Wie Abram in das von Gott bestimmte Land reist
"Abram folgte dem Befehl des HERRN und brach auf, und Lot ging mit ihm.
Abram war 75 Jahre alt, als er seine Heimatstadt Haran verliess.
Seine Frau Sarai und Lot, der Sohn seines Bruders, begleiteten ihn. Sie
nahmen ihren ganzen Besitz mit, auch die Menschen, die sie in Haran in
Dienst genommen hatten. So zogen sie in das Land Kanaan,
in dem damals noch das Volk der Kanaaniter wohnte. Sie durchquerten das
Land bis zu dem heiligen Baum bei Sichem.
Dort erschien dem Abram der HERR und sagte zu ihm: »Deinen Nachkommen
will ich dieses Land geben!« Da baute Abram dem HERRN einen Altar an
der Stelle, wo er ihm erschienen war.
Von dort aus zog er in das Bergland östlich von Bet-El. Seine Zelte
standen zwischen Bet-El im Westen und Ai im Osten. Auch dort baute er
einen Altar und rief im Gebet den Namen des HERRN an.
Dann zog er von Lagerplatz zu Lagerplatz immer weiter nach Süden." (Gen. 12,4-9)
Wer auf Gott hört, wird Gott erfahren
Abram zog aus Ur in Chaldäa und sie lebten dann einige Zeit mit der
Familie in Haran. Auch sein Vater Terach lebte dort.
Mit 75 Jahren machte er sich auf und zog mit Sarai, seiner Frau,
Lot, dem Sohn seines Bruders, seinen Bediensteten und seinem ganzen
Besitz ins Land Kanaan. Gott sagte zu Abram:
"Da sagte der HERR zu Abram: »Verlass deine Heimat, deine Sippe und die
Familie deines Vaters, und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde!"
(Gen. 12,1) Offensichtlich führte Gott Abram. Er wird ihm gewisse Hinweise
gegeben haben, dass er wusste in welche Richtung und in welche Gegend
er ziehen sollte.
Abram kannte das Land nicht. Er hatte sich aufgemacht und verließ
sich ganz und gar auf den Gott, der mit ihm gesprochen hatte. Im
Hebräerbrief lesen wir:
"Wie kam es, dass Abraham dem Ruf Gottes gehorchte, seine Heimat
verließ und an einen Ort zog, der nach Gottes Zusage einmal sein
Erbbesitz sein würde? Warum machte er sich auf den Weg, obwohl er nicht
wusste, wohin er kommen würde? Der Grund dafür war sein Glaube." (Hebr. 11,8) Der Grund war, dass er Gott vertraute. Nun betritt er also das Land
Kanaan und kommt nach Sichem. Bei der Eiche More, wie Luther
übersetzt, andere meinen es sein eine Terebinte. Die Gute Nachricht
spricht vom heiligen Baum in Sichem.
Es ist gut möglich, dass dieser Ort ein Ort der Verehrung von
Göttern war. Und genau hier begegnet Gott dem Abram.
"Dort erschien dem Abram der HERR und sagte zu ihm: »Deinen Nachkommen
will ich dieses Land geben!« Da baute Abram dem HERRN einen Altar an
der Stelle, wo er ihm erschienen war." (Gen. 12,7) Jetzt weiß Abram, dass er sein Ziel erreicht hat. Dieses Land
werden seine Nachkommen besitzen.
Anwendung
Wir erfahren hier viel über die Führung Gottes. Gott ruft Menschen
und führt sie Schritt um Schritt. Sie kennen die Absichten die Gott
hat, aber sie wissen nicht genau wie sie das Ziel erreichen werden.
Sie vertrauen einfach darauf, dass es Gott schon recht machen wird.
Sie tun einfach das, was sie erkennen, das als nächstes getan werden
muss.
Das ist für unsere Art zu denken und zu planen eher etwas
unangenehm. Wir möchten lieber zu Beginn eines Weges wissen, wohin er
geht und wie es dort genau sein wird.
Aber das Leben verläuft eben anders. Es kommt meistens anders als
wir denken. Doch ist es ein großer Vorteil, wenn wir auf dem Weg
durchs Leben einen zuverlässigen und vertrauenswürdigen Partner haben,
der uns nicht in die Irre führen wird.
Wer sich nun wie Abram auf Gott verlässt. Wer sich von Gott auf
vielleicht ungewöhnliche Wege führen lässt, der wird Gott erfahren.
Unmögliches wird möglich. Utopien werden zur Wirklichkeit. Und das
Vertrauen in Gott wird immer stärker.
Bsp. unser Weg an die Bibelschule: bei der Bekehrung war irgendwie
klar, ich werde Pfarrer, der Weg war menschlich gesehen nicht
besonders gradlinig.
Wer nicht in Bewegung ist und Gott ganz und gar vertraut, der wird
Gott nicht erfahren.
>Wir erfahren Gott nur, wenn wir mit ihm unterwegs
sind.
Das ist eines der wichtigsten Prinzipien für geistliches Wachstum.
Jesus sagte selbst einmal:
"Wenn jemand bereit ist, Gottes Willen zu erfüllen, wird er erkennen, ob
das, was ich lehre, von Gott ist oder ob ich aus mir selbst heraus
rede. " (Joh. 7,17) Und den Juden sagte er:
"Zu den Juden, die nun an ihn glaubten, sagte Jesus: Wenn ihr in meinem
Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, / und ihr werdet die
Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." (Joh. 8,31-
32)
Evangelisation
Das gilt auch für die erste Begegnung mit Gott. Schon die erste
Begegnung ist ein Wagnis, denn Jesus sagte:
"Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben
um meinetwillen verliert, wird es finden. Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst
dabei unheilbar Schaden nimmt? Oder was kann ein Mensch als Gegenwert
für sein Leben geben?" (Mt. 16,25-26) Wer auf das Hört, was Gott sagt, der wird die Wirklichkeit Gottes
erfahren. Der wird eine tiefe Gewissheit in seinem Herzen haben.
" Wer sich an meine Gebote hält und sie befolgt, der liebt mich wirklich.
Und wer mich liebt, den wird mein Vater lieben; und auch ich werde ihn
lieben und mich ihm zu erkennen geben." (Joh. 14,21)
Wer Gott erfährt, wird Gott ehren
Das muss eine eindrückliche Erfahrung gewesen sein, als Gott dem
Abram bei diesem Baum erschienen war.
Jedenfalls baut Abram einen Altar zur Ehre Gottes. Damit macht er
zwei Dinge:
- Erstens ehrt er Gott und erweist ihm die gebührende Anbetung.
- Zweitens: Er bezeugt seinen Gott, dem er nachfolgt. Er macht seinen Gott in diesem Land bekannt. Eine Art der Evangelisation.Wer Gott erlebt hat, der wird Gott ehren. So wie hier Abram. Abram zog weiter und er schien es sich zur Gewohnheit gemacht zu haben, überall, wo er sich niederließ Gott einen Altar zu bauen. Damit bekannte er sich öffentlich zu seinem Gott.Petrus hatte auch einmal ein solches Erlebnis. "Als Simon Petrus das sah, warf er sich vor Jesus auf die Knie und sagte: Herr, geh fort von mir! Ich bin ein sündiger Mensch." (Lk. 5,8)Wer Jesus kennt, der weiß, es gibt niemanden dem mehr Ehre gebührt. Petrus zeigte das ein weiteres Mal sehr eindrücklich. "Da fragte Jesus die Zwölf: "Wollt ihr etwa auch weggehen?" / "Herr, zu wem sollten wir gehen?" antwortete Simon Petrus. "Du hast Worte, die zum ewigen Leben führen, / und wir glauben und haben erkannt, dass du der heilige bist, den Gott gesandt hat." (Joh. 6,67-69)
Anwendung
Unsere Altäre sind, wenn wir uns Zeit nehmen, um Gott für das zu
danken, was er uns geschenkt hat.
Altäre sind, wenn wir uns in aller Öffentlichkeit zu unserem Glauben
an Jesus bekennen.
Schluss
Hören wir doch wie Abram auf Gott und tun, was wir verstehen. Gott
möchte uns in diesen Situationen besonders begegnen. Das Volk Israel
forderte Gott sogar heraus, sie sollen es doch testen, ob er seine Macht
nicht erweisen, wenn sie seine Gebote halten.
"»Bringt den zehnten Teil eurer Erträge unverkürzt zu meinem Tempel,
damit meine Priester nicht Hunger leiden. Habt keine Sorge, dass ihr
dann selber in Not kommt! Stellt mich auf die Probe«, sagt der HERR,
der Herrscher der Welt, »macht den Versuch, ob ich dann nicht die
Fenster des Himmels öffne und euch mit Segen überschütte!«" (Mal. 3,10) Wer so lebt, dessen Leben ist Reich an Erfahrungen mit Gott. Ein
reich erfülltes Leben. Jesus sagte:
"Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren, wie es in der
Schrift heißt, Ströme von lebendigem Wasser fließen." (Joh. 7,38)
Amen
