Die Verhärtung des Herzens
Wir kommen jetzt zu dem nächsten Punkt auf dem Blatt, den ich «Verhärtung
des Herzens» genannt habe. Das wissen wir ja aus der Sonntagsschule, nehme
ich an, dass das Thema der Verhärtung des Herzens des Pharao eine ganz
zentrale Bedeutung hat, sich als rote Linie durch die Geschichte der zehn
Plagen zieht. Auf dem Hintergrund der Ägyptologie bekommt das eine ganz
dramatische, großartige Bedeutung. Zunächst, wenn wir diesen Text
durchlesen, stellen wir fest, dass sechs Mal der Pharao sein Herz
verhärtete. Ich habe hier alle Stellen aufgeführt. Bei zwölf Gelegenheiten
kam das vor. Das erste Mal in 2. Mose 7, 13: «Doch das Herz des Pharao
verstockte sich, und er hörte nicht auf sie, so wie der HERR es gesagt
hatte.» Das zweite Mal dann in Vers 22 etc. Und dann die dramatische Wende
in 2. Mose 9, 12: «Aber der HERR verstockte das Herz des Pharao, dass er
nicht auf sie hörte, so wie der HERR es Mose gesagt hatte.» Und die
Verhärtung geht dann weiter, über Vers 34, dann Kapitel 10, 20.27 etc.
Was uns also auffällt ist, dass erst beim siebten Mal die Verhärtung von
Seiten Gottes kommt. Vorher hat das der Pharao immer selber gemacht.
Übrigens nicht nur sein Herz wurde in dieser Zeit verhärtet, sondern auch
die Herzen seiner Knechte, 2. Mose 9, 34: «Als aber der Pharao sah, dass
der Regen, der Hagel und der Donner nachließen, versündigte er sich weiter
und verhärtete sein Herz, er und seine Knechte.» So auch in Kapitel 10, 1:
«Da sprach der HERR zu Mose: Geh zum Pharao, denn ich habe sein Herz und
das Herz seiner Knechte verstockt, damit ich diese meine Zeichen unter
ihnen tue, und damit du vor den Ohren deiner Kinder und Kindeskinder
verkündigst, was ich in Ägypten gewirkt und wie ich meine Zeichen unter
ihnen vollführt habe, damit ihr erkennt, dass ich der HERR bin.»
Übrigens das Wort Knecht, auf Hebräisch «avadim», ist ein Ausdruck, der
in der Bibel oft nicht nur Sklaven bezeichnet, sondern politische, hohe
Beamte. Wir haben ja im Deutschen zum Beispiel das Wort Minister und das
kommt von einem lateinischen Wort, das eigentlich dienen bedeutet. Ein
Minister sollte ein Diener seines Volkes sein. Und so kann auch in der
Bibel der Knecht ein hoher Beamter sein. Der Pharao und seine Knechte
bezeichnet hier gewissermaßen die High Society, die politische High Society
in Ägypten. Auch von Gott verhärtet. Ich merke gerade, dass wir die
praktische Seite noch ausgelassen haben. Nicht weil ich denke, dass die
Praxis nicht wichtig ist, das ist mir einfach unterlaufen. Wir lassen das
mit der Verhärtung einmal bis hierher, gehen schnell zurück zum Praktischen
und kommen dann wieder auf diesen Punkt zurück. Wir werden dann sehen, dass
dieser Punkt hier auch sehr, sehr praktisch ist. Aber der praktische Zugang
ist untergegangen.
Die Bedeutung für unser Leben
Israel unter der Herrschaft des Pharao, das entspricht für uns Menschen
heute der Tatsache, dass der Mensch unter der Herrschaft Satans steht.
Kolosser 1, 13 erklärt nämlich von den Gläubigen, dass sie errettet worden
sind aus der Gewalt der Finsternis. Jeder Mensch ist von Natur aus ein
Knecht Satans, steht also unter seiner Herrschaft. Denken wir daran, die
Gleichung Pharao-Satan ist nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern sehr
direkt. Wir wissen ja, dass er sich als Inkarnation des obersten Gottes von
Ägypten betrachtet. Und wir wissen ja auch, dass die Pharaonen in ihrem
Kopfschmuck eine Schlange trugen. Das war der Geist, der hinter den
Pharaonen stand. Und der Mensch, so unter der Herrschaft Satans, erleidet
Druck und Last, 2. Mose 1, 11. Dann aber auch die Härte, 2. Mose 1, 13. Die
Bitterkeit haben wir auch in 2. Mose 1. Und schauen wir einmal wie das
praktisch aussieht, diese Sklaverei, beschrieben in Titus 3, 3: «Denn auch
wir waren einst unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre, dienten
mannigfachen Lüsten und Vergnügungen, lebten in Bosheit und Neid, verhasst
und einander hassend.» Das können wir Menschen wirklich aus Erfahrung
erzählen. Das ist diese harte Sklaverei unter der Macht der Finsternis.
Und auf uns allen lastet von Natur her das Verhängnis des Todes. Römer 5,
12 sagt nämlich, dass das Verhängnis des Todes durch die Sünde Adams in die
Welt gekommen ist. Römer 6, 23 sagt, der Lohn der Sünde ist der Tod.
Ägypten, der Herrschaftsbereich des Pharao, entspricht dem, was im Neuen
Testament oft als «die Welt» bezeichnet wird. Das ist das Imperium der
Schlange. In 1. Johannes 2, 16 sagt Johannes den Erlösten: «Habt nicht lieb
die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist
die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die
Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem
Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber
den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.»
Kosmos - Welt
Das ist übrigens kein Aufruf, dass wir keine Freude haben sollten an
unseren Schweizer Bergen. Es ist nämlich so: Das Wort Welt, Kosmos auf
Griechisch, hat im NT etwa zehn verschiedene Bedeutungen, das gleiche Wort.
Manchmal bezeichnet es das ganze Weltall. Manchmal auch die Menschheit, wie
in Johannes 3, 16: «Also hat Gott die Welt geliebt . . ». Und der gleiche
Johannes, der das geschrieben hat, schreibt: Habt nicht lieb die Welt. Ja,
sollen wir nicht die Menschen lieben, wie Gott sie geliebt hat? Ja, mit
Welt meint er hier etwas anderes. Welt bezeichnet auch das System, das
Satan unter den Menschen aufgebaut hat, um sie zu beherrschen. Das sind zum
Beispiel die Stammesreligionen, Hinduismus, Buddhismus, Humanismus,
Evolutionismus. Alles das, was Satan im Umfeld der Menschen aufgebaut hat,
was uns irgendwie von Gott fernhalten will, das bezeichnet die Bibel als
Welt. Das ist nicht ein Katalog von 10-12 Punkten, sondern noch viel mehr.
Die Lust des Fleisches, die Lust der Augen, der Hochmut des Lebens. Das ist
das 3-Punkte-Programm im Imperium der Schlange. Galater 1, 4 sagt aber, und
das ist Evangelium: «Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und
unserem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden gegeben
hat, damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf, nach
dem Willen unseres Gottes und Vaters, dem die Ehre gebührt von Ewigkeit zu
Ewigkeit. Amen.»
Hier ist übrigens nicht das Wort Kosmos, sondern Aion. Aion bezeichnet
speziell den Zeitgeist. Der Zeitgeist steht unter der Herrschaft Satans.
Und Gott hat uns aus diesem Aion, diesem Zeitgeist, herausgenommen durch
Jesus Christus. Also, damals kam Gott vom Himmel herab, um Erlösung für
Israel zu schaffen. In 2. Mose 3, 8 sagt Gott: «Und ich bin herabgekommen,
um sie zu erretten aus der Hand der Ägypter und sie aus diesem Land zu
führen in ein gutes und weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig
fließt, an den Ort der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Pheresiter, Hewiter
und Jebusiter.» Und in Johannes 3, 13 steht: «Und niemand ist
hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen
ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.» Und dann kommt der Vers 16:
«Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn
gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges
Leben hat.»
Die Befreiung
Wie konnte Israel befreit werden? Auf der Grundlage des Blutes des
Lammes. Und das gilt dann auch für uns. Kann der Mensch vor dem Gericht
Gottes verschont werden? 2. Mose 12, 13: Werde ich das Blut sehen, werde
ich verschonend vorübergehen. Römer 5, 9 zeigt die Parallele: «Wie viel
mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt
worden sind, durch ihn vor dem Zorn errettet werden!» Der Zorn Gottes ist
ein ganz wichtiger Punkt, vor dem müssen wir gerettet werden. Von Natur
aus, wegen unserem sündigen Leben, haben wir Gottes Zorn verdient, so wie
der Zorn Gottes über Ägyptenland kam und auch über die Israeliten gekommen
wäre, wenn sie nicht Zuflucht genommen hätten zum Blut des Lammes. Und wie
ging das damals? Durch persönliche Annahme des Lammes, jeder musste das
Lamm essen. Nicht kosten, essen, in sich aufnehmen, ganz persönlich, jeder
einzelne.
Johannes 6, 51: «Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel
herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in
Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich
geben werde für das Leben der Welt.» Der Text hier meint eine punktuelle
Handlung, wer isst, den Akt des Essens vollzieht, wird leben in Ewigkeit.
Und so gibt es, wie für Israel damals, Befreiung aus dem System der Welt
(Ägypten), von Satan (Pharao) und dem göttlichen Gericht. Siehe Galater 1,
4, Kolosser 1, 3 und 2. Mose 12 (entspricht Römer 8, 1).
Römer 8, 1: «So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in
Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem
Geist.» Also wir sehen, wie diese ganze Geschichte 2. Mose 1-12 das
neutestamentliche Evangelium vorbildet. Es zeigt uns, wie der Mensch von
Satans Macht, von der Macht des Zeitgeistes, von der Macht der Welt und vor
dem Gericht Gottes gerettet werden kann.
Der Glauben der alten Ägypter
Nun, wir gehen weiter im Praktischen, aber mit dem Thema Verhärtung des
Herzens. Jetzt will ich etwas erzählen über den Glauben der alten Ägypter.
Die haben sich auch Vorstellungen davon gemacht, wie das dann weitergeht
nach dem Tod. So wie die Animisten, von denen wir heute Morgen gehört
haben. Die Ägypter lehrten: Wenn der Mensch stirbt und dann richtig
einbalsamiert wird, mumifiziert wird, und begraben wird, dann kommt er ins
Totenreich und im Totenreich wird er vor Gericht gestellt. Da wird ihm eine
Liste vorgelegt mit Sünden, und wenn er vor Gericht schuldig gesprochen
wird, dann droht für ihn die Vernichtung. Aber jeder möchte weiter leben
nach dem Tod. Und nun ist es ja so, das wussten auch die Ägypter, wenn uns
ein Sündenkatalog vorgelegt wird, da haben wir alle keine Chance. Wie
können wir gerettet werden?
Nun im Totenbuch der alten Ägypter werden diese Dinge beschrieben. Darin
steht, dass der Mensch einfach alle Sünden abstreiten muss. Das nennt man
in der Ägyptologie das negative Bekenntnis. Jeden Punkt leugnen. Jetzt gibt
es aber ein Problem. Unser Herz ist ja in gewissen Momenten doch dazu
bereit, etwas zuzugeben, d.h. die Wahrheit zu sagen. Selbst bei
hartgesottenen Kriminellen kann man das feststellen, wie sie plötzlich
anfangen alles zu erzählen. Das, sagten die Ägypter, ist eine große Gefahr,
das Herz ist bereit die Wahrheit zu sagen. Aber wenn es das tut, dann hat
das meinen Untergang zur Folge. Was kann man da machen? In dem ägyptischen
Totenbuch findet man das Gericht vor dem Gott der Unterwelt dargestellt und
da ist eine Waage zu sehen. Auf der einen Seite in der Waagschale befindet
sich eine Feder und auf der anderen Seite das Herz. Die Feder ist in der
ägyptischen Hieroglyphenschrift das Wort für Wahrheit. Also das Herz wird
mit der Wahrheit konfrontiert.
Und wenn es jetzt spricht, ist alles aus. Um dies zu verhindern,
praktizierten die Ägypter eine Steinmagie. Mit Hilfe eines Steinkarabäus,
das ist ja dieser heilige Käfer, der die Sonnenscheibe symbolisiert, der in
Herzform gebildet wurde. Wenn ein Toter einbalsamiert wurde, hat man diesen
Stein auf ihn gelegt und hat Rituale durchgeführt und hat das Herz
beschwört, es soll ja nicht die Wahrheit sagen, dass es also hart sein
soll, wie Stein. Und durch diese Steinmagie mit diesem Karabäus sollte also
das Herz hart gemacht werden wie Stein. Und wenn das gelingt, dass das Herz
hart wie Stein bleibt, so wird der Mensch schließlich gerettet, denn das
Herz wird dann nicht aussagen. Die Lehre des Heils bei den Ägyptern war
also: Ein verhärtetes Herz bringt Rettung. Genau dieser Punkt also, der so
zentral ist in der ägyptischen Religion, wird jetzt hier so in den
Mittelpunkt gestellt. Und was zeigt uns 2. Mose 1-16? Ein verhärtetes Herz
bringt den Menschen unter das Gericht Gottes. Und der Pharao kommt
schließlich um im Roten Meer, im Schilfmeer.
Prädestination
Ich lese aus Sprüche 28, 14: «Wohl dem Menschen, der beständig in der
Furcht [Gottes] bleibt; wer aber sein Herz verhärtet, wird ins Unglück
stürzen.» Die biblische Lehre ist also genau das Gegenteil der ägyptischen
Lehre. Und lesen wir noch den Vers davor, Vers 13: «Wer seine Schuld
verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, wer sie aber bekennt und lässt,
der wird Barmherzigkeit erlangen.» Das ist die biblische Lehre des Heils.
Der Mensch muss Gott seine Schuld bekennen, muss alles zugeben, alles
aufdecken, dann gibt es die Möglichkeit der Rettung durch das Blut des
Lammes. Psalm 95, 7 beschreibt dann die Wüstenwanderung Israels und wie sie
da oft verstockt waren. Und da wird gewarnt: «Denn er ist unser Gott, und
wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. »Heute, wenn ihr
seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie bei der
Herausforderung, am Tag der Versuchung in der Wüste, wo mich eure Väter
versuchten; sie prüften mich - und sahen doch mein Werk!»
Und dieser Aufruf wird dann übernommen im Hebräerbrief, wo es auch oft um
die Wüstenwanderung geht und es kommt vor wie ein Refrain: Heute, wenn ihr
seine Stimme höret, verhärtet eure Herzen nicht. Ich habe die Stellen im
Übersichtsblatt alle aufgeführt. Der Hebräerbrief zeigt, dass die Lehre des
Heils das Opfer Jesu Christi ist, aber dass der Mensch, der sein Herz
verhärtet, ins Unglück fallen wird.
Der Pharao war kein Opfer einer negativen Prädestination, er hat sich
selbst sechsmal verhärtet und dann erst kam Gottes Verhärtung. Das
bedeutet, dass auch er eine Gnadenzeit hatte, die dann aber abgelaufen ist.
Gott hatte aber schon viel früher vorausgesagt, dass der Pharao nicht hören
würde, sondern dass er sich verhärten würde. Und Gott wollte das zum Anlass
nehmen, um seine Herrlichkeit sichtbar werden zu lassen. Aber in diesem
Zusammenhang ist der Ausdruck «Vorkenntnis» im NT sehr wichtig, «prognosis»
heißt er. In 1. Petrus 1, 2 sagt Petrus zu den Gläubigen, dass sie
auserwählt sind nach der Vorkenntnis Gottes. Bei der Wetterprognose ist es
ja so, dass die Meteorologen nur das Wetter vorherbestimmen können, das
heißt vorhersagen, wie es wird. Aber sie haben keinen Einfluss darauf. Sie
können also nicht bestimmen, wie das Wetter wird, aber sie können es (im
besten Fall) vorhersehen. Das ist ein schwacher Vergleich, aber Gott der
Allwissende, Jahwe, der ja der Zeit nicht unterworfen ist, hat genau
gesehen, wie es kommen würde, der Pharao wird das Heil ausschlagen. Gott
will, dass alle Menschen errettet werden, 1. Petrus 2, 4. Das will er, aber
nicht alle Menschen wollen das annehmen. Und so haben wir den Ausdruck
prognosis auch noch in Apostelgeschichte 2, 23 und das verwandte Verb in
Römer 8, 29. Diesen Abschnitt haben die Reformatoren als die goldene Kette
bezeichnet.
Schlagen wir einmal die goldene Kette auf: «Denn welche Er zuvor erkannt
hat, die hat er auch zuvor bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu
sein.» Merken wir die Reihenfolge? Zuerst kommt die Vorkenntnis und dann
aufgrund der Vorkenntnis hat Gott sie zuvorbestimmt, dass sie die Stellung
des Sohnes bekommen sollten, das heißt Kinder Gottes werden. «Welche er
aber zuvorbestimmt hat, die hat er auch berufen und welche er berufen hat,
die hat er auch gerechtfertigt und welche er gerechtfertigt hat, diese hat
er auch verherrlicht.» Das kommt zwar erst noch, aber hier ist es schon als
vollendet dargestellt. Merken wir die goldene Kette? Vorkenntnis –
Zuvorbestimmung – Berufung – Rechtfertigung – Verherrlichung. Die
Prädestination ist ein ganz wichtiges Thema in der Bibel, wurde aber oft
vernachlässigt. Gut, die Reformatoren haben ja miteinander einige Mühe
gehabt wegen diesem Thema und es hat dann auch in die andere Richtung
Extremismus gegeben, wie die Arminianer, die sind total von der Bibel
weggekommen. Aber es gab eben einen Kampf zwischen doppelter
Prädestination, Calvin, der vertreten hat, dass Gott gewisse Menschen von
Anfang an zur Verdammnis bestimmt hat. Und da haben viele Reformatoren
gesagt, nein, das geht zu weit. Zum Beispiel Bullinger war ja aus dem
Kanton Aargau, Kind von einem Priester, war ein Drama, gab es ja oft in
dieser Zeit, und der ist gläubig geworden und wurde ein wunderbares
Werkzeug Gottes, viel seelsorgerlicher als sein Vorgänger Zwingli. Und der
hat gesehen, das könnte mit Genf eine Kirchenspaltung geben und dann hat er
gesagt zu Calvin, schau mal, wir haben viel zu lernen von dir und hat das,
was er so positiv fand, die Ehrfurcht vor Gott und die Handhabung des
Abendmahls und so weiter, gerne aufgenommen, aber er sagte, was die
doppelte Prädestination anbetrifft, das möchten wir auf Genf beschränken.
Also wir wollen keine Spaltung, aber wir möchten nicht, dass du das für uns
nach Zürich bringst. Das war so ein Ringen um die biblische, ausgewogene
Sicht der Dinge. Aber gerade in der Reformation findet man bei
verschiedenen Reformatoren eine tiefe Einsicht in diese Dinge und so findet
man schon bei den Reformatoren den Ausdruck «die goldene Kette» (Römer 8).
Gott will, dass alle Menschen errettet werden, 1. Timotheus 2, 4. Gott
will nicht, dass irgendjemand verlorengeht, 1. Petrus 3, 9. Und da müssen
wir jetzt sagen: Wer verlorengeht, verschuldet dies selbst wie der Pharao.
Gott ruft, aber wer oft zurechtgewiesen nicht gehorcht, wird zerschmettert
werden (Sprüche 29, 1). Und das wird uns hier eindrücklich dokumentiert.
Wie kann der Mensch gerettet werden? Nur indem er alles zugibt, nichts
zudeckt. Das Herz muss die ganze Wahrheit sagen und dann wird man gerettet
durch das Blut des Erlösers.
Die zehn Plagen
Jetzt gehen wir zu den zehn Plagen. Die zehn Plagen kann man aufteilen in
3+3+3+1, so ist die Gliederung. Wir haben hier in der Liste Zyklus I:
Nilwasser zu Blut (danach immer die Bibelstelle), zweitens die Frösche und
dann die Stechmücken. Alle drei Plagen sind ausgelöst durch den Stab
Aarons. Aber der nächste Zyklus, Hundsfliegen, Viehpest, Geschwüre, die
werden ohne Stab ausgelöst. Und dann der dritte Zyklus, Hagel,
Heuschrecken, Finsternis, die werden durch den Stab, bzw. die Hand Moses
ausgelöst. Also schon äußerlich sehen wir, das sind Dreiergruppen. Aber es
geht noch weiter. - Übrigens der vierte Zyklus, das ist nur noch der
Höhepunkt, das Schlagen der Erstgeburt wird durch Gott selbst ausgelöst.
Gott kommt nach Ägypten. - Nun, bei der ersten Plage sagt Gott zu Mose, er
soll am Morgen früh zum Pharao gehen, wenn dieser zum Nil hintritt und dann
soll er ihm diese Plage ankündigen. Die zweite Plage wird im Palast
angekündigt und die dritte Plage geschieht ohne Warnung. Jetzt beim
nächsten Zyklus war das genau gleich. Die Hundsfliegen wurden am Morgen
beim Nil angekündigt, die Viehpest im Palast und die Geschwüre kamen ohne
Warnung. Dann der dritte Zyklus: Der Hagel wurde wieder am Morgen dem
Pharao angekündigt, möglicherweise auch am Nil, aber das wird hier nicht
ausdrücklich gesagt, die Heuschrecken wurden wieder im Palast angekündigt –
bei der zweiten Plage wird nämlich immer gesagt: Gehe zum Pharao hinein!
Das ist also im Palast. Und bei der ersten Plage jedes Zykluses wird immer
gesagt: An den Nil oder vor den Pharao! – und die dritte in diesem letzten
Zyklus geschieht ohne Warnung. Merken wir etwas? Also ganz eindeutig diese
Struktur.
Die Reaktionen des Pharao
Jetzt wollen wir auch noch schauen, wie der Pharao jeweils reagiert hat
auf diese Plagen. Auf die erste Plage, Nilwasser zu Blut, da hat er sich
schlicht geweigert (2. Mose 7, 22-23). Er wollte nicht gehorchen. Bei der
zweiten Plage hat er gesagt: Ihr könnt gehen, falls die Frösche aufhören
(Kap. 8, 8). Bei der dritten Plage hat er sich wieder strikt geweigert
(Kap. 8, 15). Bei der vierten Plage hat er gesagt: Schaut mal, ihr könntet
ja eigentlich eurem Gott in Ägypten ein Opfer darbringen (Kap. 8, 25). Er
sucht irgendwie eine Kompromisslösung. Also Mose ist nicht darauf
eingegangen. Wir ziehen aus, wir werden Gott in der Wüste ein Fest feiern,
hat er dem Pharao gesagt. Das war das klare Ziel. Eben nach Hause zur
Stiftshütte und dann dort Gott dienen, aber weg von Ägypten. Bei der
fünften Plage, gibt es wieder eine totale Weigerung (Kap. 9, 7). Bei der
sechsten auch (Kap. 9, 12). Bei der siebten da sagt er: Falls der Hagel
aufhört, dann könnt ihr gehen (Kap. 9, 28). Bei der achten Plage hat er
dann wieder die Idee eines Kompromisses, einfach, die Männer können
ausziehen, aber die Kinder bleiben da (Kap. 10, 11). Aber Mose sagt: Kommt
nicht in Frage. Und dann bei der neunten Plage sagt der Pharao: Also ihr
könnt alle gehen, nur eure Tiere nicht (Kap. 10, 24-26). Und auch hier sagt
Mose: Kommt nicht in Frage, keine Klaue bleibt hier. Wir brauchen Opfer.
Und dann bei dem letzten, bei dem totalen Schlag, wo Gott nach Ägypten
kommt, da drängt schließlich der Pharao darauf, dass sie gehen (Kap. 12, 31-
32). So, das sind so die Weigerungen und Reaktionen und Kompromisse des
Pharao.
Satan will nicht, dass Menschen frei werden
Jetzt können wir sehr praktisches daraus lernen. Also Satan will
prinzipiell nicht, dass Menschen frei werden. Also er versucht, was er
kann, sie zurück zu halten. Und wenn es nicht geht, dann sagt er: Also gut,
dann mach halt Gottesdienst, aber in Ägypten, nach dem Zeitgeist. Ihr dürft
Gottesdienst feiern, aber bitte nach dem Zeitgeist. Und Mose sagt: Kommt
nicht in Frage. Dann versucht er es wieder. Er will sie nicht gehen lassen,
Weigerung, Weigerung. Und schließlich sagt er, ja gut, also sollen doch die
Männer gehen, ist ja sowieso Brüdersache, oder. Kommt nicht in Frage, die
Kinder dalassen, nein. Die ganze Familie muss mitgehen. Also Satan versucht
wenigstens, sollen doch die Männer gehen, aber die Kinder lasst mir und die
Frauen. Aber Mose sagt nein, alle zusammen, Männer, Frauen, Kinder, alle
zusammen. Hier wird die Familie nicht aufgesplittet. Und dann schließlich
sagt er, ja gut geht alle, aber bitte ohne Opfer. Also man geht, aber
eigentlich ist der Gottesdienst dann inhaltslos, denn all diese Opfertiere
weisen ja hin auf Jesus Christus, z. B. das Lamm und all die anderen
Opfertiere, die haben ja alle Kennzeichen, Merkmale die hinweisen auf Jesus
Christus. Also er lässt uns gehen, aber dann möglichst ein inhaltsloser
Gottesdienst. Das sind so die Techniken Satans wenn es geht um das
Ausziehen aus Ägypten geht.
Und wir sehen dann auch, das kommt nächstes
Mal, wie wichtig dann eben das Schilfmeer war. Gott hätte ja sein Volk dann
hinausführen können den kürzesten Weg nach Israel am Mittelmeer entlang,
aber er hat gesagt, Kapitel 13, nicht diesen kurzen Weg, denn plötzlich
gibt es Schwierigkeiten, dann wollen die wieder zurück nach Ägypten. Die
sollen durchs Rote Meer und dann runter, so dass gewissermaßen eine
natürliche Barriere da ist, so dass sie nicht mehr zurück können. Und da
hat Gott vorgesorgt. Das Problem ist, jemand kommt aus der Gewalt Satans
weg, aber dann plötzlich reut es ihn wegen irgendwelchen Schwierigkeiten im
Leben und dann sagt er: Das war doch toll, diese Fische, diese Melonen in
Ägypten, und dieser Knoblauch. Steht ja so in der Bibel. Es gibt ja Leute
die haben zum Leben gern Knoblauch. Aber da sollte eine Barriere sein,
damit sie nicht einfach so schnell wieder zurück kehren können. Man sieht
auch bei Israel wie schnell vergesslich die waren. Plötzlich in der Wüste
fangen sie an: Das war so toll damals in Ägypten, diese Fleischtöpfe. Sie
sehen das Essen, aber das Leben dort war ja ganz brutal. Und so gibt es
auch Menschen heute, die vergessen manchmal wie das ist, unter der
Herrschaft von Satan zu leben. Das ist brutal, aber sie wollen trotzdem
wieder zurück. Wir werden also sehen, diese Barriere des Roten Meeres, das
war dann auch noch eine ganz wichtige Sache. Das wirklich Brücken
abgebrochen werden zum früheren Leben, damit man nicht zurück kommt.
So, wir kommen zum letzten Teil, das ist der schwierigste Teil, weil wir
jetzt alle müde sind. Ich bin auch gesundheitlich etwas reduziert, aber wir
wollen uns Mühe geben, dass wir auch möglichst wach da hindurch kommen.
Nochmals zu den Reaktionen. Ich denke, das ist sehr aktuell diese
Verhandlungen, diese bilateralen Verhandlungen, die der Pharao mit Israel
versuchte durchzubringen: Opferung in Ägypten, nur die Männer gehen, und
dann ohne Opfertiere. Was den Vorschlag, dass nur die Männer gehen sollten,
anbetrifft, Mose wollte die ganzen Familien beieinander haben. Und das ist
doch auch im Zeitgeist heute, dass man die Gemeinde splitten will, in die
Jugend und die Alten. Das spricht nicht gegen Jugendarbeit, aber Gemeinde
Gottes, Gottesdienst, nach Gottes Plan, das soll eine Sache sein, die die
ganze Familie umfasst, die Kleinen und die Großen, Männer und Frauen. Gott
will ganze Familien. Das zieht sich auch durch die ganze Bibel hindurch,
wenn wir z. B. denken an die Rettung in der Arche. Gott will ganze Familien
beieinander haben. Und Paulus sagt ja auch dem Gefängniswärter, so wirst du
und dein Haus gerettet werden. Es ist ganz wichtig, dass wir das nicht
zulassen, dass die Gemeinde eben aufgesplittet wird in verschiedene
Gruppen. Und das mit der Opferung in Ägypten haben wir auch verstanden,
also wenn wir Gottesdienst als Disco machen und so weiter. Ich habe das
heute Morgen ein bisschen angetönt, das ist absolut inakzeptabel. Mose
sagt, so geht das nicht, wir gehen raus, wir trennen uns von Ägypten.
Die Plagen auf dem Hintergrund der Ägyptologie
Jetzt gehen wir weiter zur nächsten Tabelle. Wir wollen jetzt diese
Plagen anschauen auf dem Hintergrund der Ägyptologie, der ägyptischen
Religion. Warum das Gericht über das Nilwasser, das zu Blut wurde? Die
Ägypter verehrten Hapi oder Apis, den Gott mit Stierkopf. Das war der Gott
der Nilüberschwemmungen. Die Nilüberschwemmungen waren ja sehr wichtig für
das Leben in Ägypten, denn diese brachten den fruchtbaren Schlamm und dann
wurde da hineingesät und das sicherte gewissermaßen das Leben in Ägypten
bis in die jüngste Zeit hinein. Die Sowjetunion hat das ja dann kaputt
gemacht mit dem Assuan-Staudamm. Das ist eine Katastrophe, was sie ihnen
damit aufgebürdet haben. Aber das nur nebenbei. Aber anstatt dem
Schöpfergott die Ehre zu geben, der ja nach Apostelgeschichte 14 den
Heidenvölkern fruchtbare Zeiten und Regen und so weiter gegeben hat und
Freude, haben sie die Nilüberschwemmung als Gott verehrt. Oder auch Isis
wurde als Göttin des Nils verehrt. Khnum, der Gott mit Widderkopf, wurde
verehrt als der Bewacher des Nils. Und nun Jahwe, der Gott Abrahams, Isaaks
und Jakobs, der sagt, jetzt soll die Quelle des Lebens in Ägypten zu einem
Fluch werden. Da wurde deutlich, wer das letzte Wort spricht in Ägypten.
Das war also ein Gericht über diese falschen Götter.
Dann kam die Froschplage. Die Göttin Heqt wurde dargestellt mit
Froschkopf. Das ist eine der verschiedenen Gestalten der Göttin Hathor, der
Liebesgöttin. Und so hat also der Gott Israels befohlen, diese Frösche
sollen zu einer furchtbaren Plage werden für ganz Ägypten um zu zeigen,
dass diese Froschkopfgöttin überhaupt nichts zu berichten hat, wenn Gott,
der Gott der Bibel befiehlt.
Dann kamen die Stechmücken, eine furchtbare
Plage für das ganze Volk. Nun, der Pharao wurde ja angesehen als die
Inkarnation des Sonnengottes Re, und der sollte den Lauf der Geschichte
lenken. Und er sollte für das Wohl seines Volkes sorgen. Aber der Pharao
konnte das nicht verhindern und somit wurde er gewissermaßen damit
gerichtet. Übrigens, diese Liste ist nicht vollständig, sondern es sind nur
ein paar Anregungen, um zu zeigen, dass bei jeder Plage Götter Ägyptens
betroffen worden sind.
Dann bei den Hundsfliegen – ich komme noch darauf
zurück, was das soll – da haben wir auch wieder ein Gericht über den
Pharao, der ja für das Wohl seines Volkes sorgen sollte. Dort übrigens, da
sind wir wieder beim zweiten Zyklus, da gab es eine Scheidung zwischen
Israel und Ägypten. Die Israeliten wurden nicht betroffen. Schlagen wir das
auf, 2. Mose 8, 21: «Denn wenn du mein Volk nicht ziehen lässt, siehe, so
werde ich die Hundsfliegen senden über dich und über deine Knechte und über
dein Volk und in deine Häuser und die Häuser der Ägypter werden voll
Hundsfliegen sein und auch der Erdboden, auf dem sie sind. Und ich werde an
selbigem Tage das Land Gosen aussondern, in welchem mein Volk weilt dass
daselbst keine Hundsfliegen seien, auf dass du wissest, dass ich, Jahwe, in
der Mitte des Landes bin. Und ich werde eine Scheidung setzen zwischen
meinem Volk und deinem Volk; morgen wird dieses Zeichen geschehen.» Da
zeigt Gott, aber ich kann für das Wohl meines Volkes sorgen. So
eindrücklich, die Ägypter werden geplagt, die Israeliten werden verschont.
Dann die fünfte Plage, die Viehpest. Das war wieder ein Schlag auf die
ägyptischen Götter, nämlich auf Hapi, dem Gott mit dem Stierkopf, Hathor,
die als Kuh verehrt wurde, aber auch verschiedene andere Gestalten annehmen
konnte, unter anderem auch die eines Frosches, dann Khnum, der Gott mit dem
Widderkopf und Sunu, der Gott der Pest. Aber es wurde deutlich, dass Jahwe
auch Herr ist über die Viehpest.
Und dann kamen die Geschwüre. Sekhmet war
die Göttin mit der Macht über Krankheiten, die konnte das aber nicht
verhindern. Und Isis war eine Göttin der Heilung, hatte aber auch nichts zu
berichten.
Dann kam als siebte Plage der Hagel. Set, ein sehr wichtiger
Gott bei den Ägyptern, war unter anderem der Gott des Sturms, konnte da
aber auch nichts ausrichten zugunsten von Ägypten. Nut, die Himmelsgöttin
auch nicht. Osiris, Gott der Ernte und der Fruchtbarkeit, konnte auch
nichts tun, denn durch den Hagel wurden ja der Flachs und die Gerste
zerschlagen.
Und dann haben wir die Heuschrecken, die alles abfraßen. Das
war wieder ein Schlag gegen Osiris, den Gott der Ernte.
Dann kam die
Finsternis und wir wissen ja, dass insbesondere die verschiedenen Arten von
Sonnengöttern in Ägypten eine ganz entscheidende Rolle spielten. Darum war
das wieder ein Schlag speziell gegen Re, den Sonnengott, oder Horus, der
auch als Sonnengott verehrt wurde. Und gegen den Pharao der als Inkarnation
als Ra und Horus-Osiris betrachtet wurde.
Alles ein wenig verwirrend, oder. Man weiß gar nicht so genau, wer der
Pharao denn eigentlich ist. Ist es jetzt Horus oder ist er Re? Die
ägyptische Religion ist sehr paradox, so widersprüchlich in sich. Und im
Laufe der Zeit hat sich die Religion in der Geschichte immer wieder
gewandelt. Und da wurden auch verschiedene Götter wieder gleichgesetzt, die
früher getrennt waren. Aber das ist etwas ganz typisches im Heidentum, das
mit dem Fremdwort Synkretismus bezeichnet wird, das heißt
Religionsvermischung. Das ist typisch für alle Religionen außerhalb der
Bibel. Ja, wir haben doch in der Schule gelernt, Jupiter bei den Römern ist
das Gleiche wie Zeus bei den Griechen. Und Artemis bei den Griechen
entspricht der Diana der Römer und so weiter. Wir haben all diese Götter,
die gleichgesetzt werden. Und wir haben wahrscheinlich gar nichts dabei
gedacht. Aber wir müssen uns doch fragen, ja wie geht das denn, diese
Gleichsetzung. Das waren doch die Griechen, und das waren die Römer. Ja das
war wirklich so. Die Römer, wenn sie ein Volk erobert haben, haben sich
erst einmal angeschaut, was diese für Götter haben. Und dann haben sie
versucht, diese Götter mit den Göttern, die sie schon hatten, in
Übereinstimmung zu bringen. Und dann war vielleicht einiges da, das man
nicht gleichsetzen konnte und diese haben sie dann neu aufgenommen in das
Pantheon. Die Religion der Römer war also offen für alles. Da konnte man
integrieren. Und da gab es dann das Christentum im römischen Reich, und das
römische Reich wollte man ja politisch zusammenhalten durch den gemeinsamen
Kaiserkult. Und das haben alle gemacht, außer den Juden. Aber die hatten
eine Spezialregelung bekommen. Da gab es effektiv ein bilaterales Abkommen,
ganz, ganz außergewöhnlich. Die waren wirklich davon verschont. Aber sonst
niemand. Alle mussten den Kaiserkult annehmen. Die Juden waren ja, von den
Römern aus gesehen, ein ganz komisches Volk und die muss man spezial
behandeln. Auch die Legionäre aus dem Judentum, die waren so komisch, die
wollten nur bestimmte Dinge essen, und anderes nicht. Und am Sabbat da
wollten die nie arbeiten. Die waren sehr verhasst wegen diesen
Spezialdingen.
Aber dann kam das Christentum und es gab immer mehr Leute die sagten,
nein, wir räuchern nicht dem Kaiser. Ja, sind die verrückt? So dumme,
kleine Sklaven – es haben sich ja viele gerade aus den untersten Schichten
bekehrt – warum wollen die so stur sein? Rom ist doch offen für alles. Man
durfte alle diese Kulte, die aus dem Osten kamen und aus Ägypten, diese
Geheimkulte – das war ja in damals – das durfte man alles praktizieren, war
doch gar kein Problem. Aber das kam eben noch dazu. Aber die waren stur.
Die sagten, nein, wir räuchern dem Kaiser nicht. Aber dann müsst ihr vor
die Löwen. Ja, dann gehen wir vor die Löwen. Das war für das römische
Denken so unmöglich, wie können die so stur sein. Sie hätten ja sagen
können, das mit dem Räuchern, das ist ja einfach nur Räucherstoff, ich
denke mir gar nichts dabei, ich mache es einfach. Und dann bekomme ich den
Libellus, den Ausweis, ich habe es gemacht, und dann ist die Sache
erledigt. Aber es waren so viele so stur und sagten, nein das geht nicht.
Und wir sehen, das Heidentum kann nicht verstehen, dass wir nein sagen,
keine Gleichsetzung. Denn das Heidentum kann alles gleichsetzen und darum,
auch die Leute in unserer Gesellschaft sagen, ist doch toll, all diese
Religionen und Allah und die ganzen Götter im Hinduismus, denn letztlich
ist es doch alles dasselbe. Eigentlich wollen doch alle dasselbe. Und dann
die sturen Fundamentalisten, die sagen einfach nein, das ist nicht
dasselbe. Aber heidnisches Denken kann alles gleichsetzen, kann alles
verbinden, kann alles kombinieren. Die Bibel sagt aber nein, es gibt einen
wahren Gott und sonst nichts. Das also zu dieser Problematik, dass in der
ägyptischen Religion so viele Widersprüche da waren. Aber das wurde gar
nicht als Widerspruch empfunden, sondern als wunderbare religiöse Harmonie.
Jetzt kommen wir also noch zur zehnten Plage. Die Erstgeburt wurde
geschlagen. Das war ein Schlag gegen Min, dem Gott der Zeugung, gegen
Heqet, Liebesgöttin und Göttin der Geburt, Isis, die als Göttin des
Kinderschutzes verehrt wurde und wieder gegen den Pharao und speziell gegen
den Pharao-Sohn, der Erstgeborene wurde ja getötet, und der war ja auch
wieder eine Inkarnation vom Sonnengott. Fragt man sich auch, ja wie geht
das, da ist der Pharao da und dann auch noch sein Sohn eine Inkarnation.
Wie geht das? Man sah da gar kein Problem. Wenigstens bei den Tibetanern da
gibt es nur einen Dalai-Lama zur gleichen Zeit. Die müssen ja immer warten
bis der gestorben ist und dann gibt es wieder einen neuen Dalai Lama. Aber
bei den Ägyptern musste das ja gleichzeitig existieren. War kein Problem.
Wiederum also ein Schlag Gottes gegen diese Götterverehrung.
Die Plagen in den Augen der Ägypter
So, und nun wollen wir das noch sehen als eine Perspektive mit den Augen
in Ägypten selber. Das waren ja alles Wunder Gottes, übernatürliches
Eingreifen. Und trotzdem sieht man Verbindungen zu gewissen
Naturphänomenen. Aber auch die ganz normalen, nicht übernatürlichen Dinge
in der Natur, sind in Gottes Hand. Also wir haben ein sehr mechanistisches,
weltliches Denken. Oft denken wir, wenn es blitzt dann sind das einfach
Entladungen, und denken gar nicht mehr daran, dass Gott wirklich aktiv das
Geschehen in der Natur in der Hand hat. Auch die ganz natürlichen
Phänomene. Im Buch Hiob wird gesagt, Gott donnert wunderbar mit seiner
Stimme. Wenn es ums Gewitter geht, Hand aufs Herz, wann hast du das letzte
Mal bei einem Gewitter gedacht, Gottes Stimme ist wunderbar. Ja das kommt,
weil wir so stark von der Aufklärung her beeinflusst sind in unserem
Denken. Wir denken ganz mechanistisch und sehen nicht mehr, dass selbst die
Naturgesetze Gottes aktives Handeln sind. Der Herr Jesus hält alle Dinge
zusammen (Kolosser 1, 17).
Gut. Das Nilwasser kam ja über die Ufer im
August/September. Das waren diese wichtigen Überschwemmungen für die
Fruchtbarkeit. Die wurden aber hier zum Fluch. Und es gibt in Ägypten eine
Mikrobe, flagellates, die kann dann bei zu starken Überschwemmungen zu
stark vermehrt werden und diese färbt das Wasser rot. Aber das war ja da so
extrem, so furchtbar, dass das Wasser überhaupt nicht mehr zu trinken war.
Also man kann das nicht einfach nur so natürlich erklären, sondern das was
normalerweise natürlich vorkam, war so stark übertrieben da, dass dies
sogar zu einem Fischsterben führte. Das wird ja hier auch gesagt, dass die
Fische starben. Und dieses Fischsterben führt natürlich zur Infektion. In
Ägypten ist die Infektion möglich durch den Bazillus anthracis und der
infizierte natürlich die Frösche und die toten Fische trieben die Frösche
zur Flucht. Die kamen also an Land. Aber das auch nicht in einem normalen
Maß. Das war so extrem, so völlig ungewöhnlich, das ganze Land Ägypten war
mit diesen Fröschen überfüllt. Also die Reproduktion war dermaßen abnormal,
dass überall die Frösche waren. In allen Haushaltungen, im Backofen drin,
im Bett des Pharao waren die Frösche, also abscheulich. Im Ehebett waren
die sogar und das hat seine Bedeutung, darauf kommen wir noch. Alles war
voll Frösche, überall waren sie, der ganze Alltag erfüllt von Fröschen.
Nun die Stechmücken. Das könnten in Ägypten für diese Situation speziell
die sogenannten Sandfliegen sein. Und das ist dann wieder im Zusammenhang
mit der zu hohen Überschwemmung, da das zu einer starken Brut geführt hat.
Aber wieder als göttliches Wunder, dermaßen abnormal hoch, dass das ganze
Land davon geplagt wurde. Dann die Hundsfliegen könnte man in Verbindung
bringen mit einer speziellen Fliege in Ägypten, Stomocys calcitrans. Ist
auch nicht so wichtig der Name, kennen wir doch sowieso nicht, oder. Und
auch wieder wegen zu hoher Überschwemmung eine starke Brut. Aber jetzt die
Folge, sehen wir nachher noch. Wir gehen zur fünften Plage, der Viehpest,
als Folge der Infektionskrankheit durch die Frösche. Die wurden ja durch
den Bazillus anthracis infiziert, kamen aufs Land und starben dort in
Massen und das führte wieder zur Infektion der Viehpest.
Die nächste Plage,
die Geschwüre, kann man gerade erklären eben durch die
Krankheitsübertragung durch diese Hundsfliege. Und dann sind wir bereits im
Januar/Februar mit dem Hagel, denn es werden ja dort der Flachs und die
Gerste erwähnt und die werden grad in dieser Zeit in Ägypten reif. Und dann
die Heuschrecken, eine Folge von dem starken abessinischen Regen, die zu
den starken Überschwemmungen in Ägypten geführt haben. Und dann kommen
diese Heuschrecken. Aber auch in einem so furchtbaren Rahmen und genau
zeitlich so gestaffelt, so wie Gott das vorausgesagt hatte. Also hier wird
nichts natürlich erklärt, sondern es wird einfach gezeigt, wie Gott in der
Natur Wunder wirkt und übernatürlich wirken kann. Und dann sind wir
zeitlich schon ein bisschen weiter. Im März kommt dann der Chamsin auf, das
ist der berühmte, heiße, unerträgliche Wüstenwind, der so im Allgemeinen 50
Tage dauert im Nahen Osten. Auch in Israel kennt man den Chamsin. Das ist
die Zeit wo die Leute dann beginnen zu spinnen in Jerusalem. Der ist so
unerträglich. Chamsin ist arabisch und bedeutet 50, also der 50ger Wind.
Und der hat also in einem so schrecklichen Maß gewütet, dass durch das
Aufwirbeln all des Staubes in Ägypten eben eine greifbare Finsternis
entstanden ist. Diese Finsternis war zum Greifen, im Bibeltext. Und dann
kam die Erschlagung der Erstgeburt durch Gott direkt und dort sind wir im
Passah-Monat Nissan, also März/April. Das heißt also, man könnte diese zehn
Plagen in den zeitlichen Rahmen von einem halben Jahr einfügen. Das waren
jetzt also einige Überlegungen, das ist nicht das letzte Wort, das darüber
gesprochen worden ist. Aber einfach so um zu zeigen, was man sich da denken
kann, wie Gott in der Natur Wunder gewirkt hat.
Die prophetische Bedeutung
Jetzt wollen wir uns aber fragen, was denn das alles prophetisch für uns
zu bedeuten hat. Wir schlagen auf 2. Timotheus 3. Da werden die letzten
Tage der Christenheit beschrieben, also die Endzeit. Das ist nach anderen
Stellen in der Bibel die Zeit, wenn das jüdische Volk aus einer weltweiten
Zerstreuung ins Land der Väter zurückkehrt. Also wir sind davon sehr direkt
betroffen. 2. Timotheus 3, 1-5 – es handelt sich übrigens um das Testament
von Paulus, denn das hat er aus der Todeszelle in Rom als letzten Brief,
als Vermächtnis, für die Gemeinde, für den einzelnen Gläubigen geschrieben – : «Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten da sein
werden; denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend,
prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar,
heillos, ohne natürliche Liebe, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam,
grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, verwegen, aufgeblasen, mehr das
Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren
Kraft aber verleugnen; und von diesen wende dich weg.»
Und dann Vers 8-9:
«Gleicherweise aber wie Jannes und Jambres Mose widerstanden, also
widerstehen auch diese der Wahrheit, Menschen, verderbt in der Gesinnung,
unbewährt hinsichtlich des Glaubens. Sie werden aber nicht weiter
fortschreiten, denn ihr Unverstand wird allen offenbar werden, wie auch der
von jenen es wurde». Vers 13: «Böse Menschen aber und Gaukler werden im
Bösen {Eig. zu Schlimmerem} fortschreiten, indem sie verführen und verführt
werden. Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du völlig
überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast, und weil du von Kind
auf die heiligen Schriften kennst, die vermögend sind, dich weise zu machen
zur Seligkeit {O. Errettung} durch den Glauben, der in Christo Jesu ist».
Die letzten Tage der Christenheit. Da sind wir also noch vor der
Entrückung, denn Timotheus wird angesprochen als Vertreter der Gläubigen,
der Gemeinde. Und es wird gesagt, wie er sich in dieser Zeit, also, wie der
einzelne Gläubige sich in dieser Zeit verhalten soll. Es wird nicht das
Heidentum beschrieben, das wird in Römer 1 mit ganz ähnlichen Worten
beschrieben. Es wird hier beschrieben wie die Menschen, die durch das
Christentum eine Moral bekommen haben, diese in der Endzeit wieder
verwerfen. Also einen moralischen Bruch mit der Vergangenheit vollziehen,
wie das seit den 60er Jahren bei uns geschehen ist. Das war eine Zeit, die
60er Jahre, ich kann mich noch gut erinnern, wie ich trotz meines jungen
Alters das doch sehr bewusst erlebt habe, diesen Aufbruch, diese Stimmung
damals in Zürich und dieses, jetzt Schluss mit dem alten, jetzt ganz neu,
jetzt ganz anders, und Drogen und so weiter. Ja, und jetzt wird gesagt von
dieser Zeit, die Menschen werden so unmoralisch sein.
Der erste Punkt
dieser 18 Punkte ist «eigenliebig». Ein Megatrend heute ist Selbstliebe,
das sagen die Meinungsforscher. Der langen Rede kurzer Sinn. In dieser
Endzeit wird gesprochen über Jannes und Jambres, die Mose widerstanden
haben. Diese Namen finden wir nirgends im zweiten Buch Mose, nirgends sonst
in der Bibel. Aber in der aramäischen Übersetzung der Rabbiner, im Targum,
2. Mose 7, 11 werden die Zauberer dort mit diesen Namen versehen. Also die
jüdische Tradition hat diese Namen bewahrt. Und im Neuen Testament tauchen
sie ja auch hier auf. War also eine richtige Tradition. Diese zwei Zauberer
Jannes und Jambres haben der Wahrheit, haben Mose, der ihnen ja das Wort
gegeben hat, Widerstand geleistet. Wie haben sie das gemacht? Sie haben die
göttlichen Wunder imitiert. Sie konnten auch die Stäbe auf den Boden werfen
und dann wurden die zu Schlangen. Sie konnten auch die Hand in den
Gewandbausch tun und dann kam sie aussätzig heraus und wieder herein, und
die Hand war wieder gesund. Sie konnten auch Wasser in Blut verwandeln und
auch Frösche vermehren. Aber sie konnten nicht aus Staub Steckmücken
machen. Es gab Grenzen, wo also aus wirklich toter Materie Leben entstehen
sollte, das konnte Satan auch nicht. Das ist Gottes Ehre. Wir sehen also
diese Zauberer gerade in Verbindung mit diesen ersten drei Plagen. Und dann
verschwinden sie und machen nichts mehr nach. Also diese letzten Tage, wo
diese Zauberer Jannes und Jambres auftreten und Gottes Zeichen und Wunder
nachmachen, das sind gerade die letzten Tage, wo die Gemeinde noch auf
Erden ist.
Jetzt wollen wir also übertragen. Die erste Plage war, der Nil wurde zu
Blut. Die Quelle des Lebens und damit der Lebensfreude wurde zerstört,
wurde zum Ekel. Und sehen wir das nicht in unserer Zeit, dass Dinge, die
Gott gegeben hat als Quelle der natürlichen Lebensfreude, kaputt gemacht
werden? Zum Beispiel die Ehe. Die Beziehung in der Ehe, mit all dem, was
das umfasst, mit all ihren Facetten, ist doch von Gott gegeben worden für
die Freude des Menschen, damit er eine irdische Erfüllung erlebt. Und
gerade in der Endzeit erleben wir heute wie das für so viele Menschen zur
Hölle wird. Und so viele Ehen gehen kaputt. Zwei von drei werden
geschieden, und für die dritte ist damit noch nicht garantiert, dass sie
schön ist. Das ist so unglaublich. Und damit auch die Familien Kinder
bekommen, das sollte doch etwas sein, das Gott vorgesehen hat, um eben
schöne Erlebnisse miteinander zu haben, als Bereicherung im Leben. Kinder
als Gabe Gottes. Aber in der Endzeit erlebt man auf ganz besondere Weise,
wie das für viele ein Ekel ist, Familie. Und die Beziehungen kaputt sind
zwischen Kindern und Eltern. Und der Beruf, die Arbeit, ist ja etwas das
Gott gegeben hat vor dem Sündenfall. Gut, nach dem Sündenfall kam noch der
Fluch der Dornen dazu, der Schweiß. Aber ich meine, jeder der arbeitslos
ist weiß zu berichten, dass es ein Segen war zu arbeiten. Aber für wie
viele Menschen in unserer Gesellschaft ist der Beruf gerade auch durch die
gesellschaftlichen Zwänge, am Fließband usw., zu etwas Ekelhaftem geworden,
etwas, das man einfach durchstehen muss. Und wo viele Menschen gar nicht
Schuld sind, dass sie keine Freude haben an ihrer Arbeit. Die Arbeit ist
oft einfach so unmöglich. Und man freut sich nur auf den Freitagabend, aber
so schnell ist schon wieder Montagmorgen. Also viele Menschen erleben dass
das, was Gott gegeben hat zu einer irdischen Erfüllung, was auch
Befriedigung gibt – Arbeit, die ein Ergebnis bringt, bringt auch
Befriedigung. Gut, vielleicht würde man sagen, wir Christen sollten nicht
so sehr darauf schauen was wir geleistet haben. Aber sehen wir da nicht im
Schöpfungsbericht, als alles fertig war, dass Gott seine Werke angeschaut
und sich daran erfreut hat? Und Gott möchte auch, wenn der Mensch Dinge
tut, sich dann auch darüber freut, dass etwas zustande gekommen ist. Es
geht nicht um Hochmut, das ist böse. Aber Freude an dem was wir an Gelingen
bekommen haben aus der Hand Gottes. – heute zu einem Fluch geworden ist.
Und so könnte man also weiterfahren mit Beispielen, wie sich das heute, die
Nil-zu-Blut-Plage, auswirkt.
Dann haben wir die Frösche. Ich habe ja schon erklärt, Heqt, die Göttin
mit Froschkopf, das war eigentlich eine Gestalt von Hathor der
Liebesgöttin. Und die Frösche hängen also zusammen mit der Sexualität, aber
mit perverser. Was fällt bei den Fröschen auf? Die haben keine Kleider. Die
sind wirklich splitternackt. Und man muss einmal das sexuelle Verhalten der
Frösche im Teich beobachten. Das ist so widerlich. Die liegen alle
aufeinander und unabhängig vom Geschlecht, alles durcheinander. Das ist
wirklich, könnte man sagen, Perversion, Promiskuität im Extremsten. Also
Hetero- und Homosexualität und alles durcheinander, Partnerwechsel, alles
durcheinander. Natürlich, das sind Tiere. Es geht ja um ein Bild in der
Natur. Aber was hat das zu bedeuten, dass das ganze Land Ägypten überfüllt
von Fröschen war? Und die Bibel sagt ausdrücklich, sogar im Bett des
Pharao. Und sogar bei den alltäglichen Sachen, die springen aus dem Ofen
raus. Was hat sexuelle Perversion zu tun mit Sportautos. Wir erleben
wirklich wie unsere Gesellschaft, so aggressiv, so überfüllt von Fröschen
ist, dass man kaum eine Straße gehen kann, ohne auf die Frösche zu stoßen,
überall sind die Frösche, an allen Straßenecken. Und verbunden mit allen
möglichen Dingen des Alltags. Und man geht zum Briefkasten, holt die Post,
und da kommen die Frösche raus. Ägypten überschwemmt mit Fröschen, eine
schreckliche Plage. Und denken wir daran, die Trennung Israel-Ägypten kommt
erst ab der vierten Plage. Die Israeliten waren genau so betroffen von der
Plage wie die Ägypter. Und das will uns auch etwas sagen. Die Frösche
machen nicht Halt vor christlichen Familienhaustüren. Aber noch etwas. Die
Frösche werden in der Offenbarung auch noch erwähnt. Die kommen ja sonst
nur in Verbindung mit Ägypten vor in der ganzen Bibel wo über Frösche
gesprochen wird.
Aber in Offenbarung 16, 13-14 heißt es: «Und ich sah aus dem Munde des
Drachen und aus dem Munde des Tieres und aus dem Munde des falschen
Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche; denn es sind Geister
von Dämonen, die Zeichen tun, welche zu den Königen des ganzen Erdkreises
{O. der ganzen bewohnten Erde} ausgehen, sie zu versammeln zu dem Kriege
[jenes] großen Tages Gottes, des Allmächtigen. (Siehe, ich komme wie ein
Dieb. Glückselig, der da wacht und seine Kleider bewahrt, auf dass er nicht
nackt wandle und man seine Schande sehe!)» Hier haben wir diese nackten
Tiere wieder, aber es wird hier ja gesagt, es sind unreine Geister und es
sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun. Ganz Ägypten überfüllt. Da haben
wir die totale esoterische Welle. Esoterik ist ein Milliardenmarkt geworden
jetzt in der Schweiz. Also da haben wir auch in dieser Hinsicht diese
Frösche, die vor nichts und niemandem Halt machen, die kommen in alle
Bereiche des Lebens hinein. In die Kindergärten, in die erste Klasse,
zweite Klasse und so weiter kommen sie herein, sie sind einfach überall,
auch in der Arztpraxis. Und die Zauberer haben auch das noch vermehrt. Die
haben nichts dagegen tun können, die haben es nur noch schlimmer gemacht.
Aber wenn wir auf einer Insel wären und nichts von Europa und Nordamerika
wüssten, eines können wir aus dieser Stelle ableiten, 2. Timotheus 3, in
der Endzeit wird es ein paar Zeichen und Wunder geben. Wenn wir auch sehen,
der Herr Jesus, wenn er über die Endzeit spricht, warnt immer wieder vor
der Verführung. Verführung ist also so, dass man als Gläubiger auch in der
Gefahr ist, dort reinzufallen. Und Paulus hat gesagt, - 2. Tim 3, 4 haben
wir ja schon gelesen - böse Menschen, aber auch Verführer, «goes» heißt
Gaukler oder auch Verführer, Betrüger, werden im Bösen fortschreiten, indem
sie verführen und verführt werden. Also beim Heilen z.B. da gibt es ein
Fortschreiten, in Wellen sozusagen. Und was kann man dagegen machen? Vers
14: «Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast.» Also was er von Paulus an
neutestamentlicher Belehrung hatte. Und dann sagt Paulus in Vers 15: «und
die Heiligen Schriften, die du von Kind auf kennst.» Timotheus aus
jüdischem Elternhaus kannte das Alte Testament. Vers 16: Alle Schrift ist
von Gott inspiriert. Also Neues Testament und Altes Testament, daran müssen
wir uns halten, dann können wir dieser Froschplage entgehen. Also Imitation
der Zeichen und Wunder Gottes und dadurch wird eigentlich letztendlich
Widerstand geleistet gegenüber Gottes Wahrheit. Die Zeichen und Wunder der
Apostel, die werden in der Endzeit nachgeahmt. Gut, und Mose als Vertreter
der Wahrheit Gottes – wir haben gesehen, er ist auch ein Bild des Herrn
Jesus, er wurde geboren wie der Herr Jesus, dann wollte er nach seinem Volk
sehen – seine Wunder sind nun in der Schrift fixiert worden mit einem ganz
bestimmten Ziel. Johannes 20, 30: «Auch viele andere Zeichen hat nun zwar
Jesus vor seinen Jüngern getan, die nicht in diesem Buche geschrieben sind.
Diese aber sind geschrieben, auf dass ihr glaubet, dass Jesus der Christus
ist, der Sohn Gottes, und auf dass ihr glaubend Leben habet in seinem
Namen». Also die Zeichen und Wunder des Christentums die haben wir schon in
der Bibel bezeugt und die werden in der Endzeit nachgeahmt.
Ich komme zur dritten Plage, Stechmücken. Die ziehen Blut heraus. In 3.
Mose 17, 11 wird gesagt, das Leben, oder man könnte auch sagen die Seele,
ist im Blut. Das heißt natürlich nicht, dass die Persönlichkeit, die Seele,
im Blut ist, sondern «nefesch» heißt Leben und auch Seele. Das Leben ist
also im Blut. Aber in der übertragenen Bedeutung symbolisiert es hier die
Seele, die angezapft wird und heute spricht man von einer Volkskrankheit,
wenn es um Depression geht. So viele Menschen werden angezapft von diesen
Sandfliegen, was die Seele anbetrifft und hier wieder kein Unterschied
zwischen Israel und Ägypten. Beide sind betroffen. Und wenn man das so in
diesem Zusammenhang sieht, das Problem der Depression auch in der Gemeinde,
dann bekommt das doch eben endzeitliche Bedeutung.
Aber dann kam die Aussonderung. Israel für sich. Und wir können nun die
nächsten drei Plagen als Gruppe in Beziehung bringen mit der Zeit nach der
Entrückung, die der Herr Jesus dort in Matthäus 24, 8 als der Anfang der
Wehen bezeichnet. Diese scheußlichen Hundsfliegen, die auch Krankheit
übertragen, die symbolisieren etwas von dieser Gesetzlosigkeit die überhand
nimmt, Lieblosigkeit, Betrug, Verführung. Dann kommt die Viehpest. Ein
Schlag auf den Besitzstand. Bei dem Siegelgericht in Offenbarung 6, 5-6wird genau das voraus gesagt, wie ein endzeitlicher Schlag auf den Reichtum
der westlichen Länder kommen wird. Und dann die Geschwüre. Dort in 2. Mose
9, 11wird gesagt, dass sie auch bei den Zauberern ausgebrochen sind und
dann konnten sie nicht mehr vor Mose stehen. Die schämten sich. Man muss
jetzt daran denken, bei den Ägyptern in ihrer Religion war ja die Haut und
die Schönheit der Haut etwas ganz, ganz wichtiges, in religiöser Hinsicht.
Die Priester haben sich ja kahlgeschoren und die haben gut auf ihre Haut
aufgepasst. Und wenn jemand gestorben war, dann hat man die Haut
einbalsamiert, damit sie ja nicht verwest. Und jetzt diese Zauberer, denen
die Haut so wichtig war, da kamen die Blattern raus. Und da wurde allen ihr
Unverstand offenbar. Und das haben wir gelesen in 2. Timotheus 3: «Aber sie
werden nicht weiter fortschreiten, denn ihr Unverstand wird allen offenbar
werden, wie auch der von jenen es wurde». Um zurückzuweisen auf Jannes und
Jambres. Also in dieser Zeit kommt die Bosheit und Torheit, also die
bösartige Torheit des Menschen dann voll zum Ausdruck.
Und dann haben wir die nächste Dreiergruppe. Das entspricht dem, was der
Herr Jesus in Matthäus 24, 21 als die große Drangsal bezeichnet. Der Hagel.
Und da wird in 2. Mose 9, 18 ausdrücklich gesagt, dass es ein so schwerer
Hagel war, wie man das seit Gründung des ägyptischen Reiches noch nie
erlebt hat. Und genau bei der großen Drangsal in Matthäus 24, 21 sagt der
Herr Jesus, es wird so schrecklich sein, wie es noch nie war von Anfang der
Welt an, noch je wieder sein wird. Merken wir wie sich das wirklich
eindrücklich deckt? Dann kommt die Heuschreckenplage. In Joel 1-2 wird die
katastrophalste militärische Zerstörung Israels in der großen Drangsal
beschrieben als eine Heuschreckeninvasion, durch eine Armee, die so riesig
sein wird, wie man das noch nie zuvor gesehen hat. Und nach Daniel 11, 40-
45 wird das geschehen unter der Führung des Königs des Nordens, in der
Bibel immer eine Bezeichnung für Syrien. Israel wird total überrannt werden
in der Drangsalzeit. Jesaja 28-29 beschreibt das auch, wie Israel,
Jerusalem, wirklich bis aufs äußerste durch die Not gehen wird. Und dann
haben wir die Finsternis. Und eine der letzten Plagen in der Offenbarung
16, 10-11 ist plötzlich eine tiefste totale Finsternis, die über das
endzeitliche Reich ausgegossen wird. Also das ist die totale geistliche
Verdunkelung. Und dann kommt die zehnte Plage, Gott kommt selbst. Und das
entspricht in Offenbarung 19, 11 der Wiederkunft Christi, um Israel dann
endgültig zu befreien aus der Drangsal.
Also wir können das so einteilen: Die ersten drei Plagen noch in unserer
Zeit, noch vor der Entrückung. Die nächsten drei Plagen, die Zeit nach der
Entrückung, aber vor der großen Drangsal. Die nächsten drei Plagen in der
großen Drangsalszeit von dreieinhalb Jahren. Und dann die Wiederkunft
Christi.
Die Vorbereitung von Mose
So jetzt möchte ich zum Schluss noch ein paar Einzelheiten ansprechen. In
Hebräer 11, 23 wird der Glaube der Eltern von Mose so besonders gelobt. Sie
haben das liebliche Kind bekommen und dann haben sie sich gesagt: Das ist
so schön das Kind, wir sind überzeugt, Gott hat einen Plan mit diesem Kind.
Und sie haben dann aus Glauben gehandelt und sich gefragt: Wie können wir
dem König gehorchen und trotzdem ihn retten? Sie haben ihn an den Nil
gebracht, wie der König das wollte. Aber ein bisschen speziell, ja. Und
dann hat Gott diesen Glauben auch so belohnt, dass Mose schließlich von
seiner Mutter gesäugt werden konnte. Zur damaligen Zeit vielleicht drei
oder vier Jahre lang. Und dann ging es an den Hof Ägyptens. Aber als Mose
dann groß war, mit 40 Jahren, - das wird auch so gelobt in Hebräer 11, 24 -
da hat er sich dann plötzlich geweigert ein Sohn der Tochter des Pharao zu
sein. Er wollte mit diesem Sklavenvolk zusammen gehören. Und der hat ja
eine tolle Bildung gehabt. In Apostelgeschichte 7 wird gesagt, in aller
Weisheit der Ägypter war er unterwiesen. Der konnte fließend
Hieroglyphenschrift lesen, der konnte Mathematik, Astronomie und alles
Mögliche. Und dann wird der mit 40 Jahren so und sagt: Ich möchte mit
diesem Volk zusammengehören. Ein Sklavenvolk, völlig ungebildet. Aber wie
kommt es dazu? Ja, da ist die Saat aufgegangen von den ersten paar Jahren.
Was hat die Mutter ihm erzählt von dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs?
Und in diesen ersten drei Jahren, oder vier Jahren, da hat er also die
Lektion mitbekommen für sein Leben.
Die Frage stellt sich: Wann beginnen wir bei den Kindern mit dem
Unterricht? Ihnen die Bibel, ihnen den Erlöser wertvoll zu machen? Es sind
diese frühesten Jahre, die sind ganz entscheidend. Und wenn es nicht sofort
kommt, vielleicht mit 40 Jahren sagen sie dann, ich möchte nichts vom Hof
des Pharao, ich möchte mit diesem Volk zusammen sein, denn es hat die
Verheißungen Gottes. Also das zeigt etwas über die ersten paar Jahre. Es
ist so wichtig, dass die Mutter Zeit hat in dieser Zeit. Der Glaube von
Mose beim Passah und beim Exodus wird gelobt in Hebräer 11, 27-28. Er hat
das alles aus Glauben gemacht, dieser Auszug aus Ägypten. Das Leben von
Mose ist ja aufgeteilt in dreimal 40 Jahre. Vierzig Jahre am Hof des
Pharao, dann 40 Jahre in der Wüste und die Liebesgeschichte mit Zippora und
so und dann 40 Jahre das Volk Gottes durch die Wüste führen bis zum Eingang
nach Kanaan. Das zeigt uns, die 40 Jahre waren nützlich, Mose konnte gut
schreiben und er hat dann nicht die Hieroglyphenschrift genommen, sondern
die ganz einfache Buchstabenschrift, die kanaanitische Buchstabenschrift.
Und so hat er die fünf Bücher Mose schreiben können. Und er hat diesem
ungebildeten Sklavenvolk die ersten fünf Bücher der Bibel geschenkt. Gott
hat also seine Ausbildung geheiligt für seinen Dienst. Das ist das Schöne.
Wir müssen also nicht alles vergessen, was wir gelernt haben.
Aber ein Problem war es, wie von Mose gesagt, dass er ein beredter Mann
war und trotzdem sagt er zu Gott, ich kann nicht gut sprechen, ich möchte
nicht gehen. Wie sollen wir das verstehen? Da hat Gott gesagt, gut, dann
macht das Aaron für dich. Gut, er konnte sehr gut ägyptisch sprechen. Aber
wie war es mit hebräisch? Mose hat ja nur in den ersten paar Jahren
hebräisch gesprochen. Er hatte also Mühe, dies in Hebräisch zu sprechen.
Ich kann doch nicht zu ihnen gehen, mein Hebräisch das reicht doch nicht.
Dann soll Aaron für dich sprechen. Du sagst ihm auf ägyptisch und er
übersetzt auf Hebräisch. Und so ist es auch gegangen. Aber Mose hat dann
Hebräisch so perfekt gelernt, dass er ein literarisches Hebräisch
beherrschen konnte und so hat er die fünf Bücher Mose, den Pentateuch, in
einem perfekten Hebräisch abfassen können. Aber eben Dank seiner guten
Bildung durch Gott geheiligt. Er musste 40 Jahre in der Wüste Schafe hüten
und dann war er fähig ein Volk zu führen. Er war nicht ein Jäger wie
Nimrod, sondern ein Hirte, die sind ganz anders. Die können eingehen auf
die Bedürfnisse von einem Schaf und so ist das eben ein sehr schönes Bild,
wie die Führung im Volk Gottes aussieht. Wir brauchen keine Jäger. Wir
brauchen solche, die interessiert sind an Problemen von Schafen.
Zum Schluss einige Details
Und dann möchte ich noch hinweisen auf etwas Schönes in Verbindung mit
dem Passahlamm. Das sind noch so ein paar Perlen, die ich am Schluss noch
herausziehe. In 2. Mose 12, 6 wurde ja gesagt, dass vier Tage vor dem
Passah sich jede Familie ein Lamm mit nach Haus nehmen musste, bereit
machen. Aber da war ja noch die Plage der Finsternis. Und danach kam direkt
die Plage mit der Erstgeburt. Sie haben also das Lamm reingenommen, vier
Tage vorher, und dann kamen drei Tage Finsternis. Und am vierten Tag kam
dann die Schlachtung des Passahlammes. Aber in 2. Mose 10, 23 wird gesagt,
dass es totale Finsternis in Ägypten war, aber in Gosen, bei den Israeliten
war Licht in ihren Häusern. Sie hatten das Lamm, sie hatten Licht. Und in
Offenbarung 21, 23 heißt es beim Neuen Jerusalem, dass diese Stadt kein
Licht braucht, denn ihre Lampe ist das Lamm. Das sind christliche Familien,
die haben das Lamm und das ist gewissermaßen das Licht in einer geistlichen
Orientierungslosigkeit. Im Englischen gibt es noch ein schönes Wortspiel,
nämlich Lamb und Lamp, das tönt sogar noch gleich. Aber das geht nur so auf
Englisch, ja. Aber so kann man es sich wenigstens merken. Das ist eine
Eselsbrücke um sich das Lamm zu merken.
Und dann noch ein Detail. Die Schlachtung des Passahs sollte nach Vers 6
zwischen den zwei Abenden geschehen. Das ist Deutsch und das ist doch nicht
Deutsch. Das gibt es ja gar nicht, zwischen den zwei Abenden. Das ist das
hebräische Wort arbajim, das kann man nicht übersetzen, weil es kein
deutsches Wort dafür gibt. Es bezeichnet die Zeit ab der Eindunkelung, wo
die Sonne beginnt unterzugehen, bis zur Dunkelheit. Das heißt in Israel ist
das speziell die Zeit von 3:00 Uhr bis 6:00 Uhr. Also ab 3:00 Uhr
nachmittags begann die Schlachtung der Passahlämmer in Ägypten. Und aus
Matthäus 27, 46 wissen wir doch, dass um die neunte Stunde, von 6:00 Uhr am
Morgen gerechnet, der Herr Jesus am Kreuz gestorben ist. Sie hatten also in
Ägypten schon die Todesstunde des Erlösers durch die Schlachtung er
liebgewordenen Lämmer vorgebildet. Das war schlimm für die Kinder, die
hatten eine Beziehung bekommen, die haben ja nicht irgendein Lamm
geschlachtet, sondern die hatten das Lamm vier Tage bei sich in der
Wohnung. Wenn wir ein Lamm vier Tage in die Wohnung nehmen würden, hätten
wir also einige Anwärter, die würden ihr Herz daran binden und dann sagt
der Vater: Und jetzt schlachten wir es. Und wir schneiden ihm die
Halsschlagader auf und das Blut muss an die Türe. Das war eine Lektion
Gottes, um zu zeigen, was das war, der Tod des Erlösers. Das konnten die
Kinder auch mitempfinden. Und dann kam ja diese Nacht. Die Erstgeborenen
wurden getötet, das war ja eine Horrorzeit. Vater, und wenn es dann doch
nicht klappt? Gott hat gesagt, wenn er das Blut sieht, geht er vorüber! Ja,
aber ich habe trotzdem Angst. Ja, ob du Angst hast oder nicht, er hat
gesagt wenn er das Blut sieht, geht er vorüber. Es war also unabhängig von
der inneren psychischen Verfassung des Erstgeborenen. Er konnte Angst
haben, aber Gott ging an ihm vorüber. Er konnte glücklich sein, dass er
verschont wird und Gott ging vorüber. Das ist eine schöne Anwendung auf
Menschen die wirklich den Herrn Jesus als Retter aufgenommen haben,
gegessen, nicht nur gekostet, gegessen, wirklich ihn als Erlöser einhundert
Prozent angenommen. Die ihr Herz wirklich die Wahrheit sagen ließen vor
Gott, nicht verhärtet haben. Und plötzlich bekommen sie Angst, vielleicht
gehe ich doch verloren. Und ich weiß ja gar nicht wie ich in der Zukunft
bin. Und dann können wir sagen, ob du jetzt Angst hast oder nicht, es kommt
nur auf das Blut des Lammes an. Das hängt überhaupt nicht davon ab, ob es
dir jetzt Angst und Bange ist, es hängt davon ab, ob das Blut an der Türe
ist, fertig. So kann man vielleicht jemandem, der so in Not kommt, wirklich
die Sicherheit in Christus vermitteln.
Ja, die Zeit ist vorüber.

