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Kann denn Liebe Sünde sein?

01.08.1958

Einführung und persönliche Ansprache

In der äußersten Ecke sind sechs Plätze. Wenn Sie sechs tapfere Leute haben, die noch einmal hier durchbrechen, dann helft ihnen durch.

Nächster Vers: Helft ihm mal durch, damit die Glocken runterkommen.

Hallo, wir wollen den letzten Vers noch singen. Wissen Sie, wenn das Christentum nur die Botschaft wäre, dass vor zweitausend Jahren einmal Jesus über die Erde gegangen ist, dann wollte ich nicht Prediger des Evangeliums sein.

In dieser Zeit, in der die Welt aus allen Fugen gerät, fünf Minuten vor dem Atomkrieg, wollte ich nicht Träger einer Botschaft sein, die für unsere Zeit uninteressant ist. Aber ich bin ein Wohnender Jesu Christi, darum darf ich Ihnen sagen: Ich verkündige Ihnen einen Herrn, der heute lebt, der jetzt lebt, der jetzt errettet, der jetzt neu macht – Herzen, Familien, Dörfer, Völker – einen lebendigen Herrn.

Und weil er lebendig ist, können wir mit ihm reden. Er ist hier. Wir bleiben sitzen und beten: Herr Jesus, du gegenwärtiger Herr, du siehst die vielen, die dich noch gar nicht entdeckt haben. Öffne ihnen die blinden Augen!

Du siehst die Knechte der Sünde und Satans in unserer Mitte. Sprenge heute Abend ein paar Ketten, Herr Jesus, und beweise dich als Erretter.

Du kennst die Toten und Gleichgültigen unter uns, die Abgestorbenen und die, die sich sehnen. Herr, gib jedem, was er braucht. Danke dir, dass du in unserer Mitte stehst. Amen!

Jeder beneidet mich, dass ich fünfzig solcher jungen Freunde habe. Die werden Ihnen jetzt ein Lied singen, damit Sie auch das Gefühl haben, es wären auch Ihre Freunde – meine Mitarbeiter aus dem Essener Jugendkreis.

Erst singt man ein. Stimmen alle Jungen ein? Können das? Gott stimmt alle Kontakte, nicht? Deshalb habe ich so gern das Lied „Gott hat uns lieb“.

Die Verwirrung in der heutigen Gesellschaft

Alle sind in Gottes Liebe, ein Kind der Gnade frei. In Gottes Liebe schläft jeder in Sünden, der Arzt, so erleuchtet und sehnig ist, erlitt den Wandel, so es Gott macht – in Gottes Liebe.

Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg, Gott ist Gott und Sieg.

Gott und Sieg, Gott ist Gott, Gott ist Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott, Gott.

Wann wird man allein?

Ja, heute Abend wollen wir über das Thema sprechen: Kann denn Liebe Sünde sein?

In der vorigen Woche war ich in einem Ferienlager mit 520 jungen Leuten am Sorpesee. Das ist eine Gegend wie hier, nur nicht so bewohnt, sie ist einsamer, dafür sind die Berge nicht so hoch. Am Vormittag hielt ich in dem Lager eine Bibelarbeit. Danach dachte ich, ich möchte die schöne Landschaft ein wenig genießen und quer durch die Wälder wandern.

Dabei habe ich mich jämmerlich verlaufen. Wie ich jemandem erzählte, sagte er, ich sei eben ein bisschen dumm. Vielleicht kann man dafür nichts, aber es war einfach so – ich habe mich schrecklich verlaufen.

Schließlich wollte ich einen Abkürzungsweg nehmen und einen steilen Hang hinuntersteigen. Dort war ein dichter Tannenwald, mit niedrigen Tannen und dazwischen Farnkräuter, die ungefähr so hoch waren wie ich selbst. Ich musste jeden einzelnen Schritt die Pflanzen auseinanderreißen.

Weil alles so hoch war wie ich, konnte ich keinen Überblick mehr gewinnen. Sie sehen, ich bin noch herausgekommen, sonst wäre ich nicht hier. Es endete damit, dass ich einmal rutschte und in einen Bach fiel. Da merkte ich, jetzt bin ich unten.

Aber sehen Sie, als ich auf dem halben Hang war, hatte ich ein augenblicklich scheußliches Gefühl. Da dachte ich: Nein, dass man sich in Deutschland noch verirren kann, wie im wildesten Dschungel.

Und jetzt möchte ich Ihnen sagen: Man kann sich in Deutschland verirren wie im wildesten Dschungel. Ich habe den Eindruck, dass unser ganzes Volk verirrt ist, bildlich gesprochen, wie im wildesten Dschungel.

Heute Abend möchte ich von den geschlechtlichen Dingen reden. Ich habe den Eindruck, dass wir auf diesem Gebiet, dem Gebiet des Geschlechtlichen, verirrt sind wie im tiefsten Dschungel.

Was heißt eigentlich verirrt sein? Dass man den rechten Weg nicht mehr weiß. Und auf dem Gebiet des Geschlechtlichen sind wir verirrt wie im dicksten Urwald. Warum? Weil man den rechten Weg nicht mehr kennt.

In jeder Illustrierten – ich lese diese Dinger schon lange nicht mehr, ich kann nur warnen: Wer sie liest, trägt selbst Schuld – wird permanent jeder Filmstar gefeiert, wenn er sich wieder einmal scheiden lässt und zum 27. Mal heiratet.

In Deutschland sagen von der ältesten Oma bis zum 14-jährigen Jungen alle: „Holland, Ingrid Bergmann hat sich schon wieder scheiden lassen und hat schon wieder geheiratet.“ Das ist also die Masche: alle halbe Jahre neun.

Warum denn? Wenn man auseinandergeht, steht an der nächsten Ecke schon ein anderer. Nicht so! An so einer Stelle wird deutlich: Wir wissen den rechten Weg nicht mehr.

Wir fühlen doch alle ganz deutlich, dass das, gelinde gesagt, eine Schweinerei ist. Und darüber wird geschrien. Ich lese nirgendwo einen Artikel über eine glückliche Ehe – das gibt es nicht. Aber die permanenten Scheidungen unserer Filmstars imponieren. Das ist der Weg, der uns gezeigt wird.

Wir fühlen, dass es eine Schweinerei ist, wir wissen das, aber es wird uns als Weg präsentiert.

Ich habe noch nicht einmal öffentlich geschrieben, dass es eine Schande ist, wie in den Kasernenstuben des neuen Militärs von morgens bis abends schmutzige Witze erzählt werden. Da haben sich die Ältesten an Macht aufgedeckt, unser liebes, liebes Militär!

Da darf man nicht daran rühren, an diesen Affenstall, in dem jeder Junge, der dort reinkommt, im Grunde seiner Seele verdorben wird.

Ich könnte lange fortfahren: Wir sind verirrt, wir wissen den richtigen Weg nicht mehr.

Wir sind alle Geschlechtswesen, Männer oder Frauen mit Trieben. Es hat keinen Sinn, darüber zu schweigen. Aber wir leben in einer grauenvollen Zeit, in der der Weg verloren gegangen ist.

Man weiß nicht mehr, was gut und böse ist. In Großstädten gibt es Zusammenschlüsse von Homosexuellen, wo ein Mann mit dem anderen Schande treibt – und sie fordern Anerkennung.

Kann ein junger Mann heute noch ein Mädchen zur Ehe bekommen, die vor ihm kein anderer gehabt hat? Gibt es das noch?

Verstehen Sie, ich könnte lange fortfahren. Wir wissen nicht mehr, was gut und böse ist.

Öffentlich proklamiert jedes Kino: Ehebruch ist erlaubt, Scheidung ist erlaubt, vorehelicher Geschlechtsverkehr ist durchaus normal, Kameradschaftsabsehe völlig in Ordnung – das Recht, seine Triebe auszuleben.

Und zugleich fühlen wir, dass diese Ratlosigkeit auf geschlechtlichem Gebiet uns in eine fürchterliche Not gebracht hat.

Die Not der Jugend und die Suche nach Orientierung

Ich muss noch einmal die schöne Geschichte erzählen. Da traf ich einmal einen jungen Pfarrer. Ich fragte ihn: „Warum sind Sie so schwermütig?“ Er sah aus, als wollte er sich das Leben nehmen.

Da sagte er: „In meiner Gemeinde – Gemeinde nennt man das – in meinem Ort geht es so furchtbar zu.“ Er meinte die Großstädte. Dann fragte er mich, ob ich nicht einmal zu ihnen zu einer Evangelisation kommen wolle. Ich sagte: „Gut, mache ich.“

Dann stellte sich heraus, dass er Pfarrer in dem schönsten Städtchen des Lipperlandes war. Dieses Städtchen ist berühmt durch seine Schönheit, durch die alten Fachwerkhäuser und durch die alte Burg, die sich in der Mitte der Stadt erhebt. Dort kommen Maler aus aller Welt und malen in diesem alten, schönen Städtchen. Ich will keine Namen nennen, wer interessiert ist, darf mich später fragen.

Am ersten Tag, als es losging, ging ich mit dem Pfarrer auf den Berg. Er sagte: „Sehen Sie, Bruder Busch, da sehen wir jetzt die Dächer. Ich kenne hier alles so gut, dass es ist, als könnte ich die Dächer abheben und hineinschauen.“

Er fuhr fort: „Sehen Sie, das macht mich wahnsinnig, dass ich weiß, was unter den Dächern geschieht, im Verborgenen. Es ist mir schon nicht verborgen, aber Gott ist es nicht verborgen. Darum liegt der Zorn Gottes über diesem Ort.“

Dann fragte er: „Glauben Sie nicht, dass wegen dieser Sünden auch über den Altorten ein wilder Zorn Gottes liegt?“

Am ersten Abend sprach ich nicht in der Kirche, sondern in der Schützenhalle. Ich wollte mich umziehen, denn ich hatte eine rote Krawatte an. Da sagte er: „Bleiben Sie mal so, es weiß gar kein Mensch, worum es sich handelt.“

Es war eine tolle Versammlung, lauter junges Volk. Am ersten Abend hörten sie mir schweigend zu. Die Lippa – das sind so, der Adler ist fahl, das wissen Sie – dort kann man mich nicht so leicht treffen, aber sie hörten mir schweigend zu, diese burschikosen Mädels.

Am zweiten Abend hatte ich das Thema „Liebe ohne Ring“. Da war ein Gedränge, es wurde gelacht und die Zauber flogen durch den Saal. Die burschikosen Mädels saßen auf dem Schoß der Jungs, eine Atmosphäre wie die Hölle.

Dann fing ich an: „Ich sage, auf geschlechtlichen Gebieten herrscht unter uns eine ganz große Not, eine ganz große Not, weil keiner mehr weiß, was recht ist.“

Plötzlich geschah etwas Merkwürdiges. Ich spürte, wie die Jungs ihre Mädels wegsetzten. Die Herzen öffneten sich plötzlich, das spürte man. Es war, als schrie mir die Versammlung von jungen Menschen entgegen: „Jawohl, Not! Wir werden nicht mehr fertig mit der Geschichte!“

Die Generation, sagten die jungen Leute zu mir, „deine Generation, Pastor Busch, hat alle Zäune niedergerissen. In unendlichen Büchern und Filmen wurde das Recht auf Ausleben des Briefs proklamiert. Und wir wissen keinen Weg mehr und sehen Not, Not, Not!“

Neulich kam ein Junge zu mir, er ist Bäckerlehrling, und sagte: „Ich halte es nicht mehr aus.“ Ich fragte: „Was hältst du denn nicht aus?“ Er antwortete: „Die Atmosphäre in der Backstube! Vom Meister angefangen bis zum letzten Lehrling, von morgens bis abends dreckige Zoten, dreckige Reden. Das ist wie ein Gift, ich halte es nicht mehr aus.“

Ich fragte: „Meinen Sie, das wäre in Neufen anders?“ Ich möchte nicht wissen, was hier an Dreck versammelt ist heute Abend in der Kirche.

Da erklärte ich dem Jungen: „Pass mal auf, dass der Meister und die Gesellen unablässig schmutzige Reden führen, beweist, dass sie ganz große Not haben. Ich muss dir das mal erklären.“

Ich sagte: „Wenn ein Mensch mit einem Problem nicht fertig wird, dann bekommt er, so sagt man, einen Komplex. Wenn die Oma mit der Nachbarin Streit hat über die Waschküche und dann schließlich jedem erzählt, der es gar nicht hören will, was die Nachbarin für eine Ziege ist – so, nicht? – dann muss sie immer davon reden. Das ist ein Komplex, verstehst du?“

„Die schrecklichsten Reden zeigen, dass man einen Komplex hat.“

Dann sagte ich: „Siehst du, wenn ein Mensch mit dem Geschlechtlichen nicht fertig wird, dann muss er Tag und Nacht daran denken. Dann spricht er immer davon und kann gar nicht mehr anders denken. Das ist ein Beweis dafür, dass er einen sexuellen Komplex hat, dass er nicht fertig wird mit der Frage, dass er in Not ist.“

Wir sind sehr in Not geraten, weil wir keinen Weg mehr wissen. Wir sind verirrt wie im Dschungel. Wo ist der rechte Weg?

Und sehen Sie, da bin ich so aus! Was gibt es jetzt? Verzeihen Sie, ich kann immer nur weitermachen, wenn alle zuhören.

Was ist jetzt für ein Regiment da? Sind wir alle wieder bei der Sache? Ach ja, nur für Leute mit guten Nerven – ich habe Sie gewarnt.

Gottes Wort als Orientierung in der Not

Ich bin sehr glücklich, dass ich in einer Welt, in der geschlechtliche Dinge zur schreienden Not geworden sind, Gottes Wort habe. Wenn ich durch Dörfer komme, sehe ich Schützenfeste, höre „Hallo Gloria“ und dahinter die schreiende Not. In dieser Situation bin ich froh, das Buch zu besitzen, in dem der geoffenbarte, wirklich lebendige Gott seinen Willen kundtut.

Ich möchte zu Hunderttausenden Menschen über dieses Thema sprechen. In einer Zeit wie der heutigen, in der niemand mehr weiß, was gut und böse ist, in der wir völlig verirrt sind und keiner den Weg kennt, müssen wir umkehren. Wir müssen von vorne anfangen und fragen: Was will Gott? Er allein hat das letzte Wort.

Diesen Satz möchte ich Ihnen mitgeben: Wir müssen wieder lernen zu fragen, was der Wille Gottes auf dem sexuellen Gebiet ist. Es geht nicht an, wie es in Westdeutschland oft praktiziert wird, dass wir christlich sind, christliche Kirchen, christliche Parteien und christliche Läden haben und dennoch Gott ins Angesicht sündigen. Das geht nicht!

Entweder gibt es keinen Gott – dann können die Menschen tun, was sie wollen. Sie können die Ehe scheiden, vorehelichen Geschlechtsverkehr haben und tun, was sie wollen: pulsieren, flirten, tanzen. Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt. Aber wenn Gott lebt, dann hat er das Recht zu bestimmen, was gut und böse ist, und zwar allein.

Wir kommen aus der Not und dem ganzen Schmutz in Deutschland nicht mehr heraus, wenn nicht jetzt eine Entscheidung getroffen wird. Entweder sagen wir Gott ab und tun, was wir wollen, oder wir kehren um und nehmen Gott auch auf diesem Gebiet ernst. Wer Gott ablehnt, wird das Gericht zu verantworten haben. Wir stehen alle einmal vor Gott.

Wenn wir aber umkehren und Gott ernst nehmen, müssen wir fragen: Was ist der Wille Gottes auf dem Gebiet des Geschlechtlichen? Ist Ihnen das klar? An dieser Stelle stehen wir jetzt vor der Frage nach Gott. Ich weiß, dass Gott lebt. Er hat sich in Jesus offenbart. Man kann ihn nicht mehr leugnen.

Darum müssen wir fragen: Was ist der Wille Gottes? Was ist der Wille Gottes auf dem Gebiet des Geschlechtlichen? Das lässt sich mit ein paar Sätzen sagen.

Gottes Wille zum Geschlechtsleben und zur Ehe

Erstens: Gott ist kein Feind unseres Geschlechtslebens. Vielleicht sitzen hier Leute, die sagen, Pastor Busch rede hier unerhört offen über diese Dinge. Warum nicht? Warum sollte man nur im Verborgenen darüber sprechen? Gott hat die Frau geschaffen, mich als Mann, dich als jungen Mann und dich als Mädchen. Dass wir eine Geschlechtlichkeit haben, ist nichts Schlechtes. Darüber kann man getrost sprechen. Es ist unsinnig, so zu tun, als wäre das alles schmutzig.

Keine Rede davon! Ich bin Vater von sechs Kindern, glücklich verheiratet und sehe all das nicht negativ. Ganz im Gegenteil! Man sollte eigentlich für die beständigen Siege, die wir erringen, Dankbarkeit zeigen. Verstehen Sie, das müssen wir uns erst einmal ganz klar machen: Gott hat uns mit unserer Geschlechtlichkeit geschaffen. Doch um diese ungeheure Macht im Leben eines Menschen hat Gott einen schützenden Zaun gelegt.

Diesen schützenden Zaun nennen wir die Ehe – eine Ehe der Treue und der Liebe. Das ist ein ganz großes Wort. Ganz am Anfang der Bibel heißt es: Gott schuf sie als Mann und Weib. Gott sagt Ja zur Ehe. Die Ehe ist ein göttlicher Orden, ein gesegneter Stand. Wenn ihr, die ihr verheiratet seid und hier sitzt, eure Ehe vermasselt habt, dann ist Gott nicht schuld, sondern ihr.

Gott sagt zunächst Ja zur Ehe. Er hat sie eingesetzt. Ich mag den Satz, den mir ein Mann Gottes sagte: Als Adam aus dem Paradies musste, durfte er zwei Dinge mitnehmen – den Sonntag und die Ehe. Diese stammen aus der Zeit vor dem Sündenfall. So ist jede rechte Ehe ein kleines Stück Paradies.

Ist das bei Ihnen auch so? Sie dürfen ja neu anfangen. Vielleicht müssen Sie heute Abend neu anfangen. Vielleicht muss ein Mann oder eine Frau heute Abend sagen: „Vergib mir, wir fangen von vorne an.“ Das darf man. Ehe soll ein kleines Stück Paradies sein, nicht eine Hölle, wie es bei manchen der Fall ist, und nicht bloß eine Möbelgemeinschaft.

Ein Stück Paradies. Gott hat dem Mann die Frau gegeben, damit sie ihn aus der Einsamkeit erlöst. Ihr Frauen, ich sage immer: Es genügt nicht, dass ihr euren Männern gute Spätzle macht – das ist zwar sehr wichtig. Ohne eine Frau, die das nicht kann, ist man dumm dran. Aber sie soll mehr sein. Sie soll ihrem Mann Gefährtin sein und Erlösung aus der Einsamkeit – und umgekehrt.

Ehe ist ein großes Ding. Sehen Sie, ich möchte stundenlang über die Ehe reden. Heute Morgen wollte ich meine Frau anrufen, die ist in Essen, 500 Kilometer entfernt, da habe ich Heimweh. Ich bin 30 Jahre verheiratet, und mein Begleiter lachte und sagte: „Du bist ja ganz aufgeregt.“ Ich sagte: „Wie ein Jüngling.“ Wie ein Jüngling nach 30 Jahren Ehe.

Gott kann uns wirklich eine Ehe schenken, die ein kleines Stück Paradies ist. Ich wünsche Ihnen das. Gott will uns helfen. Fangen Sie noch einmal von vorne an. Sehen Sie: Die Ehe ist der Zaun Gottes um das Geschlechtsleben.

Sünde außerhalb der Ehe und biblische Maßstäbe

Nun gibt es viel dazu zu sagen. Ich kann hier nur einige Hauptpunkte ansprechen. Nach Gottes Willen ist jeglicher geschlechtlicher Verkehr außerhalb der Ehe Sünde. Damit keine Missverständnisse entstehen, möchte ich dies ganz klar und deutlich ausdrücken.

Vor Gott ist Ehebruch in Gedanken, Worten und Taten Sünde. Auch die Ehescheidung ist vor Gott Sünde. Geschlechtsverkehr vor und außerhalb der Ehe ist ebenfalls Sünde. Ebenso ist es vor Gott Sünde, wenn ein Mann mit einem anderen Mann eine Beziehung hat oder wenn Mädchen untereinander eine sogenannte lesbische Liebe leben. Wer das versteht, versteht mich gut.

Auch Selbstbefleckung ist vor Gott Sünde. Nun sagen Sie bitte nicht: „Ach, Pastor Busch, du bist rückständig, wir denken da anders.“ Ich teile Ihnen hier nicht meine persönliche Meinung mit, sondern den Willen Gottes.

Wenn Sie Gott ablehnen, können Sie tun, was Sie wollen. Aber dann müssen Sie das in der Ewigkeit ohne Gott tun – das ist die Hölle. Wenn Sie jedoch an Gott festhalten wollen, können Sie nicht weitermachen und in seinem Angesicht sündigen.

Gott will eine reine Jugend. Ich sage hier einfach den Willen Gottes: Gott bejaht den Geschlechtsverkehr, er schützt ihn in der Ehe. Er will eine reine und größere Jugend sowie eine saubere Ehe.

Die Geschichte von Joseph als Beispiel für Treue

Eine der ganz großen Geschichten der Bibel ist die Geschichte von jenem wundervollen jungen Mann, der als Junge mit seinem Herrn und Heiland einen Bund geschlossen hat und daher mit ihm verbunden war. Dann wird er auf merkwürdige Weise in das alte Kulturland Ägypten verschlagen.

In der hohen Kultur geht oft ein Einsterben aller Reinheit Hand in Hand. So war es auch in Ägypten. Dort erhält Joseph schließlich einen hohen Rang im Hause seines Herrn, der ihn als Sklaven gekauft hat. Er ist ein schöner, stattlicher und eleganter junger Mann geworden – ein Kerl, der sich sehen lassen kann. Hätte er durch die Straßen geschlendert, hätten die Mädchen ihren Kopf nach ihm gedreht. Auch die junge Frau seines Herrn tat es; sie warf ihr Auge auf ihn.

Dann kommt diese unerhörte Geschichte: Die Frau steht vor ihm, fasst ihn am Gewand und sagt ganz offen, was sie will: „Schlafe bei mir!“ Mir schaudert, wenn ich daran denke, welche unerhörte Versuchung das für diesen jungen Mann war. In Ägypten war Ehebruch etwas Geringes, und alle taten es so. Er kannte auch das heiße Blut.

Doch dann geschieht das Wunderbare: Er schiebt die Frau beiseite und sagt, dass Gott auf seinem Plakat stehe und dass Gott bestimmt habe, dass er so ein großes Übel nicht tun dürfe, um gegen Gott zu sündigen.

Wie wird uns zumute, wenn wir solch eine Geschichte hören? Wie wird uns zumute bei dem Gedanken an einen Mann, der Gott ernst nahm und vor den Augen Gottes lebte? Mir graust oft, wenn ich sehe, wie bei uns Gott behandelt wird. Da nennt sich alles christlich, und doch fragt niemand bei den praktischen Dingen des Lebens, was der Wille Gottes sei.

Glauben Sie, es könnte gut gehen mit uns im Abendland? Neulich habe ich in einer Versammlung gesagt: Wenn die Atombomben krachen, dann fragen Sie mich nicht mehr, wie Gott das zulassen kann. Das müssen Sie jetzt kapieren: Unser Volk ist bereits nicht reif fürs letzte Gericht.

Man kann nicht einfach so tun, als ob Gott nicht da sei, und am Schluss friedlich christlich sich begraben lassen. Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten. Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Ich fürchte, wir werden Schlimmes ernten.

Jesus und die verurteilte Ehebrecherin: Gnade und Umkehr

Aber ich will mit dem Einzelnen reden, nicht jetzt mit dem Ganzen. Sehen Sie, was der Wille Gottes ist, den er uns sagt. Er hat uns geschlechtlich geschaffen, er schützt das Geschlechtsleben in der Ehe. Er schenkt uns darin ein Reich, ein Stückchen Paradies. Und er steht vor jungen Menschen und sagt: „Gib mir, mein Kind, dein Herz. Ich will es dir rein erhalten und deinen Leib rein erhalten.“ Daran könnt ihr euch orientieren. Wir sollten einfach mal darüber nachdenken, ob wir Gott absetzen wollen oder seinem Willen Nachdruck verleihen.

Aber ich darf hier noch nicht abbrechen. Nicht nur, weil ich noch 20 Minuten habe, sondern weil ich etwas sehr Wichtiges sagen muss.

Es gibt in der Bibel eine Geschichte, die mich jedes Mal kalt über den Rücken laufen lässt, wenn ich sie lese. Jesus steht mit seinen Jüngern da – Jesus, der Sohn Gottes. Auf einmal kommt ein lärmender, tumultuarischer Haufe, angeführt von ein paar Priestern und Pöbel, alles durcheinander. In der Mitte schleppen sie eine hübsche junge Frau. „Steinigt sie!“, ruft die Meute. Dann führen sie sie vor Jesus.

Der Anführer sagt: „Herr Jesus, du bist doch auch dafür, dass Gottes Wille geschieht. Ja sicher, in der Bibel steht, dass wer die Ehe bricht, gesteinigt werden soll. Das ist Gottes Gebot, und du bist doch für das Gebot Gottes.“

Jesus antwortet: „Ja, sie muss gesteinigt werden.“

Wollen Sie einen Moment innehalten? Glauben Sie nicht, dass viele unter uns des Todes schuldig sind? Wir machen weiter.

„Du sagst selbst, sie muss gesteinigt werden.“

Jesus sagt: „So steht es im Gebot Gottes. Wer unter euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein werfen.“ Dann bückt er sich und schreibt etwas in den Sand, keiner weiß, was. Lange bleibt er so, und als er sich wieder aufrichtet, steht nur noch die Frau da. Es heißt in der Bibel wörtlich: „Sie gingen davon, überführt von ihrem Gewissen.“

Da sagt Jesus zu der Frau: „Geh hin und sündige hinfort nicht mehr!“

Ich möchte wissen, wie die Geschichte weiterging. Wenn sie richtig weiterging, dann ging sie so weiter, dass die Frau sagte: „Herr, du sagst, ich soll nicht mehr sündigen? Ich muss doch – dann doch nicht anders!“

Nicht wahr, liebes junges Volk, so ist das doch! Ich muss doch. Du sagst, ich soll nicht sündigen – wie soll das gehen?

Wenn die Geschichte richtig weitergeht, dann geht sie so weiter, dass die Frau sich an Jesu Gewand klammert und sagt: „Herr, du sagst, ich soll hinfort nicht sündigen? Dann musst du aus meinem Leben etwas Neues machen.“

Und dann sagt Jesus: „Dazu bin ich gekommen in die Welt. Siehe, ich mache alles neu.“

Ob die Geschichte so weiterging, weiß ich nicht, es wird nicht erzählt. Sie endet nur damit, dass Jesus sagt: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Und keiner blieb. Das Volk nicht, die jungen Leute nicht, die Theologen nicht, die ehrbaren Frauen nicht – keiner blieb ohne Sünde.

Liebe Freunde, so eine Versammlung ist aber eine große Sünderversammlung. Wir stehen jetzt vor Jesus, der sagt: „Wer ohne Sünde ist.“ Und wenn man sein Leben, sein Herz und seine Gedanken erkennt – vor ihm stehen wir jetzt. Wer ohne Sünde ist?

Sehen Sie, wir müssen jetzt einfach mit dieser Tatsache stehenbleiben. Wir sind hier eine unglaubliche Sünderversammlung.

Und ich habe eben erzählt: Wenn die Geschichte mit der Frau richtig weiterging, dann hat sie sich an Jesus geklammert. Ihre Geschichte soll richtig weitergehen, dann machen Sie nicht weiter wie bisher. Lassen Sie auch nicht, liebe Ältere, über eure alten Sünden aus der Jugend Gras wachsen. Da sind alte, vergessene Geschichten – nicht, dass da Gras drüber wächst! Gott reißt das Gras ab! Und sie sind da wie am ersten Tag, diese Sünden, wenn sein Gericht kommt.

Sehen Sie, ich sagte: Wenn die Geschichte richtig weiterging, hat die Frau sich an Jesus geklammert. Und wenn unsere Geschichte richtig weitergeht, dann fangen wir heute Abend an, uns an Jesus zu klammern.

Glaube und Vertrauen auf Jesus

Wissen Sie, haben Sie einen christlichen Glauben? Sind Sie Christen? Was sind Sie für Leute – Türken, Heiden oder Christen? Haben Sie Glauben? Wie sieht dieser aus?

Im Neuen Testament bedeutet Glaube, dass ich Jesus als Sohn Gottes erkenne. Gott hat die Wand zwischen der anderen Welt und uns zerbrochen und kam zu uns, als Sohn Gottes, in die verfluchte Menschenwelt. Dann sehe ich ihn am Kreuz hängen. Warum hängst du am Kreuz, ans Kreuz genagelt? Da sagt er: Ich bezahle für dich. Ich erkaufe dich. Ich verströme mein Blut, damit du gereinigt werden kannst. Ich sterbe für dich. Herr Jesus, du stirbst für mich.

Und du erkennst ihn. Er blieb nicht im Tod, er ist auferstanden. Glauben heißt, Jesus erkennen und dann Vertrauen zu ihm bekommen.

Haben Sie Vertrauen zu Jesus? Ich habe ein Bombenvertrauen! Wissen Sie, mir selbst traue ich gar nicht mehr. Ich kann Sie nur warnen, mir zu trauen. Aber Jesus, dem traue ich. Ich weiß auch nicht warum.

Glauben heißt im Neuen Testament, Jesus erkennen und Vertrauen bekommen – so ein Vertrauen, dass man abspringt und ihm sein Leben gibt. Vertrauen und Hingabe, das ist Glauben.

Und sehen Sie, wer ohne Sünde ist? Weil das keiner ist, brauchen wir Jesus so sehr, dass wir ihn erkennen, vertrauen und abspringen und ihm unser Leben geben.

Ich war junger Offizier und lebte in allen Sünden. Mir kann keiner etwas über die Schlechtigkeit der Welt und des Herzens erzählen. Da weiß ich Bescheid.

Dann kam die Stunde, in der ich auf einmal Angst bekam: Ich komme in die Hölle. Da brauchte ich keinen Pfarrer zu. Jawohl! Man kann verloren gehen, wenn einem seine Sünden nicht vergeben und abgenommen sind. Ich habe schreckliche Angst bekommen, die mich nie mehr verlassen hat.

Dann lernte ich Jesus kennen.

Aber ehe ich Jesus kennenlernte, habe ich folgendes überlegt: Wenn ich nicht verloren gehen will, dann brauche ich zweierlei. Ich brauche ein Mittel, das meine Vergangenheit ausradiert. Und ich brauche eine Kraft, die mir ein anderes Herz gibt.

Gibt es so etwas, das die Vergangenheit ausradiert und ein neues Herz schenkt? Und dann fand ich Jesus. Ich entdeckte, dass Jesus die Vergangenheit ausradieren kann. Die Bibel nennt es: Er vergibt uns unsere Sünden.

Ihr Alten, sind eure Sünden vergeben oder bloß vergessen? Sie müssen vergeben sein.

Vergesst nicht, wie eine alte Frau von siebzig Jahren in die Sprechstunde zu mir kam. Es war ihr schrecklich schwer, so schwer, dass sie vor Erschütterung einfach heulen musste. Ich sah, wie die alte Frau kämpfte, und dann sagte sie: Es muss heraus.

Dann kamen die Sünden ihrer zwanziger Jahre. Ich habe in ihrem Vortrag gemerkt, dass ich nur vergessen habe, aber sie war nie vergeben.

Beten Sie mit mir, dass Jesus mir meine Sünden vergibt!

Oh, wer ohne Sünde ist, ihr jungen Männer, ihr Mädels, habt es nicht nötig, dass die Vergangenheit ausradiert wird!

Geht heute Abend zu Jesus und sagt ihm mit dem Munde, was los ist. Verteidigt euch nicht länger, entschuldigt euch nicht länger, sagt ihm, was euch belastet.

Sagt ihm: Herr Jesus, ich komme aber gar nicht raus aus dem Sündenleben, wenn du mir nicht hilfst!

Jesus macht frei – die Kraft des Kreuzes

Jesus macht frei – ich mag diesen Vers sehr. Allerdings wurde er auch schon sehr langweilig gesungen. Haben Sie das auch erlebt? Wenn Jesus kommt, dann springen die Bande in der Versammlung, die das erfahren hat. Da fällt die Kälte von den Wänden, wenn sie das singen, nicht wahr? Jesus ist gekommen, nun springen die Bande, die Stricke des Todes zerreißen. Jesus vergibt und Jesus hilft.

Sehen Sie, ich stand mal nicht vor einem Rennwagen, sondern vor dem Rennfahrer Hans von Stuck. Diesen Hans müssten Sie besser kennen als ich. Sie wissen wahrscheinlich mehr über ihn als ich. Ich erinnere mich, wie Hans von Stuck auf dem Nürburgring bei einem Grand Prix gefahren ist. Da stand dieses kleine Wägelchen. Ich war erstaunt, wie klein das Auto eigentlich war. Ich hatte es mir viel größer vorgestellt.

Ich sah den Wagen dort stehen und dachte: In diesem alten Blechding steckt so viel Kraft, dass es mit 240 Stundenkilometern über die Bahn fährt. Ja, wenn es in Gleis achtzig Menschen umfahren würde, sieht man ihm das gar nicht an. Und das muss man sich bei Jesus vorstellen: Hör zu, sag dem jungen Mann von Jesus, sag du – hör! Jesus, Jesus, Motorrad, Moped – aber Jesus! Sag deinem armseligen Motorradmenschenskind, wenn du wirklich Kraft bietest, dein Leben neu machst, dein Herz veränderst, die Ketten der Sünde sprengst, die dich aus einem unwürdigen Dreck heraus in einen Sarg legen, dann hilft nur die Kraft des lebendigen Gottes. Diese Kraft ist entfesselt und zu uns gekommen in Jesus Christus am Kreuz.

Und wenn alle gebundenen Sünder der Welt zum Kreuz Jesu gingen, dann wäre die Kraft des Kreuzes noch lange nicht erschöpft, um alle freizumachen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Jesus finden.

Es gibt ein schönes Gebet von König David. Kennen Sie es? „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz.“ Mein Vorgänger, Pastor Weigler, der vor mir Jugendpfarrer war, hat den Jungen einmal sehr schön erklärt, was ein reines Herz ist. Ich möchte es Ihnen auch erklären, auch wenn Sie keine Jungen mehr sind.

Sie hatten doch sicher schon mal schmutzige Fingernägel, vielleicht gerade jetzt. Hat das wehgetan? Nein, das tut nicht weh. Der Dreck unter dem Fingernagel bleibt wochenlang, und man spürt ihn nicht. Anders ist es mit dem Auge. Hatten Sie schon mal ein Schmutzkörnchen im Auge? Dort hält sich der Schmutz nicht.

Bei uns in Essen, wo die Luft voller Ruß ist – ich lebe jetzt seit etwa dreißig Jahren dort – fliegt mir jeden Tag dreimal etwas ins Auge. Aber mein Auge hat sich in all den Jahren nicht an den Schmutz gewöhnt. Sobald Dreck ins Auge kommt, fängt es an zu tränen und zu brennen, bis es wieder sauber ist.

So ist es auch mit einem reinen Herz. „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz.“ Ein reines Herz kann nicht verhindern, dass leichtsinnige Gedanken, Anfechtungen und böse Dinge aufsteigen. Aber ein reines Herz gibt sich damit nicht zufrieden. Man geht zu Jesus, bekennt es ihm, weint, klagt und bringt es unter sein Kreuz, bis sein Blut es vergibt. Dann schenkt er einem neu die Kraft seines Geistes.

Und wenn es einem dreimal passiert, dann betet man: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz.“ Ein Herz, das sich nicht mit dem Schmutz anfreundet.

Persönliche Erfahrungen und Gebet

Ich habe einen Sohn gehabt, der mit achtzehn Jahren in Russland ums Leben kam. Nicht einfach gestorben, sondern erschossen, umgebracht worden.

Dieser Junge war ein zarter Mensch, der nicht zum Soldaten passte. Er war ein Musikus. Umso mehr beeindruckte es mich, wie er sich als junger Christ in diesem Schmutz unter alten Soldaten behauptete.

Er schrieb mir einmal – das vergesse ich nicht – und du glaubst nicht, wie elendig die Gespräche von morgens bis abends sind, wie dreckig! Doch er sagte auch, dass er immer ein Gebet habe. Dann schrieb er mir dieses Gebet, ein kleines Verslein, von dem ich nicht weiß, von wem es stammt:

„Schenke, Herr, auf meine Bitte
mir ein göttliches Gemüte,
einen königlichen Geist,
mich als dir voll Lob zu tragen,
allem anderen abzusagen,
was nur Welt und Sünde heißt.“

Er schrieb weiter: Wo Menschen sind, sind sie erniedrigt bis zur Hölle in ihrer Sünde. Aber Gott schuf sie einmal nach seinem Ebenbild. Jesus starb für sie, Jesus will sie herausreißen. Sie müssen nicht weiter so erniedrigt bleiben. Rufen sie Jesus an!

Er wiederholte das Gebet:

„Schenke, Herr, auf meine Bitte
mir ein göttliches Gemüte,
einen königlichen Geist,
mich als dir voll Lob zu tragen,
allem anderen abzusagen,
was nur Welt und Sünde heißt.“

Und nun wollen wir recht als Gebet ein Lied singen, das Lied Nummer elf. Es ist ein Gebet. Lassen Sie uns beten und die drei Verse singen.

Organisatorisches und Einladung

Ich habe noch ein paar Dinge bekannt zu geben, bitte haben Sie Geduld.

Erstens: Lassen Sie bitte die Liederblätter liegen, die brauchen wir noch. Lassen Sie sie nicht einfach so en passant in der Handtasche verschwinden. Morgen finden Sie wieder ein neues Liederblatt vor, wenn Sie kommen.

Ich möchte Sie bitten, nicht nur zu kommen, damit die Kirche voll ist. Dafür muss ich nie nach Neufen reisen, die habe ich auch hier in Essen. Ich möchte, dass Sie kommen, weil die Botschaft, die ich habe, so wichtig ist.

Ich weiß wirklich nicht, wie lange wir das Evangelium noch hören können. Der Boden wankt unter unseren Füßen. Ich habe im Oktober eine Einladung in die Ostzone. Man weiß jedes Jahr nicht, ob es noch gelingt, so eine Vortragswoche zu organisieren. Da zittert man regelrecht, ob das klappt. Und hier können wir es mit Selbstverständlichkeit tun. Aber wie lange noch?

Nutzen Sie diese Gelegenheitswoche, um zu hören – sonntags und jetzt auch in dieser Woche.

Morgen habe ich ein sehr wichtiges Thema: Gibt es Gewissheit in religiösen Dingen? Ich frage einen Mann: Lebt Gott? Ha, ich denke, wie es aussieht, weiß das keiner so genau. Ich frage einen anderen: Sind Sie ein Jesusjünger? Ich hoffe es, ich hoffe, Sie werden selig. Ja, ich glaube daran. Verstehen Sie, wohin ich schaue, ist nur Unsicherheit. Und hören Sie, so kann man doch nicht leben!

Ich muss doch wissen, ob Gott da ist. Ich muss wissen, ob es eine Verlorenheit gibt, wie man selig wird und ob ich gerettet bin. Gibt es Gewissheit? Darüber will ich morgen Abend sprechen – ein unendliches Thema.

Bringen Sie all die Männer mit, die sagen: „Hat der Voice (gemeint ist vermutlich der Prediger) keine Ahnung?“ Doch, doch, es weiß einer etwas, nämlich der Herr, der seinen Heiligen Geist gibt und Gewissheit schenken kann. Der weiß schon einiges, das wir weitergeben dürfen.

Also laden Sie ein, es ist ein wichtiges Thema.

Bitte beachten Sie auch die Büchertische an den Türen. Dort sind allerlei Bücher von mir ausgelegt.

Dann habe ich noch einen Dank auszusprechen: Viele liebe Leute haben Lebensmittel für unsere Küche gebracht. Ich weiß gar nicht, wir sind hier mit fünfzig Mann. Die Kerle können natürlich fest essen, und ich auch. Da bringt einer Äpfel, der andere Birnen, ein Dritter Kartoffeln oder Brot oder anderes. Ich möchte einfach all denen danken, die so freundlich an uns gedacht haben.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch der Gemeinde Neufen danken, der kirchlichen Gemeinde, die uns so eine feine Freizeit bereitet hat. Ebenso danke ich der Stadtgemeinde, die uns in unendlich vielen Dingen so freundlich entgegenkam. Ich muss sagen, wir sind hier aufgenommen wie Fürsten in Neufen.

All denen, die es angeht, möchte ich von Herzen danken – vom Bürgermeister bis zum Bademeister und allen, die Äpfel gebracht haben und allen anderen.

Außerdem möchte ich Ihnen sagen: Am Ausgang können Sie ein Opfer für meine Jugendarbeit geben.

Ich habe in Essen eine herrliche Jugendarbeit, ein großes Clubhaus, in dem sich Jungs von 14 bis 20 Jahren versammeln. Viele haben dort ihren Herrn und Heiland gefunden.

Meine Mitarbeiter suchen jeden Sonntagmorgen zwei Jungen in ihren Häusern auf, bringen ihnen Predigten und laden sie ein – in den verlorensten Ecken und in den vornehmsten Häusern. „Komm mit, mein Lieber, du musst Jesus haben!“ Für diesen Feldzug brauche ich Geld.

Dafür dürfen Sie auch Aktien kaufen – himmlische Aktien, nicht weltliche.

Am Ausgang gibt es eine fröhliche Kollekte.

Kennen Sie unseren Essener Satz? Wenn ich das Doppelte gebe von dem, was ich vorhatte, habe ich die Hälfte gegeben von dem, was Gott von mir erwartet hat.

Schlusswort und Gebet

Und zum Schluss wollen wir alle Gott die Ehre geben, liebe Freunde.

Am Ende möchte ich noch auf den Büchertisch und die Kollekte hinweisen. Doch vor allem wünsche ich mir, dass Sie Ihr Leben mit Jesus in Ordnung bringen. Wenn es für Sie noch nicht zu spät ist, dann tun Sie das bitte. Es geht um Ihre Seelenseligkeit.

Nach dem Schlussgebet singen wir stehend das Lied „Grossrat, wir loben Dich“ und geben ihm die Ehre.

O Herr, wir möchten Dir danken, dass Du uns den Weg zeigst, den wir gehen sollen. So müssen wir uns nicht mehr im Dschungel der Weltmeinungen verirren. Du schenkst uns das Leben selbst und die Vergebung.

Darum bitten wir Dich: Schenke mir, Herr, auf meine Bitte hin ein göttliches Gemüt und einen königlichen Geist. Hilf mir, mich Dir verlobt zu tragen und allem anderen abzusagen, was nur Welt und Sünde heißt. Amen.