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Wer bin ich? Deine wahre Identität | Galater

11.02.2024Galater

Die Frage nach der eigenen Identität

Also, einmal tief Luft holen, oder? Wer bin ich? Eigentlich eine leicht zu beantwortende Frage, oder? Sebastian, verheiratet, vier Kinder, IT-Consultant irgendwo unterwegs – das wäre meine Antwort, wenn mich jemand auf der Straße, bei irgendeiner Feier, einer Konferenz oder so fragt, wer ich bin. Leicht.

Wenn ich aber zuhause sitze und für mich darüber nachdenke und mir die Frage stelle: Wer bin ich? Dann wird es deutlich schwerer. Dann ist es nicht mehr so leicht, dann ziehen solche simplen Äußerlichkeiten nicht mehr. Dann geht es ans Eingemachte, weil die Frage „Wer bin ich?“ an meine Identität geht.

Identität – das ist das, was uns in unserem tiefsten Innersten betrifft. Es ist mein Selbstverständnis, es hat etwas damit zu tun, wie ich mich selbst akzeptiere. Identität kann auf verschiedenen Dingen basieren. Deswegen möchte ich jetzt kurz am Anfang mit einer kleinen Definition beginnen.

Identität kann ich entweder an mir persönlich festmachen. Das sind Merkmale von mir als Person. Das kann mein Aussehen sein, aber auch meine Werte und Überzeugungen, in die ich eintrete. Das können vielleicht meine Hobbys sein, es kann auch meine Lebenserfahrung sein, an denen ich meine Identität festmache und beschreibe, wer ich bin. Das Leben hat mich geprägt und ähnliche Dinge. Das ist eine persönliche Komponente.

Es kann aber auch eine soziale Komponente sein. Das hat dann mit Gruppenzugehörigkeit zu tun. Das kann damit zu tun haben, zu welchem Beruf ich gehöre. Ich bin jemand, weil ich der Herr Direktor so und so bin. Das kann mit einer sozialen Klasse zu tun haben. Das ist bei uns in der westlichen Welt nicht mehr ganz so verbreitet, aber wenn du in Ländern wie Indien und so weiter schaust, ist das ein größeres Thema. Wo gehöre ich hin? Wo bin ich hineingeboren? Das bestimmt deine Identität.

Das kann auch mit Nationalität zu tun haben. Deutschland ist gerade nicht so angesagt, durchaus auch mit berechtigten Gründen aus der Vergangenheit. Aber das kann ein Thema sein. Es kann auch sein, ich gehöre zu meiner Clique oder ich gehöre zu meiner Familie, in der ich drin bin. Also soziale Bereiche können deine Identität definieren.

Und etwas anderes: Das ist heutzutage auch nicht mehr so modern, aber es ist öfter weiter verbreitet, als wir denken – auch Kultur kann deine Identität definieren. Traditionen, Normen oder Verhaltensweisen können definieren, wer du bist. Das kann durchaus auch manchmal in christlichen Kreisen der Fall sein. Ich gehöre zu der Gruppe hier, und ich bin nicht von den anderen, die alles schlimm machen oder so. Kennt ihr vielleicht, gell? Das kann durchaus deine Identität definieren.

Und was heute ein großes Thema ist: Dein Geschlecht definiert deine Identität. Ich fühle mich als Mann, als Frau, als binär oder sonst irgendwie. Es kann durchaus sein, dass du daran deine Identität festmachst. Und wenn du dann das Gefühl hast, im falschen Körper gefangen zu sein und dass deine Identität so definiert ist, dann bringt dich das in tiefe Selbstzweifel und Probleme mit dir selbst.

Ihr merkt, Identität ist schon etwas, das ans Eingemachte geht. Identität hat einen enormen Einfluss auf mein Leben, wie ich mein Leben lebe. Es definiert letztendlich meine Lebensziele, und es definiert meine Lebensentscheidungen – kleine, aber auch große. Nach was richte ich sie aus? Was ist mir wichtig?

Verschiedene Gesellschaften und Generationen setzen da auch unterschiedliche Schwerpunkte, und wir werden uns alle nicht davon befreien können, dass wir hier auch ein Stück weit Kinder unserer Zeit sind. Wenn ihr in die Generation meiner Großeltern schaut, dann war definitiv das Soziale ein großer Punkt, was Identität definiert hat. Das ist bei Jugendlichen auch oft ein großes Thema.

Heute schwenken wir dazu über, dass das Persönliche eher die Identität definiert. Was bin ich, wie sehe ich aus, vielleicht wie kann ich meine Hobbys leben, wie kann ich meine Freizeit gestalten usw. Das kommt in ein gewisses Zentrum. Und so hat jeder gewisse Tendenzen, seine Identität festzumachen.

Persönliche Erfahrungen mit Identität und Leistung

Ich persönlich möchte ganz offen sein: Wenn man eine Predigt vorbereitet, denkt man auch ein bisschen darüber nach, in welche Schublade man normalerweise gesteckt wird. Dabei habe ich für mich festgestellt, dass ich dazu neige, meine Identität an meiner Leistung festzumachen.

Das merke ich besonders, wenn ich an den Sport denke. Ich bin eher der Typ, der den Wettkampf mag. Bei Bundesjugendspielen bekommen alle Kinder eine Ehrenurkunde – das ist eher nicht mein Stil. Für mich geht es darum, Leistung zu bringen. Aber das ist nicht nur im Sport so, sondern auch im Beruf, in Gemeinden und anderen Bereichen. Da kann man sich schnell dabei ertappen, in diese Denkweise hineinzurutschen.

Wenn ich etwas schaffe, bin ich zufrieden mit mir. Meine Leistung definiert, wer ich bin. Doch das birgt eine große Gefahr, die ich bei mir selbst beobachte: Sobald Dinge nicht so gelingen, wie ich es mir vorstelle, oder ich nicht in der Lage bin, die Leistung zu bringen, die ich gerne möchte, gerät meine Identität ins Wanken. Dann kommen Selbstzweifel, und ich bin unzufrieden mit mir. Vielleicht kennst du das auch.

Wenn ich als Christ meine Identität über meine Leistung definiere und dann in einen Sündefall gerate, liege ich erst richtig am Boden. Denn dann wird alles infrage gestellt. Wenn ich meine Identität als Christ daran festmache, wie gut ich es schaffe, nach den Maßstäben Gottes zu leben, und diese Erwartungen nicht erfülle, besteht die Gefahr, dass mein ganzes Christsein in Frage gestellt wird. Das ertappe ich mich selbst oft dabei.

Woraus ziehst du deine Identität? Ich bin überzeugt, jeder von uns zentriert sich auf eine bestimmte Richtung. Vielleicht sind es persönliche Dinge: Dein Aussehen ist dir wichtig, oder deine Freizeitgestaltung, die dir ein bestimmtes Lebensgefühl gibt. Vielleicht ist es deine Familie, dass du Teil davon bist. Oder dein Beruf, der etwas hergibt, was auf deiner Visitenkarte steht. Aber was ist, wenn das nicht mehr so ist?

Vielleicht ist es auch deine Gemeindezugehörigkeit oder deine Kultur. Bist du jemand, der dem Verfall von Normen, Sitten und Traditionen etwas entgegensetzt? Gerade dort, wo Kultur auf den Kopf gestellt wird, machst du deine Identität daran fest, nicht mitzuschwimmen, dagegen zu sein und einer der letzten Mohikaner zu sein. Hängt deine Identität daran, nicht zur großen Masse zu gehören?

Ich glaube, jeder von uns hat solche Tendenzen, wenn er tief darüber nachdenkt. Es sind die Momente, in denen etwas nicht passt oder nicht gelingt und uns in Zweifel stürzt.

Dabei geht es nicht darum, dass diese Dinge nicht gut sind. Ich denke, es ist gut, im Beruf Leistung zu bringen. Es ist auch gut, bestimmten Werten Gewicht zu verleihen. Das Problem entsteht erst dort, wo diese Dinge meine Identität definieren und vielleicht sogar Einfluss auf mein Glaubensleben haben.

Die Identitätskrise der Galater und der Zweck des Gesetzes

Und die Galater – wir sind dort in den Briefen unterwegs, ich weiß, das letzte Mal war letztes Jahr – hatten ein riesengroßes Problem. Ihre Identität hing davon ab, wie gut sie Leistung erbracht hatten, wie genau sie die traditionellen Normen einhielten und wie gut sie im Gesetz gelebt hatten.

Wir haben beim letzten Mal gesehen, was der Zweck des Gesetzes war, um euch kurz daran zu erinnern: Der Zweck war niemals, zu retten oder – wie wir gleich sehen werden – Identität zu definieren. Vielmehr diente das Gesetz dazu, die Galater auf Christus vorzubereiten.

Paulus bringt dazu das Beispiel vom Gefängniswärter auf der einen Seite und vom Erzieher auf der anderen Seite. Dieses Bild sollte die Christen allgemein dazu führen, zu erkennen, dass sie einen Erlöser und Erretter brauchen.

In diesem Kontext schreibt Paulus nun einige Verse. Heute schauen wir uns einen eher kleinen Abschnitt an, im Vergleich dazu, wie ich sonst durch den Galaterbrief fliege. Aber ich glaube, dieser Abschnitt ist so zentral, weil es hier um deine Identität geht.

Wir lesen Galater 3,25 bis Galater 4,7.

Neue Identität in Christus – Sohnschaft und Erbe

Aber nachdem der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Erzieher. Denn in Christus Jesus seid ihr alle Söhne Gottes durch den Glauben.

Denn ihr alle, wie ihr in Christus hineingetauft seid, habt Christus angezogen. Da gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Juden und Griechen, zwischen Sklaven und Freien, zwischen Mann und Frau. Ihr seid alle eins in Christus Jesus.

Wenn ihr aber Christus gehört, dann seid ihr auch Nachkommen Abrahams entsprechend Erben der Verheißung.

Damit will ich sagen: Solange der Erbe minderjährig ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Knecht, obwohl er Besitzer von allem ist. Denn er ist unter Vormündern und Verwaltern, bis zum festgesetzten Tag des Vaters.

Ebenso waren auch wir, als wir unmündig waren, unter die Grundsätze der Welt versklavt.

Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, der von einer Jungfrau geboren wurde. Er wurde unter das Gesetz geboren, damit er die unter dem Gesetz loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.

Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der dort ausruft: Abba, Vater.

So bist du also nicht mehr länger Sklave, sondern Sohn. Wenn aber Sohn, dann auch Erbe durch Gott, durch Jesus Christus.

Auch so ein Erzieher wie das Gesetz kann deine Identität definieren, je nach Typ, wie du bist. Es gibt Schüler, Jugendliche, Kinder, Teenager, die ihre Identität daran festmachen, wie zufrieden der Lehrer mit ihnen ist oder wie zufrieden die Eltern mit ihnen sind.

Wir kennen das, wenn wir unsere Anerkennung und unsere Identität von der Anerkennung einer Person abhängig machen. Wenn ich das Gesetz halte, dann bin ich ein guter Christ. Das wäre eine Identität, die an diesen Erzieher hängt.

Paulus steigt hier ein und sagt den Galatern: Ihr habt diesen Erzieher nicht mehr nötig. Wenn ihr zum Glauben gekommen seid, dann seid ihr nicht mehr unter diesem Erzieher.

Ich sage es eben ganz bewusst so provokant: Du hast den Erzieher nicht mehr nötig. Ich werde nachher erklären, warum Paulus etwas ganz Neues in den Fokus stellt.

Die neue Identität als Sohn Gottes durch den Glauben

Warum sind wir nicht mehr unter diesem Erzieher? Warum ist er nicht mehr der entscheidende Faktor? Weil etwas Neues passiert ist, wenn jemand zum Glauben gekommen ist – etwas schier Unglaubliches.

Das müssen wir uns auf der Zunge zergehen lassen, auch wenn wir es wahrscheinlich viel zu oft gehört haben. Durch den Glauben bricht eine neue Identität in deinem Leben an: Sohn Gottes, Sohn Gottes, Sohn Gottes – lass dir das auf der Zunge zergehen.

Paulus sagt: alle – und hier steht wirklich alle, die glauben. Wenn ihr den Galaterbrief im Hintergrund habt, dann meint Paulus hier diejenigen, die ihr Vertrauen und ihren Glauben auf das Erlösungswerk Jesu Christi setzen. Alle, die das tun, bekommen eine neue Identität: Sohn Gottes. Auch die Frauen dürfen sich angesprochen fühlen.

Ich werde gleich erklären, warum ich hier bewusst nicht als Kindergottes übersetze, sondern als Sohn Gottes. Denn genau das steht da, und der Punkt, den Paulus setzen will, geht verloren, wenn wir „Kinder“ daraus machen.

Wichtig also: Die Predigt heute ist für alle, die genau das tun – ihr Glauben und ihr Vertrauen auf das Erlösungswerk Jesu Christi setzen. Das ist die Voraussetzung.

Ich glaube, wir müssen hier ordentlich trennen. Das tun wir viel zu selten. Wir neigen zu zwei Dingen: Zum einen wenden wir manchmal Dinge, die Gott denen zuschreibt, die wiedergeboren sind, auf andere an, die nicht wiedergeboren sind. Zum anderen übertragen wir Dinge, die für Menschen gelten, die ihr Vertrauen nicht auf Jesus Christus setzen, auf die Gemeinde, auf die Kinder Gottes.

Hier ist eine klare Trennung notwendig. Es ist ein riesiger Unterschied: Deine Identität verändert sich fundamental in dem Moment, in dem du Kind Gottes wirst – wenn du dein Vertrauen auf Jesus Christus setzt. Dann wirst du zum Sohn Gottes.

In Christus sein – Bedeutung der Taufe und neue Zugehörigkeit

Wie geschieht dies? Paulus bringt hier ein Konzept ins Spiel, das sich wie ein roter Faden durch den Galaterbrief zieht. Ich nenne euch nur die Verse, wir können sie jetzt nicht nachschlagen: Galater 1,22; 2,17; 2,4; 3,14; 3,26; 5,6; 5,10.

Was spricht Paulus dort alles an? Er spricht jedes Mal davon, in Christus zu sein. Das klingt für uns manchmal komisch oder vielleicht auch alltäglich, wenn man es oft in Gemeinden gehört hat. Hier bringt er es zentral auf den Punkt.

Wie sieht das praktisch aus? Wie sieht es aus, in Christus zu sein? Paulus verknüpft es hier mit der Taufe. Er sagt, wer getauft ist, der zieht Christus an. Was passiert also? Was drücken wir mit der Taufe aus? Wir drücken damit aus, dass ich mein eigenes Leben aufgebe. Das kann man im Römerbrief Kapitel 6 nachlesen: unser Leben wird dem Tod gegeben. Das heißt nicht, dass wir in dem Moment hier auf der Erde sterben. Es bedeutet aber, dass ich meinen eigenen Lebenszielen sterbe.

Übertragen auf die heutige Predigt heißt das, dass ich den Dingen sterbe, an denen ich normalerweise meine Identität festmachen würde, und sie aufgebe. Ich gebe diese Dinge in den Tod, das, was mich als Mensch definiert, was mich ausmacht, was meine eigenen Lebensziele festmacht. Ich gebe es auf, hingegeben und gleichzeitig ziehe ich etwas anderes an.

Das ist der Moment des Auftauchens aus der Taufe – den vergessen wir oft –, nämlich dass ich Christus anziehe. Das ist es, was Paulus hier schreibt: dass ich wie ein neues Kleid in Christus hineinschlüpfe.

Ja, das ist schwer zu verstehen, was es meint, in Christus zu sein. Das einzige Beispiel, das ich gefunden habe, mit dem man es vergleichen kann, ist genauso kompliziert. Ich glaube, das hat ein bisschen Ähnlichkeit mit der Dreieinigkeit, was hier passiert. Denn wir bleiben irgendwo eine eigene Persönlichkeit und werden gleichzeitig Teil von Jesus Christus.

Das ist, was zählt, was Paulus hier sagt: In dem Moment, wo du gläubig wirst, ziehst du Christus an. Und das, was nach außen sichtbar wird, bist nicht mehr du. Das ist nicht mehr deine Leistung oder das, was du getan hast, sondern das, was Jesus Christus getan hat. Es ist das, wer er ist: Sohn des lebendigen Gottes, vollkommen, perfekt. Das ist es, was nach außen sichtbar wird. Du schlüpfst in ihn hinein.

Übrigens ist es das, was wir im Abendmahl auch zum Ausdruck bringen und oft nicht verstehen. Wir können alle mit dem Kelch beim Abendmahl etwas anfangen: Er wäscht unsere Sünden weg. Das ist die eine Seite.

Aber da ist eine zweite Seite, nämlich das Brot. Es zeigt, dass der Leib Christi geteilt wird und dass du Anteil bekommst an seinem Leben, an dem, was er getan hat, an dem, wer er ist. Daran erinnern wir uns genauso. Lasst uns das nicht vergessen.

Es ist nicht einfach nur so, dass Jesus die Sünde wegwäscht. Das ist enorm wichtig und die Grundlage. Aber es ist noch viel mehr: Wir bekommen Anteil an ihm. Nicht mehr mein Sein zählt, nicht mehr meine Leistung zählt, sondern er allein zählt. Seine Identität wird zu meiner Identität, sie wird mir geschenkt.

Das, was nach außen sichtbar ist und dich definiert, wenn du zum Glauben kommst und Vertrauen auf Jesus Christus setzt, ist, was Jesus getan hat. Nicht mehr deine Leistung, dein Aussehen, dein Erfolg, nicht mehr, wie du angenommen bist, wie du wertgeschätzt wirst, wie du Teil der Gruppe bist oder nicht.

Nicht mehr, ob du dich in einem Geschlecht wohlfühlst oder wie auch immer – sondern allein, wer Jesus ist und was er getan hat: der Verkommene, der Perfekte, der Sohn Gottes.

Welches Vorrecht ist das! Und warum sage ich, dass mir dieses Sohn-Gottes-Sein so wichtig ist? In der damaligen Zeit hattest du als Tochter nicht viel zu melden. Du warst nicht erbberechtigt, du konntest keine Verantwortung übernehmen.

Paulus schreibt hier etwas Spannendes. In Vers 28 sagt er nämlich: Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, nicht mehr Grieche oder Güte, Sklave oder Freier, sondern alles und in allen eins.

Sorry, ich zitiere gerade aus Kolosser, bin auf den falschen Vers gesprungen. Das ist der Parallelvers, falls es aufgefallen ist, gut mitgelesen. Richtig ist: Da gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Jude und Grieche, zwischen Sklave und Freiem, zwischen Mann und Frau. Denn ihr alle seid eins in Christus Jesus (Galater 3,28).

Was macht Paulus hier? Er sagt, dass das, was dich bisher definiert hat – in seinem Beispiel Jude oder Grieche, Sklave oder Freier, Mann oder Frau – nicht mehr zählt. Es definiert dich nicht mehr.

Was jetzt zählt, ist, dass du in Christus bist. Egal, wo du herkommst: Wenn du Heide warst und kein Anrecht auf irgendwelche Segnungen Gottes hattest, dann hast du sie jetzt. Das bringt er gleich in Vers 29.

Wenn du Frau warst und niemals die Rechte eines Sohnes bekommen konntest in der damaligen Gesellschaft, dann bekommst du diese Rechte in Christus Jesus zugerechnet.

Die Unterschiede, alle Trennungen, alle Barrieren, die wir zwischen uns Menschen haben, werden abgebrochen und niedergerissen in dem Moment, wo wir Teil von Jesus Christus werden.

Wir bleiben zwar unsere Persönlichkeit, und ja, es gibt Unterschiede in dem, wie wir hier Gemeinde leben und so weiter, wie Gott das verordnet hat. Aber in unserer Identität, in dem, wie wir vor Gott gesehen werden, in der wahren Identität, die dich definiert, wenn du glaubst, gibt es diese Unterschiede nicht mehr.

Alles hängt an dem Einen, an Jesus Christus.

Bist du dir dessen bewusst? Kannst du das für dich annehmen, dass deine Identität keine geringere ist als die eines geliebten Sohnes Gottes, als die eines perfekten, sündlosen Sohnes Gottes?

Das ist die Identität, die dich definiert, wenn du zum Glauben kommst.

Das ist eine Botschaft, die ich glaube, keine andere Religion der Welt zu bieten hat.

Das hat auch nichts mehr mit Religion zu tun, weil es eben nicht mehr auf einer Leistungsbasis beruht, sondern mit der Hingabe an den lebendigen Gott.

Die Erbenstellung und die Freiheit von Vormündern

Paulus ist sehr erbost, weil er in Vers 29 die Folgen beschreibt. Für uns mag seine Aussage trivial erscheinen, aber für die Juden damals war das, was Paulus hier tut, absolut provokant.

Er zieht eine Schlussfolgerung: Wenn ihr in Christus seid, dann werdet ihr Erben, Nachkommen, der Samen Abrahams und Erben der Verheißung Abrahams. Warum sagt er das? Weil er in Galater 3,16 argumentiert hat, dass die Verheißung an Abraham nicht den Nachkommen im Plural gegeben wurde, sondern dem einen Nachkommen, nämlich Jesus Christus. Das ist Paulus’ Argument im Galaterbrief. Er sagt, der ganze Segen Abrahams konzentriert sich auf die Person Jesu Christi, weil er der eine wirklich verheißene Nachkomme ist.

Wenn wir also jetzt Teil von Jesus Christus werden, dann werden wir Erben, Erben der großen Gottesverheißung an Abraham. Wir kommen in die Segenslinie Abrahams, wo wir Segen empfangen, um selbst segensreich zu sein – das hatten wir bereits in der anderen Galaterpredigt besprochen. Gott setzt dich als Erben ein.

Das schauen wir uns in den nächsten sieben Versen noch genauer an, denn Paulus geht hier noch einmal stärker darauf ein. Er zeigt, dass mit dieser Identität auch eine neue Stellung für dein Leben einhergeht. Mit Stellung ist die Position gemeint, die man vor Gott innehat.

In den ersten drei Versen sagt Paulus etwas, das uns heute etwas fremd vorkommen mag, weil wir es nicht mehr so leicht erkennen. Er sagt: Wenn ein Erbe – in den meisten Übersetzungen heißt es „wenn ein Erbe noch unmündig ist“, für uns besser „minderjährig“ – dann können wir uns vorstellen, was hier rechtlich gemeint ist. In diesem Fall gibt es keinen Unterschied zu jemandem, der als Knecht für jemanden arbeitet.

Stellt euch die Situation vor: Da ist ein großer Gutshof oder Bauernhof mit einigen Angestellten. Der Erbe hat dieselben Aufgaben wie die Angestellten auf diesem Hof. Von außen betrachtet sieht man erst einmal keinen Unterschied – das ist, was Paulus sagt. Dennoch ist er der Besitzer. Das wird aber erst sichtbar, wenn er volljährig wird. Damals legte der Vater in seinem Testament fest, ab welchem Alter der Erbe den gesamten Betrieb übernehmen sollte. Ab diesem Moment wird sichtbar, dass er nicht einfach nur ein Arbeiter oder Angestellter ist, der Leistung bringt, um den Chef zufriedenzustellen, sondern dass er Erbe ist – Sohn dessen, dem alles gehört. Er ist selbst Mitbesitzer.

So beginnt Paulus hier und sagt, dass zunächst kein Unterschied sichtbar ist. Dann überträgt er das auf uns und erklärt, dass wir in ähnlicher Weise wie der Erbe unter Vormündern und Verwaltern standen. Das heißt, wir konnten nicht selbst entscheiden, sondern versuchten nur, andere zufriedenzustellen. In ähnlicher Weise waren wir früher den Grundsätzen und Mächten der Welt versklavt.

Nun stellt sich die Frage: Was sind diese Grundsätze oder Mächte der Welt? Das ist nicht leicht zu klären. Dieses Thema taucht auch in Kolosser 2 auf, wo vermutlich heidnische Philosophien gemeint sind. Paulus verwendet den Begriff auch später noch einmal, nämlich in Galater 4,9. Das schauen wir uns beim nächsten Mal genauer an. Ich brauche diese Stelle aber jetzt, um die Grundsätze und Mächte zu erklären:

 Galater 4,9: „Nachdem ihr aber Gott erkannt habt – vielmehr von Gott erkannt seid –, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von neuem dienen wollt?“ Paulus spricht hier davon, dass die Galater wieder bestimmte Feiertage und ähnliches einhalten.

Was Paulus also sagt, ist, dass diese Grundsätze oder Mächte durchaus etwas mit dem Gesetz zu tun haben. Ich glaube nicht, dass er hier dämonische Mächte oder Ähnliches meint. Vielmehr denke ich, dass die Übersetzung „Grundsätze“ tatsächlich besser ist als „Mächte“. Er meint die Dinge, nach denen diese Welt normalerweise läuft und nach denen vor allem die jüdisch-religiöse Welt damals funktionierte.

Wenn du x, y oder z tust, bekommst du entsprechend etwas zurück – man könnte das mathematisch ausdrücken: Wenn du Leistung bringst, wird dir etwas zugerechnet. Das Interessante ist, dass so jede Religion funktioniert und auch jede Philosophie. Wenn du Leistung bringst, bekommst du etwas zurück.

Das Ganze führt aber in eine wahre Sklaverei, weil du immer ackern musst und nie zufrieden sein kannst – du wirst nie so gut sein, dass es ausreicht. Paulus geht also davon aus, dass wir unter diesen Grundsätzen versklavt waren, ständig rennen und versuchen zu leisten, aber letztlich scheitern.

Ich denke, bei den Galatern, die nicht nur Juden waren, hatte Paulus vielleicht nicht nur das jüdische Gesetz im Blick, sondern eben diese allgemeinen Grundsätze.

Erlösung durch Jesus Christus und neue Stellung als Sohn

Und jetzt kommt er mit der großen Neuigkeit in den nächsten Versen, ab Vers vier, nämlich: Jesus Christus macht dich volljährig, indem er dich erlöst. Er sagt, dann kam die Zeit, dann kam der Moment, den der Vater festgesetzt hat. Jesus Christus kommt auf die Welt, wird geboren von einer Jungfrau und unter das Gesetz getan. Das heißt, er wird diesen Dingen auch unterworfen. Er erfüllt sie und wird zum rechtmäßigen Erben von Abrahams Verheißung und so weiter.

Wir können hier nicht in die Tiefe gehen. Aber er tut jetzt etwas: Er kauft dich los. Er kauft die, die unter dem Gesetz waren – was er hier auch noch einmal explizit hervorhebt – los. Warum? Damit sie die Sohnschaft empfangen.

Wie können wir das wirklich verstehen? Ich denke, wir müssen uns am ehesten an einen schmutzigen Sklavenmarkt vergangener Jahrhunderte erinnern, wo du angekettet zum Verkauf stehst. Du wirst von einem dieser grausamen Herren gekauft, denen du dienen musst, die dich schlagen, niederdrücken, und denen du es nie recht machen kannst.

Dann kommt Jesus Christus um die Ecke und kauft dich – aber nicht, um dich wieder unter den nächsten grausamen Herrn zu drücken. Nein, er wäscht all deinen Schmutz ab und bringt dich nach Hause zu seinem Vater.

Und was macht der Vater? Ist er angewidert? Zieht er die Augenbrauen hoch über Jesus’ seine Schmuddelfreunde? Nein, er nimmt dich in den Arm und nennt dich „mein Sohn“. Seine erste Handlung, wenn Jesus dich nach Hause bringt, ist es, dich neben seinem Sohn gleichwertig als Erben einzusetzen. Er adoptiert dich sofort als sein eigenes, gleiches, geliebtes Kind – nicht, weil du etwas geleistet hast, sondern weil er dich liebt.

Das ist es, was Paulus hier beschreibt. Das ist es, was Jesus getan hat. Es ist mehr, als dass er nur deine Sünden abwischt und du jetzt wieder frei leben könntest, um von neuem zu versuchen, dein Leben in den Griff zu bekommen. Nein, er führt dich nach Hause zu seinem Vater, der dich als seinen geliebten Sohn annimmt und einsetzt. Er verleiht dir eine neue Identität und gibt dir eine neue Stellung.

Du bist jetzt nicht mehr von deiner Identität her Sklave, sondern Sohn des lebendigen, höchsten Gottes. Was für ein Vorrecht! Was passiert hier? Was verändert das in deinem Leben? Alles, wirklich alles. Das ist es, was Jesus tut. Was für eine Geschichte!

Glaubst du das wirklich für dein Leben? Er nimmt dich mit nach Hause als seinen Bruder. Als was sieht Gott dich heute und jetzt? Als Sünder? Nein, als seinen geliebten Sohn. Das ist deine Identität, die du vor Gott hast.

Die Rolle des Heiligen Geistes in der Beziehung zu Gott

Damit genug? Nein, Paulus legt noch nach, wenn wir Abvers 6 lesen. Gottes Geist kommt in dein Leben, und er tut etwas. Er versetzt dich in eine intimste Beziehung zu deinem Vater, zu Gott selbst – eine Beziehung, die wir uns kaum vorstellen können. Manche Christen würden dies heute noch als Gotteslästerung ansehen.

Sein Geist versetzt unsere Herzen so in die Beziehung zu Gott, dass wir durch ihn getrieben und geprägt „Abba, Vater“ rufen. Das ist nichts anderes als unser Papa – auch wenn uns das vielleicht fremd vorkommt oder wir uns erst einmal schwer damit tun. So sind wir geprägt. Das ist der Geist Gottes, der „Papa“ sagt. Ich weiß nicht, ob mehr Intimität möglich ist.

Mit diesem Ruf ist ein Ausruf verbunden, den ein kleines Kind tut, wenn es nach seinem Papa ruft. Eine solche Beziehung dürfen wir jetzt zu dem lebendigen Schöpfer des Himmels und der Erde, dem dreimal heiligen Gott, haben. Dazu bringt uns der Geist Gottes.

Dein ganzes Gebetsleben darf durch seinen Geist auf den Kopf gestellt werden. Es darf persönlich werden, spontan und intim. Es ist nicht mehr an irgendwelche Formeln oder Oberflächlichkeiten gebunden. Es geht nicht darum, die „richtige Haltung“ zu haben. Schmeiß das weg! Vielmehr geht es darum, dass dein Herz zu Gott kommt, dass du mit ihm reden darfst und es ihm öffnen kannst. Er wartet auf dich.

Durch Gottes Geist bekommst du ein tiefes Bewusstsein von der realen Gegenwart Gottes – jeden Tag, jeden Moment deines Lebens. Was für ein Geschenk, was für eine Veränderung! Du hast Gewissheit, geliebt und willkommen zu sein – für alle Ewigkeit.

Gott liebt dich mit keiner Liebe, die geringer ist als die Liebe, die er zu seinem Sohn hat. Warum traue ich mir das zu sagen? Jesus selbst betet das in Johannes 17,22: „Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind: ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins sind; und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast.“

Jetzt sagt Jesus etwas Entscheidendes: „Und sie lieben, wie du mich liebst.“ Das ist die Aussage Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen, heiligen Gottes, der selbst Gott ist. Dass Gott die Kinder Gottes, die ihr Vertrauen auf das Erlösungswerk Jesu Christi setzen, mit derselben Liebe liebt wie Jesus Christus, kannst du das fassen? Kannst du das für dein Leben annehmen?

Die Quelle des christlichen Lebens und Motivation zum Dienst

Ich möchte Sinclair Ferguson zitieren, der in dem Buch Children of the Living God schreibt:

Ich finde es so faszinierend: Die Vorstellung, dass wir Kinder Gottes sind, seine eigenen Söhne und Töchter, ist die Quelle des Lebens als Christ. Unsere Gotteskindschaft ist der Gipfel der Schöpfung und das Ziel der Erlösung. Gott schafft sich sein Volk aus geliebten Kindern und Söhnen Gottes.

Aus diesem Wissen heraus entsteht der ganze Antrieb für dein Leben als Christ – nicht aus dem Gesetz, sondern aus der tiefsten, innigsten Liebesbeziehung. Vom Geist Gottes getrieben, schenkt er uns die Gewissheit, dass wir Kinder Gottes sind und treibt uns vorwärts.

Das zeigt sich auch in der Parallelstelle zu dem heutigen Text, die in Römer 8 zu finden ist. Ich möchte sie nur kurz anreißen, dann können Christian und vielleicht Matthias sie an anderer Stelle weiter ausführen.

 Römer 8,14-17:
Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Kinder Gottes. Ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, nein, ihr seid nicht wieder als Sklaven auf dem Markt verkauft worden, sodass ihr euch abermals fürchten müsstet. Stattdessen habt ihr einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit Herrlichkeit erhoben werden.

Dein Leben ist nicht mehr unter Vormündern und Vorstehern. Du bist frei, du bist Erbe, du bist Sohn Gottes. Das bringt eine völlig neue Motivation mit sich, für Gott und sein Reich zu leben, weil du Erbe dieses Reiches bist und es mitbekommen wirst.

Merkst du, was für einen Unterschied es macht, ob du für jemanden anderen hart arbeitest, um ihn zufriedenzustellen – und du kennst sicher alle diese Chefs, die man nie zufriedenstellen kann – oder ob du für dein eigenes Erbe, für deinen Besitz arbeitest? Es stellt alles auf den Kopf.

Wenn wir also fragen: Warum dienen wir dem Reich Gottes? Dann ist es nicht, um irgendeinen strengen Herrn zufriedenzustellen, sondern wir dienen dem Reich Gottes, damit wir selbst Miterben werden – zu seiner Ehre, weil er uns gerettet und erlöst hat.

Ich möchte dir mitgeben: Nicht nur die Erlösung in Jesus Christus ist sicher, sondern auch die verheißenen Segnungen, deine Identität und deine Stellung hängen nicht an dir oder an deiner Leistung. Sie hängen einzig und allein an dem, was Jesus getan hat. Deshalb sind sie sicher, fest und unverrückbar.

Was ist deine Identität? Sohn und Erbe Gottes – nichts Geringeres, nichts Weniger. Sohn und Erbe Gottes, des lebendigen, heiligen Schöpfers des Himmels und der Erde.

Praktische Schritte zum Leben in der neuen Identität

Vielleicht fällt es dir schwer, das zu erfassen. Dann kann ich dir nur einige Tipps geben, denn es ist ein reifes Thema, das es in deinem Leben zu verstehen gilt.

Erstens: Hör auf, dich ständig mit dir selbst zu beschäftigen und deine eigene Identität zu definieren, um damit zufrieden zu sein. Es wird dich nicht erfüllen. Es wird dich nicht glücklich machen, wenn du nur auf dich selbst schaust und dich um dich drehst. Du wirst niemals an den Punkt kommen, an dem du dort zur Ruhe findest.

Zweitens: Fang an, dich mit Christus zu beschäftigen und mit der Identität, die er deinem Leben schenkt. Beschäftige dich mit dem, was er getan hat, mit dem, wer er ist. Nimm das in dich auf, hör nicht damit auf und tue es dein Leben lang. Lass ihn zu deinem Leben werden. Vielleicht erinnerst du dich an den Hauskreis diese Woche mit dem Thema „Christus ist mein Leben“. Paulus konnte das im Philipperbrief schreiben, weil er erfahren hat, dass Jesus seine Identität ist. Beschäftige dich mit ihm, damit Christus wirklich zu deinem Leben wird. Je mehr du das tust, desto mehr wirst du erfassen können, dass es wirklich stimmt: Du bist Sohn und Erbe des lebendigen Gottes.

Drittens: Pflege die Intimität zu deinem liebenden Vater. Bete nicht nur einmal am Tag, sondern bete den ganzen Tag hindurch. Immer wieder, wenn du Rat brauchst, wenn du traurig bist, wenn du glücklich bist, wenn die Dinge gut laufen oder wenn sie nicht gut laufen. Bete, geh in Zwiesprache mit deinem lebendigen, heiligen Gott. Er wartet darauf, dass du wie ein Kind zu ihm kommst und rufst: „Aber Vater, Papa, ich brauche dich, hast du Zeit für mich? Ich muss mit dir reden.“ Er wartet jeden Moment darauf.

Wenn du diese Dinge tust, wird dir das Bewusstsein für deine Identität wachsen und stärker werden. Du wirst immer mehr erkennen, wer du wirklich bist.

Und zuletzt: Suche die Gemeinschaft mit denen, die ebenfalls Erben und Söhne Gottes sind und die dieselbe Identität haben wie du. Nutzt diese Gemeinschaft, um euch auf den Ursprung eurer Identität auszurichten: Jesus Christus. Vielleicht klingt das nach einer trockenen Pflichtübung, doch darum geht es nicht. Es geht darum, eine Beziehung zu deinem Vater zu pflegen.

Gottes unveränderliche Liebe als Grundlage unserer Identität

Ich finde einen Vers aus Jeremia sehr faszinierend, in dem Jeremia trotz des Gerichts, das er über das Volk Israel ausspricht, eine große Vision von Gottes Liebe zu seinem Volk sieht.

Dieser Vers gilt zunächst für das Volk Israel, zeigt aber zugleich Gottes unveränderten Charakter. Dieser Charakter gilt auch heute noch und betrifft auch uns, denke ich.

 Jeremia 31,3 lautet:
„Der Herr ist mir erschienen von ferne, und jetzt sagt er etwas:
Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“

Das ist Gottes Charakter und die Realität für dein Leben, wenn dein ganzes Vertrauen auf dem Erlösungswerk Jesu Christi ruht.

Du bist geliebt. Du bist geliebt, so wie Gott Jesus Christus selbst liebt. Du bist geliebt als sein Sohn, du bist Sohn Gottes und Erbe. Lass das dein Leben prägen. Amen.

Lied zum Abschluss: Wer bin ich in Christus?

Benny und Nadine waren so nett, uns ein Lied vorzutragen, das ich mir gewünscht habe. Es passt ein bisschen zur Predigt und drückt aus, was Jesus für uns getan hat und wer wir am Ende sind – auch wenn wir das nicht vollständig erfassen können.

Das Lied ist auf Englisch, aber es wird eine sinngemäße deutsche Übersetzung an den Beamer projiziert, damit jeder mitlesen kann.

Would care to feel my heart
That the bright and morning star
Would choose to light the way
For my ever wandering heart

Not because of who I am
But because of what You've done
Not because of what I've done
But because of who You are

I am a flower quickly fading
Here today and gone tomorrow
A wave tossed in the ocean
A vapor in the wind

Still You hear me when I'm calling
Let You catch me when I'm falling
And You've taught me who I am
I'm Yours

Who am I that the eyes that see my sin
Would look on me with love and watch me rise again?
Who am I that the voice