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Ist meine Gemeinde gut?

Leiterschaft
05.09.2020

Sorge um das Seelenheil und die Bedeutung von Evangelisation

Weil ganz ehrlich: Wenn du dich nicht um das Seelenheil von anderen sorgst, dann fange ich an, mir Sorgen um dein eigenes Seelenheil zu machen. Um Nachfolge zu leben, mach dich Hashtag Bibelfit.

Einige haben gefragt: Markus, woran erkenne ich, dass meine Gemeinde gut ist? Das kann ich dir leider nicht sagen, aber ich kann dir sagen, woran du erkennst, dass deine Gemeinde schlecht ist. Und ich denke, da wirst du mir nicht widersprechen, dass es drei untrügliche Zeichen gibt, dass in deiner Gemeinde gehörig der Wurm drin ist.

Deswegen schau dieses Video bis zum Ende. An dieser Stelle danke ich allen ganz herzlich, die jede Woche hier die Glocke klicken, damit christliche Inhalte aus Social Media nicht ausgesperrt werden. Vielen Dank!

Punkt Nummer drei: Deine Gemeinde evangelisiert nicht. Jetzt fragst du dich vielleicht, was heißt denn evangelisieren? Ganz einfach zu verstehen: Es heißt, anderen Leuten vom Evangelium erzählen. Manchmal nennt man das auch ein bisschen altertümlich. Der Begriff ist irgendwie in Verruf geraten, ich weiß nicht ganz warum, aber meint alles das Gleiche – nämlich, anderen Leuten von Jesus erzählen, anderen Leuten von der Rettung erzählen.

Es geht darum, dass man seiner gerechten Höllenstrafe entkommen kann, weil es jemanden gibt, der den Preis für dich bezahlt hat, der für dich gestorben ist und weil es möglich ist, davon freigesprochen zu werden, von deiner Bestrafung.

Darum geht es ja schließlich in der Bibel. Wenn du die Bibel vorne aufschlägst, beim ersten Umschlag, dann hinten durchblätterst bis zu den Karten, bis zur ISBN ganz hinten unten drunter – das ist ja die Geschichte der Bibel, die Geschichte der Versöhnung.

Deswegen heißt es ja das Christentum, weil Christus für dich gestorben und auferstanden ist und nicht das Gotttum. Und deswegen ist ja auch das Zeichen des Christentums das Kreuz und nicht irgendwas anderes.

Jesus steht im Mittelpunkt. Was wollte Jesus? Jesus hat gesagt: So sehr hat Gott die Welt geliebt, damit jeder, der sich an ihn ranhängt – je nach Übersetzung heißt das dann, dass er nicht zum Tode verurteilt wird. Damit ist die Hölle gemeint –, sondern ewiges Leben haben kann, also freigesprochen werden kann.

Darum geht es. Das ist das Zentrum unserer Botschaft: Freispruch für uns zu Recht sonst verurteilte Sünder, die wir sonst direkt in die Hölle wandern würden. Darum geht es.

Und deswegen: Wenn eine Gemeinde nicht evangelisiert, also nicht das Evangelium, das ich hier gerade ganz unprofessionell in der Nussschale zusammengefasst habe, wenn eine Gemeinde das nicht weitergibt, das nicht nach außen trägt, dann stimmt doch irgendwas nicht.

Ja, da gibt es ja – wie soll denn das funktionieren? Das heißt ja entweder, sie haben es selber nicht verstanden, Problem. Oder sie nehmen es selber nicht ernst, das ist intellektuell klar, aber sie nehmen es nicht ernst – noch größeres Problem. Oder aber: Sie verstehen es irgendwie intellektuell, sie nehmen es auch irgendwie ernst, aber sagen: Ja, nur wir wollen gerettet werden, alle anderen können in die Hölle gehen.

Hä? Also verstehst du, du kannst jetzt mehrere Möglichkeiten durchbuchstabieren, aber mir fällt kein einziges Szenario ein, in dem das jemals ein gutes Zeichen wäre, jemals, wenn eine Gemeinde sich nicht auf die Fahnen schreibt, anderen Menschen mit dem Evangelium, anderen Menschen mit Jesus zu erreichen.

Wie sie das machen, da gibt es tausend verschiedene Wege. Die eine Gemeinde macht das über Social Media, die andere Gemeinde flyert, die andere Gemeinde macht wiederum offene Gemeindeabende, Themenabende – nicht nur einfach Tee kochen und Plätzchen essen –, sondern wirklich Themenabende, bei denen ganz bewusst auf Nichtchristen zugegangen wird.

Wiederum andere machen Vorträge, Workshops und so weiter. Wieder andere machen das mit Musik. Tausend Wege führen nach Rom, es ist alles okay, solange deine Gemeinde das ernst nimmt und das tun will. Sie soll sich um das Wie unterhalten und nicht um das Was.

Denn ganz ehrlich: Sorgst du dich nicht um das Seelenheil von anderen, dann fange ich an, mir Sorgen um dein Seelenheil zu machen. Weißt du, was ich meine? Und ganz ehrlich: Wenn deine Gemeinde nicht evangelisiert, dann ist die Gemeinde falsch. Punkt.

Herausforderungen und Respekt in der Leiterschaft

Zweitens: unmoralische Leiterschaft.

Weißt du, als ich vor ein paar Jahren mein Theologiestudium abgeschlossen hatte, hatte ich viele Ideen im Kopf. Ich wollte promovieren, meine Selbstständigkeit erfolgreich gestalten und viel Geld verdienen. Vor allem wollte ich erst einmal aus den Schulden herauskommen – das war so die Grundidee.

Einer der entscheidenden Gründe, weshalb ich damals nicht in den Gemeindedienst eingestiegen bin, war ganz ehrlich: Ich hatte Angst. Wenn du damals zu mir gekommen wärst und hättest gesagt: „Markus, hier ist eine Gemeinde, die kann sich vorstellen, dass du in der Leiterschaft dienst“, hätte ich vielleicht herumgedruckst und am Ende Nein gesagt. Ich hatte einfach richtig Angst, weil ich mir das nicht zugetraut habe.

Vor Kurzem wurde ich gefragt, ob ich eine freikirchliche Gemeinde übernehmen und in der Leiterschaft dienen würde. Das war das erste Mal, dass ich mir das vorstellen konnte. Ich habe gemerkt, dass ich jetzt verstehe, was dahintersteckt und was das alles umfasst. Es ist etwas, das ich jetzt erfassen kann – und die Angst war zumindest nicht mehr da.

Ich habe auch heute noch großen Respekt vor Menschen, die in der Leiterschaft tätig sind. Hier auf Social Media Videos zu machen, Texte zu schreiben und eure Fragen zu beantworten, mache ich sehr gern. Aber ich merke schon, was es bedeutet, für eine Community da zu sein und für sie einzustehen.

Stell dir mal vor, du hast deine echte Gemeinde vor Ort. Man muss sie täglich, Jahr für Jahr begleiten, betreuen und in der Leiterschaft dienen. Das ist eine ganz andere Nummer. Das will ich auch ganz ehrlich anerkennen.

Wie in einer Partnerschaft gibt es nicht den perfekten Ehepartner, der nie gesündigt hat. Vor kurzem hatte ich das Privileg, zwei sehr gute Freunde zu trauen. Dabei war es wichtig, offen anzusprechen, dass Ehe immer bedeutet, dass zwei Sünder sich aneinander binden.

Genauso ist es in der Gemeinde: Ein Sünder tut sein Bestes, um anderen Sünderinnen und Sündern in Leidenschaft zu dienen und sie anzuleiten. So ist es bei mir auch. Ich bin ein Sünder, dessen bin ich mir sehr bewusst. Ich gebe mein Bestes, um Impulse zu geben, die dich und andere hoffentlich voranbringen.

Der Punkt ist: Tut derjenige sein Bestes? Tut dein Ehepartner sein Bestes, als Sünder mit dir eins zu sein und dich ein Stück weit anzuleiten und näher zu Gott zu bringen? Tut der Pastor in deiner Gemeinde sein Bestes? Tut derjenige sein Bestes?

Wir alle machen Fehler, wir alle sind gefallen und brauchen Vergebungsbereitschaft geschenkt. Die Frage ist aber: Tue ich mein Bestes? Und ich höre auf, mein Bestes zu tun, sobald ich von Sünde weiß und diese toleriere.

Da haben wir das große Glück, dass wir eine Handvoll extrem guter, integrer und begabter Pastoren haben. Es ist ein Riesenglück – ihr wisst, wer ihr seid.

Ich gebe dir mal drei Beispiele, die ich in anderen Gemeinden im Laufe der Jahre erlebt habe:

Sobald dein Pastor weiß, dass ein Mitarbeiter regelmäßig Wutausbrüche gegenüber Ehrenamtlichen hat, und der Pastor diesen Mitarbeiter aus Feigheit oder anderen Gründen nicht zur Rede stellt, geht das nicht. Entschuldige, das geht nicht. Dann ist der Pastor als Leiter nicht geeignet.

Sobald ein Pastor ahnt, dass Gemeindegelder nicht richtig verwendet oder abgerechnet werden, aber nicht auf den Grund geht, warum nicht, ist das entweder absolute Nachlässigkeit oder schlichtweg unmoralisch. In beiden Fällen ist er als Leiter nicht geeignet.

Und dann gibt es noch ein weiteres Beispiel: Als ich das einmal gesehen habe, hat es dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Sobald dein Pastor selbst auf Tinder unterwegs ist, sich auf Affären einlässt oder verheiratet ist und seine Ehefrau betrügt, ist das erledigt. Tut mir leid, der ist nicht nur als Leiter komplett ungeeignet, sondern hat sich auch als Mensch vollständig disqualifiziert.

Da muss kurzer Prozess gemacht werden. Die Gemeinde muss wissen, dass so etwas niemals toleriert wird – nicht mal in Ansätzen.

Kümmert sich die Leiterschaft nicht mit echter Herzenssorge darum, solche Dinge so schnell wie möglich aufzuklären und kurzen Prozess zu machen, dann bist du in der falschen Gemeinde. Ganz klar.

Umgang mit biblischer Treue und Kritik

Drittens und zuletzt: Deine Gemeinde ist unbiblisch, und es scheint sie nicht zu stören. Lass mich das erklären.

Wir alle tun Dinge, die nicht explizit in der Bibel stehen. Das ist nicht unbedingt das Problem, sofern man darüber nachdenkt. Wir fahren Zug, Auto oder Fahrrad – das steht nicht in der Bibel, obwohl es umstritten sein kann. Aber nehmen wir an, wir nutzen Social Media oder nehmen vor einer OP Betäubungsmittel. All das ist nicht das Problem daran, dass wir Dinge tun, die nicht in der Bibel stehen.

Das Problem entsteht, sobald wir Dinge tun, die der Bibel widersprechen. Und die Frage ist: Hinterfragen wir das eigentlich? Hinterfragen wir das wirklich?

Denn problematisch wird es, sobald wir das nicht mehr hinterfragen. Wenn dir jemand vorwirft, dass du unbiblisch bist, und dich dieser Vorwurf nicht beunruhigt, dann hast du ein noch viel größeres Problem.

Versteh mich richtig: Es geht nicht primär darum, ob dieser Vorwurf – also dass du oder deine Gemeinde etwas Unbiblisches tut – zutrifft oder nicht. Das ist wichtig, aber die entscheidende Frage ist: Macht dir dieser Vorwurf Angst?

Wenn jemand zu dir sagt: „Pass auf, das, was du gerade machst, ist unbiblisch“, dann ist es wichtig zu spüren, ob dich das innerlich zusammenzucken lässt oder nicht.

Ganz ehrlich: Wenn dieser Vorwurf deiner Gemeinde, deiner Gemeinde insgesamt, keine Angst macht, unbiblisch zu sein, dann bist du in der falschen Gemeinde.

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