
Begegnung und Berufung zur Mission
Vor mehr als 35 Jahre kam eine junge Dame aus der Schwäbischen Alb zu JuMiKo. Sie kam mit ihrem Jugendkreis, genauso wie viele von euch heute zu JuMiKo gekommen sind. Sie hat einen Vortrag besucht, damals ebenso wie viele von euch. Jemand hat über Mission gesprochen, und das hat sie innerlich bewegt.
Sie ging nach Hause. Während ihrer Ausbildung beschäftigte sie das Thema Mission immer wieder. Es ließ sie nicht los, bis sie eines Tages den Mann traf, der den Vortrag über Mission gehalten hatte. Mit ihm kam sie ins Gespräch, und er erzählte ihr weiter von Mission und von der Welt.
Für eine junge Dame aus der Schwäbischen Alb war ihre Welt sehr begrenzt. Sie kannte die Welt außerhalb kaum. Doch Gott bewegte ihr Herz, und sie wagte es, nach ihrer Ausbildung nach Kenia zu gehen. Sie reiste dorthin, ohne Sprache und ohne Kulturkenntnisse – einfach ins Blaue hinein.
Als sie in Nairobi landete, wurde sie von einem jungen Mann abgeholt, der dachte, sie sei eigentlich für nichts tauglich und dürfe nicht in Afrika sein. Später heiratete sie diesen jungen Mann. Dann kamen sie nach Deutschland. Der junge Mann heißt Yassir Eric, und die junge Dame hieß Maren Eric. Sie ist meine Frau. Sie ist heute hier, sie ist mit mir gekommen. Auch unsere Tochter Samia ist zum ersten Mal bei JuMiKo dabei.
Gott hat sie damals berufen, nach Afrika zu kommen. Deshalb konnten wir uns begegnen, weil sie Jesus liebte. Und weil Jesus mein Leben verändert hat, konnten wir uns begegnen. Ich danke Jesus, dass er mein Leben verändert hat. Ich danke meiner Frau, die all die Jahre an meiner Seite war. Ohne sie wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin.
Durch sie bin ich ein besserer Mensch geworden. Durch unsere Kinder bin ich ein besserer Vater geworden. Sie halten mir immer den Spiegel vor Augen. Deshalb ist JuMiKo für mich etwas Besonderes. Jedes Jahr komme ich hierher mit großer Freude und sage: Ja, danke, Jesus!
Einladung zur Begegnung mit Jesus und Thema Verfolgung
Und heute wünsche ich mir und hoffe nicht nur, sondern ich weiß, dass Jesus zu uns sprechen möchte. Er will uns bewegen und etwas in unserem Leben bewirken.
Bitte nimm das einfach an: Dies ist nicht irgendeine Veranstaltung, sondern Jesus Christus ist hier. Weil er da ist, möchte er uns begegnen, unser Leben verändern und uns einen neuen Auftrag geben.
"Committed" für Christus – verfolgt, aber mit Hoffnung. Das ist unser Thema heute Morgen.
Ich weiß nicht, wie viele von euch heute Morgen auf dem Weg hierher zu JuMiKo Gedanken hatten wie: „Oh, vielleicht stoppt mich die Polizei“ oder „Die Geheimdienste könnten mich festnehmen“ oder „Vielleicht werde ich nach JuMiKo festgenommen und ins Gefängnis gebracht“. Ich glaube, keiner von uns hat sich solche Gedanken gemacht.
Aber viele Menschen auf dieser Erde, besonders in der islamischen Welt, wünschen sich einen solchen friedlichen Vormittag. Einen Vormittag, an dem man einfach so sitzt, den Gottesdienst genießt, Lieder singt und Gemeinschaft erlebt – ohne verfolgt zu werden.
Heute, wenn du nichts hast, wofür du dankbar bist – was in diesem Land sehr schwierig sein kann – dann sollte dich dieser Moment dankbar machen.
Deine Familie, dein Zuhause, das Leben, die Sicherheit und die Freiheit, die wir hier noch genießen dürfen – dafür sollten wir dankbar sein.
Die Berufung der Kirche als Lichtträger
Die Kirche Jesu, du und ich, wir sind berufen, Licht in diese Welt zu tragen. Nicht als Macht, sondern als Zeugnis für Jesus Christus. Nicht aus Überlegenheit, sondern aus Hingabe, Jesus zu dienen.
Nachfolge bedeutet, das Evangelium in Wort und Tat zu bezeugen – auch dort, wo es etwas kostet. Ich bin heute Morgen hier, weil im Jahr 1990 jemand zu mir gekommen ist. Diese Person hat ein Risiko auf sich genommen und zu mir gesagt: „Jesus Christus liebt dich.“
Wenn dieser Mensch das nicht getan hätte, wäre ich heute vielleicht ein Terrorist oder vielleicht schon tot in der islamischen Welt. Genau hier liegt eine große geistliche Gefahr in unserer Zeit in Deutschland und Europa: Wir gewöhnen uns an ein Christsein, das nichts kostet.
Wir wollen in die Gemeinde gehen, aber es soll uns nichts kosten. Wir wollen an Jesus Christus glauben, doch es soll uns nichts kosten. Wir wollen einfach Christ sein – aber es soll uns nichts kosten.
Wenn das deine Einstellung heute Morgen ist, dann sage ich dir ganz direkt: Du führst dich selbst in die Irre. Christsein ist nicht so.
Warnung vor geistlicher Lauheit
Und lasst mich euch heute Morgen eine Geschichte oder ein bekanntes Bild erzählen. Es gibt ein bekanntes Bild, das von einem Frosch handelt. Ein Frosch sitzt im kalten Wasser, das langsam erhitzt wird. Zuerst ist es angenehm, das Wasser wird warm, fast gemütlich.
Der Frosch spürt die Wärme, gewöhnt sich daran und merkt nicht, dass sich etwas verändert. Doch die Hitze steigt Schritt für Schritt. Der Frosch passt sich an und bleibt sitzen, bis es zu spät ist. Am Ende kocht das Wasser heiß. Der Frosch hätte längst springen müssen, doch er bleibt und stirbt.
So geht es auch uns, auch hier in Deutschland, in unserer Gesellschaft. Veränderungen geschehen selten plötzlich, sondern meist schleichend, ganz langsam. Wir gewöhnen uns an Kompromisse, an geistliche Lauheit, an ein Leben und eine Welt ohne Gott.
Was uns früher erschreckt hätte, erscheint uns heute normal. Das Normale ist unnormal geworden, und das Unnormale ist absolut normal geworden. Genau darin liegt die Gefahr. Nicht der offene Angriff zerstört unseren Glauben und macht uns kaputt, sondern die langsame Gewöhnung, die wir tagtäglich entwickeln.
Darum ruft uns Jesus Christus heute. Sein Ruf ist klar: Wach auf, steh auf, spring heraus, kehre um, bevor es zu spät ist. So verlieren Menschen ihren Glauben oft nicht plötzlich, sondern schleichend, ganz langsam.
Ein bisschen weniger Gebet, ein bisschen weniger Bibellesen, ein bisschen mehr Anpassung, ein bisschen weniger Mut, ein bisschen hier und dort – bis wir geistlich sterben. Und irgendwann merken wir: Wir glauben, aber unser Glaube kostet uns nichts mehr, weil wir einfach mit dem Strom schwimmen.
Darum ist die ehrliche Frage heute nicht: Wie schlimm ist Verfolgung weltweit? Sondern: Was kostet mich mein Glaube an Jesus Christus hier und gerade hier und heute, während ich hier sitze? Kreuz und Herrlichkeit gehören zusammen.
Kreuz und Herrlichkeit gehören zusammen
Darum hat Paulus im Philipperbrief 3,10 geschrieben: „Ich möchte ihn, Christus, kennen. Ich möchte ihn kennen und die Kraft seiner Auferstehung sowie die Gemeinschaft an seinen Leiden erfahren.“
Um Christus allein geht es Paulus. Ihn will er immer besser kennenlernen. Er möchte die Kraft seiner Auferstehung erfahren und so leben, genau so, wie Jesus Christus gelebt hat – bis zum Kreuz hin, sagt Paulus.
Diese Worte hat Paulus nicht in einer Konferenz, in einem Konferenzsaal, in einer Gemeinde oder im Urlaub geschrieben. Er saß im Gefängnis. Sein Leben war nicht bequem. Paulus sagte nicht: „Ich will Sicherheit haben.“ Paulus sagte nicht: „Ich will Anerkennung haben.“ Paulus sagte nicht: „Ich will mehr Geld haben.“ Paulus sagte nicht: „Ich will mehr Erfolg haben.“
Stattdessen sagte er: „Ich will Christus ganz kennen und erkennen – nicht nur seine Kraft, sondern seinen Weg. Nicht nur die Euphorie, nicht nur die Auferstehung Jesu Christi und diese Kraft, sondern auch das Kreuz.“
Der Christusweg ist ein Leidensweg. Und gerade darin liegt der Weg, Christusähnlichkeit zu werden. Einen Preis für Jesus Christus zu bezahlen, macht uns Jesus Christus ähnlicher – jeden Tag.
Viele Christen, viele von uns, wünschen sich die Kraft der Auferstehung. Wir wünschen uns einen Sieg und wollen einfach ein Leben voller Freude. Aber Leid wollen wir nicht. Gemeinschaft an seinem Leiden wollen wir nicht in unserem Leben.
Doch die Schrift, die Bibel, sagt es uns: Diese beiden gehören untrennbar zusammen. Die Auferstehung und das Leid, die Euphorie und der Sieg stehen zusammen. Wer der Auferstandenen folgt, wer Jesus Christus, der den Tod besiegt hat, nachfolgen will, muss auch dem gekreuzigten Jesus Christus nachfolgen.
Und das ist keine Sonderberufung für irgendwelche frommen Leute von irgendwo. Sondern das gehört zum Christsein dazu.
Zeugnisse von Christen in Verfolgung
Und heute wollen wir über die Christenverfolgung sprechen. Was können wir von den verfolgten Christen lernen? Und was bedeutet das für uns hier und jetzt in unserem Kontext?
Ich möchte euch heute zwei Geschichten erzählen.
Die erste Geschichte: Im Januar 2025 war ich in Syrien zu Besuch bei Christen mit muslimischem Hintergrund. Wir sprachen über die Nachfolge Jesu, über Jesus und darüber, was es bedeutet, Jesus Christus nachzufolgen. Diese Menschen standen nicht unter Druck, sondern ihr Leben war in Gefahr.
Unter ihnen war ein Bruder namens Khaled. Er leitete dort die Gemeinde und hielt eine Andacht über Philipper 3,10. Dabei betonte er nicht so sehr, Jesus mehr kennen zu lernen oder die Auferstehung Jesu Christi und seine Kraft. Vielmehr hob er die Gemeinschaft seines Leidens bis zum Tod hervor. Das war die Andacht von Bruder Khaled.
Wenige Monate später wurde Khaled mit seiner Familie ermordet, weil er Jesus Christus konsequent nachgefolgt ist. Ich habe Khaled 2018 zusammen mit seiner Familie getauft. Damals wusste ich nicht, dass diese Andacht, die er im Januar gehalten hat, das letzte Mal sein würde, dass ich ihn sehen kann, bevor wir zu Jesus gehen.
Khaled sprach nicht nur über diesen Vers, er lebte ihn. Das hat etwas mit uns gemacht. Plötzlich ist für mich persönlich dieser Philipper-3-Vers nicht mehr nur ein schöner Predigttext oder irgendein Text. Er ist ein Spiegel, ein Ruf und ein Zeugnis für Jesus Christus.
Das Thema Verfolgung und Christen in Verfolgung ist nicht nur ein Thema für ein JuMiKo 2026, sondern es ist auch ein Thema für uns. Denn diese Menschen, die verfolgt und ermordet werden, sind unsere Familie, die zu uns gehören. Nur dort, wo Verfolgung herrscht und Menschen einen hohen Preis für Jesus Christus bezahlen, steht die Gemeinde nicht einfach in einer normalen Situation. Es kostet sie etwas.
Die zweite Geschichte stammt von letztem Jahr. Von einem Bruder, der nicht nur ein Bruder, sondern auch ein Vater für mich geworden ist. Er war in Aramäa wie Abraham. Vor vielen Jahren kam er als junger Mann nach Deutschland und hat Jesus geliebt.
Er stammte aus einer Familie, die das Massaker von Seyfo 1914/1915 überlebt hat – wie viele Aramäer aus dem Südosten der Türkei. Obwohl sie in der Türkei leben, sind sie keine Türken, sondern Aramäer.
Er lebte hier in Deutschland, arbeitete und führte ein ruhiges Leben. Doch der Ruf, zurück in die Heimat zu gehen, war für ihn immer präsent. Da er evangelisch war, wollte er die einzige evangelische Kirche im Südosten der Türkei wiederbeleben. Er liebte die Gemeinde.
In seinem höheren Alter verließ er Deutschland, ging dorthin zurück und arbeitete mit seinen Händen in der Hitze in dieser Kirche. An einem Tag hielt er eine Andacht und sagte: „Dieses Haus wird das Haus des Gebets sein.“ Am selben Tag ging er zu Jesus Christus.
Das war Bruder Hermes, dessen Familie heute hier ist. Er ist ein Aramäer unter uns. Wo seid ihr? Bitte steht auf! Hier sind die Aramäer, denn ihre Vorfahren haben Nein zum Islam gesagt. Beim Seyfo-Massaker wurden viele Menschen getötet, aber viele haben Nein zum Islam gesagt.
Dieser Bruder hat mir etwas beigebracht. Ich möchte mein Leben konsequent leben.
Der Ruf an uns alle ist: Die Gemeinde Jesu in Verfolgung – der Christusweg ist ein Leidensweg. Gerade darin liegt der Weg zur Christusähnlichkeit, dass wir wie Christus werden.
Lektionen aus dem Leben verfolgter Christen
Mein dritter Punkt ist, was wir von Menschen lernen können, die in Verfolgung leben, die in Problemen stecken und ihr ganzes Leben Jesus Christus hingegeben haben. Sie wollen so leben, wie Jesus es ihnen gesagt hat.
Wir fragen oft: Wie können wir helfen, wenn Menschen bedrängt sind? Das ist auch richtig, und ich werde euch später sagen, wie wir helfen können. Aber die zweite und wichtigste Frage, die uns heute Morgen alle hier beschäftigt, ist: Was will Gott uns durch diese Menschen lehren? Was können wir aus den Geschichten von Menschen lernen, die den Leidensweg, den Jesusweg, gegangen sind?
Diese Menschen zeigen uns, was Bekenntnis bedeutet – vor Jesus zu stehen. In vielen Ländern ist Christsein keine Tradition. Dort wachsen Menschen nicht als Christen auf, wie ich es getan habe. In vielen Ländern sind Menschen keine Christen, weil sie nicht in die Sonntagsschule gegangen sind. Als ich Moslem war, war ich noch nie in einer Kirche und habe noch nie eine Bibel gesehen. In vielen Ländern ist die christliche Tradition so wenig ausgeprägt, dass Menschen, die zu Jesus kommen, nichts von ihm gehört haben. Deshalb ist es eine bewusste Entscheidung, Jesus nachzufolgen – und diese Entscheidung hat immer Konsequenzen.
Das entlarvt unsere bequeme Situation des Christseins, in der unser Glaube nie aneckt, nie kostet und nie Widerspruch auslöst. Da müssen wir uns fragen: Bekenne ich Christus wirklich?
Die Gemeinde Jesu in Verfolgung zeigt uns, was Gemeinde ist. Gemeinde ist kein Event, kein Programm und kein Ort, an dem man nur entspannt. Gemeinde ist ein Leib, der trägt, betet, leidet und auf Jesus Christus hofft.
Sie zeigen uns, dass Hoffnung stärker ist als Angst. Die Menschen in Verfolgung zeigen uns, dass die Hoffnung in Jesus Christus stärker ist als die Angst. Sie haben oft weniger Sicherheit. Doch diese Menschen, die ich persönlich kenne und besucht habe, haben weniger Sicherheit, aber mehr Gewissheit. Weniger Schutz, aber mehr Freude. Weniger Kontrolle, aber mehr Vertrauen in Jesus Christus.
Leiden ist kein Zufall, es ist gegeben. Paulus sagte: „Euch ist gegeben, um Christi Willen, auch um seines Willens zu leiden.“ (Philipper 1,29) Das ist merkwürdig und ungewöhnlich. Er sagte, Leiden ist gegeben, nicht weil Leiden an sich gut wäre, sondern weil Gott im Leiden gegenwärtig ist. Weil er uns im Leiden formt und uns die Chance gibt, ihm zu vertrauen und ganz bei ihm zu sein – gerade wenn wir sonst ganz lau geworden sind.
Und für uns in Deutschland heute: Wird unser Glaube uns etwas kosten? Vielleicht nicht den Tod, vielleicht nicht das Gefängnis. Aber unser Glaube kann uns Ruf kosten, Karriere, Bequemlichkeit, Anerkennung, Mitlaufen, Schweigen und friedliche Neutralität. Das werden wir verlieren, wenn wir ganz vor Jesus Christus leben.
Die Frage ist: Werden wir Licht tragen oder uns an die Dunkelheit gewöhnen?
Zeugnis aus dem Irak und persönliche Erfahrungen
2014 war ich im Irak. Der IS hatte Mossul eingenommen, viele Christen vertrieben, und zahlreiche Christen waren auf der Flucht. Ich war bei einem Priester, als dieser einen Anruf von einer Familie erhielt, die auf der Flucht war. Es war eine Frau, die im achten Monat schwanger war, mit drei Kindern und ihrem Mann. Sie bat den Priester um Hilfe, weil die Frau in großer Not war.
Ich begleitete den Priester, und wir fuhren durch die Wüste im Nordirak, bis wir die Familie unter einem Baum in der Wüste trafen. Leider kamen wir zu spät. Die Frau starb kurz bevor wir ankamen. Obwohl sie im achten Monat schwanger war, brachte sie kurz vor ihrem Tod noch ein Baby zur Welt.
Wir fanden die Frau unter dem Baum liegend. Sie hielt mit ihrer Hand das Kreuz, das sie um den Hals trug, fest und starb. Das Baby schrie, während die drei Kinder neben ihrer Mutter innerlich erstarrt waren. Ich stand bei der Familie und fand keine Worte. An das Gebet dachte ich nicht. Innerlich war ich wütend. Wie kann so etwas passieren?
Inmitten dieser Wut und der stillen Zeit unter diesem Baum im Nordirak begann der Mann der Frau etwas Merkwürdiges. Er fing an, mitten in dieser Situation ein Lied zu singen. Und welches Lied war es? Er sang „In Christ alone, my hope is found“.
Das Lied lautet:
„In Christus ist mein ganzer Halt,
Er ist mein Licht, mein Heil, mein Lied,
der Eckstein und
Aufruf zum Gebet und Solidarität mit Verfolgten
Deswegen möchte ich euch heute dazu anleiten, für die Menschen zu beten, die Verfolgung erleben – sei es im Jemen, im Irak, im Libanon, im Sudan, in Nordafrika, bei Boko Haram oder auch im Iran.
Heute gehen mutige junge Leute im Iran täglich auf die Straße. Während wir hier schlafen oder es bequem haben, gehen sie in den Städten Teheran, Qom, Isfahan und anderswo auf die Straße.
Wir müssen für diese Menschen eintreten und vor ihnen stehen, damit sie ihre Freiheit im Namen Jesu Christi erhalten können. Beten bedeutet nicht nur Mitleid, sondern Verbundenheit. Wer betet, bleibt nicht nur Zuschauer, sondern wird Teil des Kämpfers.
Ich wünsche mir, dass genauso wie die Menschen hier auf der Straße wegen Hamas, Gaza und Ähnlichem demonstriert haben, dieselben Menschen auch heute für die Menschen im Iran, in Nigeria, im Sudan und im Jemen einstehen.
Dabei sollten wir nicht einseitig sein und nicht entscheiden, wo wir als Christen Solidarität zeigen wollen und wo nicht.
Warnung vor dem Verlust der Wurzeln und Aufruf zur Mission
Und ich komme jetzt zum Ende, zum Ende meiner Predigt: Der Ruf an uns in Deutschland lautet – raus aus der Komfortzone, hinein in die Sendung Jesu Christi für uns.
Ich möchte dieses Bild jetzt mit euch teilen: Europa ist wie eine schöne Blume. Sie sieht gut aus, ist wohlhabend und sicher. Sie ist attraktiv und zieht Menschen an. Deshalb kommen viele Migranten von überall nach Deutschland, nach Europa. Sie suchen Sicherheit, Zukunft und Bequemlichkeit.
Doch diese Blume hat ein Problem: Sie ist nicht mehr mit ihren Wurzeln verbunden. Eine Blume ohne Wurzeln wird verschwinden.
Die europäische und auch die deutsche Kultur hat ihre Wurzeln im jüdisch-christlichen Glauben. Doch wir und unsere Gesellschaft sind so arrogant geworden, dass wir Gott aus unserem Leben verdrängt haben. Alles dreht sich nur noch um uns und uns allein.
Die Blume trocknet aus und wird eines Tages sterben. Darum gilt: Nicht die Gesellschaft soll die Kirche formen, nicht die Gesellschaft soll dich formen, nicht deine Freunde sollen dich formen, sondern die Kirche soll die Gesellschaft prägen.
Wir sollen für Wahrheit stehen, für Prinzipien und für dieses Land. Nicht durch Macht, sondern durch Zeugnis. Nicht durch Überlegenheit, sondern durch Hingabe.
Christsein bedeutet heute Klarheit und Mut. Es ist die Zeit, aufzustehen, sich zu Jesus zu bekennen und im guten Kampf des Glaubens zu kämpfen – im Namen Jesu Christi.
Überall sehen wir, dass Menschen dies in der Welt tun – von Iran bis Marokko, von Kabul bis Khartum und Casablanca, von Bagdad bis Basra.
Mission geschieht nicht irgendwo, sie beginnt dort, wo du bist, dort, wo ich bin. Mission beginnt an deinem Arbeitsplatz – als Arzt oder Ärztin, Lehrer oder Lehrerin, Handwerker, Student oder Schüler, Mutter, Vater, Pastor. Egal, wo du bist, dort will Gott dich brauchen.
Aber Gott möchte uns auch bewegen, zu ihm und in die Mission zu gehen. Jesus nachzufolgen heißt, nicht zu schweigen, wenn Christus geleugnet wird. Es bedeutet, nicht mitzuschwimmen, wenn die Wahrheit relativiert wird. Es heißt, den Namen Jesu nicht zu verstecken, auch wenn es uns etwas kostet.
Und es soll uns etwas kosten, auch heute.
Die Zeit ist gekommen, vor Jesus einzustehen – mit Jesus, durch Jesus und vor Jesus –, damit die Welt ihn erkennt. Damit die Welt diese beste Botschaft hören kann: Jesus Christus ist König, und er ist Gott.
Ermutigung zum festen Glauben und Hingabe
Die verfolgte Kirche, die Kirche der Verfolgung, sagt uns nicht: „Hab keine Angst“, sondern sie fordert uns auf: „Bleibt treu, Christus ist es wert, wenn wir ihm nachfolgen.“
Darum ist heute eine entscheidende Frage wichtig – nicht, wie viel Christsein in mein Leben passt, sondern wie viel von meinem Leben Christus gehört.
Ich hoffe, dass wir sagen können: Alles gehört Christus, nicht nur ein bisschen hier und dort, sondern alles. Was in mir ist – meine Kraft, meine Gedanken, alles – gehört Jesus Christus.
Besonders an euch jüngere Menschen gerichtet: Es gibt niemanden, der euch mehr verdient als Jesus Christus. Gebt euch deshalb nicht billig her. Seid nicht einfach wie diese Gesellschaft, sondern sagt zu Jesus: „Als junger Mann, als junge Frau, Jesus, ich gehöre dir. Mein Herz, mein Leben, alles gehört dir, Herr Jesus Christus!“
Das letzte Wort gehört nicht dem Leid, nicht der Angst, nicht dem Tod. Das letzte Wort gehört Jesus Christus, der sagte: „Ich bin das Licht dieser Welt.“ Dieses Licht leuchtet, diese Hoffnung trägt uns.
Lasst uns Christus folgen und treu bleiben, in Vertrauen und in der Hoffnung auf seinen Sieg. Lasst uns leben, engagiert für Jesus Christus – zwischen Kreuz, Hoffnung und Herrlichkeit.
Lasst uns zusammen beten.
Einladung zur persönlichen Entscheidung und Gebet
Ich möchte, dass wir die letzten Minuten bewusst vor Gott und Jesus Christus verbringen. Bitte vergiss dabei, dass jemand neben dir sitzt.
Jesus, ich stelle dir heute die Frage: Bin ich es wert, dass du mir nachfolgst? Jesus stellt dir und mir heute diese entscheidende Frage.
Wir haben von verfolgten Christen gehört, vom Weg Jesu – dem Weg zwischen Kreuz und Herrlichkeit. Wir haben gehört, dass Nachfolge kostet, aber sich lohnt. Heute kannst du zu ihm kommen und sagen: Herr Jesus Christus, ich komme zu dir. Jetzt ist kein Moment für Applaus, sondern ein Moment der Verantwortung.
Jesus stellt uns heute keine theoretische Frage. Er fragt nicht: Was denkst du über Mission? Er fragt: Willst du mir ganz nachfolgen? Vielleicht ruft dich Christus heute, deinen Komfort zu verlassen und ihm zu dienen. Er ruft uns, ihm nachzufolgen.
Bitte vergiss, dass jemand neben dir ist, und sag zu Jesus: Herr, hier bin ich, ich komme. Es tut mir leid, dass ich viele Kompromisse in meinem Leben gemacht habe. Es tut mir leid, dass mein Glaube nicht so war, wie er sein sollte. Es tut mir leid, Herr, dass ich dich aus dem Zentrum meines Lebens verdrängt habe.
Es tut mir leid, Herr Jesus Christus, dass mein Glaube so klein geworden ist und ich dich dadurch auch klein gemacht habe. Meine Probleme waren größer als du, meine Sorgen waren größer als du. Aber heute komme ich zu dir, Herr Jesus Christus, und sage: Herr, ich will dich kennen und die Kraft deiner Auferstehung erleben. Ich möchte so leben, wie du gelebt hast – bis zum Tod hin, engagiert für Christus.
Wir sagen Ja zu dir, Herr. Sag Ja zu Jesus heute. Unser Leben ist so lau geworden, und wir haben das Wesentliche vergessen. Lass uns heute alle zurückkehren.
Wenn du heute spürst, dass dein Glaube dich wieder etwas kosten soll, und du nicht länger schweigen willst, wo Christus dich ruft, wenn du heute spürst, dass du dein Leben neu unter seine Herrschaft stellen willst und bereit bist zu dienen, wenn du heute spürst, dass du zu Jesus kommen willst, dann lass uns einen Moment nehmen.
Bitte rede mit Jesus und mach heute hier mit ihm etwas fest, das du im Jahr 2026 tun möchtest. Sei konkret mit ihm. Nicht irgendwelche Wünsche, sondern sag: Herr, ich brauche dich. Meine Familie, mein Studium, meine Ehe, die Erziehung meiner Kinder, meine Arbeit, mein Leben in dieser Welt – alles lege ich dir hin.
Lass uns heute sagen: Herr, wir wollen für dich stehen. Jesus, Jesus, Jesus.
Abschlussgebet und Fürbitte
Und als Zeichen der Hingabe stehen wir auf und beten gemeinsam. Wir stehen fest – hier und jetzt, heute – und sprechen zu ihm: Herr Jesus Christus, wir wollen zu dir kommen. Bitte, Herr, hilf uns, dir nachzufolgen, auch wenn es uns etwas kostet, sei es unsere Bequemlichkeit oder etwas in unserem Leben.
Herr Jesus Christus, ich danke dir für deine Liebe und deine Barmherzigkeit. Ich danke dir, dass du uns heute daran erinnert hast, dass du möchtest, dass wir dir nachfolgen.
Wir sagen dir heute, Herr Jesus Christus, wie ein Soldat: Ja, Herr, ich möchte dich nachfolgen – mit allem, was in mir ist und in meinem Leben.
Herr Jesus, ich danke dir. Wir stehen vor dir, wir stehen vor der Wahrheit, wir stehen vor der Mission, wir stehen vor diesem Land. Und wir danken dir, Herr Jesus, dafür.
Für unsere Geschwister in Verfolgung beten wir heute, Herr Jesus Christus. Für die Menschen, die auf der Flucht sind – in Nordnigeria, bei Boko Haram, in Darfur, im Nord-Sudan, in Kabul, in Afghanistan.
Wir beten auch für deine Gemeinde in Aleppo, Syrien, momentan, sowie in Bagdad, in Basra und in der Türkei. Wir beten zu dir, Herr Jesus Christus, dass du deine Hand über diese Menschen hältst.
Ganz besonders beten wir heute für den Iran – für die jungen Leute, die auf der Straße sind. Mögen sie spüren, dass du bei ihnen bist und dass deine Hand über dem Iran liegt.
Wir bitten dich, Herr, dass du diese grausame Regierung zu Ende bringst, damit die Menschen im Iran die Freiheit in Jeschua Hamaschiach finden dürfen.
Wir danken dir, Herr, dass du unser Herr und Heiland bist – von nun an bis in Ewigkeit.
Bitte nehmt Platz.