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Das Gleichnis von den Weingärtnern – Teil 6

Das Gleichnis von den Weingärtnern, Teil 6/6
16.04.2026Matthäus 21,43-46
SERIE - Teil 6 / 6Das Gleichnis von den Weingärtnern

Einführung in das Thema und die Leitfrage

Gott wird Mensch, Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 701: Das Gleichnis von den Weingärtnern, Teil 6.

Wir untersuchen gerade, was Jesus damit meint, dass das Reich Gottes von dem Volk Israel weggenommen und einem anderen Volk gegeben wird. Matth.

Deswegen sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einer Nation gegeben werden, die seine Früchte bringen wird.

In der letzten Episode habe ich diese Nation beschrieben. Es handelt sich nicht um ein Volk wie die Römer, die Perser oder die Ägypter. Diese Nation ist die Ekklesia des Messias, also die Gemeinde. Sie bildet sich nach Pfingsten aus gläubigen Juden und gläubigen Heiden.

Mit diesem Volk erfüllt sich Gott den Wunsch, den er schon in 2. Mose 19 so formuliert.

Gottes ursprünglicher Plan mit seinem Volk

 2. Mose 19,6: Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein.

Das war die Idee Gottes von Anfang an. So hatte er sich sein Israel vorgestellt: ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation. Da wollte er hin.

Das Volk Israel als Ganzes war dazu leider nicht bereit, übrigens von Anfang an nicht. Zwischen dem Bundesschluss und dem Tanz ums goldene Kalb liegen nicht einmal sieben Wochen. So schnell wollte Israel von dem Gott, der es aus Ägypten gerettet hatte, nichts mehr wissen.

Und diese Gottvergessenheit zieht sich durch die Geschichte. Durch Hosea klagt Gott in Hosea 11,1-2: Als Israel jung war, gewann ich es lieb, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. So oft ich sie rief, gingen sie von meinem Angesicht weg; den Baalim opferten sie, und den Gottesbildern brachten sie Rauchopfer dar.

Da ist in der Geschichte Israels leider ganz wenig von heilige Nation und noch weniger von Königreich von Priestern. Genau das sollte sich aber jetzt alles ändern.

Die Gemeinde als neue priesterliche Nation

Die neue Nation, der Gott das Reich Gottes geben wollte, würde ihm ihre Früchte bringen. Sie würden ihn zufriedenstellen. Sie wären die Art von Israel, die er sich wünscht.

Und so beginnt Gott mit Juden, dem gläubigen Überrest, und lässt eine neue Nation aus Priestern entstehen. Genau genommen sind wir als Christen die Steine im Tempel und die Priesterschaft.

 1. Petrus 2,5: Lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

Aber wir sind natürlich noch mehr. Wir sind die umfassende Erfüllung von 2. Mose 19,6. So heißt es in 1. Petrus 2,9: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.

Hier sehen wir es ganz deutlich: Die Gemeinde ist ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum. Wir sind die Nation, über die Gott herrscht, und wir bringen ihm seine Früchte, indem wir seine Tugenden verkündigen. Wir erzählen allen Menschen, wie genial und großartig unser Gott ist. Und weil er heilig ist, wollen auch wir heilig sein.

Christus als Rettung und Gericht

Aber Vorsicht: Gott ist gefährlich. Er beruft Menschen zu seinem wunderbaren Licht. Keine Frage, wir haben einen Rettergott. Aber er ist auch ein Zermalmer. 1. Lukas 20,17-18.

Er aber sah sie an und sprach: Was ist denn das, was geschrieben steht? Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Jeder, der auf jenen Stein fällt, wird zerschmettert werden. Auf wen er aber fallen wird, den wird er zermalmen.

Wehe denen, die den Stein verwerfen. Sie werden zerschmettert und zermalmt. Jesus ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Stein des Anstoßes für seine Zeitgenossen. An ihm scheiden sich die Geister.

Paulus beantwortet deshalb die Frage, warum sich denn so wenig Juden bekehrt haben und warum für sie das Gesetz kein Wegweiser auf Jesus geworden ist, so in Römer 9,31-33: Israel aber, das einem Gesetz der Gerechtigkeit nachstrebte, ist nicht zum Gesetz gelangt. Warum? Weil es nicht aus Glauben, sondern aus Werken geschah. Sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes, wie geschrieben steht: Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Strauchelns; und wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.

Der Eckstein wird hier in diesem Zitat aus Jesaja 28 ein Fels des Strauchelns genannt. Man kann sich an ihm stoßen und ins Straucheln geraten, oder man kann an ihn glauben und nicht zuschanden werden.

Jeder Mensch muss sich entscheiden: Wie will ich Jesus begegnen? Was soll er für mich sein? Möglichkeit eins: Er wird für mich zum Eckstein eines Tempels, indem ich selbst als lebendiger Stein und als königliche Priesterin oder als königlicher Priester geistliche Schlachtopfer darbringe. Das ist die gute Variante.

Oder Möglichkeit zwei: Er wird für mich zu einem Stein des Anstoßes, der mich zerschmettert und zermalmt. Matthäus 21,44. Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden. Aber auf wen er fallen wird, den wird er zermalmen.

Die Reaktion der Gegner und der abschließende Ernst der Entscheidung

Wir können uns gut vorstellen, dass solche Worte den Gegnern Jesu nicht gefielen. Vor allem deshalb, weil sie ganz genau wussten, von wem Jesus hier redet. Matthäus 21,45-46.

Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse gehört hatten, erkannten sie, dass er von ihnen redete. Und als sie ihn zu greifen suchten, fürchteten sie die Volksmengen, denn sie hielten ihn für einen Propheten.

Werfen wir zum Schluss noch einmal einen prophetischen Blick auf die Spannung, in die Jesus alle Menschen stellt. Jesaja 28,16.22.

Darum so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, felsenfest gegründet. Wer glaubt, wird nicht ängstlich eilen. Und nun treibt nicht Spott, damit eure Fesseln nicht fester gemacht werden; denn ich habe von fest beschlossener Vernichtung gehört durch den Herrn, den Herrn der Heerscharen, über die ganze Erde.

Merkt: Zwischen diesen beiden Extremen muss sich die Menschheit entscheiden. Entweder finde ich den Eckstein, den Gott in Jerusalem präsentiert, und mein Glaube an ihn nimmt mir alle Angst. Oder ich erlebe, dass Gott zu seinem Wort steht: fest beschlossene Vernichtung durch den Herrn über die ganze Erde.

Persönliche Anwendung und Schluss

Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, was ein Priester im Alten Testament getan hat und wie sich diese Aspekte in deinem Leben wiederfinden.

Das war’s für heute.

Schreibe doch jetzt zwei aufmunternde SMS an Menschen, die selten gelobt und ermutigt werden, einfach weil sie im Hintergrund dienen.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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