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Sarahs Tod und Begräbnis in der Höhle Machpela

SerieTeil 12 / 12Auf den Spuren der Stammväter Israels

Einleitung zum Kapitel und erste Beobachtungen

Wir fangen weiter an und lesen jetzt 1. Mose 23. Christian, liest du das ganze Kapitel?
Und die Lebenszeit Saras betrug einhundertsiebenundzwanzig Jahre; das waren die Lebensjahre Saras. Und Sara starb zu Kirjat-Arba, das ist Hebron, im Land Kanaan. Und Abraham ging hin, um über Sara zu klagen und sie zu beweinen.
Dann stand Abraham auf und ging weg von seiner Toten und redete zu den Söhnen Heth: Ein Fremder und Beisasse bin ich bei euch. Gebt mir ein Erbbegräbnis bei euch, damit ich meine Tote von meinem Angesicht hinwegbringe und begrabe.
Da antworteten die Söhne Heth dem Abraham und sagten zu ihm: Höre uns an, mein Herr, du bist ein Fürst Gottes unter uns. Begrabe deine Tote in dem Auserlesensten unserer Gräber; keiner von uns wird dir sein Grab verweigern, deine Tote zu begraben.
Da erhob sich Abraham und verneigte sich vor dem Volk des Landes, vor den Söhnen Heth. Und er redete zu ihnen und sagte: Wenn es euer Wille ist, dass ich meine Tote begrabe und von meinem Angesicht hinwegbringe, so hört mich an und legt Fürsprache für mich ein bei Ephron, dem Sohn Zohars, dass er mir die Höhle Machpela gebe, die ihm gehört, die am Ende seines Feldes liegt. Zum vollen Kaufpreis gebe er sie mir zu einem Erbbegräbnis in eurer Mitte.
Ephron aber saß mitten unter den Söhnen Heth, und Ephron, der Hethiter, antwortete dem Abraham vor den Ohren der Söhne Heth, vor allen, die ins Tor seiner Stadt gekommen waren, und sagte: Nein, mein Herr, höre mir zu. Das Feld schenke ich dir, und die Höhle, die darauf ist, dir schenke ich sie. Vor den Augen der Kinder meines Volkes schenke ich sie dir. Begrabe deine Tote.
Da verneigte sich Abraham vor dem Volk des Landes, und er redete zu Ephron vor den Ohren des Volkes des Landes und sagte: Ach, wenn du doch auf mich hören wolltest! Ich gebe dir den Kaufpreis des Feldes. Nimm ihn von mir an, damit ich meine Tote dort begraben kann.
Da antwortete Ephron dem Abraham und sagte zu ihm: Mein Herr, höre mich an! Ein Land von vierhundert Schekel Silber, was ist das zwischen mir und dir? So begrabe deine Tote.
Und Abraham hörte auf Ephron. Und Abraham wog dem Ephron das Geld dar, von dem er vor den Ohren der Söhne Heth geredet hatte: vierhundert Schekel Silber, wie es beim Händler gang und gäbe ist.
So fiel das Feld Ephrons, das bei Machpela gegenüber von Mamre liegt, das Feld und die Höhle, die darauf war, und alle Bäume auf dem Feld innerhalb seiner ganzen Grenze ringsum, als Besitz an Abraham, vor den Augen der Söhne Heth, vor allen, die ins Tor seiner Stadt gekommen waren.
Und danach begrub Abraham seine Frau Sara in der Höhle des Feldes von Machpela gegenüber von Mamre, das ist Hebron, im Land Kanaan. So fiel das Feld und die Höhle, die darauf war, von den Söhnen Heth an Abraham als Erbbegräbnis.
Vielen Dank, also ein ganz trauriges Kapitel. Diese lange Ehe zwischen Abraham und Sara wird beendet durch den Tod. Ehe aufgelöst.
Wir können kurz aufschlagen in Römer 7, da wird dieses Prinzip gelehrt, in einem bestimmten Zusammenhang natürlich, Römer 7,1-3. Wisst ihr nicht, Brüder, denn ich rede zu denen, die das Gesetz kennen, dass das Gesetz über den Menschen herrscht, solange er lebt? Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an den Mann gebunden, solange er lebt. Wenn aber der Mann gestorben ist, so ist sie losgemacht von dem Gesetz des Mannes. So wird sie nun, während der Mann lebt, eine Ehebrecherin genannt, wenn sie eines anderen Mannes wird. Wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie frei vom Gesetz, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie eines anderen Mannes wird.
Ja, also hier wird der Grundsatz gezeigt, dass mit dem Tod die Ehe vor Gott beendet wird, aufgelöst wird. Aber wir sehen, das war eine ganz schwere Sache für Abraham. Und in Vers 2 lesen wir am Schluss: Und Abraham kam, um Sara zu beklagen und sie zu beweinen. Es war schlimm für Abraham, sie nach so langer Zeit, nach so vielen Jahrzehnten, zu verlieren.

Trauer, Klage und biblische Empfindsamkeit

Und ich habe das auch schon erlebt, an einer Beerdigung: eine Witwe, die wirkte nicht wirklich traurig. Aber das war nicht, weil sie sowieso ein Problem mit dem Mann vorher hatte. Man hatte vielmehr wirklich den Eindruck, dass sie wie über der Sache stehen wollte. Und das kann manchmal aus einer Übergeistlichkeit kommen, dass man denkt: Der Herr steht darüber, der Herr hilft mir. Und dass diese Traurigkeit gar nicht richtig kommt.
Und die Frage ist: Ist das richtig? Nun, der Geist Gottes hat uns dieses Beispiel gegeben, wie Abraham, der Vater der Gläubigen, eben seine Frau nicht nur beklagt, sondern sie beweint. Ein Mann, der weint.
Wir wissen, dass viele in unserer Gesellschaft das Gefühl haben, Männer sollten nicht weinen. Und das ist so falsch und unbiblisch. Wie heißt der kürzeste Vers im Neuen Testament? Jesus weinte. Schlagen wir auf! Und zwar gerade in Verbindung mit dem Tod. Lazarus, ein so guter Freund, war gestorben. Ja, das ist Johannes 11,35. Jesus weinte. Entschuldigung, ja, zwei Wörter: Jesus weinte. Oder, Elberfelder, umschreibt mit drei Wörtern: „Jesus vergoss Tränen.“
Also hat der Herr Jesus gezeigt, was ein richtiger Mann ist, nach Gottes Gedanken. Und er weint. Und das ist auch die Belehrung aus Klagelieder 2,19. Im ganzen Buch wird geklagt. Also, wenn Gott schon ein Buch schreiben ließ, inspiriert durch den Heiligen Geist, das nur aus Klagen besteht, dann hat das schon etwas zu bedeuten.
Wir lesen Klagelieder 2,19: Auf, wimmere bei Nacht, bei Beginn der Nachtwachen, schütte wie Wasser dein Herz aus vor dem Angesicht des Herrn; erhebe deine Hände zu ihm, um der Seele deiner Kinder willen, die vor Hunger verschmachten an allen Straßenecken.
Also nicht eine stoische Miene aufsetzen, sondern dir wird sogar gesagt: Schütte dein Herz aus wie Wasser. Das hat Bezug auf die Tränen. Das ist sogar ein Befehl. Aber wichtig: Schütte dein Herz aus wie Wasser vor dem Angesicht des Herrn. Dass wir den Herrn eben in die Trauer bewusst hineinnehmen, dass das vor ihm geschieht. Und verbunden mit einem zweiten Befehl: Hebe deine Hände zu ihm empor für die Seele deiner Kinder.
Also dieses Klagen verbunden mit Beten, zum Herrn kommen damit. Aber es ist ganz wichtig. Und in dem Zusammenhang vielleicht noch ein Vers aus dem Hebräerbrief. Da geht es einfach um Leiden im Leben eines Gläubigen, Leiden, die beschrieben werden als Züchtigung, Erziehung Gottes. Und da steht Folgendes in Hebräer 12,5: Und habt die Ermahnung vergessen, die zu euch als zu Söhnen spricht: Mein Sohn, schätze nicht gering des Herrn Züchtigung und ermatte nicht, wenn du von ihm gestraft wirst.
Und dazu noch Vers 11: Alle Züchtigung scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedsame Frucht der Gerechtigkeit.
Ja, also hier in Vers 11 wird nicht gesagt, dass wir über diesen Leiden, durch die Gott uns gehen lässt, darüber stehen, quasi wie erhaben über das Gefühl der tiefen Traurigkeit. Sondern es wird wirklich gesagt: Alle Züchtigung scheint für die Gegenwart nicht ein Gegenstand der Freude, sondern der Traurigkeit zu sein. Also dass wir die Traurigkeit empfinden sollen. Das ist sogar sehr wichtig.
Und das Gegenteil lehrten die Stoiker. Das war eine philosophische Richtung im griechischen Altertum. Die Stoiker haben sich gefragt: Wie kann man das Problem des Leidens überwinden? Sie haben gelehrt, man soll eben eine stoische Miene haben. Das ist so ein Pokerface, das keine Gefühle zeigt. Eine stoische Miene, also man steht gefühlslos über den Schmerzen und über den Leiden. Aber das war eine widergöttliche Philosophie.
Wir werden gleich noch aufschlagen: In Apostelgeschichte 17 sehen wir, dass Stoiker Feinde von Paulus waren und ihn verspottet haben. Das ist so gegen das Evangelium, gegen das Wort Gottes. Da wird gesagt, eben das, was wir durchwachen an Leiden, ist eben nicht ein Gegenstand der Freude, sondern der Traurigkeit.
Aber wir wissen, es hat gute Resultate. Darum heißt es: Danach aber gibt sie die friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt worden sind. Die Leiden, die Schmerzen, üben uns, und es hat am Schluss ein schönes, ein gutes Resultat. Die friedsame Frucht der Gerechtigkeit verändert unser Leben, richtet uns auf, um dem Herrn noch treuer nachzufolgen in Gerechtigkeit. Aber wir müssen nicht einfach gefühlsmäßig darüber stehen.

Zwischen Stoizismus und göttlicher Erziehung

Und jetzt ganz wichtig: Vorher wird noch Vers fünf gelesen. Und habt die Ermahnung vergessen, die zu euch als zu Söhnen spricht.
Jetzt kommt ein Zitat aus den Sprüchen Salomos: Mein Sohn, achte nicht gering des Herrn Züchtigung.
Wenn man sich über den Schmerz hinwegsetzt und sagt: Das ist nichts, das bringt mich nicht zu Boden, ich stehe darüber, dann ist das gewissermaßen, als würde man die Züchtigung gering achten.
Als Kind habe ich das so erlebt. Ein etwas älteres Kind war für mich so ein Vorbild, aber eigentlich war es gar kein gutes Vorbild. Ich wusste aber, dass in dieser benachbarten, befreundeten Familie die zwei älteren Söhne das jeweils so gemacht haben, wenn sie wussten, dass es Prügel gibt. Also, für alle, die den Livestream später anschauen und irgendwelche linksideologischen Ideen haben: Ich erzähle historisch, was da war.
Die haben das so gemacht. Sie wussten, es wird Prügel geben vom Vater, und dann haben sie Kissen hinten in die Hosen hineingeschoben. Wenn die Prügel kamen, mussten sie einfach nur lachen. Sie haben wirklich die Züchtigung des Vaters verachtet. Sie standen völlig darüber.
Und hier wird gesagt: Achte nicht gering die Züchtigung des Herrn. Es ist also nicht etwas, worüber man stehen soll, sondern etwas, das man ernst nehmen soll.
Dann gibt es aber noch die andere Gefahr: Noch ermatte, wenn du von ihm gestraft wirst. Das ist eine andere Gefahr für Gläubige, dass man in den Schwierigkeiten des Lebens, in den Schmerzen, die Gott uns zur Erziehung zulässt, einknickt und innerlich zerbricht. Und das ist dann dieses Aufgeben. Davor wird gewarnt.
Es gibt also das Problem, dass man sich einfach erhaben darüber fühlt. Aber es gibt auch das Problem, dass man einknickt. Und da wird Mut gemacht, dass man sehen soll, dass Gott uns in seiner Liebe erzieht.
Darum sagt hier Hebräer 12,7: Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung. Gott handelt mit euch als mit Söhnen. Also ist es nicht Gottes Zorn, sondern Gottes Liebe, die uns durch die Schwierigkeiten des Lebens hindurch erzieht.
Aber wir müssen auf beides achten: nicht das Geringe achten und auch nicht darunter einknicken. Und das hängt sehr stark mit der Einstellung zusammen.

Rückkehr zum Kapitel und die Bedeutung von Abstand

Und jetzt gehen wir zurück zu 1. Mose 23. Aber noch ganz zwischendurch, ganz kurz Apostelgeschichte 17, das haben wir ja versprochen: Paulus in Athen auf dem Marktplatz. Er spricht mit den Leuten über den Glauben, und da wird er in Vers 18 mit epikureischen und stoischen Philosophen konfrontiert.
Aber auch einige der epikureischen und stoischen Philosophen griffen ihn an. Und einige sagten: Was will wohl dieser Schwätzer sagen? Andere aber: Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein, weil er das Evangelium von Jesus und der Auferstehung verkündigte.
Ja, also es sind zwei verschiedene Schulen, die ihn da angegriffen haben. Die Epikureer haben sich auch mit dem Problem des Leidens beschäftigt. Und die haben sich gesagt: Den Sinn des Lebens findet man, indem man eben darauf achtet, möglichst Leiden zu umgehen. Sie haben zum Beispiel gelehrt, man soll sich nicht abgeben mit Leuten, die Probleme haben. Und es ist so: Wenn man sich beschäftigt und hingibt für Menschen, die Nöte haben, dann kriegt man selber auch Nöte. Das ist so. Und die haben also gesagt: Nein, also die würden sagen, macht nie Seelsorge, dann bekommt ihr selber Probleme.
Aber es waren Egoisten, totale Egoisten, und die wollten das Leben genießen, und zwar sehr klug überlegt. Die sagten auch nicht, man soll das Leben genießen, indem man unbändig ohne moralische Schranke lebt. Nein, die wussten, da wird keiner glücklich, das gibt gerade Schmerzen. Sondern man muss moralisch leben, aber eben sich nicht mit Leuten abgeben, die Nöte haben, sonst kriegt man auch Nöte.
Und die Stoiker, die haben gesagt: Nein, man muss einfach über den Schmerzen stehen, sie möglichst nicht empfinden, mit stoischer Miene darüber hinweg. Das ist eben das Verachten Gottes wegen der Erziehung.
Ja, jetzt gehen wir zurück zu Abraham. Wir haben ihn hier als Beispiel. Abraham beklagt Sarah, und er beweint sie. Übrigens, das ist die einzige Frau der Bibel, von der das Alter angegeben wird beim Tod. Erzähl die Beobachtung: hundertundsiebenzwanzig Jahre. Das bedeutet also nicht, man darf Frauen nicht nach dem Alter fragen, sondern es wäre das Alter des Todes; vorher dürfte man schon. Aber eben nur, um zu sagen, dass dieser Todesfall hier schon eine ganz besondere Bedeutung hat. Ein ganzes Kapitel beschäftigt sich mit dem Todesfall Sarah und wie Abraham damit umgegangen ist.
Aber was steht in Vers 3? Dann stand Abraham auf und ging weg von seiner Toten und redete zu den Söhnen Heth: Ein Fremder und Beisasse bin ich bei euch, gebt mir ein Erbbegräbnis bei euch, dass ich meine Tote von meinem Angesicht hinwegbringe und begrabe.
Was macht er hier? Was heißt das, er hob sich weg von seiner Toten? Ja, also er hat die Totenklage beendet, hat die Beerdigung eben eingeleitet, und er hob sich weg von seinen Toten. Das bedeutet, er hat sich entschieden: Das Leben geht weiter.
Ich habe jetzt ein Beispiel, ein problematisches Beispiel, erwähnt: Eine Witwe, die an der Beerdigung eben so übertröstet war. Man merkte, das ist gar nicht real. Und das könnte die Person dann später wieder einholen. Es braucht diese Trauer, dass man sie auch zulässt und nicht einfach wegtut.
Aber es gibt auch die Problematik: Früher haben ja Witwen sich in bestimmten Kreisen unserer Gesellschaft schwarz gekleidet für die weitere Zeit. Und in manchen Orten war das so üblich, ein Jahr. Und das konnte eben dazu führen, dass nie jemand aufhörte, immer schwarz gekleidet zu sein. Das ist ein echtes Problem. Das heißt, die hat nie abgeschlossen. Und das ist ganz wichtig.
Also die Trauer voll empfinden und auch vor den Herrn bringen, darüber klagen. Und in Klagelieder 2 haben wir gelesen: Beim Beginn der Nachtwache. Warum wird das so gesagt? Die Nachtwache beginnt um die erste Nachtwache um 18 Uhr. Im Nahen Osten ist im Frühjahr und Herbst Sonnenuntergang, also in der Nacht. In der Nacht kann man besser weinen als am Tag. Man darf auch am Tag, aber die Nacht ist manchmal so eine Zeit, wo man das in einer besonderen Weise tun kann. Das sagt die Bibel: Klagelied beim Beginn der Nachtwache, schütte dein Herz aus wie Wasser.
Aber dann muss die Entscheidung kommen, und jetzt geht es weiter. Das Leben geht weiter. Und das sehen wir hier: Abraham erhob sich weg von seinen Toten. Und dann ist der Ausdruck interessant in Vers 4 am Schluss: „dass ich meine Tote begrabe vor meinem Angesicht weg.“ Also, er hat das Grab nicht im Garten aufgestellt, im Hintergarten, sondern das sollte eine Distanz ausmachen. Schon ein Ort, wo man auch später wieder hingehen kann und sich erinnern. Das ist absolut biblisch, also ein Begräbnis.
Man könnte ja sagen, der Körper ist ja nur eine Hülle. Und wichtig ist ja, dass die Seele des Gläubigen ins Paradies geht und der Geist. Aber der Körper ist eine Hülle, braucht es überhaupt ein Grab? Und es wird ja nirgends in der Bibel vorher gelehrt, man muss jemanden beerdigen. Gott sagt zwar in 1. Mose 3 nach dem Sündenfall, wo der Tod in die Welt kam als Gericht Gottes, da heißt es: Du wirst zurückkehren zu Staub. Also Gott will die Verwesung. Er sagt übrigens nicht „zurückkehren zu Asche“, sondern zum Staub, die natürliche Verwesung.
Aber hier sehen wir: Abraham begräbt sie. Und das ganze Kapitel ist hier gegeben zum Thema Begräbnis, und zwar nicht einfach so ein billiges. Also Abraham war bereit, 400 Schekel Silber zu bezahlen. Ein Schekel ist grob gesagt ungefähr zehn Gramm, kann man sich am besten merken. Also 400 mal zehn Gramm, das hat schon etwas gekostet. Und er war bereit, dafür zu bezahlen, aber er sagt ihm: „von meinem Angesicht weg.“ Das ist wichtig im Zusammenhang mit der Entscheidung: Es geht weiter.

Jesu Reaktion auf Tod und Schock

Und wir sehen das auch im Leben des Herrn Jesus und seiner Jünger in Matthäus 14. Dort lesen wir in Vers 12: Und seine Jünger kamen herbei, hoben den Leib auf und begruben ihn. Und sie kamen und verkündeten es Jesus. Und als Jesus es hörte, zog er sich von dort in einem Boot an einen öden Ort zurück.
Ja, also sieht man, was da geschehen ist. Johannes der Täufer war ja dieser treue Prophet, der den Auftrag hatte, den Messias in Israel einzuführen. Aber sein treuer Dienst führte dazu, dass er ins Gefängnis kam und schliesslich an einer Hochzeitsfeier, im Rahmen einer Hochzeitsfeier, durch den Fürsten Herodes enthauptet wurde. Diese Nachricht wurde überbracht, und wir lesen: Sie kamen und berichteten es Jesus.
Wie reagierte Jesus auf diese Schreckensmeldung? Er war wirklich Mensch geworden und hat empfunden wie wir, nur noch tiefer. Denn er hatte diese Verhärtung, die wir in den Gefühlen erfahren haben, von Kind an, im Kindesalter, im Jugendalter und im Erwachsenenalter durch die Sünde nicht. Das hat Verhärtungen in unseren Empfindungen bewirkt. Der Herr hatte das nicht. Er hat das Böse noch tiefer als böse empfunden. Wir haben uns an manches gewöhnt. Und dann heisst es: Als aber Jesus es hörte, zog er sich in ein Schiff von dort zurück, an einen öden Ort für sich allein.
Das war eine Schreckensnachricht. Aber wir sehen dann im weiteren Satz, wenn du ein bisschen weiterliest: Und als die Volksmengen es hörten, folgten sie ihm zu Fuss aus den Städten. Und als er ausstieg, sah er eine grosse Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie und heilte ihre Kranken.
Als es aber Abend geworden war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist öde, und die Zeit ist schon vergangen. Entlass die Volksmengen, damit sie hingehen in die Dörfer und sich Speise kaufen. Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben nicht nötig, wegzugehen; gebt ihr ihnen zu essen.
Ein Schock, und der Herr geht weg mit den Jüngern. Die waren alle unter Schock. Und dann kommen Menschen, dort, wo man sie nicht wünscht, ja, sie kommen trotzdem. Die Bedürfnisse sind da, und der Herr sieht diese Volksmenge, und er ist innerlich bewegt über sie.
Ich war in solchen schwierigen Momenten, wenn man eine Schocknachricht bekommt. Manche unter uns haben das vielleicht schon erlebt. Also Momente, wo das Leben ganz normal weiterging und plötzlich eine Schockmeldung kam. Da könnte man im Moment am Boden zerbrechen. Aber die Bedürfnisse und die Leute gehen weiter. Der Herr ist innerlich bewegt, und der Herr sagt den Jüngern: Gebt ihr ihnen zu essen.
Ich weiss, der Herr hätte sagen können: Jetzt hören wir auf. Aber das war die Entscheidung: Wir fahren weiter. Und er gibt seinen Jüngern einen Auftrag. Und das ist diese Entscheidung zum Leben. Das ist ganz etwas Entscheidendes und Wichtiges, wenn man eben solche schrecklichen Nachrichten erfährt. Und grosse Traurigkeit, und eben auch der Todesfall von Abrahams Ehefrau war das. Und dann kam die Entscheidung: Ich mache weiter. Und darum hat er sich erhoben, weg von seiner Toten. Und darum heisst es: Er will sie begraben, weg von meinem Angesicht weg.

Die biblische Sicht auf Begräbnis und Wiederverheiratung

Es gibt Leute, die haben zu Hause eine Urne von dem verstorbenen Mann oder der verstorbenen Frau, wer auch immer sonst im Haus wohnte, aus der Verwandtschaft. Das geht gar nicht, das ist genau falsch. Diese Distanz muss da sein.
Und wenn ich von der Urne spreche, habe ich noch gar nichts über die Kremation gesagt. Ich habe ja nur ein wenig angedeutet, dass Gott eigentlich die Erdbestattung von uns möchte. Die Verbrennung haben wir in 1. Mose 19 gesehen, das war bei Sodom so. Dort gab es Kremation, aber das war ein Gericht Gottes. Und das Feuer war bereits ein Bild von dem ewigen Feuer, wie uns der Judasbrief sagt.
Also Gott möchte die Erdbestattung. Aber eben: Weg, die Distanz muss da sein, und die Entscheidung, es geht weiter.
Darum heißt es in 1. Korinther 7, da bespricht der Apostel Paulus alles Mögliche. Er bespricht die Ehe, er bespricht das Unverheiratetsein, er bespricht das Thema Scheidung und auch das Thema Witwenschaft. Und ganz wichtig ist 1. Korinther 7,39-40 im Zusammenhang mit der Witwenschaft. Das ist jetzt unser Thema.
Eine Frau ist gebunden, solange ihr Mann lebt. Wenn aber der Mann entschlafen ist, so ist sie frei, sich zu verheiraten, an wen sie will, nur im Herrn muss es geschehen. Also auch da ist klar, dass mit dem Tod die Ehe beendet ist und grundsätzlich eine Wiederverheiratung dann möglich ist.
Aber ich habe auch schon den Fall erlebt, wo eine Frau zu Lebzeiten von ihrem Mann das Versprechen abverlangte: Du wirst nie mehr heiraten. Aber das geht nicht, das ist nicht biblisch, das darf nicht sein. Das ist nicht das Thema während der Ehe. Aber wenn der Tod eingetreten ist, zeigt die Bibel: Die Witwe kann sich wieder verheiraten, und zwar wem sie will. Also ein Weg, auf dem sie wirklich Freude hat, diesen Weg zu gehen. Aber es wird gesagt: nur im Herrn.
Das ist kein Widerspruch. Das, was der natürliche Wunsch sein kann, kann gleichzeitig der Wille des Herrn sein, und das muss zusammenpassen. Der natürliche Wunsch kann etwas sein, was dem Herrn widerspricht; da ist es eben nicht gut. Aber hier wird gezeigt: an wen sie will, aber natürlich nur in Übereinstimmung mit der Führung des Herrn, wie er einen Plan hat.
Aber es ist wichtig: Das sind einfach biblische Grundsätze, die man nicht über den Haufen werfen darf. Und die sind gegeben zu unserem Guten.

Die wiederholte Rede von der Toten und ihre geistliche Bedeutung

Und jetzt schauen wir uns das weiter an mit Abraham. Hat jemand gemerkt, wie auffällig in diesem Kapitel dauernd von Sarah gesprochen wird? Achtmal, ja. Und zwar: Wo fängt das an? In Vers 3 haben wir ja gelesen: Abraham erhob sich weg von seiner Toten. Dann Vers 4: dass ich meine Tote begrabe vor meinem Angesicht weg. Und weiter in Vers 6: Begrabe deine Tote, sagen die Hethiter. Und nochmals im gleichen Vers: dass du deine Tote begräbst. Dann Vers 8: dass ich meine Tote begrabe von meinem Angesicht weg, wieder der gleiche Ausdruck. Vers 11: Begrabe deine Tote. Und Vers 13 am Schluss: Und ich will meine Tote dort begraben. Und in Vers 15: So begrabe deine Tote. Erstaunlich, oder?
Ja, aber ich habe ja gesagt, dass dieses Kapitel typologisch ein Hinweis ist auf Israel, das starb. Darum wird das so betont: deine Tote, deine Tote, meine Tote. In der Zeit eben, da war immer noch diese Herzensverbindung. Ja, die Ehe war zwar aufgelöst, aber das war immer noch seine Sarah. Und darum heißt es auch in Vers 19: Und danach begrub Abraham Sarah, seine Frau. Es wird wieder betont: seine Frau, obwohl sie schon tot ist. Aber das wird also so betont: Tote, Tote, Tote. Und wir werden bald den Zusammenhang mit Hesekiel 37 sehen, dieses Tal voller Totengebeine, und der Tod wird dort so betont. Und die Totengebeine sagen dort: Unsere Hoffnung ist verloren.
Aber eben noch etwas Wichtiges: Jedes Mal, wenn ich an einer Beerdigung bin und man sagt, jetzt legen wir diese Hülle da ins Grab, dann sträubt sich alles in mir, das zu bezeichnen als Hülle. Wo wird das in der Bibel so gesagt? Nicht wahr? Abraham begräbt nicht einfach die Hülle, sondern es heißt in Vers 19: Und danach begrub Abraham Sarah, seine Frau. Ja, weil ich meine, wenn man einen Toten sieht, merkt man: Das ist nicht mehr die Person. Ja, wirklich diese Starre und diese Leblosigkeit, man merkt, eben die Seele ist nicht mehr da. Und trotzdem wird dieser tote Körper als Sarah, seine Frau, bezeichnet.
Und jetzt noch krasser: Johannes 19. Der Jesus starb auf Golgatha, und ganz in der Nähe war ein Grab aus dem Felsen geschlagen, in einem Garten, und dort wurde er begraben. Liest du, Christian, Johannes 19,40-42?
Es war aber an dem Ort, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten, und in dem Garten eine neue Gruft, in die noch nie jemand gelegt worden war. Dorthin legten sie Jesus wegen des Rüsttags der Juden, weil die Gruft nahe war.
Weiter? Nein, das reicht schon.
Wen legten sie in die Gruft? Jesus. Jesus. Es wäre auch richtig, wenn man sagen würde, sie legten seinen Körper, seinen Leib, ins Grab. Aber Johannes, inspiriert durch den Heiligen Geist, sagt: legten sie Jesus. Aber natürlich, der Jesus hat am Kreuz gesagt, das war sein letztes Wort von den sieben Worten am Kreuz: Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist. Und zuvor hatte er dem Mittelgekreuzigten, der noch eine Umkehr erlebte, im letzten Moment gesagt: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Das heißt, der Herr Jesus ging ins Paradies, in seinem Geist und seiner Seele. Der Körper ging ins Grab, aber der Körper wird trotzdem genannt: Jesus. Und das macht klar: Wir sind vom Schöpfer gemacht als eine Einheit von Geist, das höhere Denken, Seele, der Sitz unserer Persönlichkeit, das Ich, und Körper. Geist und Seele sind nicht materiell, und der Körper ist materiell. Aber das bildet eine vollkommene Einheit, und der Tod ist so etwas Schreckliches, da wird diese Einheit aufgesplittet, und ein Teil bleibt diesseits und zwei Teile gehen jenseits. Der Körper geht ins Grab, aber das ist immer noch eben nicht einfach eine Hülle, sondern das gehört zur Person. Und darum wird hier gesagt: Legten sie Jesus.
Das zeigt eben auch die Wichtigkeit des Körpers, und es zeigt eben auch die Bedeutung der Auferstehung. Darum gibt es eine Auferstehung aus den Toten, weil Gott diesen Körper, auf den er verwest ist, die Atome sammelt und den Körper vollkommen wiederherstellt. Perfekt! Und das gibt ein ganz anderes Verhältnis eben auch zur Beerdigung. Man weiß: Nein, das ist wirklich Teil der Person, und der Körper wird auferweckt werden. Und beim Gläubigen ist die Seele, der Geist, bei vollkommener Glückseligkeit im Himmel, im Paradies, bei Christus. Darum sagt Paulus in Philipper 1: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein, bei Christus zu sein, es ist weit besser.
Nun, für Sarah war das so, sie ging in die Herrlichkeit. Aber für Abraham war das eben eine traurige Trennung, aber er entschied sich: Mein Leben geht weiter. Und darum lesen wir dann in den weiteren Kapiteln, wie das Leben Abrahams noch weiterging, jahrzehntelang. War nicht abgeschlossen. Er hatte ja noch einen Auftrag hier auf Erden. Und das ist wichtig, dass man eben nicht an bestimmten Punkten im Leben, wo es einen tiefen Einschnitt gibt, einknickt, sondern sich entscheidet: Ich will weitergehen mit dem Herrn.

Historischer Hintergrund der Hethiter und des Kaufes in Hebron

Und dann sehen wir, wer da den Kontakt mit den Hethitern sucht. Wir waren bei den Hethitern, also Einwohnern von Kanaan, aber das waren eben keine Kanaaniter, nicht wahr? Die Kanaaniter stammen ab von Kanaan, einem Sohn von Ham. Aber die Hethiter waren ein indogermanisches Volk. Die hethitische Sprache ist also verwandt mit europäischen Sprachen, nicht mit den semitischen Sprachen wie Hebräisch, Arabisch oder Babylonisch.
Die Hethiter hatten damals ein Grossreich im Nahen Osten. Ihr Zentrum war in der heutigen Türkei. Es war ein Riesenreich, und darum waren das Ausläufer dieses Reiches bis nach Kanaan. Das ist sehr pikant. In der liberalen Theologie hat man im 19. Jahrhundert gelehrt, das sei ein Beweis für die Fehler der Bibel. Die Bibel spricht, und zwar dutzende Male, über Hethiter, und das sei ein Volk, das es gar nie gegeben habe, eine reine biblische Erfindung. Warum? Weil man damals in den historischen Quellen nichts über die Hethiter wusste.
Anfang des 20. Jahrhunderts hat man dann die Hauptstadt in der Türkei ausgegraben und festgestellt: Das war nicht nur ein Volk, das existiert hat, sondern es war ein ganz mächtiges Volk, das sich weit im Nahen Osten ausgebreitet hatte und sehr bedeutsam war, eine Militärmacht. Die Hethiter haben eben Soldaten, oft Söldner, ausgebildet für andere Nationen. Und wir kennen einen ganz besonderen Elitesoldaten, der Hethiter war: Uria. Ich habe nicht falsch verstanden, nein. Goliath war aus Gat, also ein Philister aus Gat; das gehört zum Gebiet des Gazastreifens und darum herum zu den Philistern. Aber eben Uria, der Hethiter, der Mann von Batseba, das war ein Elitesoldat. Er war ein Hethiter.
Und natürlich hat sich so der Spiess gedreht. Man hat mir mal gezeigt, wie verdreht und verkehrt liberale Theologie ist, wo man einfach alles anzweifelt, ausser dem eigenen Wissen, bis man merkt, dass dieses Wissen eben nicht ausreicht. Aber das zeigt eigentlich einen unglaublichen Stolz, einen Hochmut. Darum ist das Schnee von gestern. Aber es ist wichtig, dass man sich manchmal an Schnee von gestern erinnert, gerade wenn man so ein Kapitel liest über die Hethiter.
Dieses Reich ging dann im 13. Jahrhundert vor Christus unter. Und in der liberalen Theologie wird ja gesagt, die Bücher Mose seien Jahrhunderte später, im ersten Jahrtausend, geschrieben worden, also viel, viel später. Aber wenn man jetzt dieses Kapitel liest, dann stellt man fest: Abraham wollte eigentlich etwas kaufen. Was wollte er kaufen? Eine Höhle! Aber sie verkaufen ihm schliesslich eine Höhle plus ein Feld, also ein Grundstück.
Der Punkt ist eben der: In den Immobiliengesetzen der Hethiter, man hat jetzt eben viele Inschriften der Hethiter ausgegraben, man konnte die hethitische Sprache analysieren, und sie ist heute verständlich. Da steht, wenn man ein Grundstück kauft, aber nur ein Teil davon, dann hat man nicht die Feudalpflichten von Abgaben gegenüber einem Feudalherrn. Also Abraham war interessiert, eben nicht alles zu kaufen. Dann musste man von dem Ertrag des Feldes keine Steuern bezahlen. Und darum wollte er eigentlich nur die Höhle. Das kann man so daraus ableiten.
Aber es wird ihm gesagt: Nein, er soll also die Höhle und das Feld nehmen, und übrigens alles gratis. Und das will Abraham auf keinen Fall. Er will, er hat vom Land Kanaan nichts in Besitz genommen. Er kam ins Land Kanaan und lebte wie ein Fremdling. Er wusste einfach: Gott hat mir verheissen, beim Bund in Sichem, deiner Nachkommenschaft werde ich dieses Land geben. Er wusste also, dass seine Nachkommenschaft, das Volk Israel, einmal dieses Land besitzen wird. Aber er selber hat es noch nicht in Besitz genommen. Das sollte erst später kommen, nach dem Auszug aus Ägypten. Aber er hatte nichts, er war ein Fremdling in seinem eigenen Land. So sagt das Hebräer 11.
Aber es gab eine Ausnahme: Er hat eben dieses Immobiliengeschäft gemacht in Hebron und das Feld und die Höhle Machpela gekauft. Und das ist wichtig, weil der Immobilienstreit bis heute anhält. Die Muslime kamen später ins Land, nämlich nach dem Tod von Muhammad, also im 7. Jahrhundert nach Christus, und erheben Anspruch auf das ganze Land. Und sie erheben Anspruch auch ganz speziell in Hebron auf die Höhle Machpela, die durch ein riesiges Gebäude markiert ist, das Herodes gebaut hatte. Das hat übrigens architektonisch viele Übereinstimmungen mit dem Tempel in Jerusalem. Also, die Höhle Machpela ist bis heute ein Streitpunkt. Der Islam fordert das für sich, aber wir können sagen: Hier, 1. Mose 23, da haben wir das Vermächtnis von diesem Immobiliengeschäft. Vater Abraham hat das bezahlt, und zwar 400 Schekel Silber.
Ganz ähnlich war das mit David, wie? Ja, die Tenne Ornans auf dem späteren Tempelplatz. Die Tenne Ornans, dort sollte er einen Altar bauen, und das sollte dann auch der Ort werden für den Altar im salomonischen Tempel, im späteren salomonischen Tempel. Aber da hat der Kanaaniter Ornan genau die gleiche edle Art gehabt: Du kannst es alles gratis haben. Und David hat in Gold und in Silber teuer bezahlt. Er wollte da den Tempelplatz kaufen. Das ist ein Immobilienstreit bis heute. Die Muslime beanspruchen den Tempelplatz in Jerusalem für sich bis heute, aber wir können mit 2. Samuel 24 und mit der Parallelstelle in 1. Chronika sagen: Nein, David hat bezahlt, vollen Preis, in Gold und Silber.

Das Tal der Gebeine und die Hoffnung Israels

Ja, und jetzt wollen wir noch zum Schluss Hesekiel 37 aufschlagen. Hesekiel 36 meine ich natürlich. Du liest von Vers 1:
Die Hand des Herrn kam über mich, und er führte mich im Geist des Herrn hinaus und ließ mich nieder mitten im Tal. Und dieses war voller Gebeine. Und er führte mich ringsherum an ihnen vorüber, und siehe, es waren sehr viele auf der Fläche des Tales, und siehe, sie waren sehr vertrocknet.
Und er sprach zu mir: Menschensohn, werden diese Gebeine wieder lebendig? Und ich sagte: Herr, Herr, du weißt es. Da sprach er zu mir: Weissage über diese Gebeine und sage zu ihnen: Ihr vertrockneten Gebeine, hört das Wort des Herrn! So spricht der Herr, Herr, zu diesen Gebeinen: Siehe, ich bringe Odem in euch, dass ihr wieder lebendig werdet. Und ich lege Sehnen an euch und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut. Und ich gebe Odem in euch, dass ihr wieder lebendig werdet, und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.
Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Da entstand ein Geräusch, als ich weissagte, und siehe, ein Getöse. Und die Gebeine rückten zusammen, Gebein an Gebein. Und ich sah, und siehe, es entstanden Sehnen an ihnen, und Fleisch wuchs, und Haut zog sich über sie oben darüber. Aber es war noch kein Odem in ihnen.
Und er sprach zu mir: Weissage dem Odem, weissage, Menschensohn, und sprich zum Odem: So spricht der Herr, Herr: Komm von den vier Winden her, du Odem, und hauche diese Erschlagenen an, dass sie wieder lebendig werden! Da weissagte ich, wie er mir befohlen hatte. Und der Odem kam in sie, und sie wurden wieder lebendig und standen auf ihren Füßen, ein sehr, sehr großes Heer.
Und er sprach zu mir: Menschensohn, diese Gebeine, sie sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie sagen: Unsere Gebeine sind vertrocknet, und unsere Hoffnung ist verloren, es ist aus mit uns. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich öffne eure Gräber und lasse euch aus euren Gräbern heraufkommen als mein Volk und bringe euch ins Land Israel. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch aus euren Gräbern heraufkommen lasse als mein Volk. Und ich gebe meinen Geist in euch, dass ihr lebt, und werde euch in euer Land setzen. Und ihr werdet erkennen, dass ich, der Herr, geredet und es getan habe, spricht der Herr.
Ja, also eine Talebene voll von Totengebeinen. Und die Frage lautet: Wird das wieder lebendig? Und so war es fast zweitausend Jahre lang. Nach dem Untergang des Tempels im Jahr siebzig, der Hauptstadt Jerusalem und dann dem Untergang des Staates Israel 135 nach Christus war das Land völlig verwüstet, auch ökologisch durch die Römer verwüstet. Das jüdische Volk war weltweit zerstreut, nirgends zu Hause, geprägt durch das Bild des von Ghetto zu Ghetto wandernden Juden, gehasst, geächtet, heimatlos, unerwünscht, abgelehnt.
Und wenn man in den vergangenen Jahrhunderten die Frage gestellt hätte: Wird das jüdische Volk je wieder einen eigenen Staat haben, in ihrem Land?, dann hätte man sagen können: Ja? Nicht wahr? Hesekiel sagt: Du weißt es, Herr. Und diese Gebeine sprechen ja hier in der Vision, Vers 11: Siehe, sie sprechen: Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, wir sind dahin, hoffnungslos.
Man konnte sich das auch nicht vorstellen, dass es je wieder einen Rückwanderungswillen aus aller Welt geben könnte. Das war in frühen Jahrhunderten auch gar nicht möglich, denn viele hätten die ganze Wanderung gar nicht überlebt. Und das war also undenkbar ohne die modernen Rückreisemittel wie Schiff und Flugzeug usw. Aber ebenso war das scheinbar hoffnungslos.
Und in der Vision sieht Hesekiel drei Phasen: Die Totengebeine rücken zusammen, und dabei ein unglaublicher Lärm, Vers 7. Und dann in der weiteren Phase kommen Sehnen, Fleisch und Haut darüber, und erst in der dritten Phase kommt Lebensodem.
Und nun ist es so gewesen: 1882, bei schrecklicher Verfolgung der Juden in Russland, man sagt den Pogromen, haben sich Tausende gesagt: Jetzt gehen wir zurück ins Land der Väter. Sie haben ihren Koffer gepackt, und mit den Reisemöglichkeiten wurde das ab 1882 möglich. Tausende von Juden kehrten aus Russland ins Land der Vorfahren zurück. Aber sie bauten dort Industrie auf, dort machten sie Landwirtschaft, und doch war es noch kein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl. Es waren einfach Juden im Land, so wie diese Totengebeine, aber doch: Sie sind zusammengerückt.
Und dann gab es muslimischen Widerstand durch die Araber im Nahen Osten. Das führte dazu, dass diese unabhängigen jüdischen Siedler begannen, sich zusammen in Selbstverteidigungsorganisationen zu organisieren. Und da kamen die Sehnen darüber und Muskeln. Und die Entwicklung ging weiter bis schließlich 1948, am 14. Mai, als Ben Gurion den Staat Israel ausruft. Jetzt noch Haut darüber, vollständig, aber noch kein Leben.
Und das ist gerade der Punkt: Das Volk Israel heute als Ganzes ist nicht ein bekehrtes Volk. Aber schon in Hesekiel 36 wird gesagt, dass Gott zuerst zu seiner Ehre sein Volk zurückführt aus allen Nationen in Israel. Hesekiel 36,24: Und ich werde euch aus den Nationen holen, euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen. Und erst dann heißt es: Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein. Vers 26: Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist.
Also: Die Bekehrung Israels ist noch zukünftig, noch nicht erfüllt. Wir sind mitten drin, aber sehr fortgeschritten in dem Prozess. Und es war wirklich so: Lärm und Geräusch. Mit Judenverfolgung führte das nicht einfach nur zum Zionismus. Zionisten haben Vorträge gehalten, Juden sollten heimkehren, das hat nicht viel genützt. Vorträge, Bücher geschrieben und so weiter. Aber als dann die Verfolgungen kamen bis hin zu Hitler, hat das sie zu Hunderttausenden ins Land nach Hause gejagt.
Und so sehen wir eben in diesem Kapitel so eindrücklich: 1. Mose 23 veranschaulicht Sara als Tote, und in derselben Zeit die Gemeinde als eine Realität. Während das jüdische Volk ohne Staat weltweit zerstreut war, wird das Evangelium in aller Welt ausgebreitet, und die Braut Christi, die Gemeinde nach Epheser 5, das werden wir das nächste Mal anschauen, die ist jetzt eine Wirklichkeit geworden, Rebekka, 1. Mose 24.
Aber wir sehen: Israel ist nur für eine Zeit so auf die Seite gestellt. Und diese Totengebeine, die sagen, Vers 11: Unsere Hoffnung ist verloren, awda tiquatenu. Tiqua heißt Hoffnung, tiquatenu: unsere Hoffnung. Verloren ist unsere Hoffnung. Und wer kennt diese zwei Worte aus einem Lied? Ja, die israelische Landeshymne. Die beginnt ja mit: Kol od balevav penima, solange im Herzen drinnen, in der jüdischen Seele noch ein Sehnen ist nach Zion zurückzukehren, solange gibt es noch Hoffnung, dass wir nach zweitausend Jahren wieder ein freies Volk sind in unserem Land, in Juda und Jerusalem.
Und im Refrain, wo es eben heißt: Unsere Hoffnung ist nicht verloren, singt man: Lo avda tikvateinu. Lo heißt nicht. Nicht ist verloren unsere Hoffnung. Aber sie ist genau aus dieser Stelle genommen. Die Totengebeine sagen: Avda tiquatenu, verloren ist unsere Hoffnung. Und jetzt singt man: Nicht verloren ist unsere Hoffnung. In so einem Gedenken an Hesekiel 37, dass das Realität geworden ist vor unseren Augen.
Also in diesem Zusammenhang ist 1. Mose 23 wirklich dramatisch: Meine Tote, meine Tote! Aber Gott hat einen Plan mit der Gemeinde, jetzt und in der Zukunft wieder mit Israel, so dass Israel das Zeugnis sein wird in der Zukunft hier auf Erden. Aber das nächste Mal.

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