Einleitende Gedanken
Pfingsten ist das Fest der Gemeindegründung. Der Tag, der bereits im AT
angekündigt wurde. Seit diesem Tag, als der Heilige Geist in Jerusalem
ausgegossen wurde, kommt der Heilige Geist in das Leben eines jeden
Menschen, der Jesus nachfolgt.
Wann der Heilige Geist in ein Leben kommt, erklärte Petrus, wie wir eben
in der Schriftlesung hörten. Da fragten ihn die Menschen, die von
seiner Botschaft tief berührt waren, was sie nun tun sollen, wenn sie
die Rettung durch Jesus erleben möchten. Petrus antwortete:
Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen von Jesus
Christus taufen! Dann wird Gott euch eure Sünden vergeben, und ihr
werdet seine Gabe, den Heiligen Geist, bekommen." Apostelgeschichte 2,
38.
In jedem Christen wohnt der Heilige Geist. Christ kann man nur sein, wenn
man den Heiligen Geist hat. Wer den Heiligen Geist nicht hat, der ist
kein Christ.
Vielleicht fragt sich jetzt jemand ernsthaft, wie er feststellen kann, ob
der Heilige Geist in ihm lebt oder nicht. Darauf kann ich heute nur am
Rande eingehen. Ausführlicher habe ich dieses Thema letzte Pfingsten
behandelt.
Heute möchte ich Euch auf einen ganz besonderen Aspekt des Heiligen
Geistes hinweisen. Eine Sache, die vermutlich bei vielen von uns nicht
so im Vordergrund steht, wenn wir an den Heiligen Geist denken. Für
unser Glaubensleben ist das aber sehr wichtig, entscheidend und
hilfreich.
Vielleicht wundern Sie sich über die Überschrift von dieser Predigt: Die
einzige Garantie ohne Verfalldatum." Wer würde unter dieser
Überschrift eine Predigt zu Pfingsten vermuten?
Aber das hat mit Pfingsten sehr viel zu tun. Ich hoffe, dass Sie am
Schluss mit mir gleicher Meinung sein werden.
In vier Gedankengängen werde ich das genauer betrachten, was Paulus den
Ephesern schrieb:
Durch Christus hat Gott auch euch sein Siegel aufgedrückt: Er hat euch
den Heiligen Geist gegeben, den er den Seinen versprochen hatte –
nachdem ihr zuvor das Wort der Wahrheit gehört hattet, die Gute
Nachricht, die euch die Rettung bringt, und ihr zum Glauben gekommen
seid. Epheser 1, 13
Gott hat uns durch Jesus ein Siegel aufgedrückt. Das tat er, indem er uns
den Heiligen Geist gegeben hat. Dieser Heilige Geist ist eine
Anzahlung Gottes an jeden, der an Jesus glaubt, wie Paulus
weiterfährt:
Dieser Geist ist das Angeld dafür, dass wir auch alles andere erhalten,
alles, was Gott uns versprochen hat. Gott will uns die Erlösung
schenken, das endgültige, volle Heil – und das alles wird geschehen zum
Lobpreis seiner Herrlichkeit. Epheser 1, 14 Jeder Christ macht sozusagen einen Erbvorbezug. Er bekommt eine
Anzahlung. Die Bedeutung dieser Anzahlung, werden wir jetzt genauer
betrachten.
Bibelstellen zum Nachschlagen: Joel 3, 1-5; Apostelgeschichte 2, 38;
Epheser 1, 13-14; Judas 1, 19
Die Anzahlung zum Nulltarif
Die Gabe des Heiligen Geistes, also, das die Tatsache, dass der Heilige
Geist in mein Leben hineinkommt, verglich Paulus mit einer Anzahlung.
Eine Anzahlung, die Gott uns gibt. Dabei müssten doch wir Gott etwas
geben! Wir sind doch Gott etwas schuldig! Das Erstaunliche ist, wie
wir zu dieser Anzahlung kommen, denn Gott schenkt uns den Heiligen
Geist, ohne eine Leistung von uns zu fordern.
Durch Christus hat Gott auch euch sein Siegel aufgedrückt: Er hat euch
den Heiligen Geist gegeben, den er den Seinen versprochen hatte –
nachdem ihr zuvor das Wort der Wahrheit gehört hattet, die Gute
Nachricht, die euch die Rettung bringt, und ihr zum Glauben gekommen
seid. Epheser 1, 13
Das einzige was wir hier tun können ist empfangen. Wir hören die
Botschaft vom Evangelium und wir vertrauen dieser Botschaft. Wir
glauben dem, was wir hören und reagieren auf die Verkündigung. Wir tun
genau das, was wir eben schon von Petrus hörten:
Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen von Jesus
Christus taufen! Dann wird Gott euch eure Sünden vergeben, und ihr
werdet seine Gabe, den Heiligen Geist, bekommen." Apostelgeschichte 2,
38.
Das ist alles! Eigentlich müsste es heissen, dass wir zuerst für unsere
Schulden bezahlen müssen und wir dann vielleicht etwas bekommen.
Zuerst müssten wir Gott durch viele gute Taten beweisen, dass wir
seiner Liebe würdig sind. Doch das wäre für uns ein schwieriger und
aussichtsloser Weg.
Ein Weg, auf dem viele Menschen versuchen sich Gott zu nähern. Viele
Menschen investieren ihr ganzes Leben dafür, sich Gott durch gute
Taten und Werke zu nähern. Sie leisten oft ausserordentliches, aber
damit kommen sie Gott nicht wirklich näher.
Gott weiss, dass wir aus unserer Kraft nie ein Leben führen könnten, das
vor ihm bestehen könnte – zu gross ist unsere Schuld.
Deshalb wählte Gott einen ganz anderen Weg: Wir müssen für unsere Schuld
nicht bezahlen, denn – wie die meisten von wissen – bezahlte Jesus für
unsere Schuld. Jesus bezahlten einen hohen Preis für uns, wie Paulus
den Kolossern schriebe:
Den Schuldschein, der uns wegen der nicht befolgten
Gesetzesvorschriften belastete, hat er für ungültig erklärt. Er hat ihn
ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt. Kolosser 2, 14 Jesus starb für unsere Schuld am Kreuz. Jeder der das glaubt, wird für
Zeit und Ewigkeit gerettet und der Heilige Geist kommt in sein Leben –
die Anzahlung Gottes.
Das ist eine Anzahlung, die ich zum Nulltarif bekomme, denn ich kann sie
weder kaufen, noch erarbeiten. Ich kann auch nichts vorweisen, das
Gott dazu zwingen könnte, mir diese Anzahlung zu leisten.
Was Gott hier in mein Leben hineinlegt, kann ich einzig und allein
geschenkt bekommen, denn
Dass Menschen für gerecht erklärt werden, beruht auf seiner Gnade. Es
ist Gottes freies Geschenkt aufgrund der Erlösung durch Jesus Christus.
Römer 3, 24.
Die einzige Voraussetzung für dieses Geschenk ist, dass ich mein Leben
Jesus anvertraue und meine Schuld und Sünde bei ihm ablade.
Das ist die frohe Botschaft des Evangeliums. Zu diesem Schritt ist jeder
Mensch in der Lage, egal wie und wo er im Moment lebt.
Ich bekomme sozusagen das Wichtigste, was ich ihm Leben je bekommen kann
zum Nulltarif. Ich stehe sozusagen mit leeren Taschen vor Gott und
sage ihm: Ich habe nichts zu bieten. Ich habe nur einen Schuldenberg
vorzuweisen. Gerne möchte ich Dir diese Schuld abgeben und in Zukunft
mit Dir leben.
Dann wird Dich Gott reich beschenken. Er wird Dich retten und Dir als
Anzahlung den Heiligen Geist geben. Diese Anzahlung hat ihn – im
Gegensatz zu uns – einen sehr hohen Preis gekostet. Paulus schrieb
deshalb nach Korinth:
Gott hat euch als sein Eigentum erworben; denkt an den Preis, den er
dafür gezahlt hat! 1. Korinther 6, 20.
Hast Du diese Anzahlung bereits erhalten? Du bekommst sie nicht durch
grossartige Leistungen. Du bekommst sie geschenkt, wenn Du Dich vor
Gott beugst und ihm Dein Leben anvertraust. Nicht Leistung, sondern
Kapitulation ist der Weg zu Gott.
Bibelstellen zum Nachschlagen: Matthäus 3, 11; Johannes 1, 13+33;
Apostelgeschichte 5, 32; Römer 3, 24; Römer 5, 8; Römer 8, 32; 1.
Korinther 6, 20; Galater 3, 2; Kolosser 2, 14
Die Anzahlung als Garantie
Diese Anzahlung Gottes kann mit einer Garantie verglichen werden. Wir
sind uns ja gewohnt, bei jedem Artikel, den wir kaufen, uns nach der
Garantie zu erkundigen. Wenn zwei Produkte gleichwertig sind und eines
hat ein Jahr Garantie und das andere 3 Jahre, werden wir das Produkt
kaufen, das 3 Jahre Garantie hat.
Aber die Garantie, die mit der Anzahlung Gottes zu tun hat, ist von einer
ganz anderen Qualität. Diese Garantie hat nämlich kein Verfalldatum.
Sie überdauert sogar diese Welt. Im Epheser sprach Paulus von der
Versiegelung.
Ein Siegel hatte zwei Funktionen im Rechtsleben: Das "Urkundensiegel";
das Siegel wird auf einer Urkunde neben der Unterschrift angebracht
zum Beweis dafür, dass der, der unterschrieben hat, auch das
entsprechende Amt innehat; die Urkunde wird "gesiegelt". Dann gibt es
auch das Verschlusssiegel", mit dem zum Beispiel ein Brief
verschlossen wird, in dem sich ein von einem Notar beurkundetes
Testament befindet; das Testament bleibt solange verschlossen, bis das
Siegel aufgebrochen wird.
Mit dem Heiligen Geist wird unser Leben versiegelt bis an dem Tag, wo
Jesus erscheinen wird und uns – bildlich gesprochen – unversehrt aus
dem Couvert herausnimmt.
Oder anders gesagt:
Dieser Geist ist das Angeld dafür, dass wir auch alles andere erhalten,
alles, was Gott uns versprochen hat. Gott will uns die Erlösung
schenken, das endgültige, volle Heil – und das alles wird geschehen zum
Lobpreis seiner Herrlichkeit. Epheser 1, 14 Der Heilige Geist ist also die Garantie dafür, dass wir den Rest auch
noch bekommen werden.
So ist das, wenn wir Verträge abschliessen. Da habe ich kürzlich ein Auto
verkauft. Der Käufer machte eine Anzahlung. Im Gegenzug parkte ich den
Wagen vor seinem Haus, behielt aber die Schlüssel. Er konnte nun das
Auto immer betrachten, aber er konnte nicht damit fahren, weil er die
Schlüssel noch nicht hatte. Erst als er mir den Rest bezahlte bekam er
die Schlüssel und jetzt kann er mit dem Auto machen, was er will.
Bei Gott geht das aber ganz anders. Gott schenkt mir das Auto und sagt:
Schau, das ist schon mal ein Vorgeschmack auf das, was Du später noch
bekommen wirst. Das Auto, das Du später erhalten wirst ist grösser und
schöner. Ein solches Auto hast Du noch nie gesehen, aber Du wirst es
bekommen. Bis dahin fahr mit diesem Auto, ich werde dafür sorgen, dass
Du keinen Unfall machst und immer genügend Treibstoff hast.
So ungefähr! Ist das nicht unglaublich? Der Heilige Geist ist die
Anzahlung Gottes, mit der er uns quasi garantiert, dass wir das
bekommen werden, was er uns versprochen hat, was wir bekommen werden,
wenn wir Jesus nachfolgen. Den Korinthern schrieb Paulus:
Wir werden auch an dieses Ziel gelangen, denn Gott selbst hat in uns
die Voraussetzung dafür geschaffen: Er hat uns ja schon als Anzahlung
auf das ewige Leben seinen Geist gegeben. 2. Korinther 5, 5 Ist das nicht grossartig? Gott selbst sorgt dafür, dass wir unser Ziel
erreichen und für Zeit und Ewigkeit gerettet werden. Alles geht von
ihm aus und führt zu ihm hin. Deshalb soll alle Ehre und Verehrung ihm
allein gehören.
Gott ist es, von dem alles kommt, durch den alles besteht und in dem
alles sein Ziel hat. Ihm gebührt die Ehre für immer und ewig. Römer 11,
36.
Das kann doch unser Leben ganz schön entkrampfen. Ich kämpfe nicht aus
eigener Kraft, sondern Gott lebt ihn mir und ich bin mit seiner Kraft
unterwegs. Gott sorgt dafür, dass ich das Ziel erreiche. Alles, was
wir zu einem Leben, das Gott gefällt, benötigen, wurde uns von ihm
geschenkt.
Ja, so ist es: Gott in seiner Macht hat uns alles geschenkt, was wir zu
einem Leben in wahrer Frömmigkeit brauchen. Er hat es dadurch getan,
dass er uns Jesus Christus erkennen liess, ihn, der uns in seiner
Herrlichkeit und Kraft berufen hat. 2. Petrus 1, 3 Dieses Wissen ist dann ganz besonders wichtig, wenn wir ganz am Boden
sind. Wenn wir realisieren, dass wir das nicht erreichen, was wir
meinten erreichen zu müssen.
Ich spreche nicht von Sünden, die wir in unserem Leben dulden. Sünden
müssen bekannt und abgelegt werden.
Ich spreche von dem, was wir erhofften, was wir in unserem Leben
erreichen werden. Vielleicht wollten wir viel für Gott erreichen und
schliesslich müssen wir feststellen, dass menschlich gesehen nichts
Bedeutungsvolles zurückgeblieben ist.
Da kann die Frage schon mal kommen, ob das genügt. Ob Gott mich aufnehmen
wird. Ob ich genügend getan habe.
Ist es da nicht eine grosse Ermutigung zu wissen, dass Gott mich ans Ziel
bringen wird?
C. H. Spurgeon erklärte das seinen Zuhörern folgendermassen:
Wenn in früheren Zeiten jemand ein Stück Land verkauft hatte, so
pflegte er einen Grasbüschel auszureissen und denselben dem Käufer in
die Hand zu geben, zum Zeichen, dass das Land fortan ihm gehöre; oder
er brach einen Zweig vom Baum ab und übergab ihn dem Käufer, um ihm
damit anzuzeigen, dass er fortan berechtigt sei, alle Produkte des
Landes zu ernten. Wenn ein Käufer ein Haus erwarb, so bedeutete die
Überweisung des Hausschlüssels und eines Büschels Stroh, das der
Verkäufer vom Dach zupfte, dass das Haus in den Besitz des Käufers
übergegangen sei. - So hat der Gott aller Gnade seinem Volk alle
Vollkommenheiten des Himmels auf ewig zum Erbe gegeben, und das Pfand
des Geistes ist ihnen das sichere und feste Zeichen, dass ihnen alles
gehört. Das Werk des Heiligen Geistes in seinen Tröstungen und in der
Heiligung ist ein Teil der himmlischen Segnungen, ein Büschel von dem
Boden Kanaans, ein Zweig vom Baum des Lebens, der Schlüssel zum Hause
im Himmel. Wenn wir das Pfand des Geistes haben, so haben wir mit ihm
das Besitzrecht am Himmel erhalten, das uns nicht streitig gemacht
werden kann.
Bibelstellen zum Nachschlagen: Johannes 1, 16; Römer 11, 36; 2.
Korinther 1, 21-22; 5, 5; Phil.2, 13; 1. Petrus 1, 4-5; 2. Petrus 1, 3
Die Anzahlung mit sofortiger Wirkung
Diese Anzahlung, die Garantie, die wir durch den Heiligen Geist bekommen
haben, ist nicht nur auf die kommende Welt ausgerichtet. Der Heilige
Geist zeigt in unserem Leben sofort Wirkung.
Johannes 14, 16-17.23 / Römer 8, 9 / 1. Korinther 3, 16 / Galater 4, 6:
Er wohnt in mir.
Johannes 16, 13-15 / Römer 8, 14: Er leitet mich.
1.Korinther 12, 11 / Römer 12, 5-6: Er schenkt mir Gaben, die ich für
Gott und sein Reich einsetzen kann.
Römer 8, 26: Er unterstützt mich im Gebet.
Römer 8, 16: Er schenkt mir eine tiefe Gewissheit, dass ich ein Kind
Gottes bin.
1.Korinther 2, 6-16: Er lässt mich Dinge verstehen und erkennen, die für
mich vorher komplett unverständlich waren.
usw.
Diese Anzahlung, der Heilige Geist, entfaltet seine Wirkung nicht erst in
der Zukunft, sondern er wirkt in mein Leben hinein und leitet und
führt mich. Der Heilige Geist öffnet mir das Verständnis für den
Reichtum, den ich in Christus habe.
Die Anzahlung will respektiert werden
Der Heilige Geist, der in uns lebt ist eine Person, er gehört zur
Gottheit: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Es ist der Wunsch Gottes, dass wir den Führungen des Heiligen Geistes
Aufmerksamkeit leisten, denn der Heilige Geist ist nicht ein Geist,
der Menschen unterdrückt. Wir bleiben als Christen eigenständige
Wesen, die selber Entscheidungen treffen können und Entscheidungen
treffen müssen.
Deshalb sprach Paulus in diesem Zusammenhang auch eine Warnung aus:
Beleidigt nicht durch euer Verhalten den Heiligen Geist! Er ist wie ein
Siegel, das Gott euch aufgedrückt hat, und er verbürgt euch die
endgültige Erlösung. Epheser 4, 30 Mit anderen Worten: Wir sollen in Übereinstimmung mit dem Heiligen Geist
leben. An unserem Leben soll sichtbar sein, dass Gott in uns lebt.
Wenn wir lügen, betrügen, verleumden, stehlen, unzüchtig leben, die
Ehe brechen, rücksichtslos sind usw. beleidigen wir den Heiligen
Geist.
Schliesslich geht eine Braut mit ihrem Hochzeitskleid auch nicht auf eine
Bergtour. Da würde sie jeder für verrückt erklären und schön gar nicht
glauben, es sei eine echte Braut.
Bibelstellen zum Nachschlagen: Epheser 4, 30
Schlussgedanke
Watchman Nee erzählt:
Ich erinnere mich an einen Christen in Shanghai, der sich viel Sorge um
sein geistliches Leben machte. "So viele würden ein heiliges,
wundervolles Leben führen", sagte er. "Ich aber schäme mich, mich als
Christen zu bezeichnen. Ich will erfahren, was es heisst, gekreuzigt
und auferstanden zu sein, aber ich sehe keinen Weg, wie ich dahin
kommen kann."
An diesem Gespräch beteiligte sich ein weiterer Christ, der sich mit
mir etwa zwei Stunden lang bemühte, dem Mann deutlich zu machen, dass
wir in Christus schon alles bekommen haben. Doch wir erreichten nichts.
Unser Freund sagte: "Das Beste, was man schliesslich tun kann, ist
darum zu beten."
"Aber wenn dir Gott schon alles gegeben hat, worum willst du dann noch
beten?", fragten wir.
"Er hat mir nicht alles gegeben", war die Antwort. "Ich verliere immer
noch meine Geduld und versage ständig. Darum muss ich noch mehr beten."
"Bekommst du dann, worum du betest?", fragten wir.
"Leider nein", antwortete er.
Wir versuchten ihm nochmals zu erklären, dass er für seine Heiligung
ebenso wenig tun kann, wie für seine Rechtfertigung. An diesem Punkt
des Gesprächs stiess ein weiser Christ zu uns. Er nahm eine
Thermosflasche, die gerade auf dem Tisch stand, und sagte: "Nehmen wir
einen Augenblick lang an, diese Thermosflasche könne beten und würde
etwa folgendes sagen: 'Herr, ich möchte so gerne eine Thermosflasche
sein. Willst du mich nicht dazu machen? Gib mir Gnade, dass ich eine
Thermosflasche werden kann! Bitte, mache mich dazu!' Was würdest du
dazu sagen?"
"Ich glaube, nicht einmal eine Thermosflasche könnte so dumm sein",
antwortete unser Freund: "Sie ist ja bereits das, worum sie bittet."
Darauf antwortete der Mann: "Genauso machst du es. Gott hat dich schon
lange in Christus eingeschlossen. Als er starb, starbst du mit, da er
lebt, lebst du mit ihm. Darum kannst du nun nicht sagen: 'Ich will
sterben, ich will gekreuzigt werden, ich will das Auferstehungsleben.'
Der Herr sieht dich an und sagt: 'Du bist tot! Du hast neues Leben!'
All dein Bitten ist so absurd wie in dem Beispiel mit der
Thermosflasche. Du brauchst den Herrn um nichts anderes zu bitten, als
dass dir die Augen geöffnet werden, damit du siehst, dass er alles
getan hat."
Jawohl. Gott tat alles für uns! Er hat uns den Heiligen Geist als
Anzahlung gegeben. Das ist eine Garantie ohne Verfalldatum.
Durch Christus hat Gott auch euch sein Siegel aufgedrückt: Er hat euch
den Heiligen Geist gegeben, den er den Seinen versprochen hatte –
nachdem ihr zuvor das Wort der Wahrheit gehört hattet, die Gute
Nachricht, die euch die Rettung bringt, und ihr zum Glauben gekommen
seid. Epheser 1, 13 Dieser Geist ist das Angeld dafür, dass wir auch alles andere erhalten,
alles, was Gott uns versprochen hat. Gott will uns die Erlösung
schenken, das endgültige, volle Heil – und das alles wird geschehen zum
Lobpreis seiner Herrlichkeit. Epheser 1, 14
Glauben wir das doch einfach und freuen uns darüber!
