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Wache auf, du bist im Krieg - Teil 1 (Einleitung)

24.10.2021Epheser 6,10-13
Der Christ, der sich aufmacht, um Jesus Christus zu dienen, ihn zu lieben und sein Wort im Alltag umzusetzen, wird schnell merken, dass er scharfen Angriffen ausgesetzt ist. Ob es sündige Gewohnheiten sind, Zweifel an Gottes Güte, Niedergeschlagenheit oder was eben dein persönlicher Kriegsschauplatz ist... Gott stellt uns alles bereit, um diese Schlacht zu bestehen.

Begrüßung und Einstimmung auf den Gottesdienst

Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich euch allen. Ich freue mich sehr, dass wir heute so zahlreich versammelt sind. Wir sollten uns bewusst sein, dass das keine Selbstverständlichkeit ist.

Erst diese Woche habe ich einen kleinen Vortrag von Johannes Pflaum gehört. Er sagte, es sei eigentlich die Normalität, dass Christen eher verfolgt werden und sich nicht frei versammeln dürfen. Wir haben das Vorrecht, uns frei zu versammeln, und ich bin sehr dankbar für dieses Geschenk.

Zum Anfang des Gottesdienstes singen wir das Lied 103 aus dem E-einundzwanzig Buch „Seligstes Wissen“. Der Text lautet:

„Seligstes Wissen, Jesus ist mächtig in Frieden, bringt es mir ab, denn von oben ewiges Ab, völlige Sühnung bat mir zuteil, lasst mich selbst Jesus zur Ehre als Jesus preisen ihm allein. Ich lehne welche fröhliche Gabe Jesus vernahm, göttliche Leidenschaft, Schutz in Gefahr, sieg' über Sünde, reicht er mir da. Lasst mich's erzählen, Jesus zur Ehre als Ewigkeit, an mich such' ich mehr, Jesus, erstell' ich die, bis ich gelang.“

Das heutige Predigtthema heißt: „Wachet auf, du bist im Krieg!“

Eigentlich wollte ich heute als Kinderlied „Nur mit einer Schleuder, David war nicht bang“ singen. Dieser Hirtenjunge betete und sang. Klein war er und verachtet, doch er glaubte an Gott. Er nahm sich schnell fünf Steine und hörte nicht auf den Spott. Ein kleiner Stein kam in die Schleuder. Der Stein flog herum und herum. Ein kleiner Stein pfiff durch die Luft, und der Riese fiel tot um.

Leider haben die Musiker das Lied noch nicht gekannt. Es hätte sehr gut zum Thema Krieg gepasst. Israel war im Krieg, und sie waren sich dessen sehr wohl bewusst. Der Goliath stand vor ihnen und bedrohte sie.

Auch wir stehen im Krieg, wir als Kinder Gottes. Tobi wird in der Predigt dazu noch mehr sagen.

Wir singen jetzt nicht nur „Nur mit einer Schleuder“ als Kinderlied, sondern das Lied K29 „Ja, Gott hat alle Kinder lieb“. Danach hören wir die Predigt.

Ich bete noch, bevor wir das Lied singen:

Großer Gott und Heiland, hab Dank für diesen Sonntag. Danke, dass wir dich kennen dürfen, weil du unser Herr und Heiland bist und für uns gestorben bist. Herr, wir preisen dich dafür, dass wir die Möglichkeit haben, hier zusammenzukommen, unter dein Wort zu treten und von dir zu lernen.

Ich bitte dich um offene Ohren und offene Herzen – sowohl für uns, die wir hier im Gottesdienstraum sind, als auch für diejenigen, die in die kleine und große Kinderstunde gehen. Bereite ihre Herzen vor. Führe und leite diejenigen, die dein Wort weitergeben. Statte sie mit allem aus, was sie benötigen, und schenke deinen Segen dazu.

Herb, danke dafür! Amen!

Gott hat alle Kinder lieb, jedes Kind in Held und Zahl. Alle in der Aus Schnee baue ich mein Haus, und kommt klingt ein Schlitten raus. Steck ich die Nacht, hält uns alle, alle in der Herrlichkeit sitzen. Wo geht mir das Kind? Hält uns alle, alle, da scheint die Sonne.

Ich bin ganz schwarz und Zähneblitze, tat alle das Kind mit uns alle, alle in der Schmuck. Ich mich durch den Bar, wenn's knistert, mach ich fein, tat alle Kinder des Kindes mit uns alle, alle in der Hose, bin und mein Zwaldrasen mit uns alle das Kind.

Das Ziel der Predigt: Bewusstsein für den geistlichen Kampf schaffen

Ja, das Thema, mit dem wir uns heute beschäftigen wollen, hat ein ganz klar definiertes Ziel. Dieses Ziel ist es, uns aufzuwecken – und zwar aufzuwecken in Bezug darauf, dass der wahre Christ im Kampf steht.

Mit „aufwecken“ meine ich, dass das, was wir heute hören und auch das nächste Mal noch hören werden – heute ist der erste Teil – in uns ein Bewusstsein schaffen soll. Ein Bewusstsein dafür, dass der Christ, der Gottes Wort folgen möchte, der Christ, der Gottes Ziele zu seinen eigenen macht, der Christ, der sich bewusst an Gottes Gnade freuen möchte und seine Beziehung zu Gott pflegen will – kurz gesagt, der Christ, der Christus folgen will – in einem ständigen Kampf steht.

Dieser Christ wird unmittelbar beschossen. So ist es. Der Christ, der Christus folgen will, wird beschossen. Und nicht nur das: Er wird mit viel böser Intelligenz versucht. Es wird alles daran gesetzt, dass alles, was an guten Zielen bei diesem Christen vorhanden ist, im Keim erstickt wird. Mit viel böser Intelligenz wird versucht, dass alles, was an guten Zielen bei mir und bei dir vorhanden ist, im Keim erstickt wird.

Paulus weiß das, denn er kennt es selbst. Er kennt die Kämpfe und die Entmutigung in seinem Leben. Doch was Paulus heute macht, ist nicht einfach nur, den Christen als Spielball der feindlichen Heeresmacht darzustellen. Stattdessen gibt er uns ein Bewusstsein: Ja, ihr steht im Krieg. Ja, ihr werdet beschossen. Ja, ihr habt Kämpfe auszufechten. Aber ich habe einen Lösungsansatz.

Paulus zeigt uns nicht nur die Probleme unseres christlichen Lebens, sondern auch, dass Hilfe da ist. Das ist im Grunde der Zielgedanke, den wir uns nächstes Mal noch etwas genauer anschauen werden.

So heißt die Predigt heute: „Wache auf, du bist im Krieg.“ Sie soll dir ein Verständnis, ein Bewusstsein dafür geben, dass du angefochten wirst.

Die heutige Predigt wird am Ende so sein wie eine etwas zu lang geratene Einleitung. Sie soll im Grunde das Bewusstsein schaffen, dass, wenn wir uns das nächste Mal die Waffenrüstung anschauen, wir dies in Bezug darauf tun, dass eine Notwendigkeit entstanden ist.

Einführung in den geistlichen Kampf anhand von Epheser 6,10-13

Aber gut, lesen wir die Verse aus Epheser Kapitel 6,10-13. Das sind die einleitenden Verse zur Waffenrüstung. Wir werden gleich sehen, dass die eigentliche Waffenrüstung ab Vers 14 beginnt. Dort gibt Paulus uns konkrete Ratschläge, wie wir als Christen in dieser Welt bestehen können.

 Epheser 6,10-13 lautet:

Vers 10: Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.
Vers 11: Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels.
Vers 12: Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen.
Vers 13: Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und nachdem ihr alles ausgerichtet habt, euch behaupten könnt.

Wir sehen, wie Paulus am Ende des Epheserbriefs angekommen ist und diesen letzten Abschnitt einleitet. Er kommt zum Abschluss und möchte nun noch ein Thema ansprechen. Dieses letzte Thema beschreibt den Kampf des Christen gegen den Teufel und gegen die Dämonen.

Was Paulus letztlich sagt, ist: Ihr lieben Brüder und Schwestern, nun zuletzt, nachdem ich euch alles erklärt habe – von Kapitel 1 bis Kapitel 6 –, all diese Segnungen und Aufforderungen, ein gottwohlgefälliges Leben zu führen, macht euch jetzt bereit zum Kämpfen. Das ist das, was er am Ende noch hinzufügen möchte: Macht euch bereit!

Der Aufbau des Epheserbriefs und die Vorbereitung auf den Kampf

Nun, wer sich noch ein bisschen an den Epheserbrief erinnern kann, weiß, dass Paulus die ersten drei Kapitel genutzt hat, um zu zeigen, was Christus alles getan hat. Gerade im ersten Kapitel hat Paulus ganz stark unseren Stand aufgezeigt: Wir sind erstens in Christus erwählt, uns ist vergeben. Die Vergebung Jesu Christi beschreibt er als strömend, überströmend – wie ein Wasserfall, der sich über uns ergießt. Er beschreibt auch, dass wir mit dem Geist Gottes versiegelt sind. Das ist sozusagen die Anzahlung, dass wir auf jeden Fall ins ewige Leben eingehen.

Das ist der Stand, den Paulus uns erklärt hat: Ihr seid Kinder Gottes, ihr seid versiegelt, ihr habt das Unterpfand bekommen, ihr geht ins ewige Leben ein. Ja, aber jetzt liegt vor euch eine Wegstrecke. Ihr habt einen Stand, ein Fundament, auf dem ihr steht, aber vor euch ist eine Wegstrecke.

Die ersten drei Kapitel haben dann gezeigt, wie Christus sich seine Gemeinde gebaut hat – Christen aus den Heiden und Christen aus den Juden –, wie Gott sich durch Frieden in der Gemeinde und durch Geschwister verherrlicht. Wenn ihr euch daran erinnert, kommt Paulus in Kapitel vier, und das ist das Eingangstor in die Anwendung. Christus hat das alles getan, und nun wandelt würdig dieser Berufung – das steht in Kapitel 4, Vers 1.

Paulus geht von der Theologie hin zum praktischen Leben. Er schreibt: „Ihr lieben Christen, jetzt wandelt dieser Berufung würdig, was Christus in euch getan hat.“ So ermahnt er uns in Epheser 4,1: „So wandelt nun würdig dieser Berufung, die aus Kapitel eins bis drei stammt.“

Was Paulus nun macht, ist, dass er uns in den folgenden drei Kapiteln an die Hand nimmt und uns christliche Lebensführung erklärt. Er zeigt, wie wir einander lieben, wie wir das Reich Gottes bauen können, wo wir die schlechten Dinge ausziehen sollen und die guten Dinge anziehen. Er erklärt, wie wir Christen voll Geist Gottes werden und all diese Dinge.

Nachdem Paulus damit fertig ist und seine Hörerschaft erreicht hat – vielleicht mit einem richtig brennenden Herzen, das alles umsetzen möchte – merkt man: „Oh Herr Jesus, ich stehe auf dem Fundament der Gnade, und auf diesem Fundament darf ich jetzt auch wie ein Kind Gottes leben.“ Seine Hörerschaft ist entzündet.

Nach sechs Kapiteln kommt Paulus nun zu Kapitel 6, Vers 10, und schreibt im Grunde: „Jetzt zuletzt muss ich euch noch etwas sagen.“ Lieber Christ, der du diese ganzen sechs Kapitel ernst nimmst, lieber Christ, der du den Wunsch hast, Christus zu folgen, du musst wissen: Du wirst beschossen. Du musst es wissen. Lieber Christ, mach dich bereit, wenn du für Gott lebst, dass du heftige Angriffe erfährst. Mach dich bereit.

Aber gleichzeitig, lieber Christ, brauchst du keine Angst haben. Warum? Gott stellt dir einen sicheren Schutz zur Verfügung. Wir wollen heute nicht den Teufel predigen, auch wenn es sich um ihn ein Stückchen weit drehen wird. Ja, die Angriffe kommen. Aber was Paulus hier eigentlich schreibt, ist Hoffnung: Es gibt einen sicheren Schutz. Es gibt einen sicheren Schutz.

Die Notwendigkeit der Waffenrüstung Gottes

Paulus macht in unserem heutigen Abschnitt, den Versen 10 bis 13, eine wichtige Vorbereitung auf die Waffenrüstung Gottes. Zunächst schafft er eine Grundlage. Er möchte, dass wir als Christen verstehen, dass wir überhaupt im Kampf stehen. Denn es kann sein, dass wir damit nicht rechnen.

Manchmal führen wir ein christliches Leben, das darauf ausgerichtet ist, möglichst gemütlich in den Himmel einzugehen. Doch Paulus sagt: Nein! Wenn du Christus folgen willst, wirst du bekämpft.

Schauen wir uns gemeinsam die Verse 10, 11 und 13 an. Hier sehen wir, wie Paulus zuerst dieses Bewusstsein schafft.

Vers 10: „Liebe Epheser, stärkt euch!“
Vers 11: „Liebe Epheser, zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt.“
Warum sollen wir laut Vers 11 die Rüstung Gottes anziehen? Damit wir standhalten können.

Vers 13: „Liebe Epheser, ergreift die Rüstung Gottes, damit ihr widerstehen könnt, wenn die Angriffe kommen.“

Das bedeutet, und das ist die direkte Anwendung für uns, die geistliche Wahrheit: Der Christ erlebt ein Leben, in dem er standhalten und widerstehen muss.

Damit wir das tun können, müssen wir aktiv werden. Was sagt uns Vers 11 und Vers 13? Wir sollen die ganze Waffenrüstung Gottes anziehen. Es steht nicht da, dass wir nur einen Teil anziehen sollen, etwa: „Ich bin ganz gut in der Evangelisation, aber mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit habe ich Schwierigkeiten.“ Nein, Paulus fordert uns auf, die ganze Rüstung anzuziehen.

Er sagt es sogar zweimal innerhalb von zwei Versen, die ziemlich hintereinander folgen: „Zieht die ganze Rüstung Gottes an, damit ihr widerstehen und standhalten könnt.“ Wenn die Angriffe kommen, musst du gestärkt sein.

Du darfst die Rüstung nicht erst anziehen, wenn der Angriff beginnt. Sondern zieh sie jetzt an!

Die Kraft Gottes als Grundlage für den geistlichen Kampf

Wir schauen nun auf Vers 10, in dem Paulus schreibt, dass wir in diesem Kampf stark im Herrn sein sollen. In diesem Kampf, den wir zu kämpfen haben, sollen wir stark in seiner Stärke sein.

Was besonders interessant ist: Bevor Paulus dieses große Schlachtfeld eröffnet, beginnt er damit, auf Gottes Kraft hinzuweisen. Er sagt nicht einfach: „Auch ihr armen Christen, ihr werdet ganz schön hart beschossen, beißt die Zähne zusammen und haltet einfach durch.“ Stattdessen zeigt er ganz zuerst auf Gott und fordert uns auf: „Werde stark in seiner Stärke, werde stark in seiner Stärke.“

Dadurch, dass Paulus diesen geistlichen Kampf einleitet und uns sagt, wir sollen in Gottes Kraft stark sein, wird eine klare Wahrheit deutlich: Wir können diesen Kampf nicht mit unserer eigenen Kraft bestehen.

Ich weiß, dass es eine ziemlich ausgelutschte Floskel ist – dieses „Nicht in meiner Kraft, sondern ich tue alles in Gottes Kraft“ und so weiter. Ihr kennt das. Es ist eine abgedroschene Redewendung, dass wir aus Gottes Kraft leben und alles aus seiner Kraft tun. Gerade weil es so eine ausgelutschte Floskel ist, ist es umso wichtiger, gerade in Bezug auf diesen Text zu verstehen, was Paulus wirklich meint.

Also, Paulus, was meinst du, wenn du sagst, ich soll in Gottes Kraft stark werden? Was bringt es, wenn ich dir sage: „Werde stark in Gottes Kraft“, und du gehst hier raus, ohne zu wissen, wie das gehen soll?

Wenn wir uns um den Kampf drehen, müssen wir uns auch fragen: Wie geht das? Paulus sagt: „Werde stark in Gottes Kraft.“ Aber wie genau geht das, Paulus?

Schaut dazu im Vers 12 nach. Dort seht ihr, dass sich der Kampf, den wir kämpfen, nicht gegen Fleisch und Blut richtet. Das bedeutet einfach, dass unser Kampf sich nicht gegen Menschen dreht. Wir haben keine Menschen zu bekämpfen.

Wisst ihr, wenn wir gegen Menschen kämpfen würden, könnten wir durchaus mit menschlicher Kraft stark sein. Das ist ja genau das, was Soldaten tun, wenn sie ihre Heeresmächte, Panzer und Kommandanten haben, die geschickt in ihren Strategien sind. Das ist menschliche Kraft. Und wenn wir gegen Menschen kämpfen würden, könnte ich auch mit menschlicher Kraft diesen Kampf gewinnen.

Aber Paulus sagt: Nein, unser Kampf geht nicht gegen Menschen, nicht gegen Fleisch und Blut.

Weil sich unser Kampf nicht gegen Fleisch und Blut richtet, sondern – wenn ihr in Vers 11 schaut – gegen den Teufel und in Vers 12 gegen Dämonen, sind das alles Umschreibungen für geistliche Mächte.

Unser Kampf richtet sich also in erster Linie gegen den Teufel und Dämonen. Deshalb wären wir mit unserer menschlichen Kraft ausgeliefert.

Wir müssen uns also die Frage stellen: Wie werde ich stark in Gottes Kraft? Wie funktioniert das, Paulus?

Das ist eine berechtigte Frage. Wenn ihr die Bibel lest und an so eine Stelle kommt, fragt ihr euch am Ende: „Ja, wie geht das?“ Dann ist das genau die richtige Frage, um die Bibel zu lesen: „Wie geht das?“

Unsere Standardantworten in Gesprächen, wenn es darum geht, wie man stark in Gottes Kraft wird, sind meist pauschal: Bitte um Gottes Kraft und glaube an seine Verheißungen. Also lies die Bibel, bete jeden Tag, und dann wirst du kräftig.

Das klingt zwar plump, ist aber tatsächlich richtig. Und beides findet sich auch in unserem Kontext.

Das ist auch ganz interessant, denn wie schon so oft erwähnt, ist die einfache und wirklich einfache Regel der Schriftauslegung immer der Zusammenhang.

Wenn Paulus hier in Vers 10 davon spricht, wie wir stark im Herrn werden können, und du wissen möchtest, wie das geht, dann gilt die einfache Regel: Schau doch mal, was drumherum steht.

Wir müssen nicht anfangen, in 1. Mose, Samuel, Psalmen oder im Römerbrief zu suchen. Das Erste, was du tun solltest, wenn du einen Text auslegen willst, ist zu schauen, was direkt davor oder danach steht.

Wenn wir uns den unmittelbaren Kontext anschauen, dann ist das Vers 11. Vers 10 heißt: Werde stark im Herrn und in seiner Macht. Nutze Gottes Kraft und die Macht, die er dir zur Verfügung stellt.

Vers 11 gibt die Antwort darauf, wie wir stark im Herrn werden und seine geistliche Kraft nutzen: Indem wir die ganze Waffenrüstung Gottes anziehen, die er uns zur Verfügung stellt.

Die Waffenrüstung Gottes ist seine Macht und Kraft, die er uns gibt. Es sind seine geistlichen Mittel.

Das war jetzt der enge Kontext. Eine weitere Regel der Textauslegung besagt, dass man auch den weiteren Kontext mit einbeziehen kann.

Der weitere Kontext bei uns beginnt ab Vers 14. Dort wird uns erklärt, was der Inhalt der Waffenrüstung ist.

Wenn ihr den Inhalt überfliegt – und ihr kennt ihn alle – dann geht es um den Glauben, um das Wort Gottes, um den Geist Gottes. Im Grunde geht es um das Evangelium.

Das ist im Grunde der Inhalt der Waffenrüstung. Das ist die Stärke, die Gott uns an die Hand gibt.

Paulus ruft uns nun in Vers 10 auf, nachdem er Gott groß gemacht hat (Kapitel 1 bis 3) und uns Anweisungen gegeben hat, wie wir christlich leben sollen: „Werde stark in dieser Kraft, die Gott dir zur Verfügung stellt.“

In Vers 11 heißt es: „Zieh diese Rüstung an, damit du standhalten kannst, wenn die listigen Angriffe des Teufels kommen.“

Der Feind und die geistlichen Mächte

Paulus leitet nun ein, dass wir in der Kraft Gottes stark werden sollen. In Vers 11 kommt der Feind ins Spiel – unser Gegenspieler. Dabei handelt es sich in Vers 11 um den Teufel und in Vers 12 um Dämonen. Diese werden hier als Fürstentümer und Gewalten beschrieben.

Ich möchte euch jetzt einen wichtigen Zusammenhang im Epheserbrief zeigen, der zum Verständnis dieser Stelle sehr hilfreich ist. Merkt euch das Wort „Fürstentümer und Gewalten“. Wir wollen nun den Epheserbrief auslegen, indem wir Kapitel 6 mit Kapitel 3 verbinden. Schlagt mit mir Epheser 3,10 auf. Diese Stelle wurde in den letzten Predigten oft erwähnt, doch es lohnt sich, sie sich noch einmal genau anzuschauen.

In Epheser 3,10 heißt es, dass Christus Frieden in der Gemeinde geschaffen hat – Einheit zwischen Juden und Heidenchristen. Dann folgt: „Damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten“, also diesen Dämonen in den himmlischen Regionen, „durch die Gemeinde Gottes Weisheit bekannt gemacht wird.“

Ihr kennt diesen Vers: Er sagt im Grunde, dass Jesus Christus durch die Gemeinde wirkt. Er führt Sünder zur Buße, schenkt ewiges Leben und so weiter. Während er das tut, zeigt er vor den Engeln und Dämonen seine Weisheit. Die Engelswelt schaut auf Gott, und Gott schaut auf die Gemeinde. Sie müssen staunen und anerkennen: „Gott, du bist weise.“ So steht es hier. Er zeigt seine Weisheit.

Diese Lehre zieht sich durch die Kapitel 1 bis 3. Es ist der Zusammenschluss, den man auch in Kapitel 1 sieht, wo immer wieder betont wird, dass Gott dies und jenes getan hat zum Lobpreis seiner Herrlichkeit. Hier in Vers 10 sehen wir, dass Gott an der Gemeinde handelt, damit seine Weisheit und seine Ehre vor Engeln und Dämonen bekannt wird.

Das ist eine ganz wichtige Aussage: Gott verherrlicht sich durch sein Handeln an der Gemeinde. Er zeigt den Dämonen seine Weisheit. Gott breitet seine Ehre durch die Gemeinde aus. Und von genau diesen Dämonen lesen wir jetzt in Kapitel 6.

Was tun diese Dämonen in Kapitel 6, vor denen Gott seine Ehre durch die Gemeinde ausbreitet? In den Versen 11 und 12 lesen wir von denselben Dämonen. Was tun sie? Diese Engelswesen, vor denen Gott sich durch die Gemeinde verherrlicht, greifen die Gemeinde an.

Ist das nicht krass? Indem sie die Gemeinde angreifen, greifen sie letztlich Jesus Christus an. Diese Engelswesen greifen uns als Gemeinde Gottes an. In Wirklichkeit greifen sie Christus an.

Sie wollen uns zum Fallen bringen, uns den Glaubensmut rauben, uns durch Menschenfurcht zum Schweigen bringen, uns Sünde schmackhaft machen, uns zu Heuchlern machen, Schaden und Streit in die Gemeinde bringen. Vielleicht rauben sie dir oder mir die Heilsgewissheit – ganz gleich, wie dieser Angriff aussieht.

Indem sie versuchen, uns zu Fall zu bringen, greifen sie in Wirklichkeit Gott an. Sie greifen Gottes Plan an, sich durch die Gemeinde zu verherrlichen (vgl. Epheser 3,10). Darum geht es in Wirklichkeit: Gott will sich durch die Gemeinde verherrlichen, und sie greifen seine Ehre an.

Sie wollen, dass die Gemeinde ihn nicht ehrt. Ich zitiere: „Und sie hassen Gott und machen diesen Hass deutlich, indem sie versuchen, die Pläne Gottes, die im Prinzip in uns wirken, zu durchkreuzen.“ So ist ein Angriff auf uns in erster Linie ein Angriff auf Gott.

Gott will seine Ehre durch die Gemeinde ausbreiten. Deshalb greifen sie die Gemeinde an, weil sie Gottes Ehre zerstören wollen.

Liebe Gemeinde, wir stehen im Krieg. Das war nicht nur eine plumpe Überschrift, sondern eine ernste Aussage: Wir stehen im Krieg. Lieber Christ, du stehst im Krieg. Dieser Krieg ist nicht gegen Menschen, auch nicht gegen Länder. Dieser Krieg ist gegen den Widersacher Gottes. Wir stehen im Krieg.

Die Qualität und Taktik der Angriffe

Nun, wenn wir in Kapitel 6, Vers 11 schauen, erkennen wir die Qualität dieser Angriffe. Diese Angriffe auf uns Christen sind nicht einfach plump oder hohl. Man könnte meinen, es werde einfach ein Holzscheitel vor die Füße geworfen. Doch dem ist nicht so.

Schlachter übersetzt diese Angriffe mit „listigen Kunstgriffen“. Nach meiner Recherche steht das griechische Wort dafür, dass diese Teufel und Dämonen methodisch vorgehen. Sie treffen wohlüberlegte Maßnahmen, planen und schlagen dann gezielt zu. Ihre Vorgehensweise ist durchdacht, listig und methodisch. Es steckt also eine Methode dahinter.

Was sie tun, ist, deine Schwachstellen auszutesten und gezielt dort anzugreifen. Diese Angriffe sind nicht nur methodisch und klug durchdacht, sondern sie kommen auch genau dann, wenn du anfällig bist. Sie sind nicht wie ein Dauerfeuer, ein ununterbrochener Beschuss, sondern erscheinen genau in dem Moment, in dem du verwundbar bist.

Das sehen wir auch im Vers 13. Dort heißt es: „Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit wir an dem bösen Tag widerstehen können.“ Hier steht „an dem bösen Tag“. Ein Kapitel vorher schreibt Paulus noch, dass die Tage böse sind. Hier verwendet er bewusst die Einzahl, womit er einen bestimmten, gezielten Tag meint.

Es gibt viele Tage in unserem Alltag, die ein Segen sind. Viele Tage, an denen wir Freude haben und guter Dinge sind. Doch dann kommt der böse Tag. Dieser methodische, listige Angriff, der genau dort zuschlägt, wo wir anfällig sind.

Der eine wird auf der Ebene seiner Lüste angegriffen, ein anderer auf der Ebene seiner Gedanken, indem er falsche Vorstellungen von göttlicher Lehre bekommt oder vom Evangelium abkehrt und keine Freude mehr im Glauben hat. Wieder andere werden von Ängsten niedergedrückt. Manche bekommen schlechte Gedanken über ihre Geschwister.

Sie suchen gezielt nach deinen Schwachstellen und greifen genau dort an. Manchmal merken wir gar nicht, dass wir angegriffen werden, weil wir den Köder geschluckt haben. Das ist das Gefährliche an der ganzen Sache.

Ich möchte hier bewusst nicht den Teufel verherrlichen, indem ich seine ausgeklügelten Taktiken aufzeige. Es ist einfach das, was Paulus sagt, und ich möchte damit ein Bewusstsein schaffen, dass wir diese Rüstung brauchen. Denn wir sind nicht ausgeliefert.

Es klingt zwar erst einmal ziemlich gefährlich und skrupellos – und das ist es auch –, aber Paulus sagt gleichzeitig, dass Gottes Kraft zur Verfügung steht, um dem Ganzen zu widerstehen. Deshalb ist es notwendig, dass du und ich diese Rüstung jeden Tag tragen.

Dabei geht es nicht nur darum, sie einfach anzuziehen, sondern sich darin zu üben. So können wir standhalten, wenn der Angriff kommt.

Ausblick auf die weitere Predigt und der Aufruf zum Wachsein

Nun, heute ist der erste Teil dieser Predigt über die Waffenrüstung. Die Waffenrüstung werden wir, wie gesagt, beim nächsten Mal im Detail betrachten.

In den Versen 10 bis 13 geht es darum, die Notwendigkeit zu erkennen – die Notwendigkeit, wach zu werden und zu verstehen, dass du eine Rüstung brauchst. Wache aus deinem geistlichen Schlaf auf und erkenne, dass du im Krieg stehst. Warum? Weil diese Rüstung erst dann ernst und notwendig wird, wenn wir mit offenen Augen erkennen, dass wir im Kampf sind.

Nur wenn wir verstehen, dass wir im Kampf stehen, suchen wir uns die Rüstung und ziehen sie an. Denn nur wer weiß, dass er kämpft, rüstet sich entsprechend.

Wie schon erwähnt, haben wir uns jetzt ein Stück weit mit unserem Widersacher beschäftigt. Doch ich möchte bewusst nicht Satan predigen. Auch heute will ich Christus predigen. Ich möchte nicht, dass wir durch das, was wir gehört haben, hinter jeder Ecke den Teufel vermuten. Vielmehr sollen wir in allem auf Christus sehen.

Es kann passieren, dass wir, wenn wir uns übertrieben mit dem Teufel und seinen Strategien beschäftigen, am Ende mehr auf Satan schauen als auf Christus. Möglicherweise vertrauen wir dem Satan mehr – nicht im Sinne einer vertrauensvollen Beziehung, sondern wir trauen ihm ständig zu, wie er uns schaden kann. Dadurch wenden wir unseren Blick von Christus ab, der doch der souveräne Herr ist.

Deshalb möchte ich zum Abschluss noch einmal betonen, dass wir Bescheid wissen müssen, aber dabei Christus als Herrn sehen sollen. Bei allen Versuchungen und Angriffen, die gegen Christus und seine Gemeinde gerichtet sind, wird Christus niemals verlieren – niemals.

Warum? Weil der Feind, der uns und damit Christus angreift, ein besiegter Feind ist. Erstens ist der Schlange der Kopf zertreten, und zweitens möchte ich euch bitten, Kolosser Kapitel 2 aufzuschlagen.

Ihr wisst ja, dass Epheser und Kolosser viele Parallelen haben. Hier finden wir eine ganz wichtige Aussage, die wir verstehen müssen: Wir stehen in einem Kampf, und das ist sehr ernst zu nehmen. Es wäre fatal, wenn wir das wegschieben und denken: „Ach komm, was soll's“, oder „Ich gebe auf“ – das wäre fatal. Du musst wissen, dass du angegriffen und verführt wirst.

Aber ich möchte, dass wir eine grundlegende geistliche Wahrheit verstehen, auf der wir stehen – die Seite des Schlachtfeldes, auf der wir uns befinden.

Jetzt lesen wir Kolosser 2,13-15:

„Er hat auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, mit ihm lebendig gemacht, indem er euch alle Übertretungen vergab. Er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die in unseren Vergehen gegen uns stand, und sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete. Und nun schaut, was das bewirkt hat: Dass er unsere Sünde, unsere Schuldschrift ans Kreuz heftete. Als er so diese Herrschaften und Gewalten – hier geht es wieder um Engel und Dämonen – entwaffnet hatte, stellte er sie öffentlich an den Pranger und triumphierte über sie in demselben.“

Wisst ihr, als Jesus Christus am Kreuz starb, hat er uns im Vers 13 lebendig gemacht. Er hat uns im Vers 14 alle Schuld vergeben, indem er uns als seine Kinder angenommen hat. Er hat uns lebendig gemacht und wird mit uns ins ewige Leben eingehen. Dabei hat er diese Anklageschrift ans Kreuz gehängt.

Und es geschah, Vers 15, dass er diese Engel und Dämonen entwaffnet hat. Nicht nur entwaffnet – er hat über sie triumphiert. Sie sind besiegt.

Ja, sie schießen noch gegen die Gemeinde, und ja, sie wollen der Ehre Gottes schaden. Aber der Kampf, den wir kämpfen, ist ein gewonnener Kampf. Es ist ein gewonnener Kampf. Christus hat längst gesiegt.

Das ist die geistliche Wahrheit, die wir festhalten müssen. Ja, wir stehen im Kampf, und ja, der Kampf kann hart werden. Ich werde gleich mit einer Geschichte schließen, die zeigt, wie hart manchmal ein geistlicher Kampf sein kann.

Aber wir stehen auf der Seite des Siegers. Am Ende wird Gott angebetet, und am Ende der Zeit wird Gott alle Ehre bekommen. Die Engel werden sagen: „Ehre sei dir, denn du bist würdig zu nehmen.“ Am Ende wird Gott geehrt. Seine Ehre wird nicht dauerhaft geschädigt.

Weil wir eben kämpfen und diese Waffenrüstung anziehen sollen, die Gott uns befiehlt, ist sie wirksam – weil es Gottes Waffenrüstung ist.

Wir stehen auf der Seite des Siegers, weil Christus gewonnen hat und weil er uns auch die Waffenrüstung gibt. Das ist sein Mittel, durch das wir bestehen werden.

Wir sind auf der Seite des Siegers. Paulus sagt: „Zieht die Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt.“ Wir können standhalten.

Das ist kein Kampf auf Augenhöhe. Ohne Gott würden wir völlig versagen. Aber mit der Kraft Gottes werden wir überwinden. Wir sind Überwinder durch den, der uns geliebt hat – Christus. So steht es im Römerbrief.

Wir werden angegriffen, aber wir können standhalten. Und weil Gott der Herr ist, müssen wir auch verstehen, dass alle Dinge, selbst wenn der Feind zum Siegen scheint, am Ende der Ehre Gottes dienen müssen.

Beispiel aus dem Leben von John Bunyan als Illustration des geistlichen Kampfes

Ich möchte zum Schluss ein Beispiel von John Bunyan geben. Lange Zeit schien es, als würde der Feind siegen, als hätte er John Bunyan den Mund gestopft. Doch am Ende wurde Gottes Ehre groß. Ich möchte kurz einige Begebenheiten nennen. Besonders interessant ist auch seine Frau, die ihn unterstützte und sogar mitkämpfte.

John Bunyan war ein Prediger. Zeitweise kamen werktags, also nicht sonntags, sondern unter der Woche, 1200 Menschen, um seine Predigten zu hören. Gott hat hier einen Laienprediger gebraucht. Bunyan war zuvor Kesselflicker, also scheinbar kein gebildeter Mann. Die Meinungen darüber gehen zwar auseinander, aber er war ein Mann aus der normalen Gesellschaft. Gott benutzte ihn so, dass tausende Leute seine Predigten hören wollten.

John Bunyan war verheiratet und hatte vier Kinder. Eines dieser Kinder war blind. Zehn Jahre nach der Geburt seiner vier Kinder starb seine erste Frau. Ein Jahr später heiratete John Bunyan erneut. Seine neue Frau nahm die vier Kinder an und kümmerte sich um sie, obwohl keines ihre eigenen Kinder waren und alle unter zehn Jahren alt waren.

Ein Jahr nach der zweiten Heirat kam John Bunyan ins Gefängnis. Er wurde eingesperrt, weil er das Evangelium predigte. Man bot ihm im Gefängnis an, dass er sofort freigelassen würde, wenn er nur aufhörte zu predigen. Doch er lehnte ab und blieb zwölf Jahre im Gefängnis, statt seinen geistlichen Prinzipien untreu zu werden.

Wir sehen hier, wie der Teufel John Bunyan angreift. Er will ihm den Mund verbieten, indem er ihn ins Gefängnis steckt. Doch Bunyan sagt: „Nein, ich kann nicht aufhören.“ Er ging lieber mit einem reinen Gewissen zwölf Jahre ins Gefängnis, als die Freiheit zu haben und ein Gewissen, das durch das Abkommen, nicht zu predigen, verunreinigt worden wäre. Er hätte seine Freiheit haben können, wenn er gewollt hätte.

John Bunyan steht in diesem geistlichen Kampf. Der Teufel tut alles, um ihn vom Predigen abzuhalten. Doch Bunyan möchte Gott treu bleiben. Er bleibt stark und trägt weiter die Stiefel der Waffenrüstung. Auch seine Frau ist bemerkenswert. Sie sprach vor und sagte, ein Mann müsse nur aufhören zu predigen, doch sie antwortete: „Nein, wie könnte er denn nur so eine starke Frau an der Seite eines starken Mannes haben?“ Beide blieben standhaft, gestärkt durch Gott.

Man darf aber nicht denken, dass Bunyan einfach ein harter Typ war, dem alles egal war, auch nicht seine Familie. Im Gegenteil, das zeigt ein folgendes Zitat. Nachdem ihm der Mund verboten wurde, hörten die Angriffe im Gefängnis nicht auf. Er wurde weiter unter Beschuss genommen. Sein Zeugnis sollte zerstört werden, indem man ihn zum Widerruf drängte.

Ich zitiere: „Trotzdem, obwohl John Bunyan im Gefängnis blieb, quälten ihn manchmal Zweifel, ob er nicht mit Rücksicht auf seine Familie die falsche Entscheidung getroffen hatte. Die Trennung von meiner Frau und den armen Kindern war für mich oft so, als risse man mir das Fleisch von den Knochen. Nicht nur, weil ich sie dieses große Geschenk zu sehr liebe, sondern auch, weil ich oft daran denken muss, wie sehr meine arme Familie unter den Nöten, dem Elend und den Sorgen leiden muss, wenn wir getrennt sind. Besonders aber dachte ich an mein armes blindes Kind, das mir mehr als alles andere am Herzen lag. Oh, wenn ich an das ganze Elend denke, das meinem blinden Kind zustossen kann, dann zerreißt es mir das Herz.“

John Bunyan war also alles andere als ein harter Typ, der einfach sagt: „Für Christus werde ich leiden, alles andere ist egal.“ Obwohl er angefochten und angegriffen wurde, nahm er den Schild des Glaubens. Er war ein angefochtener Mann, der den Angriffen des Feindes ausgesetzt war. Nachdem ihm der Mund verboten wurde, bekam er Nöte und Zweifel, ob es nicht richtig wäre, zu seiner Familie zu gehen. Er hätte doch nur aufhören müssen zu predigen.

Von außen könnte man meinen, der Feind habe gesiegt. Das ist eigentlich die These, die ich hier unterstützen möchte: Selbst wenn es so aussieht, als würde der Feind siegen, wird Gottes Ehre immer siegen.

Die meisten von euch kennen die Bücher von John Bunyan, vor allem „Die Pilgerreise“. Dieses Buch hat seit Jahrhunderten Gläubige erbaut, bis heute. John Bunyan lebte im 17. Jahrhundert, und bis heute segnet dieses Buch Menschen und formt sie.

Diese Bücher konnte er während seiner Zeit im Gefängnis schreiben. Er nutzte diese Zeit für Frucht, die bis heute zum Segen für andere ist. So bestätigt sich, dass am Ende Christus der Sieger ist, auch wenn es manchmal so scheint, als würden die Wände wackeln. Christus ist am Ende der Sieger.

Praktische Beispiele für geistliche Angriffe im Alltag

Und nun ist das natürlich ein sehr extremes Beispiel aus Jambanien. Dort, wo Satan versucht, Gottes Diener zum Schweigen zu bringen, sehen wir regelmäßig dieselbe Masche. Das hat ja schon bei den Aposteln angefangen: Paulus, der im Gefängnis war, oder Johannes, den man nach Patmos gebracht hat. Es zieht sich bis heute durch, besonders in fernen Ländern.

Aber es gibt noch viele andere, feinere Arten von Angriffen. Diese wollen wir uns beim nächsten Mal detaillierter anschauen. Ich möchte einfach nur ein paar Beispiele in den Raum stellen.

Wie ist es mit Entmutigungen? Kennst du das Gefühl, entmutigt zu sein? Das sind diese feinen Angriffe, wenn du abends im Bett liegst. Kennst du es, wenn dir eingeflüstert wird, dass du zu unwürdig für diese Sache bist – und du glaubst es, weil du im Grunde ja auch Recht geben musst? Wenn dein Blick weg ist von Christus und du aufhörst, Dinge zu tun, die du eigentlich tun solltest?

Was ist, wenn der Teufel dir die ganze Zeit vor Augen malt, was du nicht hast? Kennst du das? Was ist, wenn er dir ständig vor Augen führt, dass du keinen Partner hast oder irgendetwas anderes, das Gott dir vorenthält? Er macht es so präsent in deinem Leben, dass du dich nur noch auf diese eine Sache fokussierst. Du denkst, du wirst nur glücklich, wenn du das hast – und deine Freude an Christus geht verloren.

Kennt ihr solche Angriffe? Kennst du es, wenn du schlechte Gedanken über deine Geschwister hast, obwohl wir uns doch in Liebe einander ertragen sollen, in Langmut und Ausdauer?

Wisst ihr, das Angriffsfeld ist so groß, in dem wir stehen. Deshalb ist es – und ich möchte keine Werbung für meine nächste Predigt machen – aber deswegen ist es so notwendig, dass wir die nächste Predigt nutzen, um genau zu schauen: Wie können wir stark werden in der Macht Gottes? Wie können wir diesen Angriffen widerstehen? Wie können wir stark werden?

Und ich möchte, dass wir gemeinsam beten. Ich möchte gern zwei, drei Leute dazu ermutigen, und ich würde die Gebetsgemeinschaft abschließen. Amen.