Serie•Teil 17 / 19Ilvesheim 2013-2014 - Der Epheserbrief
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Einleitung und Ausgangspunkt der Auslegung
Also, dann wollen wir Kapitel 5, Vers 18 fortsetzen. Kapitel 5, Vers 18 bis 21 haben wir eine weitere Motivation. Ich lese den Text: Kapitel 5, Vers 18:
Und werdet nicht an Wein berauscht, in dem ein heilloses Wesen liegt, sondern werdet stets mit dem Geist erfüllt. Und redet zu euch untereinander in Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in euren Herzen und dankt dem Gott und Vater alle Zeit für alles in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus. Und unterordnet euch einer dem anderen in der Furcht Gottes.
Hier geht es um ein Heilmittel. Man soll ein gewisses Heilmittel verwenden, hier: werdet voll Geistes. Zuerst sagt er, was nicht sein soll, was uns nicht beeinflussen soll: Werdet nicht berauscht an Wein. Also stellt euch nicht unter die Herrschaft anderer Einflüsse, alkoholischer Einflüsse hier zum Beispiel. Der Wein wird hier nur als Beispiel genannt, er steht natürlich für jeglichen Alkohol.
Paulus weiß, dass der Wein unser Denken beeinträchtigt, und das Denken ist äußerst wichtig, das Denken des Christen. Jemand hat mal gesagt: Wer nicht widerstehen kann, der kann nachher wieder nicht stehen. Der benebelt den Wein. In Zermatt in der Schweiz steht an der Wand eines Restaurants: Wenn der Wein zu Kopf gestiegen, steht der Geist des Menschen still, und der Wille muss sich fügen, wie der Geist des Weines will. Diese Leute haben noch Bescheid gewusst. Damals war die Schweiz noch fromm.
Ja, also Alkohol ist hier ein Beispiel für etwas, was unser Denken beeinträchtigt. Von dem sollen wir uns nicht beeinflussen lassen. Das könnte übrigens auch etwas anderes sein, es könnte auch Musik sein. Musik kann auch benebeln. Gewisse Musik wirkt wie eine Droge, haben Wissenschaftler festgestellt, ungläubige Wissenschaftler. Man hat da mit Mäusen probiert. Mäusen hat man eine gewisse Rockmusik gegeben. Und dann hat man, wie war das, dann haben sie, das waren Mäuse, die waren trainiert, einen gewissen Lauf zu laufen. Und nachdem man ihnen 24 Stunden Rockmusik gegeben hat, dann hat man sie wieder laufen lassen, und sie haben das nicht mehr geschafft. Das, was sie einmal gelernt hatten. Und dann hat man versucht, ihnen das wieder anzutrainieren, es war unmöglich. Also irreparable Schäden im Gehirn der Maus durch Rockmusik. Es ist nur eines von vielen, aber es gibt viele solche Versuche übrigens.
Ja, aber hier: sondern werdet stets mit dem Heiligen Geist erfüllt. Das Griechische heißt ganz wortwörtlich: Werdet im Geist erfüllt, also im Heiligen Geist. Ihr seid ja im Geist, ihr seid in dem Bereich des Geistes, und dort lasst euch stets füllen durch den Geist. Dort lasst euch füllen. Was heißt füllen? Man kann voll Zorn sein, voll Eifersucht oder voll Wein, wie wir schon gelesen haben. Das heißt dann, man steht unter dem Einfluss vom Zorn, von der Eifersucht und vom Wein und von der Bitterkeit usw. Aber hier, wenn man voll Geist ist, dann steht man unter dem Einfluss des Geistes, das heißt unter seiner Herrschaft, also in diesem Sinne. Er soll Raum haben in uns, er soll uns füllen in diesem Sinne.
In der Parallelstelle in Kolosser 3,16 heißt es, dass das Wort Gottes reichlich unter uns wohnen soll, genau an dieser parallelen Stelle. Der Kolosserbrief ist ja ein Parallelbrief zum Epheserbrief, und da ist dort vom Wort Gottes die Rede, hier ist vom Geist die Rede. Also wir sollen mit dem Geist so leben, dass er in uns Raum gewinnen kann. Und das Wort hier heißt: Werdet erfüllt, werdet stets erfüllt. Das griechische Wort steht hier in Befehlsform im Präsens, und im Griechischen ist es so, wenn die Befehlsform im Präsens steht, dann ist das eine Ausnahme, und dann wird etwas betont. Und betont wird dann, dass es eine lang andauernde Handlung ist, also: Werdet stets oder werdet immer wieder, werdet fortwährend im Geist oder durch den Geist erfüllt.
Also wandelt in dem Erfülltsein, wandelt unter dem Einfluss des Geistes, wandelt so, dass ihr voll seid mit dem Geist, so dass er also Raum hat in euch und euch leiten kann und beeinflussen kann, euer Denken natürlich. Es geht um das Denken. Das ist hier ganz klar wie der Wein. Das geht auch auf mein Denken, das ist ein negativer Einfluss auf mein Denken. Der Geist möchte unser Denken bestimmen, natürlich auch unser Sprechen und unser Tun. Aber wenn ich am Steuer sitzen bleibe, dann kann der Geist mich nicht erfüllen. Wenn ich regieren möchte, wird das nicht gehen. Der Heilige Geist wird sich dann zurückziehen, also er wird nicht handeln, er wird mich nicht beeinflussen können.
Ständig, das heißt für mich in der Praxis: Herr, nicht ich, sondern du. Herr, ich kapituliere. Herr, ich bin abhängig von dir, ich kann keinen Schritt ohne dich. Dann kann der Geist uns helfen, dann kann der Geist zum Zug kommen. Da brauche ich natürlich das Wort Gottes, ich kann nichts ohne ihn. Herr, sei du der Herrscher in meinem Gehirn und in meinen Nervenzellen und in meinen Muskeln und überall und in meiner Zunge, in allem, was ich bin, sei du der Herrscher! Ich möchte dir die Herrschaft abtreten. Und das muss man immer wieder in diese Haltung kommen, das ist hier gemeint.
Und redet dabei, oder redet im Zusammenhang damit, redet zu euch untereinander in Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern. Also das sind nicht automatische Auswirkungen, nein, sondern wenn der Geist mich erfüllt, das heißt, wenn der Geist mich regiert, dann wird es motiviert, mich jetzt etwas zu tun. Aber das Tun geschieht nicht automatisch. Es ist nicht so, wenn ich voll Geistes bin, dann wird alles laufen, wie es passt. Nein, wenn ich voll Geistes bin, dann bin ich in der richtigen Haltung, aber der Heilige Geist bewirkt nicht automatisch, dass wir einander untertan sind oder automatisch, dass wir singen und dass wir dankbar sind für alles. Nein, das kommt.
Der Heilige Geist hilft mir, dass ich das, was nicht passt, ausräume aus meinem Herzen. Und manchmal tut das weh, aber er motiviert mich dann, in die richtige Richtung zu gehen. Und wenn der Heilige Geist am Wirken ist, sollen wir nicht meinen, dann haben wir immer ein gutes Gefühl. Manchmal haben wir ein schlechtes Gefühl, wenn der Heilige Geist am Wirken ist. Paulus hat das einmal gehabt. Da ging es ihm nicht gut, und er hatte körperlich eine Belastung. Ein Dämon hat ihn geschlagen, steht da, ein Dämon, also ein Bote Satans, hat ihn mit Fäusten geschlagen. Was es war, wissen wir nicht, vielleicht war das eine Krankheit oder vielleicht war es etwas anderes. Jedenfalls hat er dann gebetet, und dann hat der Herr gesagt: Meine Gnade genügt dir, meine Gnade reicht aus für dich. 2. Korinther 12,9.
Also die Schwachheit hat der Herr dem Paulus nicht aus dem Wege geräumt. Es war da nicht so, dass er plötzlich wie ein Powermensch aufgesprungen ist und voll Geistes da herumgehüpft ist, nein, er war voll Geistes, aber es war immer noch die Schwachheit da. Und was hat er dann gesagt? Er hat dann gesagt: Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne. Deshalb habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.
Das waren keine schönen Gefühle für Paulus, aber da war die Kraft Christi dann da. Manchmal kann das schmerzhaft sein, wenn ich sage: Herr, nicht ich, sondern du. Manchmal kann der Herr die Schwachheit auch aus dem Wege räumen, keine Frage. Manchmal wird er die Schwachheit lassen, aber er wird trotzdem wirken, in uns oder durch uns.
Jetzt ist also wichtig: Der Heilige Geist wird uns beeinflussen, er wird uns anregen, er wird uns motivieren. Und jetzt ist die Frage, ob ich dieser Anregung des Heiligen Geistes gehorsam bin. Wie kommt die Anregung des Geistes? Nun, da müssen wir nicht auf irgendein Gefühl im Bauch warten und merken: Ah, jetzt ist der Geist, jetzt ist der Geist, der drängt mich jetzt. Nein, das ist in den seltensten Fällen so. Der Heilige Geist wirkt über unser Denken. Manchmal kann er uns etwas klar machen, der Heilige Geist wird uns erinnern an das Wort Gottes, er wird uns erinnern daran, wie wir uns jetzt benehmen sollten, oder er wird uns ermutigen, jetzt zu singen, dass wir einander erbauen sollen durch geistliche Lieder, oder dass wir dankbar sein sollen dem Gott und Vater für alles und in jeder Situation. Und dann werde ich das tun, oder dass ich einen Dienst tun soll, oder dass ich das weiter tue, was ich bisher getan habe, treu weiter tue und nicht aufhöre. Das ist auch vom Geist angeregt.
Das heißt, wir lernen jetzt Tag für Tag mit dem Heiligen Geist zu leben. Wer ist der Heilige Geist? Das ist der Herr Jesus. Der Heilige Geist ist der Geist Christi, also der Herr Jesus Christus durch seinen Geist. Er führt uns hinein in eine Gemeinschaft mit ihm, und wir leben jetzt jeden Tag mit ihm, und er möchte uns regieren. Das kann sehr nüchtern aussehen, soll vielleicht sogar sehr nüchtern aussehen. Der Geist drängt mich, dass ich bereit bin, oder er hilft mir, dass ich bereit bin, mich zu unterordnen. Und die Frage ist jetzt: Werde ich dieser Anregung, mich zu unterordnen, jetzt gehorchen oder nicht? Werde ich jetzt dem Geist Raum geben und sagen: Okay, dann unterordne ich mich jetzt, oder nicht?
Das sagt er, ich rede jetzt von Versen, die gleich kommen, vom Unterordnen ist gleich in der nächsten Verse die Rede. Das gehört hier zusammen. Also wenn wir geisterfüllt sind, wenn der Heilige Geist uns regiert, können wir auch sagen: Wenn der Geist uns regiert, dann werden wir gehorsam werden wollen. Wir möchten gerne gehorsam. Der Geist wird uns anregen, gehorsam zu sein. Ob wir dann wirklich gehorsam sind, das kann nicht der Geist machen. Da ist nicht der Geist schuldig, wenn ich da nicht gehorche, da bin ich schuldig, wenn ich nicht gehorche.
Das heißt, wir lernen jetzt ständig, mit dem Herrn zu leben, aus seiner Kraft, mit seiner Weisheit, nicht mit menschlicher Weisheit. Aber seine Kraft wird da sein, er wird helfen. Singt und spielt dem Herrn in euren Herzen, also vielleicht während ihr laut singt, singt aber auch in eurem Herzen oder während ihr nur leise singt oder gar nicht laut, wenn man euch nicht hört, aber in den Herzen könnt ihr singen, spielen auch. Man darf auch auf einem Klavier spielen, aber man darf auch im Herzen Klavier spielen.
Dankt dem Gott und Vater alle Zeit für alles in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus. Das heißt, nehmt alles zum Anlass zum Danken. Was heißt das, für alles danken? Das hat einen Zusammenhang. Für das Sündigen kann ich nicht danken, dann soll ich auch nicht danken. Und für meine Fehler, die ich gemacht habe, muss ich auch nicht danken. Sondern der Zusammenhang ist natürlich: für alles, was mir begegnet, wo ich nichts dafür kann. Soll ich dennoch dankbar sein, zufrieden sein für alles, was vorhanden ist, im Namen des Herrn Jesus? Das heißt, was heißt im Namen des Herrn Jesus? Im Auftrag, in Übereinstimmung mit seinem Willen. Ich muss mich also immer fragen: Was will eigentlich der Herr Jesus? Und hier will der Herr Jesus, dass ich dankbar bin für eine Situation, in die der Herr mich gestellt hat. Vielleicht habe ich Schwierigkeiten im Beruf, und dann sage ich: Ja, das ist schon mühsam, aber Herr, ich danke dir trotzdem. Ich weiß doch nicht, wofür das noch gut sein soll, aber es wird sicher für irgendetwas gut sein, und du weißt es viel besser. Auch für diese Situation danke ich dir und für diesen schwierigen Menschen, denn da hast du mir sicher etwas zu lehren durch diesen Umstand. Das ist im Namen des Herrn Jesus, denn der Herr Jesus will das.
Und dann: Und unterordnet euch einer dem anderen in der Furcht Gottes. Also auch dazu brauche ich den Heiligen Geist. Ich muss erfüllt sein mit dem Heiligen Geist. Der Heilige Geist animiert mich und ermutigt mich, den unteren Weg zu gehen, nicht mit der Faust auf den Tisch zu hauen, in der Furcht Gottes einer dem anderen. Ich darf mich unter dem Bruder und unter die Schwester unterordnen, ich darf ein freiwilliger Sklave sein. Jemand hat mir gesagt: ein Fußabstreifer. Herr, lehre mich, ein Fußabstreifer zu sein, auf dem die anderen ihre Füße abstreifen können, und hilf mir, dass ich das willig und freundlich tue. Herr, hilf mir, dass ich das einstecken kann. Man muss oft was einstecken. Das ist nicht so schlimm, dann stecken wir halt was ein. Wir verlieren da nichts von unserer Würde. Wir dürfen ruhig uns was einstecken, wenn Leute uns da erniedrigen und böse sind. Oder manchmal sind sie vielleicht gar nicht böse, die sind halt einfach schlecht drauf gerade und so. Dann überhören wir das, das lassen wir.
Und da in diesem Zusammenhang kommt Paulus jetzt zu einem größeren Thema, das gehört eigentlich dazu, das geht gleich weiter, aber er spricht hier ganz konkrete Dinge in der Gesellschaft an. Das eine ist die Beziehung Mann-Frau in der Ehe und Frau-Mann, das zweite ist die Beziehung Eltern-Kinder und Kinder-Eltern und das dritte ist die Beziehung Sklave und Vorgesetzter und Vorgesetzter zu seinen Sklaven. Das sind gewisse Formen, Grundformen in der Gesellschaft gewesen. Wir haben heute kein Sklaventum, aber so manche Arbeitsstelle ist auch eine halbe Sklaverei, da gibt es viele Parallelen jedenfalls. Und jedenfalls da kann man jetzt, jetzt kommt eine ganz praktische Hilfestellung: Wie sieht es jetzt aus, wenn ich vom Heiligen Geist erfüllt wandle in der Ehe? In welche Richtung geht der Heilige Geist, was möchte er gerne? Und ich möchte ja vom Heiligen Geist erfüllt und geleitet und regiert sein.
Also in der Ehebeziehung, und da geht es jetzt bitte nicht, es ist keine Abhandlung über die Ehe, wie ich das schon gehört habe. Paulus schreibt hier nicht eine Abhandlung, sondern er spricht hier ein paar Schwachpunkte an in der Ehe. Die Männer haben einen Schwachpunkt, der liegt beim Lieben, die Frauen haben einen Schwachpunkt, der liegt bei der Unterordnung. Aber das ist nicht das Ein und Alles von der Ehe. Schwachpunkte werden angesprochen, und Hilfen werden gegeben, und er motiviert uns, wie wir uns richtig benehmen in der Ehe. Unterordnung geschieht freiwillig und Lieben geschieht freiwillig, alles geschieht freiwillig. Dort, wo die Basis die Liebe ist, ist ja sowieso alles freiwillig. Da geht es nicht um irgendwelche Forderungen. Der Mann muss so und die Frau muss so. Wieso denn? Das ist ja eine Liebesgemeinschaft. Da spricht man nicht von Forderungen. Das Wort Forderung kommt auch gar nicht vor.
Also das Wort an die Frauen mit dem Beginn: Frauen, unterordnet euch den eigenen Männern wie dem Herrn, weil der Mann das Haupt der Frau ist, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, und er ist der Retter des Leibes, also der Herr Jesus Christus ist der Retter seines Leibes, des Leibes Christi, der Gemeinde. Jedoch wie die Gemeinde Christus unterordnet ist, so seien es auch die Frauen den eigenen Männern in allem.
Also hier zuerst die Anweisung, so unterordnen, wie die Gemeinde sich dem Herrn unterordnet. Wichtig ist, dass wir uns daran erinnern: In der Ehe sind ja beides gleichgestellte Personen. Also hier haben wir zwei Personen, jeder hat eine Würde von Gott, beide sind von Gott geliebt, beide sind im Bild Gottes geschaffen, auch wenn einer nicht gläubig wäre, sie sind doch im Bild Gottes geschaffen. Und die Frau ist die Gehilfin. Sie ist also der untergeordnete Partner, gleichzeitig ist sie aber auch ein gleichgestellter Partner, denn sie ist ja eine Ergänzung. Adam war alleine, und dann hat Gott dem Adam eine Eva gemacht, eine ihm entsprechende Ergänzung, und die war dann seine Gehilfin.
Also einerseits ist sie gleichgestellt, andererseits ist sie aber untergeordnet. Und der Bruder Haberkamp hat mal gesagt, das ist so wie beim Bauer: Wer Heu einbringen muss, der braucht zwei Dinge, den Heuwagen und das Pferd. Die sind beide gleich wert, aber dennoch muss das Pferd zuerst gehen. Der Heuwagen kann das Pferd nicht schieben, und das funktioniert. Das geht nicht, das wird nicht funktionieren. Also funktionsmäßig geschieht es nur richtig, wenn also der eine, der das Haupt ist, führt und der andere Partner, der Gehilfe ist, sich unterordnet, obwohl sie gleich wert sind.
Also, die Frauen sollen sich den eigenen Männern unterordnen wie dem Herrn. Also den Ehemännern, darum geht es hier, wie dem Herrn. Also der Herr Jesus ist der Maßstab. Wie unterordnen sie sich dem Herrn? Sie sind hier Christen, er spricht hier Christen an, und er sagt: Wenn du dich dem Herrn unterordnest, wie unterordnest du dich dem Herrn? Ja, natürlich ganz. Er ist mein Herr, er hat alles zu sagen in meinem Leben. Dann sagt er: Ja, und jetzt unterordne dich deinem Ehemann wie dem Herrn. Das ist der Maßstab. Also man kann nicht willkürlich eigene Maßstäbe anlegen, sondern das Modell ist der Herr Jesus Christus.
Das ist nicht etwas Degradierendes, überhaupt nicht, sondern das ist die Funktion, die dir entspricht als Ehefrau. Die Frau wird das richtige Verhältnis zum Mann finden, wenn sie das richtige Verhältnis zu ihrem Herrn hat, zu dem Herrn Jesus Christus. Andernfalls wird die Sache nicht gut gehen. Wenn die Frau sich dem Herrn Jesus nicht unterordnen möchte, als Christin, dann wird es Schwierigkeiten geben. Also hier sagt der Apostel ganz klar: Die Unterordnung ist so wie dem Herrn. Und in erster Linie unterordnen wir uns sowieso alle.
Eine Frau hat drei Prioritäten im Leben: erstens die Beziehung zu Gott, zweitens die Beziehung zu ihrem Mann und drittens die Beziehung zu ihren Kindern. Und dann kommen die restlichen Beziehungen. Die Frauen sind ja ganz stark in Beziehung, sind Beziehungswesen erster Klasse. Die Frau wurde geschaffen als Beziehungswesen. Der Adam wurde geschaffen für den Erdboden, der Erdbodenmensch. Adamah heißt der Erdboden, und Adam heißt der Erdbodenmensch. Der hatte eine Sache, der Mensch, der Mann. Der Mann ist sachlich ausgerichtet. Die Frau wurde geschaffen für einen Mann, für eine Person, also deshalb ist sie auf Beziehung ausgerichtet, ganz stark. Frauen sind sehr, sehr stark in dieser Hinsicht, aber die Frauen müssen die richtigen Prioritäten haben. Erste Beziehung ist zu Gott, zweite Beziehung ist zum Ehemann, um ihm eine Gehilfin zu sein, und die dritte Beziehung sind die Kinder, und dazu gehört ein gewisser Haushalt. Diese Prioritäten müssen bleiben.
Die Frau muss sich verstehen als Gehilfin des Mannes. Die Frau macht sich nicht selbständig und sagt: Ja, du mach deine Sache, deinen Job, okay, ich schaue mir selber um meinen Job oder mach irgendwie meine Sache, irgendwie leben wir dann nebeneinander schon, wir schaffen das schon. So geht es nicht. Die Frau muss sich verstehen als Gehilfin, was sie dann tatsächlich tut, ist egal, aber ihr Selbstverständnis ist wichtig. Egal ist es nicht alles, aber ich meine, das kann viele Facetten haben, wie ihr Dienst aussieht. Aber ihr Selbstverständnis muss ganz klar sein: Sie ist die Gehilfin des Mannes, sie ist ihm als Hilfe zugestellt worden.
Ja, und die Begründung, weil der Mann das Haupt der Frau ist, das kommt deshalb, weil Gott den Adam zuerst geschaffen hat, zum einen, und zum Zweiten, weil die Frau auf ein Geführtsein angelegt ist. Die Frau ist vom Wesen her angelegt auf geführt werden von jemandem. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sie nach ihrem Ehemann ausgerichtet ist, der sie liebt, und dass sie sich nicht von jemand anderem führen lässt. Die Schlange kam und führte die Eva. Die hat sich dann nicht von Adam führen lassen, sondern von der Schlange, und dann wurde alles umgekehrt.
Also das Tier, das ja eigentlich sich untergeordnet war, übernimmt die Führung über die Eva, und die Eva übernahm die Führung von Adam, und Gott wird gar nicht gefragt. Also die richtige Reihenfolge muss hier eingehalten werden. Der Mann ist das Haupt, bitte nicht: der Mann soll Haupt sein, steht nicht da. Der Mann ist das Haupt, ob du das willst oder nicht, lieber Mann, der Mann ist Haupt, das ist Tatsache. Hier geht es um Fakten, nicht um das, was man sein soll. Und weil der Mann Haupt ist, hat er zu lieben. Das kommt dann gleich. Das ist tatsächlich eine sehr, sehr große Aufgabe, eine schwierige Aufgabe, aber gleichzeitig eine schöne Aufgabe. Aber die Frau muss wissen, dass der Mann das Haupt ist, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist. Christus und die Gemeinde, die Ehe ist ein Schattenbild von diesem Bild Christus und die Gemeinde.
Ja, wie ist der Mann Haupt? So wie Christus das Haupt der Gemeinde ist. Eine Frau hat mal gesagt: Ja, ich würde mich ja gern unterordnen, so wie die Sarah sich dem Abraham untergeordnet hat, wenn mein Mann wäre wie Abraham. Aber habt ihr gemerkt, wer wird als erster angesprochen? Wird zuerst Abraham angesprochen, und dann, wenn Abraham alles richtig macht, dann kommt die Sarah dran? Nein, Paulus beginnt bei der Frau. Das ist eine interessante Reihenfolge. Er fängt dort an, als ob er sagt: Ungeachtet, wie gut er das jetzt macht als Haupt, ungeachtet dessen, zuerst spreche ich zu dir: Unterordne dich. Er ist nicht der Diktator, und er ist nicht ein Spielzeug, sondern er ist ihr Haupt. Und das bedeutet für den Mann, dass er sein Haupt hinhalten muss für seine Frau. Das ist ganz wichtig. Haupt sein heißt, Haupt hinzuhalten, und dass der Herr Jesus sein Haupt hingehalten hat für uns.
Und das heißt auch oft, dass er vorausdenken muss. Was nicht heißt, dass die Frau nicht auch vorausdenken darf. Vielleicht denkt sie sogar noch besser voraus, und dann kann sie ihm wieder eine gute Gehilfin sein, dann stärkt sie ihn wieder in seiner Rolle. Und dann heißt es weiter: Und er, Christus, er ist der Retter des Leibes. Das Wort für Retter, Soter, heißt es auf Griechisch, heißt Retter oder Bewahrer oder beides, Retter und Bewahrer. Als Retter erhält er den Leib, hier ist Christus und der Leib ist die Gemeinde. Als Retter schützt er und nährt er und pflegt er und erhält er seinen Leib, die Gemeinde.
Aber wenn wir das jetzt ummünzen, wenn der Mann das Haupt ist und so wie Christus das Haupt ist für die Gemeinde, dann ist der Mann in einem gewissen Sinn auch der Retter und Schützer und Bewahrer für seine Frau. Das wird auch später dann noch gesagt, er ernährt sie und pflegt sie. Also in diesem Sinne darf der Mann sich auch so verstehen: Ich bin einer, der auch meine Frau bewahrt und schützt und in dem Sinn rettet, also dass er für sie da ist. Das bedeutet auch geistlich so, dass man schaut, wie es ihr geistlich geht. Es ist nicht so, dass die beiden sagen: Ja, okay, sie hat ihr Leben mit Gott, ich habe mein Leben mit Gott. Und der Mann soll sich auch da verantwortlich fühlen und sagen: Schau, wie geht es dir, können wir miteinander beten? Er sollte der sein, der sagt: Komm, beten wir wieder, nicht warten, bis sie endlich sagt: Beten wir und lesen wir die Bibel gemeinsam oder lesen wir die Bibel mit der Familie usw.
Jedoch Vers 24: Jedoch wie die Gemeinde Christus unterordnet ist, so seien es auch die Frauen den eigenen Männern in allem. Also hier kommt eine Wiederholung der Anweisung von vorhin und eine Ergänzung. Hier kommt noch etwas hinzu: Sie soll sich unterordnen, wie die Gemeinde Christus unterordnet ist, zum einen. Frage: Wie ist die Gemeinde Christus unterordnet? Für Paulus ist es so klar: Gemeinde Jesu haben wir dort, wo eine Unterordnung unter Christus stattfindet, und wo das nicht stattfindet, haben wir nicht Gemeinde Jesu. Da steht nicht: Die Gemeinde soll sich Christus unterordnen, das sagt er gar nicht. Er sagt: Die Gemeinde unterordnet sich Christus, das ist Faktum, das sind Tatsachen. Und wenn es nicht so wäre, dann haben wir es nicht mit Gemeinde zu tun.
Also so, wie die Gemeinde Christus unterordnet ist, so seien es auch die Frauen. Also die Unterordnung der Frauen ist unabhängig von der Reaktion der Männer. Wenn ein ungläubiger Mann da ist, dann unterordnet sich die Frau auch unter einen ungläubigen Mann, außer er fordert etwas und verlangt etwas, was dem Herrn Jesus entgegensteht. Klar, dann muss sie sagen: Nein, der Herr Jesus steht ja doch noch über uns beiden, und da muss ich natürlich dem höheren Haupt gehorchen. Aber das kann sie in dem Mut sagen: Wenn der Herr möchte, dass ich die Bibel lese, und du verbietest mir, die Bibel zu lesen, das kann ich nicht. Der Herr Jesus steht hier als höhere Autorität. Das ist klar, dann braucht sie sich nicht zu unterordnen in dieser Sache.
Aber ansonsten wird der ungläubige Mann froh sein, wenn er sieht: Die Frau, die ist eine gute Frau, die achtet mich trotzdem als Haupt in meiner Familie, obwohl ich nicht gläubig bin. In allem heißt es noch, noch eine Ergänzung: in allem. Das ist schon stark, oder? In allem, ausgenommen die Sünde natürlich, aber sonst in allen Lebensbereichen. Der Herr Jesus Christus will ja alles erfüllen, haben wir vorher gelesen, Kapitel 4, Vers 10. Er fuhr in den Himmel auf, um alles zu erfüllen, und er will in dem Leben der Frau alles erfüllen, und so will er diese Haltung in allen Lebensbereichen sehen, diese Haltung der Unterordnung.
Der Auftrag an die Männer und die Bedeutung der Liebe
Jetzt kommt das Wort an die Männer, und ich weiss nicht, warum das Wort an die Männer so lang ist. Vielleicht muss den Männern mehr gesagt werden. Vielleicht reden die Frauen deshalb so viel, weil die Männer viel zuhören müssen. Also, die Männer müssen jetzt länger zuhören.
Das Wort an die Männer: Männer, liebt eure Frauen. Liebt eure Frauen. Auch hier steht ein Imperativ Präsens, das heisst: liebt fortwährend, immer wieder, stets, beständig eure Frauen, so wie auch der Christus die Gemeinde liebte und sich selbst für sie hingab.
Der Schwachpunkt der Männer wird hier angesprochen: das Lieben. Das muss man ja auch zeigen. Manchmal sagt man so, so mancher Mann sagt seiner Frau: Ja, was willst du eigentlich? Ich habe dir doch schon gesagt, dass ich dich lieb habe, damals, als ich dir das versprochen habe, vor 22 Jahren. Also, ich halte mich schon noch dran. Aber die Frau möchte es doch jeden Tag hören.
Ja, was ist Liebe? Liebe ist nicht eine Sache vom Bauch. Man sagt zwar: Liebe geht durch den Bauch, aber nicht in diesem Sinne. Liebe ist nicht in erster Linie eine Sache von Gefühlen. In der Welt wird uns das immer wieder gesagt, Liebe sei eine Sache von Gefühlen. Und in den Filmen, ich habe das beobachtet, da gibt es Filme, dann ist da einer verliebt. Und das packt ihn einfach, und weil er verliebt ist, muss er einfach so und so handeln, denn er ist ja verliebt. So ein Unsinn! Man kann, man muss doch nicht den Gefühlen gehorchen. Da muss man sich halt wieder entlieben, wenn man sich in die Falsche verliebt hat. Da muss man halt die Gefühle wieder abschalten. Und wie macht man das? Man muss sich halt mit anderen Dingen beschäftigen und sich von dieser Person abwenden und sie nicht mehr sehen.
Liebe hat zu tun mit einer Entscheidung. Liebe hat zu tun mit Taten. Liebe ist eine Einstellung, hat mit unserem Denken zu tun. Der Mann muss sich entscheiden. Nachdem er die Frau geheiratet hat, muss er sich entscheiden zum Lieben. Vorher ging das automatisch. Das sind übrigens nur chemische Prozesse. Ich habe vergessen, wie dieses Hormon heisst. Haben wir es mal notiert? Das ist nur eine Hormonsache. Diese Verliebtheitsgefühle sind nur Hormone, ein chemischer Prozess, hat keinen geistlichen Wert.
Mancher meint, man könne nur jemanden heiraten, in den man verliebt ist. Stimmt gar nicht. Man kann auch Menschen heiraten, in die man nicht verliebt ist. Die kann man dann lernen, später zu lieben. Zinzendorf, da waren Missionare zur Zeit von Zinzendorf, waren Missionare auf Übersee, und die haben dann einen Brief nach Hause geschrieben: Brüder, ich bin hier ledig, und ich brauche eine Frau. Ich kann ja nicht ohne Frau, denn es geht aus dem und dem Grund nicht. Schickt mir eine Frau. Ja, er hat gebetet, die haben dort gebetet, die haben die Schwester gefragt: Geschwister, welche Schwester möchte gerne? Da wäre ein Missionar, der braucht eine Frau. Und dann kam dann eine, und der wusste: eine, die bereit ist, dies und das zu tun, die ist bereit für alles. Und das waren gute Ehen.
Das ist heute alles so. Im Englischen heisst es, man fällt in die Liebe. So ein Unsinn, liebe Geschwister! Man fällt doch nicht in die Liebe hinein, man entscheidet sich für die Liebe. Also, wir lernen vom Herrn Jesus, dass Lieben nicht eine Sache von Empfindungen und Hormonen ist, sondern dass es eine Entscheidung zu einer Tat ist, zu einer Lebenseinstellung.
Diese Frau ist meine Frau, und es gibt keine andere Frau neben dieser Frau. Und wenn ich merke: Ja, aber die wäre auch interessant und so und so, und ich merke das, dann muss ich sagen: Okay, dann werde ich mich dort nicht hinbegeben, dann ist das eine Gefahr. Oder dann schaue ich diese Frau nicht an. Manche muss man vielleicht anschauen, aber dann muss ich innerlich mich lösen. Und wenn das nicht geht, muss ich die Arbeitsstelle wechseln oder sonst etwas. Denn lieber die Arbeitsstelle verlieren als meine Frau verlieren.
Niemand weiss, wen er heiratet, niemand. Deshalb ist es so wichtig, dass man Gott fragt, bevor man verheiratet ist. Und wenn man dann verheiratet ist, dann nimmt man die Sache so, wie sie gegeben ist, aus der Hand Gottes, und sagt: Ja, aber wenn ich die Falsche geheiratet habe, die Falsche, wer ist denn der Richtige?
Da wollte mal Jakob eine Frau heiraten, und dann heiratete er eine, und dann merkt er am nächsten Morgen: Es war die Falsche. Was soll man jetzt machen? O Schreck, denkt er sich, dann muss ich schnell noch die Richtige heiraten. Das war falsch. Er musste lernen, mit der Falschen zu leben. In seinen Augen war sie die Falsche.
Von wem kam denn der Juda? Von wem ist der Herr Jesus abstammend? Vom Juda. Wer hat Juda geboren? Die Rahel? Die Geliebte? Nein, die Lea hat ihn geboren. Und wer war die, die Hausgötzen stiehlt und so weiter? Die, die Geliebte war. Da war einiges nicht in Ordnung in ihrem Leben. Die hat er dann auch früh verloren. Der Herr hat ihm dann eine zweite Lektion gegeben. Die, die er am Anfang nicht wollte, die hat er dann lange Zeit gehabt, viele, viele Jahre. Der Herr hat hier einiges zu sagen auf diesem Gebiet.
Paulus spricht hier ja, das war der Punkt: Niemand weiss, wen man heiratet. Eine Frau muss aber wissen, sie ist uneingeschränkt geliebt. Eine Frau, die noch nicht verheiratet ist, braucht Sicherheit. Der Mann, der sich für sie interessiert, der weiss es, der hat ein Ziel. Das ist nicht einer, der sagt: Du, vielleicht wäre das was mit uns, ich weiss selber noch nicht genau, aber könnte ja sein das, machen wir mal eine Freundschaft. Wie kann denn hier eine Basis für eine Ehe sein? Ja, aber ich muss sie doch kennenlernen. Aber nicht auf diese Weise, denn so wird man sie nie kennenlernen, denn die wird sich immer von der besten Seite zeigen in der Freundschaftszeit.
Also, der Mann muss wissen, was er will. Wissen Sie den Unterschied zwischen einem Schrank und einem Schreibtisch? Wir Männer sind wie Schreibtische, wir haben Schubladen. Schublade auf, Schublade zu. Thema Ehe, okay, da Schublade auf, Schublade zu. Und ein Mann gibt sich nicht ganz preis. Aber eine Frau ist wie ein Schrank, entweder ist er offen oder er ist zu. Und eine Frau, die wirklich noch eine Frau ist, die noch fraulich denkt, die möchte sich einem Mann anvertrauen, von dem sie weiss, was er will.
Und deshalb war es in der Bibel so, dass ein Mann um eine Frau geworben hat, und dann hat er um die Hand der Tochter beim Vater angehalten. War übrigens zu neutestamentlicher Zeit auch noch so. Heute sagt man: Wie kann man nur? Aber das ist eigentlich ein sehr guter Weg. Ich wäre sehr geehrt, wenn der Freier meiner Tochter zu mir kommt und zuerst mal mit mir redet, ob das eine Sache wäre. Das ist ganz etwas anderes.
Jedenfalls eine Frau muss wissen, woran sie ist. Man darf in diesen Sachen nicht spielen. Aber nachdem man verheiratet ist und geheiratet hat, dann muss eine Frau Sicherheit haben: Mein Mann liebt mich, er liebt mich bedingungslos, jetzt, nachdem er mich geheiratet hat. Und als Christ darf ich wissen, der Herr hat mir diese Frau gegeben. Und wenn es nicht so gut gelaufen ist und wenn ich früher Fehler gemacht habe, ach, es hätte vielleicht noch viel vollkommenere Frauen gegeben. Ja, wer weiss, wie vollkommen die Frauen sind, es sind sowieso alle Sünder, alle Männer und alle Frauen. Also, der Unterschied ist nicht so arg gross.
Und dann habe ich eine Sünderin geheiratet, ja, und ich bin auch ein Sünder. Was machen wir jetzt? Jetzt lernen wir, einander zu lieben. Das ist ja keine Tragik, wenn der Start nicht so gut war, aber jetzt darf ich mit dem Herrn Jesus gut weiterfahren. Jakobs Start war auch nicht gut, aber Gott hat aus Jakob einen Mann Gottes gemacht. Und so macht es der Herr mit uns.
Und unsere Ehefrau, wir werden immer wieder Fehler finden an unserer Ehefrau, und unsere Ehefrau an uns. Aber wir verharren nicht da. Wir bleiben nicht bei den 30, die uns nicht gefallen, sondern wir schauen auf die 70, die uns gefallen. Bevor man heiratet, scheint es gut, dass man auf die dreissig Prozent schaut, die einem nicht gefallen, und sich überlegt, ob sich das rentiert, unter Anführungszeichen. Sie wissen, was ich meine. Aber es ist ganz wichtig, dass man hier sich klar wird: Der Herr hat mir diesen Menschen gegeben, an dem ich jetzt lernen darf. Eine kostbare Beziehung.
Und wir arbeiten einander. Ehe ist ein Arbeitsfeld. Ehe ist wie ein Gartenzaun, hat ein Bruder mal gesagt. Früher gab es Holzzäune, die waren so kreuz und quer, und da musste der Bauer dann durchgehen und schauen, welche Latten sind locker. Und da waren immer irgendwann welche Latten locker. Und Ehe ist wie ein Gartenzaun, und man muss immer schauen: Irgendwo sind welche Latten locker, da muss man dann wieder festigen. Man kann nicht meinen, es hat einmal gut begonnen, jetzt wird es laufen die nächsten 25 Jahre. Das wird nicht so sein. Also, man bleibt dran an der Ehe, und das hat mit Liebe zu tun.
Dann schenkt der Herr Gnade, aber ich merke, ich habe die Zeit schon lange überzogen. Wir machen morgen Fortsetzung auf diesem Thema und wollen dann noch das sechste Kapitel lesen. Möge der Herr uns segnen und uns helfen, gute Ehemänner und Ehefrauen zu sein, zu seiner Ehre. Möchte ich hier übergeben an die Chino.

