Lukas 8, Verse 4-15, Wir haben es dreimal in den Evangelien, auch Matthäus
13, wir lesen es aber heute nach Lukas 8, - noch einmal in Markus 4. -
4 Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm
eilten, redete er, Jesus, in einem Gleichnis:
5 Es ging ein Sämann aus, zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel
einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel
fraßen's auf.
6 Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es
keine Feuchtigkeit hatte.
7 Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf
und erstickten's.
8 Und einiges, naja, immerhin noch ein bisschen ist doch noch richtig
hingefallen, fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach
Frucht. Als Jesus das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
9 Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute.
10 Er aber sprach: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes
zu verstehen, den andern aber in Gleichnissen, damit sie es nicht sehen,
auch wenn sie es sehen, und nicht verstehen, auch wenn sie es hören.
11 Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. Also ist
Gott der Sämann.
12 Die aber auf dem Weg, das sind die, die es hören; jetzt redet Jesus
nicht von Mächten, sondern sehr klar, danach kommt der Teufel und nimmt das
Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Wissen Sie
gar nicht, dass das schon anfängt, bevor Sie nach Hause gehen. Denn wenn
sie zu Hause auch in der Stille sitzen, bevor sie das Haus verlassen, wenn
der Teufel Ihnen das alles aus dem Herzen reißt.
13 Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort
mit Freuden an. Doch sie haben keine Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und
zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab.
14 Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und
ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und
bringen keine Frucht.
15 Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in
einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.
Keiner von Ihnen, bewegt nicht die schwierige Frage, warum kommt eigentlich
das Wort Gottes bei so vielen Menschen nicht an. Das ist ja auch die Tragik
unserer leeren Kirchen, und von so vielen Menschen, die Probleme haben mit
dem Wort Gottes. Und so lange es Christen schon in meiner Jugendzeit habe
ich das immer mitbekommen, dass man viele Lösungsvorschläge diskutiert. Wie
man doch mithelfen kann, dass das Wort Gottes besser zu den Leuten kommt.
Ich bin ein alter Mann, und vor vierzig Jahren hat man das ernsthaft und
mit gutem Sinn diskutiert und ich glaube, da ist heute noch was dran, dass
man sagt: Also, die Gottesdienstzeit, das ist mal eine ganz dumme, die ist
vom bäuerlichen Rhythmus bestimmt, das muss man verändern. Und dass die
Pfarrer so schrecklich schwarze Taläre anhaben, wenn meine Frau mich nicht
halten würde, hätte ich auch keinen Talar mehr an, das sind jetzt Dinge,
und die anderen sagen: Da gibt's noch viel mehr, was mich stößt, der
Monolog der Predigt, vor vierzig Jahren sagte man, das ist ja richtig, man
müsste Diskussionsgruppen einrichten, man müsste Fragen austeilen, in
Gesprächsform das tun, man hat ja dann die Dialogpredigten eingeführt,
aber, die Kirchen wurden noch leerer. Auch wenn Sie einen Talar bunt haben
mit lauter Flicken drauf, das, die Leute verstehen das Wort Gottes nicht
besser! Ich weiß noch, vor vierzig Jahren, als der Super-Kindergottesdienst
war, toll gemacht, Riesenband in Canstatt eingeführt wurde, nach ein paar
Jahren, nach dem er einfach überfüllt war, eingeschlafen. Weil niemand mehr
kam. Wenn in diesen Tagen, ich las das gerade jetzt in diesen Tagen, wieder
tolle Vorschläge, die mich begeistern, ich bin ja kein rückständiger,
verschlafener, altmodischer Mensch, gesagt wurde, Bistrotische her statt
Kirchenbänke, ja, wir haben drüben Bistrotische, wir können ja umräumen,
oder Jongleure, Täuschungskünstler, Cabarét, das ist wichtig, Wort Gottes
natürlich bibeltreu und gut, aber der Rahmen muss zuerst stimmen, sonst
fühlen die Leute sich nicht wohl, Spaß muss der Gottesdienst machen. Ich
würde so gerne Ihnen mehr Spaß machen. Ich bin so ein, ich weiß nicht, als
ich Vikar war, als die Leute so anzieht, man kriegt schon einen Schreck, so
ernst ist es bei Ihnen immer, also ich würde so gerne Spaß machen, ich
würde Ihnen ein Gourmet-Essen hinstellen, und ich will, dass Sie sich wohl
fühlen, ich denke immer wieder, es verdeckt wahrscheinlich das
Hauptproblem, nicht, dass ich nicht dafür wäre, schön, wenn was ohne große
Kosten und ohne großen Arbeitsaufwand machen, das ist auch noch wichtig,
dass wir nicht auch noch liegen an den Nebendingen, Hauptproblem bleibt
immer wieder, aber wie verstehen denn die Leute das Wort Gottes besser? Das
ist ja gar keine Frage der Musik und des Stils und des Randprogramms und
des Vorprogramms, obwohl das für unser Gemüt vielleicht noch eine Rolle
spielen kann, ganz entscheidend wichtig ist doch, dass wir uns für alle
möglichen Dinge interessieren, ob heute Mittag Martina Hinggis gewinnt,
oder ob der Euro kommt, oder ob die Telekom-Aktien fallen, wir
interessieren uns immer für ganz arg viel, bloß das Wort Gottes lässt uns,
wir sind ja Menschen, und wir gehören zu den Menschen, wir reden jetzt
nicht über irgendwelche anderen Menschen, das Wort Gottes lässt uns
Menschen von Natur aus absolut kalt. Wir interessieren uns für unmögliche
Dinge, aber das Wort Gottes, das aus dem Mund Gottes kommt, ist dem
Menschen normalerweise ganz fremd. Woher ich das habe? Das habe ich aus dem
Mund Jesu, aus diesem Gleichnis, das er erzählt, obwohl doch am Anfang
genau erzählt ist, eine Menge Menschen drängt sich um Jesus herum. Jetzt
war doch endlich der Durchbruch geschafft, jetzt fielen doch die Leute in
Massen ihm zu, wenn Sie einmal die Evangelien sorgfältig durchgehen, fällt
auf, die Leute waren immer begeistert, wenn Jesus etwas getan hat. Tote
auferweckt hat, Wasser in Wein verwandelt hat, da war der Jubel groß, die
Kranken geheilt, wenn Jesus geredet hat, war die positivste Reaktion
Entsetzen. Dass die Leute dieses Wort gerne gehört hätten, ist eigentlich
ganz ganz selten irgendwo am Rande erwähnt, das darf ich einmal an einem
Beispiel Ihnen zeigen, damit wir einfach mal bei den biblischen Erzählungen
bleiben. Als Jesus die fünftausend Menschen gespeist hat, ist im
Johannesevangelium erzählt, wie sie begeistert zu Jesus kommen, und ihn zum
König machen wollen, und Jesus hält in Kapernaum eine kurze Ansprache.- Er
sagt, was Gottes Wort ist, und er redet vom Brot des Lebens, das war die
größte Pleite. Alle liefen weg. Das ist eine harte Rede, wer kann sie
hören. Der Mensch will das Wort Gottes nicht hören. Wir haben uns
wahrscheinlich das noch gar nicht richtig klargemacht, wir müssen's am
Evangelium zuerst studieren, wenn das bei Jesu so war, es gibt eine ganz
normale Ablehnung, nicht nur bei irgend einem Menschen in der Welt
irgendwo, sondern in unserm Herzen heute morgen. Weil wir ganz natürliche
Leute sind von Fleisch und Blut. Damals hat ja Jesus seinen Jüngern
offeriert: Wollt nicht auch noch weggehen? Weil das Wort Jesu uns Menschen
so fremd ist. Irgend etwas stört uns bei seinem Reden. Und darum hat ja
Jesu dieses Gleichnis gebraucht. Eine Beispielerzählung, die wieder krass
ist, ja, extrem, damit wir das Entscheidende merken. Ich möchte zuerst
darüber reden, an was der Misserfolg bestimmt nicht liegt. Also erst ist
man ja verdutzt, wie dieser Sämann sät. gibt's überhaupt so 'nen dummen
Bauer? Der so das Samenkorn herauswirft. Der hat's ja offenbar. Da ist dann
so ein ganzer Schubs, und da schmeißt er es auf den Weg. Ja, also da kann's
doch nichts geben. Der nimmt den nächsten und dann wirft er's in die
Dornen. Und dann hat er wieder was, und dann wirft er es auf den Felsen.
Und schließlich trifft er auch noch das gute Feld, Sie wissen ja, dass
dort, in Israel, die Felder nicht so groß sind, wie bei uns in Fildern
oben, sondern wie da der Fels mitten auf dem Feld aufliegt, und der Weg oft
mitten durch geht, aber sagen Sie, hat der denn seinen Kopf nicht bei der
Sache, oder spinnt der, oder was macht denn der, wer sät denn so sein Feld?
Und wieder, am Krassen können Sie's merken, am Extremen, Jesus will uns
daran etwas zeigen. Was denn? So sät Gott. Er sät sein Wort einfach aus,
ohne Rücksicht darauf, ob da Chancen sind, dass das aufgeht. Er kalkuliert
gar nicht. Wie hat er zu Ihnen in Ihrem Leben geredet, ohne dass sie
fragen, ob sie das hören oder ob Sie das nicht hören. Gott gibt sein Wort
reichlich, und er hat uns ja seit Kindertagen überschüttet mit seinem Wort.
Manche, die haben einen direkten Überdruss. Trifft man ja häufig bei
Leuten, die in christlichen Kreisen aufgewachsen sind. Dass die überfüttert
sind von diesem Wort. Dass es nichts bewirkt, das liegt nicht am Sämann.
Der ewige Gott und Herr ist der Sämann. Und wir müssen drauf achten, wo das
Wort Gottes unverfälscht, unverkürzt verkündigt wird. Im Hauskreis, das
kann noch so schlicht sein. Irgendwo in einer ganz schäbigen
Kirchenbaracke, oder wo auch immer, durch Menschen, die vielleicht viele
Mängel und Fehler haben, aber es wird unverfälscht und unverkürzt gesagt,
steht der große Sämann dahinter? Wo das Wort Gottes rein und lauter
erklingt, das haben die Reformatoren gesagt. Nicht, wo es mit
Menschenmeinungen durchsetzt ist, da müssen wir immer aufpassen, lassen sie
sich nichts untermogeln. Das Wort Gottes – ganz unabhängig, wie unscheinbar
das ist, nicht, dass wir deshalb nicht Mühe darauf verwenden, dass wir
sollten das Rahmenprogramm, das Ambiente nicht auch ein bisschen schön zu
machen, bloß, das Entscheidende liegt darin, das Wort Gottes hat ungeheure
Kraft. Das ist nicht nötig, dass ein Prediger am Wort Gottes rumpoliert.
Oder feilt, oder das man zuerst biegen muss, oder das man zuerst in eine
Lauge legen muss. Oder das man zuerst bereichern muss und noch einen Rahmen
drumherum machen muss. Das ist nicht wichtig. Das Samenkorn hat in sich die
ganze Kraft des Lebens. Das ist so wunderbar, dass Jesus einmal klarstellt,
er spricht gar nicht von Predigern und von Evangelisten, und von Zeugen,
und so, Gott ist der Sämann, Gott wirft sein Wort aus. Und darum leben wir
in einer herrlichen Zeit. Gott hat viel vor. Er teilt sein Wort aus: Gehet
zuversichtlich auch in dieser Zeit, auch in dieser modernen Zeit, auch in
dieser Wende zum dritten Jahrtausend gehe ich fröhlich weiter, weil der
Sämann sein Wort ausstreut. Und in dem Wort, so wir es haben in der Bibel,
ist alles drin, was ein Mensch braucht. Und so majestätisch und souverän
war auch Jesus in seinem Wirken. Dieses Wort, das er ausstreut, das ist das
einzige, was ein Mensch braucht zum Glauben. Und wer an diesem Wort bleibt,
an dieses Wort sich hält, wird sein Leben völlig verwandelt. Sprich nur ein
Wort, so wird dein Knecht gesund. Sie haben das erlebt, was ein Wort Gottes
bei Ihnen schon auslösen kann. Da weichen Schrecken weg, Ängste fallen hin,
Sie werden aufgerichtet, sie haben Mut und Zuversicht. Das Wort ist das,
was das ganze neue Leben eines Christen in sich schließt. Also, es liegt
weder am Verkündiger, noch am Korn, dass wir sagen, das ist eben in unserer
Zeit nicht das Richtige, wir müssen eine andere Sorte haben, oder so was,
das Korn ist super, der Verkündiger ist großartig, er hat alle Kraft, er
hat alle Macht, an was liegt es denn, es liegt ausschließlich und allein am
Ackerboden. Also, mich hat das ja jetzt so beeindruckt, wie ich Ihnen
gerade erzählt habe, wie ich erlebt habe wie die mir erzählt haben in Kuba,
vor fünf Jahren, ist plötzlich etwas eingetreten, wir können es überhaupt
nicht verstehen. Der Kirchenleiter Roberto Estada, der da im Rollstuhl saß,
hat mir gesagt, kein einziger hat irgendjemand zum Gottesdienst eingeladen,
in unseren Versammlungen, wir haben keine Aktion gemacht. Öffentlich dürfen
wir sowieso nichts machen, und Handzettel darf man nicht, und da drängen
sich auf einmal die Menschen in unseren Kirchen, ungläubige Leute, und die
wollen nichts anderes, als das Wort Gottes hören. Da meinen wir ja immer
wieder, ja, vielleicht ist das doch so ein bisschen Zufall, nein, Gott hat
seine Wirkungsweisen, und ich bin überzeugt, wenn wir noch ganz anders
beten, und wirklich Gott allein die Ehre geben, dann kann Gott wirken. Noch
nie hat ein Mensch durch seine irgendwie gearteten rhetorischen Fähigkeiten
einen anderen zum Glauben führen können. Das war noch nie auch die
charmante Art seines Auftretens, dass sie Menschen zu Christen gemacht hat.
Trotzdem schön, wenn Sie charmant sind, ich beneide sie, aber verstehen
sie, das ist noch nie der Grund gewesen, sondern es war immer das Wort
Gottes, das gewirkt hat, und das Menschen angesprochen hat. Und die sagten
dort in Kuba, das sei ganz merkwürdig, die ältere Generation sei überhaupt
nicht berührt, es sei die junge Generation, die durch achtunddreißig Jahre
Sozialismus ging, die haben nichts anderes gehört, als Gott ist tot, und
der Mensch kann die Welt neu schaffen, und plötzlich trifft das Wort Gottes
auf den Boden. Und das steht ja im Wort Gottes vielfach, dass Gott wacht
über sein Wort, dass er es tut, er wacht darüber, und sie dürfen den langen
Atem haben, hier steht von der Geduld, bis das Wort Gottes aufgeht, und wir
sollten einfach auch dranbleiben, in Liebe und Gelassenheit, immer wieder
die Leute nicht beschwatzen, sondern in ganz einfacher Gelassenheit den
Menschen das Wort Gottes bezeugen und ihnen erklären, auch wenn wir wissen,
dass junge Leute einmal durch eine Zeit der Revolution und der Ablehnung
gehen, und wir bleiben dabei und bezeugen. Und sagen, du weißt, was es mir
bedeutet, und dann reden wir von diesem Wort Gottes in unserem Leben. Alle
großen Erneuerungsbewegungen in einer toten Christenheit wurden auch nie
durch irgendwelche äußeren Dinge ausgelöst, es hat keine Erweckung gegeben,
als man den Kölner Dom eingeweiht hat, und das Ulmer Münster, und als man
ein neues Gesangbuch eingeführt hat oder so, aber es war immer so, wenn ein
paar Leute, schlichte Leute, da war es am Anfang der großen
Erweckungsbewegung des Pietismus, als Tübinger Gorden sich in ihrem
Weinberghäuschen miteinander getroffen haben und miteinander Bibel gelesen
haben. Da ist plötzlich in Tübingen etwas explodiert, geistlich. Da wurden
Menschen lebendig. Was war in der Reformation los? Was war das für ein
hektisches Geschehen, der Kaiser Karl der Fünfte in Spanien, und dieses
riesige Reich, was haben sie alle bewegt, die Bauernkriege, und da war ein
Mönch in seiner Zelle. Er hat nicht einmal die Unterstützung seines Ordens
richtig gehabt. Er hat Bibel gelesen und hat dieses Bibelwort unverfälscht
und unverkürzt verkündet, und in wenigen Wochen ist die Botschaft durch
ganz Deutschland gelaufen. Können wir Menschen nicht machen, aber Gott
steht zu seinem Wort. Als die iroschottischen Mönche einst durch Germanien
gezogen sind, hatten sie nur ihre schlichten Tücher umhüllt und das Wort.
Und das hat eingeschlagen bei diesen alten Germanen und das waren harte
Socken, die waren nicht so leicht umzukriegen, und das hat sie getroffen,
dieses Wort Gottes, und die können aus all den Erweckungsbewegungen, von
Johannes Hus, in Prag noch einmal sehen, als Ludwig Hofacker sprach, er war
ja körperlich ein Wrack. Die Tuberkulose und die Geschwüre an seinen Händen
und die schwache Stimme, dass er kaum reden konnte, da war kein Pathos
drin, und wenn Sie heute diese Worte lesen, dann sagen Sie, ja eindeutig
Bibel. Es ist wahr, nur Bibel. Er sagt, man soll nicht so viel drum herum
machen, keine Soße um die Wahrheit, sondern das Wort predigen. Und als ein
schwacher Mensch durfte er so viel Menschen das Licht bringen. Ja, wir
sagen mal, an was liegt's nicht, jetzt sagen wir schon, an was liegt es.
Bin ich ein guter Ackerboden? Man kann so leicht über dieses Gleichnis
reden und dann immer sagen, so viele Menschen, die sind, und wir müssen
jetzt ganz auf uns beziehen, und was ich jetzt sage, rede ich von mir. Da
redet Jesus zuerst vom Weg, auf den das Korn fällt. Helmut Thielicke hat
eine einmalige Auslegung im Bilderbuch Gottes, die ist so fantastisch, die
wollte man grad noch einmal nacherzählen. Darüber geschrieben, wie er sagt:
Das ist doch Ausdruck vom modernen Menschen, die sind so eingespannt und da
gibt es so viel über sie hinweg, Menschen, da klingelts Telefon, Menschen,
und sie sind fortwährend in Aktion. Einer trampelt über die und dann kommt
der nächste, und die werden hart, die können gar nicht mehr richtig hören,
und wenn dann das Wort Gottes kommt, dann kann es gar nimmer eindringen.
Wissen Sie, was Kennzeichen ist für unsere Generation heute – das Zappen!
Wissen sie, was Zappen ist, im Fernsehn. Die, die einen Kabelanschluss
haben, dass man dort alle zwanzig Sekunden das Programm wechselt, und im
nächsten guckt, und immer wieder guckt und nirgendwo Ruhe findet. Und das
ist bei uns ja nicht nur beim Fernsehprogramm so, sondern wir zappen uns
durch alles hindurch, wir sind Christen, aber wir sind auch alles andere
auch noch, wir machen uns ein Viel-Programm und wir ersticken in dem
Vielerlei, und wir können gar nicht mehr sagen: So, ich lass mal das andere
und beschränke mich und will jetzt bloß noch hören. Sie müssen hier gegen
den Geist der Zeit gegen das Zappen angehen und müssen ein Mensch werden,
der sagt: Ich will mir Zeit nehmen zum Hören. Sie müssen nicht sagen: Ich
habe keine Zeit, denn so viel Zeit hat keine Generation vor Ihnen gehabt,
ich weiß, Sie sind immer beschäftigt, aber wenn wir vom Äußeren so viel
geordnete Zeit haben, wir können nicht, da sagt mal Pascal vor vielen
hundert Jahren, wir können nicht eine Stunde allein sein im Zimmer.
Vielleicht war das immer die Not des Menschen, dass er immer zappt, überall
ein bisschen, hier ein bisschen, da ein bisschen, und hören, und das macht
das Wort Gottes unwirksam. Es liegt nicht am Wort Gottes. Ich brauch kein
neues Superkorn, ich brauche gar keine Attraktion, sondern ich muss hören
können. Der Helmut Thielicke sagt: Wenn er auch kämpft, wird er nicht
gekrönt, wenn er nicht richtig kämpft. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod,
ich sag, auf dem Weg zur Hölle kannst du bummeln. Pass bloß auf, dass dir
nicht die Seligkeit verloren geht. Du musst gucken, dass du hören kannst
aufs Wort. Und da sind Mächte da, die picken, Mächte, der Teufel, der will
lospicken, der will das Wort Gottes mies machen, er will mir's wegnehmen,
er will, dass ich's vergessen kann. Wir haben ja in der Gemeinde eine
Gruppe, und die gehört zu den allerwichtigsten Gruppen. Das sind die, die
Dienstags Abend um sieben Uhr dreißig Bibelworte auswendig lernen. Ich habe
schon früher mal überlegt, können wir hier am Gottesdienst machen, aber ich
glaube, es ist gar nicht mal so nett, als wenn man in einer schönen,
harmonischen Gruppe miteinander, und da das dann wieder miteinander
aufsagt, dann wieder merkt, jawohl, und dann diesen Druck hat, da hat man
selber so einen unwahrscheinlichen Gewinn davon, das Wort Gottes zu lernen,
dass man sich selber vorsagen kann, dass man es im Kopf und Sinn drin hat,
und weiß, und mit diesem Wort Gottes leben kann. Und dann steht da, dass
das andere auf den Felsen fällt und dann auf dem Felsen, da kann es keine
Wurzel schlagen, weil da ist der harte Boden, und da dringt die Wurzel
nicht ein, und dann ersticken die Dornen dieses aufwachsende Korn. Ja, was
ist das denn. Jesus hat's gut erklärt, und sagt, das sind die Sorgen, das
wissen Sie, wie die Dornen immer schneller wachsen als die guten Pflanzen,
ich find, das Unkraut ist immer schneller als die richtigen Pflanzen im
Garten, und das ist der verzweifelte Kampf, den man da führen muss, und
wenn man nicht dranbleibt und jätet jede Woche, ist im Nu der Garten
furchtbar durcheinander. Und diese Sorgen, das wissen sie, wie das ist. Die
Sorgen ersticken das Wort Gottes, das wissen sie doch. Die Ängste, was wird
mit meiner Krankheit. Wie geht das beruflich weiter, was wird aus meinen
Kindern, und mit der Sorge, da denkt man ja immer dran, da hat man ja immer
das sogar bildlich vor Augen, man sieht die Gefahren, man kann überhaupt
nichts anderes mehr denken, und wenn Sie sich hinsetzen wollen und Bibel
lesen wollen, erstickten die Sorgen das Wort Gottes. Jetzt müssen sie
wissen, ob sie den Sorgen in Ihrem Leben so viel Raum geben. Im
Matthäusevangelium ist festgehalten, dass Jesus das mit dem Reichtum
zusammen noch ein bisschen prägnanter gesagt hat. Dass der Reichtum das
Wort Gottes erstickt. Das ist eine Tatsache bei uns in Deutschland, seit
Ludwig Ehrhard. Er hat noch gewarnt vor dem Reichtum, aber wir sind voll
drauf reingefahren. Wir haben häufig unser Seelenheil verloren, beim
Matthäusevangelium steht da vom Jesuswort, der Betrug des Reichtums, der
gaukelt uns was vor, einen Frieden, den uns das Geld und der Wohlstand nie
geben kann. Der Betrug des Reichtums erstickt das Wort Gottes. Und dann
steht noch was da von der Lebensfreude. Jetzt denken sie nicht, dass Gott
Ihnen das Mittagessen vermiesen will und Ihren Urlaub, das an der
Lebensfreude ist ja nicht böse, was ist gemeint, Alt-Luther war in vielem
natürlich doch besser. Da stand ein altmodisches Wort, da stand Wollust.
Jetzt haben wir ein modernes Wort, da heißt es Erotik. Das ist doch schön,
aber wenn Ihre ganzen Gedanken bloß noch kreisen darum und dann können sie
das Wort Gottes nicht mehr hören, da müssen sie wissen, was sie zur Hölle
zieht, und was das Wort Gottes in Ihrem Leben erstickt. Sie können sich mit
vielem beschäftigen in dieser Welt. Und Jesus nennt's beim Namen und jeder
muss wissen: Wo ist der Grund, warum ich zu keiner Stille finde. Ich weiß
auch, wenn ich zum Bibellesen hinsitze, in der Stille, da fällt mir viel
ein, da müsste ich anrufen, da müsste ich einen Brief schreiben, legen Sie
einen Zettel daneben hin, dass ich mal, manche Dinge sind gut, dass es mal
wieder rauskommt, aber dann, weg, und dann lesen, und wenn's nur immer
unterbrechen müssen, es ist gut, wenn es rauskommt, aber nehmen Sie sich
Stille und Zeit zum Wort Gottes, dass das nicht erstickt werden kann. Auf
den Weg wird's geworfen, asphaltierter Weg, kann es auch gehen, auf den
Felsen, unter die Dornen, da erstickt es, aber was ist jetzt überhaupt noch
mit dem Wort, es steht doch beim letzten, das Wunder passiert. Das Wunder
passiert. Ich fragte vorhin woran es nicht liegt und woran es liegt. Am
Ackerboden. Bei mir schon als Kind hat es sich eingeprägt, ich wollt es
eigentlich gar nicht sagen, weil mir das auf den Wecker geht, der alte
Spruch, aber der ist doch trotzdem gut, weil man ihn nicht vergisst,
Vierfach ist das Ackerfeld, Mensch, wie ist dein Herz bestellt. Darum
geht's. Da ist ein guter Boden. Es waren ja Leute, die moralisch nicht gut
waren. Für Jesus sind gerade Menschen, die in einer großen Krise leben,
guter Boden. Menschen, die gescheitert waren mit ihrem Leben, guter Boden.
Bei Zöllnern und Huren hat Jesus viel Wort Gottes säen können und
wunderbare Frucht ist gewachsen. Da müssen Sie aufpassen, dass Sie nicht
meinen, eine bürgerliche Wohlanständigkeit sei der gute Boden, sondern wo
die Furchen umgegraben sind, wo das Korn sich entfalten kann, wo es seine
ganze Kraft zeigen kann. Eine Frage an uns heute Morgen, wie kann das Wort
Gottes sich bei uns in unserem Leben entfalten? Man kann ja das Wort Gottes
morgens so lesen, Frühstücksbrot im Mund, und die Türklinke in der Hand,
und dann das Losungswort. Oder man kann sich Zeit nehmen und dann wirklich
mit diesem Wort arbeiten, und jetzt denken Sie noch einmal daran, so wie
die Sorgen, so wie bei vielen die erotischen Fantasien das ganze Denken
werden, so soll das Wort Gottes Sie beschäftigen, an dem Platz möchte
Gottes Wort sein, dass Sie den ganzen Tag den Frieden empfinden der großen
herrlichen Zusagen Gottes. Dass es Ihnen ganz nahe ist, in den Augenblicken
der Angst, oder wenn Menschen Sie kritisieren, dass Sie dann den Boden
unter den Füßen nicht verlieren. Denn das Wort Gottes hat sich entfaltet
bei Ihnen. Das wächst und wird stark und groß. Es ist ganz wunderbar, wenn
Sie bloß danach suchen, wie kann ich dir, Gott, Ehre machen, und dann
müssen sie wissen, dass Sie das Wort Gottes gar nicht zum Leben erwecken
müssen, das macht das selber, er prägt das ein, er wirkt, er schafft das,
und je mehr wir uns das klar machen in unseren Bibelstunden, in unseren
Predigten, umso mehr ist das auch am Wirken. Es ist ja immer wieder so,
wenn man sich zu so einer Predigt vorbereitet, geht es durch manche Stunden
des Verzagtseins, vielleicht kann man ganz große Sprüche machen, aber bis
man merkt, wie soll ich ein Sprachrohr Gottes sein. Und dann geht es Ihnen
nicht anders, wenn Sie zu einem Besuch gehen, wenn Sie jemand anders
trösten wollen, tun Sie das. Ich habe was erschütterndes gehört von einer
Familie, die in großer Trauer war, und dann kam der Besuch einer gläubigen
Familie, und die andern waren nicht gläubig, und dachten, jetzt kommt's,
kein Wort kam. Ich bin auch so feige. Dass ich Angst habe vor dem Spott.
Gehen Sie auf die Knie. Rufen Sie Gott an, er hat den Schlüssel zu seinem
Wort, er kann Ihnen das Licht geben, er muss selber wirken. Er hat den
Schlüssel zu den Herzen der Menschen. Tun Sie es in großer Demut. Und dann
werden Sie ein Zeuge dieses Wortes, lassen sie es in Ihrem Leben selber
aufgehen und wirken, und dann werden Sie erleben, dass Gottes Heiliger
Geist wunderbar wirkt, und ich bin überzeugt, dass er auch unter uns in
diesem Jahr, in den vor uns liegenden Jahren ganz wunderbar viel tun will.
Gott will, dass Menschen gerettet werden, es geschieht durch sein Wort.
Alles andere dürfen Sie auch noch machen, aber lassen sie da nichts dran
fehlen. Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werde ein guter Baum,
und lass mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines
Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben. Amen.
