landpfleger von Juda, und zu Jeschua, dem Sohn Jozadaks, dem Hohenpriester, und zu dem ganzen Volk, und sprich:
Jetzt kommt wieder Poesie: Wer unter euch ist übrig geblieben, der dieses Haus in seiner früheren Herrlichkeit gesehen hat? Und wie seht ihr es jetzt? Ist es nicht so, als wäre es wie nichts in euren Augen? Aber nun sei stark, Serubbabel, Spruch des Ewigen, und sei stark, Jeschua, Sohn Jozadaks, und sei stark, ganzes Volk, Spruch des Ewigen, und arbeitet! Denn ich bin mit euch, Spruch des Ewigen der Heerscharen.
Wenn wir zusammen Esra 3 gelesen hätten, als das eigentliche Tempelhaus gebaut wurde, dann hätten wir Folgendes gesehen: Die Leute jubelten und jauchzten, als dieses Haus gebaut wurde. Aber es wird erklärt, dass es alte Leute gab, die den Tempel noch kannten, bis zum Jahr 586 vor Christus, den Salomonstempel. Sie hatten den salomonischen Tempel in seiner früheren Herrlichkeit gesehen, und jetzt, was da aufgebaut wurde, und sie haben geweint. Und Esra erklärt viel: Das Jauchzen und das Weinen hat sich so miteinander vermischt.
Und jetzt spricht eben Haggai diese alten Leute an. Obwohl sie schon so alt waren, ja, sie hatten das Jahr 586 mindestens noch erlebt, und jetzt sind wir im Jahr 520. Ihnen sagt er: Wer ist unter euch, der das noch erlebt hat, der dieses Haus gesehen hat in seiner frühen Herrlichkeit? Und jetzt, was hier steht, das ist nichts. Man hat ja nicht diese Reichtümer wie Salomo; man konnte nur ein schlichtes Haus bauen.
Übrigens muss ich erklären: Wir haben so oft den Ausdruck Haus, Bayit. Im Hebräischen ist das eigentlich der üblichste Ausdruck, um Tempel zu sagen: Bayit. Es gibt auch einen anderen Ausdruck, Hechal, aber Bayit ist der übliche Ausdruck. Also wenn man heute im modernen Hebräisch sagt, der Tempelberg, dann sagt man Har HaBayit. Der Berg des Hauses. Das ist ein biblischer Ausdruck, zum Beispiel aus Micha 4, Har HaBayit. Oder wenn man sagt, der erste Tempel, dann sagt man das erste Haus, HaBayit HaRischon. Den zweiten Tempel sagt man HaBayit HaScheni, das zweite Haus. Und der dritte Tempel, der noch gebaut werden soll, ist HaBayit HaSchlischi, das dritte Haus.
Also darum dieser Ausdruck Haus oder mein Haus, den wir schon in Kapitel 1 hatten: Das ist der technische Ausdruck für das Tempelhaus. Also: Wer unter euch ist der Übergebliebene, der dieses Haus, das heißt dieses Tempelhaus, in seiner früheren Herrlichkeit gesehen hat? Es ist wie nichts.
Aber in Vers 4 macht Gott Haggai Mut, dass sie stark sein sollen. Sei stark, Serubbabel. Sei stark, Jeschua. Sei stark, ganzes Volk, und arbeitet! Denn ich bin mit euch. Es geht nicht darum, dass es den gleichen Glanz haben soll wie am Anfang. Aber ich bin mit euch, und das genügt ja. Das reicht.
Wir haben heute Morgen gesehen, bei den Sendschreiben an Sardes, Philadelphia und Laodizea: Philadelphia zeigt ganz deutlich die Erweckungszeit des 18. und 19. Jahrhunderts. Da hat man wieder neu die Perspektive bekommen: Wir wollen Gemeinde bauen nach Gottes Bauplan, so wie das im Neuen Testament beschrieben ist. Nicht das, was der Mensch daraus gemacht hat, dieses Machtgebäude von Rom und so weiter, sondern wirklich wieder das Haus Gottes, so wie in der Bibel. Aber wenn man das vergleicht mit dem, was in der Apostelgeschichte ist, dann sagt man: Ja, dieser Glanz, diese Ausstrahlung wie bei den ersten Christen in den ersten drei Jahrzehnten, wo ist das geblieben? Aber da sagt Gott: Wenn ihr die Herrlichkeit am Anfang gesehen habt, dann sollt ihr euch nichts daraus machen. Seid stark, arbeitet einfach mit den Möglichkeiten, die ihr habt. Und das Wichtigste ist: Denn ich bin mit euch. Dass Gott da ist.
Also wird hier wiederholt: Ich bin mit euch. Das ist das, was Haggai schon gesagt hat in seiner kürzesten Botschaft von vier Wörtern, ja? Ich bin mit euch, Spruch des Ewigen, 1,13.
Und jetzt kommt eine ganz interessante Ermutigung, Vers 5: Das Wort, welches ich mit euch eingegangen bin bei eurem Ausziehen aus Ägypten, und mein Geist bleibt in eurer Mitte. Fürchtet euch nicht!
Also sagt Gott, sein Wort und sein Geist seien in ihrer Mitte. Was heißt das nun ganz konkret? Das heißt: Der Tempel sollte der Aufbewahrungsort für das Wort Gottes sein. Das Wort, welches ich mit euch eingegangen bin bei eurem Ausziehen aus Ägypten, das ist die Tora, die fünf Bücher Mose. Und Gottes Geist soll da in der Mitte sein.
Ich muss ja erklären: Der Tempel war ja in verschiedensten Hinsichten eine Enttäuschung, der zweite Tempel. Wir haben gesehen, das Haus selber war natürlich nicht so ein herrliches Haus wie der salomonische Tempel mit all dem Gold, das Salomo verwenden konnte. Aber es gab noch viel mehr Dinge. Ich habe das in meinem Buch Der Messias im Tempel zusammengestellt, auf Seite 90.
Das Allerheiligste des zweiten Tempels war ein leerer Raum; die Bundeslade befand sich nicht mehr dort. Die Bundeslade fehlte. Zweitens: Mit der Bundeslade wurde auch der mosaische siebenarmige Leuchter verborgen. Die Menorah im zweiten Tempel war demnach nicht die originale. Dieser Leuchter von Mose war in der Stiftshütte und im ersten Tempel, aber im zweiten war er nicht mehr im Heiligtum.
Drittens spezifiziert der Babylonische Talmud, Joma 52b, dass neben der Bundeslade auch der goldene Krug mit dem Manna, 2. Mose 16,33; Hebräer 9,4, das Gefäß mit dem heiligen Salböl für die Hohenpriester, 2. Mose 29,7, der Stab Aarons, der gesprosst hatte, 4. Mose 17,10; Hebräer 9,4, und die philistäische Kiste mit den goldenen Mäusen, 1. Samuel 6,4 und 18, nicht mehr da waren. Sie fehlten.
Weiter: Die von Mose gebildete eherne Schlange aus 4. Mose 21,8 wurde durch König Hiskia zerstört, 2. Könige 18,4. Somit fehlte auch sie im zweiten Tempel, aber sie war vorher noch da, bis zu Hiskia. Aus Avod de Rabbi Nathan 42 geht hervor, dass auch der Stab Moses im zweiten Tempel nicht mehr vorhanden war.
Und weiter: Die Schechina, das ist diese herrliche Wolkensäule, die über der Stiftshütte war und auch über dem salomonischen Tempel, die Schechina, welche einst die Gegenwart Gottes in Israel sichtbar angezeigt hatte, zog nie in den zweiten Tempel ein.
Weiter: Bei der Stiftshütte und im ersten Tempel wurde jeweils das erste Opfer durch einen Blitz vom Himmel entzündet, 3. Mose 9,24; 2. Chronika 7,1. Dieses Feuer von Gott wurde anschließend fortdauernd auf dem Altar erhalten, 3. Mose 6,5. So etwas geschah beim zweiten Tempel nie. Als sie da zurückkamen und den Altar bauten, kam kein Blitz. Das Altarfeuer war dort menschliches Feuer.
Und schließlich: Im Brustschild des Hohenpriesters wurden zur Zeit der Stiftshütte und des ersten Tempels die Urim und die Tumim, das heißt wörtlich Lichter und Vollkommenheiten, aufbewahrt. Nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil besaß man diese Einrichtung, um den Willen Gottes zu erfragen, nicht mehr, Esra 2,63; Nehemia 7,65. Nehemia drückte damals noch die Hoffnung aus, dass die Möglichkeit der göttlichen Urteilsfindung durch dieses Mittel wieder zurückkommen würde. Doch rückblickend müssen wir sagen, dass es bis ins Jahr 70 nach Christus nie mehr einen Hohenpriester mit den Urim und Tumim gegeben hatte.
Also sehen wir diese Unterschiede, und das gibt noch mehr Gewicht: Wer ist übrig geblieben? Wer hat das Haus gesehen in seiner frühen Herrlichkeit? Es ist wie nichts. Und trotzdem sagt Gott: Seid mutig, arbeitet, ich bin mit euch.
Bewahrung des Wortes und abschließende Vertiefung
jetzt machen wir pause
Ja, wir haben uns noch vor der Pause damit beschäftigt, mit dieser Verheißung Gottes: Sein Wort und sein Geist sollen in ihrer Mitte sein. Das bedeutet also, dass die Bibel im Zweiten Tempel aufbewahrt wurde. Viele Dinge haben gefehlt, sogar die Schechina, die Wolkensäule Gottes, war nicht da. Aber Haggai macht Mut. Gott sagt: Mein Wort soll in neuer Mitte bestehen, und auch mein Geist. Das heißt, das Wirken des Geistes Gottes war in Jerusalem im Tempel auf besondere Weise erfahrbar, alttestamentlich.
Und dieses Aufbewahren der Bibel hat schon seine ganz besondere Bedeutung. Die rabbinische talmudische Überlieferung spricht ausdrücklich über drei Torarollen, die im Tempel aufbewahrt wurden. Ich schreibe darüber in meinem Buch Der Messias im Tempel auf Seite 93. Da kann man auch die Quellen nachschauen, wenn man will.
Von besonderer Bedeutung ist die Erwähnung einer Torarolle, die das Buch Esra, das Buch Esras, genannt wurde. Das heißt: eine Kopie der fünf Bücher Mose, die offensichtlich auf den Bibelschreiber Esra zurückging. Die wurde im Zweiten Tempel aufbewahrt. Die rabbinischen Quellen bezeugen, dass nicht nur die Tora, die fünf Bücher Mose, sondern offensichtlich alle kanonischen Bücher des Alten Testaments im Tempel aufbewahrt worden sind.
Aus dem Tempelschatz wurden ferner professionelle, sogenannte Magihim beschäftigt. Sie hatten die Aufgabe, die Präzision beim Abschreiben und Übermitteln des Bibeltextes zu überwachen. Die Sorgfalt, die beim Abschreiben des Zentraltextes im Tempel zur Anwendung kam, kann man sehr schön ersehen bei den Ermahnungen an Abschreiber von Rabbi Jishmael um 130 nach Christus. Er sagt: Mein Sohn, sei vorsichtig, denn dein Werk ist das Werk des Himmels. Wenn du einen Buchstaben weglässt oder einen Buchstaben hinzufügst, so findest du dich in der Funktion eines Zerstörers der Welt.
Also sieht man, mit welcher Ehrfurcht man den Bibeltext abgeschrieben hat. Der Tempel spielte daher eine ganz wesentliche Rolle in der Bewahrung und Überlieferung der Bibel. Im Tempel zu Jerusalem wurde also der beste Bibeltext aufbewahrt. Und heute können wir beweisen, dass der Bibeltext im Alten Testament, der schon immer benutzt wurde als Grundlage für die Übersetzung ins Deutsche, ins Englische, Französische usw., der sogenannte masoretische Text aus dem Mittelalter, in seiner Tradition auf diesen Zentraltext im Tempel zurückgeht.
Nicht wahr, wir haben alle gehört von Qumran, den Qumran-Leuten, die Bibelrollen in den Höhlen am Toten Meer aufbewahrt hatten. Das waren Leute, die sich im zweiten Jahrhundert vor Christus vom Judentum abgesondert hatten, und zwar in der Zeit, als plötzlich illegale Hohepriester an die Macht kamen. Da haben sie gesagt: Wir können nicht mehr im Tempel sein, wir gehen. Da haben sie natürlich alles Mögliche an Schriftrollen, was sie haben konnten, mitgenommen, aber sie hatten dadurch nicht mehr den Zugang zu dem besten Text im Tempel in Jerusalem.
Und darum findet man in den Qumran-Handschriften eine Gruppe von hebräischen Handschriften, die entsprechend diesem masoretischen Text aus dem Tempel entspricht. Aber es gibt dann auch Handschriften, die mehr dem Text entsprechen, den die Samariter hatten, die sowieso keinen Kontakt zum Tempel in Jerusalem hatten. Und eine dritte Gruppe entspricht mehr dem Text, den die ägyptische Septuaginta-Bibel, die im dritten Jahrhundert in Ägypten übersetzt wurde, benutzt wurde.
Aber man kann sagen: Je weiter die Handschriften entfernt sind von Jerusalem und dem Tempel, desto schlechter wurden sie. Aber man hat ja nicht nur die Funde in Qumran gemacht, in diesen elf Höhlen, sondern südlich von Qumran hat man weitere Höhlen gefunden mit Texten im Wadi Murabba'at, mit Texten, die Juden dort versteckt hatten, die nicht vom Judentum abgesondert waren. Und dort, zum Beispiel im Wadi Murabba'at, da gibt es Fragmente, also Buchstücke der fünf Bücher Mose, die stammen aus der Zeit vor 66 nach Christus. Und die stimmen in jedem Buchstaben überein mit dem Text, den wir schon immer hatten aus dem Mittelalter.
Und wie ist das möglich? Eben weil die den Zugang hatten zu dieser fixen Vorlage im Tempel. Und das zeigt, mit welcher Präzision eben der Bibeltext, den wir schon immer benutzt haben, welche Präzision dieser Text aufweist in der Überlieferung. Man kann sagen: Qumran hat nichts Neues gebracht, sondern Qumran hat nur umso mehr bestätigt, wie genau der Text war, den wir schon immer hatten.
Und das hat noch eine Bedeutung: Im Judentum durften nur biblische Handschriften, biblische Schriften, in den Tempel mitgenommen werden. Was es noch gab, das waren die Geschlechtsregister für die Priester und so weiter. Das durfte man auch in den Tempel nehmen. Aber alle anderen Schriften waren verboten. Und das zeigt, dass das völliger Unfug ist, wenn liberale Theologen uns sagen, der Kanon des Alten Testamentes, also die Bücher, die zum Alten Testament gehören, wie wir ihn kennen, sei erst festgelegt worden 90 nach Christus. Völliger Unsinn.
Im Zweiten Tempel durften ja nur biblische Handschriften auf den Tempelplatz gebracht werden. Und da musste man sich ja von Anfang an entscheiden, welche Schriften dazugehören und welche nicht. Mit anderen Worten: Apokryphen hätte man nicht auf den Tempelplatz nehmen dürfen. Also war es gar nicht möglich, die Frage irgendwie offen zu lassen. Da war man gezwungen, schon seit der Zeit von Haggai ganz klar zu unterscheiden: Was ist biblisch, was ist nicht biblisch?
Eine interessante Stelle ist 2. Timotheus 3,16. Dort haben wir diese schöne Stelle über die Inspiration der Bibel. Der Apostel Paulus erklärt Timotheus in 2. Timotheus 3,14: „Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du völlig überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast. Und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die vermögend sind, dich weise zu machen zur Seligkeit durch den Glauben, deren Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben.“
Also spricht Paulus hier vom Alten Testament, das Timotheus von Kindsbeinen an kannte, durch seine Mutter und seine Großmutter. Aber der Ausdruck hier, die heilige Schrift, ist ein ganz ungewöhnlicher Ausdruck. Denn Paulus verwendet da nicht das übliche Wort für heilig, hagios oder hagion, sondern er benutzt das Wort, das verwandt ist mit dem Tempel, hieron. Das heißt eigentlich: die heiligen Schriften, die der Heiligkeit des Tempels entsprechen.
Auf dem Skript, auf Seite 1, aufgeführt, ja, in der Mitte, unter charakteristischen Ausdrücken und Besonderheiten, da steht das Wort Gottes im Tempel. Hag. 2,5. Vergleiche 5. Mose 31,26, wo schon zu Zeiten Moses gesagt wurde, dass man das fünfte Buch Mose im Allerheiligsten aufbewahren müsse. 2. Chronika 34,14, in der Zeit von Josia wurde die Bibel im Salomonstempel entdeckt. Und jetzt 2. Timotheus 3,16: „Ta hiera gramata“. Hiera ist verwandt mit hieron, Tempel. Hiera gramata heißt: die der Tempelheiligkeit entsprechenden Schriften, also diese Schriften, die würdig sind, im Tempel aufbewahrt zu werden, die werden hier erwähnt.
Und das ist nun eben wichtig für uns, weil es zeigt, man wusste genau, welcher Bibeltext der richtige Bibeltext ist und an welchem Text man die Handschriften immer wieder eichen musste. Und man wusste auch genau, welche Schriften zur Bibel gehören und welche nicht. Das wäre nicht so eine lange unklare Angelegenheit, wie das eben liberale Theologen heute behaupten. Aber man kann einen Test machen, wenn jemand so etwas sagt. Da kann man feststellen, dass er diese Dinge gar nicht weiß.
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