Die Frage nach dem Ort des Sinai
Wir fahren weiter. Wir waren bei der Frage stehen geblieben, ob der Berg Sinai in Midian zu suchen ist oder nicht. Und es hilft einfach, die Bibel genau zu lesen.
In 4. Mose 10 sehen wir das Volk Israel immer noch gelagert, nach einem ganzen Jahr am Fuß des Berges Sinai. Dann sollte der Aufbruch kommen, um ins verheißene Land zu gehen. Aber wir wissen: Bald danach kam die Sache mit den Kundschaftern, die dazu geführt hat, dass die Reise eben nicht zwei Jahre dauern sollte, sondern noch 38 Jahre dazu. Insgesamt also 40 Jahre.
Zu Beginn dieses Aufbruchs, im zweiten Jahr nach dem Exodus, nach dem Auszug, lesen wir von einem Wunsch von Mose an seinen Schwager Hobab, 4. Mose 10,29: Und Mose sprach zu Hobab, dem Sohn Reguels, des Midianiters, des Schwiegervaters Moses: Wir brechen auf nach dem Ort, von welchem der Herr gesagt hat: Ich will ihn euch geben. Das ist das Land Kanaan. Ziehe mit uns, so werden wir dir Gutes tun; denn der Herr hat Gutes über Israel geredet. Und er sprach zu ihm: Ich will nicht mitziehen, sondern in mein Land und zu meiner Verwandtschaft will ich gehen. Und er sprach, also Mose, Verlass uns doch nicht; denn du weißt ja, wo wir in der Wüste lagern sollen, und du wirst unser Auge sein.
Hobab war eben ein großer Kenner der Wüste, natürlich der Wüste im heutigen Saudi-Arabien, in Midian. Aber das konnte eben auch zu eng sein. Darum haben wir ja schon gesehen bei Mose in 2. Mose 3, dass er mit seiner Schafherde hinter die Wüste ging, nämlich hinüber in die Sinai-Halbinsel. Hier wird deutlich: Hobab sagt nein, ich komme nicht mit euch. Ich möchte jetzt wieder in mein Heimatland nach Midian zurückkehren. Und jetzt ist auch jedem klar, dass der Berg Sinai nicht im Land Midian ist. Aber man kommt darauf, wenn man genau liest. Das löst viele Probleme, nicht alle. Es gibt noch andere Möglichkeiten, wie man Probleme löst, die aufkommen, oder Fragen, die aufkommen beim Bibellesen. Aber das ist ein wichtiger Punkt.
Also, ich glaube, jetzt sind wir alle motiviert. Wir wollen trotzdem zum Dschäbel al-Laos, obwohl uns klar ist: Der Berg Sinai ist nicht im Land Midian. Aber das Land Midian ist alleweil interessant, denn das ist ja das Land, wo Mose 40 Jahre vorbereitet wurde auf seine eigentliche Lebensaufgabe in der Führung Israels durch die Wüste.
Also, wir wollen zum Dschäbel al-Laos. Und wir gehen jetzt gerade von Nuweiba, so wie ich das gemacht habe im Februar, über den Golf von Aqaba. Wir fahren nördlich hoch nach Jordanien, nach Aqaba. Das ist eine kleine Sache. Hier empfängt uns Aqaba, eine schöne Stadt in Jordanien, und von dort ist es dann nicht mehr weit bis zur Grenze, bis zur saudischen Grenze. Das hat uns allerdings ein paar Stunden gekostet, ja, wirklich einige Stunden. Die Frauen wurden alle total auseinandergenommen mit Körperuntersuchung, die Männer nicht. Ob sie dachten, dass die eher über Drogen sprechen als Männer, ich weiß es nicht. Unser Bus aus Jordanien wurde gescannt. Also wirklich, das wäre nicht gegangen wie früher, Bibeln in der Sowjetunion im Pneu, die hätte man dann gesehen. Der Bus wurde gescannt, und nach einigen Stunden durften wir doch reingehen.
Allerdings hatten wir eine Dame mit dabei, eine Freundin von unserer jüngsten Tochter. Die war Kolumbianerin. Das geht doch gar nicht! Kolumbianer dürfen nie nach Saudi-Arabien, die kriegen nie ein Visum. Aber sie hat ja online eins bekommen. Ja, da hatten wir ein Problem. Und glücklicherweise hat unsere jüngste Tochter Noemi, sie spricht fließend Arabisch ohne Akzent. Leute meinen, sie sei in Jordanien aufgewachsen, aber sie ist wirklich in der Schweiz aufgewachsen, bei uns. Wir haben sie nie abgegeben. Und ja, die hat das dann hingekriegt, sogar dass wir mit Kaffee plötzlich versorgt wurden. Also, was die da angestellt hat! Auf jeden Fall gingen wir dann rüber mit der Kolumbianerin, und zwar hatte sie eben eine Aufenthaltsbewilligung von der Schweiz. Also der Schweizer Pass ist schon Gold wert, wenn man reist. Aber es reicht sogar eine Aufenthaltsgenehmigung für Kolumbianerinnen, dann kommen die nach Saudi-Arabien.
Ja, jetzt gehen wir da durch die Wüste von Nordwest-Saudi-Arabien. Wir haben da Tausende Kilometer abgefahren, kreuz und quer und wieder zurück. Und hier ein paar Eindrücke: Wirklich das Land Midian, wo Mose erzogen wurde. Ein wunderbares Land. Und wirklich, es ist möglich, dort Schafherden zu ernähren. Man muss einfach wissen, wo. Und wir haben auch Schafe gesehen. Sehen Sie hier diese, jetzt hätte ich fast auf Hebräisch gesagt, das kommt mir zuerst: Schittim, Akazien. Das sind die Bäume, die auch für die Stiftshütte benutzt wurden. Die gibt es eben auch in der Sinai-Wüste. Einfach, dass man ein bisschen einen Eindruck bekommt von dieser gewaltigen und eindrücklichen Wüste.
Das ist bei den Saudis sehr beliebt, das ist das Schiff, sagen sie, dieser Felsformation, durch Winderosion geformt, durch lange Zeiten hindurch. Also ganz eindrückliche Felsformationen. Aber eben, jetzt geht es uns darum: Wir wollen zum Dschäbel al-Laos. Laos heißt übrigens Mandeln. Mandeln, ja, es gibt Mandelbäume dort. Und hier: Ein schönes Bild. Im Winter hat Dschäbel al-Laos in Saudi-Arabien auch Schnee. Und wir sind halt nicht gerade in der Schneezeit gegangen, sondern im Februar. Es ging so. Wir wären niemals gegangen im Juni oder Juli, da hätten wir nie den Dschäbel al-Laos beziehungsweise den Makla besteigen können.
Und jetzt sind wir da. Dieser Berg mit der schwarzen Spitze, das ist eben Dschäbel Makla. Er hat eine Höhe von 2326 Metern. Und zum selben Massiv gehörig hat der höchste Punkt unter dem Namen Dschäbel al-Laos, das ganze Massiv heißt dann so, 2580 Meter. Das ist der höchste Berg von Nordwest-Saudi-Arabien. Ja, also da sollten wir hoch, oder ein bisschen aus der Distanz gesehen. Das war nicht ganz eine einfache Sache.
Also in der Schweiz teilen wir die verschiedenen Schwierigkeitsgrade beim Bergsteigen in T1 bis T6 ein. Und Dschäbel al-Laos, sagt unsere jüngste Tochter, ist etwa T4. Sie hat viele Sechstausender bestiegen, vor kurzem fast Siebentausender, und darum kennt sie sich ein bisschen aus. T4 heißt: Es gibt kaum Wege und viele Dornen, Sträucher, die einen verletzen können. Es gibt Steine, die abrutschen. Also man muss wirklich sehr sorgfältig wandern, und es ist auch so, dass man trainiert sein muss. Auch von der Kondition her verlangt das sehr, sehr viel.
Meine Tochter fand zwar, das ist die hinterste hier auf dem Bild, das ist ein Spaziergang. Okay, Ansichtssache. Da ist sie jetzt vorne, aber ein bisschen geschützt, dass sie nicht ganz frontal gesehen wird. Und hier von der Wanderung eine Aussicht: Hier sind wir oben, mit einer wunderbaren Aussicht auf die Berge und die Wüste Nordwestarabiens. Ja, da sind wir auf der schwarzen Spitze oben.
Und mit der müssen wir uns schon noch ein bisschen genauer auseinandersetzen, denn die Anhänger der Berg-Sinai-in-Arabien-Theorie sagen, es gibt da eine verbrannte Bergspitze. Und wenn man das eben so sieht auf dem Bild, dann ist das schon eindrücklich. Denn die Bibel sagt ja, dass der Berg Sinai brannte. Es gab ein Erdbeben, und man hörte ein Schofahorn, die Posaune Gottes, immer lauter. Und Mose sagt ja selber: Ich bin voll Furcht und Zittern. So erschreckend war diese Erscheinung bei der Gesetzgebung.
Nun, ist das eine verbrannte Bergspitze? Eben, das war auch so ein Punkt. Wenn man das aus der Ferne sieht, habe ich gedacht, das wird wahrscheinlich Basalt sein. Aber was nützt das, einfach so behaupten? Basalt ist ein vulkanisches Gestein. Es gäbe noch andere Möglichkeiten als Basalt. Nun, als wir dort waren, sahen wir kein Gestein, das eben mit Ruß bedeckt war, wo man den Ruß abreiben könnte. Und ich habe auch Proben mit nach Hause gebracht. Also es ist Hornfels. Es ist ein Vulkangestein, das durch Hitze und Druck umgewandelt wurde. Es ist also ein metamorphes Gestein, sagt man, und es ist also schwarz durch die Gesteinsart und durch die Umwandlung.
Und wenn man oben ist, auf der Spitze, und so die Berge überschaut, dann sieht man: Das gehört zum Landschaftsbild von Nordwest-Saudi-Arabien. Überall sieht man ganze massive, oben schwarz. Also es gibt so drei hervorstechende Typen von Gestein: sehr poröser Granit, nochmals eine Form von Granit und eben dieser Hornfels, dieses vulkanische Gestein. Aber das haben die uns nie erzählt vorher. Das ist natürlich dort so verbreitet, nicht einfach diese Spitze, sondern überall sieht man das. Es ist ganz normal. Und dann klingt das natürlich völlig anders.
Und wenn wir jetzt nicht die Möglichkeit haben, dorthin zu reisen, wenn man nicht eben über eine solche Grenze gehen will, wo man so kontrolliert wird wie dort, dann muss man einfach die Bibel genau lesen. 2. Mose 19,18: Die Gesetzgebung wird beschrieben, und der ganze Berg Sinai rauchte, darum, dass der Herr auf ihn herabstieg im Feuer, und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg bebte sehr. Zweimal der ganze Berg, nicht die Bergspitze brannte. Die Sache ist erledigt, es stimmt einfach nicht. Aber eben, wenn man nicht genau liest, dann ist man plötzlich so durch gewisse Fotos beeindruckt. Und wieder sieht man: Man kann die Wahrheit sagen, und es ist doch nicht die Wahrheit, denn man sollte sagen: Aber das ist ganz verbreitet dort, überall sieht man Berge, gerade in den oberen Bereichen mit diesem schwarzen Hornfels.
Ja, was sehen wir da? Noch weiter? Ja, eben Hornfels aus der Nähe. Moment, so sieht dieses Gestein aus, das ist nicht Ruß. Und wenn man herumschaut, sieht man hier wieder einen anderen Berg, ganz schwarz da oben.
Ja, gehen wir also wieder zurück an den Fuß des Berges Makla. Denn die Vertreter der Berg-Sinai-in-Arabien-Theorie sagen, am Fuß findet man noch den Altar des goldenen Kalbes. Ja, das wollen wir auch inspizieren. Da sind wir in diesem Bereich. Schon ziemlich entfernt vom Berg, aber da unten in der Ebene, wo es auch Platz gehabt hätte für das Volk Israel, um sich da in den Zelten zu lagern. Aber da gibt es eben eine Formation, die wird eben verbreitet als der Altar für das goldene Kalb. Also das Kalb haben wir so nicht gesehen, das war KI. Ja, aber das sei der Altar, ein gigantischer Altar für das goldene Kalb!
Aber jetzt schauen Sie sich mal diesen Altar an und auch die Größe der Personen. Wenn wir da grob zwei Meter nehmen, ein bisschen übertrieben Richtung zwei Meter, dann können Sie sehen, wie groß diese Felsen sind und auch wie hoch. Das kann man berechnen aufgrund des Gewichts von Granit. Und da muss man sagen, das sind Gesteine bis zu sechzig Tonnen. Wie hätten die Israeliten das so aufeinander geschichtet? Das ist eine natürliche Erscheinung.
Und jetzt der Hammer: Jetzt müssen Sie wieder herumschauen, und dann sehen Sie in der Landschaft ständig solche Altare. Ja, da wieder ein Altar für das goldene Kalb, dort, da! Das ist eine typische Erscheinung. In der Schweiz könnte ich Ihnen nicht einfach so auf die Schnelle solche Formationen zeigen. Aber die Schweiz ist auch nicht Saudi-Arabien. Eine Wüste, die am Tag in der heißen Zeit wirklich so heiß ist, und nachts kühlt sie sich wieder ab. Und das führt natürlich zur Spaltung der Felsen. Ganz massiv: ausdehnen, zusammenziehen, ausdehnen, zusammenziehen. Und das sind eben geologische Formationen, wo eben durch diese Kälte, Hitze, Sprengung die Felsen so nach und nach verwittern, und dann bleiben solche Formationen übrig.
Ja, schauen wir uns da ein bisschen herum, und man sieht da also: Ach, da hätten wir wieder ein Altar. Man könnte auch sagen, das ist der Altar des goldenen Kalbs, ist auch da, gerade in der Nähe. Aber dann fühle ich mich total reingelegt. Warum hat man uns das nicht gesagt? Aber natürlich muss man wissen, es gibt ja noch ständig, das ist auch ganz typisch im Landschaftsbild, und das ist natürlich, das ist nicht aufgeschichtet worden. Hier sieht man es noch deutlicher, dass es natürlich ist.
Ja, aber jetzt kommt natürlich noch der Hammer dazu. Ausgerechnet jetzt bei dem, wo Sie das goldene Kalb, das KI-Kalb gesehen haben, dort gibt es Felszeichnungen. Schauen Sie sich das mal an. Ist das nicht ein Rind? Hier, also rechts sieht man diesen typischen Rinderschwanz, und die Hörner sind nicht allzu lang. Das könnte man als Rinderhörner da interpretieren. Bei dem linken: Nein, das ist kein Kalb. Sieht man da diese langen und runden Hörner. Das würde passen für einen Stier, äh, was sage ich hier, für einen Hirsch, so etwas. Und dann zwischen den Hörnern sieht man noch ein anderes Tier. Gerade oben darüber sieht man mit diesen gebogenen Hörnern, das ist wieder ein Tier, könnte man interpretieren als Steinbock, der nubische Steinbock. Das ist dieser liebliche Steinbock, den man von Israel her vielleicht kennt, Engedi. In der Wüste beherbergt ganz viele von denen, zum Beispiel der Ibex nubiana. Das ist eben die Steinbocksart, die auch sonst in der Wüste dort im Nahen Osten verbreitet ist bis nach Saudi-Arabien.
Schauen wir uns das noch ein bisschen von näher an, dann sieht man das. Jetzt kommt dazu: Es gibt Hinweise, dass eben vor 2 Jahren noch wilde Rinder, so eine Art Auerochse, auf der saudischen Halbinsel gelebt haben, nebst eben weiteren Wildtieren. Und hier auch immer noch bei dem sogenannten Altar des goldenen Kalbes möchte ich Ihnen gerne präsentieren: Ja, also schauen Sie sich nicht mich an, sondern das Tier. Was ist das mit diesen Hörnern? Das ist natürlich nicht das goldene Kalb, das ist kein Rind, sondern das passt zum Beispiel für eine Antilope mit so speziell gebogenen Hörnern, zum Beispiel eine Addax-Antilope. Das ist eine typische Antilopenart für die Wüste da im Nahen Osten. Und es gibt noch weitere, die Säbel-Antilope und dann natürlich die Oryx-Antilopen, das sind die mit den ganz geraden, spitzen Hörnern. Die Oryx-Antilope kann sehr aggressiv sein, also nie eine solche Antilope reizen, und dann wird sie Sie verwenden wie einen Spieß. Die Bibel spricht darüber. Die Bibel spricht über Addax-Antilopen und Oryx, und Oryx wird beschrieben in 4. Mose, dass dieses Tier seine Hörner wie Pfeile verwendet, um Menschen zu durchbohren.
Aber dann sehen wir: Ein Rind haben wir gesehen und ganz viele andere Tiere. Und noch mehr sieht man das Tier gerade unter der großen Antilope nochmals wieder mit riesigen Hörnern. Das ist nicht ein Kalb. Und jetzt kommt noch etwas dazu, aber das haben die uns auch nicht erzählt. Diese Felsinschriften sind ganz typisch für Saudi-Arabien, es gibt Tausende überall. In allen möglichen Orten. Das sind nicht Inschriften von den Kindern Israel, sondern das ist ganz typisch für die Bewohner der saudischen Wüste.
Mit einigem Abstand dazu, an einer anderen Stelle, haben wir gesehen: Ah, da haben wir wieder so einen Stein. Das hat also mit dem Altar gar nichts zu tun, wieder mit Felszeichnungen. Schauen wir uns das ein bisschen genauer an. Sieht man da: Ganz verschiedene Tiere werden da dargestellt. Unten rechts kann man das erkennen, das ist ein Büffel, sieht man diesen Kopf. Und dann haben wir wieder Tiere mit so ganz kompliziert gebundenen Hörnern. Das sind keine Stiere, das sind eben Antilopen. Oder hier wieder Steinböcke. Und sieht man hier einen Mann mit Pfeilbogen? Ach so, da wird eine Jagdszene dargestellt. Da jagt einer Wildtiere in der Wüste. Schauen wir uns das ein bisschen von Nahe an. Hier, hier ist der Bogenschütze. Und hat man das gesehen, das Dromedar, das Kamel, hier? Ja, und auch hier wieder so ein Tier mit ganz langen Hörnern, aber kein goldenes Kalb, kein Stier. Und was sieht man da? Ah, das sind Wölfe oder Hyänen, das gehört alles zu Jagdszenen.
Nun, ich habe gesagt, wir sind Tausende von Kilometern herumgefahren und haben uns auch anderswo, ganz anderswo, Inschriften angeschaut, wie zum Beispiel hier. Gerade in dem Gebiet, wo die Karawanenroute von Jemen in der Bibel Scheba ging, das hoch hier durch und dann weiter. Die Königin von Scheba, das war eine jemenitische Königin, die so viele biblische Fragen hatte, und Salomo konnte ihr alles beantworten. Die ist da in der Nähe vorbeigekommen, wir kommen mit ihren Karawanen.
Ja, und gerade hier gibt es diverse Felszeichnungen. Sieht man wieder genau den gleichen Typ von Felszeichnungen in der Bildmitte, oder hier. Und es wimmelt! Es geht gar nicht um das goldene Kalb, aber auch schriftliche Zeugnisse. Sieht man da ganz oben im Felsen, sieht man da in der Bildmitte, hier ein bisschen rechts, sieht man diese Zeichen. Das sind tamudische Zeichen. Tamudisch, das ist eben nicht hebräisch, sondern das ist eine, kann man sagen, eine urarabische Inschrift. Tamudische Inschriften wie hier. Ich zeige es mal noch von Nahe: Sieht man hier in der Bildmitte diese Zeichen, das sind nicht hebräische Zeichen, sondern tamudische, das sind altarabische. So muss ich das sagen. Wenn ich das koranische Arabisch Altarabisch nenne, dann muss ich das eben altarabisch bezeichnen, denn das sind Inschriften aus der Zeit des ersten Jahrtausends vor Christus. Also das könnte man jetzt vielleicht datieren, sagen wir viertes, fünftes Jahrhundert vor Christus.
Aber dort haben wir auch gesehen arabische Inschriften. Aus der tamudischen Schrift ist später die arabische Schrift entstanden. Aber hier sehen wir noch die arabische Schrift ohne Punkte. Und diese, man sagt diakritischen Punkte, die sind ganz wichtig, weil man damit Buchstaben unterscheiden kann. Ohne die wäre Arabisch so schwierig zu lesen. Man schreibt ja nur die Konsonanten, keine Vokale. Aber die Punkte, die man verwendet, die unterscheiden Konsonanten, damit man weiß, welcher gemeint ist. Zum Beispiel das arabische Alphabet beginnt mit Alif, das ist der Knacklaut, Alif, und dann Ba, Da, Sa. Das schreibt man einfach so, so wie ein Suppenteller. Und da muss man einen Punkt drunter setzen, zwei Punkte, drei Punkte, und dann kann man unterscheiden Ba, Da, Tha. Das ist alles das gleiche Zeichen.
Und hier in dieser altarabischen Schrift, noch vorislamisch, sagen wir vielleicht viertes Jahrhundert nach Christus oder fünftes Jahrhundert, da findet man diese Punkte noch nicht. Und das findet man da auch, solche Inschriften, also aus ganz verschiedenen Zeiten. Die Saudis, die Vorfahren der Saudis, die haben es wirklich geliebt, sich auf dem Felsen für lange Zeit zu erhalten. Also erkennen wir das mit dem goldenen Kalb auch ganz begraben. Aber es ist so: Dort am Fuß des Dschäbel Makla, und jetzt viel näher beim Berg, also einiges entfernt von dem angeblichen Altar für das goldene Kalb, findet man eine Art Altar, hier in der Bildmitte. Und die Anhänger der Berg-Sinai-in-Arabien-Theorie sagen, das ist der Altar von Mose, den Mose am Fuß des Berges Sinai aufgerichtet hat nach 2. Mose 24. Und es soll auch, wenn man genauer untersucht, Asche, Überreste geben und auch von Opfertieren Überreste, sogar Mauern, die man interpretieren könnte als Hürden, um das Vieh dort beieinanderzuhalten. Also offensichtlich schon ein kultischer Ort. Aber die Frage ist: Wer hat den Kult gemacht? Ich meine, ich würde jetzt auch nicht die Theorie aufstellen, das ist natürlich der Altar von Jethro, dem Priester von Midian. Das ist eine völlig haltlose Behauptung. Man kann nicht einfach aus irgendeinem Kultort dann sagen, das ist das und das und das und das, ohne dass klare Inschriften das auch belegen würden und auch andere klare Hinweise.
Und dann findet man aber gerade daneben diese Steinfragmente. Wie würden Sie diese nennen, diese weißen? Es ist Marmor! Ja, Ron Wyatt hat gesagt, das sind die zwölf Gedenksteine, die Mose aufgerichtet hat für die zwölf Stämme Israels am Fuß des Berges Sinai, 2. Mose 24. In diesem Wissen bin ich hierher gekommen, und dann sieht man das. Ich zeige mal im Detail: Das sind ganz typische Säulenfragmente. Normalerweise hat man in der Antike Säulen nicht einfach aus einem Stück Stein gebaut. Das ist eine sehr, sehr schwierige Sache. Man hat also typischerweise Fragmente gemacht, die man aufeinander gestellt hat, und so hat man eine Säule gebildet.
Zum Beispiel die Säulen in der königlichen Säulenhalle im Tempel in Jerusalem, am Südende des Tempelplatzes, die Größenordnung 15 Meter hoch, die waren aus einem Stück Stein gebaut. Das war etwas sehr Spezielles. Aber hier sieht man: Das sind nicht zwölf Gedenksteine, sondern das sind Fragmente, die zu einer Säule gehört haben. Und dann findet man eben daneben noch mehr. Bausteine aus Marmor. Und tatsächlich, ganz in der Nähe von der Spitze des Dschäbel Makla gibt es einen Marmorsteinbruch. Also da war schon etwas Kultisches. Aber das sind nicht die zwölf Gedenksteine, das geht gar nicht. Und ich fühlte mich richtig betrogen.
Ja, aber jetzt gehen wir noch zu einem Ort, luftlinienmäßig nicht so weit vom Dschäbel al-Laos entfernt. Aber man kann ja nicht einfach mit dem Bus über die Berge, da muss man da Umwege fahren. Und dann kommt man eben zu diesem Ort, der angepriesen wird als der geschlagene Fels, aus dem Wasser hervorgekommen ist, 2. Mose 17. Schon eindrücklich, also es ist ein Riesenfels da, ein bisschen näher, und da wird gesagt, da sei eben Wasser herausgekommen. Und das war das Wunder von 2. Mose 17, als Israel in Rephidim war und kein Wasser hatte. Aber gehen Sie hin, schauen Sie sich das genau an, und man sieht keine Spuren von Wasserauswaschung eines Baches. Nein, das ist einfach eine Gestalt gespaltener Felsen.
Und jetzt wieder: Jetzt schauen Sie herum, dort und dort, ah, dort wieder ein gespaltener Felsen, doch! Das gehört zum Landschaftsbild. Aber der hier ist wirklich sehr schön, sehr eindrücklich. Und man kann natürlich gerade illustrieren, was die Bedeutung von 2. Mose 17 ist. Kurz nach dem Auszug aus Ägypten hat Israel kein Wasser, und Gott sagt zu Mose, er soll den Felsen schlagen, und dann kam Wasser heraus, und Israel konnte trinken. Und 1. Korinther 10 sagt ja als Erklärung: Der Fels aber war der Christus. Dieser Fels weist auf Jesus Christus hin, der von Gott für unsere Sünden geschlagen werden sollte, damit unser Durst gestillt werden sollte. Und zwar erklärt Johannes 7,37-39, dass das lebendige Wasser, das bedeutet auf Hebräisch frisches Quellwasser, dass das ein Bild ist des Heiligen Geistes, der erst nach Golgatha, nach Tod und Auferstehung, kommen konnte. Und darum: Der Fels wurde geschlagen, und dann kam das Wasser aus dem Felsen.
Ja, das kann man schön illustrieren damit, aber es ist nicht der Fels. Und in dem Zusammenhang noch die Frage: Aber wieso später, in 4. Mose 20, da hat Mose den Felsen geschlagen, es kam Wasser heraus, aber wegen des Ungehorsams in dieser Sache durfte Mose nicht ins verheißene Land? Warum einmal schlagen und einmal nicht schlagen, sondern er sollte mit dem Felsen sprechen? Im Hebräischen ist das Wort Fels nicht dasselbe, auf Deutsch schon, aber in 2. Mose 17 steht Zur und in 4. Mose 20 steht Sela. Zur ist ein Felsblock. Darum: Dieser Felsblock dient gut als Illustration für Zur. Sela bedeutet ein Felsmassiv. Und jetzt sehen wir: In beiden Fällen, Zur und Sela, spricht von dem Messias Jesus Christus.
In den Psalmen, zum Beispiel in Psalm 18 am Anfang, da findet man im hebräischen Text zweimal Fels, aber einmal ist es Sela, einmal ist es Zur, wo Gott Fels genannt wird. Und der Punkt ist jetzt der: Zur spricht von dem erniedrigten Christus, Jesus Christus, von Ewigkeit her Gott. Er hat sich erniedrigt, sagt Philipper 2,5, und zwar in sieben Stufen wird dort gezeigt, erniedrigt bis zum Tod, und dann siebtens, ja bis zum Tod am Kreuz. Und darum hat Gott ihn hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jedem Namen ist. Und das ist der Punkt. Der Sela spricht von dem erhöhten Christus, und er soll nie mehr sterben. Römer 6 sagt, dass Christus auferstanden nie mehr stirbt. Golgatha wird sich nie mehr, in aller Ewigkeit nie mehr wiederholen. Das war einmalig. Aber mit dem auferstandenen Christus sollen wir sprechen im Gebet. Und darum war Schlagen so, so falsch. Ja, das als ein kleiner Exkurs.
Hier noch ein anderer Fels, ja, gespalten. Das ist typisch für Hitze, Hitze, Kälte, Hitze, Kälte. Überall sieht man große Felsen, und sie sind gespalten.
Nun, am Fuß des Makla gibt es noch etwas, außer diesen Dingen, die ich schon gezeigt habe. Und das war das. Ich habe mir gedacht, das ist ein gutes Bild für die Theorie: Sie ist am Ende. Ja, jetzt schauen wir uns das nochmals an. Ägypten mit dem Nildelta, dem Land Goschen mit Pithom und Ramsesstadt, und jetzt ist klar: Die sind da raus. Und dann nach Süden sind sie zwischen den Bergen rüber über den Golf von Suez und dann runter durch die Oase, offensichtlich Feiran, und dann zum Berg Sinai.
Und vorher noch: Hier sehen Sie den Krokodilsee, gerade bei Pithom in der Nähe. Schön, nicht wahr? Ja, und jetzt gehen wir da runter in den Krokodilsee, dann Bittersee, und dann kommt man eben zum Roten Meer. Dann gehen Sie dort rüber durch die Wüste runter. Hier ist das Wadi Feiran, das passt zu Rephidim. Und wenn Sie da, Sie sind immer gezwungen durch die Felsen, eben da durchzugehen, wo man mit einem riesigen Volk durchgehen konnte. Und da kommen sie ziemlich unvermeidlich zu diesem riesigen Platz in den Bergen der südsinaitischen Massive. Und das ist der traditionelle Berg Sinai.
Das ist jetzt ein Bild aus 1858, wo nicht noch moderne Gebäude dastehen. Darum gefällt mir das Bild so. Da konnte sich das Volk Israel lagern, und nicht nur gerade hier bei diesem großen Platz, sondern es gibt verschiedene Seitentäler. Die konnten sich also richtig ausbreiten dort. Und dann habe ich noch ein Bild aus dem Jahr 1914.
Ja, jetzt frage ich: Ist das der Dschäbel Musa? Nein, das, was Sie hier sehen, das ist der Dschäbel Safsafa, der Berg Safsafa. Und heute sieht er so aus. Ja, wo ist der Berg Musa? Der ist da hinten, den sehen Sie gar nicht. Aber der ist schon da, und er bildet eine Einheit mit mehreren anderen Bergspitzen, und zwar zu einem riesigen Massiv. Und der höchste Punkt, sehen Sie da in der Bildmitte dieses große Massiv vor dem großen Platz für die Lagerung. Und eben ganz vorne der Ras Safsafa, hinten, also im Südostteil, ist der Mosesberg Teil dieses ganzen Massivs. Das Massiv umfasst 5,6 Quadratkilometer und bildet zusammen geologisch das sogenannte, jetzt merken Sie sich das, Moussa-Safsafa-Massiv. Nochmals, noch ein bisschen schwierig: Mussa, das ist Moses auf Arabisch, Musa-Safsafa-Massiv. Und der Dschäbel Safsafa, der ist 2180 Meter hoch, der Mosesberg 2285, und dann gibt es aber noch eine Spitze, die zu diesem Massiv gehört, das ist der Katharinenberg, 2637 Meter. Und das ist der höchste Berg Ägyptens, der höchste Berg der Sinai-Halbinsel, also nicht irgendeine Bergspitze, der höchste. Und das zusammen macht Horeb aus, also nicht einfach der Berg Musa, Dschäbel Musa, sondern das ganze Massiv.
Und jetzt sind wir oben auf dem Dschäbel Safsafa und schauen runter auf diesen großen Platz, den ich wiederholt gezeigt habe, für die Lagerung Israels, und dann eben ausgebreitet verschiedene Seitentäler, die man hier nicht alle sieht. Am Fuß des Dschäbel Musa, Musa, Betonung auf der ersten Silbe, Dschäbel Musa, befindet sich das Katharinenkloster. Es wurde gebaut im 6. Jahrhundert nach Christus, also 500 plus, und zwar eben am Fuß des Musa. Wenn Sie unten stehen, sehen Sie den Gipfel gar nicht. Da müssen Sie eine große Tour machen, bis Sie dann von da aus, ist aber gut erreichbar. Und wir sind also in einem Seitental zu diesem, wie heißt es schon, Musa-Safsafa-Massiv. Wir sind im Seitental da.
Und schon in noch früheren Jahrhunderten, wir haben Zeugnisse bis ins 4. Jahrhundert, also 300 plus, von Leuten, die als Pilger hierher gekommen sind zum Berg Sinai, also byzantinische Zeit. Und sehr wichtig in der Archäologie: Die Byzantiner, die haben wirklich noch Wissen gehabt, das weiter zurückgeht als wir heute. Und in Israel ist es in der israelischen Archäologie sehr wichtig, wenn man Orte neu ausgräbt. Wenn man da eine byzantinische Kirche findet, ist das schon ein Hinweis, dass das eine Identifikation ergibt mit einem biblischen Ort. Und immer wieder hat sich das bestätigt, dass die eben noch ein größeres Wissen hatten, wo man eben vor bis zu zweitausend Jahren schlussendlich und mehr wusste, was sich wo befand.
Jetzt hier, wir kommen gleich zum Schluss, sehen wir das Katharinenkloster im Seitental in der Bildmitte und ganz hinten sieht man den großen Taz vor dem Safsafa. Aber eben, das gehört alles, ich betone es einfach ein paarmal, damit es richtig reingeht bei allen: Also das gehört alles zusammen, Katharinenberg, Dschäbel Musa, Dschäbel Safsafa, und es gibt noch mehr Spitzen, die zusammen dieses große Massiv bilden.
Ja, und da wollten wir auch hoch. Da sind wir unterwegs, man macht so einen großen Umweg, und dann geht’s dann hoch. Ist schon anstrengend, aber nicht schwierig, also nicht so wie Dschäbel Makla. Und jetzt sind wir schon oben, und von dort aus überblickt man die Bergwelt der Sinai-Wüste. Da habe ich mich so gefreut, das wieder zu sehen. Als Teenager war ich da zum ersten Mal, und vor nicht langer Zeit bin ich mit dem Flugzeug so geflogen von Asien, dass wir gerade südlich der Sinai-Halbinsel durchgingen. Und da sah ich das Flugzeug so richtig, die südliche Spitze und eben die ganzen Berge vom Sinai.
Ja, und jetzt hier ein anderer Ausblick. Das war offensichtlich der Berg Sinai in Arabien, der Ort der Gesetzgebung. Und an dieser Stelle wollen wir uns fragen: Warum hat Gott das Gesetz gegeben? Also erstens haben wir ja gesehen, dass dieser Bund mit Israel geschlossen wurde und nicht mit der ganzen Menschheit. Aber warum hat Gott diese Hunderte von Geboten gegeben in Form eines Bundes mit Israel?
Nun, Sie können sich Folgendes merken: Das Gesetz ist Gottes Spiegel, Siegel und Riegel. Spiegel, Siegel und Riegel. Das Gesetz hat Gott gegeben und Israel gesagt: Du sollst, du sollst nicht. Und das hat sich erwiesen als ein Spiegel für Israel, denn in kürzester Zeit haben sie festgestellt, dass, sobald Gott sagt: Du sollst, sie in sich irgendwie einen Drang merken, genau das nicht zu tun. Komisch! Ich sage nicht, dass man das nicht macht, aber dass man irgendwie spürt genau das Gegenteil. Oder da, wo es heißt: Du sollst eben, du sollst, dann möchte man es nicht. Und da, wo es heißt: Du sollst nicht, ist in mir ein Drang, genau das zu tun. Und das ist eben ein Spiegel, der so tief geht, tiefer als der Badezimmerspiegel, der zeigt, dass wir Menschen, die Israeliten, aber auch wir, eine sündige Natur haben.
Der Römerbrief lehrt, dass durch den Sündenfall von Vater Adam die Sünde in der Einzahl in die Welt gekommen ist, Römer 5,12. Dort im Römerbrief, wenn Sünde in der Einzahl steht, dann ist das in Kontrast zu sehen zu Sünden. Sünden, das sind einzelne Taten, die gegen Gottes Gedanken sind. Aber die Sünde ist dort eine Bezeichnung für diese sündige Natur, die wir von Adam geerbt haben. Das hat jeder geerbt. Und darum diesen Hang zum Negativen, zum Bösen in uns, da können wir nichts dafür. Wir wurden nicht gefragt, ob wir die Sünde von Adam erben wollten oder nicht. Aber es ist doch so, dass der Mensch im Allgemeinen die Neigung hat zu sagen, mindestens in unserer Gesellschaft: Der Mensch hat einen guten Kern. Und da hilft es sich, dass Israel diese Erfahrung machen musste. Das Gesetz zeigt genau, dass wir ein Problem haben. Der Kern ist nicht gut, der Kern ist gerade böse.
Und da haben die Israeliten auch sehr schnell gemerkt: Das ist nicht nur ein Hang, sondern bevor sie das Gesetz schriftlich in Händen hatten, haben sie das goldene Kalb gemacht und die ersten zwei Gebote gebrochen. Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben, und du sollst dir kein Bild machen, um es zu verehren. Sie haben beides gemacht. Das goldene Kalb sollte Gott darstellen, der sie aus Ägypten herausgeführt hat, und dann haben sie das Kalb verehrt. Also, sie haben das gebrochen, bevor sie die Gebote schriftlich in der Hand hatten. Zuerst hat Gott sie mündlich vom Sinai verbunden mit dem Brand, der ganze Berg rauchte und brannte, und Mose sagte: Ich bin voll Furcht und Zittern. Und Gott hat mündlich die Gebote verkündigt, und Israel als Volk, das sich damals nicht kannte, 2. Mose 19, zweimal dann verkündet: Alles, was der Herr gebietet, wollen wir tun. Sie sind in den Bund eingetreten.
Und das war ein Ehebund. Gott hat Israel geheiratet, nicht die Schweiz, nicht Deutschland oder die Germanen und die Helvetier, nein, aber Israel. Das macht wieder klar: Dieser Bund ist nicht einfach mit allen Völkern, sondern mit Israel geschehen. Aber es war ein Ehebund. Und Israel hat diesen Bund akzeptiert: Alles, was der Herr gebietet, wollen wir tun. Die Ehe ist geschlossen. Und so ist es vor dem Standesamt. Man ist verheiratet nicht in dem Moment, wo beide, Mann und Frau, unterschreiben, nein, in dem Moment, wo der Standesbeamte sagt: Herr Müller, wollen Sie Frau Ludwig heiraten? Ja, und dann umgekehrt, und sie sagt Ja, die Ehe ist geschlossen. Und dann muss man unterschreiben, aber das Schriftliche ist nur die Bestätigung der mündlichen Erklärung. Das ist ganz wichtig, es gilt vor Gott und Menschen. Denn Gott hat dem Staat diese Autorität übergeben, nach Römer 13.
Ja, und so war das mit Israel. Aber jetzt muss man sich vorstellen: Die Ehe wurde gebrochen durch Götzendienst. Die Bibel bezeichnet das als Hurerei, also vergleicht es mit außerehelichem Geschlechtsverkehr. Die Ehe wurde gebrochen, bevor das schriftlich bestätigt wurde, nämlich mit den beiden Tafeln. Warum zwei? Nicht, da die eine Hälfte der Gebote und da die andere, sondern auf allen. Das war ein Vertrag in zwei Exemplaren. So machen wir das auch. Ja, wichtig für jede Partei. Und die beiden Tafeln wurden dann in die Bundeslade gelegt, im Zentrum der Lagerung Israels, im Allerheiligsten. Das ist der Bund mit Gott. Und Israel hat den Bund gebrochen. Und das hat Israel zeigen müssen: Wir haben ein grundsätzliches Problem mit Gott, die Macht der Sünde in uns und die Tatsache, dass wir sündigen.
Jetzt muss ja niemand sagen: Ja, natürlich haben wir gesündigt, aber es ist immer nur, weil ich diese Natur habe. Aber eigentlich habe ich ja gar nicht entschieden, diese Natur zu haben. Ja, aber Hand aufs Herz: Wenn man zurückdenkt in der Vergangenheit, erinnert man sich an Momente, wo man sich ganz bewusst entschieden hat: Ich handle jetzt so, und man wusste, es ist falsch. Also wirklich wissentlich, mit Absicht gesündigt. Hm, das ist fatal. Und wir haben uns alle schuldig gemacht, nicht nur einfach, weil wir das geerbt haben, sondern weil wir uns falsch entschieden haben. So wie Adam ohne böse Natur hat er sich entschieden, und Eva auch. Aber wir müssen nicht sagen: Hätten unsere Voreltern das besser gemacht. Nein, wir haben uns selber auch so schuldig gemacht.
Und das Gesetz als Spiegel soll das anhand des Volkes Israel so plastisch demonstrieren, darlegen. Und das ist eine Belehrung auch für die anderen Völker, obwohl der Bund mit Israel geschlossen wurde. Aber wenn man das Gesetz eben studiert, auch als Nichtisraelit, als Nichtjude, dann erlernt man, was Unrecht und was Recht vor Gott ist. Und es ist dann eben so, dass das Gesetz sich so erweist als ein Siegel. Es ist ein Siegel auf die Gerechtigkeit Gottes. Durch das Gesetz lernen wir die Gerechtigkeit Gottes kennen, wie Gott ist, wie vollkommen und wie getrennt von allem Bösen. Er hat mit der Sünde nichts zu tun.
Es gibt Menschen, die klagen Gott an, warum lässt er das? Und du wirst ihm auf tausend nicht eines antworten können, wenn du einmal vor Gott stehst. Wie viele Leute haben gesagt: Wenn ich mal vor Gott stehe, dann werde ich ihm sagen. Dann wird man gar nichts sagen. Aber Gott wird uns sagen, wo wir uns offen und direkt willentlich verschuldet haben. Übrigens ist interessant: In der Tora, im Gesetz Moses, werden alle Sünden, die so stattfinden, beschrieben als aus Versehen. Dann gibt es aber die Sünde in 4. Mose 15 mit erhobener Hand, und da gibt es kein Schlachtopfer mehr dafür, und die wurden getötet.
Ja, und was ist denn der Unterschied? Das Sündigen mit erhobener Hand meint nicht einfach, dass man da und da bewusst gesündigt hatte, sondern Sünde mit erhobener Hand, das war die definitive Verwerfung des Gesetzes Gottes. Und das hat es immer wieder gegeben in der israelischen Geschichte, solche, die nicht einfach gesündigt haben, sondern die bewusst Gott so gehasst haben und definitiv alles verworfen haben. Und dann gab es keinen Weg zur Vergebung. Das ist im Neuen Testament vergleichbar mit der Lästerung des Geistes, Matthäus 12, und auch Hebräer 6 und 10. Da geht es um Menschen, die definitiv und bewusst Jesus Christus und das Werk des Heiligen Geistes verwerfen und damit nichts zu tun haben wollen, den Sohn Gottes mit Füßen treten. Das kann kein Kind Gottes tun. Aber jeder Mensch steht vor der Entscheidung. Und es gibt diese definitive letzte Entscheidung. Aber dann will jemand gar nicht mehr zurückkehren. Und wenn jemand doch zurückkehrt, ist der Beweis, das war nicht das. So einfach ist es eigentlich.
Aber eben, das Gesetz war ein Spiegel und ein Siegel, weiter ein Riegel. Israel war ein Sklavenvolk in Ägypten, und dann wurden sie frei. Das ist ganz gefährlich, wenn man frei wird. Das ist ein kritischer Moment. Das haben auch schon manche Christen erlebt, echte Kinder Gottes, die aus einer ganz gesetzlichen Gemeinde, und ich meine jetzt wirklich gesetzlich, nicht einfach bibeltreu, sondern gesetzlich, wo man dem Wort Gottes hinzufügt, herausgekommen oder sogar eben einer sektenähnlichen Gemeinschaft oder sogar einer wirklichen Sekte. Und es ist dann ganz gefährlich, dass man am Schluss das Kind mit dem Bad auswirft und sich gar nicht mehr zurechtfindet im wahren Christenleben.
Und so ist es auch, wenn man Sklave ist in Ägypten, frei wird durch das Blut des Passalam, in die Freiheit geht. Das wäre der Moment gewesen, wo das ein Volk geworden wäre, das völlig ungebändigt, ungezähmt im Eigenwillen die Freiheit missbrauchen würde. Und darum hat Gott ihm das Gesetz gegeben. Das war ein Riegel, damit das Zusammenleben als Volk Gottes überhaupt funktioniert. Und darum hat das Gesetz Mose für Israel alles im Detail geregelt: den Alltag, den Gottesdienst, die tägliche Arbeit, die allgemeine Volkswirtschaft, alles geregelt. Und so war das eben ein Riegel.
Übrigens, als die Sowjetunion so um 1989 zusammenbrach, da ist der damalige Präsident Gorbatschow, ja, der Mann, Gorbatschow nach Israel gekommen, und da haben sie ihm gesagt: Herr Gorbatschow, Sie haben etwas Ähnliches gemacht wie Mose. Mose hat uns als Volk aus Ägypten befreit, und Sie haben die sowjetischen Völker befreit. Aber Sie haben etwas unterlassen: Sie haben ihnen kein Gesetz gegeben. Und wir wissen, wie dann Kriege losgegangen sind, da und dort, ob in Tadschikistan oder in Jugoslawien oder wo auch immer. Das war das Problem.
Und jetzt sehen wir: Das Gesetz hat Gott gegeben als ein Riegel, um das Leben von Israel durch seine Geschichte zu lenken. Aber ganz wichtig: Die Gemeinde heute steht nicht unter dem Gesetz von Sinai. Das ist der Grund übrigens, warum ich keine Quasten trage. Ja, weil die, die sagen, Gott hat die Gebote gegeben und das ändert nicht, dann sage ich: Und wo sind die Quasten? Ja, man muss einfach den... Ja, nein, nein, man muss einfach die moralischen Gebote, ja, und den Sabbat, ja, aber der Sabbat ist nicht moralisch, das ist auch ein rituelles Gebot. Ruhe genau an dem bestimmten Tag, nicht am fünften Tag, am siebten Tag. Merkt man, wie unkonsequent. Ja, weil das Gesetz ist ein ganzes, ein ganzes Paket. Das kann man nicht auseinanderreißen.
Darum sagt Jakobus in Jakobus 2, wer in einem Gebot sündigt, ist des ganzen Gesetzes schuldig. Warum? Man kann nicht einfach aufteilen, die und die nicht. Nein, dann frage ich: Wenn jemand kommt, wieder mit dem Sabbat und so, bitte, wann hast du das letzte Ritualbad genommen, und darf ich dich berühren? Ja, aber ich werde so und unrein, wenn ich den berühren würde. Ja, das ist völlig unkonsequent, was ihm diese Irrlehre bringen. Das Gesetz ist ein ganzes Paket, und das gehört zusammen, das hat Gott Israel gegeben.
Aber die Gemeinde lernt ganz viel aus dem Gesetz, und zwar in 1. Timotheus 1, da sagt der Apostel zu Timotheus, Vers 8, und zwar geht es um Leute, die meinen, sie kämen draus, und sie kommen nicht draus. Ich lese schon Vers 7: die Gesetzlehrer sein wollen und nicht verstehen, weder was sie sagen, noch was sie fest behaupten. Also sogar allgemein in den Dingen, was sie sagen, sind sie falsch, und dann gibt es noch Dinge, wo sie ganz besonders Betonung darauf legen, und dort sind sie genau auch falsch. Also die weder wissen, was sie sagen, noch was sie fest behaupten. Und jetzt kommt der Kontrast: Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist. Die Tora von Sinai ist gut, ganz wichtig. Das Gesetz ist gut, wenn jemand es gesetzmäßig gebraucht. Aha, man muss also gewisse Regeln beachten, wie man die Tora braucht.
Indem er dies weiß, dass für einen Gerechten das Gesetz nicht bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Zügellose, für Gottlose und Sünder, für Unheilige und Ungöttliche, für Vaterschläger und Mutterschläger, für Menschenmörder, Hurer, Knabenschänder, Menschenräuber, Lügner, Meineidige. Das ist nicht vollständig. Und wenn etwas anderes der gesunden Lehre entgegen ist, nach dem Evangelium der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut worden ist.
Also, das Gesetz ist nicht für einen Gerechten bestimmt. Paulus war unter dem Gesetz, aber mit seiner Bekehrung nicht mehr. Römer 7 sagt, man ist grundsätzlich an das Gesetz gebunden, solange man lebt. Und wenn der Tod eintritt, gibt es eine Lösung. Das wissen wir auch in Deutschland ist das so: Wenn ein Bankräuber eine Bank, sagen wir die Deutsche Bank, überfällt, dann verfolgt ihn das Gesetz. Und es kann sein, er ist auf der Flucht mit seinem Mercedes, die Polizei hinter ihm her, und plötzlich, er fährt einfach viel zu schnell, fährt in eine Betonmauer und ist tot. Was passiert dann? Dann wird er nicht mehr weiterverfolgt. Es ist alles erledigt. Das Gesetz ist nur für solche, die leben. Wenn sie tot sind, gibt es keine Strafverfolgung mehr, es ist vorbei.
Und Paulus sagt in Römer 7, wenn man unter Gesetz ist, ist man so lange unter Gesetz, bis eben der Tod eintritt. Und er sagt zu den jüdischen Geschwistern in Rom: Ihr seid eben dem Gesetz getötet worden durch Christus. Wenn ein Jude sich bekehrt, ist es genau gleich wie wenn ein Nichtjude sich bekehrt. Er identifiziert sich mit Jesus Christus und sagt: Sein Tod am Kreuz ist für mich geschehen, das hätte ich verdient, das ist mein Tod. Und ab diesem Moment betrachtet Gott einen Menschen als tot. Jeder Jude unter dem Gesetz ist damit dem Gesetz gestorben. Und darum sagt Paulus, er ist nicht mehr unter Gesetz. Das ist für solche, die leben, bestimmt, er ist nicht mehr unter dem Gesetz. Und so ist es mit dem Bankräuber, der ist nicht mehr unter dem deutschen Gesetz, sobald er in der Betonmauer geendet hat.
Und jetzt wird hier also gesagt: Das Gesetz ist nicht für einen Gerechten, der durch den Glauben an Jesus Christus gerecht geworden ist, bestimmt, sondern es ist bestimmt für Gottlose, für Gesetzlose, für Sünder. Das heißt, wir können anhand des Gesetzes Menschen zeigen, was Recht und was Unrecht ist. Also das Gesetz gibt eine Orientierung, weil es eben ein Siegel ist, das Gottes Gerechtigkeit darstellt, und Gottes Wesen ändert sich nicht. Natürlich seine Anweisungen, Quasten, Sabbatfeier, das ist ganz genau angewiesen, wer wann das tun muss. Aber alles, was mit dem Wesen der Gerechtigkeit Gottes zusammenhängt, das ist nicht abgelöst oder nicht geändert.
Aber Galater 5 sagt, die Galater sollen sich nicht um das Gesetz von Sinai stellen, also Nichtjuden. Und dann sagt er in Kapitel 6: Traget einer des anderen Lasten, so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen. In diesem Brief gegen die Gesetzlichkeit vom Sinai spricht er vom Gesetz des Christus, und das ist ein Ausdruck. Wenn man das liest auf dem jüdischen Hintergrund, das ist grandios. In einem rabbinischen Kommentar aus dem Mittelalter, das ist eine Auslegung von dem Buch Prediger, Kohelet, dort steht: Die Tora, die wir in dieser Zeit lernen, kann man nicht vergleichen mit der Tora des Messias. Das heißt, im Judentum war die Erwartung: Wenn der Messias kommt, wird er eine ganz neue Tora bringen, Gesetze, die höher sind als die Tora von Sinai. Und darum alle die Gebote, die Jesus im Neuen Testament gegeben hat für die Gemeinde, gehören zu dem Gesetz des Christus. Und dort steht in diesem Kommentar Torato shel Maschiach, also das Gesetz des Christus, ist genau der Ausdruck von Galater 6.
Nun ist es so: Im Neuen Testament darf die Gemeinde stehlen? Nein, Epheser 4 sagt: Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr, sondern arbeite viel mehr mit seinen Händen, damit er dem Bedürftigen mitzuteilen wisse. Also das heißt nicht nur: Du sollst nicht stehlen, sondern arbeite, damit du dort, wo es nötig ist, wo wirklich notwendig ist, dort kannst du geben. Und das Gesetz sagt: Du sollst nicht Ehe brechen. Man kann sich vorstellen, eine Ehe, die ist nicht gebrochen, aber es ist nicht schön. Das Gesetz des Christus sagt in Epheser 5: Ihr Männer, liebet eure Frauen, gleich wie Christus die Gemeinde geliebt und sich selber für sie hingegeben hat. Das ist viel höher als die Zehn Gebote, als die Tora. Aber es ist schon das Gleiche, aber viel höher.
Und wo findet man im Neuen Testament, dass man am siebten Tag der Woche ruhen soll als Gemeinde? Nirgends. Wir stehen unter dem Gesetz des Messias. Und das muss man so sehen, es gibt ein Verhältnis, ein ganz schönes Verhältnis zwischen dem Gesetz von Sinai und dem Gesetz des Christus, aber das ist höher und es ist eben so, dass es für die Gemeinde angepasst ist, ohne Sabbatgebot, und das war genau für Israel, die Situation Israels angepasst. Und so macht alles Sinn.
Und jetzt schauen wir uns das, was wir gesehen haben, noch nachts an, von weit, weit oben aus dem All. Wir sehen, wo Ägypten bewohnt ist, ja, im Nildelta, in Goschen, entlang des Nillaufs. Aber in der Wüste, da wohnt fast niemand, in der Sinaiwüste auch nicht gerade viele. Auch in Saudi-Arabien, in Midian, nicht viele. Aber eben Gott hat die Tora gegeben, dort auf diesem Gebirge. Schauen wir uns das mal noch hell an, um eben zu zeigen, wer wir sind. Anhand des Gesetzes kann man erkennen: Ich bin ein Sünder und ich brauche den Messias, den Erlöser, der für unsere Sünden stirbt, um das Problem zu lösen. Und wenn wir unsere Sünde bereuen und Gott bekennen im Gebet, dann vergibt er uns vollständig durch Jesus Christus.
Das Gesetz ist ganz wichtig, um das zu erkennen. Aber es hilft uns eben als Siegel zu sehen, wie ist Gott, sein Wesen, sein herrliches Wesen, seine Gerechtigkeit, und es ist eben eine Regelung. Und so ist das Wort Gottes überhaupt gegeben, auch das Gesetz des Christus, um das Zusammenleben, auch das Zusammenleben in der Gemeinde und in der Gesellschaft möglich zu machen, nach Gottes Gedanken.
Und ganz zum Schluss noch ein Blick vom Dschäbel Musa runter. Danke für die Aufmerksamkeit!
