Einleitung
Letzten Dienstag (4. Juli 00) war im Tages-Anzeiger ein interessanter
Artikel im Sportteil zu lesen:
Die Kunst, die richtigen Gedanken zu denken.
Voraussetzung von Höchstleistungen ist das Zusammenspiel von Körper und
Geist. Wer sein Potential ausschöpfen will, sollte auch die Gedanken
trainieren.
Nun wollen wir mit unserer Betrachtung weiterfahren.
Text lesen: Kol.3,16-17.
I. Eine positive Lebensmelodie
Die Aufforderung Gott dankbar in unseren Herzen zu singen, hatten wir
letzten Sonntag gar nicht genauer betrachtet. In diesem Abschnitt fordert
Paulus dreimal zur Dankbarkeit auf. Grund genug, darüber nachzudenken. Es
ist die Frage nach unserer Lebensmelodie. Ist es eine dankbare oder eher
eine klagend, jammernde Melodie.
Undank gegenüber dem Schöpfer ist ein Zeichen der Gottlosigkeit. So
schreibt Paulus den Römern:
Obwohl sie Gott kannten, ehrten sie ihn nicht als Gott und dankten ihm
nicht. Ihre Gedanken liefen ins Leere, und in ihren unverständigen
Herzen wurde es finster. Rö.1,21.
Wer jemandem Dankbar ist, bezeugt damit, dass er von ihm Abhängig ist.
Das macht es uns oft so schwer dankbar zu sein. Wir möchten eigenständig
sein. Niemand soll unseres Glückes Schmied sein. Ich möchte frei und
unabhängig bleiben.
Dankbarkeit wird unbewusst als ein Zeichen der Schwachheit und
Demütigung empfunden.
So sind wir auch als Christen stets in der Gefahr nicht mehr dankbar zu
sein. Wir führen dann alles auf unseren Fleiss, unsere Begabung, unsere
Intelligenz oder Nationalität usw. zurück.
Wilhelm Busch erzählt eine Begegnenung.
Wilhelm Busch erzählt: Ich kenne eine Frau, eine tüchtige Frau, eine
sehr, sehr tüchtige Frau ... Aber sie weiss auch, dass sie tüchtig ist.
So oft ich mit ihr zusammenkam, verstand sie es, ihre Tüchtigkeit ins
rechte Licht zu setzen. Die Familie kam voran. Und wenn man der Frau
glauben konnte, dann war das ihre Tüchtigkeit und ihre Geschicklichkeit
und ihr Fleiss. Ich habe nie gehört, dass sie gesagt hätte – Gott hat
uns gesegnet. Ihm will ich danken.' Sie lobte nur sich und ihre
Tüchtigkeit. Aber eines Tages kehrte Unglück in ihrem Hause ein. Es kam
sehr viel auf einmal. Da besuchte ich sie wieder. Und wisst ihr, was
sie jetzt sagte: Was habe ich nur getan, dass unser Herrgott mich so
hart schlägt?' Da musste ich - trotz der ernsten Situation - lachen.
"So', sagte ich, "wenn's also bei Ihnen vorangeht, wenn das Glück lacht
und die Sonne scheint, dann ist das immer nur Ihre Tüchtigkeit, Ihr
eigenes Werk und Verdienst. Wenn's aber schiefgeht, wenn Schweres
kommt, wenn das Unglück da ist, dann ist der liebe Gott schuld. Dann
wird er angeklagt. 0 Narrheit!'
Als Christen sollten wir uns gerade dadurch auszeichnen, dass wir
dankbare Menschen sind. Wenn es uns gut geht, sollen wir Loblieder
singen.
Wer von euch Schweres zu ertragen hat, soll beten. Wer von euch
glücklich ist, soll Loblieder singen.
Petrus und Silas machen das sogar als sie im Gefängnis sitzen:
Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und priesen Gott in
Lobgesängen. Die anderen Gefangenen hörten zu. Apg.16,25.
In einer Welt, die den Stolz hochhält ist es wichtig, dass wir die
Dankbarkeit hochhalten. Wenn wir jemand sagt auf das kannst Du stolz
sein, sei es etwas, das ich gemacht hatte oder seien es meinen Kinder,
dann weiss ich damit nicht so recht etwas anzufangen.
Denn ich will nicht Stolz auf etwas sein, sondern dankbar für das, was
mir Gott geschenkt hat. Wenn mir etwas gelungen ist, dann hat Gott das
Gelingen geschenkt. Er gab mir meine Gaben.
II. Ehrend im Alltag
Nun stellt Paulus an uns eine Forderung, mit der wir uns oft sehr
schwer tun: All unsere Worte und all unsere Werke, sollen im Namen des
Herrn Jesus geschehen.
Muss ich jetzt immer fromm sprechen? Darf ich keinen Spass mehr machen?
Darf ich mich in meinem Beruf noch einsetzen, oder muss ich in die
Mission, um diesem Anspruch gerecht zu werden?
Wir müssen uns darüber Gedanken machen, was es heisst: "im Namen des
Herrn Jesus" zu handeln.
Wenn jemand im Namen eines anderen handelt und redet, dann handelt und
redet er in dessen Autorität. So hören wir in den Gerichtssälen wie das
Urteil im Namen des Volkes verkündigt wird.
Der Richter handelt in der Autorität des Volkes. Es geht nicht um seine
eigene Meinung, sondern um das, was im Sinne des Volkes gesagt sein muss.
Als Amerika Libyen bomardierte, konnte man überall lesen: "Reagen
bombardierte Libyen". Natürlich beteiligte sich Reagen nicht direkt an
diesem Angriff, aber er trug die Verantwortung und veranlasste diesen
Angriff.
Jeder von uns, der in einem Anstellungsverhältnis steht, arbeitet in
einem anderen Namen. Vielleicht mit vielen Kompetenzen sehr selbständig,
aber doch nicht im eigenen Namen, sondern im Namen der betreffenden
Firmen.
Wenn ein Angestellter in einer Firma Betrügt und Kunden schädigt, so
bringt er damit den Namen der Firma in Verruf.
Alle, die ein eigenes Geschäft haben, wissen wie wichtig es ist, dass
die Angestellten zuverlässig für die Ziele arbeiten, die man selbst
verfolgt.
Selbst Mütter und Hausfrauen arbeiten nicht im eigenen Namen, sondern
im Namen der Familie.
So erlebt jeder in seinem Berufsleben ein Stück Selbstverleugnung, wenn
er erfolgreich sein will. Dies muss keineswegs schlecht sein, denn es ist
ein gutes Zeugnis für den Herrn, wenn wir zuverlässige Mitarbeiter sind.
Wenn wir nun im Namen des Herrn Jesus sprechen und handeln sollen,
heisst das nichts anderes, als dass wir uns in allem was wir tun mit
Christus identifizieren.
Wir sind die Visitenkarten des Reiches Gottes. So wie ich das in meiner
Bankzeit lernte, dass die Visitenkarte der Bank die Schalterleute sind.
Sind sie mit den Kunden unfreundlich, so ist die Bank unfreundlich.
Wir müssen uns ständig bewusst sein, dass wir für Gott leben. Wir sind
sozusagen Diplomaten, die die Interessen des Reiches Gottes vertreten,
zwar mit sehr vielen Kompetenzen und mit einer grossen Freiheit, aber wir
vertreten nicht uns, sondern das Reich Gottes.
Dies erfordert von uns ein grosses Stück an Selbstverleugnung. Im Beruf
nehmen wir dies oft mit Leichtigkeit in Kauf, denn dafür winkt uns oft
Erfolg und Anerkennung. Wir sind aber genauso gefordert uns selbst zu
verleugnen und die Interessen Jesu zu vertreten. Der Erfolg und der Lohn
kann allemal mit der Welt standhalten und übertrifft diese bei weitem,
jedoch müssen wir dazu noch etwas Geduld haben.
Bist Du bereit, im Namen des Herrn Jesus zu sprechen und zu handeln,
überall wo du bist? Im Wissen darum, dass Du eine Visitenkarte des
Reiches Gottes bist.
III. Danket Gott
Paulus ist ständig bemüht den Kolossern ans Herz zu legen, dass sie
nicht vergessen Gott zu loben und ihm zu danken.
Ein Christ, der Gott nicht mehr von ganzem Herzen danken kann, der ist
in seinem Herzen erkaltet. In jeder Lebenslage sollen wir Gott die Ehre
geben. Wir bezeugen, dass Gott ein guter Gott ist und jedem seinen Lohn
geben wird. Den Thessalonichern sagt Paulus sogar:
Dankt Gott in jeder Lebenslage! Das will Gott von euch als Menschen,
die mit Jesus Christus verbunden sind. 1.Thess.5,18.
Das heisst nicht, dass ich für jede missliche Lage danken muss, aber
ich kann in jeder Lage Gott danken, dass ich gerettet bin und in den
Himmel komme.
Schluss
Paulus will uns herausfordern gute Diplomaten zu sein. Wir sollen uns
bewusst sein, dass wir das Reich Gottes auf dieser Erde repräsentieren.
Darum:
Alles, was ihr tut und was ihr sagt, soll zu erkennen geben, dass ihr
Jesus, dem Herrn, gehört. Euer ganzes Leben soll ein einziger Dank
sein, den ihr gott, dem Vater, durch Jesus Christus darbringt.
Kol.3,17. Amen.

