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Nicht mehr mit anderen VERGLEICHEN

13.06.2020

Umgang mit Vergleichen in Gemeinschaften

Wofür du geeignet bist und was in deiner Griffweite liegt – das ist wichtig zu wissen. Es ist natürlich ungünstig, wenn du wie Leonardo da Vinci bist und so ziemlich alles können könntest, außer vielleicht richtig schreiben, weil er Linkshänder war. Um Nachfolge zu leben, mach dich Hashtag Bibelfit.

Was passiert, wenn du dich ständig mit anderen Menschen vergleichst? Dazu kommen jetzt drei hilfreiche Tipps.

Erstens: Ich denke, Vergleichen ist nicht automatisch etwas Schlimmes. Weißt du, in welcher Community du bist, in welcher Lerngruppe oder Sportgruppe du dich befindest? Dort gibt es immer einen Vergleich. Und wenn es um universitäre Leistungen geht, solltest du auch wirklich wissen, ob du im Mittelfeld bist, weit vorne oder vielleicht eher hinten. Das ist wichtig, damit du beurteilen kannst, ob du den Kurs wechseln solltest, etwas Anspruchsvolleres machen oder deine Bemühungen vielleicht steigern musst.

Umgekehrt – und das vergessen viele Leute – gibt es eine Menge Menschen, die sich mit dir vergleichen. Sie sehen zu dir auf und lassen sich von dir ziehen. Das ist ein entscheidender Punkt. Wenn du zum Beispiel mit deinem Team einen Staffellauf machst, ist es das Team, das sich gegenseitig zieht. Du kennst viele Situationen in deinem Leben, zum Beispiel in Partnerschaften oder unter Geschwistern, in denen ein gewisser, konstruktiver Wettbewerb besteht. Man pusht sich gegenseitig und bringt sich voran. Das ist nichts Schlechtes.

In der Bibel heißt es dazu: „Ein Eisen schleift das andere, ein Messer hält das andere scharf.“ (Sprüche 27,17) Also ist die erste Antwort: Es ist keineswegs automatisch etwas Schlechtes oder Negatives, sich mit anderen Menschen zu vergleichen.

Maßstäbe für den Vergleich setzen

Zweitens stellt sich die Frage: Womit willst du dich vergleichen? Am sinnvollsten ist es, Dinge zu vergleichen, die gerecht und angemessen sind. Übrigens bedeutet das biblische Wort für Gerechtigkeit, ZdK, auch Angemessenheit.

Was heißt angemessen? Das bedeutet, dass du dich mit deinem eigenen Potenzial vergleichst. Dazu kannst du in Matthäus 25 ein Gleichnis nachlesen. Es ist ein tolles, aber auch ein gruseliges Gleichnis, weil es so ernst ist. Jesus erzählt darin von den sogenannten Talenten.

Das Gleichnis geht ungefähr so: Ein Großgrundbesitzer gibt seinen Mitarbeitern unterschiedliche Talente. Das waren damals Gewichtseinheiten. Heutzutage würde man in der Volksbibel vielleicht von unterschiedlichen Kontoständen sprechen. Am Ende des Tages misst er sie daran, was er ihnen gegeben hat, und daran, was sie damit geschafft haben.

Er vergleicht sie nicht untereinander, sondern misst sie an dem, was ihnen gegeben wurde, an dem, was sie könnten. Was heißt das jetzt für dich? Das bedeutet, dass es sinnvoll ist, dich an dem zu messen, was du können könntest, wofür du geeignet bist und was in deiner Griffweite liegt. Das ist entscheidend.

Natürlich ist es schwierig, wenn du Leonardo da Vinci bist und so ziemlich alles können könntest – außer vielleicht mit der rechten Hand schreiben, weil er Linkshänder war. Aber du bist das nicht, und ich auch nicht. Wir sind sterbliche, fehlbare Menschen. Deshalb sollten wir uns an dem messen, was wir können könnten.

Das heißt: Miss dich nicht an anderen. Miss dich nicht an den Potenzialen anderer Leute, sondern miss dein Leben an dem, was dir möglich ist. Nebenbei: Mehr Tipps zu guten Lebenseinstellungen und guten Entscheidungen lernst du in der bekannten Vierstufenlogik. Hol sie dir gern geschenkt über den Link in der Videobeschreibung.

Vergleich mit sich selbst und der eigenen Entwicklung

Tipp Nummer drei: Mit wem lohnt es sich, dich zu vergleichen?

Na ja, mit dir selbst. Andererseits lohnt es sich auch, dich mit deiner Vergangenheit zu vergleichen – mit dem Menschen, der du gestern warst oder vor einem Jahr.

Und ganz ehrlich: Gönn dir auch mal, dir selbst auf die Schulter zu klopfen. Überlege, wo du damals warst und was du alles schon auf die Beine gestellt hast. Ich glaube, das machen wir manchmal nicht, aus einem sicherlich auch berechtigten Gefühl von Bescheidenheit heraus. Dabei verlieren wir oft die Perspektive auf der anderen Seite. Da kippen wir das Kind mit dem Bade aus.

Weißt du, schau dir einfach mal an, was du alles schon geleistet hast. Nicht nur in den letzten drei Monaten oder den letzten zwei Jahren, sondern insgesamt, was du alles fertiggebracht hast.

Und damit meine ich lange nicht nur finanzielle Erfolge oder Karrierepunkte. Schau dir an, wie du als Mensch gewachsen bist, wie du anderen geholfen hast und was du alles Gutes getan hast.

Das ist ein guter Punkt: Vergleich dich nicht mit anderen Leuten, sondern mit dem Menschen, der du früher warst.

Ich denke, das ist angemessen und fair, weil ihr beide – du jetzt und du früher – das gleiche Talent, das gleiche Potenzial und die gleichen Möglichkeiten habt. Du kannst also sehen, was du aus dem gemacht hast, was dir gegeben wurde.

Die richtige Perspektive auf Vergleiche finden

Tipp Nummer vier: Sobald jemand sagt, „Ich vergleiche mich mit anderen, die so viel besser sind als ich“, möchte ich ganz ehrlich sagen, dass dieser Vergleich fast immer hinkt.

Aus Tausenden von Menschen, die ich beraten und mit denen ich gesprochen habe, weiß ich: Die anderen Menschen, mit denen du dich in dem Moment vielleicht vergleichst, haben möglicherweise mehr Zeit gehabt. Das liegt oft schon daran, dass sie älter sind. Dann sind es vielleicht auch Menschen, die ganz andere Opfer gebracht haben, einen anderen Einsatz gezeigt haben als du.

Wenn du ein bisschen tiefer fragst, wirst du häufig feststellen, dass es den Leuten, die diese Frage stellen, gar nicht wirklich um den Vergleich geht. Vielmehr steckt oft etwas anderes dahinter. Wenn jemand sagt: „Ich vergleiche mich mit anderen, die so viel besser sind als ich“, dann hört man oft so etwas wie: „Vielleicht bin ich nicht genug.“

Ganz ehrlich, da muss ich dir sagen: Gott sagt zu dir, dass er dich bei deinem Namen gerufen hat und dass du ihm gehörst. Du musst dich gar nicht mehr mit anderen Leuten vergleichen. Worauf es wirklich ankommt, ist nicht deine – klingt jetzt vielleicht hart – Halluzination, also das, was du dir im stillen Kämmerlein zusammenfantasierst, wie du denkst, dass du da stehst.

Das Entscheidende ist, was Gott über dich denkt. Und was Gott über dich denkt, ist: „Ich habe dich je und je geliebt.“ Im Römerbrief lesen wir: Egal, was einmal passiert ist und egal, was einmal passieren wird, egal, wo wir vielleicht versagt haben oder wo wir mal erfolgreich sein werden – nichts kann dich trennen von Gottes Liebe.

Auch wenn du das Gefühl hast, du kannst etwas nicht, auch wenn du dich ständig mit anderen vergleichst, die vermeintlich besser sind als du, und du dich dadurch wertlos fühlst – das ist nicht die Wahrheit. Deine eigene Perspektive sollte nicht das letzte Wort haben.

Vergleiche dich lieber mit dem, was du tun kannst, um anderen ein Vorbild zu sein. Vergleiche dich mit dem, was du weißt, dass andere sich mit dir vergleichen und zu dir aufsehen. Mit dieser gesunden Perspektive kannst du es schaffen, ein Segen zu sein. Das wünsche ich dir.

Denk gerne an die Vierstufenlogik für eine gesunde Lebenseinstellung und hol dir das Geschenk über den Link in der Videobeschreibung.