
Heute haben wir wieder einen wunderbaren Text, auch als Gottes Wort bezeichnet, zu dem ich euch einlade. Wir wollen gemeinsam im Römerbrief Kapitel sieben lesen.
Lasst uns aufstehen und die Verse eins bis sechs lesen: Römer 7,1-6.
Einführung in das Thema des Gesetzes und der Freiheit durch Christus
Oder wisst ihr nicht, Brüder, denn ich rede ja mit solchen, die das Gesetz kennen, dass das Gesetz nur so lange über den Menschen herrscht, wie er lebt.
Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Wenn aber der Mann stirbt, so ist sie von dem Gesetz des Mannes befreit. So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt, wenn sie einen anderen Mann zu eigen wird. Stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetz frei, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einen anderen Mann zu eigen wird.
Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen angehört, nämlich dem, der von den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen.
Denn als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod Frucht zu bringen. Nun aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden. So dienen wir im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens.
Nochmal: Damit wir im neuen Wesen des Geistes dienen und nicht im alten Wesen des Buchstabens.
Herr, segne du dein ewiges und dein für immer gültiges Wort in Autorität und Kraft.
Nehmen wir Platz!
Die Glaubensgerechtigkeit und ihre praktische Bedeutung
Ihr erinnert euch: Der Römerbrief hat sich zu Beginn mit dem Thema der Glaubensgerechtigkeit beschäftigt. Er zeigt, dass wir durch den Glauben gerecht vor Gott geworden sind – nicht durch unsere guten Werke oder Anstrengungen.
Die Frage, die sich daraus ergibt, und die Paulus auch aufgeworfen hat, lautet: Was bedeutet es eigentlich, durch den Glauben gerecht zu werden? Bedeutet das einfach, dass wir nur glauben und sich praktisch nichts verändert?
Was verändert sich, wenn wir glauben: „Ich bin jetzt in Christus gerecht geworden“? Welche konkreten Auswirkungen hat das? Müssen wir als Christen am Ende nicht doch etwas tun, damit sich unser Leben wirklich wandelt?
Die Lehre von der Glaubensgerechtigkeit wird dann manchmal als bloße Theorie oder These verstanden. Deshalb fangen viele Christen wieder an, sich am Ende doch auf das Gesetz zu stützen und versuchen, sich durch das Befolgen der Gebote zu heiligen.
Das ist jedoch der alte Gesetzesweg, der alte religiöse Druck, der wieder auftaucht. Obwohl wir die Lehre von der Gerechtigkeit aus Glauben hören und wissen, dass genau das uns gerecht macht und uns vor Gott angenehm werden lässt, scheint das in der Praxis nicht richtig zu funktionieren.
Also halten wir wieder am Buchstaben fest und geben uns Mühe – doch das ist ein falscher Weg.
Die Unwirksamkeit des Gesetzes zur Heiligung
In den Kapiteln fünf, sechs und auch in unserem heutigen Kapitel sieben zeigt Paulus, dass die Gerechtigkeit aus Glauben keine Mühe mit dem Gesetz benötigt, um Menschen zu verändern. Paulus lehrt uns, dass durch die Beachtung des Gesetzes kein Mensch heiliger wird. Das geschieht unabhängig vom Gesetz, allein durch den Glauben an Jesus.
Der Glaube an Jesus Christus macht uns heiliger. Die Beachtung des Gesetzes trägt jedoch nichts zu unserer Heiligung bei. So radikal ist diese Botschaft: Nicht wer Gebote hält, wird geistlich reif, sondern nur der, der an Christus und seine uns zugerechnete Gerechtigkeit glaubt, wird geistlich wachsen.
Aber wie kann der nackte Glaube, ohne Werke und ohne unser Zutun, einen Menschen wirklich verändern? Wie kann die Lehre von der Gerechtigkeit aus Glauben mir ganz praktisch den Sieg über meine Sünde bringen?
Die Antwort des Paulus in den Römertexten lautet: Das haben wir in allen Variationen gehört – unsere Vereinigung mit Christus. Deren sollen wir uns bewusst sein. Christian hat darauf hingewiesen, wie oft es immer wieder heißt: „Wisst ihr nicht, wisst ihr nicht?“ Auch unser heutiger Text sagt: „Oder wisst ihr nicht, Brüder?“ Wir müssen etwas wissen, etwas verstehen. Das ist unsere Vereinigung mit Jesus.
Die Vereinigung mit Christus als Grundlage der Freiheit vom Gesetz
Wir sind mit ihm eins gemacht in seinem Tod und in seiner Auferstehung zu einem neuen Leben. Wir sind mit ihm vereinigt; wir sind nicht mehr zwei – er und ich –, sondern wir sind eins: er in uns und wir in ihm.
Zu diesem Gedanken bringt Paulus nun unseren Text. Er verwendet eine weitere Illustration, damit wir die ganze Sache besser verstehen: Wir werden nicht durch den Buchstaben geheiligt, sondern durch den Glauben, in dem wir mit unserem Heiland vereint sind.
Paulus verwendet das Bild einer Ehe. Er sagt: Erstmals warst du mit dem Gesetz verheiratet. Das ist unser Ausgangspunkt. Alle Menschen stehen unter dem Gesetz Gottes, unter den Forderungen Gottes. Das bedeutet, wir können diesen Forderungen Gottes, dem Gesetz, nicht gerecht werden. Das liegt an unserer Schwachheit, unserer Sündhaftigkeit und unserer gefallenen Natur in Adam.
Also wird dieses Eheband mit dem Gesetz für uns zu einer schrecklichen Bürde, zu einer Qual, zu einer Last – zu einer furchtbaren Ehe. Wenn der Mann so perfekt ist und die Frau sich große Mühe gibt, aber egal, was sie macht, alles ist verkehrt, dann hält das eine Frau nicht lange aus. Es macht sie kaputt.
Sie denkt: „Nun habe ich es wieder nicht richtig gemacht, und das ist auch wieder verkehrt.“ Das ist unsere Ausgangslage. Wenn diese Frau nun versucht, ihrem Mann auf diesem Weg zu gefallen – buchstabengetreu, perfektionistisch, vollkommen zu werden –, dann wird sie scheitern. Und sie scheitert auch.
Genau das ist es, was Paulus uns hier sagt.
Die Illustration der Ehe als Bild für das Verhältnis zum Gesetz
Oder wisst ihr nicht, Brüder, dass das Gesetz nur so lange über den Menschen herrscht, wie er lebt? Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt.
Wenn aber der Mann stirbt, ist sie von dem Gesetz des Mannes befreit. So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. Stirbt aber der Mann, so ist sie frei vom Gesetz, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird.
Paulus zeigt also, wie die Frau diesen Mann loswird. Ja, echt, wie kann sie denn loswird? Scheiden geht nicht! Hier können wir sehen, wie Paulus geglaubt und gelehrt hat, auch bezüglich der Ehe. Das wird uns hier nebenbei klar.
Paulus geht felsenfest davon aus, dass eine Scheidung zu Lebzeiten nicht in Frage kommt. Und da denke ich manchmal: Auch bei uns wird viel zu viel geschieden – und das wegen viel zu vieler Gründe. In der Bibel ist und bleibt es: bis dass der Tod uns scheidet. Das ist der Grundsatz der Bibel.
So leben auch Gotteskinder, so leben Christen, egal was die Welt heute uns erzählt. Das ist alles Humbug. Das Fundament ist: Was Gott zusammengeführt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. Darum gilt: bis dass der Tod uns scheidet.
Aber die Ehe ist ein unauflöslicher Bund für das ganze Leben. Darum hat auch schon der alte Schiller gemeint: Darum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.
Die Befreiung vom Gesetz durch den Tod in Christus
Von da leitet Paulus nun seine Illustration ab: Wir Menschen sind lebenslang mit den Forderungen Gottes, mit dem Gesetz Gottes verheiratet. Wir alle stehen lebenslang unter ihnen und werden am Ende ihretwegen gerichtet. Wie können wir dieser Tyrannenehe entfliehen? Seine Antwort lautet: Nur durch den Tod.
Da aber das Gesetz, der Mann, nicht stirbt, muss die Frau sterben. Ich muss sterben, du musst sterben. Dann kann dir dein Ehemann nichts mehr anhaben. Aber wie kannst du dem Gesetz sterben?
Paulus schreibt in Vers 4 und 5: „Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen.“
Wie kannst du also dem Gesetz, deinem dich verdammenden Ehemann, sterben und ihn auf diese Weise loswerden? Durch den Leib Christi, sagt er. Dadurch, dass Gott dich in seinem Herzen vor aller Ewigkeit mit Christus eins gemacht hat, bist du gestorben, als Christus starb.
Ja, du hast richtig gehört: Du bist gestorben, du bist schon gestorben, bevor du geboren bist. Durch seinen getöteten Leib am Kreuz bist du damals mit ihm gestorben. Durch seinen Leib bist du gestorben, und durch diesen Tod in ihm bist du dem Gesetz nichts mehr schuldig.
Denn durch Christi Tod hast du alle Schuld bezahlt. Er hat für dich bezahlt, und du bist nun frei, einen anderen zu heiraten. Und wer ist der andere? Wer ist der neue Mann? Sag es doch laut! Wer ist das? Wie heißt der Ex? Das ist das Gesetz. Und wie heißt der Neue? Jesus, Jesus Christus.
Die neue Ehe mit Christus als Grundlage der Heiligung
Vers 4 und 5 nochmals:
Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz durch den Leib Christi gestorben, damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist. So sollen wir nun Gott Frucht bringen, damit endlich etwas wird aus unserer Heiligung und aus unserem heiligen Leben.
Weißt du das? Er sagt: Wisst ihr, ihr seid nicht mehr mit dem Gesetz verheiratet. Das ist ein Punkt, der uns in Fleisch und Blut übergehen muss. Wisst ihr nicht um eure Vereinigung mit Christus? Du bist nicht mehr mit dem Gesetz verheiratet, du bist nicht mehr unter den Buchstaben.
Durch deinen Tod in Jesus Christus bist du deinen alten, grausamen Ehemann los. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der Ehemann ist ja ein super Kerl, der Alte. Er ist so perfekt, vollkommen, an ihm gibt es nichts zu kritisieren – ein super, super, super Mann.
Das Problem ist nicht der Mann, sondern das Problem bist du. Wir werden ihm nicht gerecht, wir schaffen das nicht, das ist unsere Verzweiflung. Deswegen können wir nicht mehr mit ihm leben. Das bringt uns nur den Tod – dieses Gesetz.
Du bist ihn los und bist einem anderen zu eigen geworden. Dein neuer Bräutigam heißt Jesus. Das heißt, wir sind in einem neuen Stand, wir sind wieder verheiratet. Den alten Mann, den Unterdrücker, sind wir losgeworden. In ihm sind wir gestorben, in Jesus Christus zu einem neuen Leben, zu einer neuen Ehe.
Und wenn dich die Sünde erneut übermannen will, das Gesetz dich wieder anklagen will, dann sprich: Was habe ich mit dir zu tun? Du bist nicht mehr mein Mann. Ich bin neu verheiratet, mein Bräutigam ist Jesus, dem gehöre ich jetzt.
Die Liebe als Kraftquelle der neuen Beziehung
Oder noch besser: Wenn das Böse an deine Herzenstür klopft und dich versucht, dann handle wie meine Frau. Wenn ein Fremder an der Tür klingelt und sie sich nicht sicher ist, wer das ist, sagt sie zu mir: „Wolfgang, geh du mal und schau nach, wer das ist.“
Haha, dann muss ich den Typen an der Tür abwimmeln. So sage ich auch zu dir, Herr Jesus: „Da ist einer, und der sieht ziemlich finster aus. Bitte geh du an die Tür und erledige die Sache. Ich habe damit nichts zu tun.“
Es ist herrlich! Genauso ist es mit der Sünde. Wenn sie an deine Herzenstür klopft, lass Jesus für dich kämpfen. Er wird für Ruhe sorgen.
Nun ist in diesem Gedanken der Wiederheirat, mit diesem neuen Ehemann, mit dem du jetzt eins geworden bist, natürlich eine Menge Wahrheit und Herrlichkeit enthalten. Wir sehen, was für ein großer Unterschied zwischen der früheren Beziehung und der heutigen Beziehung besteht.
Dein erster Mann, wie schon mehrfach gesagt, zeigte dir das Gesetz und verlangte Perfektion. Er drohte dir, herrschte durch Angst. Jedes Mal, wenn er nach Hause kam, hättest du dich am liebsten versteckt. Seine Forderungen konntest du nicht erfüllen. Wie oft hast du geweint und bist psychisch kaputt gewesen!
Aber Jesus, dein neuer Ehemann, ist ganz anders. Er fordert nicht nur, sondern liebt dich. Wie köstlich ist es, aus dem Mund einer wiederverheirateten Frau zu hören – ich habe das mehrfach erlebt –, wenn eine Frau nach einer schrecklichen Ehe mit einem anderen Mann verheiratet war und dann sagt: „Dieser Mann, den ich jetzt habe, der liebt mich.“ Und dann weint sie: „Der Mann liebt mich.“
Nur ein Unterschied: Der andere hat sie nur ausgebeutet. Es ist für eine Ehefrau Balsam, sich von ihrem Mann wirklich geliebt zu wissen. Das heilt ihre Seele und erfüllt sie mit Freude. Es ist ihr eine Freude, für ihn da zu sein, zu tun, was ihm gefällt und was er sich wünscht. Es ist ihr höchstes Glück, diesen Mann auch glücklich zu machen.
Deshalb schreibt Paulus: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, so wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat.“ Das ist dein neuer Ehemann. Jeder von euch soll seine Frau so lieben wie sich selbst. Die Frau aber soll dem Mann Ehrfurcht erweisen.
Es wird ihr nicht schwerfallen, ihrem Mann Respekt zu erweisen, sich ihm unterzuordnen – nach biblischer Weise –, ihn in seiner schriftgemäßen Führungsrolle zu unterstützen und gemeinsam mit ihm zu leben und zu handeln. Das fällt ihr nicht schwer, wenn sie sich geliebt weiß.
Christus schlägt uns nicht, wie das Gesetz es tat. Er ist kein Zuchtmeister, wie Paulus das Gesetz nennt. Sondern er liebt uns, und diese Liebe erzeugt Gegenliebe. So rufen wir aus tiefer Leidenschaft: „Lasst uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.“
Das ist Ehe – auch im praktischen Bezug. Lasst uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Darum folgen wir ihm gern und halten seine Gebote nicht mit Seufzen, sondern mit Freude. Jesus sagt: „Wer mich liebt, der hält meine Gebote.“
Die Liebe als Motivation für Gehorsam
Ich habe einmal mit einer Pferdeliebhaberin gesprochen. Sie erzählte mir, was sie alles im Stall zu tun hat: die Pflege der Pferde, das Bürsten und allerlei weitere Aufgaben. Ich hatte keine Ahnung, was da alles dazugehört. Aber von morgens bis abends konnte sie bei den Pferden sein.
Ich sagte, das würde mich wahnsinnig machen. Das könnte ich alles nicht, das ist mir zu viel – diese Arbeit mit den Pferden. Und wisst ihr, was sie dann zu mir sagte? „Nö, ich liebe die Pferde“, sagte sie. Deshalb war es für sie eine Freude, rund um die Uhr, 24 Stunden, bei den Pferden zu sein.
Die Liebe verändert alles. Wo euer Herz ist, wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. Der neue Ehemann, der alte Ehemann, der riss und zerrte uns bei den Haaren, um seinen Willen durchzusetzen. Aber der neue Ehemann Jesus zieht uns an unserem Herzen, sodass wir Lust haben, ihm zu folgen.
Das ist es, was wir auch gehört haben: die Herrschaft der Gnade. Sie zieht und leitet uns zurecht. Ihr Konzept ist nicht die Härte des Buchstabens, sondern die geheime Macht der Liebe. Wie wir neulich auch gesagt haben: Gerhard Terstegen schrieb,
„Ich bete an die Macht der Liebe,
wie bist du mir so zart gewogen,
wie verlangt dein Herz nach mir,
durch Liebe sanft und tief gezogen
neigt sich mein Alles auch zu dir,
du traute Liebe, gutes Wesen,
du hast mich und ich hab dich erlesen.“
Genau das ist es, was Paulus uns hier lehren will: Das Gesetz bringt niemanden zur Heiligung. Das Gesetz ist eine Rute, es droht. Das ist der fatale Fehler vieler Christen, wenn sie durch Gesetzesmühe heilig werden wollen. Unsere Mühe, das Gesetz zu halten, führt in die Verzweiflung, aber nicht zur Heiligung, nicht zur geistlichen Reife.
Das geschieht nur durch die geheime Macht der Gnade, die uns die herrliche Liebe Christi zeigt und uns überwältigt. Sie macht uns geneigt. Das ist das Konzept des Evangeliums – nicht Gesetze.
Die Dynamik unseres Christseins besteht nicht im Gesetzeshalten, wie in vielen anderen Religionen. Die Dynamik unseres Christseins besteht in der herzlichen Liebe unseres Erlösers Jesus Christus zu seinen gefallenen, sündhaften Kindern, um sie gerecht zu lieben.
Sagt ihr Amen? Konntet ihr bisher verstehen? Ich hoffe es.
Die Intimität der Liebesbeziehung mit Christus
Dann fange ich noch einmal von vorne an. Doch etwas anderes ist ebenfalls wichtig in einer glücklichen Ehe: Sie lebt durch die Liebe. Wie gesagt, die Liebe mag Intimität, Zweisamkeit und Gemeinschaft. Genau das bewirkt die Liebe unseres Bräutigams Jesus. Er ist dein Mann und sehnt sich herzlich danach, mit dir allein zu sein.
Christsein bedeutet nicht, fromme Regeln zu befolgen. Christsein ist eine Liebesgeschichte. Das gibt es nur im Evangelium. Christsein heißt verliebt sein. Wenn jemand sagt: „Ich bin ein Christ“, dann kann er auch sagen: „Ich liebe Jesus.“ Wenn er nicht aus der Tiefe seines Herzens sagen kann: „Ich liebe Jesus“, muss er nicht mehr sagen: „Ich bin ein Christ.“
Christsein heißt verliebt sein. Es bedeutet Intimität mit Gott, Zuneigung, Sehnsucht und Verlangen nach Gemeinschaft. Ja, das sind tiefe Gefühle der Liebe. Deshalb die Frage: Kennst du die Liebe Jesu zu dir? Weißt du, wie es sich anfühlt, ihn zu lieben, Sehnsucht nach ihm zu haben und Gemeinschaft mit ihm zu sein – in ihm?
Diese Liebe kommt durch den Heiligen Geist. Im Römerbrief heißt es: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen durch den Heiligen Geist in unsere Herzen.“ Mit dem neuen Ehemann hast du eine echte Beziehung, eine Liebe, eine tiefe Gemeinschaft und ein starkes Vertrauen.
Jesus, dein Bräutigam, mit dem möchtest du – und er mit dir – für immer zusammen sein. Diese Liebe, diese Sehnsucht nach Gemeinschaft, setzt uns in Brand. Sie entwickelt Leidenschaft für Gott in unseren Herzen. Die Bibel sagt: „Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn.“ Große Wasser können die Liebe nicht auslöschen, und Ströme können sie nicht ertränken.
Menschliche Liebe kannst du auslöschen. Sie kann sogar in Hass verwandelt werden. Aber wenn du mit Christus eins geworden bist, mit ihm verheiratet bist, mein Freund, dann wohnt eine göttliche, ewige Liebe in dir, die dich niemals mehr loslässt.
Die Kraft der Liebe in Petrus’ Leben
Wir sehen dieses Feuer der göttlichen Liebe in Petrus. Wir haben diese Geschichte neulich besprochen. Er hatte seinen Meister dreimal verleugnet. Das wollte er keinesfalls, denn er liebte Jesus sehr. Doch die Sünde überfiel ihn. Die Anfechtung kam so plötzlich, dass sein Mut, zu Jesus zu stehen, inmitten der Feinde auf null sank.
War es jetzt aus mit ihm? Hatte er seinen Gott nicht sogar verflucht? Ja, das hatte er. Und er hatte sich öffentlich und bösartig von ihm abgewandt. War das nicht dasselbe, was Judas auch getan hatte? Judas möglicherweise. Aber in Petrus brannte ein Feuer – ein Feuer der Liebe.
Deshalb ging Petrus nicht hinaus und erhängte sich, sondern er ging hinaus und weinte bitterlich. Was für ein Unterschied! Er weinte und konnte nicht aufhören zu weinen. Es tat ihm alles so leid. Wenn er doch nur zurückgehen und alles ungeschehen machen könnte!
Später begegnete ihm der Auferstandene. Jesus fragte seinen gefallenen Jünger: „Petrus, liebst du mich?“ Da rief der Jünger: „Du weißt, Herr, dass ich dich liebe.“ Jesus machte ihn zu einem der größten Apostel der gesamten Kirchengeschichte.
Die Liebe als Fundament der Beziehung zu Gott
Was, liebe Gemeinde, hat Petrus in der Stunde seines großen Falles gehalten? War es der Buchstabe des Gesetzes oder die tiefe Liebe Gottes in Jesus Christus, die in seinem Herzen brannte? Es war nicht das Gesetz, nicht der tote Buchstabe, der ihn gehalten hat. Es war die Liebe seines Gottes, die ihn zurechtgebracht hat. Es war die Herrschaft der Gnade, die Macht der Liebe.
Und das ist das Neue mit unserem neuen Ehemann. Das Alte ist der Knüppel, die Religion – lass die Religion! Und dieser neue Ehemann, der dich liebt, der dich trotz deines Versagens in den Arm nimmt und dich küsst, sagt: „Komm, wir üben zusammen. Ich helfe dir, ich vergebe dir. Wir schaffen das, denn ich bin deine Liebe.“ Das ist das Öl zur Veränderung, zur Heiligung. So gehorchst du der Sünde nicht mehr, sondern überwindest sie, weil du Jesus überstehst. Gelobt sei der Name des Herrn.
Deshalb ist es interessant, was Jesus seinem tief gefallenen Jünger gefragt hat. Er hat nicht gefragt: „Petrus, willst du künftig meine Gebote halten? Soll eine solche Verleugnung nicht mehr vorkommen? Hast du dir jetzt auch einen guten Vorsatz genommen? Petrus, willst du mir ab heute endlich treu sein?“ Das wäre das alte Gesetz.
Nein, er hat ihn gefragt: „Petrus, oder Simon Jona, hast du mich lieb?“ Die Liebe ist der Schlüssel. Sie umfasst das ganze Gesetz. Wenn sie im Herzen brennt, dann bringt sie dich sicher nach Hause.
Die persönliche Beziehung zu Jesus als Lebensquelle
Deshalb stellt sich heute Morgen die Frage: Worin besteht deine Beziehung zu Gott? Was macht deine Beziehung zu Jesus aus?
Ist es die Gesetztafel? Die To-do-Liste, die du pflichtgemäß abarbeiten musst? Das ist Sklaverei, wie wir auch von Paulus gelernt haben. Oder ist deine Beziehung zu Jesus aus Liebe gemacht?
Halleluja, ich kann richtig spüren, wie viele Menschen innerlich aufatmen und sagen: Ja, Heiland, ich habe dich lieb, es ist Liebe. Ich habe Sehnsucht nach dir.
Und wenn die Sünde kommt und die alte Versuchung, dann möchte ich sofort mit dir reden. Dann möchte ich sofort mit dir sprechen und dir alles erzählen: meine Sorgen, meine Anfechtung – alles sollst du wissen.
Indem du in dieser Beziehung der Liebe und Gemeinschaft mit Jesus lebst, wirst du wachsen und stark werden. Du wirst die Kraft haben, der Sünde zu widerstehen, ein heiliges Leben zu führen und Sieger zu sein. Frei zu sein von den Leidenschaften und Begierden deines alten Menschen.
Halleluja, Halleluja, das ist die Kraft, nicht der Buchstabe. Haben wir das jetzt verstanden? Das ist so wichtig!
Die bleibende Liebe Gottes trotz geistlicher Schwäche
So manch ein Mann hat mir in der Seelsorge gesagt: „Pastor, ich bin oft weit weg von Jesus gewesen, aber er hat mich nie losgelassen.“
Wenn geistlich in mir schon alles tot schien, flammte es plötzlich doch wieder in meiner Seele auf. Es hieß in mir: „Dies hier ist nicht dein Platz, kehre um und komm wieder nach Hause zurück.“
Ja, die Liebe ist eine Flamme des Herrn. Das zurechtbringende Geheimnis der Herrschaft der Gnade ist die brennende Liebe Gottes. Halleluja!
Ich muss jetzt zum Schluss kommen.
Zusammenfassung und Ermutigung zur neuen Ehe mit Christus
Zusammengefasst lernen wir heute: Willst du im Glauben und in der Heiligung wachsen und die Sünde in deinem Leben mehr und mehr besiegen, dann mache dir Folgendes klar und sei dir dessen bewusst: Dein Stand als wiedergeborener Christ ist entscheidend.
Du bist nicht mehr unter dem Gesetz, nicht unter der ehelichen Knute des Gesetzes. Deshalb glaubst du auch nicht mehr daran, dass das Gesetz dir hilft, die Sünde zu besiegen. Stattdessen wirst du dir jetzt neu bewusst, dass Jesus dein neuer Ehemann ist. Er ist jemand, der dich für immer liebt. Diese Liebe entzündet in dir die Liebe zu ihm. Aus dieser Liebe heraus wirst du ihm immer ähnlicher.
Die Kraft deiner Heiligung liegt nicht im Gesetz, sondern in deiner persönlichen Beziehung zu Christus. Wie es heißt: Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden. So dienen wir im neuen Wesen des Geistes, im Wesen der neuen Beziehung, im Wesen des Geistes, und nicht im alten Wesen des Buchstabens (Römer 7,6).
Halleluja, der Herr helfe uns!
Die Taufe als Hochzeitstag mit Christus
Und ein Wort noch zu den Täuflingen: Wisst ihr eigentlich, dass heute Hochzeit ist? Genau das erlebt ihr heute. Er hat doch gesagt: Wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Jesus Christus getauft sind, in seinen Tod getauft sind?
Ist jetzt Ehescheidung in der Taufe? Von der Knute des Gesetzes und seiner Verdammnis? Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit wir, gleich wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt worden ist, auch in einem neuen Leben, in einer neuen Ehe leben.
Heute heiratet ihr einen neuen Mann, Halleluja, und heute ist Hochzeitstag. In Jesu Namen! Dieser Mann, dieser Jesus Christus, euer Bräutigam, liebt euch für immer und ewig, bis ihr vollkommen seid in alle Ewigkeit. Halleluja!
Wollen wir heute Hochzeit feiern? In Jesu Namen, Halleluja! Ja, ja, lasst uns aufstehen, Halleluja! Lieber Vater, das dürfen heute diese vier Täuflinge erleben: Diese Wiederheirat, diese neue, glückliche Hochzeit. Das Alte ist vergangen, diese schreckliche Qual vergangener Zeiten.
Oh mein Gott, ich danke dir! Die Sünde, die Verdammnis hat keine Kraft und keine Macht mehr. Jetzt sind wir eingehüllt in der Liebe unseres neuen Bräutigams, und mit ihm leben wir. Mit dir gehen wir durchs Leben. Wir wandeln im Geist und nicht im Fleisch. Wir wandeln im Geist des neuen Bundes und der Erlösung in Jesus Christus.
So segnen wir unsere Täuflinge, Herr, und wir segnen auch die ganze Gemeinde und die lieben Freunde. Für einige mag das völlig neu gewesen sein. Aber ich bitte dich, lieber Herr, dass dein altes Wort so neu und kraftvoll in die Herzen der Menschen dringt, dass sie Hoffnung schöpfen.
Mit Jesus im Herzen wird alles neu, Halleluja! Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. In Jesu Namen, Amen.