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4000 Jahre Jerusalem

Das erstaunliche Panorama der Heilsgeschichte Gottes
Hesekiel 5,506.01.2015
Jerusalem: Friedensstadt im Namen, Krisenherd in der Realität. Die Frage dahinter: Warum dreht sich hier alles um Opfer, Schuld und die Hoffnung auf echten Frieden?

Einleitung und Ausgangspunkt

Guten Abend, meine Damen und Herren. Ich möchte Sie herzlich begrüssen zu diesem Abendvortrag mit dem Titel: „Viertausend Jahre Jerusalem: das erstaunliche Panorama der Heilsgeschichte Gottes“.
Jerusalem gehört zu den ältesten Städten der Welt. Jerusalem ist älter als viertausend Jahre, und ihre Geschichte von Herrlichkeit einerseits, Blut und Tränen andererseits, ist absolut einzigartig in der ganzen Weltgeschichte.
Der Name der Stadt, auf Hebräisch ausgesprochen Jerusalem, heisst so viel wie „Stadt“ oder „Gründung des Friedens“. Aber hier merken wir bereits: Zwischen Name und heutiger Wirklichkeit besteht ein beängstigendes Spannungsfeld. Denn keine Stadt der Welt stellt den Weltfrieden mehr in Frage als gerade Jerusalem, die Stadt des Friedens.
Auch die geografische Situation Jerusalems ist einzigartig. Jerusalem liegt am Knotenpunkt der drei Kontinente Europa, Afrika und Asien. So versteht man auch das Wort besser, das in Hesekiel 5,5 steht: So spricht der Herr, der Ewige: Dies ist Jerusalem; ich habe es mitten unter die Nationen gesetzt und Länder rings um es her.
Im Zentrum des heutigen Konflikts um Jerusalem im Nahen Osten steht ein Teil der Stadt, nämlich insbesondere der Tempelplatz in Ostjerusalem. Warum sind diese etwa 144 Quadratmeter dermassen begehrt? Nun, wir müssen die jüdische Geschichte kennen.
Der Tempelplatz war der Ort des einstigen jüdischen Tempels, und zwar in der Zeit des elften Jahrhunderts vor Christus, so nach der strikten Chronologie, vom Tempel Salomos bis ins erste Jahrhundert nach Christus. Denn der zweite jüdische Tempel wurde im Jahr 70 durch die Römer zerstört. Das war das geografische Zentrum des Judentums.
Aber ausgerechnet an demselben Ort befindet sich seit dem siebten Jahrhundert bis heute der Felsendom. Im Islam sagt man, das sei der drittwichtigste Ort des Islam; nach Mekka und Medina komme dieser Platz in Jerusalem. Und übrigens: Kurz nach dem Tod von Muhammad um 632 nach Christus haben die Muslime, ausgehend von der arabischen Halbinsel, Jerusalem erobert, im Jahr 638. Bald darauf haben sie den Felsendom auf den höchsten Punkt des Tempelberges gebaut, auf dem Felsen, auf dem früher das Allerheiligste der Juden stand.
Also, man versteht schon, weshalb vor vielen Jahren die New York Times gesagt hat, das seien die explosivsten Quadratmeter des Planeten. Eine Gefahr für die Sicherheit der ganzen Welt.
Nun wollen wir, weg von der Gegenwart, die Wurzeln der Geschichte erforschen. Wir gehen also zurück über viertausend Jahre in die Vergangenheit.

Die Anfänge mit Abraham und der erste Bezug zu Jerusalem

Im 21. Jahrhundert vor Christus lebte Abraham, der Stammvater Israels, in Ur in Chaldäa, im heutigen Südirak. Sie sehen hier die sumerische Zikkurat für den Mondgott in der Stadt Ur. Diese Zikkurat stand bereits zur Zeit Abrahams.
Abraham war, so sagt es die Bibel, ursprünglich ein Götzendiener. Er verehrte sumerische Naturgötter und insbesondere in Ur und Chaldäa natürlich den Mondgott. Aber die Bibel berichtet uns in 1. Mose 11,31-12,3, dass plötzlich der Schöpfergott erschien, also der Gott, der nicht irgendein Teil der Natur ist, sondern der Gott, der die Natur durch sein Wort aus dem Nichts erschaffen hat. Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham, sagt Stephanus in Apostelgeschichte 7. Und dieser Gott rief Abraham aus Ur in Chaldäa heraus, um ins verheißene Land, in das Land Kanaan, das spätere Land Israel, zu gehen.
Abraham war diesem Ruf gehorsam. Er kehrte dem Mondgott den Rücken, wandte sich dem Schöpfergott zu und ging den normalen Weg ins Land Kanaan: von Ur dem Euphratlauf entlang hinauf bis nach Harran, im heutigen Südtürkei, und dann hinunter über das fruchtbare Gebiet, über den fruchtbaren Halbmond, wie man sagt. Nicht direkt durch die sogenannte syrische Wüste, denn das wäre ein gefährlicher Weg gewesen. Er ging also nach Harran hinauf und dann von dort über viel fruchtbares Gebiet ins Land Kanaan, das spätere Land Israel.
Die Bibel berichtet, wie Abraham schließlich in 1. Mose 14,17-20 beschrieben, nach Salem kam. Salem ist die Kurzform von Jerusalem. Nach der Schlacht der Könige kam er ins Königstal, in das Tal Schave, das ist das Tal, das Sie hier auf dem Bild sehen. Man nennt es auch das Kidron-Tal. Und da kam der König von Jerusalem, ein Kanaaniter, Melchisedek, der auch den Schöpfergott verehrte und nicht Baal, den Gott der Kanaaniter. Er verehrte den Schöpfergott, kam heraus und stärkte Abraham da unten im Tal Schave mit Brot und Wein nach der Schlacht und segnete Abraham. Das war der erste Kontakt von Abraham mit Jerusalem.
Abraham hatte ja in Ur in Chaldäa keine Nachkommen, keine Kinder. Der Bibeltext sagt, Sarai war unfruchtbar, 1. Mose 11. Nun ist interessant: Die Sumerer sagten, der Mondgott Nanna mache Menschen und Vieh zahlreich. Aber im Fall von Sara hatte er völlig versagt. Und dann kam der Schöpfergott und sagte zu Abraham: Ich werde aus dir eine große Nation machen. Und diese Nation wird schließlich zum Segen werden für alle Völker der Erde, 1. Mose 12,1-3. Ja, also nicht nur sollte er ein Kind bekommen, sondern er sollte Stammvater eines Volkes werden, und zwar nicht nur Stammvater irgendeines Volkes, sondern Stammvater dieses Volkes, aus dem schließlich der Messias, der Erlöser, kommen sollte, als Segen für alle Völker der Welt.
Aber lange bekam Abraham immer noch kein Kind. Er musste fünfundzwanzig Jahre warten, bis schließlich Isaak kam. Und dann kam die größte Glaubensprüfung, 1. Mose 22,2: Und Gott sprach: „Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, den Isaak, und ziehe hin in das Land Moria und opfere ihn als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir sagen werde.“ Abraham sollte beweisen, dass er Gott mehr liebt als das Liebste auf Erden. Dieser Mann hatte sich so darauf konzentriert, mit Sara einen Nachkommen zu haben. Und schließlich hat Gott ihm das erfüllt. Aber es kann sein, dass die Gaben Gottes uns wichtiger sind als Gott. Und Gott sagt: Bist du bereit, deinen Sohn mir zurückzugeben? Und Abraham war bereit. Aber es war nur ein Test, eine Prüfung. Er musste Isaak nicht opfern, aber er ging in das Land Moria.
Wo liegt das? Nun, der Berg, auf dessen Südabhang die kleine ummauerte Stadt Salem, Jerusalem, lag, dieser Berg hieß in der Bibel Moria oder öfters später Zion. Der biblische Berg Zion ist der Tempelberg. Heute nennt man nebenbei gesagt einen Nachbarhügel in Jerusalem Zionsberg. Aber das ist nachbiblisch. In der Bibel ist der Zionsberg immer der Berg Moria, der Tempelberg.
Nun sagt Gott: Geh in das Land Moria und opfere ihn als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir sagen werde. Komisch, es wird doch immer gesagt, Abraham sollte seinen Sohn Gott darbringen auf dem Berg Moria. Aber der Bibeltext sagt das nicht. Der Bibeltext sagt: Geh in das Land Moria, also in das Gebiet, wo der bekannte Berg Moria liegt, auf dessen Südabhang die Stadt Salem lag. Geh dorthin, und auf einem der Berge dort sollst du deinen Sohn opfern.
Nun, das könnte der Berg im Osten sein, der Ölberg. Das könnte der Berg da im Süden sein, den man traditionell den Berg des bösen Rates nennt. Wenn Sie in Jerusalem stehen und nach Süden schauen, sehen Sie diesen Berg ganz markant. Es gibt dort so eine Art Burg obendrauf mit einer Fahne. Das ist der UNO-Hauptsitz, der Berg des bösen Rates. Und es gibt noch mehr Berge. Es gibt eben diesen Hügel Zion, ich nenne das Zion Römisch II. Das war später das urchristliche Quartier, wo auch Pfingsten stattgefunden hat. Und dann gibt es noch den Nordwesthügel der Altstadt. Dort war das spätere Golgatha, wo Jesus Christus gekreuzigt wurde. Also irgendwo auf einem der Berge dort im Land Moria, aber nicht Moria selbst.
Nun, Abraham durfte seinen Sohn Isaak verschonen, das ist klar, denn Gott will keine Menschenopfer. Aber es war eben doch ein Test: Wen liebst du mehr? Und das müssen wir uns ja auch immer wieder fragen: Sind uns die Gaben Gottes wichtiger als der Geber? Und die Bibel sagt, Abraham hat dort einen Widder gefunden, und den hat er an der Stelle seines Sohnes Isaaks geopfert. Und dann sagt die Bibel, da habe Abraham diesem Berg einen Namen gegeben, und zwar nannte er ihn Adonai Jireh. Der Herr wird ausersehen. Was ausersehen? Das wahre Opfer.
Das Alte Testament erklärt, dass, wenn einmal der Messias kommen würde, dieser wirklich als Opfer sterben würde für unsere Sünden. Isaak konnte nicht sterben für unsere Sünden, denn er war selbst ein Sünder. Ein Mensch, der schuldig geworden ist, kann nicht für einen Schuldigen sterben. Aber so wusste man alttestamentlich: Wenn der Messias einmal kommt, dann wird er auf einem der Berge da im Land Moria sterben. Und darum schreibt Mose in 1. Mose 22,14: „Da hier heutigen Tages gesagt wird: Auf dem Berg des Ewigen wird ersehen werden.“ Der Messias sollte eines Tages da bei Jerusalem sterben.
Nun, das Interessante ist: Jesus Christus ist wirklich auf dem Nachbarhügel da drüben gekreuzigt worden, auf Golgatha. Sie sehen, ein paar hundert Meter entfernt vom höchsten Punkt des Tempelberges, markiert durch den Felsendom, da sehen Sie die Kuppel der Grabeskirche. Archäologisch ist das der authentische Ort der Kreuzigung Jesu. Das können wir heute einwandfrei archäologisch belegen. Adonai Jireh.

Vom Erzvater zur Volksgeschichte Israels

Nun haben sich Abrahams Nachkommen vermehrt. Nach Abraham kam Isaak. Isaak hatte zwei Söhne, Jakob und Esau. Jakob wurde auserwählt, um die Linie der Verheißung weiterzuführen.
Jakob hatte zwölf Söhne, die Stammväter der späteren zwölf Stämme Israels. Schließlich wuchs diese Großfamilie zu einer Gemeinschaft von siebzig Leuten heran. Sie gingen infolge einer Hungersnot in Kanaan nach Ägypten, um dort Zuflucht zu suchen. So kamen sie für zweihundertfünfzehn Jahre nach Ägypten ins Nildelta. Dort vermehrte sich diese Großfamilie zu einem Volk.
Wenn man die sehr hohen Vermehrungsraten zugrunde legt, die man heute unter gewissen Völkern in der Dritten Welt kennt, dann reicht das aus, um von dieser Gemeinschaft von 70 Leuten in 215 Jahren zu einem riesigen Volk zu kommen, wie die Bibel es beschreibt. Aber am Ende dieser 215 Jahre in Ägypten, und die Bibel sagt in 2. Mose 1, dass die Israeliten sehr, sehr fruchtbar waren, nicht nur fruchtbar, sondern sehr, sehr fruchtbar, sahen die Ägypter in den Israeliten eine militärische Gefahr und versklavten dieses Volk. Sie sollten die Städte Pitom und Ramses bauen.
Nun halten wir fest: Abrahams Großfamilie wurde in Ägypten zu einem Volk, wurde aber am Ende dieser Aufenthaltszeit versklavt. Und es ist so: Gott hatte schon Abraham gesagt, dass er, wer dir flucht, den werde ich verfluchen. Die Geschichte der Völker hängt davon ab, wie sie sich gegenüber dem auserwählten Volk verhalten. Sie können durch die ganze Geschichte hindurchgehen und sehen: Wenn sich Völker an den Juden vergriffen haben, dann folgte die Katastrophe. Das können Sie durch die Jahrtausende hindurch verfolgen.
Aber das ist jetzt nicht unser Thema. Nur so nebenbei gesagt: Hier sehen wir das zum ersten Mal. Die Ägypter haben sich an den Israeliten vergangen, durch Kindermord an den Jungen, die in den Nil geworfen wurden. Dann kamen die zehn Plagen über Ägypten, Naturkatastrophen göttlichen Ausmaßes, die Ägypten zum Zusammenbruch geführt haben. Und zwar so, dass nach der strengen biblischen Chronologie um 1606 vor Christus die Kinder Israel und Mose aus Ägypten ausziehen konnten, in die Freiheit, zurück ins Land Kanaan.
Ägypten brach zusammen, und Israel ging als Sklavenvolk in die Freiheit. Der Weg ging durch die Sinaiwüste, und da war die Gabe des Gesetzes am Sinai ganz wichtig. Am Sinai bekamen die Israeliten zuerst die zehn Gebote auf zwei Tafeln und dann weitere Gebote, die alle in den ersten fünf Büchern der Bibel, die Mose geschrieben hat, aufgeschrieben sind. Hunderte von Geboten regelten das alltägliche Leben ganz genau.
Wenn man aus der Sklaverei in die Freiheit kommt, ist das immer sehr gefährlich. Was macht man mit der neuen Freiheit? Das ist nicht so einfach für Völker, die unterdrückt waren, wenn sie plötzlich frei werden. Das hat man auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gesehen. Was macht man plötzlich mit der neuen Freiheit? Da kann man auch viel Unsinn tun.
Darum hatte man auch damals Gorbatschow gesagt, als er nach Israel kam: Herr Gorbatschow, Sie haben etwas Ähnliches gemacht, was Mose mit den Israeliten tun durfte, aber Sie haben etwas unterlassen. Sie haben den befreiten Völkern keine Tora, kein göttliches Gesetz gegeben. Interessant, nicht wahr?
Aber die Tora, das Gesetz – Tora heißt Gesetz auf Hebräisch – war nicht nur eine Leitplanke fürs Leben, sondern auch ein Spiegel. Ein Spiegel, der tief geht. Denn die Israeliten merkten sehr bald: Das, was Gott an Gerechtigkeit im Alltag verlangt, das können wir gar nicht erfüllen. So war das ein Spiegel, um uns Menschen zu zeigen, dass wir eben nicht einen guten Kern haben, wie man das so oft in der modernen Psychologie sagt, sondern dass wir wirklich ein Problem in uns haben.
Nicht wahr? Komisch: Da heißt es, du sollst nicht, und wir merken, wir haben eine Kraft in uns, die will dann genau das. Und wenn die Bibel sagt, du sollst, merken wir, wir haben einen Drang in uns, genau das nicht zu tun. Woher kommt das? Die Bibel sagt, das ist der Beweis, dass wir eine böse Natur, eine sündige Natur, in uns haben. Und diese sündige Natur, das ist die Erbsünde, sagt die Bibel, in uns. Sie führt dazu, dass wir Sünden begehen.
Aber interessant ist: Im Zusammenhang mit der Gabe der Tora hat Gott auch Anweisungen zum Bau eines transportablen Tempels gegeben. Die Israeliten sollten die Stiftshütte bauen. Und bei diesem transportablen Tempel spielte im Zentrum des Gottesdienstes ein Opferdienst eine grundlegende Rolle.
Wenn jemand festgestellt hatte: Ich habe gesündigt, dann durfte er ein unschuldiges Tier, zum Beispiel ein Lamm oder eine Ziege, nehmen. Er musste zur Stiftshütte kommen. Das Zelt dort war die Wohnung Gottes. Aber umgeben von einer weißen Umzäunung war eine Trennung zwischen Gott und Menschen. Gott ist heilig, wir Menschen sind unheilig. Das ist eine Trennung.
Aber das Schöne ist: Es gab einen einzigen Zugang. Sehen Sie diesen Vorhang? Zwanzig Ellen breit, also ein bisschen mehr als zehn Meter. Wir sind eher eine gastfreundliche Familie, aber wir haben keine Türen, die zehn Meter fünfzig breit sind. Ja, aber Gott hat eine große Tür. Das erinnert wirklich an den Erlöser, der später gesagt hat: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich werde euch Ruhe geben.
Konnte er da hineingehen durch den einzigen Weg, und da beim Altar musste der Schuldige zuerst das Tier schlachten. Das geht unter die Haut, ja. Und dann floss das Blut. Zuvor musste der Schuldige auch seine eigene Schuld vor Gott bekennen. 3. Mose 5,5 sagt: Und es soll geschehen, wenn er sich in einem von diesen verschuldet, so bekenne er, worin er gesündigt hat, und er bringe sein Schuldopfer dem Herrn für seine Sünde, die er begangen hat.
Also man musste seine persönliche Schuld bereuen, konkret Gott sagen. Natürlich weiß Gott alles, aber er will, dass wir auch bewusst dazu stehen und es ihm sagen. Und man lernte damals: Ein unschuldiger Stellvertreter muss für mich sterben, sein Blut muss fließen, und auf dieser Grundlage vergibt Gott.
Natürlich macht das Alte Testament klar, dass all diese Tieropfer nur Symbole waren. Sie sollten darauf hinweisen, dass einmal das wahre Opfer kommt, der Messias, der im Land Moria für unsere Sünden sterben würde. Aber so lernte Israel in der Frühzeit seiner Geschichte: Es gibt einen Weg zurück zu Gott, einen Weg. Und dieser Weg führt über Sündenerkenntnis, Reue und Sündenbekenntnis auf der Grundlage eines Stellvertreters, der stirbt.

Wüstenzeit, Landnahme und die ersten Heiligtümer

Die ganze Wüstenwanderung dauerte vierzig Jahre. Dann kamen die Israeliten zum Eingang des verheissenen Landes, und zwar Jericho gegenüber, auf der anderen Seite des Jordans, auf heute jordanischem Boden. Dort war die letzte Lagerung Israels rund um die Stiftshütte, und dort hielt Mose seine acht Abschiedsreden. Er durfte dann noch auf den Berg Nebo gehen, dort in der Gegend das verheissene Land sehen, aber er durfte das Volk nicht ins Land führen.
Diese acht Abschiedsreden findet man aufgeschrieben im fünften Buch Mose. Und dann starb Mose. In diesen Abschiedsreden hat er die Gesetze der Tora, die man nun vierzig Jahre lang in der Wüste anwenden musste, auf die ganz neue Situation im Land übertragen. In unserem Zusammenhang ist die Anwendung des Gesetzes im Zusammenhang mit dem Gottesdienst sehr wichtig.
In 5. Mose 12,13 sagt Mose: Hüte dich, dass du deine Brandopfer nicht an jedem Ort opferst, den du siehst, sondern an dem Ort, den der Herr in einem deiner Stämme erwählen wird. Dort sollst du deine Brandopfer opfern. Dieser geheimnisvolle Ort wird 21 Mal im 5. Mose erwähnt, 3 Mal, 7 Mal, aber der Name wird nie genannt. Man kann herausfinden, dass der Ort in den Bergen sein muss. Ja, also ein Ort für die Opfer. Und das sollte eben ein Zeugnis dafür sein: Es gibt nur einen Gott, und darum auch nur einen Ort für den Tempel.
Nicht wahr, die anderen Völker rund um Israel, die haben viele Götter und ganz viele Tempel. Aber Israel kannte nur den einen Gott, den Schöpfergott, nicht Naturgötter, keine kosmischen Kräfte in der Natur wie die anderen Völker, sondern den Schöpfergott, der alles ins Dasein gerufen hatte. Und als Zeugnis für den einen Gott sollten sie einen Ort haben. Erst später wurde dann speziell David durch die Propheten offenbart, dass dieser Ort Jerusalem heissen sollte.
Nun habe ich bereits ein bisschen vorgegriffen. Nach dem Tode Moses, auf der anderen Seite des Jordans, ging Israel unter Führung von Joshua, dem Nachfolger Moses, hinüber ins verheissene Land. Und das erste Bollwerk, das Israel entgegenstand, war Jericho. Schauen Sie, hier sehen Sie etwas von diesen mächtigen Zyklopenmauern zur Zeit von Joshua. Diese Mauern werden heute in der säkularen Archäologie auf vor Christus datiert. Nach der strengen biblischen Chronologie war die Eroberung Jerichos 1566 vor Christus. Das stimmt schön miteinander überein.
Aber was Sie hier sehen, diese Zyklopenmauer mit diesen mächtigen Steinen, das war nur der untere Teil der Mauer. Darüber gab es eine hohe zweite Ziegelmauer, und die ist damals nach aussen heruntergefallen. Ja, hier der Schutt der heruntergefallenen Mauer, hier die Zyklopenmauer, so entstand dadurch eine Rampe. Und genau das sagt die Bibel in Joshua 6, dass die Mauer herunterfiel und die Israeliten konnten wie auf einer Rampe dann nach Jericho hinaufsteigen und die Stadt erobern.
Und man hat die Spur eines furchtbaren Brandes dieser Stadt gefunden, aus dieser Zeit, mittlerer Bronze 2b. Danach war Jericho für Jahrhunderte keine ummauerte Stadt mehr. Das stimmt genau mit dem Bericht der Bibel überein. Erst spät, in der Zeit von Ahab, Jahrhunderte später, hat man hier Jericho wieder aufgebaut.
Wenn Ihnen nächstes Mal jemand sagt, die Geschichte von Joshua sei alles nur ein Märchen, man habe nichts gefunden, es hätte zur Zeit von Joshua auch keine Mauern gegeben in Jericho, dann sagen Sie: Ja, wann war die Eroberung von Jericho? Ja, 1230 vor Christus, und da war Jericho gar keine Stadt. Wie kommen Sie auf 1230? Dann werden Sie wahrscheinlich keine Antwort bekommen. Und dann können Sie sagen: Aber nach der biblischen Chronologie war die Eroberung 1566 vor Christus. Und dort sind die Mauern heruntergefallen, und danach war Jericho keine Stadt mehr mit Mauer.
Also, Sie dürfen nicht der Bibel eine falsche Chronologie unterschieben, um dann zu sagen: Seht ihr, die Bibel stimmt nicht. Sondern Sie müssen die biblische Chronologie nehmen und dann sehen, die Bibel stimmt doch. So geht das ganz einfach.
Ja, und so wurde ein Ort nach dem anderen in Besitz genommen. Ganz wichtig war natürlich die Eroberung von Chilo. Auch dort findet man die Überreste der eroberten Stadt in Chilo, Mauern aus der Mittelbronze IIb. Hier sehen Sie den Platz, wo die Stiftshütte in Chilo aufgestellt wurde, für die nächsten Jahrhunderte. Sehen Sie diese Mauern? Da, auf dem höchsten Punkt dieses riesigen Rechtecks in Shiloh, da war die Stiftshütte.
Ich habe das gerade vor kurzem dann auch hier ausgemessen, von Mauer bis zu Mauer. Das sind gegen dreissig Meter, ja, und die Breite der Stiftshütte, das war fünfzig Königsellen, fünfzig mal 52,5 Zentimeter. Das passt ganz schön zwischen diese Mauern hinein, die in Shiloh zusätzlich die Stiftshütte geschützt haben.
Ja, und das Buch Joshua beschreibt, wie das Land erobert wurde. Und auch nach dem Tod von Joshua ging die Eroberung weiter in der Zeit der Richter. Richter 1,28 berichtet über die Eroberung von Jerusalem. Aber das war nicht vollständig, denn die Bibel macht klar, dass man bald wieder Jerusalem verloren hatte. Hier mit dem Pfeil habe ich Mauerüberreste noch der alten Kananiter in Jerusalem angezeigt.
Und was ich noch gerne zeigen möchte aus der Richterzeit, die nach Joshua 450 Jahre umfasste, das ist hier der Palast von König Jabin aus der Zeit von Deborah. Den hat man so schön ausgegraben. Das war der spätkananäische Palast, sechzehntes bis dreizehntes Jahrhundert, und dann wurde Hazor verbrannt und zerstört, ganz in Übereinstimmung mit dem biblischen Bericht. Aber der König Jabin hat da seinen Thronsaal gehabt, da ist der Eingang, da mit diesen Säulen, hier hinten der Thronsaal. Das ist der König Javin aus Richter 4.
So können wir die ganze biblische Geschichte heute archäologisch schön eins ums andere dokumentieren und zeigen, und ich mache einfach so ein paar Streiflichter dazu.

David, Salomo und der Weg in die Teilung

Aber ganz wichtig war dann 1049 vor Christus: Da hat schließlich David, König David, Jerusalem wirklich erobert und danach diese Stadt zur Hauptstadt der zwölf Stämme Israels erhoben. Ihm wurde mitgeteilt: Hier in Jerusalem ist der Ort, wo nun wirklich der endgültige Ort für den Tempel sein soll. Die Stiftshütte wurde schließlich nach Jerusalem gebracht, und Davids Sohn Salomo baute oben auf dem Berg Moria den ersten Tempel, den salomonischen Tempel. Ein Tempel als Zeugnis dafür, dass es nur einen Gott gibt.
Bisher hier eine kleine Zusammenfassung. Die Didaktik ist mir immer sehr wichtig. Wir haben gesehen: Abraham kam nach Kanaan, das war im Jahr 2036 nach strenger biblischer Chronologie. Von Abrahams Einzug nach Kanaan bis zum Auszug aus Ägypten bis zur Gesetzgebung waren genau 430 Jahre, so sagt es Galater 3. Der Auszug aus Ägypten war 1606. Danach folgten 40 Jahre Wüstenwanderung, und wir können aus den biblischen Zahlen entnehmen, dass die Landnahme unter Joshua 1566 mit Jericho bis 1560 war. Bald darauf begann die Richterzeit, mit Othniel 1546 bis 1496. 450 Jahre Richterzeit, und dann kam die Zeit der Monarchie Israels.
Die Israeliten wollten einen König. Zuerst war Saul 40 Jahre König, dann kam nach dieser Katastrophe, denn Saul war der König nach dem Herzen der Menschen, 40 Jahre David, das war der König nach dem Herzen Gottes. Und nach David nochmals 40 Jahre Salomo. So kommen wir bis 976. Aber das Traurige ist: Mit Salomo kam eine Wende. Salomo hat sich am Ende seines Lebens von dem Gott der Bibel abgewendet. Er hatte ein Frauenproblem und meinte, ein großer König im Nahen Osten brauche viele Frauen. Nein, die Bibel hat von Anfang an erklärt: Gottes Plan war ein Mann und eine Frau. Ja, darum hat Gott eine Eva erschaffen, nicht zwei. Ein Mann und eine Frau, und die sollen zusammen ein Fleisch werden. Das war Gottes Plan.
Aber Salomo hat das zerstört. Diese vielen fremden Frauen aus anderen Völkern, die er geheiratet hatte, verleiteten ihn dazu, ihre Götter, die Götter der umliegenden Völker, zu verehren. Und so begann Salomo, Naturgötter zu verehren. Wenn man den Mond verehrt, den Regen, den Wind und so weiter, dann verehrt man ja eigentlich die Schöpfung anstatt den Schöpfer. Und genau das nennt die Bibel Götzendienst: wenn man die Natur verehrt anstatt den Schöpfer, die Schöpfung anstatt des Schöpfers.
Übrigens eine praktische Anwendung: Wenn ein Biologielehrer heute sagt, zu den Schülern: Seht ihr, wie die Natur diesen Schmetterling so wunderbar ausgestattet hat? Was sagt er? Die Natur. Er sagt nicht der Schöpfer. Dann stellt er die Natur an die Stelle des Schöpfers. Das ist biblisch gesehen hundert Prozent Götzendienst. Ja, man muss nicht immer nur von den Leuten früher sprechen, ja, man muss auch mal von uns sprechen.
Nun, das Volk Israel ging dem Weg des Königs Salomo nach, und sie begannen auch, diese anderen Götter zu verehren anstatt den Schöpfergott. Und Gott hatte schon durch Mose gesagt: Wenn das geschehen wird, wird eine Katastrophe für euch kommen. Ihr müsst zurückkehren nach Babylonien, ins Land der Götzen, wo Abraham hergekommen war. Viele Propheten sind aufgestanden, haben die Israeliten ermahnt: Ihr müsst umkehren zu dem Wort Gottes, zu Gott und zu seinem Wort. Und sie haben gesagt: Wir müssen uns nach der Bibel ausrichten und nicht nach den Gedanken der Menschen.
Schon nach dem Tod von Salomo gab es Konsequenzen für diesen Götzendienst. Israel, das zwölfstämmige Volk, spaltete sich in zwei Nationen: die zehn Stämme im Norden und die zwei Stämme im Süden. Das Südreich nannte man das Königreich Judah mit der Hauptstadt Jerusalem, und das Nordreich nannte man das Königreich Israel der zehn Stämme.
Hier sehen Sie alle Könige nach Salomo über die zehn Stämme, also diese neunzehn Könige von Jerobeam dem Ersten bis hin zu Hosea. Und schrecklich: Schon dieser erste König, Jerobeam der Erste, sagte den Israeliten: Ihr müsst nicht mehr nach Jerusalem gehen, viel zu weit für euch. Ich mache euch eine Alternative. Ihr könnt in Dan ein goldenes Kalb anbeten und in Bethel, in unserem Königreich. Ihr müsstet nicht mehr nach Jerusalem gehen. Und alle weiteren Könige und das Volk verfielen diesem Götzendienst. Ein goldenes Kalb, das erinnert an den Apis-Stierkult aus Ägypten, wurde hier verehrt. Und was Sie hier sehen, das ist die originale Plattform hier in Dan, die man ausgegraben hat, wo dieses Höhenheiligtum war.
Und im Südreich Judah gab es insgesamt zwanzig Könige nach Salomo, und die meisten dieser Könige gingen auch den Weg der Götterverehrung und wandten sich von dem wahren Gott ab. Aber hier gab es Ausnahmen. Was ich hier grün vermerkt habe, das sind Könige, unter denen es eine Art Reformation gab, eine Rückkehr zu dem Gott der Bibel, immer wieder.

Gericht, Exil und die Rückkehr unter Persien

Nun, schauen Sie: Mose hatte schon gesagt, in 5. Mose 28,25, was geschehen wird, wenn Israel sich von Gott und seinem Wort abwendet. Er sagt: Der Herr wird dich geschlagen vor deinen Feinden dahingeben, und du wirst ein Schrecken sein allen Königreichen der Erde.
Dieses Wort hat sich für die zehn Stämme erfüllt. 722 vor Christus kam das assyrische Königreich und zerstörte das Nordreich Israel. Es führte die zehn Stämme in die Gefangenschaft nach Assyrien, in den heutigen Nordirak. Das Südreich existierte weiter. Ja, eben, dort gab es ja immer wieder Reformation. Reformation heißt Umkehr, Erneuerung, Umkehr zu Gott und seinem Wort. Aber schliesslich verharrten auch sie im Götzendienst, und da erfüllte sich ein zweites Wort aus den acht Abschiedsreden von Mose.
Im gleichen Kapitel, 5. Mose 28,36, sagt Mose: Der Herr wird dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einer anderen Nation wegführen. Und du wirst dort anderen Göttern dienen. Um 586 vor Christus kamen die Babylonier aus dem heutigen Südirak und zerstörten das Südreich Juda. Sie führten die Juden gefangen in den Südirak nach Babylonien.
Sehen wir: Jetzt schliesst sich der Kreis. Abraham, der Stammvater, war ein Naturverehrer, aber der Schöpfergott erschien ihm. Er kehrte den Göttern den Rücken zu und ging ins Land Israel. Aber seine Nachkommen wandten sich von dem Schöpfergott ab, den Naturgöttern zu, und so gingen sie zurück nach Babylonien, zu dem eben auch Ur in Chaldäa gehört, nach Babylonien.
Das war ganz schrecklich, was König Nebukadnezzar von Babylon 586 v. Chr. gemacht hat. Der Judenstaat in Israel wurde zerstört, Jerusalem wurde dem Erdboden gleichgemacht, und der Tempel wurde schliesslich in Staub und Asche gelegt. Ja, ein Volk, das dem einen wahren Gott den Rücken zugekehrt hatte, brauchte auch nicht mehr das Symbol für den einen Gott.
So kehrten sie zurück. Insgesamt gab es vier Wellen der Deportation: die erste schon 606, dann 597, die schlimmste 586, als der Tempel zerstört wurde und die Stadt Jerusalem, und dann noch 582 vor Christus. Damals wirkte der Prophet Jeremia, und er sagte in Jeremia 25,11: Und diese Nationen werden dem König von Babel dienen siebzig Jahre. Und es wird geschehen, wenn siebzig Jahre voll sind, werde ich, sagt Gott, an dem König von Babel und an seinem Volk seine Schuld heimsuchen.
Also hier wird gesagt, dass die Völker im Nahen Osten Babylon während siebzig Jahren dienen werden. Interessant: Das assyrische Weltreich fiel durch die Babylonier im Jahr 609 v. Chr. endgültig. Und das babylonische Weltreich fiel im Jahr 539 im Herbst durch die Perser. 609 bis 539 v. Chr. sind genau diese siebzig Jahre. Und die babylonische Gefangenschaft der Juden dauerte von 606 bis 539 v. Chr.
Übrigens, hier sehen Sie den wiederaufgebauten Südpalast von Nebukadnezzar in der Stadt Babylon. Durch Saddam Hussein wurde er wiederaufgebaut. Hier sind wir in der Davidstadt auf dem Südabhang des Tempelberges, und diese zerstörten Häuser, das sind originale Häuser von Fürsten in Juda, die im Jahr 586 zerstört wurden. Man hat sogar eine eindrückliche Ascheschicht gefunden, genau aus dieser Zeit. Also archäologisch ein absoluter Volltreffer.
Diese babylonische Gefangenschaft war schrecklich für die Juden: Babylon, die Stadt der Götzen in der Höhe, Jerusalem, die Stadt des einen Gottes am Boden. Damals entstand Psalm 137 an den Flüssen Babels, Euphrat und Tigris. An den Flüssen Babels sassen wir und weinten, indem wir Zions gedachten.
Viele Juden haben in dieser Zeit in Babylon wirklich eine Umkehr erlebt und haben gesehen: Das ist alles gekommen, das prophetische Wort der Bibel hat sich erfüllt, weil wir Gott verlassen hatten. Und sie sehnten sich, wieder heimzukehren an den Ort des Gottesdienstes in Jerusalem, in Zion.
Nun, das Ende des Exils: Wie gesagt, 539 vor Christus haben die Perser und Meder Babylon erobert, in wenigen Schlachten. Die Stadt Babylon wurde durch einen Putsch erobert, König Belsazar war bei der letzten Party getötet worden, und der grosse König Kyrus von Persien gab den Juden die Erlaubnis: Ihr dürft wieder nach Hause kehren und Jerusalem wieder aufbauen und den Tempel wieder aufbauen.
Vielleicht haben Sie das verfolgt: In jüngster Vergangenheit hat doch Benjamin Netanjahu, Israels Ministerpräsident, eine Rede gehalten vor der UNO, und er hat erzählt, wie Iran, Persien, in der Vergangenheit eine ganz andere Haltung gehabt hat gegenüber Israel. Der grosse König Kyrus hatte, wie erwähnt, den Juden die Erlaubnis gegeben, heimzukehren, Jerusalem zu bauen. Und heute ist es so anders. Ja, das war Persien damals. Das wird in Esra 1 und folgende beschrieben. Hier sehen Sie übrigens das originale Grab von diesem grossen König.

Heimkehr, Nehemia und die prophetische Zeitrechnung

Zeitliche Übersicht

Ich habe erklärt, dass es die Monarchie über die zwölf Stämme gab: Saul, David und Salomo, jeweils dreimal vierzig Jahre. Dann kam die Spaltung, die Reichsteilung, 926. Und 722 die Wegführung der zehn Stämme nach Assyrien. Ab 606 die Wegführung der Juden nach Babylon. 586 die Zerstörung Jerusalems. Aber dann 539 vor Christus die Heimkehr der Juden wieder ins Land zurück.
Interessant ist also: Vom Auszug aus Ägypten 1606 vor Christus bis zur Wegführung nach Babylon waren es genau, auf das Jahr genau, tausend Jahre. Sieht man, da steckt ein Plan drin, ja?
Und von der Reichsteilung bis zum Untergang Jerusalems 586, das sind diese 390 Jahre, die in Hesekiel 4 speziell erwähnt werden.
Nun, die Rückkehr war so: Circa 200.000 Juden gingen zurück aus Babylon ins Land der Väter, wenn man Kinder und Frauen dazurechnet. Das Erste, was sie taten, war: Der Tempel sollte wieder gebaut werden, noch bevor sie Grosshäuser bauten und eine Stadtmauer. Der Tempel – sie wollten wieder dieses Zeugnis für den wahren Gott.
Und die damaligen Juden wussten: Wir kehren jetzt heim, um dem kommenden Messias, dem Erlöser für Israel und die Völker, zu begegnen. Denn der sollte geboren werden nach Micha 5 in Bethlehem, also nicht in Babylon, in Bethlehem, zwölf Kilometer südlich von Jerusalem.
Viele reiche Juden blieben in Babylon und waren so Geldgeber, aber vor allem die Armen gingen zurück. Und dann haben sie den Tempel zuerst gebaut, aber noch Jahrzehnte später erst dann auch die Stadtmauern. Das war unter Nehemiah, der das Volk ermutigte: Lasst uns die Mauer Jerusalems aufbauen, Nehemiah 2. Und das wird dort genau datiert, das ist umgerechnet das Jahr 445 v. Chr.
Und sehr schön hier nochmals ein Bild aus der Davidstadt auf dem Südhang des Tempelberges: diese etwas bräunliche Mauer oberhalb des Millo von David, das ist original ein Stück Mauer, vor Nehemiah, aus dem Jahr 445 vor Christus. Und das war ein sehr, sehr wichtiger Augenblick. Ich will gleich darauf zurückkommen.
Ich gehe zuerst chronologisch weiter.
Der zweite Tempel war eigentlich armselig, denn man hatte damals nicht dieses Geld von Salomo. Aber Hauptsache: ein schlichter Tempel als Zeugnis für Gott. Aber 19 vor Christus, da hat König Herodes, ein Edomiter, kein Jude, eingesetzt von den Römern über die Juden, gesagt: Ich gebe euch Judengeld, ihr dürft den Tempel in Jerusalem renovieren. Das war ein steinreicher Mann.
Und so wurde dann ab 19 vor Christus ein Totalumbau des zweiten Tempels gemacht. Aber kein Tag hörte der Opferdienst auf. Das war also wirklich organisch, der Übergang. Und darum nennt man es immer noch den zweiten Tempel, auch nach dem Umbau und einer Erweiterung auf die doppelte Grösse, doppelt so gross wie der Salomontempel.
Aber ich komme nochmals zurück. Als der Prophet Daniel auch als Gefangener in Babylon war, in der babylonischen Gefangenschaft, Jerusalem war damals in Staub und Asche gelegt, da hatte er eine Prophetie bekommen: Von dem Moment an, wo ein Erlass ausgeht, Jerusalem wieder zu bauen, von da an könne man rechnen, wann der Messias kommt. Daniel 9,25.
So wisse denn und verstehe: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wieder herzustellen und zu bauen, bis auf den Messias, den Fürsten, sind sieben Jahrwochen und 62 Jahrwochen.
Also, Sie sehen: Ausgangspunkt Erlass zum Bau von Jerusalem, das Ende: Der Messias kommt als Fürst. Dazwischen liegen 67, das kann ich im Kopf rechnen, ja, Sie auch, 69 Jahrwochen.
Nun ist es so: Was bedeuten Jahrwochen? Das hebräische Wort Jahrwoche, Shavua, bedeutet hier eine Einheit von sieben Jahren. Eine Woche ist eine Einheit von sieben Tagen, aber eine Jahrwoche wie hier, das ist eine Einheit von sieben Jahren.
Und Sie müssen wissen: Die prophetischen Jahre der Bibel dauern 360 Tage. Das sieht man zum Beispiel aus Offenbarung 11. Da werden 42 Monate gleichgesetzt mit 1260 Tagen. Das gibt für jeden Monat 30 Tage, 12 mal 30, 360. Das ist schön die Mitte zwischen Mond- und Sonnenjahr. Der jüdische Kalender ist eben eine Mischung von Mond- und Sonnenjahr.
Ja, also jetzt können wir sagen: Im Jahr 445 v. Chr. gab der persische König Artaxerxes Nehemiah die Erlaubnis, Jerusalem wieder aufzubauen. Da ging dieser Erlass aus. Und wann trat Jesus Christus, der ja insgesamt über 300 Prophezeiungen auf den Messias hin erfüllt hat, wann kam er als Fürst? Nicht bei der Geburt in Bethlehem. Einen Fürst findet man nicht in einer Krippe, ja? Aber an Palmsonntag. Da ritt er auf einem Esel vom Ölberg her durchs Kidron-Tal nach Jerusalem ein und wurde von der Volksmenge als Messiaskönig begrüsst.
Dieser triumphale Einzug nach Jerusalem, das war nach den Evangelien das Jahr 32 nach Christus, und zwar da in der Woche vor dem Passa. Also auch im Monat Nisan. Der Erlass damals bei Nehemiah, das war im Monat Nisan, das ist März, April, und das Passa war auch März, April, Monat Nisan.
Jetzt ist es so: Wir können diese 69 Jahrwochen umrechnen in Jahre und in Tage, also 69 mal 7 mal 360 Tage. Das gibt 173.880 Tage. Und wenn Sie astronomisch berechnen, wie viele Tage liegen zwischen März, April 445 v. Chr. und März, April 32 n. Chr., da passen genau diese 173.880 Tage hinein.
Und noch besser: Sir Robert Anderson, der einstige Chef von Scotland Yard im neunzehnten Jahrhundert, hat das mit namhaften Astronomen von Greenwich noch genauer nachgerechnet. Der Palmsonntag war am 6. April 32 nach Christus, und die 173.880 Tage zurück, das gibt den 14. März 445 vor Christus, und das war genau das Neujahr, erster Nisan. Schon eindrücklich, würde ich sagen.
Also, Jesus Christus zog vom Ölberg durchs Kidron-Tal nach Jerusalem ein als Fürst.
Aber der Bibeltext sagt noch mehr: Strassen und Gräben werden wiederhergestellt und gebaut werden, und zwar im Drangsal der Zeiten. Also hier wird erklärt: Es wird eine schwierige Zeit sein, wenn Jerusalem wieder aufgebaut wird, und das in Bezug auf die ersten sieben Jahrwochen. In 49 Jahren sollte schliesslich Jerusalem wieder als vollkommene Stadt aufgebaut sein, aber es war eine schwierige Zeit. Und danach kamen die 62 Jahrwochen. Es hat sich genauso erfüllt, wie das Buch Nehemiah beschreibt.
Die Juden waren ständig bedroht damals unter Nehemiah, aber sie haben die Stadt aufgebaut, zuerst die Mauer und dann die Häuser und Strassen und Plätze.
Aber der Bibeltext sagt noch mehr. Er spricht dann über den Tod des Messias und die Zerstörung Jerusalems und des Tempels. Lesen wir es nach:
Und nach den 62 Jahrwochen wird der Messias weggetan werden und nichts haben.
Nicht wahr, da waren sieben Jahrwochen, 62, und genau am Ende kam Jesus Christus als Fürst, am 6. April. Und dann, fünf Tage später, rief die Volksmenge vor Pilatus, er werde gekreuzigt. Nach den 62 Jahrwochen – es wird nicht gesagt, wie viel später, aber wir wissen, es war fünf Tage später – wird der Messias weggetan werden oder ausgerottet werden und nichts haben, kein Friedensreich aufrichten.
Und so starb Jesus Christus auf dem Golgatha-Felsen vor den Toren Jerusalems. Das wird genau so erfüllt.
Der Bibeltext ist noch präziser, er sagt: Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören. Es wird nicht gesagt, wie viel später, aber es ist klar: In der Folge der Tötung des Messias wird eine Katastrophe kommen für Jerusalem und den Tempel. Und tatsächlich zerstörten im Jahr 70 nach Christus die Römer Jerusalem und den zweiten Tempel.
Hier sehen Sie noch originale Trümmer der Zerstörung des Tempels im Jahr 70. Das kann man alles vor Ort zeigen.

Zerstörung, Zerstreuung und die lange Geschichte der Verfolgung

Jetzt verstehen Sie, warum besonders Leute, die dem Glauben fernstehen, in besonderer Gefahr sind, wenn sie nach Jerusalem kommen, das sogenannte Jerusalem-Syndrom zu bekommen. Das ist eine psychische Erkrankung. Sie ist nicht so schlimm, man muss eingeliefert werden, aber man kommt bald wieder heraus, und im Allgemeinen ohne weitere Folgen.
Aber Leute, sie seien Johannes der Täufer oder einer der zwei Propheten aus der Offenbarung. Und zwar dann, wenn Sie nach Jerusalem kommen und jemand Ihnen all die Dinge dort erklärt. Schritt für Schritt sprechen alle Steine von der Wahrheit der Bibel. Das ist zum Durchdrehen, wenn Sie immer gelernt haben: Ja, die Bibel ist ein Märchenbuch, und dann kommen Sie nach Jerusalem. Also, ich kann das verstehen, dass man dann durchdreht.
Also, die Zerstörung Jerusalems. Aber der Bibeltext geht noch weiter in Daniel 9, und zwar bis ans Ende, das heißt bis in die Endzeit: Krieg, fest beschlossenes Verwüsten. Also ab dem Jahr 70 eine Kette von Krieg und Verwüstung über Jerusalem bis in die Endzeit.
Was ist die Endzeit? Nach Hesekiel 38,8 und 16 ist die Endzeit die Zeit, wenn das jüdische Volk aus aller Welt wieder heimkehrt ins Land der Väter. Also unsere Zeit, denn seit 1882 bis heute kehren die Juden, drei Millionen an der Zahl, aus allen fünf Kontinenten zurück ins Land der Vorfahren.
Also muss es eine Kette von Krieg und Verwüstung über Jerusalem gegeben haben vom Jahr 70 bis in unsere Zeit. Und das hat es wirklich gegeben. Sie sehen: Mit der Zerstörung Jerusalems begann dieser Prozess, in dem die Juden unter allen Völkern der Welt zerstreut wurden. Und die Bibel sagt: bis ans Ende Krieg und Verwüstung. Aber in der Endzeit, sagt die Bibel, sollen die Juden wieder heimkehren.
Also schauen wir uns das mal an. Ab 1882 kehren die Juden zurück. Hier eine Übersicht:
Im Jahr 70 wurde Jerusalem zerstört, mehr als eine Million Tote unter den Juden. 135 wurde Jerusalem wieder zerstört durch die Römer, wieder mehr als eine Million Tote. 614 Verwüstung Jerusalems durch die Perser. 629 Eroberung Jerusalems durch Byzanz. 638 Eroberung durch die muslimischen Araber. 1071 Eroberung durch die Türken. 1099 Eroberung durch die Kreuzfahrer aus Europa. 1187 Eroberung durch Sultan Saladin. 1244 Eroberung durch die Tataren. 1517 Eroberung durch die Osmanen. 1917, im Ersten Weltkrieg, Eroberung Jerusalems durch die Engländer. 1948 Verwüstung Ostjerusalems durch Jordanien. 1967 Sechs-Tage-Krieg und Rückeroberung Jerusalems durch die Juden.
Diese Kette hat es gegeben. Aber noch mehr: Schon Mose hatte vorausgesagt, was geschieht. 3. Mose 26,31: Gott sagt: Und ich werde eure Städte zur Öde machen und euer Heiligtum verwüsten. Und der lieblichen Geruch eurer Opfer wird nicht mehr aufsteigen.
Das ist alles geschehen ab dem Jahr 70. Der Tempel ging unter, und die Juden konnten den Tempel nie mehr aufbauen bis heute. Und weil man nur dort Opfer darbringen darf nach der Tora, hörten die Opfer auf, wie es hier vorausgesagt ist.
Und weiter sagt Gott in 3. Mose 26,32: Und ich werde das Land verwüsten, dass eure Feinde, die darin wohnen werden, sich darüber entsetzen sollen; euch aber werde ich unter die Nationen zerstreuen, und ich werde das Schwert ziehen hinter euch her. Und euer Land wird eine Wüste sein und eure Städte eine Öde.
In einem jahrhundertelangen Prozess sank das Land, das fruchtbare Land Israel, ab zu einer unansehnlichen Wüste.
Und in 5. Mose 28,64 bleibt noch ein dritter Landverlustfluch übrig. Ich habe ja zwei aus diesem Kapitel schon erwähnt. Und das steht in Vers 64: Und der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde. Das ist nicht mehr wie einige Verse vorher, zu einer anderen Nation wegzuführen; das war die babylonische Gefangenschaft.
Aber ab dem Jahr 70 wurden die Juden weltweit zerstreut, von Chile bis nach China, von Kanada bis nach Neuseeland, von Schweden bis nach Südafrika, weltweit.
Und wir lesen weiter in 5. Mose 28,65: Und unter jenen Nationen wirst du nicht rasten, und deine Fußsohle wird keine Ruhestätte finden, und der Herr wird dir daselbst ein zitterndes Herz geben, erlöschende Augen und Verschmachten der Seele. Dein Leben wird schwebend vor dir hangen, und du wirst dich fürchten, Nacht und Tag, und deinem Leben nicht trauen. Am Morgen wirst du sagen: Wäre es doch Abend! Und am Abend wirst du sagen: Wäre es doch Morgen! Wegen der Furcht deines Herzens, womit du dich fürchten wirst, und wegen des Anblicks deiner Augen, den du erblicken wirst.
Von 70 nach Christus bis 1948 gab es circa dreizehn Millionen Tote unter den Juden. Durch all die Jahrhunderte hindurch war dieses Volk gehasst und überall unerwünscht.
Und schauen Sie die Erfüllung dieser schrecklichen Prophetie: keine Ruhe unter den Völkern. Im Jahr 70 im jüdischen Krieg mehr als eine Million Tote. 115 bis 117 in Zypern, Ägypten, Kyrene, Palästina, Mesopotamien Hunderttausende von Toten, 40.000 Juden aus Zypern vertrieben. 132 bis 135 in sogenannt Palästina 530 Tote unter den Juden und etwa 500 durch Hungersnot und Seuchen, die folgten. 415 in Alexandria 100 Juden beraubt und verjagt. 499 nach Christus grausame Verfolgung in Persien. 581 Babylonien und Persien, Länder der Verfolgung der Juden. 632 Vertreibung der Juden aus Arabien. 640 wieder Vertreibung aus Arabien, und so auch 721. 873 Verfolgung im Byzantinischen Reich. 930 wieder Judenverfolgung im Byzantinischen Reich. 1015 in Kairo 12 Juden getötet. 1033 in Ves mehr als 6.000 Juden getötet. 1066 in Granada mehr als 5.000 Juden getötet. 1096 im Rheinland 12.000 Juden getötet. 1099 gibt es ein Massaker an den Juden in Jerusalem. 1140 in Spanien werden die Juden bedrängt. 1150 werden sie in Tunesien verfolgt. 1232 in Marrakesch gibt es ein Massaker, Verfolgung in ganz Marokko 1236. In Frankreich werden 3.000 Juden getötet. 1270 in Tunesien massive Verfolgung. 1290 werden 370 aus England vertrieben. 1298 im Frankenland und in Bayern 100 Juden getötet. 1306 werden die Juden in Frankreich vertrieben. 1348, in der Zeit der Pest, werden eine Million Juden getötet. Man hätte die Pest ausgelöst. 1355 in Toledo 12 Juden durch den arabischen Mob getötet. 1345 bis 1360 in Ungarn Vertreibung der Juden. 1391 bis 1397 in Spanien ein Massaker an den Juden. 1391 in Palma 50 Juden getötet. 1420 in Toulouse, Frankreich, Vernichtung der jüdischen Gemeinde. 1421 in Österreich Vertreibung der Juden. 1491 werden 160 Juden aus Spanien vertrieben. 1495 aus Litauen. 1497 aus Sizilien, Sardinien und Portugal werden sie vertrieben. 1502 werden sie in Rodos bedrängt. 1541 Vertreibung aus dem Königtum Neapel. 1648 bis 1656 werden in Polen 100.000 Juden getötet. 1747 werden die Juden aus Russland vertrieben. 1750 bis 1830 im Osmanischen Reich der Türken gibt es schwere antijüdische Maßnahmen, viele Juden fliehen nach Persien und Indien. 1785 gibt es in Libyen eine blutige Verfolgung. 1864 bis 1880 werden in Marokko 500 getötet. 1871 bis 1921 in Russland gibt es massive Judenverfolgung. Und dann 1939 bis 1945 werden in Europa insgesamt sechseinhalb Millionen Juden getötet.
Schrecklich! Aber es gab die Hoffnung. Nach einer langen Staatenlosigkeit werden wir heimkehren ins Land der Väter. Hosea 3,4 sagt: Denn die Kinder Israel werden viele Tage ohne König bleiben und ohne Fürsten und ohne Schlachtopfer. Danach werden die Kinder Israel umkehren und den Herrn, ihren Gott, und David, ihren König suchen, und sie werden sich zitternd wenden zu dem Herrn und zu seiner Güte am Ende der Tage.
Also hatte man die Hoffnung: Nach langer Zeit der Staatenlosigkeit kommt die Wende in der Endzeit.
Eine Übersicht über die jüdische Geschichte von über dreieinhalbtausend Jahren. Und wir haben gesehen, wie wichtig der Tempel und das Opfer nach der Bibel für die jüdische Geschichte ist. Und wir können so die ganze Geschichte Israels in zwei Perioden teilen.
1606 vor Christus bis 17 nach Christus: Das war die Zeit der Opfer der Stiftshütte, des ersten und zweiten Tempels, mit einem kleinen Unterbruch der babylonischen Gefangenschaft wegen Götzendienst, der Verehrung von falschen Göttern.
Aber dann haben wir 17 nach Christus bis heute: die Zeit ohne Opfer. Seither kann das jüdische Volk nicht mehr opfern. Und da sehen wir: Es gab einen fundamentalen Wendepunkt im ersten Jahrhundert nach Christus. Was ist dort geschehen? Etwas, das noch schlimmer war als die Verehrung von falschen Göttern, nämlich die Verwerfung Gottes, die Verwerfung des Messias.
Nun kann man sich fragen: Warum konnten die Juden nicht mehr opfern bis heute? Das sind die äußeren geschichtlichen Fakten vom ersten bis zum siebten Jahrhundert. Nach Christus haben wir in Jerusalem die sogenannte römisch-byzantinische Periode. Die Römer und Byzantiner im Allgemeinen wollten gar keinen jüdischen Tempel mehr in Jerusalem. Und dann kam die islamische Periode, siebtes Jahrhundert bis heute, und die Muslime wollen absolut keinen Tempel der Juden auf dem Tempelplatz.
Aber da stellt man sich die Frage: Was ist mit dem jüdischen Volk? Hat Gott dieses Volk verworfen? Nun, im Neuen Testament, im Jahr 57, schreibt Paulus im Römerbrief: Ich sage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit aus dem Samen Abrahams, vom Stamme Benjamin.
Er erklärt: Nein, das jüdische Volk ist von Gott nicht verworfen. Aber Gott hat es für eine gewisse Zeit auf die Wartebank gestellt und wird dieses Volk dann wieder einsetzen, so wie es in biblischen Zeiten schon war.

Das Opfer des Messias und die weltweite Sendung

Nun, an dieser Stelle die Frage: Was war der Sinn des Todes des Messias? Nun, obwohl das mit der Verwerfung verbunden war, hatte dieser Tod einen so wichtigen Sinn: Erlösung durch Stellvertretung.
Der Prophet Jesaja hatte siebenhundert Jahre vor Christus erklärt, dass die Opfer im Alten Testament auf das wahre Opfer des Messias hinwiesen. Jesaja 53,10: Doch dem Herrn gefiel es, ihn, den Messias, zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen. Wenn seine Seele das Schuldopfer gestellt haben wird, so wird er Samen sehen, er wird seine Tage verlängern, und das Wohlgefallen des Herrn wird in seiner Hand gedeihen. Er wird als Opfer sterben für unsere Sünden, aber dann wird er wieder auferstehen, er wird seine Tage verlängern.
Ja, es ist genau das, was man in Israel ab dem Auszug aus Ägypten gelernt hat: Es gibt Erlösung. Aber durch Stellvertretung. Jesaja 53,10 sagt: Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird ein gerechter Knecht die vielen zur Gerechtigkeit weisen, und ihre Missetaten wird er auf sich laden.
Also wird hier ganz klar gemacht: Der Messias will unsere Sünden auf sich nehmen und an unserer Stelle Gottes gerechtes Gericht tragen, damit wir es nicht in Ewigkeit tragen müssen. Und das Schöne ist: Jesaja 53 ist ganz klar echte Prophetie. Denn wir haben eine vollständige Jesajarolle aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus, aus Qumran. Ich habe das ganz durchgelesen, der ganze Text ist enthalten, alle Verse von Jesaja 53. Also klar: vorher prophezeit, und es hat sich in Jesus Christus erfüllt.
Und Jesus Christus hat nach seiner Auferstehung seinen jüdischen Nachfolgern den Auftrag zur Weltmission gegeben. Diese frohe Botschaft von dem gestorbenen Messias ist nicht nur für Israel allein, sondern das muss allen Völkern erzählt werden. In Apostelgeschichte 1,8 sagte Jesus Christus auf dem Ölberg: Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.
Das Ende der Erde, das ist das Festland, das am weitesten von Israel entfernt ist. Strategisch ist Jerusalem als Ausgangspunkt der Weltmission fantastisch, am Knotenpunkt der drei Kontinente. Und so kam das Evangelium, die frohe Botschaft von dem gestorbenen und auferstandenen Messias Jesus, schon im ersten Jahrhundert nach Europa, aber nicht nur nach Europa, auch schon nach Afrika, im ersten Jahrhundert, das wird in der Apostelgeschichte schon beschrieben, und es wurde in Asien ausgebreitet.
Heute gibt es Evangeliumsbotschaften auf Kassetten und CDs in mehr als sechstausend Sprachen und Dialekten. Die Bibel ist vollständig beziehungsweise teilweise in über zweitausendachthundert Sprachen übersetzt, und im Lauf der Jahrhunderte haben sich Millionen von Menschen auf allen fünf Kontinenten in einer bewussten Umkehr zu Jesus Christus hingewandt.
Da kann man nach Chile gehen, man kann nach China gehen, man kann nach Nordamerika gehen, nach Neuseeland. In der ganzen Welt trifft man Menschen aus allen Völkern, aus allen Nationen, die Jesus Christus ganz bewusst als ihren Retter aufgenommen haben, die ihre persönliche Schuld Gott im Gebet bekannt haben und Jesus Christus für seinen Tod gedankt haben.
So wurde in der Zeit, in der das jüdische Volk weltweit zerstreut war, die frohe Botschaft von Jesus Christus auf der ganzen Welt ausgebreitet. Und das jüdische Volk, zerstreut unter allen Völkern, hatte zweitausend Jahre Sehnsucht, heimzukehren. Psalm 137 spielt eine grosse Rolle im Zusammenhang mit dem täglichen Beten im Judentum. Dort steht: Wenn ich deiner vergesse, Jerusalem, so versage meine rechte Hand ihren Dienst. Es klebe meine Zunge an meinem Gaumen, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich Jerusalem nicht erhebe über die höchste meiner Freuden.
Und es ist natürlich ein bisschen schwierig, das umzusetzen, am Hochzeitstag zum Beispiel, dass Jerusalem nicht die höchste Freude ist. Ja, und darum nimmt man an jüdischen Hochzeiten ein Glas und schmettert es auf den Boden, im Gedenken an die Zerstörung des Tempels im Jahr siebzig, damit man am Hochzeitstag Jerusalem nicht vergisst.
Ja, übrigens wird im Koran Jerusalem namentlich nicht ein einziges Mal erwähnt, aber Sie sehen die Wichtigkeit von Jerusalem. Nun, Sie sehen: Jesus Christus, der Messias, kam zuerst als leidender Messias, danach wurde das jüdische Volk zerstreut. Aber Jesus Christus wird wiederkommen als der herrschende Messias, und in der Zeit davor sagten die Propheten der Bibel, wie das jüdische Volk zurückkehren.
Und diese lange Zeit dazwischen, als Israel in der Zerstreuung war unter allen fünf Kontinenten, das war die Chance für alle anderen Völker, um das Evangelium von Jesus Christus zu hören. Aber das Ende dieser langen Zwischenzeit nennt die Bibel die Endzeit, das ist die Zeit, wenn die Juden heimkehren. Und darum wissen wir: Jetzt ist bald diese Chance für alle Völker vorbei.
Die Juden kehren zurück seit 1882, drei Millionen an der Zahl, aus allen fünf Kontinenten. Und wir sehen, wie sich heute vor unseren Augen erfüllt hat, was Gott schon im 8. Jahrhundert vor Christus verheissen hat in Amos 9,14: Und ich werde das Schicksal meines Volkes Israel wenden. Und sie werden die verwüsteten Städte aufbauen und bewohnen und Weinberge pflanzen und deren Wein trinken und deren Gärten anlegen und deren Frucht essen. Und ich werde sie in ihrem Lande pflanzen, und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben habe, spricht der Herr, dein Gott.
Klartext, und wir sehen die Erfüllung. Hesekiel 36,24, vor fast 2600 Jahren geschrieben: Gott sagt, und ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen. Dann kamen sie 1882, 83, 84 zurück, die ersten zu Tausenden aus Russland damals.

Staatsgründung, Kriege und die Rückkehr Jerusalems

Und dann kam der schrecklichste Krieg bis dahin: 1914 bis 1918, der Erste Weltkrieg. Das Osmanische Reich der Türken, das ja seit 400 Jahren über Jerusalem regierte, stellte sich auf die Seite Deutschlands. Das führte dazu, dass die Alliierten, und zwar speziell England und Frankreich, gegen die Osmanen vorgingen. Sie schlugen das osmanische Weltreich im Nahen Osten zusammen. So kam es zur Eroberung Palästinas durch die Engländer.
Und noch während des Krieges versprachen die Engländer in der Balfour-Erklärung, dass sie sich dafür einsetzen würden, dass in Palästina eine nationale jüdische Heimstätte entsteht. Pah, nicht wahr? Die Juden kamen zurück, und man sagte: Das sind Idealisten. Palästina ist osmanisch, ein islamisches Reich, da wird nie ein Judenstaat entstehen können. Dann kam der Erste Weltkrieg, und das osmanische Reich war weg, aufgelöst. Ich stelle mir vor, wenn man die Schweiz plötzlich auflösen würde – weg, das gibt es ja nicht. Und dann, nach dem Ersten Weltkrieg, hat man den Völkerbund gegründet. Der Völkerbund sollte dafür sorgen, dass nie mehr ein Weltkrieg entsteht. Und der Völkerbund hat England den Auftrag gegeben, das Mandat: Ihr müsst jetzt Palästina verwalten und schauen, wie das alles geregelt wird mit den Juden. Und auch die Araber, die sollen auch da ein Land für sich kriegen in Palästina.
Jetzt müssen Sie aber wissen, dass Palästina damals das bedeutete, was Sie hier sehen. Das können Sie zum Beispiel in Wikipedia nachschauen. Das ist also Israel von heute mit Westjordanland, Gazastreifen und dem ganzen heutigen Jordanien. Es gab noch kein Jordan, nicht wahr? Das war Palästina. Und die Engländer haben versprochen: Wir setzen uns ein, dass da in Palästina ein Judenstaat gegründet wird. Jetzt war nicht klar, wo und wie viel. Das war das Versprechen. Aber dadurch, dass der Völkerbund dieses Mandat, dieses Versprechen, aufgenommen hat, wurde die Balfour-Erklärung zu internationalem Völkerrecht. Das müssen Sie wissen, denn das wissen viele Journalisten heute nicht. Das war vorher noch nicht, 1917, aber dann wurde es durch den Völkerbund internationales Recht.
Und dann hat England sich 1921 zur ersten Teilung Palästinas entschieden. Die Engländer haben gesagt: Wir geben alles auf der anderen Seite des Jordans den Arabern, und die dürfen dort einen Staat gründen. So bekam Abdullah 77 Prozent von Palästina. Das Gebiet wurde zuerst Transjordanien genannt, anstatt Ostpalästina. 1946 wurde es unabhängig, dann entstand Jordanien.
Jetzt müssen Sie aber auch wissen: Alle Bewohner in diesem großen Palästina nannte man Palästinenser, ob Juden oder Araber, sie waren alle Palästinenser. Es gab kein palästinensisches Volk. Das kannte man in der Geschichte nicht. Alle waren Palästinenser. Auch die Juden hatten in der Idee der Engländer den Eintrag: Palästinenser, Palästinenser. Und jetzt bekommen die arabischen Palästinenser einen Staat, 77 Prozent. Nicht wahr, wenn Ihnen jemand sagt, also die Palästinenser, die sollten auch endlich mal einen Staat bekommen, dann müssen Sie sagen: Also Sie meinen, endlich einen zweiten Staat? Denn den ersten hatten sie schon bekommen, vor den Juden, mit 77 Prozent.
Oh, und dann kam der Zweite Weltkrieg. Wer hätte das gedacht? Sechseinhalb Millionen Juden wurden vernichtet. Und nach dem Krieg wurde der Völkerbund aufgelöst, und man hat eine bessere Organisation gegründet: die UNO. Und eine der ersten Sitzungen war im November 1947. Der UNO-Teilungsplan wird von der Mehrheit akzeptiert. Der Rest Palästinas von 23 Prozent wird nochmals geteilt, und die UNO sagt: Also die Juden sollen auf 12,6 Prozent einen Staat gründen können. Und aus dem Rest machen wir dann später einen zweiten Palästinenserstaat für die Araber. Aber die islamische Welt tobt und sagt: Nein, die Juden kriegen nichts.
Dann kam die Staatsgründung am 14. Mai 1948. Ben Gurion verkündete über das Radio: Hier, Staat Israel. 2000 Jahre sind vergangen. Wenn für Gott die Zeit gekommen ist, kann niemand ihm widerstehen. So braucht es die zwei Weltkriege, mit dem Nebeneffekt, dass die Juden einen Staat bekamen. Das ist unglaublich! Aber die Araber rund um Israel haben gesagt: Wir werden einen Israel-Staat sofort vernichten. Und darum beginnt am Tag nach der Staatsgründung, am 15. Mai, der totale Krieg. Irak, Jordanien, Syrien, Libanon, Ägypten, Saudi-Arabien, Jemen eröffnen den Vernichtungskrieg gegen Israel. Und nach einem Jahr überlebt Israel und geht mit Landgewinn als Sieger hervor. Aber es hat sich genau erfüllt, was in Psalm 83,4 vorausgesagt ist: Sie sprechen: „Kommt und lasst uns sie vertilgen, dass sie keine Nation mehr seien, dass nicht mehr gedacht werde des Namens Israel.“
Im Juli 1949 wurde ein Waffenstillstand durch die UNO aufgezwungen. Jordanien konnte aber das Westjordanland und Ostjerusalem mit dem Tempelberg an sich reißen und sogar annektieren. Die haben gesagt: Das ist jetzt Jordanien. Die Juden im Westjordanland wurden massakriert oder vertrieben. Dann hat man sich gesagt: Wir haben es jetzt nicht geschafft, aber später werden wir Israel vernichten. Dann bekamen sie viele moderne Waffen von der Sowjetunion, und so dachten sie 1967: Jetzt werden wir sie vernichten. Hier, in diesem Hotel Palästina in Alexandria, da wurde beschlossen: Jetzt wird Israel vernichtet werden.
Und dann kam es zum Sechstagekrieg im Juni 1967. Der zweite Versuch, Israel auszurotten. Nach den ersten Stunden waren die ägyptische und syrische Luftwaffe weitgehend am Boden zerstört. Am dritten Tag kam es zur Eroberung Ostjerusalems und des Tempelberges. Nach fast zweitausend Jahren ist der Tempelberg wieder in jüdischer Hand, und nach sechs Tagen war Ruhe an allen Fronten. Eine Nation hatte überlebt, und so erfüllte sich Psalm 126, als der Herr das Schicksal Zions, das ist der Tempelberg, wendete: Da waren wir wie Träumende, da wurde unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Jubels, da sagte man unter den Nationen: Der Herr hat Großes an ihnen getan, der Herr hat Großes an uns getan, wir waren fröhlich.
Und da kam sie zurück zur Klagemauer, da durfte man nicht mehr beten als Jude, zurück an der Klagemauer, ein Überrest des einstigen Tempels. Am Sonntag war Ruhe. Die Folge des Krieges war: Israel konnte die Sinai-Halbinsel erobern, den Gazastreifen, das Westjordanland mit Ostjerusalem, dem Tempelberg und auch die Golanhöhen von Syrien. Alle Gebiete waren als Pufferzone gedacht gegen die angreifenden Nationen. Man hat von Anfang an gedacht: Wir erobern das, dann haben wir nachher die Möglichkeit, über Frieden zu verhandeln. Wir geben euch gewisse Gebiete zurück, aber ihr macht mit uns Frieden.
Aber Sie sehen: Die Sehnsucht von zweitausend Jahren, den dritten Tempel zu bauen, kam in eine neue Phase hinein. Hier sehen Sie den Gründer des Tempelinstituts. Das war ein Soldat, der den Tempelberg 1967 erobert hatte. Dieses Tempelinstitut arbeitet nun seit Jahren daran, die Tempelschätze wiederherzustellen, nach genauen biblischen Angaben. Hier sehen Sie den goldenen Leuchter, bereit für den dritten Tempel. Das ist kein Modell. Und viele, viele andere Geräte wurden hergestellt, sind bereits da, um dann verwendet zu werden, sobald der dritte Tempel gebaut werden kann.
Und tatsächlich spricht die Bibel darüber in Offenbarung 11,1, dass es einen Tempel geben wird: „Und es wurde mir ein Rohr gleich einem Stab gegeben und gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die darin anbeten.“ Und in Offenbarung 11 geht es ganz speziell um die Stadt Jerusalem. Also die Bibel sagt: Da wird wieder ein Tempel sein.

Die letzte Jahrwoche, Endzeit und das kommende Gericht

Nun sehen Sie, wir haben die 69 Jahrwochen bis auf Jesus Christus kennengelernt. Aber dann wurde die prophetische Zeit der Bibel mit Israel gestoppt. Der Messias wurde getötet, Jerusalem wurde zerstört. Doch es bleibt noch eine siebzigste Jahrwoche von sieben Jahren nach Daniel 9. Das habe ich heute Abend noch nicht gesagt, nur heute Nachmittag.
Und diese letzte Jahrwoche wird unmittelbar vor der Wiederkunft von Jesus Christus stattfinden. Und jetzt schauen Sie mal: Genau da, in der Zwischenzeit, wo die prophetische Uhr mit Israel gestoppt hat, wo Israel auf die Wartebank kam, da wurde die frohe Botschaft von Jesus Christus unter alle Völker gebracht. Und all diese Menschen aus allen Völkern bilden zusammen die Kirche Gottes, die Gemeinde Gottes. Also genau da eingeschoben zwischen der 69. und der 70. Jahrwoche.
Die 69. Jahrwoche stoppt, und dann kam Pfingsten. Der Heilige Geist kommt auf die Erde, um in der Gemeinde zu wohnen. Aber, wie die Bibel sagt, das Geheimnis der Entrückung wird stattfinden. Jesus Christus wird wiederkommen, um die Gemeinde, alle wahren Gläubigen der Gemeinde, zu entrücken, um sie zu bewahren vor den Gerichten der siebzigsten Jahrwoche Daniels. Und so wird das noch geschehen, bevor die sieben Jahre kommen. Alles ganz logisch, ja?
Die Zeit für Israel stoppt, sie wird wieder beginnen, aber schön eingeschoben die Zeit der Gemeinde. Nun, es ist klar: Wenn der dritte Tempel gebaut wird, dann gibt das einen Aufruhr in der islamischen Welt. Und so steht in Ps. 2,1: Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften?
Ich habe das heute Nachmittag schon erklärt. In Israel wird es eine Erweckung geben, und da werden sich Tausende, zuerst 144.000 und dann sogar ein Drittel der Bevölkerung, zu Jesus Christus, dem Messias, bekehren, wie das prophezeit ist in Jesaja 10,21: Der Überrest wird umkehren, der Überrest Jakobs, zu dem starken Gott. Jesaja 37,32: Denn von Jerusalem wird ein Überrest ausgehen und ein Entronnener vom Berge Zion; der Eifer des Herrn der Heerscharen wird solches tun.
Eine Erweckung aus Ostjerusalem, vom Tempelberg hier, wird stattfinden. Das ist die Zeit, wo der Antichrist kommen wird. Wie 1. Johannes 2,18 sagt: Kindlein, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt. Der Antichrist, das habe ich heute Nachmittag schon erklärt, ist der größte falsche Messias. Antichrist heißt nämlich nicht nur der, der gegen Christus, den Messias, ist, sondern auch der, welcher sich an die Stelle des Christus, des Messias, setzt.
Er wird kommen, um das jüdische Volk zu verführen. Jesus hat gesagt in Johannes 5,43: Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen. Das war ein Hinweis auf den Antichristen.
Und der Antichrist wird ein Götzenbild herstellen, das spricht, sagt Offenbarung 13,14-15. Und Jesus Christus sagt in Matthäus 24,15: Wenn ihr nun das Verwüstung bringende Götzenbild, von dem durch Daniel, den Propheten, geredet ist, stehen seht an heiligem Ort, wer es liest, der beachte es.
Der Antichrist wird dieses Götzenbild aufstellen auf dem Tempelplatz, um so den dritten Tempel der Juden, eben der bekehrten Juden, zu verunreinigen. Und dann sagt Jesus Christus in Matthäus 24, dass alsdann die in Judäa sind, auf die Berge fliehen sollen. Denn alsdann wird große Drangsal sein, dergleichen von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird.
Und so werden die 144.000, die sich nach Offenbarung 7 zuerst bekehren, aus dem Land fliehen nach Jordanien, nach Moab, so sagte Jesaja 16. Sie fliehen auf die Berge und dann hinüber. Und dann kommt die Katastrophe, das haben wir heute Nachmittag ausführlich gesehen, nach der Bibel: der König des Nordens, oder auch genannt in Jesaja Assyrien, wird von Norden her Israel überrennen.
Das Interessante ist eben, dass der König des Nordens in der erfüllten Prophetie immer eine Bezeichnung war für Großsyrien, Libanon, Syrien bis nach Pakistan, alles, was heute islamisch ist. Und von daher wird Israel dann vollständig überrannt werden, wie viele Bibelstellen darüber sprechen, wie man hier sieht. Und das wird Weltkrieg auslösen, den schrecklichsten Weltkrieg.
Und Jesus Christus sagt in Matthäus 24,22: Wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch überleben. Gott hat die Zeit genau in der Hand. 1260 Tage, sagt die Bibel, wird das dauern, dreieinhalb Jahre, also die zweite Hälfte dieser sieben letzten Jahre. Das wird die Katastrophe sein, das wird die Zeit der apokalyptischen Gerichte des letzten Buchs der Bibel sein.
Aber tröstlich: Gott hat alles in seiner Hand, den Zeitplan bis auf den letzten Tag. Und wenn ich an mein Leben denke, dann darf ich wissen: Auch mein Leben hat Gott in seiner Hand, jeden Tag. Es gibt Leute, vielleicht auch hier, die leiden, und sie fragen sich manchmal, wie lange geht das noch, wie in den Psalmen steht. Aber zu wissen, dass Gott einen genauen Zeitplan hat für jede Prüfung in unserem Leben, das macht ruhig.
Wir sind nicht blindem Schicksal anvertraut, zeigt die Bibel. Wer auf Gott vertraut, darf das erfahren. Aber eben: Jerusalem, die Stadt des Friedens, wird im Zentrum der Weltkatastrophe stehen. Und so sagt Sacharja 12,2: Gott spricht: Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum, eine Schale voll Alkohol. Und sie können nicht mehr richtig denken. Sie wollen einfach Jerusalem um jeden Preis.
Aber dieser Angriff von Norden, die islamische Welt, die von Norden her Israel überrennen wird, wird dazu führen, dass zwei Drittel Israels ums Leben kommen. Sacharja 13,8: Und es wird geschehen, im ganzen Land, spricht der Herr, zwei Teile davon werden ausgerottet werden und verscheiden, aber der dritte Teil davon wird übrig bleiben. Und ich werde den dritten Teil ins Feuer bringen, und ich werde sie läutern, wie man das Silber läutert, und sie prüfen, wie man das Gold prüft. Es wird meinen Namen anrufen, und ich werde ihm antworten. Ich werde sagen: Es ist mein Volk. Und es wird sagen: Der Herr ist mein Gott.
Sie sehen, Gott hat Israel nicht verworfen. Er wird diesem Drittel, das überleben wird, das in dieser Zeit der Not den Messias, Jesus Christus, erkennen wird, sagen: Das ist mein Volk. Sie sehen, wie falsch es ist, wenn Leute sagen, Israel sei aus dem Plan Gottes gestrichen. Das ist nicht wahr!
Und dann wird Jesus Christus auf dem Ölberg erscheinen als König und Richter der Welt, Sacharja 14,3: Und der Herr wird ausziehen und wieder jene Nationen streiten, und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem gegen Osten liegt.
Sie sehen, es gibt eine Überschneidung mit dem Thema heute Nachmittag. Aber das ist notwendig, es geht nicht anders. Und ich sage mir, wie die Römer schon erklärten: Repetitio mater studium est. Die Wiederholung ist die Mutter des Lernens. So bringt man sich Dinge ein, man muss sie einfach zweimal hören. So geht das übrigens auch beim Auswendiglernen von Bibeltexten. Das geht nicht auf einmal, man muss repetieren, und dann geht es aber schon.
Und wie wird dann dieser Überrest, dieses Drittel, das in der größten Katastrophe letztlich durch Jesus Christus gerettet wird, reagieren, wenn Jesus Christus kommt? Sacharja 12,10: Und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und sie werden über ihn wehklagen, gleich der Wehklage über den Eingeborenen, und bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen Leid trägt.
Ja, die werden sehen, der Messias war schon einmal da. Sie werden auf den blicken, den sie damals durchbohrt haben, und sie werden wehklagen und sich fragen: Wie war das möglich, dass er damals von der Masse unseres eigenen Volkes nicht erkannt wurde, abgelehnt wurde, so wie einst die Brüder Josephs ihn abgelehnt hatten? Und später gab es eine wunderbare Versöhnung. So wird sich das wiederholen, aber in dramatischer Weise.
Und dann werden sie wehklagen. Im ganzen Land Israel wird man eine Bußversammlung veranstalten, und man wird Jesaja 53 beten: Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen Weg. Und der Herr hat ihn treffen lassen, unser aller Ungerechtigkeit.
Da werden sie verstehen: Ja, die Opfer haben aufgehört im Jahr 70, aber eigentlich waren sie gar nicht mehr nötig, denn das wahre Opfer ist geschehen. Und so hat Gott Israel die Opfer weggenommen, um in den vergangenen zweitausend Jahren zu zeigen: Dort ist das wahre Opfer, im Land Moria, auf einem der Hügel. Das war der Berg, von dem Abraham sagte: Adonai, Jireh, der Herr wird ersehen.

Vollendung, Frieden und persönliche Anwendung

Nun, Sie sehen nochmals den Plan: das Erste Kommen, das Zweite Kommen, die Endzeit, einfach so als Erinnerung. Dann kommt Jesus Christus und wird für tausend Jahre hier in Frieden und Gerechtigkeit über die Welt regieren, so sagt es Offenbarung 20. Sacharja 14,9 sagt: Und der Herr wird König sein über die ganze Erde.
Alles, was wir Menschen nicht hingekriegt haben – soziale Gerechtigkeit, ein Ende der Kriege, ein Ende von Leid auf dieser Erde –, das wird Jesus Christus zustande bringen, er, der Friedefürst.
Und ich gehe noch weiter: Nach Hesekiel 40 bis 48 wird das Land Israel dann ganz neu unter den zwölf Stämmen verteilt werden, allerdings ein bisschen größer. Sie sehen: nicht nur da im Negev und über das Westjordanland hinweg, sondern hinauf bis nach Syrien und Libanon, so hat es Gott verheißt. Groß-Jerusalem wird ein Quadrat sein von 25 Routen, umgerechnet ist das knapp 80 Kilometer. Wow, das wird eine große Stadt werden. Dann sehen Sie: Bethlehem wird dann eingemeindet sein. Vielleicht haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum sollte der Messias nicht in Jerusalem geboren werden? Ja, in Bethlehem, aber das soll ja später Teil von Groß-Jerusalem sein.
Und das wird im Propheten Hesekiel genau erklärt, wie das aufgeteilt wird in verschiedene Gebiete: oben ein Gebiet für die Priester mit dem Tempelberg, dann ein Gebiet für die Tempeldiener, die Leviten, und dann unten noch ein Bereich für die zwölf Stämme, wenn sie zu Besuch kommen im Tempel. Es gibt noch eine spezielle ummauerte Stadt oder einen Stadtteil, und ganz genau wird das erklärt in Hesekiel 40 bis 48. Dann wird der dritte Tempel gebaut werden.
Sie sehen, mein Freund John Schmidt konnte ein wunderbares Modell erstellen, einfach aufgrund der Pläne von Hesekiel 40 bis 48. Aber dieser Tempel wurde noch nie gebaut. Der zweite, dritte Tempel wird wieder neu eingeweiht werden, und Jesus Christus wird alles erklären in dem Plan von Hesekiel, was bis heute nicht klar war, und dann wird man das so umsetzen.
Und da kommt zu diesem 500-Ellen-Quadrat, 250 x 52 Meter, grob gesagt, noch ein dritter Vorhof dazu, eineinhalb Kilometer auf eineinhalb Kilometer. Das ist interessant. Dann wird Golgatha in den Tempelbezirk integriert werden. Und wenn die Menschen aus allen Völkern zurückkommen nach Jerusalem, in diesen Tempel, dann werden sie wissen: Im Vorhof der Heiden da ist das wahre Opfer geschehen.
Und diese Opfer im dritten Tempel, das sind nur Symbole. Sie sollen uns an das Prinzip erinnern: Es gibt einen Weg zurück zu Gott, aber nur auf der Grundlage eines Stellvertreters, der für uns stirbt. Und dieser Stellvertreter ist Jesus Christus.
Nun, Gott hat die Opfer beseitigt für fast 2000 Jahre, damit man merkt, wo das wahre Opfer ist. Aber ich sage Ihnen: Wer das nach 2000 Jahren nicht checkt, der wird das auch nach 3000 Jahren nicht checken. Ist traurig. Aber so möchte ich enden mit diesem Drama von viertausend Jahren Jerusalem, dem Reich des Messias, und der Herr wird König sein über die ganze Erde. Ja, dann wird die Welt aufleben.
Aber alle, die Jesus Christus abgelehnt haben, die werden nicht teilhaben in diesem Reich. Jesus sagt in Johannes 3: Wer nicht von neuem geboren wird, wird dieses Reich Gottes nicht sehen. Und es ist auch nicht so, dass wir irgendwie warten sollen, bis dieses Reich kommt, sondern wir können heute schon Frieden mit Gott haben. Das ist das Schöne.
Und die Friedensbewegung in Israel, die heißt ja Shalom Achschaf, Frieden jetzt. Sie sagen: Wir wollen jetzt Frieden, wollen nicht warten. Ja, aber man kann sich ja bemühen, klar. Aber es geht nicht. Wir können Frieden mit Gott haben, indem wir unser Leben vor Gott ordnen und unsere Schuld Gott bekennen und das Opfer von Jesus Christus für uns in Anspruch nehmen. Dann bekommen wir Frieden mit Gott.
Und das wirkt sich dann auch aus in unserer Familie. Das wirkt sich aus auf das Familienleben aus. Plötzlich kann zum Beispiel eine Ehe, wo die Freude ausgegangen ist, wieder neu Freude bekommen. Da können wirklich Probleme echt gelöst werden, und auch mit Kindern. Es gibt Familien, wo Kinder nicht mehr mit den Eltern sprechen. Aber auch solche Dinge können geheilt werden, und auch am Arbeitsplatz.
Ja, es ist irgendwie für mich so: Das sind so besetzte Gebiete in einer traurigen Welt mit viel Leid. Aber es lohnt sich, diese besetzten Gebiete zu kennen. Und das Wichtigste ist einfach dieser persönliche Frieden mit Gott. So lesen wir im Römerbrief, Kapitel 5: Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott. Und das wünsche ich jedem.
Auch wenn er sagen muss: Diese Welt ist so friedelos, und die Nachrichten sind so traurig, die man täglich hört. Aber es gibt wunderbare besetzte Gebiete, wo man schon etwas von dieser Herrschaft des Friedefürsten in unserem persönlichen Leben erfahren darf. Das wünsche ich jedem, der hier ist.
Danke, dass Sie so lange ausgeharrt haben.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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