Serie•Teil 14 / 282. Samuel (Vers-für-Vers)
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Der Abschluss des Feldzugs und die Sicherung des Friedens
Wir fahren weiter in 2. Samuel 10, ab Vers 15:
Und als die Syrer sahen, dass sie vor Israel geschlagen waren, da versammelten sie sich allesamt. Und Hadadezer sandte hin und ließ die Syrer ausziehen, die jenseits des Stroms waren. Und sie kamen nach Helam, und Schobak, der Heeroberste des Hadadezers, zog vor ihnen her.
Als David dies berichtet wurde, versammelte er ganz Israel, ging über den Jordan und kam nach Helam. Und die Syrer stellten sich David gegenüber auf und kämpften mit ihm. Und die Syrer flohen vor Israel, und David tötete von den Syrern siebenhundert Wagenkämpfer und vierzigtausend Reiter. Und er schlug Schobak, ihren Heerobersten, und er starb dort.
Und als alle Könige, die Knechte Hadadezers waren, sahen, dass sie vor Israel geschlagen waren, da machten sie Frieden mit Israel und dienten ihnen. Und die Syrer fürchteten sich, den Kindern Ammon weiterhin zu helfen.
Also, wir haben gesehen, wie viele Erfolge David hatte, um eben dieses Friedensreich aufzubauen. Aber es gab doch noch Gebiete, die nicht beruhigt waren, die instabil und labil waren. Und nun sehen wir in Kapitel zehn, wie Gott David dafür belohnt, dass er diese Freundlichkeit zeigen wollte, die so missverstanden wurde. Er handelte dann im Gericht an diesen Völkern, sodass schließlich Frieden entstand, auch dadurch, dass die Feinde unterworfen wurden.
Ein Blick auf die Parallelstelle und die scheinbaren Unterschiede
Noch etwas, wir schlagen mal 1. Chronika 19,18 auf. Es geht um denselben Krieg wie dort ab Vers 15 mit den Syrern, in 1. Chronika 19 ab Vers 16, als die Syrer sahen, dass sie vor Israel geschlagen waren. Ich glaube, das entspricht 2. Samuel 10,15, als die Syrer sahen, dass sie vor Israel geschlagen waren.
Ja, ich habe gesagt: Wenn man das Büchlein von Abba ben David parallel in der Bibel anschaut, mit den parallelen Texten, dann sieht man, dass es auch da kleine Unterschiede gibt. Und zwar lese ich in 2. Samuel 10,18 nochmals: Und die Syrer flohen vor Israel, und David tötete von den Syrern siebenhundert Wagenkämpfer und viertausend Reiter.
Und in 1. Chronika 19,18 heißt es: Und die Syrer flohen vor Israel, und David tötete von den Syrern siebentausend Wagenkämpfer und 40 Mann Fußvolk. Und dann heißt es noch: Auch Schobak, den Heerobersten, tötete er. Aber hier heißt es: Schobak, ihren Heerobersten, schlug er, und er starb dort. Kleine Unterschiede.
Wie mit den Zahlen und den Textzeugen umzugehen ist
Und wieder etwas für unsere Gegner: Die Feinde des Wortes Gottes sagen, die Bibel sei voller Fehler, gerade auch bei den Zahlen. Es gibt sogar Seiten von Muslimen, die solche Stellen sammeln, um Leuten zu zeigen: Seht ihr, die Bibel ist vollkommen voller Fehler. Schau mal, da steht 700, und dort steht 7. In 2. Samuel steht etwas von vierzigtausend Reitern, aber an anderer Stelle lesen wir von vierzigtausend Mann Fußvolk. Was machen wir da?
Eine Sache ist immer wichtig: Wenn es solche Konflikte beim Lesen gibt, dann muss man sich fragen, wie es ganz genau im Grundtext steht. Die Übersetzung ist ja nicht das letzte Wort, sondern der Grundtext ist von der Bibel inspiriert. Auch die Luther 1545 ist nicht inspiriert, auch wenn Leute das sagen. Nein, der griechische Text, den Gott den Aposteln und Propheten des Neuen Testaments inspiriert hat, der ist inspiriert.
Aber jetzt sieht man schon einmal in der Elberfelder, in 2. Samuel 10,18 heißt es: Und die Syrer flohen vor Israel, und David tötete von den Syrern siebenhundert Wagenkämpfer. Aber dann hat es noch eine Fußnote, und dort steht wörtlich: Wagen. Das ist wichtig: siebenhundert Wagen.
In 1. Chronika 19,18 heißt es: Und die Syrer flohen vor Israel, und David tötete von den Syrern siebentausend Wagenkämpfer. Aber auch da gibt es eine Fußnote. Dort steht wörtlich: Wagen. Also schon einmal wichtig: Es heißt Wagen, hebräisch Rechew.
Dann fällt noch auf, dass es ein klares Verhältnis zwischen siebentausend und siebenhundert gibt. Das ist genau zehnmal mehr. Und wenn man althebräisch gründlich studiert, lernt und erforscht, dann weiß man aus der Fachliteratur und aus Wörterbüchern: Rechew bedeutet erstens Wagen und zweitens Wagentruppe.
Nun, das waren also siebentausend, die die ganzen Wagentruppen ausmachten. Zu den 700 Wagen gehörten also jeweils zehn Soldaten. So hat eben einmal das Wort Rechew in der einen Stelle die Bedeutung von 700 Wagen, also von 700 Wagentruppen. Und das andere Mal sind mit Wagen wirklich die einzelnen Wagensoldaten gemeint, also siebenhundert Zehnergruppen und einmal die siebentausend einzelnen Personen in Verbindung mit den Wagen.
Und dann haben wir in 2. Samuel 10,18 vierzigtausend Reiter, aber in 1. Chronika 19 sind es vierzigtausend Mann Fußvolk. Nun ist es so: Es waren also vierzigtausend Infanteristen, die aber eben noch einen kleinen Gepäckwagen dabei hatten, mit einem Pferd, das im Notfall benutzt werden konnte, als Fluchtpferd. So rückten sie mit einem Pferd und Wagen vor. Und wenn dann eben das Problem kam und eine Flucht nötig war, dann nahmen sie das Ross und flohen mit dem Ross. So waren das 40 Reiter, aber es handelte sich um 40 Infanteristen, die nur im Notfall Reiter waren.
So muss man eben auch die kulturellen und militärischen Details im Nahen Osten mitberücksichtigen, und dann hat man die Lösung. Es ist kein Widerspruch.
Die Frage nach den Königszahlen und den Zählsystemen
Und wenn man das Problem mit den Zahlen in der Bibel hat, muss man Folgendes wissen: Ganz viele Zahlen in der Bibel sind Jahreszahlen. Gerade in Chronika und Könige werden bei jedem König die genauen Zahlen der Herrschaft angegeben. Bei den neunzehn Königen der zehn Stämme und den zwanzig Königen, einschließlich einer Königin, also auch neunzehn Königen und einer Königin in Juda, werden immer die genauen Zahlen der Herrschaft angegeben.
Manchmal gibt es sogar die Verknüpfung, dass dieses Jahr von dem König im Nordreich dem und dem Jahr im Südreich entspricht. Das wird dann als Synchronismus angegeben. Und tatsächlich: Wenn man diese Zahlen durchrechnet und in Tabellen auflistet, geht zunächst scheinbar gar nichts auf, bis man erkennt, dass es zwei verschiedene Zählsysteme gibt.
An einem Ort wird jeweils, wenn ein König auf den Thron kommt, im Todesjahr des Vaters dieses Jahr nur als Jahr des Vaters gezählt und nicht beim Sohn. Das ist das Thronbesteigungsjahr. Erst im nächsten Jahr wird gezählt: eins, zwei, drei, vier.
Es gibt aber auch die andere Zählung, bei der das Thronbesteigungsjahr mitgezählt wird. Das fällt natürlich mit dem Todesjahr des Vaters zusammen. Da muss man aufpassen, dass es nicht doppelt gezählt wird.
Darum muss man bei den Königen von Israel typischerweise ein Jahr abziehen, weil dort das Thronbesteigungsjahr gezählt wird. Und bei Juda ist es anders: Dort wird das Thronbesteigungsjahr nicht gezählt, sodass man die Zahl einfach stehen lassen kann.
Wenn man dann die Listen macht, geht alles auf. Alle Zahlen werden gelöst, alles geht mathematisch auf. Aber es ist nicht ganz so einfach. Man muss solche Details mit berücksichtigen. Dann geht es auf.
Die Rolle der Septuaginta und der Umgang mit Überlieferungen
Jetzt ist es natürlich interessant, dass die griechische Übersetzung, die Septuaginta, zwar oft im Neuen Testament zitiert wird, aber sehr viele Übersetzungsfehler aufweist. Man kann sich fragen: Warum wird diese Übersetzung dann im Neuen Testament zitiert?
Der Heilige Geist zitiert sie im Neuen Testament dort, wo das Griechische der Septuaginta richtig ist. Er zitiert sie nicht dort, wo sie falsch ist. Das ist also keine Rechtfertigung dafür, dass die ganze Übersetzung perfekt wäre. Aber dort, wo der Heilige Geist sie benutzt, ist sie richtig.
Genauso ist es, wenn der Apostel Paulus die jüdische Überlieferung benutzt. Er spricht von Jannes und Jambres, den Zauberern in Ägypten. Das stand nicht im Alten Testament, aber in der jüdischen Überlieferung. Diese war richtig, und er hat sie auch benutzt, in 2. Timotheus 3. Oder es ist auch so, dass Judas ein prophetisches Wort von Henoch zitiert. Aber er sagt nicht, dass es in der Heiligen Schrift steht, sondern es war einfach überliefert. Im Judasbrief zitiert er Henoch, den siebten von Adam an, und er zitiert das.
Damit wird also nicht die menschliche Quelle als inspiriert angesehen. Aber das, was richtig ist, kann der Heilige Geist benutzen.
Und die Septuaginta hat tatsächlich bei den Königszahlen gemogelt. Man wusste, dass es ein Problem mit den Zahlen gibt, und schon im dritten Jahrhundert vor Christus wusste man nichts mehr von diesen Zahlsystemen. Die hat man erst später wieder entdeckt. Dann hat man versucht, die Zahlen zu verbessern, und hat alles noch schlimmer gemacht.
Also ist die Septuaginta bei den Zahlen noch schlechter geworden. Das heißt: noch schlimmer als der hebräische Text war das im Judentum beim Grundtext. Dort hatte man die größte Ehrfurcht, da durfte nichts geändert werden. Bei den Übersetzungen fühlte man sich sehr frei, auch bei den aramäischen Übersetzungen, den Targumim in den Rabbinerbibeln. Diese enthalten Kommentarzusätze und sind sehr frei.
Aber beim Grundtext hat man gelehrt: So wird das überliefert. Man sagte einem Abschreiber: Pass auf, dass du nicht einen Buchstaben der Tora änderst, sonst wirst du ein Zerstörer der Welt. Und so hat man diese Zahlen der Könige genau so überliefert und nichts daran geändert, obwohl man wusste: Wir haben eigentlich ein Problem, wir können sie gar nicht richtig zusammenzählen. Aber man hat nichts daran geändert. Das zeigt umso mehr, mit welcher Präzision der hebräische Text abgeschrieben wurde.
Das ist der masoretische Text, eben der Tempeltext, wie ich das auch schon erklärt habe. Er wurde so präzise überliefert und erweist sich darin: Diese Zahlen sind alle richtig. Darum muss man nicht einfach denken: Oh, jetzt haben wir ein Problem, da steht 7, dort steht 700. Die Abschreiber wussten auch, dass das eine Diskrepanz ist, und haben das trotzdem so gelassen. Warum? Weil es eben richtig ist.
Einmal ist Rechew im Sinne von einem einzelnen Wagen mit dem Soldaten gemeint, und einmal ist Rechew eine Truppe von zehn Soldaten. Darum steht hier siebentausend, dort steht siebenhundert. Das ist alles richtig.
Ja, das nur so als kleiner Einschub.
Der Übergang zu Kapitel 11 und die Gefahr der Ruhe
Und wir gehen gleich weiter in 2. Samuel. Also, wir haben gesehen in Vers 19, letzter Satz: Und die Syrer fürchteten sich, den Kindern Ammon weiterhin zu helfen.
Dann kommt Kapitel 11, das wir dann morgen noch anschauen werden:
Und es geschah bei der Rückkehr des Jahres, zur Zeit, wenn die Könige ausziehen, da sandte David Joab und seine Knechte mit ihm und ganz Israel. Und sie richteten die Kinder Ammon zugrunde und belagerten Rabba. David aber blieb in Jerusalem. Und es geschah zur Abendzeit, als David von seinem Lager aufstand und auf dem Dach des Königshauses umherging, dass er vom Dach herab eine Frau sich baden sah. Und die Frau war sehr schön von Aussehen.
Jetzt hat David so viele Erfolge erlebt, und es ist so ruhig geworden. Und jetzt kommt die Katastrophe. Und das ist die Gefahr im geistlichen Leben, wenn Ruhe eintritt, der Alltag da ist und plötzlich wird man geistlich faul.
Noch vorhin haben wir gesehen, dass David sogar in den Kampf mitgegangen ist, als König, mit dem General. Aber jetzt bleibt er zu Hause. Jemand hat gehört, wie er erzählt hat: Es ist bei mir so, in den Ferien schaue ich schon, dass ich da nicht so Stress habe wie sonst normalerweise. Also ist es gewöhnlich so: Ich stehe dann erst um fünf Uhr auf und dann schreite ich schon bald geradewegs zum Abendessen.
Ja, aber das ist ja genau das hier. Und es geschah zur Abendzeit, als David von seinem Lager aufstand. Dem war es langweilig den ganzen Tag, der war im Bett. Ich war Schlafforscher sagen sowieso, das Bett sollte eigentlich da sein zum Schlafen. Also, wer Schlafprobleme hat, der darf nicht seinen Computer nehmen und im Bett arbeiten und Bücher lesen usw. Der muss lernen: Das Bett ist da zum Schlafen. Und alles andere muss man woanders machen, sonst gibt es Schlafprobleme. Es gibt dann Schlaferziehung usw., und das kann wirklich hilfreich sein.
Aber David: den ganzen Tag ist er im Bett. Und das ist wirklich Faulheit, während seine Armee im Krieg ist. Man muss den Kontrast sehen. Aber das schauen wir uns morgen an.
Es ging mir einfach nur darum zu zeigen: jetzt wieder der Übergang von einem Kapitel zum anderen, diese Erfolge, und schliesslich kommt David zur Ruhe, und dann wird es für ihn gefährlich. Wer zu stehen sich dünkt, sehe zu, dass er nicht falle. 1. Korinther 10.
Wir schliessen hier.
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