Zum Inhalt

Ist meine Gemeinde gut?

Leiterschaft

Hinweis zur Datenverarbeitung durch YouTube

Durch das Abspielen dieses Videos wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt. Dabei kann YouTube Cookies setzen und Ihr Nutzungsverhalten zu Analyse- und Marketingzwecken verfolgen. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Um YouTube-Videos anzusehen, müssen Sie der Verarbeitung durch YouTube zustimmen.

05.09.2020

Einführung: Die Sorge um das Seelenheil

Ganz ehrlich: Wenn du dich nicht um das Seelenheil anderer sorgst, dann fange ich an, mir Sorgen um dein eigenes Seelenheil zu machen. Um Nachfolge zu leben, mach dich Hashtag Bibelfit.

Einige haben gefragt: Markus, woran erkenne ich, dass meine Gemeinde gut ist? Das kann ich dir leider nicht sagen. Aber ich kann dir sagen, woran du erkennst, dass deine Gemeinde schlecht ist.

Ich denke, da wirst du mir nicht widersprechen, dass es drei untrügliche Zeichen gibt, dass in deiner Gemeinde gehörig der Wurm drin ist. Deshalb schau dir dieses Video bis zum Ende an.

An dieser Stelle danke ich allen ganz herzlich, die jede Woche hier die Glocke klicken, damit christliche Inhalte aus Social Media nicht ausgesperrt werden. Vielen Dank!

Fehlende Evangelisation als Warnsignal

Punkt Nummer drei: Deine Gemeinde evangelisiert nicht.

Vielleicht fragst du dich jetzt, was denn evangelisieren eigentlich bedeutet. Ganz einfach: Es heißt, anderen Leuten vom Evangelium zu erzählen. Manchmal wird dieser Begriff auch etwas altmodisch verwendet und ist irgendwie in Verruf geraten. Ich weiß nicht genau warum, aber im Grunde meint er immer dasselbe. Es geht darum, anderen Menschen von Jesus zu erzählen, von der Rettung zu berichten, dass man seiner gerechten Höllenstrafe entkommen kann. Denn es gibt jemanden, der den Preis für dich bezahlt hat, der für dich gestorben ist. Dadurch ist es möglich, von deiner Bestrafung freigesprochen zu werden.

Darum geht es ja schließlich in der Bibel. Wenn du die Bibel vorne aufschlägst, beim ersten Umschlag, und dann hinten durchblätterst bis zu den Karten oder zur ISBN ganz hinten unten, dann ist das die Geschichte der Bibel: die Geschichte der Versöhnung. Deshalb heißt das Christentum ja auch so, weil Christus für dich gestorben und auferstanden ist und nicht das Gott­tum. Deshalb ist auch das Zeichen des Christentums das Kreuz und nicht irgendetwas anderes.

Jesus steht im Mittelpunkt. Was wollte Jesus? Er hat gesagt: So sehr hat Gott die Welt geliebt, damit jeder, der sich an ihn ranhängt – je nach Übersetzung heißt das, dass er nicht zum Tode verurteilt wird, was die Hölle meint – sondern ewiges Leben haben kann. Er kann freigesprochen werden. Darum geht es. Das ist das Zentrum unserer Botschaft: Freispruch für uns, zu Recht sonst verurteilte Sünder, die wir sonst direkt in die Hölle wandern würden.

Und deswegen, wenn eine Gemeinde nicht evangelisiert, also das Evangelium nicht weitergibt – was ich hier gerade ganz unprofessionell in der Nussschale zusammengefasst habe – wenn eine Gemeinde das nicht nach außen trägt, dann stimmt doch irgendetwas nicht.

Wie soll das denn funktionieren? Das heißt ja entweder, sie haben es selbst nicht verstanden – Problem. Oder sie nehmen es selbst nicht ernst – noch größeres Problem. Oder sie verstehen es intellektuell und nehmen es auch ernst, sagen aber: „Ja, nur wir wollen gerettet werden, alle anderen können in die Hölle gehen.“ Hä? Also, du kannst jetzt mehrere Möglichkeiten durchdenken, aber mir fällt kein einziges Szenario ein, in dem das jemals ein gutes Zeichen wäre, wenn eine Gemeinde sich nicht auf die Fahnen schreibt, andere Menschen mit dem Evangelium, mit Jesus zu erreichen.

Wie sie das machen, gibt es tausend verschiedene Wege. Die eine Gemeinde macht das über Social Media, die andere verteilt Flyer. Wieder eine andere veranstaltet offene Gemeindeabende oder Themenabende – nicht einfach nur Tee kochen und Plätzchen essen, sondern wirklich Themenabende, bei denen ganz bewusst auch Nichtchristen eingeladen werden. Wieder andere machen Vorträge, Workshops und so weiter. Und manche nutzen Musik.

Tausend Wege führen nach Rom, es ist alles okay, solange deine Gemeinde das ernst nimmt und es tun will. Sie sollte sich um das Wie kümmern und nicht um das Was.

Denn ganz ehrlich: Wenn du dich nicht um das Seelenheil anderer sorgst, dann fange ich an, mir Sorgen um dein eigenes Seelenheil zu machen. Verstehst du, was ich meine?

Und ganz ehrlich: Wenn deine Gemeinde nicht evangelisiert, dann ist die Gemeinde falsch. Punkt.

Unmoralische Leiterschaft als Problem

Zweitens: unmoralische Leiterschaft.

Weißt du, als ich vor ein paar Jahren mein Theologiestudium abgeschlossen hatte, hatte ich viele Ideen im Kopf. Ich wollte promovieren, meine Selbstständigkeit erfolgreich aufbauen und viel Geld verdienen. Vor allem wollte ich erst einmal aus den Schulden herauskommen – das war so die Grundidee.

Einer der entscheidenden Gründe, warum ich damals nicht in den Gemeindedienst eingestiegen bin, war, um ganz ehrlich zu sein: Ich hatte Angst. Wenn du damals zu mir gekommen wärst und gesagt hättest: „Markus, hier ist eine Gemeinde, die kann sich das mit dir vorstellen. Könntest du dir vorstellen, in der Leiterschaft zu dienen?“, hätte ich vielleicht herumgedruckst, aber am Ende hätte ich nein gesagt. Der Grund war, dass ich mir das nicht zugetraut habe.

Vor kurzem wurde ich gefragt, ob ich eine freikirchliche Gemeinde übernehmen und dort in der Leiterschaft dienen würde. Das war das erste Mal, dass ich mir das wirklich vorstellen konnte. Ich habe verstanden, was dahintersteckt und was das alles bedeutet. Es ist etwas, das ich jetzt erfassen kann, und die Angst war zumindest nicht mehr da.

Ich habe heute noch großen Respekt vor Menschen, die in der Leiterschaft einer Gemeinde stehen. Hier auf Social Media Videos zu machen, Texte zu schreiben und eure Fragen zu beantworten, mache ich sehr gern. Aber ich merke schon, was es bedeutet, für eine Community da zu sein und für sie einzustehen.

Stell dir vor, du hast deine echte Gemeinde vor Ort. Man muss sie tagtäglich begleiten, betreuen und in der Leiterschaft dienen. Das ist eine ganz andere Nummer. Das will ich auch ganz ehrlich anerkennen.

Wie in einer Partnerschaft gibt es auch in der Gemeinde nicht den perfekten Ehepartner, der nie gesündigt hat. Vor kurzem hatte ich das Privileg, zwei sehr gute Freunde zu trauen. Ein wichtiges Thema, das offen angesprochen werden muss, ist: Ehe bedeutet immer, dass zwei Sünder sich aneinander binden.

Genauso ist es in der Gemeinde: Ein Sünder tut sein Bestes, um anderen Sündern mit Leidenschaft zu dienen und sie anzuleiten. Das ist bei mir genau dasselbe. Ich bin ein Sünder, dessen bin ich mir sehr schmerzhaft bewusst. Ich gebe mein Bestes, hier Impulse zu geben, die dich und andere hoffentlich voranbringen.

Der Punkt ist: Tut derjenige sein Bestes? Tut dein Ehepartner sein Bestes, als Sünder mit dir eins zu sein und dich ein Stück weit anzuleiten und näher zu Gott zu bringen? Tut der Pastor in deiner Gemeinde sein Bestes? Wir alle machen Fehler, wir sind gefallen und brauchen Vergebungsbereitschaft. Die Frage ist aber: Tue ich mein Bestes? Und ich höre auf, mein Bestes zu tun, wenn ich von Sünde weiß und diese toleriere.

Wir haben das große Glück, dass es eine Handvoll extrem guter, integrer und begabter Pastoren gibt. Das ist ein Riesenglück – ihr wisst, wer ihr seid.

Ich gebe dir aber drei Beispiele, was ich in anderen Gemeinden im Laufe der Jahre erlebt habe:

Sobald dein Pastor weiß, dass ein Mitarbeiter regelmäßig Wutausbrüche gegenüber Ehrenamtlichen hat, und er stellt den Mitarbeiter aus Feigheit oder anderen Gründen nicht zur Rede, dann geht das nicht. Entschuldige, aber dann ist der Pastor als Leiter nicht geeignet.

Sobald ein Pastor ahnt, dass Gemeindegelder nicht richtig verwendet oder abgerechnet werden, aber er geht dem nicht auf den Grund, warum nicht? Das ist entweder absolut unsorgfältig oder schlichtweg unmoralisch. In beiden Fällen ist er als Leiter nicht geeignet.

Sobald dein Pastor selbst auf Tinder unterwegs ist, Affären eingeht oder verheiratet ist und seine Ehefrau betrügt, dann ist das erledigt. Der ist nicht nur als Leiter komplett ungeeignet, sondern hat sich auch als Mensch vollständig disqualifiziert.

In solchen Fällen muss ein kurzer Prozess gemacht werden. Die Gemeinde muss wissen, dass so etwas niemals, nicht einmal ansatzweise toleriert wird. Wenn die Leiterschaft sich nicht mit Herzenssorge darum kümmert, solche Dinge so schnell wie möglich aufzuklären und einen kurzen Prozess zu machen, dann bist du in der falschen Gemeinde – ganz klar.

Unbiblisches Verhalten und fehlende Selbstreflexion

Drittens und letztens: Deine Gemeinde ist unbiblisch, und es schert sie nicht. Lass mich das erklären. Wir alle tun Dinge, die nicht explizit in der Bibel stehen. Das ist nicht unbedingt das Problem, solange wir darüber nachdenken.

Wir fahren Zug, Auto oder Fahrrad – das steht nicht in der Bibel, auch wenn das umstritten sein mag. Aber nehmen wir an, es steht nicht drin. Wir nutzen Social Media, wir nehmen vor einer Operation Betäubungsmittel. All das ist nicht das Problem, dass wir Dinge tun, die nicht in der Bibel stehen.

Das Problem entsteht, sobald wir Dinge tun, die der Bibel widersprechen. Die entscheidende Frage ist: Hinterfragen wir das überhaupt? Problematisch wird es, wenn wir nicht mehr hinterfragen.

Wenn dir jemand vorwirft, du seist unbiblisch, und dich das nicht beunruhigt, dann hast du ein viel größeres Problem. Versteh mich richtig: Es geht nicht primär darum, ob der Vorwurf zutrifft oder nicht – ob das, was du oder deine Gemeinde tut, tatsächlich unbiblisch ist. Das ist wichtig, aber die entscheidende Frage ist: Macht dich der Vorwurf Angst?

Wenn jemand zu dir kommt und sagt: „Pass auf, das, was du gerade machst, ist unbiblisch“, dann sollte dich das innerlich zusammenzucken lassen. Ganz ehrlich: Wenn dieser Vorwurf deiner Gemeinde keine Angst macht – ich male das jetzt sehr grob in Schwarz-Weiß –, dann bist du in der falschen Gemeinde.

Als Ergänzung zu diesem Video kannst du gern meinen Bestseller-Ratgeber nutzen, wie du deinen Alltag nach biblischen Prinzipien leben kannst. Klicke dazu einfach auf den Link in der Videobeschreibung. Dort kannst du das Hörbuch gratis downloaden. Das ist mein Geschenk an dich – und es kostet nichts.