Serie•Teil 21 / 37Matthäus-Evangelium
Generierte Mitschrift
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Einleitung und thematische Verortung
Der Titel, ihr habt es vielleicht gelesen, lautet: „Der Mörder ist immer der Gärtner und der Gärtner bist du.“
Das Thema heute wird lauten: Zorn, eine Form von Mord, zu der jeder fähig ist und an der viele von uns immer wieder schuldig werden.
Wir schlagen gemeinsam den Text auf: Matthäus 5,21-26.
Ich lese die Verse 21 bis 26:
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch, dass jeder, der seinen Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka, dem Hohen Rat verfallen sein wird. Wer aber sagt: Du Narr, der Hölle des Feuers verfallen sein wird.
Wenn du nun deine Gabe darbringst zu dem Altar und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und bring deine Gabe dar.
Komme deinem Gegner schnell entgegen, während du mit ihm auf dem Weg bist, damit nicht etwa der Gegner dich dem Richter überliefert und der Richter dich dem Diener überliefert und du ins Gefängnis geworfen wirst. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.
Die Bergpredigt und der Maßstab der Gerechtigkeit
Wir schauen uns nun schon seit einiger Zeit die Bergpredigt an, und ihr habt gesehen: Im Zentrum der Bergpredigt steht das Thema Gerechtigkeit. Das war beim letzten Mal, als wir den Vers davor betrachtet haben, ganz besonders deutlich. Dort hieß es: Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit vorzüglicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen.
Wir hatten uns beim Nachdenken über diesen Vers klar gemacht, dass Gott mit selbstgerechten Menschen nichts anfangen kann. Dass Gott von einem Menschen etwas verlangt, aber dass das, was er verlangt, eben nicht gute Werke, Frömmelei oder ein frommer Anstrich nach draußen ist, sondern dass Gott von einem Menschen Glauben verlangt. Und Glauben, das ist eben ein Vertrauen, ein totales Vertrauen in Gott. Es ist dieser Moment, wo ich wirklich mit Tränen in den Augen zu Gott komme und ihn anflehe: Herr, sei mir, dem Sünder, gnädig! Das ist das, was Gott eigentlich will. Und das ist der Punkt, wo er uns hinführen möchte. Und ich denke, die meisten, die hier im Raum sitzen, hat er auch dorthin geführt.
Solange in unseren Herzen noch ein Gefühl von Überlegenheit oder Selbstgerechtigkeit wohnt, wenn wir noch meinen, etwas zu sein oder etwas vor Gott zu haben, dann kann ich nur wirklich jedem raten, mit diesem Unsinn schleunigst aufzuhören. Es waren die Pharisäer und es waren die Schriftgelehrten, die genau mit einer solchen Haltung zu Gott kamen. Sie meinten, sie seien die geistliche Elite, sie seien die Besseren. Ich kenne diesen Spruch: „Wir sind die Guten.“ Was hätten sie sich angezogen? „Wir sind die Guten“, hätten sie gesagt. Und vor Gott waren es einfach elendige Loser, Leute, die aber auch wirklich komplett daneben lagen.
Menschen können nicht in das Herz eines anderen Menschen hineinschauen, aber Gott kann es, und Gott beurteilt die Herzen der Menschen. Und er wird das Herz eines jeden Menschen beurteilen, und zwar in gerechter Weise, unparteiisch und in Wahrheit. Und auf dieses Gericht läuft jeder Mensch zu. Damit kein Mensch, aber auch wirklich keiner, sich irgendetwas über dieses Urteil vormacht, das einmal jeden treffen wird, und damit wir nicht in diese Falle der Selbstgerechtigkeit hineintappen, deswegen ...
Der Weg vom Herzen zur Tat
Beginnt Jesus hier in seiner Darlegung das Thema Mord und nimmt sich ein Thema heraus, bei dem jeder von uns wahrscheinlich sagen würde: Also Jesus, ich bin vielleicht an der einen oder anderen Stelle nicht ganz perfekt, aber ein Mörder bin ich definitiv nicht. Ich sage vielleicht nicht immer ganz die Wahrheit, und ich bin schon einmal ein bisschen brummelig nach dem Aufstehen. Und vielleicht wünscht sich meine Frau alle zwei, drei Tage auch einen anderen Ehemann. Aber ein Mörder bin ich definitiv nicht.
Es ist schon etwas sehr Grobes, zu sagen: Du bist ein Mörder. Da würde doch jeder sagen: Nein, du kannst mich viel nennen, aber nenn mich keinen Mörder. Das bin ich wirklich nicht. Und trotzdem verwendet Jesus genau dieses Thema, um uns zu zeigen, wie kaputt und wie verdorben das menschliche Herz ist.
Warum tut er das? Weil wir etwas begreifen müssen. Und das muss tief, tief, tief in unser Herz hineinsickern. Es muss richtig dort bleiben, und es darf auch nicht mehr heraus. Ein Prinzip. Und dieses Prinzip lautet: Der eigentliche Maßstab für unsere Schuld vor Gott ist nicht, was wir tun, sondern wer wir sind. Nicht der Zustand unseres Lebens, sondern der Zustand unseres Herzens.
Noch einmal: Der eigentliche Maßstab unserer Schuld vor Gott ist nicht, was wir tun, sondern wer wir sind. Nicht der Zustand unseres Lebens, sondern der Zustand unseres Herzens.
Es ist nämlich möglich, dass jemand, der ein ganz vorbildlicher Staatsbürger ist, vor Gott ein genauso schlimmer Mörder ist wie ein verurteilter Sträfling, der in der Todeszelle sitzt und auf seine Hinrichtung wartet. Es ist nämlich möglich, dass eine Person, die vielleicht in ihrem Leben noch nie auch nur in eine Schlägerei verwickelt war, einen so mörderischen und mordenden Geist besitzt, dass sie vor Gott schlimmer ist als jeder Serienkiller.
Und die Tatsache, dass uns Furcht oder Feigheit oder ein Mangel an Möglichkeiten davon abhält, das, was in unseren Herzen ist, umzusetzen, schmälert vor Gott in keiner Weise unsere Schuld.
Mir geht es darum, dass wir diese eine Lektion heute verinnerlichen. Der Maßstab unserer Schuld vor Gott ist nicht, und zwar der eigentliche Maßstab, das, was wir tun, sondern das, was wir sind. Nicht der Zustand unseres Lebens, sondern der Zustand unserer Herzen.
Das Böse, von dem du träumst, was in deinen Gedanken da ist, ist ein Ausdruck der Bösartigkeit deines Herzens. Und es ist ein Ausdruck der Bösartigkeit, die tatsächlich in jedem menschlichen Herzen drinsteckt.
Und Jesus wird diese Gefahr, die von unseren Herzen ausgeht, andere Beziehungen zu vergiften und zu zerstören, einmal so beschreiben: Matthäus 15,20. Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerungen.
Und wir müssen heute verstehen: Es geht um unser Herz, damit keiner es in den falschen Hals bekommt. Mir ist auch wichtig, was ihr tut und wie ihr lebt. Aber ich möchte heute den Schwerpunkt auf den Punkt davor legen, auf das Eigentliche, auf den Kern, auf das Zentrale dahinter. Denn das, was ich an dir sehe, das ist nur Ausdruck deines Herzens. Und Gott beurteilt sogar das, was ich nicht sehen kann.
Und das können wir an uns selber beurteilen und richten, und das sollen wir tun.
Der erste Mord als biblisches Lehrstück
Matthäus 5,21, schauen wir uns den Text an: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten. Wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein.
Jesus zitiert hier aus dem Alten Testament, und zwar aus den Zehn Geboten. Da steht: Du sollst nicht töten.
Der zweite Teil, den er hier sagt, wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein, ist ein Ausdruck der gängigen Praxis damals. So hat man das gehandhabt. Wenn einer einen anderen umgebracht hat, also wenn er ein Mörder war in dem Sinn, dass da einer lag und sich nicht mehr bewegte, und der andere stand mit dem Messer darüber, und da lief dann das Blut runter, und die anderen sagten: Du bist der Mörder. Wenn man so einen hatte, dann hat man gesagt: Du gehörst ins Gericht. Und das war allgemein einfach akzeptiert. So war, wenn man so will, die Auslegung des Gebotes: Du sollst nicht töten. Ein Mörder ist einer, der einen anderen umgebracht hat, und der muss vor Gericht.
Die eigentliche Frage, wenn man die Zehn Gebote liest, ist aber eine andere. Die eigentliche Frage lautet doch: Wenn da steht, du sollst nicht töten, sagt der Himmel, wo fängt eigentlich Töten an? Es ist ja gut: Du sollst nicht töten. Ja, aber wo fängt denn Töten eigentlich an?
Ich weiß, wo Töten aufhört: da, wo der andere nicht mehr zuckt, wo ich ihn nicht mehr wiederbeleben kann, wo der Notarzt sagt: Hier kann ich nichts mehr tun, jetzt brauchen wir das Leichenschauhaus oder sonst irgendwas. Da ist der Akt des Mordens vorbei. Aber mich interessiert eine andere Frage. Mich interessiert die Frage: Wo fängt Töten eigentlich an?
Das ist so die erste Regung in einem Menschen, die uns in diese wirklich tödliche Spur schickt, an deren Ende im schlimmsten Fall ein Verbrechen steht. Und wenn man sich solche Fragen stellt, wo fängt etwas an, dann lohnt es sich in der Bibel immer zu schauen, wo etwas das erste Mal passiert oder auf sehr markante Weise.
Und wenn es um Mord geht, müssen wir sehr, sehr weit zurückgehen in der Bibel. Und wir wollen jetzt einfach im biblischen Sinn Miss Marple spielen. Wir werden uns den ersten Mord anschauen. Wir werden überlegen: Welche Lektionen, welche Grundwahrheiten können wir zum Thema Mord und Morden aus dem ersten Mord ableiten?
Der erste Mord in der Bibel ist der Mord von Kain an Abel. Wer jetzt eine Bibel hat, kann ganz vorne aufschlagen: 1. Mose, Kapitel 4. Wir wollen diesen allerersten Mord miteinander analysieren. 1. Mose 4,3-8, und ich lese euch vor die Verse 3 bis 8.
Und es geschah nach einiger Zeit, da brachte Kain von den Früchten des Ackerbodens dem Herrn eine Opfergabe. Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der Herr blickte auf Abel und auf seine Opfergabe, aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Da wurde Kain sehr zornig, und sein Gesicht senkte sich.
Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du zornig? Und warum hat sich dein Gesicht gesenkt? Ist es nicht so: Wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür, und nach dir wird ihr Verlangen sein. Du aber sollst über sie herrschen.
Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel. Und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihn.
Kains Weg in die Schuld
Der erste Mord
Kurz die Fakten: Kain und Abel bringen beide Gott ein Opfer. Gott nimmt Abels Opfer an, Kains Opfer aber weist er ab. Warum weist Gott Kains Opfer ab? Die Lösung ist relativ naheliegend: Er weist es ab, weil Kain gar nicht gläubig ist. Und die Sprüche machen es deutlich. Ich habe das mal aus der Luther-Übersetzung hier herausgeschrieben: Sprüche 21,27. Ein Prinzip: Das Opfer der Gottlosen ist Gott ein Gräuel. Gott nimmt das Opfer von gottlosen Leuten, von ungläubigen Leuten, nicht an. Das will er nicht.
Jetzt werdet ihr sagen: Woher weißt du, dass Kain nicht gläubig war? Äußerlich macht Kain dasselbe wie Abel. Beide sind also irgendwie fromme Leute. Beide bringen ihr Opfer da. Beide wollen irgendwo nach außen hin einen Schein von Frömmigkeit wahren. Beide sind theologisch interessiert und, so wie man es damals gemacht hat, auch theologisch engagiert, vielleicht auch kirchlich engagiert. Sie bringen ihr Opfer da.
Und Abel tut das mit einer inneren Haltung, die vor Gott okay ist. Er ist gläubig. Und Gott nimmt dieses Opfer an. Und was habe ich gesagt? Gott kann in unsere Herzen hineinschauen, und das tut er auch bei Kain. Er weist das Opfer des Gottlosen ab.
Und woran sehe ich, dass Gott Recht hat mit seiner Einschätzung? Ich sehe es an der Reaktion von Kain auf die Tatsache, dass Gott sein Opfer ablehnt und ihn dann anspricht. Wie reagiert Kain? Da senkt sich der Blick. Das kann nicht sein. Und Gott kommt zu ihm und sagt: Du Kain. Und jetzt bringe ich das mit meinen Worten: Warum bist du zornig? Ist es nicht so: Vor deiner Herzenstür da lauert die Sünde wie ein wildes Tier. Und sobald du die Tür aufmachst, wird es in dein Leben hineinkommen. Es wird dein Leben zerreißen und deine Beziehungen endgültig kaputt machen. Kain, du stehst wirklich in großer Gefahr, einen ganz falschen Schritt zu tun, eine falsche Lebensentscheidung zu fällen. Ich warne dich, Kain!
Und neutestamentlich würden wir sagen: Das ist ein Aufruf zur Buße. Kain, kehr um, mach nicht so weiter! Und ein gläubiges Herz, wenn das von Gott angesprochen wird, ein gläubiges Herz, wenn das konfrontiert wird mit Gott und mit Gottes Willen, hat immer das Interesse, das zu tun, was Gott will. Wenn jemand wirklich in der Beziehung zu Gott steht und ich kriege das mit, dass Gott auf mein Opfer nicht hört, auf mein Gebet nicht antwortet, dann gehe ich nicht hin und sage: Was ist jetzt schon wieder los, Gott? Sondern dann würde ich hingehen und sagen: Vater im Himmel, hilf mir zu sehen, was ich anders machen muss. Was in meinem Leben vielleicht im Moment schiefläuft. Ich möchte mit dir Gemeinschaft haben, und ich möchte alles, was meine Beziehung zu dir irgendwie stört, aus meinem Leben raushaben. Das hat keine Existenzberechtigung in meinem Dasein.
Das ist die Haltung eines gläubigen Herzens, ausgerichtet auf eine Beziehung zu Gott, mit dem Wunsch, Gott kennenzulernen, mit dem Wunsch, Gott zu dienen und ihn zu lieben.
Und dann schauen wir uns Kain an, wie er reagiert: ablehnend. Es interessiert ihn nicht, was Gott sagt. Er weist Gott ab, lässt sich nicht warnen, und er erntet diese schreckliche Frucht des Unglaubens. Er wird zum Mörder an seinem Bruder. Und das ist der Weg Kains.
Der Weg Kains beginnt mit Unehrlichkeit oder mit Frömmelei. Er beginnt damit, dass diese Unehrlichkeit von Gott aufgedeckt wird. Und die erste Reaktion, die jetzt folgt, ist die, dass Kain zornig wird. Das will er nicht. Er möchte gerne mitschwimmen. Er möchte genauso anerkannt werden. Ja, sein Herz ist nicht so wie das Abels, aber er möchte nicht, dass Gott das beurteilt. Zorn ist der erste Schritt auf dem Weg Kains. Und dann kommt, dass er keine Korrektur annimmt durch das Wort Gottes. Danach kommt als letzter Punkt der Mord.
Also am Anfang steht nicht gleich der Gedanke: Abel, den bringe ich um. Das stand nicht am Anfang. Am Anfang stand dieses Gefühl: Abel, schon wieder Abel. Warum macht der immer alles richtig? Jetzt kommt das auch noch raus, dass ich im Blick auf Gott eine andere Einstellung habe, dass mein Herz nicht so an Gott hängt wie Abels Herz. Konnte das nicht verborgen bleiben? Konnte Gott nicht mein Opfer auch annehmen? Und dann entwickelt sich das fort. Und am Ende steht der Mord.
Und Kain wird in der Geschichte der Christenheit und darüber hinaus zu einem abschreckenden Beispiel. 1. Johannes 3,11-12 heißt es: Denn dies ist die Botschaft, die ihr gehört habt, dass wir einander lieben sollen. Also das Ziel unseres Lebens ist Liebe. Nicht wie Kain sollen wir sein, der aus dem Bösen war und seinen Bruder ermordete. Und weshalb ermordete er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht.
Kain konnte und wollte nicht damit leben, dass seine ungerechten Werke aufgedeckt wurden.
Zorn, Worte und die innere Eskalation
Mord beginnt also mit Zorn, und zwar genau genommen beginnt er mit grundlosem Zorn. Und das ist genau das, was Jesus seinen Zuhörern hier in Matthäus 5,21 eindrücklich vor Augen führt.
Wie ernst es ihm ist, lesen wir jetzt in Matthäus 5,22: Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!, dem Hohen Rat verfallen sein wird; wer aber sagt: Du Narr!, der Hölle des Feuers verfallen sein wird.
Jesus nimmt hier einfach drei verschiedene Institutionen der Rechtspflege heraus, die es damals gab, nämlich das Gericht, den Hohen Rat und die Hölle. Vielleicht nicht das, woran wir uns sofort gedacht hätten, wenn es um Rechtspflege geht.
Das Gericht beschreibt einen lokalen, einen örtlichen Gerichtshof. Es bestand aus 23 Männern, und es gab ihn in jeder größeren Stadt. Er war tatsächlich für die Bearbeitung von Mordfällen zuständig.
Der Hohe Rat, andere Namen dafür wären Synedrium oder Sanhedrin, bestand aus 71 Mitgliedern. Das war das höchste Gericht in Israel. Der Hohe Rat bestand zum Teil aus Pharisäern und zu einem anderen Teil aus Mitgliedern, die den Priestern oder den Priesterfamilien zugeordnet waren. Die Sadduzäer, Pharisäer und Sadduzäer fand man im Hohen Rat. Der Vorsitzende des Hohen Rates war der Hohe Priester.
Und dann gibt es noch die Hölle, ein Ort der Bestrafung der Ungläubigen, der Ort des andauernden, unwiederbringlichen, unveränderlichen Gerichts. In meiner Predigt zu Matthäus 5,30 werde ich dazu noch ein bisschen mehr sagen. Heute mag es reichen, dass diese drei Begriffe eine Steigerung sind: erst das örtliche Gericht, dann der Bundesgerichtshof, das oberste Gericht, und dann die Hölle.
Während die Juden dachten: Du sollst nicht töten, das bedeutet na ja, wenn ich jemanden richtig umgebracht habe, dann komme ich in dieses örtliche Gericht, sagt Jesus jetzt Folgendes: Jeder ungerechtfertigte Zorn, so wie bei Kain. Ja, Abel kann doch nichts dafür, dass seine Beziehung zu Gott in Ordnung ist und die von Kain nicht. Jeder ungerechtfertigte Zorn, dieses, was manchmal hochkommt, wo man denkt: Immer wenn das hochkommt, sagt Jesus, das gehört ins Gericht. Da, wo die Juden den Mörder hingepackt haben, da sagt Jesus: Damit fangen wir an, das gehört ins Gericht.
Findet dein Zorn ein Ventil, und du belegst deinen Gegner mit einem verächtlichen Ausdruck wie Raka, das heißt so viel wie Dummkopf, vielleicht auch Depp, Hirni, Trottel, Dussel, dann sagt Jesus, dann ist das eine so schlimme Sache, dass du in den obersten Gerichtshof gehörst. Und solltest du es dich erdreisten, noch einen Schritt weiterzugehen und deinen Bruder mit Worten anzugreifen, dann ist dein Fall so aussichtslos, dass für jemanden, der eine so schlimme Sache begeht, tatsächlich nur noch die Hölle in Frage kommt.
Dieses Wort, das hier für Narr steht, klingt für uns vielleicht nicht so drastisch. Aber in dem Wort steckt drin, dass man den anderen als einen Gottlosen und als einen Dummen bezeichnet, also gottlos und dumm. Das ist ein richtiger verächtlicher Angriff auf die Person, auf den Charakter des Anderen.
Und bevor wir uns die Frage stellen, was wir jetzt mit dieser Aussage machen, wird vielleicht bei dem einen oder anderen etwas hochkommen. Das kam bei mir auch sofort. Wenn Jesus diesen Maßstab anlegt, wie kann er dann bitteschön zu den Pharisäern und zu den Schriftgelehrten Dinge sagen wie: Heuchler, Schlangen, Otternbrut? Das ist ja auch nicht gerade so, dass das weniger heftig wäre als Narr. Und ihr habt vielleicht noch im Ohr, wie er das gesagt haben mag.
Und ich muss, bevor ich jetzt weitergehe und für uns die Auslegung und die Anwendung bringe, noch sagen: Wie ist das mit dem Zorn? Ja, die Bibel kennt eine Art von gerechtem Zorn. Die Bibel kennt Zorn, der gerechtfertigt ist.
Wenn weltweit jährlich mindestens 40 Millionen Babys im Mutterleib abgetrieben werden, ermordet werden, sollte dann der Gott, der sie gemacht hat, nicht zornig sein? Wenn meine Frau von randalierenden Skinheads angepöbelt und geschlagen wird, sollte ich als ihr Mann dann nicht zornig sein? Und ich werde es sein, weil Zorn zur Liebe dazugehört. Zorn und Liebe gehören zusammen, und deswegen gibt es so etwas wie einen gerechten Zorn.
Der Gott der Liebe wird, weil er Sünde hasst und gerecht richten wird, tatsächlich seinen Zorn ausgießen über alle Menschen, die sich nicht retten lassen wollten. Die Liebe Gottes wird darin deutlich, dass er seinen Zorn nicht für immer zurückhält; das wäre einfach nur Ungerechtigkeit. Sondern dass er für eine Zeit lang über die Ungerechtigkeit von Menschen hinweg sieht, dass er ihr böses Treiben erträgt und dass er ihnen eine Frist gibt zur Einsicht, zur Buße und zur Umkehr.
Die Liebe Gottes zeigt sich darin, dass er seinen Sohn in diese Welt hineingeschickt hat, um diese Welt zu retten. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Das ist die Liebe Gottes.
Aber blenden wir bitte, wenn wir uns diese Seite Gottes anschauen und immer wieder begeistert darüber sind, nicht aus, dass es eine zweite Seite gibt, die des Zornes, und dass wir es mit einem gerechten Schöpfer zu tun haben, der einmal sagen muss: Ich habe versucht, euch mit Banden der Liebe zu ziehen, und ich habe um euch geworben, und ich habe alles getan, was in meiner Macht stand, euch zu mir zu ziehen, und ihr habt nicht gewollt.
Prüfung des eigenen Herzens
Menschen stehen leider in der Gefahr, wenn sie das so bedenken, dass es einen gerechten Zorn gibt, auch ihren eigenen Zorn immer für gerecht zu erklären. Und deswegen drei Merkmale, an denen man den ungerechten Zorn im eigenen Leben erkennen kann.
Ein ungerechter, ein sündiger Zorn liegt immer dann vor, wenn der Zorn ungezügelt wird. Da, wo jemand in einen Wutausbruch, in einen Tobsuchtsanfall hineinsteigert, da, wo jemand rumschreit, die Vase fliegt und ähnliche Dinge, immer wenn jemand sich nicht mehr unter Kontrolle hat, dann spricht bitte nicht davon: Das ist mein gerechter Zorn. Das ist es nicht mehr. Ungezügelter Zorn ist immer falsch.
Andauernder Zorn ist auch immer falsch. Wie wir dieses Wort in Epheser 4,26 kennen: „Zürnt und sündigt dabei nicht.“ Ihr merkt das ja: Zürnt, das ist schon mal okay. Es gibt Momente, wo das passt. Und sündigt dabei nicht, überschreitet die Grenze nicht. Die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn. Pass auf, wenn du zornig bist, dass sich das nicht weiterentwickelt. Zorn hat die Tendenz, in Verbitterung überzugehen, hat die Tendenz, in Groll überzugehen, hat die Tendenz, in Feindschaft und Hass überzugehen und wie so eine Wurzel sich in einen hineinzufressen und richtig drin zu bleiben, nicht mehr rauszukommen. Jede Form von Zorn, die in dieser Richtung da ist, ist falsch.
Und dann der dritte Punkt: grundloser Zorn. Grundloser Zorn ist auch immer falsch. So wie wir ihn hier jetzt bei Kain gesehen haben: Abel macht etwas besser, ich mache etwas schlechter. Ich werde meiner Falschheit, meiner Ungerechtigkeit überführt, und statt dass ich mich darüber freue, dass ich endlich Buße tun darf, dass endlich einer mal den Kern der Sache anspricht, dass ich nämlich in Wirklichkeit bei all meinem frommen Tun in meinem Herzen gar kein bekehrter Mann bin, nein, da rege ich mich über den auf, der es wagt, mit seinem Finger auf mich zu zeigen und mich womöglich bloßzustellen vor den anderen. Was bildet der sich ein? Und das ist grundloser Zorn.
Die Frage, die ich euch stellen möchte, ist: Bist du ein Mörder? Wenn der Mord beim grundlosen Zorn beginnt, wenn er sich weiterzieht bei diesem verachtenden Wort bis hin da, wo es zur verbalen Beschimpfung kommt, bist du dann ein Mörder?
Ich habe gedacht, wir machen das so: Ich stelle euch drei Fragen, und danach nehmen wir uns einfach zwei Minuten Zeit zum Nachdenken. Ihr habt die drei Fragen auch auf eurem Zettel. Und ich möchte einfach nur, dass jeder von euch darüber nachdenkt. Kann es sein, dass ich mir vielleicht etwas vormache über mein eigenes Leben und dass Gott mich anschaut als einen Mörder, dass ich eigentlich in meiner Situation vor Gott wirklich als Gefährdeter dastehe, dass ich mir vielleicht im Blick auf mein Herz noch etwas vormache?
Die erste Frage lautet: Kann ich mich an einzelne Situationen in meinem Leben erinnern, in denen ich grundlos auf einen anderen Menschen zornig war und ich habe Gott noch nicht dafür um Vergebung gebeten? Wenn ich sage grundlos zornig, dann meine ich vielleicht, es war wirklich aus Neid oder aus gekränktem Stolz oder vielleicht, weil ich in der Sache nicht mitmachen wollte und ein bisschen faul war und der andere wollte, dass ich ihm helfe, oder ich hatte schlechte Laune. Gibt es solche Momente, wo ich einfach grundlos einem Zorn nachgegeben habe auf einen anderen und ich habe das womöglich noch nicht mit Gott in Ordnung gebracht?
Die zweite Frage: Habe ich bewusst anderen Menschen durch abfällige Bemerkungen meine Geringschätzung spüren lassen oder sie mit Worten verletzt? Ich habe oft Sorge, dass bei uns in der Jugend genau das der Punkt ist. Man macht lustige Bemerkungen und letztlich wird man zum Mörder an den Schwächsten, die irgendwie diese lustigen Bemerkungen ertragen müssen. Prüft euch, denkt daran, dass Raka nur so ein Wort ist wie Düsel oder Dummy, nichts Schlimmes eigentlich. Und Gott sagt: Wer das tut, bestenfalls Bundesgerichtshof, darunter ist keine Instanz mehr zuständig dafür. Also: Habe ich bewusst anderen Menschen durch abfällige Bemerkungen meine Geringschätzung spüren lassen oder sie mit Worten verletzt und dafür weder die Person selbst noch Gott um Vergebung gebeten? Gibt es da Menschen?
Und drittens: Bin ich einer, der herumschreit und ausrastet oder der Hass und Verbitterung mit sich herumträgt, und ich habe nichts getan, um diesen elendigen Zustand zu ändern? Bin ich einer, der verbittert ist, mit Hass im Herzen, mir schon lange darüber bewusst, dass es so nicht weitergehen kann, aber ich schleppe es Tag für Tag weiter?
Lass uns jetzt einfach zwei Minuten darüber nachdenken. Wer auf die erste Frage mit Ja geantwortet hat, also wer sich an solche Situationen erinnern kann, dem schlage ich vor, dass er nach dem Gottesdienst, bevor er zum Kaffee und Kuchen geht, sich einfach Zeit nimmt, Gott um Vergebung zu bitten, wenn er das nicht jetzt schon getan hat. Wer weiß, dass es Menschen gibt, die er verletzt hat, der also bei Frage zwei mit Ja geantwortet hat, der sollte sich auch, wenn die Menschen hier sind, nach dem Gottesdienst mit ihnen unterhalten, sie um Vergebung bitten und die Beziehung mit ihnen wieder kitten. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ist es kein Fehler, einmal mehr zu jemandem hinzugehen und festzustellen, dass man sich geirrt hat. Das ist einmal zu wenig.
Wenn jemand sagt: Ja, ich bin einer, der rumschreit und ausrastet, ich bin einer, der Bitterkeit mit mir herumträgt, dann würde ich vorschlagen, dass ihr mit Gott und den betroffenen Menschen redet und um Vergebung bittet und danach vielleicht einem Seelsorger der Gemeinde hier anvertraut.
Versöhnung vor religiöser Handlung
Was klar wird, wenn wir das durchgehen, ehrlich durchgehen, ist, dass wir alle in unserem Herzen Mörder sind. Dass wir diesen Impuls, zornig zu werden, alle kennen. Dass der Schritt hin zu einem gemeinen Wort so klein ist, dass ihn jeder von uns schon gegangen ist. Und die Beschimpfung ist wahrscheinlich auch schon jedem über die Lippen gekommen.
Wir sind Mörder. Wir sind nicht die Guten. Wir sind die, die den Herrn brauchen. Und zum Herrn zu kommen heißt genau an der Stelle einzuknicken und zu sagen: Ja, Gott, du hast Recht. Wenn das dein Maßstab ist, dann will ich das bekennen. Ich bin es nicht. Ich habe nichts in meinem Leben zu bringen. Ich brauche dich.
Und das ist das, was Gott uns zeigen will: dass wir ihn brauchen und dass Gott uns das schenken möchte, anders zu leben. Damit sich keiner von uns etwas vormacht über die Dringlichkeit dieser Lebensveränderung, über die Dringlichkeit, die Gott da hineinsetzt, dass wir Beziehungen zu anderen Menschen in Ordnung bringen, kommen jetzt noch zwei kurze Beispiele.
Vers 23 und Vers 24, Matthäus 5:
Wenn du nun deine Gabe darbringst zu dem Altar und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und bring deine Gabe dar.
Jemand ist auf dem Weg nach Jerusalem. Er führt mit sich sein Opfertier. Er ist tagelang unterwegs. Er tritt in den großen, prächtigen Tempel ein, der Vorhof, der zweite Vorhof. Er geht ins Innerste hinein. Er steht vor dem Priester und sagt: Ich möchte ein Opfer bringen. Er steht vor dem Altar, und in dem Moment fällt ihm ein: Oh, da gibt es einen, der hat zu Recht etwas gegen mich. Da habe ich mich an jemanden versündigt. Da habe ich eine Beziehung kaputt gemacht. Und jetzt stehe ich hier vor Gott und möchte mein Opfer bringen.
Und die Frage lautet: Was ist wichtiger, dieses Opfer zu bringen oder die Beziehung wieder in Ordnung zu bringen? Das ist die große Frage. Ist meine Beziehung zu Gott nicht wesentlich wichtiger als meine Beziehung zu meinem Nächsten? Gott wird doch wissen, dass ich, wenn ich jetzt das Opfer bringe, dann, wenn ich nach Hause komme, auch gleich die Beziehung wieder in Ordnung bringe.
Und Gott sagt: Ich will dein Opfer nicht. Du lässt das da stehen, bindest es an und du gehst erst mal wieder nach Hause. Und du kümmerst dich zuerst um die Beziehung zu deinem Nächsten. Und solange diese Beziehung nicht in Ordnung ist, will ich dein Opfer nicht haben. Solange es jemanden gibt, von dem du weißt, dass du dich an ihm vergangen hast und immer noch nichts getan hast, um diese Beziehung wieder in Ordnung zu bringen, so lange will Gott dein Opfer nicht haben.
Und im Neuen Testament bringen wir keine Tieropfer mehr, sondern das, was im 1. Petrus 2 geistliche Schlachtopfer genannt wird. Das sind Dinge wie beten, Gott loben, ihm unsere Zeit geben, ihm unser Geld geben, evangelisieren, uns für die Gemeinde einsetzen. Das sind geistliche Schlachtopfer. Und Gott sagt: Wenn du nicht bereit bist, deine Beziehung zu deinem Nächsten in Ordnung zu bringen, will ich all das von dir gar nicht haben. Ich will nichts von dem, was du mir geben möchtest. Ich möchte dein Gebet nicht, ich möchte dein Geld nicht, ich möchte deine Zeit nicht, ich will dich nicht hier sehen.
Wenn du nicht bereit bist, mit deinem Nächsten dich zu versöhnen, brauchst du nicht vor Gott erscheinen. Und wisst ihr was? Ich möchte gerne, dass wir die Anbetung unserer Gemeinde verbessern. Ich möchte, dass unsere Gottesdienste etwas sind, was Gott freut, wo Gott wirklich ein ganz klares Ja dazu haben kann, Gottesdienste, die nach seinem Sinn sind. Und wer sagt: Ich möchte das auch?, dem rate ich: Achte auf deine Beziehungen. Achte darauf, so weit es geht, kitte jede Beziehung, die du zerbrochen hast. Mach den ersten Schritt. Versuche irgendwie mit dem anderen, so weit es in deiner Macht steht, ins Reine zu kommen.
Und wenn du dazu nicht bereit bist, dann hast du Sonntagmorgen hier eigentlich nichts verloren. Wenn jemand nicht bereit ist, sich mit seinem Bruder zu versöhnen und bewusst in dieser Sünde leben will, dann setzt er auf sein sündiges Leben nur noch eins oben drauf, wenn er am Sonntag hier erscheint, obwohl Gott sagt: Ich will dein Opfer nicht. Und dann ist es nichts weiter als fromme Heuchelei.
So ernst ist Gott Unbußfertigkeit. So ernst ist es ihm, wenn wir nicht bereit sind, unsere Beziehungen in Ordnung zu bringen. Versöhnung ist eine ganz dringende, dringliche Angelegenheit. Nutze jede Chance dazu, bevor es zu spät ist.
Die Dringlichkeit der Versöhnung
Ein letztes Bild, ein letzter Vergleich noch, den der Herr Jesus hier in Vers 25 und 26 bringt:
Komme deinem Gegner schnell entgegen, während du mit ihm auf dem Weg bist, damit nicht etwa der Gegner dich dem Richter überliefert und der Richter dich dem Diener überliefert und du ins Gefängnis geworfen wirst. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.
Zwei Menschen werden hier beschrieben, die auf dem Weg zum Richter sind. Der eine hat gegen den anderen eine Anklage, und das weiß der andere auch. Und Jesus sagt: Pass auf, in dem Moment, in dem ihr den Gerichtshof betretet, ist die Sache verloren. Du hast nur noch jetzt die Gelegenheit, solange du mit deinem Gegner auf dem Weg bist. Solange ihr zusammen in der U-Bahn fahrt, hast du nur noch Zeit, mit ihm zu reden.
Nutz die Zeit. Lass die Gelegenheit, die da ist, nicht vorbeistreichen. Schiebe die Versöhnung nicht auf. Es gibt einen Punkt, an dem es einfach zu spät ist, und dann kannst du nichts mehr tun. Dann ist der Zug abgefahren. Es gibt einen Punkt, an dem Versöhnung nicht mehr möglich ist. Und deswegen: Schiebe Versöhnung bitte nie auf. Nutze jede Gelegenheit. Die Zeit für Versöhnung ist, genau wie die Zeit für Rettung, immer jetzt.
Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Und ihr steht jetzt alle vor der Frage, ob ihr reagieren wollt wie Kain oder wie Abel. Merkt ihr das? Vielleicht sagt ihr wie Kain: Ich will die Predigt nicht. Ich will nicht darüber nachdenken, dass es da noch etwas gibt in meinem Leben. Und vielleicht steht ihr in der Gefahr, etwas zu verstehen, etwas zu verdrängen und etwas zu vergessen.
Und wenn du erst einmal vergessen hast, was das Wort Gottes zu dir sagt, wenn du es erst einmal zugelassen hast, dass der Teufel das Wort aus deinem Herzen wieder herausgezogen hat, dann verspreche ich dir, dass du den Weg keineswegs einfach zu Ende gehst und dass du auch die Frucht dieses ungläubigen Verhaltens ernten wirst.
Schlussgedanke: Leben in Liebe statt in Zerstörung
Kommen wir zum Schluss.
Mord ist das endgültige Abbrechen einer Beziehung zu einem anderen Menschen, und genau das will Gott nicht. Gott will, dass wir Beziehungen suchen. Das Ziel unseres Lebens besteht nicht darin, zu einem Beziehungsserienkiller zu werden, sondern darin, ein Liebesprofi zu sein. Einer zu sein, der seine Mitmenschen mit der Liebe Christi förmlich überschüttet, der sie darin badet, der ihnen das Beste zukommen lässt, der für die anderen da ist und der alles tut, um diese Beziehungen am Leben zu erhalten.
Deswegen muss auch alles, was einem Beziehungstod im Wege steht, aus unserem Leben heraus. Das kann jede Form von Wut sein, Jähzorn oder jeder Zornausbruch. Das kann jede Form von Verbitterung oder Groll sein, jede Form von grundlosem Zorn und bösem Reden. Das darf in unserem Leben keine Rolle mehr spielen.
Anders ausgedrückt: Zu einem Leben ohne diese Abscheulichkeiten hat Jesus uns befreit, und nicht zu weniger. Das ist sein Ziel mit deinem Leben. Und genau das will er in seiner Kraft durch uns hindurch leben, damit diese Welt einmal wirklich erkennt, dass wir Kinder Gottes sind, und das zu Gottes Ehre.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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