Liebe Freunde, jaja, die heutige Jugend, man kann Mädchen und Jungs kaum
voneinander unterscheiden, Hosen, Jeans und Frisur und wer weiß was, gucken
Sie bloß einmal dorthin, den Jungen könnte man glatt für ein Mädchen
halten! – Stimmt. Das ist meine Tochter. – oh, Verzeihung! Ich wusste
nicht, dass sie der Vater sind. – Bin ich auch nicht. Ich bin die Mutter.
Zehn Männer – ein Elend.
Manche Menschen macht die Mode gleich, und manche das Elend. Eines Tages
trifft Jesus eine Gruppe von zehn Männern, die das Elend zusammengebracht
hat. Es sind Alte, Junge, einer war vielleicht einmal Professor, der andere
Pförtner, einer ist Ausländer, jedenfalls: eine bunt gemischte
Gesellschaft. Aber in einem Punkt sind sie alle gleich. Sie haben alle zehn
die gleiche Krankheit. Alle zehn leiden an Aussatz.
Aussatz, wir sagen heute Lepra, das war im Altertum das, was bei uns heute
der Krebs oder AIDS ist. Wen das erwischte, der war ein Todeskandidat.
Aussatz bedeutet: der Mensch verfault bei lebendigem Leibe. Solche Menschen
galten früher bei Gott für besonders gestraft und wurden von der
Gesellschaft auch besonders behandelt. Sie wurden ausgeschlossen und
ausgegrenzt, eben ausgesetzt. Kontakt mit Gesunden war ihnen verboten.
Als Jesus an dieser Zehnergruppe vorbeikommt, da halten die ihre Hände wie
Trichter vor den Mund und brüllten aus der Entfernung: Jesus, habe
Erbarmen mit uns!" Solche Hilferufe erreichen uns heute jeden Tag. Aus
Somalia, aus Jugoslawien, aus den entferntesten Ecken der Welt. Da schreien
Menschen, Gruppen, Minderheiten - Millionen. Die schreien: Wir werden
gefoltert, wir werden verfolgt, wir verhungern, habt mit uns Erbarmen."
Aber die meisten Menschen haben keine Zeit, darauf zu hören. Die meisten
haben ja mit sich selber schon genug zu tun. Es hat ja jeder schon selbst
eigene Probleme.
Jesus übersieht nicht die Not des Einzelnen.
Die hatte Jesus aber auch. Jesus war auf dem Weg nach Jerusalem, d.h. er
war auf dem Weg zum Kreuz, zum Tod. Er wusste, dass er in Jerusalem sterben
wird, und er wusste auch, wie er dort sterben wird, nämlich am Kreuz.
Er ist hier in dieser Begegnung der eigentliche Todeskandidat. Er hätte ja
sagen können: Jungs, lasst mich doch in Ruhe, ich hab nur noch ein paar
Wochen zu leben. Ich muss selber sehen, wie ich über die letzte Runde
komme, ich kann mich jetzt nicht noch mit euren Problemen befassen.
Aber so hat Jesus nicht reagiert. Sondern hier steht im Lukas Evangelium,
Kapitel 17, Vers 14: Da sah er sie an. Jesus verschließt die Augen vor der
Not der Menschen nicht. Und er übersieht nicht, weil er ans Kreuz geht um
die Menschheit zu erlösen, die Probleme des Einzelnen. Denn eben wegen der
Probleme des Einzelnen geht er ja ans Kreuz. Und deswegen kannst du dich
mit jedem deiner Probleme an Jesus wenden, egal wer du bist und egal, was
das für ein Problem ist.
Jesus lässt sich nicht vorschreiben, w i e er Gebete erhören soll.
Als die zehn Männer geschrien haben Jesus, erbarme dich doch über uns!" –
da hat er die nicht erst umständlich gefragt nach ihren Motiven, nach ihrer
Herkunft, ihrer Religionszugehörigkeit. Und wenn du bisher am Rand der
Kirche gestanden hast, oder gegen die Kirche warst, oder ohne Gott gelebt
hast, wenn du dich bloß über Ihn lustig gemacht hast, wenn du Jesus
beleidigt hast – das alles spielt keine Rolle, wenn du zu ihm kommst. Das
ist alles vergessen wenn du zu ihm rufst: Rufe mich an in der Not, so will
ich dich erretten![1] - so steht es in der Bibel, und was in der Bibel
steht, das ist die absolute Wahrheit, da kannst du dich felsenfest darauf
verlassen. So lass doch deine Zweifel und deine Vorurteile. Und sag Jesus,
was dich fertig macht. Und du wirst die Erfahrung machen, wenn du ehrlich
betest, wirst du herrlich erhört werden. Aber du wirst auch die Erfahrung
machen, nicht jedes Gebet wird so erhört, wie du wünschst, oder du es dir
vorgestellt hast, oder wie du es Jesus vielleicht sogar vorgeschrieben
hast.
Das ist auch die Erfahrung, die diese zehn Männer hier machen müssen. Ihr
Gebet wird auf der Stelle gehört. Jesus sieht sie an. Jesus hört sie an.
Jesus spricht sie an. Aber er packt die Sache ganz anders an, als die sich
das vorgestellt hatten. Es gibt keine Augenblicksheilung. Sondern eine
Aufforderung, sich den Priestern vorzustellen. Geht hin und zeigt euch den
Priestern, sagt Jesus. Verstehst du: Jesus hat nicht die Krankheit so mit
einem Fingerschnippen einfach beseitigt. Das hätte er natürlich machen
können. Hat er auch oft so gemacht. Macht er auch heute noch so. Aber eben
nicht immer. Sondern in vielen Fällen, so wie in diesem Fall, verlangt Er
einen Glaubensschritt. Geh und zeigt dich dem Priester!" Jetzt hätten die
zehn Männer doch sagen können: Na Prost Mahlzeit! Das hätten wir uns ja
gleich denken können! Der kann uns auch nicht helfen, der lässt auch nur
irgendwelche Phrasen ab, der schickt uns auch bloß zum Onkel Doktor, den
kannst du voll vergessen."
Das ist der Fehler, den wir oft machen. Statt willig das zu machen, was
Jesus von uns verlangt, da verlangen wir, dass Er macht, was wir wollen.
Und wenn das dann nicht so läuft, wie wir uns das denken, dann winken wir
ab und sagen: na, hat keinen Zweck. Funktioniert nicht, Jesus ist eine
Luftnummer. Beten – sinnlos. Und bleiben auf diese Art und Weise auf
unseren Problemen hocken. Die zehn Männer bleiben nicht hocken. Sie machen
sich auf die Socken. Und es geschah, heißt es hier, als sie los gingen,
wurden sie gesund. Es geschah. Wie viel Gutes und wie viel Erbetenes ist
dir in deinem Leben geschehen. Vielleicht nicht genau so, wie du wolltest,
aber es ist dennoch geschehen.
Wo sind die anderen Neun?
Und das ist die Frage, um die es in dieser Geschichte geht. Gehst du
weiter, als ob nichts gewesen wäre, oder bedankst du dich bei Jesus? Vers
15: Einer aber unter ihnen, als er merkte, dass er gesund geworden war,
kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme, fiel auf sein Angesicht zu Jesu
Füßen und dankte Ihm. Jesus aber antwortete und sprach: sind denn nicht
zehn gesund geworden? Wo sind denn die anderen neun?
Der Erste saß in seiner Küche und trank Kaffee im Kreis seiner
Familie. Er hat sich gesagt: Mich hat Jesus ja dazu geheilt, dass ich
wieder zu meiner Familie kommen kann, das ist ja der Sinn der Übung.
Also erst einmal mit der Familie feiern, bedanken bei Jesus kann ich
mich später." Hat er später leider nur vergessen.
Der Zweite saß vor dem Fernseher. Seit Jahren keine Information. Ob
nun Thomas Gottschalk oder der Wolfgang Lippert die Tagesschau ansagt,
welcher Porno bei RTL läuft - erst mal gucken, bedanken kommt später.
Hat er später leider nur vergessen.
Der Dritte, der saß wieder auf dem hohen Ross. Er sagte: Gebete
hören und heilen, dazu ist der liebe Gott doch schließlich da! Dazu
ist er verpflichtet, unsereinem zu helfen. Das ist doch
selbstverständlich. Und für Selbstverständlichkeiten braucht man sich
doch gar nicht erst zu bedanken."
Der Vierte wollte gerade losgehen, um sich bei Jesus zu bedanken, da
sagt seine Frau zu ihm: Kannst du dich nicht heute einmal um die
Kinder kümmern?" Und um keinen Zoff mit seiner Frau zu kriegen, geht
er mit seinen Kindern in den Zoo.
Der Fünfte war schon mit einer großen Tafel Milka-Schokolade
unterwegs, um sich Jesus zu bedanken, als ihn seine Kumpels erwischen
und johlend sagen: Was, jetzt bist du wohl fromm geworden?" Da kriegt
er einen roten Kopf, geht mit denen in die Kneipe und schmeißt eine
Runde Korn.
Der Sechste sagt sich: Gott sieht das Herz an, da muss man doch
keine großen Worte machen." Und er macht sein Geschäft wieder auf, es
ist eine Tankstelle. Er macht Geld und hat keine Zeit mehr, über Gott
nachzudenken. Für den gab's nur noch ein einziges Thema, und das hieß:
Tanken!" Das Thema Danken" kam bei dem nie wieder vor.
Der Siebente der sagt sich: Na, wenn ich's mir genau überlege, hat
der Jesus doch eigentlich gar nichts gemacht. Ich mein', dass ich
gerade an dem Tag gesund geworden bin, wo ich einmal ein Stoßgebet zu
ihm losgelassen habe, das war doch reiner Zufall."
Der Achte hatte einen Vati bei der Stasi. Und der sprach: Mein
Sohn, ich will dir einen guten Rat geben. Du weißt, ich will dein
Bestes, und ich gebe dir einen heißen Tipp. Ich weiß, es gibt einen ZK-
Beschluss, den Jesus aus dem Verkehr zu ziehen. Und damit du dir deine
Zukunft nicht verbaust, da rate ich dir, keine öffentlichen
Dankesbezeugungen gegenüber diesem Mann."
Wo war Nummer Neun? Nummer Neun war im Bett. Er war fest
entschlossen, gleich am nächsten Morgen zu Jesus zu gehen. Er hatte
nur vergessen, den Wecker zu stellen, da hat er es verschlafen. Und
seitdem hat er nie wieder gewusst, was die Stunde geschlagen hat.
Wunder machen noch keine Nachfolger.
Alle neune sind umgefallen, obwohl sie alle neun einmal im Glauben
gestanden haben. Sie hatten alle an Jesus geglaubt. Sie hatten alle zu
Jesus gebetet. Sie hatten alle das bekommen, worum sie Jesus gebeten
hatten. Sie hatten alle sogar am eigenen Leibe ein Wunder erlebt. Aber zu
einer Wende, zu einer Umkehr, zu einer Bekehrung ist es bei denen nicht
gekommen.
Sie haben an einem Punkt ihres Lebens die Macht und die Liebe Gottes
erlebt. Aber er ist nicht zu Mittelpunkt ihres Lebens geworden. Denen
genügte, dass ihre Haut wieder heile war. Aber unter die Haut, in's Herz
ist Ihnen die Begegnung mit Jesus nicht gegangen.
Wie oft haben mir Leute schon erzählt, dass sie in irgendeiner schwierigen
Situation gewesen sind und haben ein Stoßgebet losgelassen und dann hat
Gott sie erhört und tatsächlich geholfen. Ja, und das war es eben dann.
Folgerungen haben Sie daraus nicht gezogen. Zu Nachfolgern sind sie dadurch
doch nicht geworden.
Zu mir kam einmal unser Hausmeister, um mir mitzuteilen, dass er Vater
geworden ist. Aus diesem Anlass war er bereits stockbesoffen, und hat mir
nun umständlich erzählt, dass er zu Gott gebetet hast, dass es ein Junge
wird, und tatsächlich - es war ein Junge. Und dann belehrte er mich, in dem
er vor mir hin und her schwankte, und sagte: Herr Pfarrer, ich sage Ihnen,
es gibt ein höheres Wesen."
Ja, eine Katze auf dem Schuppendach ist auch ein höheres Wesen.
Und ich sage dir, wenn deine Gebetserhörung auch nur zu solchen hören
Erkenntnissen führt, da hast du von Gott nichts begriffen. Diese neun
Männer sind der Beweis, dass man Gott erleben kann, ohne mit ihm zu leben.
Es wird oft gesagt: Ich würde ja an euren Gott glauben, wenn ich ein
Wunder erleben würde." Diese neun Männer sind der Beweis: wer Wunder
erlebt, glaubt deswegen noch lange nicht an Gott. Wir alle haben doch
Wunder erlebt.
Wo bleibt der Dank für die Wunder, die w i r erlebt haben?
Zum Beispiel dass die hochgerüstete DDR, dieser Arroganz-Ballon der
deutschen Geschichte, auf einmal in der Luft zerplatzt ist wie diese Kinder-
Luftballons hier. Wir haben doch erlebt, dass die Revolution der Kerzen
friedlich verlaufen ist - na und? Wie viele haben Gott dafür gedankt? Gott
hat uns die Freiheit geschenkt! Leute, wo bleibt dafür der Dank!
Deutschland, Deutschland mault und meckert über alles in der Welt. Das ist
die neue Strophe der Nationalhymne. Wir meckern über alles, obwohl wir
alles haben. Das einzige, was wir nicht genug haben, das ist die
Dankbarkeit. Leute, an Wundern hat es uns nicht fehlt.
Jeder dieser bisherigen Jugendgottesdienste ist ein Wunder gewesen. Am
Anfang haben geballte Kräfte innerhalb der Kirche versucht, diesen
Gottesdienst nicht zustande kommen zu lassen. Der Superintendent, Teile der
Pfarrerschaft von dieser Stadt, Teile des Kirchenvorstandes, Teile des
Landeskirchenamtes, die haben uns bis auf das Messer bekämpft und wollten
nicht, dass dieser Gottesdienst stattfindet, und als er stattfand, da haben
sie versucht, ihn uns aus den Händen zu nehmen. Und zu diesem entnervenden
Druck der Kirche kam noch der entnervende Druck aus Staat und Stasi hinzu.
Sie sind mit den schweinischsten Methoden gegen uns hier vorgegangen.
Ich werde niemals solche Gottesdienste vergessen wie zum Beispiel den in
der Petrikirche. Da stand ich auch auf so einem Brett hier vorne und im
Gang standen ja Tausende Menschen und die Tür stand auf und da gingen die
Leute raus und rein, und ihr habt mich angeguckt, ihr konntet nicht sehen,
was dort war und ich sah beim Predigen durch die offene Tür nach draußen
auf dem Theaterplatz die Polizei stehen. Und ich habe hier vorne gepredigt
und die ganze Zeit beim Predigen gedacht ich komme heute Abend nicht mehr
nach Hause, die nehmen mich nachher gleich mit. Na und? Nichts ist
passiert. Niemandem ist etwas passiert. Wir haben selbst eine Bombendrohung
überlebt.
Freunde, wir haben in diesem Gottesdienst Gottes Wunder erlebt. Damals in
der DDR, da waren wir von der Gesellschaft ausgeschlossen. Wir in der
Kirche waren so eine Art Aussätzige. Aber es waren ja nicht nur Christen
hier, hier waren ja alle möglichen Atheisten, immer eine buntgewürfelte
Gesellschaft. Die Menschen kamen in diesen Gottesdienst, weil sie in der
Wüste des Sozialismus etwas für ihre Seele gesucht haben - und wenn's der
politische Witz war, den sie hören wollten. Sie haben hier wieder Mut
bekommen. Ob nun durch unsere gemeinsamen Lieder, oder durch die Lieder der
Liedermacher, von denen manche hier Kopf und Kragen riskiert haben, ob
durch die Predigt oder durch die ganze Atmosphäre: in diesem Gottesdienst
sind viele Menschen geheilt worden - von der Resignation, von der Angst,
von der Feigheit. Wir haben hier gelernt, dass das Jesus-Wort stimmt: Die
Wahrheit wird euch frei machen.[2]
Wir haben hier in diesem Gottesdienst Momente der Freiheit erlebt. Wir
haben Hoffnung bekommen, wir haben Spaß gehabt. Ja, wir sind manchmal hier
auch glücklich gewesen. Das war in sozialistischen Zeiten schon sehr viel.
Das war zwar nicht wenig, aber das war noch nicht genug. Leute, ich habe
hier nicht ein einziges Mal gepredigt nur mit dem Ziel, um euch eine
lustige Stunde zu machen. Sondern das alles, das Lachen, das Witze machen,
das Mut machen, das waren Nebeneffekte.
Ein Hauptziel war, dass ihr euch bekehrt und zu Jesus kommt. Weil Ohne
Jesus das Leben sinnlos ist, die Ewigkeit trostlos ist.
Na klar will Jesus, dass wir gesund und glücklich sind. Sonst hätte Er doch
diese zehn Männer nicht gesund gemacht. Das alles ist ja nicht wenig. Aber
das alles ist noch nicht genug. Jesus will mehr. Er will glücklich machen,
Er will selig machen, Jesus will retten. Er will dich retten vor der Hölle,
in die du kommst, wenn du ohne Gott und seine Gebote lebst. Er will dich
retten vor der Verdammnis, in die du kommst wegen deiner Sünde. Er will
dich retten vor dem ewigen Tod, der dir bevorsteht, wenn du nicht auf Jesus
stehst.
Ein Wunder, das haben damals alle zehn erlebt. Gesund geworden sind sie
alle zehn. Aber gerettet worden ist nur einer. Das war der, der sich
bedankt hat. Das war der, der umgekehrt ist. Und Umkehren, das heißt in der
Bibel, sich bekehren, Jesus die Ehre geben.
Deshalb sagt Jesus hier: hat sich sonst keiner gefunden, der Gott die Ehre
gäbe? Der einzige, der das gemacht hat, das ist auch der einzige, zu dem
Jesus gesagt hat: Dein Glaube hat dich gerettet[3]. Rettung! Darum geht es
bei Jesus. Darum geht es um diesen in diesem Gottesdienst und um nichts
anderes.
Gott verlangt Dank – du s o l l s t mich preisen.
Ich habe euch am Anfang das Wort aus der Bibel gesagt: Rufe mich an in der
Not, so will ich dich erretten. Es geht aber noch weiter. Es heißt im
Ganzen so: rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst
mich preisen[4]. Du sollst mich preisen! Du sollst! Das heißt, Gott hat
einen Anspruch auf deine Dankbarkeit. Wenn du nie aus einer besonderen
Klemme vor der Krankheit gerettet worden bist, wenn dein Leben bisher
normal und gesund und ohne Schwierigkeiten verlaufen ist, dann hast du ja
noch viel mehr Grund, Gott zu danken als einer, der erst durch verschiedene
Katastrophen hindurch musste. Und vergiss bitte das eine nicht: die zehn
Aussätzigen, die waren am Schluss alle gesund und glücklich. Die Haut war
wieder glatt, und alles lief wieder glatt. Es sah so aus, als wären alle
Fragen gelöst und alles in Butter. Aber neun von ihnen haben die Fragen
aller Fragen nicht gestellt. Nämlich die Frage der Rettung. Die haben nicht
kapiert, dass der größte Wohlstand und Überfluss die Frage nach der
Errettung nicht überflüssig macht.
Mit heiler Haut davon gekommen und doch verloren.
So meint Jesus auch die Frage, die er stellt: wo sind denn die neun?
Antwort: die sind zwar mit heiler Haut davon gekommen, aber sie sind
verloren. Trotz Gesundheit, Familienglück, blühender Firma und demokratisch-
humanistisch-christlicher Gesinnung. Leute, wo sind die vielen, die hier in
diesem Gottesdienst waren, die hier gutes empfangen haben - und die Jesus
nicht gedankt haben.
Denen Gott hier vieles gegeben hat und die ihm nicht die Ehre gegeben
haben. Die beschenkt fortgegangen sind ohne zu Jesus umzukehren. Ohne sich
zu bekehren. Wo sind sie geblieben?
Sie sind im Zustand der Verlorenheit geblieben. Könnte es sein, dass unter
euch auch welche sind, die ihre Verlorenheit noch nie erkannt haben? Dann
wünsche ich euch, dass in euch eine tiefe Sündenerkenntnis und eine tiefe
Sehnsucht nach Rettung entsteht.
Ohne Bekehrung zu Jesus bleibst du in alle Ewigkeit ein Aussätziger,
ausgeschlossen von Gottes Reich. Davor will dich Jesus retten. Jesus sucht
die Aussätzigen dieser Welt, die durch ihre eigene Sünde ins Aus geraten
sind. Und egal wie schwer deine Sünde ist und was du getan hast, und egal
wie oft du Jesus vergessen oder verleugnet hast und egal wie lange du ihm
davon gelaufen bist, Jesus erwartet dich. Mit ausgebreiteten Armen. Also
komm doch! Komm, kehr um. Komm heim.
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[1] Psalm 50, 15
[2] Johannes 8, 32
[3] Lukas 17, 19
[4] Psalm 50, 15
