
Offenbarung 4,1-5,1409.03.2014
Serie•Teil 10 / 40Die Offenbarung des Johannes
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Einführung in den himmlischen Blick
Wir stehen in Offenbarung 4. Letztes Mal haben wir so eine Bestandesaufnahme gemacht von diesem ersten Besuch im Himmel, den wir in der Offenbarung beschrieben finden.
Wir lesen noch einmal das ganze Kapitel und versuchen dann, tiefer in die Botschaft dieses Kapitels einzudringen. Danach wollen wir auch gleich weitergehen zu Kapitel 5, weil diese zwei Kapitel ganz direkt zusammenhängen und eine Einheit bilden.
Wer liest Kapitel 4 zunächst vor?
Nach diesem schaute ich, und siehe, eine Tür war geöffnet im Himmel. Und die erste Stimme, die ich gleich einer Posaune mit mir reden gehört hatte, sprach: Komm hier herauf, und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.
Und sogleich war ich im Geist. Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer. Und der darauf saß, war in seinem Aussehen einem Jaspis und einem Sardisstein gleich. Und ein Regenbogen war rings um den Thron, der in seinem Aussehen einem Smaragd gleich war.
Und rings um den Thron waren vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen, die mit weißen Kleidern bekleidet waren und auf ihren Häuptern goldene Kronen hatten.
Und von dem Thron gingen Blitze und Donner und Stimmen aus. Und sieben Feuerfackeln brannten vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind.
Und vor dem Thron war ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte des Thrones und rings um den Thron waren vier lebendige Wesen voller Augen vorn und hinten.
Das erste lebendige Wesen glich einem Löwen, das zweite lebendige Wesen glich einem jungen Stier, das dritte lebendige Wesen hatte ein Angesicht wie ein Mensch, und das vierte lebendige Wesen glich einem fliegenden Adler.
Und jedes einzelne von den vier lebendigen Wesen hatte sechs Flügel. Ringsherum und inwendig waren sie voller Augen, und unaufhörlich rufen sie bei Tag und bei Nacht: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt.
Und jedes Mal, wenn die lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Dank darbringen dem, der auf dem Thron sitzt, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, so fallen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron sitzt, und beten den an, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und sie werfen ihre Kronen vor dem Thron nieder und sprechen: Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht, denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen.
Herr Präsident!
Der Thron im Himmel und die Versammlung des Gottesvolkes
Wir haben gesehen, dass Johannes in Kapitel 4, Vers 1 in den Himmel entrückt wurde. Er wurde gerade ins Zentrum der himmlischen Herrlichkeit entrückt, haben wir letztes Mal gesehen. Die Bibel spricht nämlich in Hebräer 11 über das himmlische Vaterland, dann auch über das himmlische Jerusalem, die himmlische Stadt. Und weiter haben wir gesehen: Offenbarung 11,19 spricht von dem Tempel Gottes im Himmel. Johannes wurde also direkt in den Tempel Gottes im Himmel entrückt, und zwar ins Zentrum des Tempels, ins Allerheiligste, wo der Thron Gottes steht. Er sah die himmlische Bundeslade, Gott auf dem Thron.
Dann haben wir weiter gesehen: Er sah 24 Throne rings um den Thron Gottes. Und da haben wir letztes Mal gesehen, das sind Priesterkönige. Sie haben goldene Kronen und weisse Priestergewänder, 24 Älteste. Sie entsprechen den Häuptern der 24 Priesterklassen. David hat die ganze Priesterschaft im Alten Testament eingeteilt nach 1. Chronik 24 in 24 Klassen. Immer eine Klasse hatte pro Woche Dienst im Tempel, das zweimal im Jahr. Aber wir haben gesehen: Bei den grossen Festen Passa, Laubhütten und auch zuvor noch Pfingsten, da mussten alle 24 Klassen antreten zum Dienst in Jerusalem. Darum wusste man immer, wenn man die 24 Ältesten zusammensah, dann wusste man: Das ganze Volk Gottes ist versammelt.
Johannes wurde in den Himmel entrückt, er sieht die 24 Ältesten, und damit ist klar: Das ganze Volk Gottes ist im Himmel beieinander. Und wir haben gesehen, dass die Gemeinde eben ganz speziell in der Offenbarung beschrieben wird als ein Volk von Priestern und Königen. Wir können das kurz repetieren vom letzten Mal. Kapitel 1, Vers 5b, liest uns das jemand vor, bitte.
Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern, seinem Gott und Vater, ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Ja, also Johannes schreibt ja hier ab Vers 4 an die Gemeinden in Asien. Und dann sagt er diesen Gemeinden: Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat, uns eben zu einem Königtum, zu Priestern gemacht hat. Das macht klar, dass die Gemeinde ein Volk ist von Königen und Priestern.
Und natürlich sind uns schon viele vorausgegangen in die himmlische Herrlichkeit durch den Tod hindurch in den vergangenen zweitausend Jahren, aber es sind auch nicht alle da. Und nun, nach den Kapiteln Offenbarung 2 und 3 über die Sendschreiben, und da haben wir gesehen, das stellt die ganze Kirchengeschichte der letzten zweitausend Jahre dar, gleich danach, Kapitel 4, Vers 1, wird Johannes in den Himmel entrückt, und er sieht die vierundzwanzig Ältesten. Das heisst: Das ganze Volk ist da. Das macht klar, dass effektiv diese Entdrückung von Johannes, Kapitel 4, Vers 1, symbolisch hinweist auf die Entdrückung der Gemeinde. Und das ist auch die ganz typische Sprache der Offenbarung. Wenn wir kurz nochmals nachlesen, Kapitel 1, Verse 1 und 2:
Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss. Und indem er sie durch seinen Engel sandte, hat er sie seinem Knecht Johannes kundgetan, der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat, alles, was er sah.
Jawohl, und jetzt muss man gut beachten: Wenn es hier heisst, im Zusammenhang mit der Offenbarung, er hat sie seinem Knecht Johannes gezeigt, die alte Elberfelder hat da eine gute Fussnote: „eigentlich bezeichnend, durch Zeichen kundgetan“. Also hat sie gezeigt, hat es einem Knecht Johannes gezeigt, das bedeutet ganz wörtlich: „durch Zeichen mitteilen“. Und so ist die Offenbarung ein Buch, das ganz wesentliche Dinge eben durch Zeichen mitteilt. Und so ist eben diese Entdrückung von Johannes ein zeichenhafter Hinweis auf die Entdrückung der Gemeinde. Und die 24 Ältesten, diese Priesterkönige, sie stellen das ganze Volk Gottes dar, entrückt im Himmel.
Und die Konsequenz ist natürlich enorm im Zusammenhang mit dem Verständnis der Offenbarung. Die Gemeinde ist also in Kapitel 4 bereits im Himmel, die Kirchengeschichte vorbei. Aber die Gerichte über diese Erde, die grosse Drangsalzeit, das kommt alles danach. Wir werden gleich sehen: Die Gerichte beginnen dann in Kapitel 6, dass Jesus Christus im Himmel das Buch mit den sieben Siegeln, das Buch der Gerichte, öffnet, ein Siegel um das andere. Die Konsequenz ist: Die Gemeinde geht nach Hause in die Herrlichkeit des Himmels, noch bevor diese Gerichte toben werden auf der Erde.
Das überrascht uns eigentlich nicht, denn wir hatten bereits im Sendschreiben an Philadelphia diese Verheissung gefunden. Wenn uns nochmals jemand Kapitel 3, Vers 10 und 11 vorliest.
Also der Herr verheisst: „Ich werde dich bewahren vor der Stunde der Versuchung“, nicht in der Stunde der Versuchung, sondern vor der Stunde der Versuchung. Und die Stunde der Versuchung beginnt eigentlich noch vor der grossen Drangsal. Die Stunde der Versuchung beginnt mit dem Kommen des Antichristen, dem grössten Verführer aller Zeiten, und der erscheint erst in Kapitel 6, Vers 1. Können wir das mal vorwegnehmen, liest uns jemand Kapitel 6, Vers 1, das erste Gerichtssiegel.
Und ich sah, als das Lamm eines von den sieben Siegeln öffnete, und hörte eines von den vier lebendigen Wesen mit einer Donnerstimme sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein weisses Pferd, und der, der darauf sass, hatte einen Bogen, und ihm wurde ein Siegeskranz gegeben, und er zog aus, siegend und um zu siegen.
Jawohl, gerade vor kurzem habe ich eine E-Mail bekommen, da hat jemand gefragt: Ist dieser Reiter auf dem weissen Pferd mit dem Bogen da, und er trägt auch eine Krone, ist das Jesus Christus? Wie kommt die Idee, das könnte Jesus Christus sein? Weil das Kommen von Jesus Christus als Richter der Welt am Ende der grossen Drangsalzeit in Kapitel 19 so beschrieben wird. Wir schlagen auf, Kapitel 19, Vers 11:
Und siehe, ein weisses Pferd, und der darauf sass, heisst der Treue und der Wahrhaftige, und in Gerechtigkeit richtet und kämpft er. Seine Augen aber sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen, und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst. Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heisst das Wort Gottes. Die Heere im Himmel folgten ihm nach auf weissen Pferden, und sie waren bekleidet mit weisser und reiner Leinwand.
Ja, also es geht hier um Jesus Christus. Hier ist das Wort Gottes. In Vers 16 wird er zusätzlich genannt: „König der Könige und Herr der Herren“. Er kommt auf einem weissen Pferd, und er ist als König gekrönt. Auf seinem Haupt trägt er viele Diademe, sagt Vers 12. Und er ist ein erfolgreicher Krieger. Also sehr viele Parallelen. Aber es wurde bereits sofort reagiert in Kapitel 6, Vers 1 und 2: Das ist nicht Jesus Christus, sondern der Antichrist.
Anti heisst übrigens im Griechischen „gegen“ oder auch „anstelle von“. Der Antichrist ist nicht nur der, der sich gegen Jesus Christus stellen wird als sein Todfeind, sondern er wird sich auch an die Stelle von Jesus Christus setzen und sagen, er sei der verheissene Messias, der verheissene Erlöser. Und wir sehen: Sein Kommen mit dem ersten Siegelgericht der Offenbarung ist ein Gericht Gottes. Gott sendet diesen Mann als Gericht für eine Welt, die das Evangelium zuvor abgelehnt hat. Wie es auch in 2. Thessalonicher 2 heisst:
Deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, damit sie alle der Lüge glauben, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht annahmen, dass sie errettet würden.
2. Thessalonicher 2
So wird also der Antichrist diese Stunde der Versuchung eröffnen. Aber der Herr sagte in Kapitel 3, Vers 10: „Ich werde dich bewahren vor der Stunde der Versuchung.“ Und darum muss die Gemeinde vorher noch gehen. Natürlich macht Kapitel 4 das deutlich: Die Gemeinde geht in den Himmel, und dann ist das ganze Volk Gottes beieinander, die 24 Ältesten repräsentieren die Entdrückten, alle. Und der Herr sagt ja in Offenbarung 3, Vers 10, dann noch in Vers 11: „Ich komme bald, halte fest, was du hast, damit niemand deine Krone nehme.“ Das ist die Wiederkunft Christi zur Entdrückung der Gemeinde. So wie Johannes entrückt wurde in Kapitel 4, Vers 1, wird die Gemeinde entrückt in die himmlische Herrlichkeit.
Und das müssen wir jetzt eben unterscheiden von den Leuten in Kapitel 7, die da beschrieben werden. Die werden durch die Drangsal gehen. Liest jemand ganz kurz aus Kapitel 7, Vers 3, am Schluss 3 und 4, dass wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirn versiegelt haben?
Ich hörte die Zahl der Versiegelten, 144 Versiegelte aus jedem Stamm der Söhne Israels.
Jawohl, diese 144 Versiegelten aus Israel, die werden da in Kapitel 7, 1 bis 8 beschrieben, gerade im Anschluss an die Beschreibung der ersten Siegelgerichte, der ersten sechs Siegelgerichte. Und noch bevor das achte kommt, das übrigens in Kapitel 8 das siebte kommt, das dann die grosse Drangsal eröffnet. Und da wird also beschrieben, dass aus Israel ein Überrest, ein gläubiger Überrest, aufstehen wird, den Gott versiegeln wird. Und dieser Überrest wird durch die Drangsal hindurchgehen, aber nicht allein. In Kapitel 7, Vers 9 lesen wir noch etwas. Wer liest das vor?
Nach diesem sah ich, und siehe, eine grosse Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, und sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weissen Gewändern und Palmenzweigen in ihren Händen.
Jawohl, und dann wird gefragt, wer diese sind. Ein Ältester stellt dem Apostel Johannes die Frage, wer sie sind und woher sie gekommen sind, Vers 13. Die Antwort erfolgt dann in Vers 14:
Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weisst es. Und er sprach zu mir: Dies sind die, die aus der grossen Drangsal kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und haben sie weiss gemacht in dem Blut des Lammes.
Ja, also da sieht er einen Überrest aus allen Völkern der Welt, der sich bekehren wird nach der Entrückung der Gemeinde, der aber dann durch die grosse Drangsal hindurchgehen wird. Das sind alles Menschen, die eben nicht zuvor das Evangelium gehört haben. Wir haben gesehen, 2. Thessalonicher 2 ist da sehr klar: Deshalb sendet Gott ihnen eine wirksame Kraft des Irrwahns, damit sie der Lüge glauben. Und jetzt kommt die Begründung: weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht annahmen, dass sie gerettet würden.
Also die Menschen, die das Evangelium gehört haben, aber sich nicht bekehrt haben, die werden nach der Entdrückung keine Möglichkeit mehr haben, sondern werden unter das Gericht des ersten Siegels fallen, wenn der Antichrist kommt mit seiner totalen Verführung. Aber das ist ein Problem, wenn wir an Weltmission denken. Obwohl alle Nationen heute erreicht sind, sind schätzungsweise mindestens zwei Milliarden Menschen noch gar nie mit der Frohen Botschaft erreicht worden, und noch mehr haben es nie klar gehört. Diese Menschen werden immer noch eine Möglichkeit haben, aber sie gehören dann nicht zur Gemeinde.
Die Gemeinde umfasst nur die Gläubigen von Pfingsten, Apostelgeschichte 2, bis zur Entdrückung. Und in der Gemeinde gilt ein Grundsatz, der im Alten Testament nicht da war. Galater 3 sagt: Da ist nicht Jude noch Grieche, ihr seid einer in Christus. Es spielt keine Rolle, ob jemand eine jüdische Grossmutter hat oder nicht. Allein mit der Tatsache einer jüdischen Grossmutter kriegt man in Israel sofort den Pass und wird israelischer Staatsbürger, das reicht. Aber eben in der Gemeinde spielt das überhaupt keine Rolle. Da sind nicht Jude noch Grieche. Diese Unterscheidung zwischen Israel und den Heidenvölkern ist in der Gemeinde aufgehoben worden. Die Zwischenwand der Umzäunung, die früher getrennt hat, ist aufgehoben, sagt Epheser 2. Aber nach der Entdrückung wird das wieder anders sein. Israel, nur auf die Wartebank gestellt nach Römer 9 bis 11, nicht verworfen, wird wieder den Platz des Zeugnisses übernehmen. Und das beginnt mit diesen 144 Versiegelten aus allen zwölf Stämmen Israels. Und aus den anderen Völkern wird sich eine unzählbare Schar bekehren, die geht durch die Drangsal hindurch. Aber Kapitel 7 macht einen deutlichen Unterschied zwischen Israel und den Völkern. Das, was eben in der Gemeinde aufgehoben ist, wird dann wieder gelten.
Darum ist es so wichtig, wenn man die Offenbarung liest: Man muss die verschiedenen Menschengruppen unterscheiden. Wer sind die 24 Ältesten im Himmel? Das sind die Entdrückten. Wer sind die Versiegelten in Kapitel 7? Das ist der Überrest aus Israel. Wer ist die unzählbare Schar, die durch die Drangsal geht? Das ist der Überrest aus den Völkern nach der Entdrückung der Gemeinde. Und so geht alles auf. Und wenn man eben die Entdrückung anders ansetzt und in die Drangsal versetzt, gibt es ein totales Chaos. Die Prophetie geht nicht auf. Es ist wie ein Puzzle, wo man da mit Gewalt versucht, irgendwelche Teilchen reinzudrücken, aber die passen nicht rein. Aber so geht das schön auf.
Also, jetzt gehen wir aber weiter in Kapitel 4. Wir haben gesehen: der Thron Gottes, dann die 24 Ältesten auf Thronen rund um den Thron, im Allerheiligsten des Himmels. Und dann haben wir gesehen sieben Feuerfackeln. Wo? Ich meine jetzt in Kapitel 4, wo haben wir diese sieben Fackeln im Himmel erwähnt? Jerry?
Offenbar in Kapitel 4, Vers 5.
Ja genau, Vers 5. Liest du gerade vor?
Und sieben Feuerfackeln brannten vor dem Thron, und die sieben Geister Gottes sind.
Jawohl, was sind diese sieben Feuerfackeln? Das haben wir letztes Mal bereits besprochen. Das ist der siebenarmige Leuchter im Himmel. Vor dem Thron, das heisst also vor dem Allerheiligsten, im Heiligen sieht er diesen Leuchter mit den sieben Flammen, und es wird auch gleich erklärt, was diese Flammen bedeuten, nämlich die sieben Geister Gottes.
Jawohl, und da haben wir zunächst ein Problem, denn in Epheser 4 heisst es: Da ist ein Gott und Vater, ein Herr Jesus Christus, und es wird auch gesagt: Da ist ein Geist. Und jetzt lesen wir hier von den sieben Geistern Gottes. Wer erklärt uns das? Jesaja 11, Vers 1. Worum geht es dort? Schlagen wir mal auf Jesaja 11, Vers 1. Hier wird der Messias angekündigt, und es wird von ihm gesagt, dass der Heilige Geist auf ihm ruhen wird. Messias heisst der Gesalbte, der, der mit dem Heiligen Geist gesalbt ist. Und jetzt lies mal, Jerry, Jesaja 11,1-2.
Und ein Reis wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und ein Schössling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen. Und auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.
Ja, also der Heilige Geist wird hier mit sieben Namen bezeichnet. Zunächst mit dem wohl bekanntesten Namen: Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn. Und gleich darauf werden immer zwei Namen angefügt und durch „und“ verbunden. Auch im hebräischen Text ist das so: Der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.
Hier wird dichterisch genau der Aufbau des siebenarmigen Leuchters vorgestellt. Der besteht ja aus einem Hauptleuchter in der Mitte: Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn. Und man bedenke, die Feuerfackeln, die wir hier sehen, sind von einer Lampe mit Olivenöl. Das Öl ist in der Bibel immer wieder ein Bild des Heiligen Geistes. Könige und Priester wurden gesalbt durch Olivenöl, und so spricht das von der Salbung mit dem Heiligen Geist. Aber dann kommt eben aus diesem zentralen Leuchter immer zwei Arme heraus, und die werden hier sprachlich mit den Namen verbunden mit „und“ ausgedrückt: Der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Und damit wird eben erklärt: Die sieben Geister Gottes, das ist eine Bezeichnung des einen Heiligen Geistes in seiner vollkommenen Vielfalt von Wirkungen.
Und so spricht also dieser Leuchter im Heiligen von dem Heiligen Geist, der uns Gläubigen schon jetzt in dieser Zeit das himmlische Licht vermittelt, damit wir uns orientieren können. Wenn wir uns entscheiden müssen und wir merken, wir haben keine Weisheit in uns, aber der Geist Gottes ist der Geist, der uns Rat gibt, Kraft gibt, uns richtig zu entscheiden, in der Ehrfurcht vor Gott. Er ist ja auch der Geist der Furcht, nicht Frucht, sondern Furcht des Herrn. Ein kleiner Unterschied, ja. Und so sehen wir: Die Gemeinde entrückt im Himmel, und dann wird erwähnt diese sieben Feuerfackeln, und die erinnern daran, wie die Gläubigen schon auf Erden eben durch den Heiligen Geist gestärkt worden sind, Kraft bekommen haben, sich zu orientieren, Weisheit bekommen haben, um richtig zu handeln, das Wort Gottes zu verstehen usw.
Wir haben noch einen weiteren Tempelschatz gefunden im Himmel, letztes Mal: das Meer in Vers 6. Wer liest nochmals? Wir haben letztes Mal schon erklärt, also nur als Zusammenfassung für die, die nicht da waren: Der Ausdruck „das Meer“ ist im Alten Testament die Bezeichnung für das riesige Waschbecken vor dem Salomonstempel. Man schlage für sich nach 1. Könige 7,23, weil das hebräische „Yam“ bedeutet Meer oder auch Sammelbecken. Das ist in dem Wort enthalten. Das war vor dem eigentlichen Tempelhaus draussen, und die Priester benutzten das jeweils wozu? Zum Waschen, und zwar was waschen? Nur Hände und Füsse, also nicht zum Baden, dafür waren die Ritualbäder. Aber Hände und Füsse mussten gewaschen werden, bevor Priester in das Heilige des Tempelhauses hineingehen durften.
Aus welchem Material war das Waschbecken? Bronze, also eine Legierung mit Kupfer. Schon in der Stiftshütte gab es eben ein solches Waschbecken, einfach kleiner, vor der Stiftshütte, wo die Priester sich waschen mussten. Auch das war aus Bronze, eben Kupfer in einer Legierung. Und hier: Das Material wie angegeben? Gläsern. Alle einverstanden? Das himmlische Waschbecken ist aus Glas. Wie? Ja, gleich Kristall. Und auch was das Glas anbetrifft, heisst es: „wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall“. Aber es wird nicht gesagt, das ist das Material.
Nun, die Erklärung ist die: Mose stellt ja schon damals bei der Stiftshütte das Waschbecken her, aus Kupfer, wie wir gesehen haben. Aber woher hat er das Kupfer für dieses Tempelgerät? Aus den Spiegeln der Frauen, und die waren nicht aus Glas, sondern die antiken Spiegel waren polierte Bronzespiegel, also Bronze, ganz fein schön gearbeitet, so dass man sich darin spiegeln konnte. Und die Frauen damals, die da bereit waren, die Stiftshütte zu unterstützen, die waren bereit, auf einen Aspekt der täglichen Hygiene zu verzichten, für das Heiligtum. Interessant, nicht wahr? Und so wurde also das hergestellt aus den Spiegeln.
Jetzt müssen wir uns vorstellen: Das himmlische Waschbecken ist so perfekt, dass eben diese Bronze so gearbeitet ist, dass man sich perfekt spiegeln kann. Und darum heisst es: wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Im Altertum hatte man ja nicht diese gleichen Gläser wie wir heute. Sie waren so halb durchsichtig. Man muss mal im Museum, sagen wir Römerzeit, mal schauen, was die hingekriegt haben. Wir sind so gewohnt an voll durchsichtige Gläser, aber das brauchte schon noch mehr Entwicklung in der Technik. Im Altertum eben noch nicht. Aber wenn es darum ging, etwas Durchsichtiges als Vergleich herbeizuziehen, war natürlich der Bergkristall ideal, und zwar eben in seiner schönsten Ausprägung ist er dann völlig durchsichtig. Darum gleich Kristall. Also ein perfektes Waschbecken.
Und wovon spricht das jetzt in der geistlichen Bedeutung? Reinigung. Das heisst, die Bibel wird ja verglichen mit einem Spiegel, Jakobus 1. Es ist so: Wenn wir die Bibel lesen, dann erkennen wir unseren eigenen Zustand. Die Bibel ist wie ein Spiegel, und das soll uns dazu bringen, nicht dass wir aufhören, die Bibel zu lesen, weil wir uns so oft kritisiert und korrigiert fühlen, sondern dass wir die Dinge korrigieren, in Ordnung bringen. Also das Wort Gottes will uns eben dazu bringen, dass wir nicht nur sehen, wo wir stehen, sondern dass wir dann nach 1. Johannes 1,9 auch unsere Sünden Gott bekennen, und dann dürfen wir ja wissen: So ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.
Darum war dieses Waschbecken gleichzeitig eben der Ort, wo man mit Wasser Hände und Füsse reinigen konnte. Die Hände sprechen von dem, was wir tun, unseren Taten. Und die Füsse sprechen davon, wo wir hingehen. Und es gibt Orte, da sollten wir nie hingehen. Und es gibt Dinge, die sollten wir nie tun. Aber eben, es gibt die Möglichkeit für den Gläubigen glücklicherweise, dass wir eben erkennen, durch den Spiegel des Wortes Gottes: Das war nicht richtig. Und dann müssen wir das Gott bekennen, die Vergebung in Anspruch nehmen, und so erweist sich die Bibel als ein Waschbecken.
Und jetzt müssen wir uns vorstellen: Die 24 Ältesten im Himmel, alle Erlösten sind am Ziel. Aber dann sehen wir dieses Waschbecken, und dann können wir zurückdenken: Oh ja, wie war das? Das war so wichtig. Wenn wir das nicht gehabt hätten, diese Möglichkeit immer von erneuter Reinigung, wir wären ja nie ans Ziel gekommen, und wir wären schon längst weg vom Fenster gewesen, wie man so sagt. Aber das erinnert an die Treue Gottes, die geholfen hat, den Weg zu gehen bis ans Ziel. Darum wird dieses Waschbecken hier erwähnt, dieses perfekte Waschbecken.
Was finden wir noch mehr von himmlischen Details? Vier lebendige Wesen. Das haben wir auch schon erklärt letztes Mal. Was ist das? Jawohl, in Hesekiel 1 und Hesekiel 10 wird klargemacht, dass diese vier lebendigen Wesen mit den verschiedenen Gesichtern, also tragen wir kurz zusammen: Welche Gesichter werden da gesehen? Löwe, Stier oder Kalb, Adler und Mensch. Genau. So werden die Cherubim auch in Hesekiel 1 beschrieben.
Nun ist es so: Im Salomonstempel, da war ja die Stiftshütte, im Salomonstempel und auch in der Stiftshütte war die Bundeslade. Der eigentliche Kasten der Bundeslade wird beschrieben als der Fuss schemel Gottes, Klagelieder 2. Und von Gott heisst es, dass er im Tempel thronte zwischen den Cherubim. Jetzt war es ja so: Der Deckel der Bundeslade war aus Feingold, ein Stück mit zwei Cherubim, die den Deckel überschatteten. Und zwischen den Cherubim strahlte Gott hervor, sagt Psalm 80. Also wenn der Hohepriester am Jom Kippur einmal im Jahr ins Allerheiligste hineinging, das war ein dunkler Raum ohne Fenster, das war nicht dunkel, sondern in der Stiftshütte und im Salomonstempel, später im zweiten Tempel nicht mehr, aber in der Stiftshütte im Salomonstempel sah er ein Licht hervorstrahlen zwischen den Cherubim. Da thronte Gott über den Cherubim.
Da haben wir erst mit der Bundeslade zwei Cherubim. Es gab es aber im Salomonstempel noch zwei zusätzliche. Die Beschreibung des Salomonstempels in 2. Chronik und 1. Könige macht klar, dass Salomo noch zwei weitere Cherubim bildete aus Olivenholz, überzogen mit Gold. Und so gab es im Salomonstempel vier Cherubim. Und diese vier Cherubim waren ein Hinweis, ein symbolischer Hinweis auf diese vier wirklichen Cherubim, die im Himmel rund um den Thron Gottes her sind.
Cherubim, haben wir letztes Mal schon gesehen, sind Engel, die die Gerechtigkeit Gottes vertreten. Denn als Adam und Eva gesündigt hatten, wurden sie aus dem Paradies, aus der Gemeinschaft Gottes hinausgetan, und der Weg zum Baum des Lebens wurde versperrt durch Cherubim mit dem flammenden, kreisenden Schwert. Und so sehen wir also: Diese Cherubim verteidigten Gottes Gerechtigkeit. Der Sünder hat kein Recht, zum Baum des Lebens zurückzukehren, an den Ort der Gemeinschaft mit Gott. Und so sind das Gerichtsengel, kann man sagen, die Gottes Gerechtigkeit fordern. Die übrigens zwei Cherubim, die ein Stück mit dem Deckel der Bundeslade darstellten, in 2. Mose 25 wird gesagt, dass ihre Gesichter so gearbeitet werden mussten, dass sie auf den Deckel schauten. Und was war gleich unter dem Deckel in der Bundeslade? Die Gesetzestafeln. Also das symbolisiert: Diese Cherubengel schauen auf die zehn Gebote, und die Cherubim wissen, dass die Menschen diese Gebote dauernd brechen. Sie fordern Gottes Gerechtigkeit. Es sind Engel der Gerechtigkeit, und hier um den Thron Gottes her.
Und es drückt eben jedes Gesicht symbolisch etwas von Gottes Wesen aus. Der Löwe: Was symbolisiert der Löwe? König. Das heisst also, all die Gerichte, die jetzt kommen werden über die Erde ab Kapitel 6, die weisen sich aus, dass sie königlich sind in ihrem Charakter. Gott erweist sich als Richter, aber als königlicher, majestätischer, herrlicher Richter.
Dann haben wir weiter Stier, übrigens in Hesekiel 1, wo auch gesagt wird, Stiergesicht. Es ist das hebräische Wort nicht „Tar“, sondern „Schor“. Es ist auch der Stier, aber der entmannte Stier. „Schor“ ist der Ochse. Nicht wahr, in 5. Mose 22, wo es heisst, du sollst dem Ochsen, der da drischt, das Maul nicht verbinden. Das ist auch „Schor“. Das ist also der kastrierte Stier. Warum kastriert man Stiere, wenn man sie zur Arbeit einsetzt? Wie? Dass sie sanfter sind. Sanfter und dass sie auch fügsam für die Arbeit sind. Stiere wollen nicht arbeiten, die wollen kämpfen und streiten. Es geht also um den Stier, der arbeitet, eben um den Ochsen, der ausdauernd ist. Den kann man einsetzen zum Dreschen, der geht da rundherum, wo ein Arbeiter längst sagen würde: Solche Arbeit mache ich nicht. Und so drückt der Ochse das Ausdauernde aus. Gottes Gerichte sind einerseits majestätisch, königlich, aber ausdauernd. Und wir werden sehen durch die Offenbarung, Kapitel 6, 7, 8, bis 19: Gott zieht das ganze Programm der Gerichte Gottes, das Verzeichnis ist im Buch der sieben Siegel, aus bis zum Schluss. Es wird nicht vorher irgendwie abgebrochen, ausdauernd durchgezogen.
Dann haben wir weiter Mensch. Wovon spricht das? Ja, wir kommen noch darauf zurück, jetzt aber im Zusammenhang mit dem Gericht. Ich möchte noch beim Gericht bleiben, wir kommen noch gleich auf die Gnade. Aber grundsätzlich, wenn wir ein Symbol bräuchten für Intelligenz, würden wir nicht unbedingt ein Affengesicht malen, oder? Oder auch nicht unbedingt das Gesicht einer Schildkröte. In der ägyptischen Religion ist allerdings der Paviangott der Gott der Weisheit, Thot. Komisch, also es ist nicht gerade Einsicht, dass man gerade einen Pavian für Intelligenz nehmen müsste, aber das ist schon das Menschengesicht. Ich meine, das ist das Wesen auf Erden mit der höchsten Intelligenz, das wir kennen. Und das kann man nicht bestreiten. Und so ist es das Symbol der Einsicht und Intelligenz, und das bedeutet: Alle Gerichte Gottes, wenn wir sie studieren, alles spricht von der Weisheit und Intelligenz und sogar Allwissenheit Gottes.
Und dann haben wir noch etwas: Der Adler. Das ist dieses Tier, das aufsteigt in die höchsten Höhen, nicht wahr. Wenn man Adler zum Beispiel in der Schweiz beobachtet, auf dreitausend Meter Höhe kreisen die da oben. Das ist echt imposant. Und so spricht der Adler eben von dem himmlischen, erhabenen, hohen Charakter Gottes im Gericht. Also es ist nicht nur königlich und ausdauernd und weise, sondern auch himmlisch und erhaben, wie Gott handelt.
Eben, diese vier Symbole sprechen nicht nur vom Gericht, sondern sie sprechen eigentlich auch von der Gnade. Wir haben nämlich vier Evangelien, und in jedem Evangelium wird der Herr Jesus anders dargestellt. Er, der vor zweitausend Jahren kam, nicht um die Menschen zu richten, er sagte selber: Ich bin nicht gekommen, das Gericht zu bringen, sondern er kam, um Gnade und Gnade zu geben. Und im Matthäusevangelium wird er ganz besonders beschrieben als König, und das entspricht dem Löwen. Aber im Markusevangelium wird er beschrieben als Knecht, und das ist genau der Kontrast zum König. Aber dort sehen wir seinen ausdauernden Dienst. Dieses Evangelium beginnt ohne Weihnachtsgeschichte und ohne königliches Geschlechtsregister. Es beginnt nach einer sehr kurzen Einleitung gleich mit dem Dienst des Herrn Jesus. Es ist das Evangelium, wo das Wort „und“ am dichtesten vorkommt im ganzen Neuen Testament. Ich habe das alles statistisch durchgesehen, wie dicht das kann man heute ja alles machen, wie Computer ja, wie dicht das Wort „und“ vorkommt. In keinem Bibelbuch im Neuen Testament kommt das Wort kai so häufig, so dicht vor wie im Markusevangelium. Ständig heisst es: und, und, und, und, und. Nicht wahr, ein oberflächlicher Denker würde sagen: Aber das ist nicht gut, der Stil. Haben wir in der Schule gelernt? Ja, das haben wir gelernt für deutschen Aufsatz. Aber wir lesen im Neuen Testament einen griechischen Text. Markus benutzt dauernd kai, um diesen ausdauernden Dienst des Herrn Jesus bis zum Schluss zu beschreiben.
Das Lukasevangelium betont speziell die Menschheit Christi, und darum wurde es auch von einem Arzt geschrieben, der wusste ganz genau, was bedeutet die Regelblutung bei der Frau, was bedeutet Kinder, ein Kind bekommen usw. Und ausgerechnet ein Arzt beschreibt ganz ausführlich die Jungfrauengeburt Christi, seine wahre Menschheit, und zwar ganz ausführlich wie kein anderes Evangelium. Und so haben wir also wie ein Mensch, das weist er auf das Lukasevangelium hin. Und im Johannesevangelium wird der Herr Jesus dargestellt als Gottes Sohn beziehungsweise Gott von Ewigkeit. Darum beginnt es mit: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Sehen wir, das ist genau der Kontrast zum Mensch. Lukas, der wahre Mensch. Johannes, wahrer Gott. Matthäus, König. Und Markus als Kontrast Knecht. Aber alles zeigt verschiedene Seiten des Herrn Jesus. Und so sehen wir also diese vier Cherubim, die sprechen einerseits auch von Gottes Wesen, das sich gezeigt hat, indem der Sohn Gottes Mensch wurde, ein wirklicher Mensch, um uns Gnade und Vergebung zu bringen durch seinen Opfertod am Kreuz. Aber die Offenbarung zeigt uns: Wenn der Mensch das ablehnt, dann bleibt nur noch das Gericht. Aber es ist derselbe Gott, der königlich und ausdauernd, weise und himmlisch erhaben handelt, sowohl in der Gnade als auch im Gericht.
Gut, jetzt haben wir doch einiges beieinander. Jetzt sollten wir aber noch etwas wissen: Wie wird Gott beschrieben in Kapitel 4? Ja, schliesst den Vers gerade vor, zwei und drei bitte.
Jawohl, also er sieht Gott im Himmel. Das ist eigentlich erstaunlich. Kann man Gott sehen? Lesen wir dazu 1. Timotheus 6,16.
Der allein Unsterblichkeit hat, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann, ihm sei Ehre und ewige Macht. Amen.
Hier wird Gott beschrieben in seiner absoluten Gottheit, und da steht: Den keiner der Menschen je gesehen hat noch sehen kann. Und er bewohnt ein unzugängliches Licht. Und jetzt sind wir da im Himmel, im Allerheiligsten, Johannes sieht Gott auf dem Thron. Wie sollen wir das erklären? Ja, es wird gesagt: Mose hat Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und mit ihm so geredet, 4. Mose 12, und trotzdem sagte Gott in 2. Mose 33, dass man ihn nicht sehen kann, denn kein Mensch kann ihm wirklich schauen und am Leben bleiben. Keiner kann Gott sehen und leben, genau. Und trotzdem sehen wir an verschiedenen Beispielen, wie Menschen Gott gesehen haben, auch Jesaja, Jesaja 6: Er sah den Herrn auf hohem und erhabenem Thron sitzen und Seraphim um ihn her, Engel mit sechs Flügeln, übrigens genau gleich wie hier. Diese Seraphim ist ein anderer Ausdruck für diese Thronengel, diese Cherubim. Seraph heisst Brandengel, ja, das sind also Engel, die Gottes feurige Heiligkeit zum Ausdruck bringen, und das ist ein anderer Ausdruck für Cherub. Also die Seraphim in Jesaja 6 und die sagen auch: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Und das ist genau das Gleiche, was wir hier gehabt haben, nämlich in Vers 8.
Liest jemand Vers 8?
Und die vier lebendigen Wesen hatten eines wie das andere je sechs Flügel und sind ringsum und inwendig voller Augen, und sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der war und der ist und der kommt.
Also, es ist eine ganz direkte Parallele zu Jesaja 6, was hier noch gesagt wird, dass diese Engel innen und aussen voller Augen waren. Das wird übrigens auch schon in Hesekiel 1 so beschrieben, und das drückt aus: Sie repräsentieren damit Gottes Allwissenheit, er sieht alles, er kennt alles. Wir müssen übrigens wissen: Gottes Allwissenheit bedeutet nicht nur, dass er von Ewigkeit alles wusste, was je kommen und geschehen würde. Darum konnte er uns auch in der Bibel die Prophetie in allen Details geben mit absoluter Präzision. Aber es bedeutet auch, dass Gott wusste, alles, was hätte geschehen können. Also nicht nur das, was geschehen würde, sondern auch das, was hätte geschehen können.
Wir sind ständig in Situationen, wo wir uns entscheiden müssen, und dann gehen wir diesen Weg. Aber wie wäre unser Leben herausgekommen, wenn wir den anderen Weg gegangen wären? Wir wissen es nicht, Gott weiss es. Und der Herr Jesus sagt ja in Matthäus 11, wenn diese Zeichen und Wunder, die er in Kapernaum und Chorazin gemacht hat, geschehen wären in Sodom und Gomorra oder in Tyrus und Sidon, die Menschen hätten Busse getan. Aber da in Kapernaum haben sie es nicht gemacht. Also er wusste, was geschehen wäre, wenn das und das gewesen wäre.
Wenn man sich mal jetzt überlegt, all die Kombinationsmöglichkeiten, die es gegeben hätte, wenn alles ein bisschen anders gekommen wäre, und nicht nur so, wie wir uns entschieden haben. Und wir hätten uns anders entscheiden können, sondern Gott hätte uns ja auch auf die Welt bringen können vor der Sintflut. Ja, aber er weiss auch, wie das herausgekommen wäre mit unserem Leben, wenn wir damals gelebt hätten vor der Sintflut. Und er hätte auch gewusst, wenn wir, anstatt in Zürich geboren zu werden, wie in meinem Fall, wenn ich in Bombay geboren worden wäre, aber sagen wir nicht 1958, sondern 1796, in einer Hindu-Familie geboren, Gott weiss es. Er weiss alles im Voraus, also alles auch, was gekommen wäre. Und er weiss auch alles: Er hat eine Welt erschaffen, und die Welt hat eine Weltgeschichte erlebt bis heute, nicht wahr? Aber Gott hätte auch eine ganz andere Welt schaffen können. Er hätte unendliche Möglichkeiten gehabt für eine andere Welt, ja? Aber in seiner Weisheit, Jesaja 55 sagt auch, dass seine Gedanken höher sind als unsere Gedanken und seine Wege höher als unsere Wege, so wie der Himmel höher ist als wir sind.
Und wenn wir denken, die weitest entfernten Galaxien, die man bisher gesehen hat, die liegen in einer Distanz von schätzungsweise 15 Milliarden, 13 Milliarden Lichtjahren, ja, also theoretisch für die Distanz müsste das Licht mit 300 Kilometern pro Sekunde 15 Milliarden Jahre unterwegs sein. Das war natürlich nicht so, aber Gott hat ja das Universum am Anfang auch mit dem Licht geschaffen, aber nur um zu zeigen, so erhaben sind Gottes Gedanken über uns. Und wenn der Mensch dann fragt, warum tut Gott das, warum lässt er das zu, wer sind wir kleinen Menschen? Gott hat ja eine ganz andere Welt schaffen können. Aber in seiner Weisheit hat er genau das geschaffen und hat genau das zugelassen, was er zugelassen hat. Er hätte auch alles verhindern können. Aber in seiner Weisheit hat er es so getan. Das ist Gottes Allwissenheit, und darauf weisen auch diese Augen hin, ringsum und inwendig volle Augen. Und die sagen dann nicht: Warum hast du das so gemacht? Sondern: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger. Das ist schon eindrücklich, das so zu sehen.
Gut, und jetzt nochmals die Frage: Wie kommt es, dass er Gott sieht? Es ist so, dass wir in Johannes 1,18 ein Geheimnis lesen.
Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoss ist, der hat ihn kundgemacht.
Jetzt wird auch hier neutestamentlich gesagt im Johannesevangelium nach dem Alten Testament: Niemand hat Gott jemals gesehen. Da könnte einer protestieren: Ja doch, Jesaja hat Gott gesehen, Jesaja 6, Mose hat Gott gesehen, 4. Mose 12. Ja, aber Gott in seiner absoluten Gottheit wurde noch nie von einem Geschöpf gesehen. Aber Gott konnte sich sichtbar machen, offenbaren, und das hat er getan durch seinen Sohn. Das geschah am vollkommensten, als der ewige Sohn Gottes Mensch wurde. Der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoss ist, der hat ihn kundgemacht. So wie Vers 14 davor sagt: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Aber der Herr Jesus ist eben auch schon zu alttestamentlichen Zeiten in der Gestalt gekommen wie ein Mensch. Und darum lesen wir schon vom Garten Eden, dass Gott wandelte in der Kühle des Tages im Garten. Er kam in einer Gestalt, die für Adam und Eva wahrnehmbar war. Wir sehen auch später, wie er mit zwei Engeln auf Besuch kam bei Abraham, 1. Mose 18. Und Abraham meinte, es waren drei Männer, die auf der Reise waren. Aber es waren zwei Engel, und der dritte war Gott selber. Also konnte Gott eine Gestalt annehmen, die erträglich war. Und wenn nun Johannes eben Gott sieht auf dem Thron, dann ist das der Sohn Gottes in dieser Erscheinungsform, wie das im Alten Testament schon war.
Kannst du es gleich vorlesen? Hebräer 1,1-3.
Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Welten gemacht hat, welcher die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens ist und alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt, nachdem er durch sich selbst die Reinigung von den Sünden bewirkt hat, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe.
Und du betonst speziell, dass er der Abdruck der Herrlichkeit ist und, nachdem er das Werk vollbracht hat, auch als Mensch sich gesetzt hat auf dem Thron.
Genau, und nicht nur der Abdruck seines Wesens, sondern du hast es sehr schön gelesen: die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit. Es gibt auch Übersetzungen, die haben: der Abglanz seiner Herrlichkeit. Das ist zu schwach. Apaugasma auf Griechisch heisst wirklich die Ausstrahlung der Herrlichkeit Gottes. Also Gottes Licht, Gott ist Licht, aber niemand hat Gott jemals gesehen, und dieses Licht offenbart er durch seinen Sohn. Gott teilt sich immer mit durch den Sohn, und darum sagt auch der Herr Jesus in Johannes 14,6: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch mich.
Also man kann nicht sagen: Ja, ich glaube an Gott, Gott ist für mich in Ordnung, aber nicht Jesus Christus. Das geht nicht. Wir können nur durch Jesus Christus zu Gott kommen. Es gibt keinen anderen Weg, weil Gott sich nur durch den Sohn offenbart. Und darum sagt auch der erste Johannesbrief: Wer den Sohn hat, hat auch den Vater. Aber nirgends steht gesagt: Wer den Vater hat, hat auch den Sohn. Das geht nicht. Denn Gott offenbart sich durch den Sohn, und wer den Sohn verwirft, hat den dreieinen Gott verworfen, und es geht nicht.
Also Johannes sieht den dreieinen Gott, aber geoffenbart im Sohn in dieser speziellen Erscheinung Gottes, wie das im Alten Testament war. Und diese Erscheinung wird verglichen mit einem Edelstein, hat Jerry gesagt. Und was für ein Edelstein? Jaspis und Sardis.
Bevor wir gleich Pause machen, da sollten wir das noch anfügen: Es ist ein Problem, wenn man das Thema Edelsteine in der Bibel studiert, aus dem Grund, gewisse Edelsteine haben ihren Namen beibehalten von der Antike bis heute. Zum Beispiel Smaragd, auch im Griechischen Smaragdos, ist ganz klar dieser grüne, funkelnde Edelstein. Aber es gibt andere Edelsteine, die haben die Namen geändert, und manchmal sind sie auch regional gleichzeitig unterschiedlich. So muss man aufpassen und nicht denken, wenn jetzt hier von Jaspis steht, dann ist dieser undurchsichtige Halbedelstein gemeint, der in verschiedenen Varietäten existiert, unter anderem zum Beispiel gelblich usw. Nein, es ist ein anderer. In Offenbarung 21, da kommen wir dann viel später dazu, da werden wir richtig Edelsteine studieren im Detail. Aber schon mal ein Vorgeschmack davon: Das himmlische Jerusalem wird beschrieben als die Herrlichkeit Gottes habend, Kapitel 21, und dann liest jemand Vers 11.
So, jetzt haben wir hier die Beschreibung. Der Jaspis ist kristallhell. Definitiv, der heutige, im Deutschen genannte Jaspis ist nicht so. Das muss also ein durchsichtiger Stein sein, der uns an Kristall erinnert, aber eben schon gar nicht ein Halbedelstein wie der heutige Jaspis, sondern hier steht Diamant. Schon ein Schritt zu weit, ja. Es heisst nämlich hier: ein sehr kostbarer Edelstein, und das ist der Diamant. Der Diamant ist wirklich der König aller Edelsteine, und damit wird Gott hier verglichen. Es gibt zudem kein Material auf Erden, das härter ist als Diamant. Mit Diamant kann man alles schleifen, aber mit Edelstahl kann man nicht Diamant schleifen. Es ist das härteste. Die Werkstoffe auf Erden werden ja eingeteilt in Härtegrade von 1 bis 10, und Diamant hat eben natürlich den Härtegrad 10. Und wie kann man dann Diamant schleifen? Nur mit Diamant.
Darum spricht der Diamant hier von dem Kostbarsten, was es gibt, und auch von dem Härtesten, das heisst, das, was letztlich durch nichts mehr beurteilt und bearbeitet werden kann. Und so ist das wirklich eine wunderbare bildliche Umschreibung der Herrlichkeit Gottes als der Gott, den wir nicht zur Rechenschaft ziehen können. Er sagt, was richtig ist, er sagt, was falsch ist. Wer ist der Mensch, der das Wort gegen ihn ergreift? Das ist wie wenn man mit Eisen Diamant schleifen wollte. Er ist die letzte Referenz, und vor ihm müssen wir uns beugen. Aber das ist das Wunderbare: Es ist nicht ein Kohlenstück. Kohle besteht ja aus Kohlenstoff, und Diamant, ja, chemisch ist es genau das Gleiche, aber durch diese wunderbare Gitterstruktur der C-Atome ergibt sich die Durchsichtigkeit und die Härte des Diamanten.
Und das ist wichtig, nicht wahr: Im Taoismus, wir kennen ja alle das Yin-und-Yang-Zeichen, so ein Kreis und darin Schwarz und Weiss ineinander geschlungen, und die Taoisten sagen, das Göttliche sei überall drin, in der Natur, und sie sagen, da ist auch das Gute und das Schlechte drin, Licht und Finsternis, und dann sagen sie auch weiblich und männlich und so weiter. Aber das ist genau der Punkt. Die Botschaft, die wir von ihm gehört haben, sagt 1. Johannes 1,5: dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm. Und so umschreibt eben dieser Diamant ganz herrlich Gottes Wesen. Er ist der Höchste, er steht über allem, kann durch niemanden beurteilt werden. Aber nicht wahr, könnte sich jemand vorstellen, wenn jetzt Gott ein böser Gott wäre. Aber es ist nicht so. Er ist vollkommen, und nur das Gute ist in ihm. Und das Böse ist Licht, das Böse ist nichts anderes als einfach das Neinsagen zu Gott, denn Finsternis ist ja eigentlich nichts. Was ist Finsternis? Abwesenheit von Licht. Licht ist etwas, ja, aber Finsternis ist gar nichts. Und darum: Die Finsternis, die ja Satan in diese Welt gebracht hatte, das war nicht eine neue Erfindung, sondern es war einfach das Rebellieren gegen den einen wahren Gott. Das bringt Finsternis, das Neinsagen zum Licht. Aber eben Gott ist vollkommen gerecht, das wird hier ausgedrückt. Und der Sardis, das kommt von einem Wort, das ist ja das griechische Wort, wie es im Grundtext steht. Sardis kommt von Sard, es heisst Rot, ist ein rötlicher Edelstein, der uns an das Blut erinnert. Dieser Gott, der über allem steht, wurde Mensch, damit er als Mensch für uns sterben konnte und sein Blut gab. Das wird hier auch ausgedrückt. So ist die Herrlichkeit Gottes im Himmel.
Ja, dann machen wir jetzt Pause und fahren dann weiter mit Kapitel 5. Wir sind noch stehen geblieben bei den Edelsteinen, Jaspis, Vers 3 beziehungsweise Diamant und Sardis. Zusätzlich wird gesagt in Vers 3: „Und ein Regenbogen war rings um den Thron, von Aussehen gleich einem Smaragd.“ Was bedeutet das? Warum sieht Johannes einen Regenbogen rings um den Thron?
Ja, der Noah-Bund wird in Erinnerung gerufen. In 1. Mose 9 hat Gott nach dem weltweiten Gericht über die Erde durch Wasser versprochen, dass er das nie mehr tun würde. Örtliche Überschwemmungen, Tsunamis, hat es immer wieder gegeben, aber keine weltweite Sintflut. Als Zeichen dieser Abmachung, dieses Bundes, hat Gott den Regenbogen eingesetzt. Da kommt es einem so komisch vor: Da war doch dieser Weltuntergangsfilm im Zusammenhang mit 2012 von einer Flut, die dann … ich habe nur den Trailer gesehen. So einen Unsinn schaue ich mir nicht an. Aber den Trailer habe ich wenigstens gesehen, wie die Wasser über die höchsten Berge der Welt kamen. Und Gott hat ganz klar in dem Noah-Bund gesagt: Nie mehr wird eine Sintflut die Erde überfluten. Und das wird hier gerade in diesem Buch des Gerichtes nochmals verdeutlicht: Gott steht zu seinen Zusagen. Was er verspricht, das hält er gewiss, darum der Regenbogen.
Und wir sehen da auch, wie ganz anders Gott ist als Allah im Islam. Ein Muslim würde nie sagen, Allah muss sich an all seine Zusagen halten, sondern er sagt: Nein, Allah ist so souverän, er kann auch alles umkehren, was er gesagt hat. Aber Gott, der Gott der Bibel, ist ganz anders. Er verpflichtet sich an sein Wort, und darum lesen wir auch im Titusbrief am Anfang, Titus 1, dass Gott nicht lügen kann. Er kann nicht lügen. Und Allah ist ein Gott, der lügen kann. Und darum erstaunt es nicht, dass dann solche, die an diesen Gott glauben, auch gerade mit dem Reden von Wahrheit oft so Mühe haben. Also sollte es bei uns aber gerade umgekehrt sein, so wie der Herr Jesus sagt: Euer Ja bedeutet Ja und euer Nein Nein. Und da brauchen wir auch kein Schwören, denn welche Leute schwören, das sind die Lügner. Ja, damit wollen sie sagen: Also jetzt in diesem Fall ist es eine totale Ausnahme, jetzt sage ich mal die Wahrheit.
Nun wird aber dieser Regenbogen beschrieben. Wie sieht der aus? Gleich einem Smaragd. Also es ist nicht so, dass der Regenbogen nur eine Farbe hätte, grün, wie der Smaragd, aber der Regenbogen in seiner Erscheinung erinnert an den Smaragd. Hierbei ist noch nützlich zu wissen: Auf Hebräisch heisst Smaragd in 2. Mose 28 Bareket, das kommt von Barak, Blitz. Bareket ist auf gut Deutsch der Blitzstein. Das drückt eben aus, wie er das Licht durch den Schliff so bricht und funkeln lässt wie Blitze. Und so ist diese Erscheinung des Regenbogens. Aber es hat doch eine besondere Bedeutung, dass gerade das Smaragd erwähnt wird mit dieser saftigen grünen Farbe, und das erinnert uns eben daran, dass Gott versprochen hat, diese Erde wieder ganz neu aufleben zu lassen im Tausendjährigen Reich, nicht wahr?
- Samuel, ganz am Ende seines Lebens beschreibt David die Wiederkunft Christi so schön. Wir sollten das aufschlagen: 2. Samuel 23, ich meine 23, das sind die letzten Worte Davids. Es spricht der Liebliche in den Gesängen Israels. Und da sagt er in Vers 4, liest uns das jemand vor:
Er spricht über Gott, den Herrscher unter den Menschen. Und er wird sein wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken, von ihrem Glanz nach dem Regen sprosst das Grün aus der Erde.
Jawohl, also hier wird der Herr Jesus beschrieben als die Sonne der Gerechtigkeit, so wie in Maleachi 3. Er kommt als die Sonne der Gerechtigkeit, wird die Herrschaft übernehmen, er wird sein wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, und dann das Tausendjährige Reich wird beschrieben als ein Morgen ohne Wolken. Das erlebt man ja nicht so oft. Man geht am Morgen aus dem Haus hinaus und sieht keine einzige Wolke, da ist ein Morgen ohne Wolken. Nachts hat es noch geregnet, aber dann sehen wir: Von ihrem Glanze nach dem Regen sprosst das Grün aus der Erde. Da denke ich dann so gerne, wenn man in den Tropen ist, nicht wahr, der tropische Regen runtergekommen und dann dieses saftige Grün, das ist das, was hier versprochen wird für diese Erde. Da brauchen wir nicht die Grünen. Das macht der Herr selbst, das hat er versprochen, dass es eine Wiederherstellung aller Dinge geben wird, wie das Apostelgeschichte 3 nennt, dass diese Schöpfung wirklich in einem Glanz nochmals erstrahlen wird im Tausendjährigen Reich, aber das ist dann erst, Offenbarung 20.
Aber bevor die Gerichte kommen über diese Erde und es zu einer schrecklichen Verwüstung der Erde noch kommen wird, auch durch diesen letzten Weltkrieg, aber hier wird das bereits versprochen: Die Gläubigen im Himmel, sie sehen Gott auf seinem Thron, und dieser Regenbogen erinnert daran, dieser Morgen ohne Wolken, wenn alles in Grün erstrahlt, das kommt noch.
Und noch etwas Wichtiges möchte ich noch hinzufügen, wenn wir da Gott auf dem Thron haben. Es ist sehr wichtig, daran zu denken: In der Offenbarung kommt das Wort Thron etwa vierzig Mal vor, in einer ganz enormen Dichte. Und es geht ja hier um den letzten Weltkrieg, es geht wirklich darum, wie diese ganze Erde noch ins Chaos versinken wird. Und wir spüren bereits heute die Vorboten dieses letzten Chaos. Wir merken, diese Welt wird immer mehr unregierbar, und auch die Grossen der Erde wissen gar nicht mehr, was sie tun sollen oder nicht tun sollen. Aber wir dürfen wissen: Selbst wenn wir dieses Chaos und auch diese Verrücktheit nicht wahr, da sind astronomische Schulden da, allein Deutschland zwei Billionen Schulden, und was macht man? Oh, die Ukraine hat so wenig Geld, ja, wir geben ihnen nochmals Milliarden, wenn sie gut, schön anständig sind und das machen, was wir von der EU aus sagen. Was? Man hat in einem Land der EU schon mal zwei Billionen Schulden, und dabei steht ja Deutschland am besten da. Das sind ja die, die noch etwas geben können, die anderen, was wollen die anderen?
Und natürlich, das hängt auch damit zusammen, dass man in Süddeutschland wusste, wie man arbeitet, und in Bayern. Da sind die, die arbeiten und die das Geld als echte Werte zusammengebracht haben. Aber eben, diese Verrücktheit, astronomische Schulden, dann geht man dort wieder und da, da braucht man auch noch was, und es ist chaotisch. Aber in diesem ganzen Chaos, wo alles schaukelt und man weiss, diese Blase wird grösser und grösser und es braucht nur eine Nadel und dann platzt der ganze Ballon, Gott ist immer noch auf dem Plan, wie es in seinem Lied heisst, und alles ist ihm untertan. Da ist der Thron Gottes, Gott auf dem Thron, er hat alles in seiner Hand. Und da im Himmel finden wir diese vollkommene Ruhe in der Herrlichkeit Gottes. Er hat alles in der Hand, es entgeht ihm gar nichts, und er wird seinen Plan durchführen nach seinen Versprechen, seinen Zusagen, alles hält er ein, was er versprochen hat. Das ist doch wunderbar.
Und jetzt kommen wir zu Kapitel 5 und denken daran: Diese Kapiteleinteilungen sind ja nicht ursprünglich, die sind später hinzugefügt worden, damit man sich besser orientieren kann im Bibeltext. Aber es hat auch eine Gefahr. Wir denken oft nur in Kapiteln: Kapitel 4, dann kommt Kapitel 5. Aber das ist immer noch die gleiche Begegnung im Himmel von Johannes. Es geht also direkt weiter! Also lesen wir vielleicht nochmals Verse 10 und 11 und Kapitel 4 und dann Kapitel 5 miteinander durch. Wer liest?
Du hast alle Dinge erschaffen, durch deines Willens Wehen waren sie und sind sie erschaffen worden. Und ich sah in der Rechten dessen, der auf dem Thron sass, ein Buch, innen und auf der Rückseite geschrieben, mit sieben Siegeln versiegelt. Und ich sah einen starken Engel, der mit lauter Stimme ausrief: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen? Und niemand im Himmel und auch nicht auf der Erde und auch nicht unter der Erde konnte das Buch öffnen noch es ansehen. Und ich weinte sehr, weil niemand würdig gefunden wurde, das Buch zu öffnen noch es anzusehen. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu brechen. Und ich sah inmitten des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet, das sieben Hörner und sieben Augen hatte, die sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt über die ganze Erde. Und es kam und nahm das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Thron sass. Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten nieder vor dem Lamm, und sie hatten ein jeder eine Harfe und goldene Schalen voller Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen. Und sie singen ein neues Lied und sagen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu brechen, denn du bist geschlachtet worden und hast durch dein Blut für Gott erkauft aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation und hast sie unserem Gott zu einem Königtum und zu Priestern gemacht, und sie werden über die Erde herrschen. Und ich sah und ich hörte eine Stimme vieler Engel rings um den Thron her und um die lebendigen Wesen und um die Ältesten, und ihre Zahl war Zehntausende mal Zehntausende und Tausende mal Tausende, die mit lauter Stimme sprachen: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht und den Reichtum und die Weisheit und die Stärke und die Ehre und die Herrlichkeit und den Lobpreis. Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei der Lobpreis und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und die vier lebendigen Wesen sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.
Also wir haben Johannes in Kapitel 4 im Himmel. Er sieht den Thron Gottes, er sieht also den dreieinen Gott geoffenbart im Sohn. Und er sieht die 24 Ältesten, die Gemeinde im Himmel, alle Entdrückten im Himmel versammelt. Er sieht den siebenarmigen Leuchter im Heiligen, das Waschbecken draussen vor dem Tempelhaus, er sieht die Cherubim, die vier Cherubim im Allerheiligsten, die Gott beständig anbeten. Er sieht auch, wie die Gemeinde, die 24 Ältesten, ihre Kronen in der Anbetung auf den Boden legen, übrigens nicht Siegeskränze. Benjamin, du hattest gelesen aus der Brockhaus-revidierten Elberfelder, nicht wahr? Stephanos wurde in der alten Elberfelder immer übersetzt mit Kronen, aber Stephanos bedeutet Krone oder Siegeskranz, beides. Jetzt ist es aber so: Gerechterweise muss man sagen, die alte Elberfelder hat dort, wo es um den Sportkampf geht, zum Beispiel in 1. Korinther 9 und an anderen Stellen, da wurde der Siegeslohn eben übersetzt mit Kronen, die Krone der Gerechtigkeit, sagt 2. Timotheus 4, die Krone des Lebens, Jakobus 1, und die Krone der Herrlichkeit, 1. Petrus 5. Aber das sollte man übersetzen mit Siegeskranz, das entspricht also dem Lohn der Olympiakämpfer im Altertum, das war eben ein Kranz, der Siegeskranz. Aber Stephanos bedeutet eben auch Königskrone, und da in Offenbarung 4 müsste man nicht übersetzen, sollte man nicht übersetzen mit Kranz, sondern so lassen. In der alten Elberfelder war Kronen. Es geht hier um diese goldenen Königskronen, die sie, weil sie König und Priester sind, auf den Boden werfen. Denn alle unsere königliche Herrlichkeit, die wir von Gott bekommen haben, die ist nichts vor der Herrlichkeit Gottes. Darum legen wir das alles auf den Boden.
Und Gott wird hier in Kapitel 4 ganz besonders angebetet als der ewige, Vers 8 am Schluss: Allmächtiger, der da war, Herr, Gott, Allmächtiger, der da war und der da ist und der da kommt. Da sehen wir die drei Zeitstufen in der Grammatik, um auszudrücken, dass eben Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit derselbe ist. Und das drückt ja auch der Name Jahwe im Alten Testament aus, der Seiende. Der, der derselbe ist in der Vergangenheit wie in der Gegenwart und auch in der Zukunft. Und in Kapitel 4, Vers 11 wird Gott ganz besonders verherrlicht als was? Also der Schöpfer, Gott der Schöpfer, der alle Dinge erschaffen hat. Er hat es geplant: deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden. Übrigens sagt 1. Korinther 8,6, dass alle Dinge kommen von Gott, dem Vater, und alle Dinge sind durch unseren Herrn Jesus Christus. Das heisst also, die Pläne sind ganz besonders in Verbindung mit dem Vater und die Ausführung in Verbindung mit dem Sohn. Der Sohn hat die Pläne der Schöpfung, die Ausdruck des Willens des Vaters waren, ausgeführt. Und darum sagt Johannes 1,3 von dem Wort, dem Herrn Jesus: Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. Ja, also da geht es um Gott, den Schöpfer.
Und das ist nun wichtig in der Fortsetzung: Johannes schaut wieder zum Thron Gottes hin, also zur Bundeslade, im Allerheiligsten, und dann sieht er, dass Gott auf dem Thron ein Buch in der Hand hat. Was für ein Buch? Tragen wir ein bisschen zusammen. Wie?
Ein Buch mit sieben Siegeln, jawohl. Übrigens hat man in den vergangenen Jahren im Jordantal, das war in der Folge der Qumran-Entdeckungen, nicht wahr, man hat in elf Höhlen in Qumran Handschriften entdeckt, und das hat den Geschmack ausgelöst an Handschriften, und man hat dann weiter gesucht, auch südlich von Qumran, im Wadi Murabbaat hat man auch wunderbare Handschriften gefunden, und dann noch südlicher in Engedi hat man auch Handschriften gefunden und auch auf Masada, aber noch weiter im Norden, im Jordantal, hat man auch geforscht und gesucht, und da hat man tatsächlich eine Schrift gefunden mit sieben Siegeln dran. Sie ist ausgestellt im Israel Museum in Jerusalem. Aber es ist natürlich ein ganz interessantes Dokument, sonst hört man nie etwas von einer Schrift mit sieben Siegeln, ausser in der Bibel. Aber da hat man gesehen, das gibt es also für ein ganz wichtiges Dokument. Ein wichtiges Dokument, das hat man mit einem Siegel versiegelt, aber das muss ein ganz wichtiges Dokument sein, wenn man dann mit sieben Siegeln versiegelt.
Also, er sieht Gott und entdeckt plötzlich beim näheren Hinschauen: Da ist ein Buch, also eine Schriftrolle, in der Hand Gottes mit sieben Siegeln. Und dann, damit wir uns den Ablauf vor Augen führen, können wir das kurz zusammenfassen: Was erlebt er dann?
Niemand kann das Buch öffnen.
Jawohl, aber noch vorher: Also ein Engel spricht und stellt die Frage im Himmel: Wer kann dieses Buch öffnen? Wer ist würdig? Und dann?
Ja, da wurde im Himmel die Feststellung klargemacht: Es gibt niemanden, weder im Himmel noch auf der Erde, der dazu in der Lage wäre. Und wie reagiert Johannes im Himmel? Er beginnt zu weinen, und das ist doch schon ein bisschen erstaunlich. Wer hätte nicht gedacht, so menschlich überlegt, dass man im Himmel weinen kann? Aber man kann das. Natürlich sagt der Apostel Paulus in Philipper 1, er hat Lust abzuscheiden und bei Christus zu sein, es ist weit besser. Also man kann das nicht vergleichen mit dieser Erde, aber es ist auch möglich, im Himmel zu weinen.
Abgesehen davon: Von Lazarus, dem armen Lazarus, wird von dem Herrn Jesus in dieser Geschichte in Lukas 16, es ist kein Gleichnis, es ist eine Geschichte. In Gleichnissen kommen nie Eigennamen und historisch bekannte Personen vor. Und da sagt er: Lazarus starb, wurde von Engeln in den Schoss Abrahams getragen, ein anderer Ausdruck im rabbinischen Hebräisch für Paradies. Und was sagt Abraham von diesem Lazarus, was dort bei ihm geschieht, im Himmel? Es heisst: Er wird hier getröstet. Das ist erstaunlich. Oder man würde denken: Ich sterbe und dann endgültig alles vergessen, nichts mehr, kein Bezug mehr zum Leben vorher. Ach wo, wir behalten unsere ganze Identität, kommen in die himmlische Herrlichkeit, und dann erfahren wir Trost für Dinge, wo wir vielleicht in diesem Leben nie einen Trost gehabt haben. Es ist ja traurig im Fall von Lazarus, der wurde ja einfach so vernachlässigt, der Reiche hat sich nicht um ihn gekümmert, aber im Himmel wird er getröstet. Also das gehört zu dem, was die Abgeschiedenen im Himmel erleben, jetzt über alles, was sie erlebt haben. Das ist dann schon etwas anderes als bei der psychiatrischen Beratung. Wenn Gott tröstet und die Tränen abwischt.
Gut, also nur grundsätzlich: Man kann also im Himmel noch etwas traurig sein, aber man wird dort getröstet. Und hier ist es auch so: Johannes weint und sagt, niemand kann das öffnen. Wie soll das weitergehen? Das ist doch so ein wichtiges Buch mit sieben Siegeln. Und dann wird ihm ja gleich erklärt, Vers 5: Einer der Ältesten sagt zu ihm: Weine nicht! und weist hin auf Jesus Christus, und er nennt ihn der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids. Er ist würdig, dieses Buch zu öffnen. Und dann schaut Johannes nochmals zum Thron hin, zur Bundeslade, und erkennt noch etwas, was er vorher irgendwie nicht gesehen hat, nämlich er sieht ein Lamm. Und das Lamm wird weiter beschrieben. Können wir das zusammentragen? Wie geschlachtet, also nicht geschlachtet, sondern wie geschlachtet. Sieben Hörner, ich habe bisher nur Schafe gesehen mit zwei Hörnern, also männliche Schafe, wieder, ja, sieben Hörner und sieben Augen. Auch da kennen wir nur solche mit zwei Augen, sieben Augen, und da wird auch noch gleich erklärt, was diese Augen bedeuten, wieder. Vorhin haben wir die sieben Feuerfackeln der himmlischen Menora gehabt, in Kapitel 4, und da wurde erklärt, was „sieben Feuerfackeln brannten vor dem Thron“ bedeutet, welche die sieben Geister Gottes sind. Das drückt aus, welche die sieben Geister Gottes bedeuten, darstellen, symbolisieren. Und auch hier wieder die sieben Hörner, welche die sieben Geister Gottes sind, das bedeutet, die sieben Geister Gottes symbolisch darstellen.
Bei der Abendmalseinsetzung, wenn der Herr sagt: „Von dem Brot, dies ist mein Leib“, dann heisst das nicht, dass dieses Brot Jesus Christus sei, sondern das stellt symbolisch Jesus Christus dar. Also da war Zwingli richtig und Luther war falsch, der sagt: „Nein, nein, also wenn es heisst, es ist, dann ist es auch.“ Nein. Das bedeutet eben: stellt symbolisch dar. Und das ist auch hier. Wir sehen, das ist der ganz normale Sprachgebrauch der Bibel.
Und dann sieht also Johannes dieses Lamm, und was geschieht weiter im Himmel? Das Lamm nimmt das Buch aus der Hand. Das Lamm geht jetzt hin und nimmt das Buch aus der Hand Gottes auf dem Thron, und die Reaktion der Gemeinde der 24 Ältesten ist: Fallen nieder, beten Gott an, und sie singen ein ganz spezielles Lied. Wie heisst es? Ja, das neue Lied wird es genannt. Das neue Lied singen sie, und zwar mit Instrumentalbegleitung, nämlich mit Harfen.
Und gleich danach, Johannes ist ständig am Herumschauen im Himmel. So oft ist man ja nicht im Himmel, auch als Apostel nicht. Und jetzt sieht er da herum, und was sieht er dann? Ab Vers 11: Die Stimme vieler Engel. Ja, er sieht viele Engel. Um den inneren Kreis der 24 Ältesten herum sieht er plötzlich noch viel mehr. Wie viele Engel sieht er? Noch mehr, nämlich?
Ja, also es wird ja gesagt: Tausende mal Tausende. Tausend mal Tausend ist eine Million, aber Tausende mal Tausende, das sind Millionen. Aber dann haben wir Zehntausende mal Zehntausende. Nun, Zehntausende mal Zehntausende ist hundert Millionen, aber Zehntausende mal Zehntausende, das sind Hunderte von Millionen Engel rundherum im äusseren Kreis. Wir sind da im Allerheiligsten, und bedenken wir: Der Salomonstempel war ein Tempel mit einem Allerheiligsten von zwanzig auf zwanzig Ellen, Königsellen, das ist 10,50 Meter auf 10,50 Meter. Aber das war ja nur ein schwaches irdisches Abbild der himmlischen Dinge, sagt Hebräer 10. Aber wenn wir schauen, das Allerheiligste im Himmel ist ein bisschen grösser. Es sind Hunderte von Millionen Engel im Allerheiligsten rund um den Thron Gottes, die Bundeslade hier. Und die beten Gott auch an, und zwar das Lamm. Sie singen: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist.“ Und die Cherubim rund um den Thron bestätigen dann diese Anbetung der Hunderte von Millionen Engeln, Vers 14, die sagen am Schluss Amen, und die Ältesten, also wieder die Gemeinde, fällt nochmals nieder und betet auch wieder an.
Also so ist es wichtig, wenn man die Bibel liest, dass man sich zuerst vergegenwärtigt: Was wird hier im Text gesagt? Was geht da vor? Wie sind die Abläufe? Dann wird alles viel plastischer und klarer. Und dann, in einer zweiten Etappe, müssen wir uns jetzt fragen: Was bedeutet das alles?
Also interessant ist ja: Johannes weint, und dann wird ihm gleich gesagt, es gibt einen, der ist würdig, und zwar der Löwe aus dem Stamm Juda. Nicht wahr? Der Löwe war ja schon in 1. Mose 49 ein Symbol für den Stamm Juda, in dem Segen von Jakob. Im Zusammenhang mit Juda spricht er vom Löwen, und dort wurde auch angekündigt, dass aus dem Stamm Juda einmal Schilo, der Friedebringer, kommen sollte. Also es geht um den Messias, der Löwe aus dem Stamm Juda, der genau aus diesem Stamm kommen sollte.
Und dann schaut Johannes und er sieht den Herrn Jesus im Himmel. Aber es ist alles so voller Überraschungen. Was sieht er dann beim Thron in der Mitte? Ein Lamm. Er sieht nicht einen Löwen. Und das Ganze ist eigentlich noch drastischer, es ist nämlich nicht das Wort Amnos, was ein Schaf bezeichnet, sondern Arnion, und das ist sogar mit Verkleinerungsform -ion, das heisst Lämmlein, oder das entspricht dem Schweizerdeutschen Schäfli. Zu allen Schafen sagen wir: Das sind Schäfli. Und das ist das Wort Arnion, was also noch mehr betont mit diesem Diminutiv, mit dieser Verkleinerungsform eben das Liebliche und vielleicht eben auch da wird nicht die Kraft betont.
Und darum dieser Kontrast: Er sieht den Löwen, er hört von dem Löwen aus dem Stamm Juda, und dann schaut er ein Lämmlein. Und dieses Wort Arnion ist jetzt wieder ganz, ganz wichtig für die Offenbarung. Es ist auch so ein Hauptwort in der Offenbarung wie Thron, der Thron Gottes. Die Offenbarung ist das Buch des Thrones Gottes, Gott hat alles in der Hand, aber es ist auch das Buch des Lämmleins. Weiss jemand gerade, wie oft Arnion in der Offenbarung vorkommt?
28 Mal.
Er sieht dieses Lamm wie geschlachtet, das heisst, er sieht jetzt also den Herrn Jesus im Himmel als Menschen. Der Herr Jesus musste ja Mensch werden, um für uns zu sterben, als Lamm Gottes. Und jetzt sieht er ihn als Mensch im Himmel. Und sehen wir das ganz interessant: Wir werden im Himmel einmal Gott sehen, das heisst eben in dieser Erscheinungsform wie im Alten Testament, wo der dreieinige Gott sich durch den Sohn sichtbar machte. Wir werden das auch so erleben, wie ein Jesaja, wie ein Mose im Alten Testament. Aber wir werden den Herrn Jesus auch als Menschen sehen, denn er ist als Mensch gestorben, auferstanden am dritten Tag und dann vierzig Tage später als Mensch in den Himmel zurückgekehrt und hat sich auf den Thron Gottes gesetzt, als Mensch. Und so werden wir ihn sehen. Aber wie geschlachtet bedeutet: Wir werden wie die Jünger nach der Auferstehung die Wunden des Kreuzestodes, seine Nägelmale in Händen und Füssen und auch die Durchbohrung der Seite, die Thomas sogar hätte berühren dürfen, das werden wir sehen: ein Lamm wie geschlachtet. Das wird uns in Ewigkeit erinnern, was er für uns getan hat.
Aber es wird betont: Dieses Lämmlein hat sieben Hörner. Das Horn ist ein Symbol wovon? Von Stärke, Macht. Also wenn man wirklich mal ein Problem hat mit einem Wetter, da merkt man, dass das effektiv ein Symbol ist von Stärke, was da auf dem Kopf oben ist. Aber sieben Hörner, das bedeutet: Er hat alle Macht. So sagte der Herr Jesus, als er auferstanden in Matthäus 28 am Schluss: „Mir ist alle Gewalt gegeben“, als Mensch sagte das, als auferstandener Mensch, „mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf der Erde.“ Er sieht also den Herrn Jesus in seiner Herrlichkeit als der Auferstandene, der alle Macht hat, und diese sieben Augen haben wir schon gesehen, bedeutet der Heilige Geist. Und von dem Heiligen Geist wird hier was gesagt? Ja, und da haben wir gleich die Antwort. Die Frage kommt immer wieder. Ich müsste das mal auf meiner Homepage wahrscheinlich unter oftmals gestellte Fragen aufführen: Ja, wie kann das sein, wenn bei der Entdrückung der Heilige Geist mit der Gemeinde weggeht? Der Geist und die Braut sagen, nicht wahr? Und der Heilige Geist wird weggehen, 2. Thessalonicher 2 macht klar, dass der, der jetzt das Böse zurückhält, wird weggehen, und dann kann der Antichrist offenbar werden, der Mensch der Sünde.
Ja, aber wie sollten sich dann Menschen noch bekehren können? Das ist wieder genau gleich wie im Alten Testament. Im Alten Testament haben sich die Menschen auch bekehrt. Aber diese spezielle Gegenwart des Heiligen Geistes in der Gemeinde, von Pfingsten bis zur Entrückung, das bedeutet, dass der Heilige Geist sich in der Gemeinde auf eine Art und Weise offenbarte, wie das im Alten Testament nicht war. Das ist etwas ganz Spezielles, was wir erleben. Und das wird aufhören, aber der Heilige Geist ist wie der Vater und der Sohn allgegenwärtig. Und selbst im Alten Testament, wenn es hiess, dass Gott im Tempel zu Jerusalem wohnte, bedeutet das nicht, dass der allgegenwärtige Gott seine Allgegenwart aufgegeben hätte, sondern es bedeutete: An diesem Ort hat Gott sich ganz speziell geoffenbart. Darum musste die Königin von Saba von Jemen die Reise machen nach Jerusalem. Und dort erlebte sie die Wahrheit der Bibel, wie man das in Jemen damals nicht erleben konnte.
Und so ist es eben auch: Der Heilige Geist ist allgegenwärtig, und er wird auch nach der Entdrückung wirken, die sieben Geister Gottes, die ausgesandt sind über die ganze Erde. Und so wird der gläubige Überrest aus Israel zum Glauben kommen, zunächst die 144 Versiegelten und dann ein ganzer Drittel aus Israel schliesslich in der Drangsal und aus allen Völkern und Sprachen eine unzählbare Schar, die niemand zählen kann.
Ja, wir sind mit der Zeit durch, wir fahren einfach dann bei der nächsten Offenbarung-Bibelklasse weiter mit dieser Anbetung der 24 Ältesten, und dann kommen wir gleich schon zu Kapitel 6.
Ja, mal noch beten.
Herr Jesus, wir danken dir, dass wir dein Wort haben und gerade auch die Offenbarung, die uns so die Augen öffnet für die himmlische Herrlichkeit, aber auch für die Situation dieser Welt heute und auch was die Zukunft dann betrifft. Und wir danken dir, Herr Jesus, dass wir wissen, dass Gott auf dem Thron ist und dass ihm alles untertan ist und dass wir nicht irgendwie blindem Schicksal anvertraut sind, sondern wir dürfen auch jeden Tag weiter völlig auf dich vertrauen, auf den Vater vertrauen, dass du uns durchträgst, auch wenn diese Welt schaukelt und die Ordnungsgefüge immer mehr durcheinander kommen. Und, Herr Jesus, wir freuen uns, dass wir dich jeden Tag erwarten dürfen, dass du kommst, um die Erlösten in die himmlische Herrlichkeit zu führen, noch bevor die Siegel gebrochen werden. Aber lass das uns ein Ansporn sein, damit wir wirklich die Zeit, die noch bleibt, benutzen, um die Letzten zu dir zu rufen. Amen.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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