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Gott sucht Pioniere

Nehemia 11-1228.06.2020
Serie•Teil 13 / 15Nehemia - aufbauen. erneuern. beleben
Nicht jeder Weg mit Gott ist bequem: Wer bleibt, wer geht, wer wagt den Schritt? Nehemia 11 zeigt, warum Mut, Gemeinschaft und Gottes Wille wichtiger sind als eigene Pläne.

Einordnung in die fortlaufende Predigtreihe

Wir setzen unsere Predigtreihe über Nehemia fort. Und wir befinden uns jetzt schon im elften Kapitel.
In den Kapiteln eins bis sieben haben wir gesehen, dass Nehemia vorrangig mit dem Bau der Stadtmauer Jerusalems beschäftigt war. Innerhalb dieser sieben Kapitel hat er dieses Werk zum Abschluss gebracht. Jerusalem wurde wieder aufgebaut. Die Stadtmauer, zur Sicherheit der Stadt Gottes, wo Gott sein Haus hat und wo er seinen Menschen begegnen möchte, wurde in den ersten sieben Kapiteln behandelt.
In den Kapiteln acht bis zehn haben wir letzte Woche abgeschlossen, dass es dort eine dreiteilige Erweckung gab. Dreiteilig deswegen: Im Kapitel acht ging es um die Entdeckung der Bibel, im Kapitel neun ging es um die Buße und im Kapitel zehn ging es um den Bund, der erneuert wurde. Also: Bibel, Buße und Bund. Diese dreiteilige Erweckung Israels, und alle sind Feuer und Flamme für ihren Gott.
Und jetzt kommen wir ins elfte und in das zwölfte Kapitel. Dort wird die Bevölkerung, die Ansiedlung von Juden in Jerusalem, beschrieben. Und wer seine Bibel vor Augen hat, sieht: Jetzt kommen wieder ganz viele Namen, Verzeichnisse über Verzeichnisse. Und man kann das doch jetzt eigentlich überspringen, oder nicht?
 2. Timotheus 3,16
Dort lesen wir: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig ist, für jedes gute Werk ausgerüstet.
Alle Schrift ist von Gott eingegeben, inspiriert, von ihm erdacht und uns weitergegeben, damit wir trainiert werden, damit wir gestärkt, ermutigt und korrigiert werden. Und wenn wir Nehemia 11 und 12 überspringen, die Versuchung ist ja sehr groß, das einfach so zu übergehen, dann werden wir nicht erfahren, wie uns auch solche Passagen ermutigen und trainieren können.
Ja, es gibt Passagen in der Bibel, die komisch, schwer und auch unnötig scheinen. Aber das gehört zum Leben dazu. Gottes Wort legt keinen Wert darauf, unsere kurzweiligen und sensationssüchtigen Fast-Food-Bedürfnisse zu stillen. Und wir müssen aufpassen, dass wir dieses Bedürfnis nach schnell, schnell, schnell, Effekthascherei nicht auch ins Wort Gottes verlagern.
Es gehört zum Reifeprozess eines Christen dazu, auch schwere Kost, unangenehme Kost und mühselige Kost einmal aufzunehmen. Und deswegen möchte ich euch jetzt wunderbare Worte Gottes vorlesen: Nehemia 11,1-12,26.

Die Listen als geistliche Herausforderung

Und die Obersten des Volkes wohnten in Jerusalem, und das übrige Volk warf Lose, um je einen von zehn kommen zu lassen, damit er in Jerusalem, der heiligen Stadt, wohnte, während die neun anderen Teile in den Städten blieben.
Und das Volk segnete alle Männer, die sich bereit zeigten, in Jerusalem zu wohnen. Und dies sind die Oberhäupter der Provinz Juda, die in Jerusalem wohnten. In den Städten Judas aber wohnten, jeder auf seinem Besitz, in ihren Städten: Israel, die Priester, die Leviten, die Tempeldiener und die Söhne der Knechte Salomos.
Und zwar wohnten in Jerusalem einige von den Söhnen Juda und von den Söhnen Benjamin. Von den Söhnen Juda waren es Ataia, der Sohn Usias, des Sohnes Zechaias, des Sohnes Amaias, des Sohnes Shefatias, des Sohnes Mahalalels, von den Söhnen Perez, und Maaseja, der Sohn Baruchs, des Sohnes Kolhoses, des Sohnes Hasaias, des Sohnes Adaias, des Sohnes Jojaribs, des Sohnes Zechaias, von den Schelonitern.
Alle Söhne des Perez, die in Jerusalem wohnten, waren vierhundertachtundsechzig tapfere Männer.
Und dies sind die Söhne Benjamin: Salu, der Sohn Meschulams, des Sohnes Joets, des Sohnes Pedajas, des Sohnes Kolaias, des Sohnes Maasejas, des Sohnes Itiels, des Sohnes Jesajas, und seine Brüder Gabbei und Salai, zusammen neunhundertachtundzwanzig.
Und Joel, der Sohn Sichris, war Aufseher über sie, und Juda, der Sohn Senuas, war als Zweiter über die Stadt gesetzt.
Von den Priestern waren es Jedaja, Jojarib, Jachin und Seraia, der Sohn Hilkias, des Sohnes Meschulams, des Sohnes Zadoks, des Sohnes Meraiots, des Sohnes Ahitubs, der Fürst des Gotteshauses, und ihre Brüder, die den Opferdienst im Haus verrichteten, zweihundertzweiundzwanzig.
Und Adaja, der Sohn Jerohams, des Sohnes Pelaljas, des Sohnes Amzis, des Sohnes Zechaias, des Sohnes Paschurs, des Sohnes Malkias, und seine Brüder, alles Familienoberhäupter, zweihundertzweiundvierzig.
Und Amaschsei, der Sohn Asarels, des Sohnes Achseis, des Sohnes Meschilemots, des Sohnes Immers, und ihre Brüder, angesehene Männer, und Sabdiel, der Sohn Hagadolims, war Aufseher über sie.
Und von den Leviten waren es Shemaja, der Sohn Haschubs, des Sohnes Asrikams, des Sohnes Haschapjas, des Sohnes Bunnis, und Shebetai und Josabad, von den Häuptern der Leviten, die über den äußeren Dienst am Haus Gottes zu wachen hatten.
Und Matanja, der Sohn Michas, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Asafs, war der Leiter des Lobsingens. Er stimmte beim Gebet den Lobpreis an. Und Bakbuja war sein Stellvertreter unter seinen Brüdern. Und Abda, der Sohn Schamurs, des Sohnes Galeits, des Sohnes Jedutuns.
Alle Leviten in der heiligen Stadt waren zweihundertvierundachtzig.
Und die Torhüter Akub, Talmon und ihre Brüder, die in den Toren Wache hielten, waren einhundertsiebzigundzwei.
Und das übrige Israel, die Priester und die Leviten, blieben in allen Städten Judas, jeder in seinem Erbteil. Und die Tempeldiener wohnten auf dem Ofel, und Ziha und Gispa waren über die Tempeldiener gesetzt.
Und Aufseher der Leviten in Jerusalem war Usi, der Sohn Banis, des Sohnes Haschapjas, des Sohnes Matanjas, des Sohnes Michas, von den Söhnen Asafs, die beim Gottesdienst im Haus Gottes sangen. Denn es gab ein Gebot des Königs über sie und eine Vorschrift für die Sänger, wer täglich zu singen hatte.
Und Petachja, der Sohn Meschesabels, von den Söhnen Serachs, des Sohnes Judas, stand dem König zur Seite für alle Angelegenheiten des Volkes.
Und in den Gehöften auf ihren Feldern wohnten von den Söhnen Juda einige, in Kirjath-Arba und seinen Tochterstädten, in Dibon und seinen Tochterstädten, in Jekabzeel und seinen Gehöften, in Jeshua, in Molada, in Bet-Pelet, in Hazar-Schual, in Beerscheba und seinen Tochterstädten, in Ziklag, in Mechona und seinen Tochterstädten, in Rimmon, in Zora, in Jarmut, in Sanoach, in Adullam und seinen Gehöften, in Lachisch und seinen Feldern, in Aseka und seinen Tochterstädten.
So ließen sie sich nieder, von Beerscheba bis zum Tal Hinnom.
Und die Söhne Benjamin wohnten von Geba an in Michmas, Aja, Bethel und seinen Tochterstädten, in Anatot, Nob, Ananja, Hazar, Rama, Gitaim, Hadid, Zeboim, Neballat, Lod und Ono und im Tal der Handwerker.
Und von den Leviten wohnten Abteilungen in Juda und Benjamin.
Also sehen wir bis hierhin, dass schon viele Juden und Israeliten in Israel wieder angekommen sind. Ihre Hoffnung wird wahr.

Rückblick auf die Wiederbesiedlung Jerusalems

Jetzt sehen wir in Kapitel zwölf in den nächsten Versen, die wir lesen, dass es um das Verzeichnis der Priester geht. Hier greift Nehemia auf ein altes Verzeichnis der Priester aus der alten und der heutigen Generation zurück.
Und dies sind die Priester und die Leviten, die mit Serubbabel, dem Sohn Schealtiels, und Jeschua hinaufgezogen waren, also zurückgekehrt sind, vor uns: Seraja, Jirmeja, Esra, Amarja, Malluch, Hattusch, Schechanja, Rechum, Meremot, Iddo, Ginnethoi, Abija, Mijamin, Maadja, Bilga, Schemaja und Jojarib, Jedaja, Salu, Amok, Hilkija, Jedaja. Das waren die Häupter der Priester und ihrer Brüder in den Tagen Jeschuas und der Leviten.
Jeschua, Binui, Kadmiel, Scherebja, Juda, Mattanja, er und seine Brüder waren als Leiter über die Lobgesänge gesetzt, während Bakbukja und Unni mit ihren Brüdern ihnen gegenüber im Dienst standen.
Und Jeschua zeugte Jojakim, und Jojakim zeugte Eljaschib, und Eljaschib zeugte Jojada, und Jojada zeugte Johanan, und Johanan zeugte Jaddua. So einige Generationsfolgen dieser Priester.
Und in den Tagen Jojakims waren folgende Priester Familienoberhäupter: von der Familie Seraja: Meraja; von Jirmeja: Hananja; von Esra: Meschullam; von Amarja: Johanan; von Malluch: Jonathan; von Schebanja: Joseph; von Harim: Adna; von Merajot: Helkai; von Iddo: Sacharja; von Ginnethon: Meschullam; von Abija: Sichri; von Mijamin, von Maadja: Piltai; von Bilga: Schammua; von Schemaja: Jonathan; von Jojarib: Mattenai; von Jedaja: Usi; von Salai: Kallai; von Amok: Eber; von Hilkija: Haschabja; von Jedaja: Netanel.
In den Tagen Eljaschibs, Jojadas und Jochanans und Jadduas wurden die Leviten nach ihren Familienoberhäuptern sowie die Priester in das Buch der Geschichte bis zur Regierung des Persers Darius aufgeschrieben. Die Söhne Levis, die Familienoberhäupter, sind im Buch der Geschichte aufgeschrieben, und zwar bis zu den Tagen Jochanans, des Sohnes Eljaschibs.
Und die Häupter der Leviten waren Haschabja, Scherebja und Jeschua, Binui, Kadmiel und ihre Brüder, die ihnen gegenüberstanden, um zu loben und zu preisen nach dem Gebot Davids, des Mannes Gottes, Dienstabteilung neben Dienstabteilung, nämlich Mattanja und Bakbukja, Obadja, Meschullam, Talmon und Akkub. Sie hielten als Torhüter Wache bei den Vorratskammern der Tore.
Diese lebten in den Tagen Jojakims, des Sohnes Jeschuas, des Sohnes Jozadaks, und in den Tagen des Statthalters Nehemia und des Priesters Esra, des Schriftgelehrten.
Amen.
Es waren nur einige Minuten Investition, die uns vielleicht ins Schwitzen bringen, aber sie werden sich lohnen.

Gottes Ziel braucht das ganze Volk

Hier geht es um nichts anderes als um die Bevölkerung und Wiederbevölkerung Jerusalems. Denn noch ist die Stadt leer. In Nehemia 7, als die Stadtmauer beendet war, sehen wir schon in Nehemia 7,4-5, dass bereits einmal thematisiert wurde, dass es nötig ist, Jerusalem wieder zu bevölkern.
Es heißt, als die Stadtmauer so gut wie gebaut war, die Stadt aber nach allen Seiten hin weit ausgedehnt und groß war, doch das Volk in ihr spärlich war und keine Häuser gebaut waren, gab mein Gott es mir ins Herz. Und ich versammelte die Edlen, die Vorsteher und das Volk, damit sie sich registrieren ließen. Und ich fand das Buch mit dem Geschlechtsregister derer, die zuerst heraufgezogen waren, und fand darin geschrieben: Doppelpunkt ganz viele Namen, ganz viele Vorfahren. Das werden wir jetzt nicht noch einmal lesen, das hatten wir schon einmal gelesen.
Dort hat Nehemia erkannt: Hey, hier war eine Generation, die hatte vor, Jerusalem wieder zu bewohnen, und wir sind jetzt die Nachfolgegeneration. Nehemia hat erkannt: Wir stehen in der Pflicht, wir müssen jetzt dem nachkommen, was die erste Generation angefangen hatte. Und wir können nicht einfach stehen bleiben. Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern, an diese Einheit.
Und das Interessante ist: In Kapitel sieben sieht Nehemia schon, dass das getan werden muss. Aber erst jetzt in Kapitel elf passiert es auch wirklich. Also wie viel Abstand haben wir von der Erkenntnis eines Nehemia bis zur Tat des Volkes Gottes? Und daran sehen wir, dass die persönliche Erkenntnis eines Nehemia, eines Leiters, nicht ausreicht. Es brauchte drei Kapitel der Erweckung Israels, der Erweckung des ganzen Volkes, damit das jetzt wahr wird, was in Kapitel sieben der Leiter schon erkannt hat. Aber das Volk hat es noch nicht gesehen, ihr Herz war noch nicht darauf gerichtet, sie waren noch nicht Feuer und Flamme, so wie Nehemia, und brauchten drei Kapitel der Erweckung, um zu diesem Ziel zu kommen.
Was lernen wir? Das ist eine wichtige Lektion. Das zu lesen, auch wenn es mühselig ist, durch diese ganzen Geschlechtsregister zu gehen. Leiter brauchen Geduld, um Gottes Ziele mit dem Volk zu erreichen, denn darum geht es. Und deswegen ist es für Nehemia eine reinste Freude, das in dieses Buch hineinzulegen und zu sehen: Hey, nicht nur ich! Nicht nur ich habe jetzt diesen Entschluss gefasst, sondern das Volk geht mit mir jetzt mit, das, was ich schon vorher erkannt hatte. Denn Gottes Ziele werden nicht durch Solisten erreicht.
Und das müssen wir merken, vor allem wenn wir Verantwortung tragen. Gottes Ziele werden nicht durch Solisten erreicht. Der Fokus liegt schon lange nicht mehr im Buch Nehemia auf Nehemia oder auf Esra. Sie hatten ihre Position und auch ihre Bedeutung. Aber jetzt sehen wir, dass sie an vielen Stellen, seitdem Esra aufgetreten ist und die Erweckung losbrach, allmählich in den Hintergrund verschwinden. Und das Volk ist gefragt, die Gemeinschaft ist gefragt, die Gemeinde, die Versammlung Gottes ist gefragt.
Leiter müssen vorangehen, das ist richtig. Aber nicht irgendwann alleine stehen, sondern sie müssen vorangehen, damit das gesamte Volk seinen Auftrag ausführt und alle gemeinsam diesen Weg gehen. Versteht ihr? Das ist das Ziel, das ist der Sinn von diesen Kapiteln, um uns aufzuzeigen, dass das Volk tatsächlich in die Bewegung des Leiters gekommen ist, der von Gott etwas aufs Herz bekommen hat. Und es musste sich ausbreiten. Aber dafür braucht es erst einmal Bibel, Buße und Bund, damit es dann auch zu einer Gesamtaktion wurde, zu einem gemeinsamen Weg.
Und diesen gemeinsamen Weg, das haben wir eben gerade in Kapitel zwölf gelesen, das ist der Sohn von dem und so weiter, wo wir manchmal denken: Oh, wie mühselig! Der gemeinsame Weg. Und das soll uns Kapitel zwölf zeigen, von den Priestern. Deswegen zitiert er noch einmal die alten Priester der vorherigen Generation in den Versen 1 bis 11, die Priester der vorherigen Generation, und dann von 12 bis 26 listet er die gegenwärtigen Priester auf, um zu zeigen: Der gemeinsame Weg soll ganze Generationen umfassen. Ganze Generationen sind miteinander auf dem Weg.
Und das Buch Nehemia verdeutlicht uns dadurch, dass die Segnungen Gottes, die er uns gibt, dazu da sind, dass sie auch die nächste Generation treffen. Wenn Gott Bünde schließt, dann hat er immer Familienlinien im Sinn. Nicht nur dich, dich auch, ja. Aber wir sehen das schon beim Bund mit Abraham. Wenn Gott Abraham begegnet, könnte man meinen: Oh toll, er hat den Segen von Gott erhalten. Aber Gott hat ihn gesegnet, damit durch Abraham viele, sogar Nationen, gesegnet werden. Und das sehen wir hier in kleinen Familien.
Du bist vielleicht kein Abraham, oder ganz bestimmt bist du kein Abraham, ansonsten wüsste ich das, es würde hier irgendwo stehen. Du bist vielleicht kein Abraham, aber wir sind auch Priester im Neuen Testament, und wir sollen die Segnungen weitertragen, in die nächste Generation bringen. Die Generationen sollen Hand in Hand gehen, es soll zu keinem Abbruch kommen. Und das ist ein Genuss für uns Eltern. Es ist ein Genuss, das zu lesen, diese Hoffnung auch für die eigene Familie zu haben: Herr, ich will das, was ich hier lese, dieser Segen, der von Generation zu Generation zu Generation übergeht.
Das ist langweilig für mich zu lesen, aber wenn ich mich hineinversetze in diese Figur, dann ist es alles. Versteht ihr? Die Personen, die das gelesen haben und ihren Namen gesehen haben, haben gesehen: Hier ist von meinem Vater geschrieben, von mir geschrieben und von meinem Sohn geschrieben, meinetwegen. Das ist ein Genuss, das ist pure Freude, als sie das lesen konnten.
Und deswegen gibt uns Nehemia dieses Buch, um uns zu ermutigen: Hey, die vorherige Generation hat dir etwas weitergegeben. Die nächste Generation soll nicht vergeudet werden. Investiere in die nächste Generation, damit sie in euren Fußspuren geht. Also zeigt uns Kapitel zwölf ganz besonders: Respektiere einerseits deine Wurzeln, und andererseits soll die nächste Generation fit gemacht werden. Und das lernen wir, wenn wir diese Texte lesen. Dass wir es wirklich lesen, dass wir es wirklich als echte Individuen, echte Menschen lesen, nicht nur Theorie. Echte Praxis wurde. Der Segen geht weiter von Generation zu Generation.

Der Wert des Einzelnen in Gottes Gemeinde

Und jetzt fragst du dich vielleicht: Kann man das nicht alles auch etwas kompakter vermitteln? Kann das nicht alles ein bisschen kürzer und schlanker sein?
Diese ermüdenden Listen erinnern uns — ich bin ehrlich, ich habe den Text gelesen und dachte: Oh Backe! Ich will gerne schon ein bisschen weiter ins nächste Kapitel, denn dort wird es für mich beim Lesen ein wenig spannender. Aber diese ermüdenden Listen erinnern uns daran, dass, wenn Gott sein Ziel mit einem großen Volk erfüllen will — das haben wir eben gerade gelernt, nicht nur mit Solisten —, es das große Volk eben auch braucht. Und wenn das so ist, wenn Gott seine Ziele mit dem großen Volk erfüllen will, bleibt es dabei, dass im Reich Gottes tatsächlich jeder Gläubige einzeln wichtig ist.
Dass wir uns nicht einfach in einer Masse verstecken. Hier werden auch Individuen aufgezählt, die im Dienst Gottes stehen. Und das sind Prinzipien, die wir hier im Nehemiabuch finden und die sich auch hinübergerettet haben ins Neue Testament. In Epheser 4,16 sehen wir einen Brief an die Gemeinde. Die Briefe sind in der Regel an Gemeinden geschrieben, wieder an Gruppen, Versammlungen, also kollektiv. Und dennoch ist in diesem ganzen Geschehen Jesus: Er hat sein Leben für eine große Herde gegeben, er hat sein Leben für viele gegeben, heißt es. Aber wir sehen, dass der Einzelne wichtig ist, der einzelne Gläubige.
 Epheser 4,16: Aus ihm, aus Christus, wird der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch jedes der unterstützend dienenden Gelenke, entsprechend der Wirksamkeit nach dem Maß jedes einzelnen Teils. Und so wirkt er das Wachstum des Leibes zu seiner Selbstauferbauung in Liebe. Also: Wir sind Teil an diesem Körper, und wir sind dazu aufgerufen, integraler Bestandteil der Gemeinschaft zu sein, um genau das zu tun, was du allein tun sollst und tun kannst. Jedes Glied hat sein eigenes Maß bekommen, zugewiesen bekommen. Jeder hat sein eigenes spezielles Talent, seinen speziellen Charakter, der das Ganze komplettiert.
Und vielleicht sagst du dir: Aber ich habe doch nichts zu bringen. Was habe ich zu bringen? Dann möchte ich dich zurückfragen: Wann hast du dich entschlossen, angefangen, Satans Lügen mehr zu glauben als den Wahrheiten deines Schöpfers? Dieser Gedanke: Ich kann so wenig bringen, also ist es unnötig, ich zähle nicht in diesem ganzen Geschehen — das ist eine Lüge Satans und hat mit dem Wort Gottes, Nehemia 11 und 12, rein gar nichts zu tun. Denn diese Listen erinnern uns daran: Jeder, jeder einzelne ist wichtig. Jeder einzelne wird in Gottes Herz registriert.
Du bist ein Machwerk Gottes, und er hat einen Plan und eine Idee. Und du bist ein Zahnrädchen in dem Ganzen, und das, was Gott dir gegeben hat, macht einen Unterschied. Derrick Thomas sagt, was ich sehr zitierwürdig finde: In einer Zeit, in der Egozentrik den wesentlichen Lebensstil zu beherrschen scheint, ruft uns das Wort Gottes dazu auf, als Gemeinschaft zusammenzuarbeiten und zu leben, aufeinander angewiesen zu sein und einander bei der Erfüllung der Mission zu helfen, die Gott uns aufgetragen hat.
Gott hat uns eine Mission gegeben, und wir helfen einander. Und wir sind so zusammengefügt, dass er sagt, dass wir sogar aufeinander angewiesen sind. Das wollen wir heute nicht. Das wollen wir heute nicht in unserem Individualismus. Wir denken sehr freiheitlich: Ich will nicht abhängig sein von anderen. Aber diese Angewiesenheit ist Teil des Planes Gottes, dass wir keine Solisten sind, sondern in der Gemeinschaft eingebunden sind.
Und auch ein Nehemia und auch ein Esra waren keine Solo-Helden, auch wenn sie besondere Figuren waren. Sie waren ebenfalls in dieser Abhängigkeit, in diesem Gesamtgefüge, was hier genau passierte. Nehemia hat nicht alleine die Mauer gebaut, oder? Es brauchte viele, viele.

Tapferkeit, Berufung und die Frage nach dem Willen Gottes

Können wir das jetzt nicht alles überspringen? Geht das nicht alles kürzer? Wenn wir diese Passage auslassen, dann verpassen wir Perlen. Denn in Vers 6, in Kapitel 11, Vers 6, sehen wir: Alle Söhne des Peretz, die in Jerusalem wohnten, waren vierhundertachtundsechzig tapfere Männer. Sie waren tapfere Männer.
Nach Jerusalem zu gehen, war nicht einfach so: Ach, ich wechsle jetzt einfach meine Adresse. Es brauchte Mut, neue Wege zu gehen. Ihr Geschäft und ihre Familie hatten sich schon irgendwo angesiedelt, nur nicht in Jerusalem, weil da niemand leben wollte. Es war auch gefährlich. Das war sozusagen das Zentrum, das von Feinden angegriffen wurde. Sie waren eingewurzelt, und auf einmal kommt es so: Die leben dort. Und das Buch hier sagt uns: Sie waren tapfer, es waren tapfere Männer.
Es braucht Mut, neue Wege zu gehen und unbekanntes Land zu betreten. Gott sucht Glaubenspioniere. Gott sucht Pioniere, die etwas Neues wagen, die wirklich ein Wagnis eingehen, Dinge, die sie nicht einkalkulieren können. Er sucht Menschen, die bereit sind, aufs Wasser zu gehen und ihm zu vertrauen. Gewohntes zu verlassen und Neues zu wagen.
Und jeder wusste: Da nach Jerusalem reinzugehen, in dem Plan Gottes, in dieser Übereinstimmung zu leben, braucht Tapferkeit und eine ganze Portion Segen. Denn lest mal mit mir in Vers 2: Als das losgeworfen wurde, wer jetzt nach Jerusalem geht, da hat sich auf einmal das Volk zusammengetan. Und das heißt: Das Volk segnete alle Männer, die sich bereit zeigten, in Jerusalem zu wohnen.
Also an der Segnung, bevor ihr da reingeht: Wir wissen, was das bedeutet, Gott gehorsam zu sein, Gott zu folgen. Wir segnen euch mal lieber, denn das, was ihr hier tut, ist echt ein Wagnis, und es ist ein Glaubensschritt. Ihr werdet Glauben brauchen. Das, was ihr gerade tut, ist aus Gehorsam Gott gegenüber. Aber ihr könnt da nicht einfach so rein. Wir beten für euch, wir segnen euch, dass ihr das auch packt, dass Gottes Stärke bei euch ist. Das ist ein Glaubensschritt, und sie brauchen Gott dazu. Das merken alle drumherum.
Und deswegen ist es wichtig, hier zu lesen: Es sind tapfere Leute gewesen. Das war nicht einfach ein Umzug. Das hat einen wichtigen Wert in der Geschichtsschreibung Israels, in der Geschichtsschreibung Gottes mit seinen Menschen. Denn in Jerusalem zu wohnen bedeutete zu diesem Zeitpunkt der Geschichte damals, Gottes Plan zu erfüllen, Gottes Plan voranzutreiben, dass seine Stadt, wo er wohnen will, gut aufgebaut ist und dass der Gottesdienst gefeiert werden kann, dass Gott gekannt wird und bekannt gemacht wird. Das hat Gott sich ausgedacht. Und deswegen war es von ungeheurer Bedeutung, dort Platz zu nehmen, dort Wohnung zu nehmen in dieser Stadt.
Und wir denken: Gut, wir sind jetzt einige Tausend Jahre davon entfernt. Okay, was ist daran so wichtig? Aber das Bewohnerverzeichnis Jerusalems ist so wichtig, dass sogar ihr kennt vielleicht die Bücher Erste und Zweite Chronik, wo die Geschichte Israels beschrieben wird. Und wir befinden uns jetzt gerade von der Zeitrechnung am Ende der Geschichte Israels. Und in den ersten zwei Chronikbüchern wird erzählt, wie das Volk nach Israel einst kam, wie Könige etabliert wurden und von König zu König, von Dynastie zu Dynastie, und Regierung zu Regierung, und dann der ganze Zerbruch und die Verschleppung. Und das ist ganz interessant: Erst am Ende der zwei Chronikbücher, im letzten Kapitel, heißt es, dass ein Wiederaufbau passieren wird, Nehemia, dass ein Wiederaufbau passieren wird.
Aber schon ganz zu Beginn in den Chronikbüchern wird Nehemia 11 förmlich zitiert. Das Bewohnerverzeichnis von Jerusalem wird ganz zu Anfang in 1. Chronik 9 zitiert, obwohl das noch gar nicht zur Debatte steht. Da sind Jahrzehnte dazwischen. Aber es wird am Anfang der Geschichte Israels schon hineingebracht, um zu sagen: Leute, ihr werdet in diesem Buch schreckliche Dinge lesen, wie das Volk Israel wirklich in eine Schieflage kam. Aber wir zitieren hier schon die Namen der Bewohner Israels. Auch wenn es hier sehr schwierig wurde, es wird ein Happy End geben, versteht ihr? Es wird wieder zu diesem Ziel kommen, dass Jerusalem bevölkert wird.
Und um das jetzt an dieser Stelle abzuschließen: Zu sehen, dass Menschen in Jerusalem einziehen und dass das auch mit Namen, dass das versiegelt wird durch so eine Urkunde, die wir lesen, diese tapferen Gläubigen werden zum Vorbild für uns Christen heute und für uns Christen für alle Zeiten. Denn Jerusalem wurde in der Heilsgeschichte und besonders im Neuen Testament zu einem Abbild für unsere ewige Bestimmung. Für unsere ewige Bestimmung.
 Offenbarung 21,2-3 heißt es, also am Ende der Bibel: Und ich sah die heilige Stadt, die heilige Stadt, genau das sind die Worte, die wir in Nehemia 11 sehen, und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Nationen sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.
Also das neue Jerusalem: Wenn wir von Jerusalem lesen, von dieser Bevölkerung Jerusalems, dann sollten wir diesen Mut dieser Menschen sehen, dass sie in ihre Bestimmung gehen. Und wenn wir davon lesen, können wir neutestamentlich auch denken: Auch wir sind berufen, in unsere himmlische Bestimmung einzukehren. Dort Wohnung irgendwann zu haben, mit Gott vereint zu sein in der Ewigkeit, in dem neuen Jerusalem. Und da wirst du es für extrem wichtig finden, dass dein Name in einem stinklangweiligen Verzeichnis aufgezeichnet ist, wo du denkst: Ach, das Verzeichnis, das macht doch gar keinen Unterschied. Es wird allen Unterschied machen für dich, ob dein Name im Buch des Lebens steht, ob du ein Bürger des Himmelreiches bist, ob du zu den Bewohnern, zu den Tapferen gehörst, die diesen mutigen Schritt gegangen sind und alles aufgegeben haben, um in diesem neuen Jerusalem Platz zu nehmen.
Kennst du deine himmlische Bestimmung, deinen himmlischen Bestimmungsort? Du bist gefragt, persönlich dort einzukehren, und das wird Tapferkeit erfordern. Du brauchst Glauben. Und weil wir das alle wissen, versammeln wir uns regelmäßig und segnen einander und beten füreinander, weil wir wissen: Dieser Weg dorthin, der ist steinig, es ist schwierig, aber es lohnt sich.
Versteht ihr, diese Verse sind so hach, aber es steckt eigentlich so viel für unser praktisches Christsein, für unser Vertrauen in Gott. Ich muss jetzt an dieser Stelle einen kurzen Cut machen, damit wir weitergehen, ansonsten wären wir damit nicht mehr fertig.

Los, Freiheit und die Verantwortung, Gottes Willen zu wollen

Wir haben gesehen, in Vers 1. Lass uns da noch einmal hineingehen. Hier wird mit einer Selbstverständlichkeit über die Leiter und die Obersten des Volkes gesprochen, die in Jerusalem wohnten. Für sie war es selbstverständlich, als gute Leiter voranzugehen und zu sagen: Das sollen nicht die anderen machen, sondern wir wohnen natürlich in Jerusalem, und wir wollen das auch zu unserer Aufgabe machen.
Und dann sehen wir weiter: Und das übrige Volk warf Lose, um je einen von zehn kommen zu lassen, damit er in Jerusalem, der heiligen Stadt, wohnte. Die neun anderen Teile aber blieben in den Städten, also in den umliegenden Städten, in dem Umland. Um also die Bewohner zu ermitteln, wer jetzt neben den Obersten, also der Führungsriege, noch dort Platz nimmt in Jerusalem, wurde das Los geworfen. Dann hattest du entweder Glück oder Pech, je nach Perspektive, ob du gezogen wurdest.
Der Loswurf, das Loswerfen, war im Alten Testament eine sehr beliebte Methode, um Entscheidungen zu fällen und auch um Gottes Willen herauszufinden. In Sprüche 16,33 heißt es: Im Gewandbauschüttelt man das Los, aber all seine Entscheidung kommt vom Herrn. Es bedeutet im Alten Testament: Wurde das Los geworfen, um herauszufinden, welchen Weg wir jetzt gehen sollen, welche Entscheidung wir treffen sollen.
Ihr kennt das vielleicht auch sogar aus dem Neuen Testament, als die Jünger den Judas verloren hatten. Sie haben gesagt: Wir müssen das Zwölferteam wieder auffüllen, wir brauchen einen zwölften Mann. Wie kriegen wir heraus, wen wir dazunehmen sollen? Und dann haben sie auch das Los geworfen, und dann fiel das Los auf jemanden, und der war dann Teil dieser Jüngerbande, dieser Jüngerschaft.
Man muss schon an dieser Stelle sehen: Die wollten Gottes Willen herausfinden. Wie geht es hier weiter? Die Art und Weise, Gottes Willen herauszufinden, unterscheidet sich von uns heute. Wir sind nicht dazu aufgerufen, Lose zu werfen, wenn wir herausfinden wollen, was der Wille Gottes für unser Leben ist. Jetzt hat vielleicht einer schon jubiliert: Ja, ganz genau, ich hole jetzt das Los oder ich hole einen Würfel oder irgendetwas, und dann wird das schon der Wille Gottes sein.
Wir sind in einer neuen Zeit angekommen. Seit Pfingsten finden wir nämlich diese Praxis nicht mehr. Und dass der zwölfte Jünger im Neuen Testament hinzugetan wurde, war unmittelbar vor Pfingsten, bevor der Heilige Geist kam. Und seitdem der Heilige Geist in den Gläubigen wohnt, haben die Apostel nie wieder in ihren Taschen die Lose herausgeholt und ein Los geworfen, um zu schauen, was der Wille Gottes ist. Sondern sie waren in einer heiligen Verbindung mit ihrem allmächtigen Gott, und jeder Gläubige hat diese unmittelbare Beziehung zu Gott und ist in der Lage, vom Geist Gottes Weisung zu empfangen. Zumal wir durch die Bibel die vollkommene Offenbarung haben und hier einen weitaus tieferen Einblick in das Wesen Gottes und in die Wünsche Gottes haben als die Menschen zu der damaligen Zeit.
Aber wie dem auch sei, wir sind jetzt hier im Jahr elf, und es geht darum, Gottes Willen zu kennen. Jetzt kennen sie den Willen Gottes. Den Willen Gottes zu kennen, ist das eine. Gottes Willen auch zu wollen, ist eine ganz, ganz andere Sache. Denn Gottes Wille, meine Lieben, ist kein Automatismus, dass, wenn ich herausfinde, was Gott will, das auch automatisch so geschieht.
Ein leichtes Beispiel: 1. Thessalonicher 4,3. Dort heißt es: Denn dies ist Gottes Wille. Für alle, die sich immer gefragt haben: Was ist denn eigentlich Gottes Wille für mein Leben? Hier ist die Antwort: Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung. Eure Heiligung, dass ihr euch von der Unzucht fernhaltet, von sexueller Unmoral. Das ist jetzt nur ein Beispiel, was hier zum Thema Heiligung hineingegeben wird. Jeder von uns weiß: Das ist Gottes Wille. Aber das heißt noch lange nicht, dass dieser Wille sich ganz automatisch irgendwie erfüllt, sondern dass wir durchaus in der Lage sind, diesen Willen Gottes zu kennen, ihn aber ganz und gar nicht zu wollen, sondern unsere eigenen Wege zu gehen. Und das kannst du auf das ganze Thema der Heiligung übertragen.
Auch hier: Sie haben den Willen Gottes gekannt, und jetzt könnte man meinen, okay, die werfen das Los, und dann muss jemand einfach so in die Stadt einziehen, egal, was er möchte und was er nicht möchte. So ist es nicht. Vers 2 sagt es uns: Und das Volk segnete alle Männer, die sich bereit zeigten, in Jerusalem zu wohnen. Also dürfen wir nicht denken, dass dort im Alten Testament etwas verordnet wurde und dann haben die das einfach gemacht. Der Wille Gottes steht, und dann müssen sie das einfach tun.
Der Wille Gottes wurde durch die Loswerfung im Alten Testament erkannt, aber gewollt und getan musste er von jedem Individuum dann selbst. Und hier sehen wir in Vers 2 eine Freiwilligkeit all der Personen, die hier aufgelistet sind. Es ist auch eine Ehrung, dass das hier aufgelistet ist. Sie sind nicht nur mutig, sondern sie waren auch freiwillig. Es war nicht einfach nur eine Pflicht, sondern etwas, was sie dann auch wollten. Sie haben Gottes Willen akzeptiert und gesagt: Gottes Wille ist besser für mein Leben als meine Vorstellung und meine Pläne.
Und die Juden standen hier vor dieser Frage, und das ist auch eine Frage, die uns trifft: Will ich Gott gehorchen und vertrauen, statt meine eigenen Vorstellungen vom Leben zu verfolgen? Das ist eine Frage, die uns alle trifft. Vers 11 darfst du niemals bei Nehemia übergehen, denn diese Namen sind Zeugnisse davon, dass Menschen gesagt haben: Ich möchte meine Vorstellung von meiner Lebensführung aufgeben und Gottes Willen folgen. Ich will Gottes Willen wollen und schauen, was er in meinem Leben tut.
Aber stattdessen fragen sich einige nach Gottes Willen für ihr persönliches Leben so lange und immer wieder und immer wieder, bis sie eine Antwort gefunden haben, die sie am Ende einfach nur bestätigt. Kennt ihr das? So lange irgendwie: Das ist eigentlich die Antwort, ich suche noch einmal weiter, ich suche noch einmal weiter, ich versuche noch weiter, irgendwie eine Lücke zu finden, wo ich hineinpasse. Das hört sich gut an, was dieser Prediger sagt, der deutet das ganz, ganz anders, deswegen ist das jetzt mein Lieblingsprediger, und jetzt höre ich mir das an.
Es handelt sich bei so einem Manöver, wenn wir das fahren, um nichts anderes als eine Lüge, die nur so lange gedreht, gewendet und gebogen wird, bis sie sich wie eine Wahrheit anhört und anfühlt. Aber mit Wahrheit hat sie nichts mehr zu tun. Die grundlegenden Dinge sind für uns alle ziemlich klar, und dennoch überlegen wir gerade bei den grundlegenden Dingen: Gibt es da nicht für mich ein Schlupfloch? Kann ich nicht doch so wie ich will? Aber diese Option haben wir nicht als Kinder Gottes, weil es uns auch keinen Segen bringt. Es wird keinen Segen bringen. Der Plan Gottes wird sich nicht in deinem und in unserem gemeinsamen Leben erfüllen.
Gottes Willen zu kennen ist das eine. Gottes Willen zu wollen ist eine ganz andere Sache.

Schlussappell für die Gemeinde

Mit dem Appell möchte ich jetzt schließen: Lasst uns als Gemeinde, als Christusgemeinde, generationsübergreifend gemeinsam als tapfere Glaubenspioniere Wagnisse eingehen und Glaubensschritte tun, um Gottes Willen zu erkennen und auch zu wollen.
Wir haben im Persönlichen eine ganze Menge Wagnisse einzugehen. Aber wir haben auch als Gesamtgemeinde große, hohe Herausforderungen, in denen wir stecken. Und Gott sucht Pioniere. Gott sucht dich und mich, und wir machen einen Unterschied.
Lasst uns solche Glaubenspioniere sein, die voller Mut gehen und vertrauen, dass Gott mit ihnen ist. Lasst uns Gottes Willen kennen und lasst uns ihn auch wollen. Amen, Amen!