Zum Inhalt

Jesu Leben und Lehre | Episode 215

Jesu Leben und Lehre, Teil 216/696
26.01.2023Johannes 4,46-54
SERIE - Teil 216 / 696Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 215: Heuchelei – drei Fehler

Einführung in das Thema Heuchelei

Lasst uns heute noch einmal einen Blick auf Matthäus Kapitel 6, Vers 1 werfen. Dort heißt es: „Habt Acht auf eure Gerechtigkeit, dass ihr sie nicht vor den Menschen übt, um von ihnen gesehen zu werden. Sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater, der in den Himmeln ist.“

Wer geistlich lebt, nur weil er von anderen Menschen als fromm wahrgenommen werden will, ist ein Heuchler. Ein Heuchler ist ein Schauspieler. Heuchler sind immer dann fromm, wenn andere zuschauen.

Deshalb lohnt sich für uns die Frage: Wie sieht mein geistliches Leben oder allgemein mein Umgang mit Sünde aus, wenn keiner zuschaut? Oder anders ausgedrückt: Wie viel heiliger werde ich, wenn ich mich beobachtet fühle?

Hast du ein „Sonntagsgesicht“? Bist du im Gottesdienst dieselbe Person, der deine Arbeitskollegen und Schulfreunde begegnen? Oder gibt es da einen Unterschied?

Die drei Fehler der Heuchler

Fehler Nummer eins: Mangelnde Wachsamkeit

Aber zurück zu unserem Text: Heuchler machen drei Fehler. Fehler Nummer eins: Sie sind nicht wachsam.

 Matthäus 6,1: Habt acht auf eure Gerechtigkeit, dass ihr sie nicht vor den Menschen übt, um von ihnen gesehen zu werden. Sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater, der in den Himmeln ist. Habt Acht auf eure Gerechtigkeit.

Wir denken vielleicht, dass uns das nicht passieren kann. Ich meine, dass wir so werden wie die Pharisäer. Aber glauben wir wirklich, dass Pharisäer immer schon dachten: „Hey, cool, lasst uns mal für alle Zeit das Paradebeispiel für heuchlerischen Glauben abgeben. Irgendwer muss ja der Bad Guy sein.“ Definitiv nicht. Und doch ist es passiert.

Menschen wollen Gott gefallen, wollen seine Gebote halten und verlieren doch ihre Ausrichtung auf Gott. So verwandeln sie sich in Heuchler. Wenn Jesus uns vor Heuchelei warnt, dann lasst uns bitte nicht reflexartig denken: „Das kann mir eh nie passieren.“

Wir sind in diesem Zusammenhang die Könige von Juda, ein abschreckendes Vorbild. Ein guter Start garantiert kein gutes Ende. Ein Beispiel:

 2. Chronik 26,1.4-5: Und das ganze Volk von Juda nahm Usia, der war sechzehn Jahre alt, und sie machten ihn zum König anstelle seines Vaters Amazja. Und er tat, was recht war in den Augen des Herrn, nach allem, was sein Vater Amazja getan hatte. Und er suchte Gott in den Tagen Sacharja, der ihn in den Gesichten Gottes unterwies. Und in den Tagen, da er den Herrn suchte, gab ihm Gott Gelingen.

Ihr merkt schon, das klingt nicht so, als hätte es da nicht noch eine Veränderung gegeben, stimmt?

 2. Chronik 26,16-18: Und als er, Usia, mächtig geworden war, wurde sein Herz hochmütig, bis er verderblich handelte. Er handelte treulos gegen den Herrn, seinen Gott, und drang in den Tempel des Herrn ein, um auf dem Räucheraltar zu räuchern. Und das geht natürlich gar nicht.

Usia ist ein schönes Beispiel für einen guten Start, aber ein böses Ende. Ich habe gesagt, Heuchler sind nicht wachsam. Sie achten nicht auf die Qualität und Echtheit ihrer Gerechtigkeit.

Lasst uns deshalb wachsam bleiben und nicht zu schnell davon ausgehen, dass sich unser geistlicher Zustand nie mehr ändert.

Fehler Nummer zwei: Menschen beeindrucken wollen

Zweiter Fehler: Sie wollen Menschen beeindrucken.

 Matthäus 6,1: Habt Acht auf eure Gerechtigkeit, dass ihr sie nicht vor den Menschen übt, um von ihnen gesehen zu werden. Sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater, der in den Himmeln ist.

Heuchler sind nicht faul, das muss man ihnen zugutehalten. Sie sitzen nicht einfach da und warten auf Applaus. Stattdessen investieren sie Zeit und Energie, damit sie als religiöse Vorbilder wahrgenommen werden. Sie lassen sich ihre Religiosität etwas kosten.

Doch der Grund für ihr religiöses Gehabe ist, dass sie gesehen werden wollen, beeindrucken möchten, im Rampenlicht stehen und für Schlagzeilen sorgen wollen. Es geht ihnen um die Ehre von Menschen, aber nicht zuerst um die Ehre von Gott.

Eine solche Haltung macht Glauben fast unmöglich. Deshalb fragt Jesus auch seine Gegner: Johannes 5,44: Wie könnt ihr Glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht?

Glauben funktioniert nur, wenn Gott der Fokus in meinem Leben bleibt. Glauben funktioniert nur, wenn sich mein Leben um die Frage dreht, wie Gott über mich denkt – nicht darum, was Menschen denken.

Glauben heißt, ich suche die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist. Ich will gesehen werden, aber eben von Gott. Es ist nichts Falsches daran, dass ich mir wünsche, wahrgenommen zu werden. Die Frage ist nur, von wem.

 Matthäus 6,1: Habt Acht auf eure Gerechtigkeit, dass ihr sie nicht vor den Menschen übt, um von ihnen gesehen zu werden. Sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater, der in den Himmeln ist.

Bitte lasst uns das nie vergessen: Wir können Menschen täuschen, aber wir können Gott nicht täuschen. Er sieht in unser Herz und erkennt unsere Motivation.

Fehler Nummer drei: Falsche Erwartungen an Gottes Belohnung

Fehler Nummer drei: Heuchler denken, dass sie von Gott für ihre Heuchelei belohnt werden.

Hier taucht wieder der Gedanke auf, den wir in der letzten Episode bereits anhand von Psalm 51 kennengelernt haben. Heuchler glauben, dass es Gott darum geht, dass wir etwas tun. Dabei geht es Gott vielmehr um unsere Herzenshaltung. Nicht das Tun an sich ist wichtig, sondern warum wir es tun – oder für wen.

Im Reich Gottes gilt die Regel, dass wir uns entscheiden müssen. Entweder erhalten wir für unsere Gerechtigkeit den Applaus der Menschen, oder wir bekommen Gottes Belohnung. Beides zusammen ist nicht möglich. Wer für den Beifall der Menschen lebt, der hat keinen Lohn bei unserem himmlischen Vater. So einfach ist das.

Vielleicht ist dieser Gedanke für dich neu: dass wir für geistliche Übungen wie Spenden, Beten, Fasten und Ähnliches von Gott belohnt werden. Dieser Gedanke mag neu sein, aber er ist wahr. Er ist wahr, weil Gott gerecht ist und weil er unser Vater ist.

Dabei müssen wir uns vor zwei Extremen hüten. Sicherlich sollen wir gute Werke nicht nur wegen der Belohnung tun. Auf der anderen Seite ist es ebenso falsch, Gott als jemanden zu sehen, dem es egal ist, was wir tun.

Lasst uns deshalb in einer Spannung leben. Wenn wir uns zu wichtig nehmen, sollten wir daran denken, dass wir unnütze Sklaven sind, die das tun, was sie zu tun schuldig sind. Dieses Denken bewahrt uns vor Hochmut.

Auf der anderen Seite dürfen wir uns aber, wenn unsere Haltung stimmt, auch von ganzem Herzen auf die Belohnung freuen, die Gott für uns in der Ewigkeit bereithält. Diese Freude darf und soll uns anspornen, Gerechtigkeit in all ihren Facetten jeden Tag zu leben.

Abschluss und Ausblick

Was könntest du jetzt tun? Du könntest dich selbst fragen, wo sich Heuchelei in deinem Leben zeigt.

Das war's für heute. Ich freue mich immer, wenn für Frogwords im Dienst gebetet wird. Betet dafür, dass der Podcast und die Predigten Herzen berühren, prägen und auf Gott ausrichten.

Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.