Zum Inhalt

Podcast: Zeitgeistthemen wie Magie, Horoskope und soziale Medien

Deeptalk vom Radio Segenswelle mit Michael Kotsch , Teil 6/16
21.06.2024
SERIE - Teil 6 / 16Deeptalk vom Radio Segenswelle mit Michael Kotsch
Warum wird Magie im ESC gefeiert und was sagt die Bibel dazu? Wie gefährlich ist der Einfluss von Harry Potter und Horoskopen wirklich? Und wie wirken soziale Medien auf unser Leben und unseren Glauben? Entdecke, warum Vertrauen auf Gott anders ist als die Suche nach okkulten Kräften und wie du mit Medienkonsum bewusst umgehen kannst. Worin liegt der Unterschied zwischen echter göttlicher Kraft und vermeintlicher Magie?

Herzlich willkommen bei Deep Talk! Wir freuen uns, gemeinsam mit dir Gott besser kennenzulernen. Durch Predigten und Interviews möchten wir uns von ihm immer mehr verändern lassen und ein Leben führen, das sich lohnt – ein Leben zur Ehre Gottes.

Unser Anliegen ist es, mit dir über Themen zu sprechen, die tiefer gehen. Es geht also nicht um Small Talk, sondern um Deep Talk.

Sei dabei und lass dich herausfordern!

Einführung in die heutige Folge

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Deep Talk. Wir freuen uns, dass du wieder eingeschaltet hast. Ich bin Benjamin, aber ich bin natürlich nicht allein hier. Mit mir zusammen sind Tina und Michael Kotsch.

Heute sprechen wir über ganz unterschiedliche Themen, die jedoch alle eine gemeinsame Essenz haben. Wir reden über den ESC-Beitrag von Irland, über Harry Potter und Horoskope.

Michael, ich würde gleich mit einer Einstiegsfrage beginnen: Verkommt der ESC zum politischen Zeitgeisttheater? Das war auch deine Einstiegsfrage bei deinem Ideakommentar. Wie lautet deine Antwort darauf?

Der ESC und der Einfluss gesellschaftlicher Themen

Ja genau, es gibt diese christliche Zeitschrift, die viele Kenner in Idäa lesen. Sie nehmen oft Bezug auf aktuelle Ereignisse in der Gesellschaft. Ein Beispiel dafür ist der Eurovision Song Contest, der in regelmäßigen Abständen stattfindet. Verschiedene Länder schicken ihre Gruppen dahin, und dann wird eine lange Geschichte daraus, bei der ausgewählt wird.

Mir ist in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen, dass es dabei gar nicht mehr so sehr um Musik geht. Vielmehr ist es so, dass, wenn eine Gruppe „cool“ ist, sie genau das macht, was gerade in der Gesellschaft eine große Diskussion auslöst. So war das in der Vergangenheit. Mal war einer der Teilnehmer schwul, und dann hieß es: „Oh super, das ist ja tolle Musik.“ Ein anderes Mal war ein Teilnehmer transsexuell, und auch das wurde als etwas ganz Tolles gefeiert.

Man könnte sagen, entweder konzentriert man sich auf die Musik und sagt: „Das ist jetzt wirklich musikalisch ganz toll“, oder man zeigt, wie das Land so ist – also, was typisch irisch, deutsch, polnisch oder sonst was ist. Oder man macht eben eine Werbeaktion, die den Zeitgeist widerspiegelt.

Ich habe den Eindruck, dass solche Themen immer eine größere Rolle spielen. Die Art und Weise, wie sich die Gruppen präsentieren, hat oft viel mit dem Zeitgeist zu tun. Und auch in diesem Jahr scheint mir das wieder so zu sein. Verschiedene Gruppen erregten Aufmerksamkeit, indem sie sich auf den Gaza-Konflikt bezogen – entweder auf die Seite Israels oder auf die Seite der Palästinenser. Das wurde dann auch gleich groß diskutiert, obwohl das mit Musik an sich nur am Rande zu tun hat.

Ein Beitrag führte sogar dazu, dass die Veranstalter des Eurovision Song Contests sagten: „Das könnt ihr so nicht machen.“ Es handelte sich um eine Gruppe aus Irland. Diese Gruppe erhielt später den sechsten Platz. Zunächst traten sie auf, und die Leute fanden die Darbietung interessant.

Die Gruppe hatte zum Beispiel auf der Haut überall so genannte römische Schriftzeichen. Die Zuschauer fragten sich, was das sei, denn man konnte sie nicht direkt lesen. Es handelte sich um urirische Schriftzeichen, die von den Runen abgeleitet sind, die die Germanen nutzten. Diese Runen werden eigentlich für Magie und Zauberei verwendet. Sie dienen dazu, die Götter zu beschwören.

Viele sagten: „Das ist jetzt aber schon komisch, was machen die da?“ Einige gingen hin und übersetzten, was dort stand. Auf diesen Runen war als Beschwörung „Free Palästina“ zu lesen. Das ist also auch ein politisches Statement.

Wenn man so etwas auf Englisch oder Deutsch schreibt, könnte man sagen, das ist einfach eure Meinung. Aber wenn es in einer Schrift steht, die eigentlich magisch etwas beschwören soll, dann steckt auch ein religiöser, okkulter Aspekt dahinter. Mit der Schrift versucht man, das zu bewirken, was man sich wünscht.

Das zeigte sich auch in der gesamten Inszenierung. Wer sich das angeschaut hat, wird bemerkt haben, dass zum Beispiel viele Kerzen zu sehen waren, die Gruppe dunkle Kleidung trug und vieles wirkte wie eine schwarze Messe, könnte man sagen.

Im Lied kam zum Beispiel das Wort „Abracadabra“ vor. Das ist nicht einfach nur Theater, sondern ein Spruch, der schon zweitausend Jahre alt ist und in der Magie immer wieder verwendet wurde. Damit will man etwas bewirken, Geister beeinflussen.

Wenn man solche Sprüche in die Musik einbaut und dann noch diese Szene und Aufmachung sieht, habe ich den Eindruck, dass das wieder ein Ausdruck des Zeitgeists oder eine Politisierung ist. Magie wird als etwas Positives und Erstrebenswertes dargestellt, etwas ganz Normales im Alltag und in der Musik.

Das finde ich nicht ganz unproblematisch, weil es ja religiös ist und viele Menschen dadurch geprägt werden, wenn sie so etwas hören und sehen. Deshalb sehe ich das kritisch.

Ich habe den Eindruck, dass das nicht nur in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest so ist. Auch in den vergangenen Jahren gab es immer wieder ähnliche gesellschaftliche, politische und religiöse Inhalte, die gefeiert wurden.

Biblische Perspektive auf Magie und Zauberei

Was ist aus biblischer Sicht problematisch an Magie, Zauberei und ähnlichen Praktiken?

Auf der einen Seite finde ich es herausfordernd, dass solche Dinge tatsächlich vorkommen. Sie zeigen, dass es ein Teil der Realität ist. In der Vergangenheit gab es Zeiten, da haben viele Menschen gesagt, so etwas existiert gar nicht und ist nur Unsinn. Solche Menschen gibt es auch heute noch. Andererseits gibt es Menschen, die behaupten, übernatürliche Dinge erlebt zu haben, ohne dabei zu unterscheiden, dass es verschiedene Kräfte, Mächte und Energien jenseits unserer Wahrnehmung gibt.

Hier liegt, glaube ich, das Hauptproblem: Viele Menschen denken, wenn eine übernatürliche Kraft ihnen etwas Gutes tut oder ihnen gute Gefühle vermittelt, dann sei diese Kraft generell gut. Die Bibel warnt uns jedoch ganz deutlich davor, dass das nicht stimmt.

Zum Beispiel wird uns gesagt, dass der Teufel der Gegenspieler Gottes ist. Er tritt als Engel des Lichts auf, das heißt, er gibt vor, besonders nett und freundlich zu sein und uns helfen zu wollen. Doch Gott warnt uns: Pass auf, er will dich eigentlich nur zerstören.

Gerade diese mangelnde Unterscheidungskraft finde ich heute bei der Darstellung von Magie und Zauberei äußerst problematisch. Oft wird so getan, als könne man Zauberei einfach für das Gute einsetzen, wenn man das möchte. Die Bibel sagt aber klar: So ist es nicht.

Es gibt eine positive, übernatürliche Macht, und das ist Gott. Daneben existiert die Macht des Gegenspielers Gottes, der unterschiedlich genannt wird – Satan, Teufel, Diabolos und so weiter. Diese Macht will die Menschen gefangen nehmen, beeinflussen und von Gott wegziehen.

Wenn man da nicht sensibel ist, kann man schnell auf die falsche Seite geraten. Genau das passiert oft bei der Magie. Man bindet sich Stück für Stück daran – meist nicht von einer Minute auf die andere. Zuerst findet man es spannend, unterhaltsam oder faszinierend. Manche bleiben dabei stehen, doch andere gehen immer weiter.

Irgendwann kommen sie dann tatsächlich in Kontakt mit solchen übernatürlichen Mächten. Und dann ist es sehr schwer, wieder davon loszukommen.

Beispiel der irischen Band und die Problematik von "positiver" Magie

Die irische Band ist in diesem Zusammenhang ein relativ gutes Beispiel. Es gab die Frage, ob das, was sie tun, wirklich dämonisch ist oder nur Show. Aus den Aussagen der Band selbst beziehungsweise der Hauptsängerin ist klar zu erkennen, dass sie sich selbst als Hexe bezeichnet. Sie sagt aber auch, dass sie keine böse Hexe sei, sondern eine Lichthexe, die mit guter Magie und Lichtmagie praktiziert. Der Paganismus Irlands ist ihr dabei sehr, sehr wichtig.

Das ist genau so ein Beispiel für positive Magie. Gerade wenn solche Begriffe wie Paganismus fallen, stellt sich die Frage: Was bedeutet das eigentlich? Paganismus ist eigentlich ein Sammelbegriff, der die Abgrenzung zum christlichen Glauben beschreibt. Hier sollte man ganz klar sein: Paganismus bedeutet, antichristlich zu sein, also gegen den christlichen Glauben zu stehen. Das klingt aber nicht so negativ. Mit dem Begriff Paganismus verbinden viele eher etwas Positives, einen weiten Horizont oder Ähnliches, obwohl sie nicht genau verstehen, was es bedeutet.

Bei Hexen muss man auch sagen, dass es keine guten Hexen gibt. Es gibt Hexen, die so tun, als wären sie gut. Genau das sagt uns die Bibel: Der Teufel tritt als Engel des Lichts auf. Er zeigt sich so, als sei er besser als die anderen Engel und tue nur Gutes. Aber es gibt eben Leute, die das versprechen. Das kann man mit einem Versicherungsvertreter vergleichen, der sagt: „Du brauchst unbedingt diese Versicherung, dann brauchst du keine Angst mehr zu haben.“ Am Ende bezahlt man aber immer weiter und merkt, dass es dem Versicherungsvertreter nur ums Geld geht.

Genauso soll man nicht immer glauben, wenn spirituelle Menschen etwas versprechen. Keiner von ihnen sagt offen, dass er einem schaden will. Wer würde sonst noch zu ihnen gehen? Auch ganz schlimme Sekten, die Psychokulte sind, sagen nicht: „Wir wollen euch kaputt machen.“ Alle behaupten: „Bei uns findest du die Wahrheit.“ Dann muss man nur noch prüfen, ob das stimmt oder nicht.

Gott, der es wirklich gut mit uns meint und das bewiesen hat, indem er Jesus gesandt hat, uns die Sünde weggenommen hat und Menschen nachgegangen ist – Jesus hat unzählige Menschen wirklich geheilt, auch sehr schwer Kranke – hat uns ganz deutlich gesagt: Hexerei ist nie positiv. Sie kann äußerlich positiv aussehen, aber das ist nur Schein.

Man unterscheidet oft zwischen schwarzer und weißer Magie. In Wirklichkeit ist das nur eine äußerliche Unterscheidung. Dahinter steckt dieselbe Kraft. Deshalb, wenn jemand sagt: „Ich bin eine Hexe“, dann sollte man die Finger davon lassen. Wenn das wirklich ernst gemeint ist, dann ist es nicht nur Show, sondern es steckt eine Absicht dahinter, mit magischen Sprüchen die Welt zu verändern, Menschen zu beeinflussen oder, wie in diesem Fall, auch politische Ziele zu verfolgen.

Es ging hier unter anderem darum, dass Israel als Feind oder Gegner gesehen wird. Durch magische Sprüche versucht man, gegen Israel und die israelische Armee vorzugehen. Das finde ich ziemlich problematisch. Was hat das in einem Musikcontest zu suchen? Der Gedanke, durch Magie so etwas zu bewirken, ist biblisch gesehen okkult und stammt von einer widergöttlichen Macht.

In der Bibel werden Hexen und Zauberer gelegentlich erwähnt. Dabei ist immer die Warnung enthalten: Lass die Finger davon! Grundsätzlich ist der große Unterschied, dass Magie immer darauf abzielt, die göttliche Macht in die eigenen Hände zu bekommen. Das heißt, man möchte Gottes Macht für die eigenen Zwecke nutzen – sei es politisch, persönlich, gesundheitlich oder um erfolgreich zu sein.

Der christliche Glaube ist ganz anders. Er sagt: Gott ist viel klüger als ich. Deshalb liefere ich mich dieser höheren Macht aus und vertraue darauf, dass sie das Gute mit meinem Leben tut. Das ist etwas ganz anderes. Nicht ich will diese Macht für mich gewinnen und ihr vorschreiben, was sie tun soll. Stattdessen vertraue ich dieser Macht und muss ihr nichts vorschreiben.

Diese Macht finden wir in Jesus Christus, der in Liebe gekommen ist und die größte Macht im Universum besitzt. Ihm sollten wir unser Leben anvertrauen. Das steht in Konkurrenz zu Hexen, Schamanen, Zauberern, Magiern oder ähnlichen Praktiken.

Umgang mit Angst vor Verfluchung durch okkulte Inhalte

Es kann durchaus sein, dass Christen sich den Eurovision Song Contest anschauen und dabei auch bestimmte Szenen sehen. Wenn sie dann hören, dass all das schlecht sei, bekommen sie vielleicht Angst und denken: „Bin ich jetzt verflucht oder habe mich dem Bösen geöffnet?“

Was würde man dazu sagen? Wahrscheinlich ist es dann schon zu spät? Nein, so einfach ist das nicht.

Zuerst muss man sehen: Wenn man sich solche Sachen anhört, merkt man nicht sofort, dass man seinen Glauben aufgegeben hat oder alles in Zweifel zieht. In den allermeisten Fällen ist es eher so, dass der stete Tropfen den Stein höhlt. Das bedeutet, man hört hier mal etwas, liest dort mal ein Buch oder sieht sich einen Film an. Mit der Zeit verändert sich dadurch die Vorstellung von jenseitigen Mächten.

Ich habe das schon oft bei Leuten erlebt, auch bei Christen. Mit der Zeit denken sie: „Ach, so schlimm ist das doch gar nicht. Okkultismus ist doch eigentlich nur Spaß.“ Oder: „Das könnte mir vielleicht sogar helfen.“ Oder: „Ist da nicht vielleicht eine göttliche Macht dahinter, weil mir das doch gut tut?“

Genau das passiert bei den meisten Leuten. Sie hören es an, und es verändert ihre Vorstellung von Gut und Böse, von Okkultem und Göttlichem. Manche gehen dann weiter – nicht alle, aber manche. Irgendwann haben sie einen Freund oder sehen etwas in den Medien und probieren es aus. Meistens fangen sie mit Dingen an, die nicht sofort als Okkultes erkennbar sind.

Zum Beispiel hängen sie sich einen Heilstein um und denken: „Okay, das ist ja Schöpfung Gottes, noch ein Edelstein, also muss er ja helfen.“ So rutscht man Stück für Stück in solche Konzepte hinein.

Ich kenne einige Leute, die sind ganz vom Glauben weggekommen. Sie sind meistens nicht Atheisten geworden – das ist es nicht, wenn man mit okkulten Sachen zu tun hat – sondern sie werden dann Esoteriker. Das ist das Normale.

Dann kommen sie in Gemeinden und sagen: „Du hast noch so einen engen Blickwinkel, ich habe jetzt einen weiten Blickwinkel.“ Sie meinen, der Geist sei überall: bei Hexen, Schamanen, im Islam und so weiter. Manche sagen nicht einmal mehr „Bibel“, sondern distanzieren sich davon. Solche Christen habe ich kennengelernt.

Es ist ein Prozess, bei dem man immer wieder konfrontiert wird und sich nicht klar positioniert. Das innere Denken und die eigene Auffassung verändern sich. Wenn es schlimmer wird, reicht es irgendwann nicht mehr, nur darüber zu reden. Man erfährt dann tatsächlich okkulte Mächte.

Dann können Menschen richtig in Gefangenschaft von okkulten Mächten geraten. Ich habe mehrere solcher Fälle erlebt, habe für diese Menschen gebetet, und sie sind frei geworden. Sie hatten schlimme Symptome: Angstzustände, Selbstmordgedanken, Erscheinungen in ihrer Wohnung, die ihnen große Angst machten.

Das passiert nicht, wenn man sich einmal so ein Lied anhört. Es ist eher das Ende einer ganzen Geschichte.

Vor so etwas würde ich jeden warnen. Man sollte sich nicht darauf einlassen, denn die Sache ist deutlich gefährlicher, als sie auf den ersten Blick erscheint.

Magie und Zauberei in der Popkultur: Harry Potter

Ja, weil heutzutage in unserer Kultur tauchen Begriffe wie Hexerei oder Zauberei auch in Kontexten auf, die sehr harmlos wirken oder aussehen. Zum Beispiel in Filmen oder Büchern, wie etwa bei Harry Potter. Dort geht es prinzipiell um Zauberei und Hexerei.

Ganz genau. Wenn man so einen Roman liest, könnte man zunächst sagen, und das würden wahrscheinlich auch manche Lehrer oder Eltern so sehen, dass es einfach eine Art Jugend- oder Abenteuerroman ist. Die Freunde von Harry Potter setzen sich ja für etwas Gutes ein. Sie wollen Menschen helfen und gegen das Böse kämpfen, gegen Lord Voldemort, der die Leute zerstört.

Hast du es auch gelesen?
Ja klar, immer mal wieder ein Teil davon, nicht alle Bände. Viele Leute haben mich gefragt, und ich dachte, wenn ich etwas dazu sagen will, muss ich das ja auch ein bisschen kennen. Also habe ich es gelesen, aber irgendwann hatte ich genug. Jetzt weiß ich, wie das läuft, ich brauche den Rest nicht mehr zu lesen. Aber es war wichtig, ein paar Dinge zu sehen, die dahinterstehen.

Die Geschichte wirkt zunächst konstruktiv. Die Figuren wollen nichts kaputt machen, keine Kriminellen sein, die andere überfallen oder zusammenschlagen. Sie wollen etwas Positives erreichen, sogar die Welt retten. Auf dieser Ebene kann man sagen, dass alles gar nicht so schlimm ist.

Aber was kommt am Ende dabei heraus?
Hier wird deutlich gemacht: Hast du Probleme und willst die Welt retten, dann hilft Magie und Zauberei. Einige Jugendliche legen das Buch beiseite und sagen: Das war’s. Andere lesen weiter, dann kommen mehr Bücher, sie werden erwachsen und haben Probleme – gesundheitliche, Eheprobleme, Berufsprobleme.

Was machen sie dann?
Sie gehen zu einem Schamanen oder zu einem Life-Coach, der mit esoterischen Methoden arbeitet, oder zu Hexen. Statistiken sagen, dass es in Deutschland etwa 20 vollzeitlich beruflich aktive Hexen gibt, die durchaus genug zu tun haben.

Ganz viele Menschen kommen dorthin. Viele von ihnen haben irgendwann mit Harry Potter oder Ähnlichem angefangen. Wenn sie dann in Schwierigkeiten sind, suchen sie dort Hilfe. Und hier würde ich ganz deutlich sagen: Als Christ bekommt man dort keine wirkliche Hilfe, höchstens kurzzeitig.

Das ist das Problem mit Harry Potter: Du willst Lebensprobleme, auch spirituelle Probleme, mit magischen Mitteln lösen. Das ist eine alternative Lösung. In der Bibel wird jedoch deutlich gesagt, dass nur Jesus diese Probleme lösen kann. Das ist meine persönliche Erfahrung, und Millionen Christen haben das genauso erlebt.

Magie bietet ein Alternativkonzept: Man glaubt, mit bestimmten Methoden übernatürliche Kräfte nutzen zu können, um eigene Probleme und die der Welt zu lösen. Die Bibel sagt dazu ganz klar: Nein, das geht nicht. Wenn du dich darauf einlässt, sieht es am Anfang so aus, als hättest du die Kontrolle. Am Ende haben diese Kräfte dich unter Kontrolle, und dann kommst du nicht mehr heraus.

Am Anfang denkst du, du schaffst das. Aber wenn du dich darauf eingelassen hast, merkst du, dass du es nicht im Griff hast. Ähnlich wie bei manchen Drogen: Beim ersten Mal denkst du, du hast alles unter Kontrolle, später merkst du, dass dem nicht so ist.

Ich habe mal einen Spruch gehört: Der Teufel verspricht dir vieles und nimmt dir am Ende alles. Dazu fällt mir Johannes 10,10 ein. Dieser Vers passt immer in den Kontext, wenn es um den Teufel geht. Dort heißt es, dass er nur kommt, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben. Das ist genau das, was du gesagt hast. Nur Jesus gibt am Ende des Tages in Fülle.

Wer sich für solche Themen interessiert, sollte sich einmal anschauen, wo in der Bibel Jesus mit okkulten Kräften zu tun hat. Es gibt einige Beispiele. Die Bibel ist realistisch und geht davon aus, dass diese okkulten Kräfte keine Phantasiegebilde sind, sondern wirklich existieren. Menschen, die sich darauf eingelassen haben, merken das auch.

Ich denke da an solche Menschen wie den Gerasener. Er hat sich auf okkulte Dinge eingelassen. Am Ende war er nicht glücklich oder erfolgreich. Er schlug sich, riss sich die Kleider vom Leib, und niemand wollte mehr mit ihm zu tun haben. Die Schweine, in die die Dämonen gefahren sind, stürzten sich in den See von Genezareth und ertranken.

Oder der Junge, der von Dämonen besessen war. Die Dämonen versuchten ständig, ihn ins Wasser zu werfen, um ihn zu ertränken, oder ins Feuer, damit er sich verbrennt. Das sind die Dämonen, wenn jemand sich wirklich darauf einlässt.

Am Anfang versprechen sie, wie du sagst, alles. Aber dahinter steckt etwas ganz anderes. Romane wie Harry Potter oder Veranstaltungen wie der Eurovision Song Contest tragen dazu bei, dass wir das verharmlosen. So denken viele, das sei gar nicht so schlimm oder vielleicht sogar gut.

Manche Hexen nennen sich sogar Pagan, was gegen den christlichen Glauben steht. Wenn der christliche Glaube über Bord geworfen wird – und das ist heute bei vielen so –, suchen viele Menschen nach Spiritualität. Sie spüren, dass es mehr geben muss, und suchen an der falschen Stelle.

Denn dort wird ihnen auf Dauer nicht geholfen. Kurzfristig kann es den Leuten gut gehen, aber langfristig gehen sie kaputt.

Fazit zu Harry Potter und Zauberei in der Unterhaltung

Wenn wir ein Fazit zu Harry Potter ziehen, stellt sich die Frage: Ist Harry Potter schlimm oder gefährlich? Kann man das als Christ zur Unterhaltung lesen, da es grundsätzlich eine stringente Geschichte ist? Oder sollte man es lieber lassen, weil Zauberei und Hexerei darin verharmlost werden?

Wenn Zauberei und Hexerei erwähnt werden, sehe ich darin grundsätzlich kein Problem. Auch die Bibel spricht von Zauberei, Hexerei und Magie, warnt aber deutlich davor und sagt: „Lass die Finger davon.“ In diesem Sinne wäre es in Ordnung, wenn die Bibel solche Dinge nur erwähnt und warnt.

Im Fall von Harry Potter wird Magie jedoch beworben, und das ist problematisch. Manche Menschen lesen Harry Potter und machen danach einfach wie gewohnt weiter. Trotzdem denke ich, dass man sich als Christ nicht in Risiken oder Gefahren begeben sollte, wenn man nicht genau weiß, wie man damit umgeht. Es stellt sich die Frage: Warum sollte ich das dann tun?

Wenn ich von vornherein weiß, dass die positive Darstellung von Magie nicht im Sinne Jesu ist, warum sollte ich das Buch lesen? Es gibt hunderttausende andere Bücher ohne solche Inhalte. Natürlich gibt es auch andere schlechte Bücher, die Gewalt verherrlichen oder Ähnliches, und solche sollte man ebenfalls vermeiden.

Denn jedes Buch, das ich lese, spricht meine Emotionen an und prägt mich. Ein Stück davon bleibt immer übrig. Manchmal weiß ich nicht mehr genau, woher bestimmte Gedanken oder Einstellungen kommen, aber sie beeinflussen mein Denken, meine Werte, Wünsche und Vorstellungen. Das passiert auch bei Harry Potter.

Hinzu kommt, dass es mehrere Bände gibt. Man liest nicht nur einen, sondern immer weiter, und so gerät man immer tiefer in diese Geschichte hinein. Bei vielen Menschen hinterlässt das Spuren.

Wir müssen auch bedenken, dass heute viele Menschen offen sind für echten Okkultismus – nicht nur für Unterhaltungsliteratur. Deshalb würde ich eher die Finger von Harry Potter lassen.

Es geht dabei nicht darum, zu sagen: „Wenn du Harry Potter nicht liest, bist du ein Superchrist.“ Vielmehr müssen wir uns als Christen fragen: Dient es mir? Hilft es mir weiter? Bringt es mich geistlich oder persönlich voran?

Meiner Meinung nach ist die Antwort eher nein. Im besten Fall schadet es dir nicht, aber es bringt dich auch nicht weiter. Der Inhalt zeigt nicht, wie Gott die übernatürliche Welt, deine Probleme oder Familie sieht, sondern eine andere Sichtweise – eine, die nicht im Licht Gottes steht.

Horoskope: Ursprung, Bedeutung und biblische Bewertung

Ganz passend in diesem Zusammenhang fallen auch die Horoskope. Es gibt viele Menschen, die sich immer wieder welche durchlesen und großes Interesse daran haben.

Was sind Horoskope eigentlich, und wie können wir sie bewerten? Benjamin, welches Sternzeichen bist du denn? Jungfrau. Ah, siehst du, er weiß es! Das war jetzt sozusagen der Test. Viele Leute, auch Christen, wissen ihr Sternzeichen, weil ihnen jemand irgendwann einmal davon erzählt hat. Wenn du jemanden triffst, fragt man oft: „Was bist du? Wann bist du geboren?“ Genau, das ist das Sternzeichen.

Sternzeichen gibt es vermutlich schon seit mindestens 4.000 Jahren. Sie haben sich im Laufe der Zeit immer wieder etwas verändert. Heute sind unsere Sternzeichen stark geprägt vom ägyptischen und vor allem vom griechischen Hintergrund, was die Sache etwas komplizierter macht. Es gibt chinesische, babylonische, ägyptische und griechische Sternzeichen, doch meist kennt man nur die im europäischen Kontext. Dabei sind sich diese auch nicht einig.

Was ist der Grundgedanke dahinter? Er lautet: Du wurdest geboren, und zu diesem Zeitpunkt bist du einem gewissen Einfluss der Konstellation von Planeten und Sternen ausgesetzt. Bei den Griechen standen vor allem die Planeten im Mittelpunkt – Mars, Venus, Jupiter und so weiter – und wie sie zueinander stehen. Man sagt, alle Menschen, die zu diesem Zeitpunkt geboren sind, haben ähnliche Charaktereigenschaften und Persönlichkeiten.

Heute betonen manche Menschen weniger den religiösen oder geistlichen Aspekt. Sie sagen eher: Es könnte so sein, wie das Wetter uns beeinflusst. Zum Beispiel hat jemand bei Vollmond Kopfschmerzen oder schläft schlechter. So könnte es auch mit Planeten und Sternen sein. Daraus hat man die Sternzeichen abgeleitet, die jeweils einem bestimmten Zeitraum im Jahr zugeordnet sind.

In vielen Zeitschriften, Büchern und Internetbeiträgen wird dann genau erklärt, wie Menschen mit einem bestimmten Sternzeichen sind. Man liest, was in der nächsten Woche passieren wird oder welchen Partner man suchen soll. Viele vertrauen darauf und sagen: „Ich bin halt so, weil ich in diesem Sternzeichen geboren bin.“ Selbst manche Christen tun das. Manche tragen ihr Sternzeichen als Kette um den Hals oder schauen regelmäßig nach, worauf sie in der nächsten Woche achten sollen. So werden sie abhängig von diesen Vorhersagen.

Jetzt können wir uns fragen: Ist das wirklich so? Es gibt verschiedene Meinungen dazu. Horoskop-Gläubige sagen: „Ja, klar ist das so!“ Sie nennen dann Prominente, die angeblich genau zu ihrem Sternzeichen passen. Natürlich wählen sie nur Beispiele aus, die einigermaßen passen – das kann man immer machen. Man könnte auch ein neues Horoskop erfinden, das dann ebenfalls irgendwie passt.

Naturwissenschaftlich ist das sehr problematisch. Wenn Planeten und Sterne wirklich einen Einfluss auf uns hätten, müsste dieser Einfluss nicht am Zeitpunkt der Geburt, sondern am Zeitpunkt der Zeugung wirken. Es gibt Frühgeburten und solche, die länger ausgetragen werden. Die Sternzeichen beziehen sich aber auf den Geburtszeitraum. Warum sollten dann irgendwelche Energien den Mutterleib durchdringen und gefiltert werden? Das ist schwer nachvollziehbar.

Wenn es einen Einfluss gibt, müsste er viel früher wirken – am Zeugungsdatum und nicht am Geburtsdatum. Das kann bis zu vier Wochen Unterschied machen, je nachdem, wie lange eine Schwangerschaft dauert.

Ein weiterer Punkt: Wenn es wirklich eine Strahlung oder einen Einfluss aus dem Weltall gibt, müsste dieser je nach Standort auf der Nord- oder Südhalbkugel unterschiedlich sein. In Australien dürfte man also kein Horoskop haben, das mit unserem übereinstimmt. Das spricht dagegen, denn die Sternkonstellationen wirken von verschiedenen Seiten. Wir kennen ja auch Jahreszeiten wie Sommer und Winter, die sich durch die Erdrotation verändern.

Außerdem stellt sich die Frage, warum gerade das griechische Horoskop gelten soll und nicht das chinesische oder babylonische, da diese verschiedene Sternzeichen haben. Solche Fragen können nicht wirklich beantwortet werden.

Wenn wir kritisch hinschauen, merken wir, dass es zwar immer wieder Ähnlichkeiten gibt, die genannt werden, aber bei genauer Prüfung viel mehr Unterschiede bestehen.

Aus der Sicht Gottes ist das eine ganz andere Geschichte. Schon ganz am Anfang der Bibel wird gesagt, dass Gott die Planeten und Sterne geschaffen hat, um seine Größe und Schöpferkraft zu zeigen. Sie sollen nicht unser Leben beeinflussen. Sie dienen als Zeichen, Zeiten und Stunden. Zum Beispiel hat Gott den Stern von Bethlehem benutzt, um zu zeigen, dass sein Messias geboren ist.

Wenn Jesus wiederkommt, heißt es in Matthäus 24, dass Sterne vom Himmel fallen werden – also Himmelskörper wie Meteoriten. Gott nutzt sie zu bestimmten Zwecken. Das ist die biblische Sicht auf Planeten und Sterne, nicht dass sie unser Leben, unseren Charakter oder unsere Persönlichkeit bestimmen.

Das würde uns auch viel Freiheit nehmen. Dann wären wir sehr determiniert und festgelegt. Viele Menschen sagen: „Ich bin so, weil ich in diesem Sternzeichen geboren bin.“ Gott aber sagt, dass wir uns verändern können. Er wirkt durch den Heiligen Geist in uns, sodass wir andere Menschen werden. Wir sind nicht für immer festgelegt.

Wenn man an Horoskope glaubt, verliert man oft die Motivation, wirklich etwas zu verändern. Manche werden sogar schicksalsgläubig: „Heute muss alles schiefgehen, weil mein Horoskop das so sagt.“ Oder: „Meine Ehe ist zum Scheitern verurteilt, weil mein Partner im falschen Sternzeichen geboren ist.“

Das ist falsch. Es geht nicht darum, den Partner nach dem Sternzeichen auszuwählen. Viel besser ist es, die Prinzipien Gottes für die Ehe kennenzulernen und anzuwenden. Dann klappt es viel besser.

Die Konstellation der Sterne und Planeten zum Zeitpunkt der Geburt mag man messen können. Zum Beispiel werden in Hiob Sternbilder erwähnt. Könnte man also argumentieren, dass Horoskope oder Sternbilder okay sind? Klar, in der Bibel werden Planeten und Sterne erwähnt, aber sie haben einen anderen Zweck.

Sie dienen dazu, dass Gott zu den Menschen spricht und Zeichen gibt, damit sie erkennen, wenn etwas Wichtiges passiert. Sie leuchten uns in der Nacht, wie Sonne, Mond und Sterne. Sie sollen uns die Größe Gottes vor Augen führen.

Wer Astronomie betreibt und durch ein Teleskop schaut, fühlt sich oft wie ein kleines Sandkorn im riesigen Universum. Wenn man nur auf sich selbst schaut, denkt man vielleicht, man sei sehr wichtig. Aber die Weite des Universums zeigt uns, wie groß Gott ist.

Blaise Pascal, ein bekannter Physiker und Philosoph, hat das treffend beschrieben: Der Mensch steht zwischen dem Mikroskopisch Kleinen – den Atomen und noch kleineren Dingen – und dem Riesengroßen, dem Weltall. Gott hat uns genau dazwischen platziert. Wenn wir beides betrachten, erkennen wir unsere Grenzen.

Das ist auch das, was wir in biblischen Zusammenhängen finden. Sich mit Sternen und Planeten zu beschäftigen, ist gut und sinnvoll. Aber den Eindruck zu erwecken, sie hätten einen direkten Einfluss auf unser Leben, unseren Charakter, unser Verhalten oder unsere Lebensführung, ist nicht richtig.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für solche Einflüsse. Man kann sie nirgendwo messen. Stell dir vor, du wirst in einem modernen Krankenhaus geboren, unter einer dicken Betondecke, ohne Sicht auf Sterne und Planeten – warum sollten diese dann trotzdem auf dich wirken?

Es gibt dafür keinen eindeutigen Hinweis. Man kann daran glauben, das ist dann eine Form von Glauben oder sogar eine Art Religion. Manche Menschen vertrauen sehr darauf und suchen nur noch Bestätigungen dafür.

Als Christ sollte man eher die Finger davon lassen. Wir haben in Jesus Freiheit und sind nicht schicksalhaft vorbestimmt. Gott hat die Sterne und Planeten zu einem anderen Zweck geschaffen.

Abschluss und Einladung zur Beschäftigung mit Gottes Wort

Ja, vielen Dank. Dann möchte ich sagen, lieber Zuhörer, nimm dir das zu Herzen: Werde dir der Größe Gottes bewusst, wenn du die Sterne siehst oder an das denkst, was wir zuvor besprochen haben.

Schwarze Magie, weiße Magie – all das kommt nicht von Gott. Ich hoffe, dass du dich viel mehr mit Gottes Wort beschäftigst, anstatt mit Büchern, die zum Beispiel okkulte Inhalte haben.

Deshalb möchte ich dich herausfordern und einladen, dich in Gottes Wort zu vertiefen und ihn besser kennenzulernen.

Einstieg in das Thema soziale Medien

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Deep Talk. Ich bin Lukas, hier ist Benni, und Michael Kotsch ist auch im Studio. Heute wollen wir uns mit einigen Fragen rund um soziale Medien beschäftigen.

Meine erste Frage an dich, Michael: Gab es für dich erste Berührungspunkte mit sozialen Medien? Du bist ja nicht wie wir damit groß geworden, das kam bei dir erst später im Leben dazu. Welche sozialen Medien nutzt du heutzutage?

Also, meine ersten Berührungspunkte waren eigentlich mit Plattformen, die ihr vielleicht gar nicht mehr kennt. Vor ziemlich langer Zeit gab es zum Beispiel StudiVZ. Sagt dir das etwas?
Nein? Das war so ein erstes Netzwerk, vor allem im deutschsprachigen Raum sehr verbreitet. Es war eine Art Vorläufer von Facebook. Man konnte sich dort persönlich vorstellen, später wurden auch Bilder und Texte hochgeladen. StudiVZ wurde irgendwann aufgekauft und gibt es heute nicht mehr.

Das war so meine erste Erfahrung, das war Anfang der 2000er Jahre, also schon ziemlich lange her. Ich habe mir das mal angeschaut, war aber nicht so begeistert und dachte, das brauche ich eigentlich nicht.

Später, vor etwa 15 bis 20 Jahren, war ich auf einer Jugendfreizeit. Die Leute dort sagten: „Michael, komm, das wäre gut, wir wollen mit dir in Kontakt bleiben.“ Dann haben sie mir einen Facebook-Account eingerichtet. Das war, als Facebook noch ziemlich jung war. Seitdem bin ich dabei geblieben.

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Leute dazu, und ich habe immer mal wieder etwas geschrieben. Nicht so etwas wie „Was ich gerade zum Frühstück hatte“ oder „Wie das Wetter draußen ist“, sondern eher Inhalte wie: „Jetzt bin ich hier und halte einen Vortrag“ oder „Wenn ihr vorbeikommt, hier habe ich ein gutes Buch gelesen, das empfehle ich euch.“

Irgendwann kam jemand auf mich zu und sagte: „Michael, deine Vorträge und Seminare wären auch interessant für YouTube.“ Also habe ich einen YouTube-Account gestartet. So habe ich soziale Medien dann auch intensiver genutzt.

Später kam noch Instagram dazu, ein Instagram-Kanal entstand, und so wuchs das mit der Zeit. Den Instagram-Kanal habe ich momentan allerdings wieder verloren. Er wurde gesperrt, angeblich wegen Hassrede. Ich weiß gar nicht, was ich da Schlimmes gesagt haben soll. Ich habe nachgefragt, aber bei solchen großen Unternehmen gibt es keine Rechtfertigung, einfach Schluss, Ende. Da muss ich irgendwann einen neuen Account einrichten.

Aus meiner Erfahrung merke ich, dass verschiedene Generationen unterschiedliche soziale Netzwerke nutzen. Ich vermute, die meisten von euch sind nicht mehr so viel bei Facebook, oder?

Ich selbst habe zwar noch einen Facebook-Account, nutze Facebook aber kaum. Ich bin eher bei YouTube und Instagram aktiv. Das sind Plattformen, die vor allem junge Leute nutzen.

Wir sollten uns da mal verlinken.
Ja, ich glaube, ich folge dir auch auf Instagram, und ich habe auch Follower. Wenn ich wieder einen Instagram-Account mache, bist du herzlich eingeladen, mir zu folgen. Dann wäre ich auch wieder dabei.

Ich finde soziale Medien wirklich toll, wenn man sie richtig nutzt. Manche Leute habe ich über Facebook oder Instagram wiedergefunden, die ich zwanzig Jahre nicht gesehen habe. Plötzlich melden die sich, und ich wusste gar nicht mehr, wo sie sind. Die Suchfunktionen sind hilfreich, und es werden einem auch Kontakte vorgeschlagen.

LinkedIn kenne ich auch, das ist eher beruflich orientiert. Ich nutze LinkedIn ab und zu. Manche Netzwerke sind also eher berufsspezifisch, wie LinkedIn, andere eher altersabhängig.

Wenn wir eine noch jüngere Generation hätten, würden viele wohl TikTok nutzen. Dort kann man Videos hochladen und anschauen. Ich bin mir sicher, in zehn Jahren wird es wieder eine neue Plattform geben, und niemand weiß, wie die dann aussehen wird.

Soziale Medien bieten eine Community, in der man Leute in ähnlichem Alter mit ähnlichen Interessen trifft. Die Funktionen spielen eine große Rolle. Als Facebook herauskam, hat kaum jemand gefilmt, das war alles kompliziert. Später kamen dann Netzwerke, die mehr auf Video setzten, und das hat die Nutzung erweitert.

Jede Plattform hat also ihre Schwerpunkte, oft altersabhängig und abhängig davon, was man dort teilen kann. Im Grunde geht es aber immer darum, mit anderen Leuten in Kontakt zu bleiben, die man irgendwo kennt. Dabei tauscht man manchmal etwas wirklich Tiefsinniges aus, manchmal auch eher oberflächliche Dinge.

Nutzung und Konsum sozialer Medien

Nun ist das jetzt ja auch so – das wäre natürlich eher die Seite von: Was mache ich zum Beispiel auf Instagram? Viel davon ist ja eigentlich reiner Konsum. Zum Beispiel schaue ich mir Fotos von irgendetwas an oder Videos zu verschiedenen Themen.

Da stellt sich die Frage: Was konsumierst du denn so im Internet? Meinst du jetzt persönlich, für mich oder allgemein?

Ja, genau. Also, erstmal würde ich sagen: Auch bei den Sachen, die man konsumiert, bieten fast alle sozialen Netzwerke heute die Möglichkeit, interaktiv darauf zu reagieren. Bei YouTube ist das zum Beispiel so. Auf meinem YouTube-Kanal habe ich die Kommentarfunktion offen. Das heißt, dort schreiben immer viele Leute etwas dazu. Man kann zwar blockieren, aber ich denke, der Sinn der Sache ist, dass Leute auch ihre Meinung sagen können. Wenn jemand nicht meiner Meinung ist, schreibt er das eben auch. Im Normalfall versuche ich dann, nochmal eine Antwort zu geben, wenn ich das für notwendig halte.

Das ist ja auch bei Facebook oder Instagram so, dass Leute darauf reagieren können. Insofern kann jeder, der etwas sieht, immer darauf reagieren. Er kann entweder einfach einen Daumen hoch geben, also „Gefällt mir“, oder einen Kommentar schreiben, eine Ergänzung hinzufügen oder auf einen Fehler hinweisen.

Wenn ich selbst soziale Netzwerke nutze, dann ist es bei mir eher so, dass ich bei den Leuten, die ich kenne, mitbekomme, was bei ihnen gerade läuft. Wobei ich ehrlich sagen muss: Manche Dinge würde ich auch sagen, da muss ich gar nicht alles wissen. Manchmal ärgert mich das sogar ein bisschen, weil ich dann denke: „Hey, jetzt schaue ich mir das an, verwende viel Zeit, aber eigentlich ist das nicht wirklich substantiell.“

Ich finde es gut, in Kontakt zu sein. Manche Sachen finde ich auch richtig toll. Zum Beispiel berichten ehemalige Bibelschüler, die ich endlos lange nicht gesehen habe, etwas von ihrer Arbeit. Boah, interessant! Oder jemand hat geheiratet – auch das finde ich spannend. Aber es gibt eben auch Meldungen, bei denen ich denke: Muss ich wirklich wissen, was du zum Frühstück hattest? Muss ich wissen, wie hart dein Ei gekocht ist? Eigentlich nicht.

Dann denke ich mir, diese Zeit würde ich lieber anders investieren. Nicht, weil ich etwas gegen die Leute habe – ganz im Gegenteil, ich freue mich ja über sie. Aber das sind Informationen, die ich sowieso nicht behalte und die ich innerhalb von null Komma nichts wieder vergesse. Deshalb möchte ich meine Zeit lieber für andere Dinge nutzen.

Ich nutze soziale Netzwerke also vor allem, um in Kontakt zu bleiben. Auch die Chatfunktion nutze ich, die wir haben. Zum Beispiel war ich gerade in der Gemeinde eingeladen, und der Termin wurde über die Chatfunktion von Facebook vereinbart. Da hat mich jemand, der mich irgendwoher kannte, nicht per E-Mail oder gar per Post, sondern per Facebook angeschrieben: „Michael, wir haben da ein Jubiläum, kannst du nicht als Redner zu uns in die Gemeinde kommen?“ Dann haben wir das so vereinbart.

Das finde ich eine tolle Sache: Du weißt, du kannst Kontakt zu Leuten haben, die irgendwo sind, ohne ihre vollständige Adresse zu kennen. Du kennst ihren Namen, und zack, hast du Kontakt. Solche Möglichkeiten finde ich gut.

Wir hatten jetzt schon ein paar soziale Medien genannt. Entschuldigung, wenn ich noch kurz etwas ergänze: Ich nutze soziale Medien auch, um selbst Inhalte zu erstellen. Das ist so ein Schwerpunkt, wo ich auch mal etwas mache.

Normalerweise veröffentliche ich einmal in der Woche einen Beitrag. Das ist meist ein Kommentar aus geistlicher Sicht zu aktuellen Themen. Zum Beispiel, wenn gerade eine Diskussion in der Gesellschaft oder im Leben von Menschen läuft. Meistens sind das kurze Beiträge, wenn es videomäßig ist, so etwa drei bis fünf Minuten.

Manchmal geht es um aktuelle Ereignisse, etwa wenn der Papst gestorben ist. Dann frage ich mich: „Was war das für ein Papst? Was hat er gemacht?“ Oder es geht um große gesellschaftliche Diskussionen oder einfach geistliche Themen, die mir wichtig sind.

Diese Beiträge mache ich manchmal schriftlich, und dann können Leute sie lesen. Oder sie schauen sich das Video an, wenn sie das möchten. Also nutze ich soziale Medien nicht nur für die Kommunikation von eins zu eins, sondern auch, um Inhalte online zu stellen, die andere anschauen können.

Ich hoffe, dass diese Beiträge den Menschen helfen, Dinge besser einordnen zu können – zum Beispiel im eigenen geistlichen Leben. Wenn ich erkläre, wie man mit Zweifeln umgeht, zum Beispiel.

Gerade bereite ich etwas vor zum Thema: Wo ist der Unterschied zwischen biblischem Glauben und katholischem Glauben? Man trifft Katholiken und denkt, das ist eigentlich das Gleiche. Aber wo sind die Unterschiede?

Entschuldigung, das wollte ich gerade noch nachschieben.

Ja, sehr gut.

Fesselnde Wirkung und Suchtpotenzial sozialer Medien

Ich finde es richtig interessant, dass soziale Medien auf so gute Weise genutzt werden können, um auch geistliche Themen bekannt zu machen.

Ein Punkt, den ich vielleicht noch ansprechen möchte, ist die fesselnde Wirkung sozialer Medien, besonders unter jungen Leuten. Aber ich glaube, das ist kein seltenes Phänomen, sondern trifft mittlerweile auch auf ältere Menschen zu. Soziale Medien nehmen einen oft so sehr ein, dass man viel Zeit damit verschwendet.

Aus meinem eigenen Leben kann ich erzählen, dass ich sehr lange mit dem Medienkonsum zu kämpfen hatte. Besonders die ganzen Reels bei Instagram, die man immer wieder hoch- und runterscrollen kann. Man ist selten wirklich zufrieden, sondern sucht ständig nach dem nächsten Kick, nach dem nächsten interessanten kleinen Video. Oder man schaut Serien, teilweise bis spät in die Nacht, ohne sich wirklich unter Kontrolle zu haben.

Meine Frage wäre: Wie kann man erkennen, wann soziale Medien einen negativen Einfluss auf das geistliche Leben haben? Wann wirken sie sich negativ auf unser Leben aus?

Ich glaube, einer der Punkte ist, den du gerade schon erwähnt hast: Wenn soziale Medien sehr viel Zeit einnehmen und man merkt, dass diese Zeit an anderer Stelle fehlt. Häufig entsteht ein Suchtfaktor. Man will vielleicht nur mal kurz nachschauen, wie es den Freunden geht oder was sie gepostet haben. Doch statt nur eine Viertelstunde oder eine halbe Stunde verbringt man plötzlich zwei oder drei Stunden damit.

Man bleibt immer dran, weil man noch etwas verlinkt sieht, weil einem noch etwas empfohlen wird, und so geht es endlos weiter. Am Ende weiß man oft gar nicht mehr genau, was man alles gesehen oder gelesen hat, weil das eine das andere überdeckt. Neue Meldungen verdrängen die alten, denn unser Gehirn speichert nur Dinge, mit denen wir uns länger beschäftigen und über die wir nachdenken. Alles andere verschwindet schnell wieder.

Das kann jeder mal testen: Wenn du mit dem Auto gefahren bist, versuch dich zu erinnern, wen du gesehen hast oder was passiert ist. Wenn es eine Routinefahrt war, weißt du oft gar nichts mehr, als wärst du blind durchgefahren. So ist das manchmal auch bei den sozialen Medien.

Das ist ein geistliches Problem, weil wir in der Bibel aufgefordert werden, unsere Lebenszeit sinnvoll zu nutzen. Gott hat uns diese Zeit geschenkt, sie ist eine wertvolle Ressource. Wenn wir sie für Dinge verwenden, die uns nichts bringen, die uns aber Zeit rauben für das, was wirklich wichtig ist, dann ist das aus geistlicher Sicht problematisch.

Vor nicht allzu langer Zeit war ich in einer Jugendgruppe. Dort fragte eine junge Frau, die viel in sozialen Netzwerken unterwegs ist, wie sie damit umgehen soll. Sie braucht jeden Tag mindestens ein bis zwei Stunden, selbst wenn sie nur ein Minimum macht. Denn Freunde wollen sehen, dass ihre Beiträge angeschaut werden. Oft erwarten sie auch einen Kommentar. Wenn jemand zum Beispiel ein neues Kleid zeigt, kann sie nicht einfach nur schauen, ohne etwas zu schreiben. Sie muss dann schreiben: „Toll“, „Super“ oder „Siehst gut aus“. Sonst wäre das fast schon beleidigend. Andere fragen dann: „Hat dir mein Kleid nicht gefallen?“ oder „Findest du das Essen nicht toll?“ oder „Wie war meine Reise?“ Also muss man etwas schreiben, und das kostet viel Zeit.

Die junge Frau sagte, dass ihr dadurch die Zeit fehlt, um in der Gemeinde aktiv zu sein oder um in der Bibel zu lesen. Das ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt. Es ist nicht unbedingt böse, was man da macht, aber der Zeitfaktor ist entscheidend.

Ich habe ihr den Tipp gegeben, die Zeit, die sie in sozialen Medien verbringt, zu halbieren. Wenn sie vorher zwei Stunden braucht, soll sie es auf eine Stunde reduzieren und dann konsequent Schluss machen. Auch wenn Freunde vielleicht beleidigt sind, muss sie das durchziehen. Sonst kommt man nie raus aus diesem Zwang. Am Ende ist man nicht glücklich, weil man spürt, dass man noch etwas anderes machen möchte.

Der Zeitfaktor ist also sehr wichtig.

Ein weiterer Punkt, den ich sehe, betrifft die Ehrlichkeit. Wenn man soziale Medien nutzt, wird man schnell zum Heuchler – und zwar auf zwei Arten.

Erstens, weil man Freunde hat, die man nicht verletzen will. Man neigt dazu, nicht ehrlich zu sein, sondern das zu sagen, was die Freunde hören wollen. Biblisch gesehen ist das Lüge oder Heuchelei. Man sollte ehrlich sagen, wenn etwas super ist, aber auch ehrlich, wenn man etwas nicht so toll findet. Das macht kaum jemand, außer vielleicht bei engen Freunden.

Zweitens zeigt sich Heuchelei auch darin, wie man sich online präsentiert. Man stellt Fotos oder Texte ein, die nicht immer wirklich die Wahrheit widerspiegeln. Man inszeniert sich so, wie man gerne wirken möchte. Richtige YouTuber oder Influencer machen das sehr intensiv. Sie spielen eine Rolle, fast wie ein Theaterstück mit Fortsetzung jeden Tag. Manche bekommen psychische Probleme, weil sie den Druck spüren, diese Rolle aufrechtzuerhalten – immer freundlich, cool und witzig zu sein, obwohl sie das nicht den ganzen Tag sind.

Als normaler Nutzer denkt man dann vielleicht: „Ich muss auch so sein.“ Man stellt wieder ein Foto ein, auf dem man wahnsinnig glücklich aussieht, obwohl man es vielleicht gar nicht ist. Besonders Frauen bearbeiten oft ihre Fotos vorher: Die Augen leuchten etwas mehr, Pickel werden wegretuschiert. Natürlich sieht das schöner aus, aber es erzeugt bei den Betrachtern einen enormen Druck.

Ich kenne Teenager, die sich dadurch schlecht fühlen, weil sie denken, alle anderen sehen perfekt aus und erleben ständig tolle Dinge. Ihr eigenes Leben erscheint dagegen langweilig. In Wirklichkeit stimmt das nicht, aber wenn man es immer wieder sieht, entsteht dieser Eindruck. Man wird unglücklich über das, was man hat, weil man glaubt, das, was andere zeigen, sei das, was einem selbst fehlt und viel besser sei.

Aus geistlicher Sicht ist das problematisch. Man wird undankbar für das, was man hat. Man gerät in die Gefahr, anderen gegenüber zu heucheln – etwa in Kommentaren oder bei der Selbstdarstellung. Man meint, jeden Tag müsste ein Hochgefühl da sein. Doch so ist das Leben meistens nicht.

Strategien zur Reduzierung der Nutzung sozialer Medien

Wenn man bei sich selbst merkt, dass man zum Beispiel zu viel Zeit in sozialen Medien verbringt oder andere Probleme damit hat, stellt sich die Frage: Was kann man dann am besten tun?

Wie ich einer jungen Frau empfohlen habe, ist es zunächst wichtig, einfach weniger Zeit in den sozialen Medien zu verbringen. Das ist natürlich erst einmal eine Überwindung, denn man muss sich dazu zwingen, diesen Vorsatz auch wirklich umzusetzen. Das bedeutet zum Beispiel, dass man viele Kommentare einfach auslässt.

Das wird dazu führen, dass sich einige Leute vielleicht von dir distanzieren oder deine Beiträge nicht mehr kommentieren, weil sie denken: „Wenn du nicht mehr kommentierst, mache ich das auch nicht.“ Damit musst du dann leben.

Für manche Menschen kann das negative Gefühle auslösen. Wenn du sonst zwanzig Daumen hoch bei einem Beitrag bekommst und plötzlich sind es nur noch zehn, fühlen sich viele dadurch schlecht. Doch man muss lernen, damit umzugehen und sich bewusst machen, dass das mit dem realen Leben eigentlich nichts zu tun hat.

Es ist nicht schön, aber wenn man sein Glücksgefühl von der Zustimmung anderer abhängig macht, gerät man in eine gefährliche Spirale. Irgendwann macht man Dinge nur noch, um Zustimmung zu bekommen. Zum Beispiel denkt man: „Ich habe jetzt kritische oder problematische Gedanken, aber dafür gibt es kaum Zustimmung. Also poste ich lieber etwas anderes, nur um Zustimmung zu erhalten.“

Von dieser Abhängigkeit muss man sich ein Stück weit befreien. Das ist schwierig, aber man muss sich immer wieder sagen: Eigentlich brauche ich die Zustimmung von den Menschen, mit denen ich real zu tun habe. Und ich brauche meine Zustimmung auch von Gott.

Gott gibt zwar keine Daumen hoch auf dem Bildschirm, vielleicht im Himmel, aber das sieht man nicht. Dennoch ist das viel wichtiger am Ende des Tages.

Man muss sich Vorsätze machen und diese auch einhalten. Das ist wirklich schwierig. Man denkt vielleicht: „Nur noch einen Kommentar, nur noch einen.“ Aber dann sollte man sagen: „Jetzt ist die Stunde rum, Schluss für heute.“ Nach einer Weile merkt man, dass man das überlebt und das Leben dadurch nicht schlechter wird. Im Gegenteil, man hat mehr Zeit.

Und man merkt, dass die echten Freunde auch bleiben, selbst wenn man nicht jeden Tag super aktiv ist. Das ist eine ganz wichtige Erkenntnis.

Außerdem sollte man sich immer wieder vor Augen führen, worin man seine Zeit sinnvoll investieren möchte. Denn wenn man nicht mehr in sozialen Netzwerken unterwegs ist, sucht man sich vielleicht eine Serie oder spielt ein Spiel. Dann wird die Zeit einfach woanders verschwendet.

Deshalb ist es wichtig, sich vorzunehmen, bewusst Zeit für Dinge zu investieren, die einem wirklich wichtig sind. Etwas, das man schon immer mal machen wollte. Wenn man dann die Zeit in den sozialen Medien reduziert hat, sollte man diese gewonnene Zeit auch sinnvoll nutzen und nicht einfach nur herumhängen.

Das ist wichtig, denn sonst wird man frustriert und denkt irgendwann: „Wozu das Ganze?“

Ich würde sagen, es gibt keinen anderen Weg, als sich selbst eine sinnvolle Grenze zu setzen. Zum Beispiel eine bestimmte Zeitspanne, die man täglich oder wöchentlich in soziale Medien investiert. Alles andere klappt nicht.

Wenn man sagt: „Ich will das ändern, aber irgendwie ändert sich nichts“, dann muss man sich klare Grenzen setzen. Die einfachste Lösung ist, die Zeit zu begrenzen.

Natürlich gibt es noch eine andere Ebene: Man sollte sich immer überlegen, was man wirklich kommentiert oder auf seinen eigenen sozialen Accounts postet.

Ist das etwas, das wirklich zu einem selbst passt? Ist es etwas, womit man geistig andere Menschen voranbringen oder neugierig machen kann?

Das ist eine großartige Möglichkeit, nicht nur Selbstdarstellung zu betreiben, sondern Dinge, die einem wirklich wichtig sind, auf eine ansprechende und kreative Art zu präsentieren und einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Das ist eine geniale Chance, die es heute gibt.

Man sollte sich dabei bewusst sein, dass es auch zu Diskussionen kommen kann. Dann geht es nicht mehr darum, wie toll man ist, sondern darum, etwas zu teilen, das man ganz besonders mit Jesus erlebt hat oder das einem in einem bestimmten Bereich wichtig geworden ist.

Damit setzt man auch wieder Signale und kann andere Menschen positiv begleiten und ein Stück weit unterstützen.

Deshalb sind das einige Vorschläge, die man ernsthaft bedenken sollte.

Suchtverschiebung und radikale Maßnahmen

Ja, das, was du gesagt hast, dass man das vielleicht ein bisschen zurückschraubt und sich wirklich Grenzen setzt, kann ich für hilfreich halten. Bei mir habe ich aber gemerkt, dass, wenn ich zum Beispiel bei Netflix weniger schaue, dann wird irgendwas anderes wie YouTube mehr genutzt. Gerade dieser Effekt, den du beschrieben hast, ist eine Suchtverschiebung, keine Suchtauslöschung, sozusagen.

Was ich bei mir festgestellt habe, ist vielleicht auch dieses biblische Prinzip: Wenn etwas zur Sünde verleitet, dann sollte man es komplett ausreißen. Man sagt dann vielleicht über eine gewisse Zeit – das können Wochen oder Monate sein – ganz bewusst: Kein Snapchat, kein Instagram, keine Streaming-Plattformen oder Ähnliches. Alles, was einem die Zeit raubt, sollte man mal weglassen, um wieder aus dieser Bubble herauszukommen, in der man den ganzen Tag schwebt.

Später kann man dann nochmal versuchen, mit klaren Grenzen zurückzukehren. Für mich hat sich gezeigt, dass es besser funktioniert, radikal vorzugehen. Wenn man nur ein bisschen drin bleibt, zieht es einen schneller wieder rein. So habe ich das zumindest erlebt.

Das ist ein guter Tipp, den ich auch von einigen anderen Leuten gehört habe, dass das mehr geholfen hat. Wahrscheinlich ist diese Entscheidung dann noch schwerer. Man braucht wirklich Leidensdruck, weil man sonst denkt: Was fehlt mir denn? Es kann sich fast wie ein Suchtfall anfühlen. Man sitzt zu Hause, es läuft eigentlich etwas, und man denkt, das muss ich doch sehen.

Aber bei manchen Menschen funktioniert es nicht mit weniger, sondern nur, wenn sie die Medien ganz weglassen. Ich kenne sogar Leute, die haben einfach alles gelöscht, weil es sie so runterzieht und ihnen so viel Zeit raubt.

Das muss man wohl wirklich gut überlegen: Komme ich damit zurecht, wenn ich weniger konsumiere und die Zeit sinnvoll nutze? Oder verlagert sich das nur? Dann muss ich ehrlich sagen, dass ich wirklich mal ein Medienfasten brauche – also komplett auf Streaming oder Ähnliches verzichte –, um wieder auf den Boden zu kommen.

Gerade als Christ ist es wichtig, das nicht nur aus eigener Kraft zu schaffen. Man kann Freunde bitten, mit dafür zu beten, dass man Kraft bekommt, konsequent zu sein. Und man kann Gott bitten, dass er hilft, sich innerlich nicht leer zu fühlen, sondern Kontinuität zu geben und innerlich zu erfüllen.

Das macht es leichter. Wenn ich das alleine durchstehen müsste, wäre es schwieriger. Aber wenn ich weiß, dass auch Kraft von Gott da ist und er mir helfen will, Dinge zu verändern, dann kann das ganz immens helfen, so eine schwierige Umstellung im Leben und bei den Gewohnheiten durchzuziehen.

Umgang mit Freunden in der Sucht

Genau, das ist auch eine Frage, die ich mir gestellt habe. Wenn ich zum Beispiel jemand bin, der jemanden kennt oder einen Freund hat, der in dieser Sucht steckt, wie gehe ich dann am besten damit um?

Am besten wäre wahrscheinlich, sich zu informieren. Man könnte theoretisch einen Virus programmieren, ihn einschleusen und dann wäre alles weg. Dann stünde da nur noch „Jesus lebt“ oder „Du Sünder, jetzt wird’s genial“.

Ja, also ich kann jetzt nicht so gut programmieren, aber ich kenne jemanden, der sich daran setzen könnte. Ich weiß nicht, ob er es hinbekommen würde, das Internet zu löschen. Vielleicht hat Michael das ja schon mal gemacht – keine Ahnung. Das ist nicht ganz ernst gemeint, dass er es wirklich macht. Manchmal würde das vielleicht sogar helfen, könnte aber auch riesigen Ärger auslösen. Wer weiß, vielleicht frisst der Virus noch etwas anderes weg, und dann sind es die wichtigen Daten. Also deshalb Vorsicht.

Ich glaube, eine Sache ist schon mal wichtig: ehrlich darüber sprechen, auch nachfragen. Du wirst allerdings merken, wenn du jemand anderen fragst: Die meisten Leute, die ich erlebt habe, die richtig in der Sucht drin sind und gar nicht rauskommen, sehen das nicht. Sie sagen: „Bei mir ist das doch gar nicht so schlimm, das ist doch nur ein bisschen“ oder „Das ist doch normal“ oder „Ich kenne jemanden, der noch mehr macht“. Dann kommt da irgendwie so etwas.

Die erste Stufe ist also, die Leute dazu zu bringen, dass sie erkennen, dass sie ein echtes Problem haben. Wie kann man das machen? Ich habe schon Leute aufgefordert: „Okay, wenn du gar kein Problem hast, schreib doch wenigstens mal für zwei, drei Tage auf, wie viele Minuten du tatsächlich online bist, damit du es mal richtig vor Augen hast.“ Manche sind dann total erschrocken. Das hätten sie sich so gar nicht gedacht. Sie merken, dass sie lange davorhängen – halbhörig, Stunden, Stunden, Stunden.

Und dann ist es wichtig, ehrlich zu sein: „Ehrlich, so geht das nicht.“ Manchmal hilft es auch, dass du mit Freunden zusammen einen Vertrag machst – entweder für dich oder für andere. „Komm, wir versprechen uns gegenseitig, dass wir zusammen kämpfen und weniger machen. Wenn ich merke, ich will gerade mal wieder so richtig lange, dann ruf mich an oder ich rufe dich an.“ So unterstützt man sich dabei, den Vorsatz umzusetzen. Zusammen zu kämpfen ist meistens leichter als alleine.

Vielleicht gibt man sich dann auch ein bisschen Rechenschaft, indem man sagt: „Okay, wir treffen uns einmal in der Woche und sprechen darüber: Wie war es letzte Woche?“ Natürlich muss man ehrlich sein. Dann kann man zusammen beten. Man kann sagen: „Diese Woche war erfolgreich, richtig gut gelaufen“ oder „Diese Woche waren es wieder so viele Stunden.“ Dann betet man füreinander.

Wir gehen ja davon aus, dass Gott Gefühle, Gedanken und das Herz verändern kann. Das wären jetzt so spontan ein paar Dinge, von denen ich sagen würde, dass sie funktionieren könnten.

Verantwortung in der Gemeinschaft und Ermutigung

Ja, das sind auch gute Ideen und gute Gedanken, denke ich. Es ist interessant und wichtig, beide Perspektiven zu beleuchten: die des Süchtigen und die derjenigen, die vielleicht helfen können. Dabei sollte man auch die Verantwortung sehen und sagen: Ich weiß, dass er ein Problem hat, und ich als Bruder von ihm kann vielleicht helfen – wenn Gott es so möchte.

Man soll nicht einfach die Augen verschließen und sagen: „Geht mich ja nichts an.“ Manchmal gibt es in einer Freundschaft weniger Probleme, wenn man jemanden anspricht. Die meisten Leute sind zwar nicht gerade begeistert und sagen nicht sofort: „Super, dass du mir das sagst.“ Stattdessen fühlen sie sich eher so: „Hey, was willst du mir sagen?“ oder „Lass mich in Ruhe, das ist meine Sache.“ Das liegt daran, dass Veränderung immer schwierig ist und weh tut.

Aber in der Bibel ist das ganz deutlich. Jesus sagt ja, wir leben zusammen. Da lebt nicht jeder nur für sich, sondern wir sollen am anderen teilnehmen. Wenn ich den anderen wirklich liebe, wenn er mir wichtig ist und ich merke, dass er etwas macht, das sein Leben belastet, dann sollte ich den Mund aufmachen und nicht einfach schweigen.

Ich glaube, was manchmal auch hilft – das hatte ich vorhin kurz erwähnt – ist, dass man zusammen etwas Positives und Neues plant. Es ist immer leichter, auf etwas zu verzichten, wenn man etwas anderes hat, worauf man sich freut. Wenn man gemeinsam etwas hat, das einen erfüllt, dann macht man vielleicht mit Freunden etwas, das nichts mit sozialen Medien zu tun hat. Sondern etwas Sinnvolles, das einem zeigt: Das bringt mich voran. Das kann manchmal helfen, über diesen toten Punkt hinwegzukommen.

Chancen sozialer Medien für das Evangelium

Wir haben jetzt schon ein bisschen über die Gefahren gesprochen, die soziale Medien bergen. Du hattest vorhin auch einige positive Aspekte angesprochen. Mich würde interessieren: Sind soziale Medien prinzipiell böse, oder gibt es durchaus Möglichkeiten, sie wirklich für die Evangelisation oder für das Reich Gottes zu nutzen – zur Ehre Gottes?

Auf jeden Fall. Ich war erst vor ein paar Tagen in einer Gemeinde und habe bei dem Pastor übernachtet. Nach dem Kaffeetrinken haben wir nebenbei ein paar Kurzbeiträge aufgenommen. Er veröffentlicht nämlich jeden Tag oder alle zwei bis drei Tage auf Instagram einen kurzen Film – so 60 bis 120 Sekunden, also wirklich kurz – mit geistlichem Input.

Er hat eine Gemeinde von Leuten, die sich das anschauen. Das sind nicht nur Gemeindemitglieder, sondern auch Nachbarn oder Leute, mit denen er geschäftlich zu tun hat. Viele davon sind gar nicht gläubig, schauen aber trotzdem regelmäßig zu. Das ist eine geniale Möglichkeit. Diese Leute schauen sich das an, weil sie ihn kennen, und es besteht ein Bezug, etwa durch Arbeit oder Verein. So kann man geistliche Inhalte vermitteln.

Manchen fällt es leichter, das über Instagram zu machen, als direkt mit den Leuten zu sprechen. Es baut eine Verbindung auf: Die Leute schauen von zu Hause aus zu, gewöhnen sich daran, wissen, dass er fromm ist und dass immer mal wieder etwas kommt. Wenn er dann mal persönlich darüber spricht, kann er darauf aufbauen. Das finde ich eine gute Sache.

Man präsentiert sich also mit christlichem Hintergrund. Dabei muss man sich immer klar machen, dass man vor allem Nichtchristen anspricht. Das ist etwas anderes als in der Gemeinde. Wortwahl und Reaktion darauf sind anders. Wir haben das so nebenbei am Kaffeetisch gemacht, und es ging relativ schnell. Seine Erfahrung ist gut.

Er ist kein großer Influencer, aber je nach Woche schauen sich 200 bis 250 Leute seine Beiträge an. Das ist super. Wo hat man im Alltag schon 250 Leute, mit denen man über geistliche Themen sprechen kann? Soziale Netzwerke sind dafür echt gut.

In einer anderen Gemeinde habe ich gesehen, dass sie über soziale Netzwerke Bibelaustausch und Gespräche organisieren. Das heißt, statt sich persönlich zu treffen, tauscht man sich online aus. Manchmal kommentiert jeder nacheinander, manchmal ist man gleichzeitig online und spricht direkt miteinander über ein wichtiges Thema.

Das spart Zeit. Man kann das vom Schreibtisch aus oder sogar aus dem Auto machen. Das finde ich auch gut. Außerdem nutze ich soziale Medien, um Informationen über Veranstaltungen zu bekommen. Viele Veranstaltungen werden heute durch Empfehlungen von Freunden bekannt. Natürlich muss man filtern, ob die empfohlenen Sachen sinnvoll sind, denn manchmal werden auch zweifelhafte Dinge vorgeschlagen.

Man kann selbst Inhalte präsentieren oder von Freunden Input bekommen, der weiterhilft. Das sind spontan ein paar Beispiele, bei denen sich soziale Medien wirklich lohnen. Wir haben heute gute Möglichkeiten, wichtige Dinge weiterzugeben oder uns von den Erfahrungen anderer ermutigen zu lassen.

Dabei geht es nicht nur um Urlaubserlebnisse wie "Mein Urlaub war toll, meiner war noch toller." Sondern darum, etwas mit Jesus erlebt zu haben und das weiterzugeben. Man muss sich nicht unter Druck setzen, jeden Tag etwas zu posten. Manchmal reicht es, alle paar Tage oder einmal in der Woche etwas zu teilen, das einem wirklich wichtig ist.

Dann achtet man mehr darauf und macht sich mehr Gedanken. Manche sind vielleicht öfter aktiv, aber am Ende sollte es darum gehen, wirklich etwas zu sagen, das anderen hilft. Nicht nur, um mal wieder etwas gepostet zu haben.

Danke, Michael, für deine Einblicke zu diesem Thema.

Liebe Zuhörer, vielleicht schaut ihr auch mal bei euch selbst, ob es Probleme mit Mediennutzung gibt. Nutzt ihr zu viel Zeit dafür? Beeinträchtigt das euer geistliches Leben? Habt ihr noch Zeit für stille Zeiten oder für Engagement in der Gemeinde? Überdenkt das vielleicht einfach mal. Schaut euch eure Bildschirmzeit an. Es lohnt sich, zu wissen, wofür man seine Zeit verwendet.

Ich wünsche euch, dass ihr heute etwas aus dieser Episode mitnehmen konntet, das zu eurem geistlichen Wachstum beiträgt. Schön, dass ihr dabei wart. Wenn es für euch ein Segen war und ihr etwas mitnehmen konntet, teilt Deep Talk gerne mit euren Freunden. Fühlt euch frei, uns Feedback zu geben – wir freuen uns sehr darüber.

Wenn ihr heute zum ersten Mal dabei wart oder eine Sendung verpasst habt, findet ihr alle vorherigen Episoden auf Spotify oder Soundcloud. Mehr Infos über Deep Talk oder Segenswelle allgemein gibt es auf www.segenswelle.de oder auf unserem Instagram-Feed unter Segenswelle.

Falls ihr Fragen oder Anregungen, zum Beispiel Themenvorschläge, habt, schreibt uns gern.

Wir wünschen euch eine gesegnete Woche mit den Worten aus Kolosser 3,17: "Und was immer ihr tut, in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott dem Vater durch ihn."