Einleitung und Predigttext
Nehmen Sie bitte Ihre Bibeln zu Hand, Lukas 17, Vers 11 bis 19.
Ich freue mich, dass unsere Bibeln sich steigender Beliebtheit erfreuen.
Neulich hat mir ein katholischer Mesner aus Düsseldorf eine unserer Bibeln
zurückgegeben, die sei in ihrer Kirche gefunden worden. Da sieht man doch,
dass manche Hunger nach dem Wort Gottes haben. Und das habe ich gerne.
Lukas 17, Vers 11-19 11 Und auf seinem Weg nach Jerusalem zog Jesus mitten durch Samarien und
Galiläa hin zog.
12 Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die
blieben etwas entfernt stehen.
13 Und riefen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich über uns!
14 Und als Jesus sie sah, sagte er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den
Priestern! Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie rein.
15 Einer aber von ihnen, kehrte um, als er sah, dass er gesund geworden
war, und pries Gott mit lauter Stimme,
16 fiel Jesus zu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samaritaner.
17 Jesus aber fragte: Sind nicht alle zehn rein geworden? Wo sind aber die
neun?
18 Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, und Gott die Ehre
gibt, als nur dieser Fremde?
19 Und er sagte zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.
Gibt Gott die Ehre auch wenn alles sinnlos ist
Dass das mit dem Danken manchmal nicht so funktioniert, dafür habe ich
großes Verständnis. Und darum will ich heute etwas anders beginnen als
vielleicht man erwarten könnte. Ich möchte zuerst einfach von denen
sprechen, denen es nicht zum Danken zumute ist. Mir begegnet das sehr
häufig, wenn ich zu unseren Alten komme, und wenn man sich dann dort
niedersetzt, und man ein wenig erzählt bekommt von dem, was da durchlitten
werden muss Tag für Tag, dass da einen manchmal unsere lieben alten
anblicken und wenn sie wissen, dass wir sie nicht wegen dieser Frage
verurteilen, dann eben doch herausfordernd fragen, wozu lebe ich denn
eigentlich noch? Wenn es doch nicht dieses Wunder gibt, dass dieser
Samaritaner erlebt hat, der von aller Krankheit frei wurde. Wozu, warum
muss ich denn da weiter durch? Und ich spüre nur, dass es von Tag zu Tag
schlechter wird, und die Ärzte können auch nicht helfen. Wozu? Das fragen
ja heute viele, die in einer Krise leben. Wozu? Ich will gar nicht mehr
weiter leben. Das gibt schon junge Leute, die sagen, das bedeutet mir
nichts mehr, das ist leer für mich, das Leben kann mir nichts mehr bieten.
Und wenn wir das vor Augen haben, dann wird uns erst das Wort Jesu groß.
Und so möchte ich meine Predigt heute überschreiben: Kehr um und gibt Gott
die Ehre. Kehr um und gibt Gott die Ehre. Auch wenn ein Leben sinnlos ist.
Das Leben dieser zehn aussätzigen Männer war tatsächlich völlig sinnlos.
Man hatte sie dort vor dem Dorf zusammengepfercht, und hatte ihnen noch
irgendeine Hütte zugewiesen, wo sie leben konnten, aber was sollte das
noch? Jeder Tag war nur ein langsames Warten auf den Tod. Sie hatten das
doch vor Augen. Sie kennen das doch, diese Bilder von den Aussätzigen,
diese unförmigen Gliedmaßen. Diese eiternden Wunden. Wenn man so leben
muss, das ist furchtbar. Man hat sie ausgestoßen aus der Gesellschaft.
Nicht nur die Krankheit war schlimm, nicht nur die Schmerzen waren schlimm,
sondern sie waren hinausgeworfen. Sie durften nicht mehr zu den andern. Die
andern rannten von ihnen weg, und sie grenzten sich von ihnen ab. Sinnloses
Leben! Sie hatten noch Familienmitglieder, aber die hatten sich von ihnen
getrennt, geschieden, Kinder, Ehefrau, Verwandte, Nachbarn. Sie wussten,
sie lebten dort, aber sie durften nicht näher zu ihnen, sinnloses Leben.
Sinnloses Leben! Und niemand kümmerte sich um sie, doch, doch natürlich,
der Wohltätigkeitsverein des Dorfes kümmerte sich rührend um sie. Es wurde
ja ihnen immer Speise hingestellt. Und damals ließ man keinen Aussätzigen
umkommen, aber gerade das hat ihnen noch am meisten wehgetan. Dass sie
Empfänger öffentlicher Sozialhilfe und Wohltätigkeit waren. Sie hatten's
doch nicht nötig, die sie zeitlebens gearbeitet hatten, sich bewährt
hatten, die so viel anderen bedeuten konnten und so viel Liebe erwiesen
haben, und jetzt, plötzlich, waren sie abgeschnitten von all dem –
sinnloses Leben. Und da geschieht es, als Jesus vorüberzieht, geben sie ihm
die Ehre. Sie rufen, sie schreien mit lauter Stimme. Sie merken: Unser
Leben, das muss da vor Gott! Das war ihre Sehnsucht, ihr Wunsch. Jesus,
lieber Meister, erbarme dich unser! Gott die Ehre geben. Das bedeutet ja
nicht, dass man immer mit einem lächelnden Gesicht durch die Welt läuft.
Gott die Ehre geben, heißt doch, auch in den schweren Lebensführungen auf
ihn, den Herrn, blicken, den lebendigen Gott, ihn anrufen, ihm die Not
sagen, sie vor ihm einfach ausbreiten. Und das alles erzählen. Und das ist
ja die Antwort, die uns allen gilt in den schweren Lebensführungen, wenn
wir nicht mehr weiter wissen, wozu lebe ich denn noch. Dass ich Gott die
Ehre gebe. Auch wenn mein Leib zerfällt und schwach und müde wird, rufen,
Jesus, dir will ich gehören, ich leg alles in deine Hand, was ich bin und
habe. Wir haben uns heute so angewöhnt, dass wir unser Leben nur noch
prüfen nach dem äußeren Blick, ob wir gesund sind, ob es uns gut geht, ob
wir die nötigen Mittel haben, ob äußerlich alles geordnet ist. Und
vergessen darüber, dass ja viel wichtiger ist, ob wir in dieser
Gottesbeziehung leben. Darf ich es an einem einfachen Bild und Beispiel
deutlich machen. Da wird drüben im Olgäle (Olga-Hospital Stuttgart) ein
Kind eingeliefert, und dem Kind ist es unheimlich. Es wird da von Zimmer zu
Zimmer geschoben. Apparate werden angesetzt. Pflegerinnen, Schwestern,
Ärzte huschen mit ihren weißen Mänteln vorüber. Das Kind hat Angst und
Grauen, was geschieht mit mir? Und dann plötzlich kommt die Mutter und
setzt sich an dieses Kinderbett und dann sagt das Kind nur: Mutter. Und
dann kommt ein Friede über dieses Kind. Im Grund bleibt das unser ganzes
Leben lang so, bis wir heimfinden in die Arme Gottes. Bis wir wieder
merken, auch was jetzt mit mir geschieht, es ist gar nicht so wichtig, du,
ewiger Gott, bist da, und mein Leben wird von dir getragen und gehalten,
und ich darf mich in deine mächtige Hand befehlen. Ich möchte es Ihnen
immer freimütig bekennen und sagen, wie oft ich mich hilflos fühle. Auch
dort, wenn man gerade der großen Not gegenübertritt, was wollen Sie denn
sagen, wenn ein Mensch verzweifelt ist. Es gibt doch niemand unter uns, der
ein Wort bereit hat, das hier gültig wäre. Was wollen Sie denn reden in der
Trauer? Was wollen Sie denn dem Kranken sagen? Oder, wenn einer zu einer
Operation geht und ihm ein Bein amputiert werden muss, nur, um zu
überleben, was wollen Sie denn ihm sagen? Da können Sie doch nur mitweinen,
die Hand drücken, sagen, ich will dich verstehen, ich will mitempfinden.
Und doch ist dann ganz groß, wenn wir sagen, jetzt wollen wir Gott die Ehre
geben, ihn anrufen. Der hat ja keine verstopften Ohren, der will das
Schreien der Elenden hören. Mir ist das so groß, dass dieser Aussätzige,
der doch dem Volk de Samaritaner, das so verachtet war, angehörte. Die
einen ganz anderen religiösen Hintergrund hatten als das jüdische Volk. Das
begriffen haben, zu Vorbildern des Glaubens werden, so soll man es machen,
zu Gott schreien. Aber ist es nicht nur eine religiöse Flucht? Wir wissen
das ja von dem Spott, der gegen den Glauben immer wieder ausgesprochen
wird. Nein, das ist eine Offenbarung Gottes, die Sie selbst miterleben
können, wie das plötzlich geschieht. Wie Menschen in grauenvollen
Lebensführungen plötzlich loben und danken und Gott die Ehre geben. Und was
habe ich in den letzten Jahren miterleben dürfen auf den Lippen der
Sterbenden, Schwerkranken, Schwergeprüften, das Lob Gottes. Das Anrufen
seines Namens. Wir können alles sagen, was uns bewegt, aber ihm die Ehre
geben. Und das ist der Sinn meines Lebens. Wie schwer es und sinnlos es
auch sein mag, dass ich in Krankheitsnöten, in Berufsnöten, im Elend,
Enttäuschung über Menschen, bei Leid, und bei Traurigkeit ihn anrufe, dass
ich nicht versinke in meinem Schmerz, dass ich mich nicht fallen lasse in
diese tiefen Abgründe, sondern ihn anrufe und ihm danke, dass er nah ist.
Ich habe mir überlegt, mit was ich's Ihnen illustrieren kann, und ich hab
wieder nach jenem Buch gegriffen, in dem gefallene junge Christen im
Zweiten Weltkrieg aus Württemberg, ihre Abschiedsbriefe gesammelt sind. Und
da ist ein Buchbinder gewesen, aus Obertürkheim, der seit 1942 in
Stalingrad vermisst ist. Der am Heiligen Abend schreibt: Fast bin ich zu
elend, um diesen Brief schreiben zu können. Fünfzig Gramm Brot und Zwanzig
Gramm Fleisch bekamen wir noch zu essen. Wir sind am verhungern, der Kreis
wird immer enger. Bald wird kein Flugzeug mehr uns etwas bringen können.
Und auch keine Post und keine Schwerverwundeten mehr mitnehmen. So traurig
war noch kein Heiliger Abend in meinem Leben. Das einzige, was mich noch
aufrecht hält, und mir das Herz leicht gemacht hat, war die Losung, die ich
heute las. Sie hieß: Mein Vater und meine Mutter verlassen mich. Aber der
Herr nimmt mich auf. Das darf ich ganz persönlich als ein Geschenk am
Heiligen Abend aus dem Himmel für mich nehmen. Darin liegt mein Lebenssinn,
dass ich heimfinde. Und damit wird nicht das Leid überspielt, und verdeckt,
das bleibt grauenvoll und schwer. Aber dass Menschen Frieden finden, und
Sie Frieden finden können, das ist so wichtig. Was hat den Jesus damals
über der Krankheit des Lazarus gesagt: Diese Krankheit ist nichts zum Tode,
sondern dass der Sohn Gottes verherrlicht werde. Gib Gott die Ehre, kehr
um! Auch, wenn alles sinnlos ist.
Gib Gott die Ehre auch wenn er seltsame Wege führt
Das zweite: Auch wenn er seltsame Wege führt.
Wir wissen ja, dass Jesus als der Sohn Gottes große Pläne zu erfüllen hat
für den Vater, er hat die Weltgeschichte zum Ende zu bringen, er wird
einmal am Ende der Zeit wiederkommen in den Wolken des Himmels und diese
ganze Weltgeschichte abschließen. Dieser große Herr Jesus, Herr der Welt,
kümmert sich um dein einzelnes kleines schweres Lebensschicksal. Sie
könnten es nicht glauben, wenn Jesus es nicht mit drastischen Bildern
klargemacht hätte. Er hat davon gesprochen, dass uns die Haare auf dem
Haupt gezählt seien, und ihm bekannt seien. Und dann meinen Sie, es sei ihm
gleichgültig, was Sie sonst so durchleiden an Nöten? Er kümmert sich ganz
direkt um Sie. Aber oft sind seine Wege sehr seltsam. Wir meinen ja immer,
wir müssten schon wissen, wie er handelt und wenn man ein wenig Kenntnis
von Jesus nach dem Neuen Testament hat, dann wartet man ja gerade, dass
Jesus auf die Aussätzigen zugeht, die Hand auf sie legt, so wie er es gern
getan hat, gerade, weil die Wunden so anstößig, so ekelerregend waren, hat
er sie berührt, jetzt geh doch darauf zu, Jesus, und fasse sie an und mach
sie gesund. Er macht sie so nicht gesund. Und das geht immer gegen den
Strich unseres Denkens. Wie Jesus mit uns handelt, das ist immer
überraschend und unerwartet. Er handelt nicht direkt, sie werden nicht
gesund, er sagt zu diesen Männern mit ihren vereiterten und schrecklich
anzusehenden Gliedmaßen: Geht zu den Priestern und lasst euch ein
Gesundheitsattest geben. Ich hätte gelacht: Da sieh doch die Hände an, was
soll dein Wort, was soll der Weg. Ich kann doch nicht gehen. Du musst mich
zuerst gesund machen. Doch diese Männer waren Männer des Glaubens. Und das
ist etwas, was uns die Bibel oft zeigt, dass man dem Wort Jesu gehorsam
werden muss, ihm trauen muss. Man hat nur das Wort, die Zusage Jesu und
verlässt sich darauf, und geht seinen Weg. Und es geschah, da sie
hingingen, wurden sie rein. Unser Gott tut Wunder. Große Wunder. Und er ist
derselbe Herr heute und in diesen Tagen. Und wir alle haben viel erlebt und
dürfen Wunder von ihm erbitten. Und doch wollen wir sehr vorsichtig sein,
um offen zu sein, was sind die Wege, die er uns führt – seltsame Wege.
Anders, als wir denken. Wir hatten auf unserer Freizeit in Sankt Moritz
einen Vater dabei, der wenige Wochen vorher seinen ältesten Sohn beerdigt
hat. Mit vierzehn Jahren, der plötzlich an einem Tumor erkrankte, und der
hat uns das am letzten Abend noch erzählt, wie sie diesen Weg mit diesem
jungen Konfirmanden gegangen sind. Auf dem letzten Weg mit ihm gebetet
haben, ihn gesalbt haben, über ihm gebetet haben, wie es der Jakobusbrief
will. Und gefragt: Herr, willst du, willst du heilen? Und dann erzählte er,
dass es ganz merkwürdig für sie gewesen sei. Er hätte diesem Jungen als
Pfarrer den Taufspruch gegeben: Ihr sollt Priester des Höchsten sein.
Vierzehn Jahre vorher. Da, nach der Geburt, ihr sollt Priester des Höchsten
sein. Sicher war der Gedanke, dass dieser Junge einmal ein Verkündiger des
Evangeliums wird. Sicher, in dieser Schulklasse war dieser Kranke sehr
gehänselt worden von seinen Kameraden, weil er so dick war. Und er hat's
sehr schwer getan. Und der Vater erzählt und sagt: Wir haben die Heilung
erlebt in dieser Schulklasse. Da ist mit den andern etwas vorgegangen. Die
haben sich ganz neu gesehen. Auch über der Schuld, die sie getan haben. Und
darum frage ich mich immer wieder, ob wir das so oberflächlich sehen, wie
Gott heilt. Und der Vater, der dann sagt: Da hat sich's erfüllt mit dem
Priesterdienst. Und dann die Kameraden ans Krankenbett treten, und etwas
ahnen vom größten Geheimnis, wenn man Gott die Ehre gibt, auch im Sterben.
Nun werden manche von Ihnen denken, ich traue Gott die Wunder heute nicht
zu, wir haben so viel Wunder erlebt und wir erbitten sie auch immer. Aber
wir sind auch bereit, wenn uns Gott ganz deutlich auch auf alles Bitten hin
die Wunder nicht so gibt, wie wir sie wünschen, und erbitten, dass wir
suchen sollen und sagen: Herr, du wirst irgendwo anders deinen Segen
hineinlegen, und wir wollen ihn entdecken und finden. Wenn er seltsame Wege
führt, unerwartete Wege: Gib Gott die Ehre. Das war so groß, dass diese
Männer ihm vertraut haben, Jesus einfach vertraut. Und seinem Wort gehorsam
waren. Bleiben Sie in Ihrem Leben bedingungslos gehorsam dem Wort Jesu. Das
will der Teufel uns einflüstern als ob es nach unserem Kopf gehen müsste,
und als ob wir noch gar das Wort Jesu nach unserem Kopf zurechtbiegen
müssten. Und dabei liegt doch unser Heil und unsere Freude allein darin,
dass wir ihm trauen.
Gibt Gott die Ehre wenn wir aller Sorgen los sind
Noch das Letzte: Gib Gott die Ehre, wenn wir aller Sorgen los sind!
Ja, das waren ja diese zehn Männer, und ein wenig beneiden können sie die
schon. Weil Sie sagen, so wünsch ich es bei mir auch, dass da plötzlich
alle Lasten abfallen, und alles gelöst ist. Dass eine Arbeitsstelle mir
wieder gegeben ist, dass sich eine Versöhnung in unserer Familie ereignet,
dass sich eine gesundheitliche Besserung ergibt. Merkwürdig bleibt, dass
gerade diese Heilung die größte Klippe des Glaubens ist. Diese Männer, die
so vorbildlich dem Wort Jesu gehorsam waren, die sind doch im Nu
aufgegangen in ihren Alltagssorgen. Warum hatten sie denn keine Zeit mehr,
warum sind sie denn einfach losgelaufen. Ja, das Leben rief sie mit den
vieltausendfachen Pflichten, Sie kennen das ja, man ist viel zu
beschäftigt, da wartet die Familie auf einen, der Beruf wartet, die
Menschen, man hat so viel zu tun in der kurzen Zeit unseres Lebens, und
dann müssen die Termine wahrgenommen werden. Und Gott die Ehre geben? Ich
wollte heute nicht bloß zu Leidenden reden, ich wollte heute auch zu
überarbeiteten, müden, lebenstüchtigen Menschen sprechen, zu jungen Leuten,
und ihnen sagen: da ist die größte Klippe, dass man vor lauter Terminen und
Aufgaben versäumt, umzukehren und Gott die Ehre zu geben. Aber einer von
den neun, von den zehn, der kehrt um und fällt vor Jesus nieder. Warum
denn? Geht es eigentlich nur um ein hastig hingesprochenes Dankeschön?
Stimmt nicht. Es geht um viel mehr, dieser eine sagt: Wohin soll ich denn
gehen, Beruf, alles, was die Welt bieten kann, die Menschen, das ist doch
nicht wirklich Leben! Du hast Worte des Lebens. Ich will doch nicht das
gleiche sagen wie einst Petrus zu Jesus sagt: Ja, Herr, wohin sollen wir
denn gehen, die ganze Welt kann uns doch nichts Attraktives mehr sein,
sondern du musst mit deinem großen Wirken jetzt mit dabei sein. Ich will
nichts mehr ohne dich haben. Dich will ich haben. Bei dir will ich bleiben.
Und wie Jesus ihn aufrichtet, gehe hin, du darfst in diese Welt
hineingehen. Du darfst, dein Glaube hat dich gerettet. Da steht es ja
ausdrücklich da im griechischen Text. Dein Glaube hat dich gerettet. Wenn
du da drin bleibst in dieser Verbindung zu Jesus, dann siehst du ihn auch
im Gewühl des Alltags, auch dann, wenn die vielen Aufgaben des Alltags über
Sie hereinstürmen, dann, wenn Sie meinen, Sie werden mit der Zeit nicht
mehr fertig, dann denken sie doch daran, dann kehren Sie doch um, geben Sie
Gott die Ehre, und erkennen Sie, wie Jesus die Hand auf Sie legt. Wie er
vergebend hinter ihnen steht, wie er Schuld auslöscht, wie er Sie segnen
will, wie er mit Ihnen geht durch alle Schwierigkeiten, wie er bei Ihnen
sitzt, selbst bei schwierigen Sitzungs-Terminen, und selbst dann, wenn man
Sie in der Narkose ein schläfert, steht er neben Ihnen an der Bahre. Er
geht mit Ihnen durch. Dein Glaube hat dich gerettet. Gib Gott die Ehre. Was
soll denn anders Leben sein? Amen.

