Einführung in das Thema Sorgen und Vertrauen auf Gott
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 523: Warnung vor Sorgen, Teil 5.
Jesus erklärt seinen Jüngern, warum sie sich nicht um die alltäglichen Dinge des Lebens sorgen sollen. Die Gründe, die Jesus dafür anführt, sind vielfältig.
Erstens: Das Leben ist mehr als Essen, Trinken und die Steuererklärung. Zweitens: Gott hat die Raben, die Spatzen und die Lilien im Blick – und auch uns. Drittens: Wir wissen nicht, wann wir sterben werden. Deshalb sollten wir die Zeit, die uns bleibt, nutzen, aber nicht für unnötige Sorgen verschwenden. Viertens: Wir haben einen Vater im Himmel, der weiß, was wir benötigen. Fünftens: Wir haben in dieser Welt einen Auftrag zu erfüllen, der unsere volle Aufmerksamkeit erfordert.
Der geistliche Kampf und der Auftrag des Christen
Wer das Reich Gottes anvertraut bekommt, soll sich nicht in den alltäglichen Beschäftigungen des Lebens verlieren. Wir stehen im Krieg mit dem Teufel und seinen bösen Gesellen. Deshalb haben wir keine Zeit für all die Dinge, mit denen unsere heidnischen Nachbarn beschäftigt sind.
Paulus schreibt dazu an Timotheus: „Nimm teil an den Leiden als ein guter Streiter Christi Jesu. Niemand, der Kriegsdienste leistet, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, damit er dem gefällt, der ihn angeworben hat“ (2. Timotheus 2,3-4).
Paulus vergleicht den ganz normalen Christen mit einem Soldaten. Mit Kriegsdienst ist hier der Dienst in einem Feldzug gemeint, also nicht ein Reservedienst in Friedenszeiten. Wir sind Soldaten im Krieg, an der Front, im täglichen Einsatz. Wir stehen unter Beschuss und müssen täglich darauf achten, dass wir nicht vom Feind umgeworfen werden.
Deshalb lautet der Auftrag: Verwickle oder verstricke dich nicht in die Beschäftigungen des Lebens. Außerhalb der Bibel wird das Wort „verstricken“ verwendet, um ein Schaf zu beschreiben, das sich in einem Dornengestrüpp verheddert. Es geht also darum, dass der Alltag zu viel Aufmerksamkeit erhält.
Wir dürfen den Beschäftigungen des Lebens die Aufmerksamkeit geben, die sie verdienen, aber wir dürfen uns nicht darin verlieren. Das ist es, was falsche Sorgen bewirken wollen. Sie wollen uns dominieren, manipulieren und in die Irre führen.
Die Wurzel der Sorgen: Habsucht und der Dienst für den Mammon
Aber kommen wir noch einmal zu dem Thema zurück, das für Jesu Betrachtungen über das Sorgen der Auslöser war: Habsucht.
Habsucht will alles für sich. Sie ist der Dienst für den Mammon. Ein Leben, das sich um mich, meine Bedürfnisse, meine Ziele, mein Vorwärtskommen und meinen Spaß dreht. Den Gegenentwurf kennen wir schon: trachtet jedoch nach seinem Reich.
Nun schauen wir uns ganz praktisch an, was das für Leute bedeutet, denen es im Leben gut geht.
Lukas 12,33: Verkauft eure Habe und gebt Almosen. Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz im Himmel, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört.
Praktische Umsetzung des Reich-Gottes-Strebens durch Fürsorge
Fangen wir ganz einfach an. Wir trachten nach dem Reich Gottes, wenn wir uns um arme Menschen kümmern, denen es nicht so gut geht wie uns selbst. Die Sicherheit, die wir in Gott haben, erlaubt es uns, unser Eigentum einzusetzen, um damit anderen zu dienen.
Wir müssen das gut verstehen: Gott hat ein Herz für arme Menschen. Ich möchte das an dieser Stelle deutlich herausstellen.
Wenn wir über das Reich Gottes nachdenken, dann ist damit die Herrschaft Gottes gemeint. Wenn Gott Herr in meinem Leben ist, macht er mich barmherzig, mitfühlend und freigebig. Er schenkt mir seine Sicht auf die Not der Welt und will, dass ich sie lindere.
Meinen eigenen Besitz zu verkaufen, ist dabei das Höchste, was ich tun kann, um die Not anderer zu meiner eigenen zu machen.
Persönliche Herausforderung durch den Bibelvers
Darf ich ehrlich sein? Dieser Vers verfolgt mich: „Verkauft eure Habe und gebt Almosen.“
Das ist einer der Verse, die mich seit dem Moment, als ich ihn auswendig gelernt habe, beschäftigen. Und mit „beschäftigen“ meine ich, dass er mich auf eine gute Weise herausfordert, zum Nachdenken anregt und zum Hinterfragen bringt. Er begleitet mich, und ich bin mit ihm noch lange nicht fertig. Immer wenn ich ihn wiederhole, spüre ich das Fragen des Heiligen Geistes, der wissen möchte, was ich denn zu tun gedenke.
Ich bin mit diesem Vers noch lange nicht fertig. Es ist eine Sache, ehrlich sagen zu können, dass ich genügsam bin, zufrieden mit dem, was Gott mir gibt, und mir keine Sorgen um die alltäglichen Dinge des Lebens mache. Aber es ist eine ganz andere Sache, wenn ich mich frage, ob ich mich genug um die Armen in der Welt kümmere.
Bitte versteht mich richtig: Es geht mir nicht um einen unweisen Lebensstil, der sich in Askese, Ruhelosigkeit und Freudlosigkeit verliert. Ich hoffe, ich habe häufig genug betont, wie wichtig Freude und Ruhe für ein Leben sind, das Gott dient. Unser Leben ist ein Marathon und braucht sowohl Freude als auch Ruhe.
Und doch betont mein Herr Jesus hier, wie an kaum einer anderen Stelle, dass er meinen Einsatz für die Armen der Welt direkt mit meiner Fürsorge für sein Reich verbindet. Beim Trachten nach dem Reich Gottes geht es eben nicht nur darum, Evangelisation, Gemeindebau und das persönliche Gebet zu leben.
Die Bedeutung von Almosen und himmlischem Schatz
Lukas 12,33 lautet: Verkauft eure Habe und gebt Almosen. Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört.
Wir sollen Almosen geben und uns überlegen, wie unser Überfluss denen zum Segen werden kann, die zu wenig haben. Im Bild gesprochen, sollen wir uns ein Sparkonto im Himmel anlegen. Auf dieses Konto zahlen wir mit jeder Überweisung an ein Compassion-Patenkind, an ein diakonisches Projekt in Afrika, an die Kältehilfe der Berliner Stadtmission oder an irgendein anderes Projekt ein, das sich wirklich um Arme kümmert.
Macht euch Beutel, die nicht veralten! Der Beutel ist ein Geldbeutel, in dem man Geld aufbewahrte. Deshalb wird die Aufforderung auf das Sparbuch übertragen. Dieser himmlische Geldbeutel veraltet nicht und geht nicht kaputt.
Es handelt sich dabei um einen unvergänglichen Schatz, der in den Himmeln angelegt ist. Warum ist der Schatz unvergänglich? Ganz einfach: Dort kommt kein Dieb hin, und keine Motte kann ihn zerstören. Man kann ihn nicht stehlen und nicht kaputt machen.
Der himmlische Schatz als Belohnung für treues Handeln
Was ist dieser himmlische Schatz genau? Worum handelt es sich dabei?
Ich denke, es handelt sich um die Belohnung, die Gott denen geben will, die treu mit ihrem Besitz umgegangen sind. Gott wird am Ende unseres Lebens unser Tun als Christen bewerten.
In 1. Korinther 3,14 steht: „Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen.“ Wenn die Dinge, die ich getan habe, gut, gerecht und in Gottes Sinn waren, dann werden sie den Test bestehen.
Ich werde von Gott belohnt werden, und diese Belohnung ist mein Schatz im Himmel.
Abschluss und Ermutigung zum praktischen Handeln
Was könntest du jetzt tun? Überlege, ob du vielleicht ein diakonisches Projekt unterstützen möchtest. Im Skript findest du zwei Projekte von Freunden, die ich dir verlinke.
Das war es für heute. Lass dich nicht von Menschen frustrieren. Sie mögen untreu sein, aber Gott bleibt treu – garantiert bis zum Schluss.
Der Herr segne dich. Erlebe seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
