Serie•Teil 4 / 12Connecting Heaven
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Rückblick auf das Sorgenabgeben und die geistliche Grundfrage
Letztes Mal ging es um das Thema Sorgen abgeben, und ich habe ein bisschen länger gepredigt, weil mir das Thema einfach unglaublich wichtig ist. Ich glaube, dass wir in einer Zeit leben, in der es so verschiedene Verirrungen innerhalb der Christenheit gibt. Die Sachen, die immer so in den Vordergrund gespült werden, sind mir persönlich immer relativ egal. Was mich wirklich wurmt, ist, wenn Menschen im Herzen ihres geistlichen Lebens, dort, wo es wirklich brisant wird, wenn da die Dinge nicht stimmen.
Und dieses Thema Sorgen abgeben, dieses sich belastet durch den Tag schleppen, weil man einfach die Grundwahrheit nicht verstanden hat, ist etwas, wo ich sage: Da leiden viele darunter. Und da müssten viel mehr Leute das, was ich Sorge-abgebe-Reflex genannt habe, haben. Das müsste im Leben viel mehr Christen zur Gewohnheit werden. Und ich wünsche mir das einfach von ganzem Herzen. Denn da, wo wir Sorgen nicht abgeben, werden sie unser geistliches Leben einfach erdrücken.
Sorgen sind Chefsache. Sorgen gehören in die Sorgenentsorgung.
Ich habe jetzt im Spandauer Volksblatt etwas gelesen. Da war eine Umfrage: 97 Prozent aller Spandauer wünschen sich, dass wenigstens einmal im Jahr die BSR kostenlos den Sperrmüll vom Straßenrand abholt. Ich gehöre auch dazu. Ich wünsche mir das eigentlich auch. Ich finde das eine Berliner Unsitte, dass man hier sein Zeug immer zur BSR schaffen muss. Da, wo ich herkomme, stand das dann einmal oder öfter sogar draußen. Da konnte man dann auch durchgehen und schauen: Was gefällt mir denn von dem, was die anderen herausgestellt haben? Auch das finde ich sehr interessant.
Meine Sorge ist, dass viele Christen mit ihren Sorgen umgehen wie mit dem Sperrmüll. Sie sind zufrieden, wenn er einmal im Jahr abgeholt wird. Und die übrige Zeit bunkern sie ihre Sorgen im Keller ihrer Herzen. Dort stehlen die Sorgen eigentlich nur Platz, kosten Nerven und Aufmerksamkeit. Und Sonntag für Sonntag kommen Christen in Gottesdiensten zusammen, und ihre Herzen sind eigentlich belastet. Und das finde ich schade.
Denn Sorgen sind, und das war mir wirklich wichtig, deswegen wiederhole ich das, eben nicht wie Sperrmüll, sondern eher wie grüner Punkt. Ihr wisst, beim grünen Punktmüll ist das so schön: Man kauft etwas, da ist so ein grüner Punkt drauf. Und indem ich kaufe, habe ich die Entsorgung schon bezahlt. Und ich kann jetzt Tag und Nacht einfach vor die Tür gehen. Ich habe da eine gelbe Tonne stehen, Klappe auf, Müll rein, Klappe zu und wieder rein und weg.
Und so sind Sorgen. Wenn eine Sorge in mein Leben hineintritt, dann ist die Entsorgung schon bezahlt, und zwar am Kreuz. Am Kreuz hat Jesus für unsere Sorgen bezahlt. Am Kreuz bietet Jesus uns seinen Frieden an.
In Johannes 14 heißt es dazu, Johannes 14,27: Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch, nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.
Ja, also Jesus möchte uns seinen Frieden schenken. Nicht einen Frieden, wie wir ihn so normalerweise kennen, sondern einen Frieden, der unabhängig ist von den Umständen. Einen übernatürlichen Frieden. Einen Frieden, der sich einstellt, wo ich um Vergebung weiß und weiß, dass meine Vergangenheit geklärt ist, weil mir vergeben wurde und ich vergeben habe. Ein Friede, der sich einstellt, wo meine Gegenwart eine Gegenwart ist, in der ich in der Kraft Gottes, in der Nähe Gottes an die Stürme meines Lebens herangehe. Wo Probleme mich nicht erdrücken müssen, weil ich einfach weiß, dass Gott mit seiner Kraft in meinem Leben am Wirken ist. Ein Friede, zu dem auch die Sicherheit gehört, dass in alle Ewigkeit mich nichts und niemand mehr aus der Hand Gottes reißen kann. Das ist der Friede, den Jesus uns schenken möchte.
Der Blick auf den Dank als geistliche Gewohnheit
Und vor diesem Hintergrund haben wir uns letztes Mal Philipper 4 angeschaut. Ich möchte den Vers noch einmal vorlesen. Vielleicht habt ihr ihn ja schon auswendig gelernt. Also Philipper 4,6-7. Da heißt es:
Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken bewahren in Christus Jesus.
Und heute geht es mir nicht um diesen übernatürlichen Frieden, der sich da einstellt, wo wir unsere Sorgen bei Gott wirklich abgeben. Sondern es geht mir um diese zwei Wörtchen in Vers 6: mit Danksagung.
Und jetzt bin ich eigentlich jemand, der euch nicht nerven möchte. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit darüber meine Predigt gehalten. Eigentlich müsstet ihr euch die einfach anhören. Deswegen habe ich das auch auf den Predigtnotizen extra noch einmal dazugeschrieben. Das ist vor zwei Jahren, 2005, in der Kassettothek, der Spandauer Kassettothek, beziehungsweise Anfang dieses Jahres, wenn ihr in der Moriendorfer Kassettothek schaut, da gibt es eine Predigt, die heißt Gott sei Dank.
Und ich werde jetzt nicht noch einmal alles ausführen, sondern ich werde einfach eines machen: Ich werde die Kernaussagen dieser Predigt noch einmal kurz zusammenfassen. Denn ich möchte, dass wir nachher nicht so sehr eine Predigt über das Danken hören, sondern ich möchte, dass wir Zeit zum Danken haben.
In dieser Predigt ging es mir um zwei Punkte. Zum einen darum, dass Dank im Leben eines Christen zur Gewohnheit werden muss. Und zum Zweiten darum, dass Dank ein Ausdruck unseres Glaubens ist.
Wir hatten uns damals verschiedene Stellen angeschaut, die dieses Thema Dank als Gewohnheit beleuchtet haben. Ihr habt das alles in euren Skripten. Ich will es nur kurz überfliegen.
Da haben wir 1. Thessalonicher 5,18. Ein Vers, der uns deutlich macht, dass selbst in den chaotischsten Zeiten unseres Lebens, da, wo ich sage: Wahnsinn, jetzt geht doch gar nichts mehr, dass selbst in diesen Zeiten noch genug Dinge da sind, für die wir danken können. Da heißt es: Sagt in allem Dank, nicht für alles, in allem. In jeder Lebenssituation gibt es genug Dinge, für die du danken kannst. Dieser Vers hat unseren Blick einfach auf diese Tatsache gelenkt.
Dann sind wir durch den Kolosserbrief gegangen und haben gesehen, Kolosser 1,9-14. Ganz am Anfang war das der Text, der uns vor kurzem schon einmal begegnet ist, bei der Fürbitte. Wir haben gemerkt, als wir darüber nachgedacht haben, dass zu einem Leben von erretteten Leuten, die wirklich gläubig sind, Dank einfach dazugehört. Das ist etwas ganz Natürliches. Es ist so etwas wie Atmen eigentlich. Wenn ich weiß, was Gott mir alles geschenkt hat und schenkt und noch schenken wird, dann ist es einfach unhöflich, den Mund nicht aufzukriegen und nicht zu danken. Es ist so selbstverständlich.
Dank und Glaube als untrennbare Einheit
Wir haben dann in Kolosser 2,6-7 gesehen, dass Dank und ein fester Glaube wie eine Einheit sind. Du kannst nicht sagen: „Hey, ich bin ein reifer, stabiler Christ“, ohne zu danken. Das geht nicht. Es ist eine Einheit. Warum? Nun, weil der reife Christ schon viel verstanden hat von dem, was Gott ihm geschenkt hat.
Dann sind wir weitergegangen. In Kolosser 3,13-15 haben wir uns angeschaut und festgestellt, dass es eine Verbindung zwischen Dankbarkeit auf der einen Seite und Meckerei auf der anderen Seite gibt. Wenn Leute meckern, wenn sie unzufrieden sind über die Dinge in der Gemeinde, wenn sie mit Geschwistern nicht klarkommen, wenn rumgemäkelt wird und rumkritisiert wird, dann geht das einfach nicht zusammen.
Vielleicht erinnert ihr euch noch: Ich hatte verschiedene Beispiele gebracht. Ja, du kannst nicht in deinem Herzen für Leute danken und im nächsten Augenblick auf sie schimpfen. Es passt einfach nicht. Dank und diese Meckerei, dieses Krittelige, das geht einfach nicht zusammen.
Der letzte Punkt war dann der, dass wir uns Kolosser 4,2 angeschaut haben. Dank bewahrt unser Leben davor, einzuschlafen. Dank ist wie so ein Wächter. Wenn ich immer wieder danke, bleibe ich am Geschehen dran, bleibe ich wach und zwinge mich ein Stück weit dazu, zu sehen, wo Gott jetzt in meinem Leben wirkt.
Und der Strich unter diesen ganzen Stellen ist: Dank ist für Gläubige so selbstverständlich wie Frühstücken, wie Atmen, wie Duschen, Zähneputzen. Eigentlich etwas ganz Normales. Das war der erste Punkt.
Der herausfordernde Vers aus Epheser 5
Der zweite Punkt ist mir heute wichtiger. Den möchte ich ein bisschen ausführen.
Der zweite Hauptpunkt dieser Predigt, Gott sei Dank, beschäftigt sich nur mit einem Vers, mit dem herausforderndsten Vers zum Thema Dank in der gesamten Bibel. Lasst uns gemeinsam Epheser 5,20 aufschlagen.
Dank als Ausdruck unseres Glaubens
Epheser 5,20:
Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus.
Da sind so Verse, bei denen man beim Lesen innehält. Das ist wie damals, als ich mit meiner Tochter in Österreich Schlitten gefahren bin. Österreicher haben, wenn sie Schlitten fahren – also ich bin mit Österreichern Schlitten gefahren –, das heißt, man läuft zwei Stunden den Berg hoch auf einer Alm, trinkt noch etwas Heißes, durchaus auch Alkoholhaltiges. In der Zwischenzeit ist die Sonne untergegangen. Dann sieht man nämlich, wie von unten die Autos hochkommen. Und dann knallt man diese vier Kilometer wieder runter mit dem Schlitten, so im Dämmerigen.
Ja, du siehst ungefähr, wo es langgeht, und du hast urig Spaß. Du hast urig Spaß bis auf eine Stelle, nämlich da, wo die Kuhgitter sind. Damit die Kühe nicht abhauen, sind quer über die Wege manchmal so Eisengitter, wo Kühe halt nicht durch können. Und die sind nicht vereist. Das heißt, ich dachte mir nichts. Ich dachte, mit so einem Schlitten fährt man einfach drüber. Nee, Eisen auf Eisen ist ziemlich heftig. Das ist irgendwie so, und du kommst noch richtig mit Schwung an, hast vorne dein kleines Kind, ja, und denkst ...
So muss dieser Vers sein beim Lesen. Du liest das: Ach, alles ist nett und schön. Ja, kauft die gelegene Zeit aus, werdet voll Geist, sagt allezeit für alles Dank. Ich glaube, dass das ein Vers ist, der uns entweder herausfordert, der uns innehalten lässt, oder wir gehören noch runter in den kleinen Krabbelbaum. Das ist einfach nicht mehr Kindergottesdienstniveau hier. Und ich denke, wir sind dazu aufgefordert, ein Niveau zu entwickeln, wo solche Verse unser Leben und unser Denken prägen.
Der Gläubige vertraut Gott, und indem er Schritt für Schritt im Glauben geht, macht er Erfahrungen. Nämlich die Erfahrung, dass Gott vertrauenswürdig ist. Und auf diese Weise kommen wir an den Punkt, dass wir allezeit für alles, nicht nur in allem wie 1. Thessalonicher 5,18, sondern allezeit für alles dem Gott und Vater danken können im Namen unseres Herrn Jesus Christus.
William Macdonald hat, und ich kann das nur sinngemäß wiedergeben, mal gesagt: Wenn wir Gottes Weisheit hätten und Gottes Liebe und Gottes Allmacht, dann würden wir unser eigenes Leben genau so einrichten, wie Gott es tut, inklusive aller Krankheiten, Schwierigkeiten und Probleme.
Die Frage, die ich dir stellen möchte, ist, ob du das glaubst. Ob du glaubst, dass Gott Liebe ist und dass er das Beste für dich und für sein Reich im Sinn hat. Und ich möchte dir sagen: Gott hat seine Liebe schon bewiesen. Immer wenn wir ans Kreuz denken, dann ist das ein Ausdruck, und zwar der Höhepunkt von Gottes Liebe. Und dadurch, dass Gott nicht ein Gott auf Bewährung ist, den wir immer wieder testen können, ob er denn immer noch gut zu uns ist, sondern einmal in Zeit und Raum wirklich geliebt hat, Liebe maximal, absolut, deshalb liegt es einfach jetzt an uns.
Kann ich heute glauben, dass Gott mein Leben so lenkt, wie es für mich und für diese Welt zum Besten ist? Kannst du das glauben?
Vertrauen, Entscheidung und die Frage nach dem Herrn des Lebens
Kann ich glauben, dass Schwierigkeiten und Nöte, die mein Leben treffen, weil ich ein Produkt dieser Welt bin und in einer kaputten Welt lebe, keine Abweichung vom eigentlichen Plan sind, sondern ein Teil von Gottes Plan für mich? Kann ich glauben, dass Gott mich so durch dieses Leben hindurchführt, wie es für mich und für den Auftrag, für den er mich begabt hat, am besten ist? Also für mich und für meinen Auftrag in dieser Welt.
Kann ich das glauben?
Paulus geht irgendwie ganz selbstverständlich davon aus, dass der Gläubige, dass derjenige, der sich wirklich bekehrt hat, weg von seinem alten Leben hin zu einem Leben für Gott, in dieser Situation allezeit für alles danken kann. Weil er um Gottes Liebe weiß. Weil er aus Gottes Hand Dinge nehmen kann. Und gleichzeitig weiß: Egal, wie schwer die Dinge daherkommen, ich muss sie ja nicht alleine schultern. Ich muss sie nicht alleine tragen, sondern Gott steht auf meiner Seite.
Epheser 5,20 stellt dich vor eine Entscheidung. Und nicht nur einmal, sondern immer wieder. Immer dann, wenn Schwierigkeiten in unser Leben hineinkommen, ist dieser Vers wie ein Stachel, der uns vor die Entscheidung stellt: Glaube ich das oder glaube ich das nicht? Er stellt uns die Frage: Wem gehört eigentlich dein Leben? Wem gehört dein Leben? Wem wirst du folgen, wenn dein Gefühl und deine Erfahrung im Widerspruch zu Gottes Wort stehen? Wem wirst du dann folgen? Was wirst du tun? Wirst du Dank sagen oder wirst du anfangen zu murren? Wirst du gehorchen oder wirst du dich über Gottes Rat hinwegsetzen? Was wirst du tun? Wirst du glauben oder wirst du Gottes Liebe misstrauen?
Ich glaube, dass das echte Fragen sind.
Ich war gestern bei Linda und Wolfgang. Wir haben uns ein bisschen unterhalten über die Not mit alten Menschen, darüber, dass man heute so wenig auch alte Menschen findet, bei denen man fragen kann, wo noch Weisheit da ist. Dass ich mir sage: Wenn ich mich mit einem alten Menschen unterhalte, dann möchte ich die Frage stellen: Hey, wie funktioniert das Leben? Und dann möchte ich nicht hören: Wie war der letzte Urlaub?
Und ich glaube, das sind Fragen, die wir uns immer wieder stellen müssen: Wem gehört dein Leben? Was wirst du tun, wenn du Epheser 5,20 in einer Situation erlebst, in der es dir schlecht geht? Was wirst du dann tun, ganz konkret?
Danken als Glaubensschritt in der Krise
Und vor diesem Hintergrund noch einmal Philipper 4,6, mit der Dankbarkeit: Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen eure Anliegen vor Gott kundwerden, und das Ganze mit Danksagung.
Wenn ich an dem Punkt bin, dass ich jederzeit für alles danken kann, weil ich restlos davon überzeugt bin, dass ich einen Vater im Himmel habe, der mich wirklich liebt, dann weiß ich auch: Nichts tritt in mein Leben hinein, was sinnlos wäre. Es ist dann nicht mehr so, wie es so schön im Römerbrief heißt, dass alle Dinge zu unserem Guten mitwirken. Was nicht mehr zum Guten mitwirkt, verliert in diesem Zusammenhang seinen Sinn. Wenn ich restlos von der Güte und von der Liebe Gottes überzeugt bin, dann kann ich meine Sorgen abgeben. Aber nicht einfach irgendwie abgeben, sondern dann nehme ich meine Sorgen und lege sie im Glauben in die Hand eines liebenden Vaters.
Soll ich euch etwas sagen? Das ist die schwierigste Lektion, die ich in meinem geistlichen Leben überhaupt lernen musste. Gott so weit zu vertrauen, dass ich dort, wo es gegen mein Gefühl, gegen meine Erfahrung und gegen mein Verstehen ging, sagen kann: Vater im Himmel, danke. Danke für das, was jetzt passiert. Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es nicht. Aber ich werde dir folgen, und ich werde dafür danken, weil ich weiß, dass du keinen Fehler machst.
Ich kenne Momente in meinem Leben, in denen ich dachte: Das schaffe ich nicht. Ich denke an einen Moment zurück, in dem meine eigene Ehe auf der Kippe stand, in dem ich wirklich die Nase gestrichen voll hatte. Ich dachte wirklich: Jetzt mache ich Schluss. Und dann kommen solche Verse: Jetzt soll ich danken, jetzt in dieser Situation? Ich habe keinen Bock mehr, ich will nicht mehr, ich gebe auf, ich schaffe es nicht.
Und dann hörst du in dir drin, ich will es mal so sagen, den Heiligen Geist, der sagt: Jürgen, und jetzt fang mal an, für die Situation zu danken. Und weißt du warum? Weil ich Scheidung hasse. Und du stehst da und denkst: Warte mal, ich will nicht mehr. Und Gott sagt: Das ist mir egal, das ist mir einfach egal, du gehst jetzt weiter.
Und das sind die Momente, in denen wir entweder auf die Knie gehen und danken und aus Gottes Hand nehmen, was er uns geschenkt hat, und wirklich vor ihm zerbrechen. Oder ganz ehrlich: Unser Christsein ist das Papier nicht wert, das du vielleicht nach deiner Taufe als Taufeurkunde bekommen hast.
Erwachsener Glaube, Opfer des Dankes und der Weg zum Heil
Ist unser Glaube erwachsen? Erwachsener Glaube ist ein Glaube, der Gottes Hand nicht loslässt, wenn es finster wird. Erwachsener Glaube ist ein Glaube, der sich nicht von den Umständen erschrecken lässt, der Gott nicht misstraut und der nicht stehenbleibt, sondern den nächsten Schritt wagt, wo alles in mir eigentlich sagt: Du spinnst. Das ist erwachsener Glaube.
Und mitten im Zentrum dieses erwachsenen Glaubens, wieso, wieso? Brennstoff, etwas, das ihn vorantreibt, unlösbar damit verbunden, überall in der Bibel, plötzlich dieses Wort: Dank.
Ich habe euch ja schon gesagt: Lernt Bibelverse zum Thema Gebet auswendig, 1. Petrus 5,6-7, Philipper 4,6-7, noch einer, Psalm 51,23, auch so ein herrliches Teil, was man immer wieder im realen Leben braucht. Da heißt es, Psalm 50,23, das ist falsch in euren Skripten. Psalm 50,23.
Ich lese mal vor:
Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen.
Wer Dank opfert, weißt du, Dank ist nichts, was man immer so einfach macht. Es gibt Momente, wo Dank dich etwas kostet. Es sind die Momente, wo es finster ist, wo du sagst: Ich danke jetzt nur, weil Gott Gott ist und weil ihm mein Leben gehört. Es gibt keinen anderen Grund. Ich danke für etwas, wo jeder sagt: Du spinnst, wenn du dafür auch noch Danke sagst.
So ein bisschen wie die Frau Hiobs: Jetzt schmeißt doch endlich alles hin, das hat doch alles keinen Sinn. Und Hiob sagt: Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen. Wie geht es weiter? Der Name des Herrn sei gepriesen. Wahnsinn!
Das ist das hier: Wer Dank opfert, wer bereit ist, sich darauf einzulassen, verherrlicht Gott. Gott freut sich darüber, und er bahnt einen Weg. Dank ist ein Wegbereiter. Und wofür? Ihn werde ich das Heil oder die Rettung Gottes sehen lassen. Dank ist der Eisbrecher, der den Weg freimacht dafür, dass Gottes Heil, Gottes Rettung in mein Leben hineinkommt.
Und ich würde euch das gerne aufs Herz legen, dass ihr das versteht. Wir ziehen uns, wenn es schwierig wird, so gern zurück. Wir werden gern still vor Gott, wenn die Probleme zunehmen. Und überall in der Bibel finden wir genau das Gegenteil. Da finden wir, dass da, wo die Probleme zunehmen, wir mehr beten sollen. Dass wir nicht weniger danken, sondern mehr danken sollen, nicht weniger Sorgen abgeben, sondern mehr abgeben sollen, nicht weniger darüber reden, sondern mehr darüber reden. Und deswegen ist dieses ganze Thema Gebet so im Zentrum.
Die Wurzel der Sünde und die Haltung des Gläubigen
Letzter Punkt: Die Ursünde des Menschen ist Unglaube und Undank. Im Römerbrief beginnt Paulus zu erklären, warum Gottes Zorn vom Himmel her über alle Menschen ausgegossen wird. Da heißt es in Römer 1,20: Denn sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien.
Jetzt kommen die Anklagen, weil sie Gott kannten, ihn aber erstens weder als Gott verherrlichten, das ist Unglaube, noch ihm Dank darbrachten, das ist Undank. Also ich weiß nicht, woran ihr denkt, wenn ihr an die Ursünde denkt, an die globale Sünde der Menschheit. Gott sagt: Unglaube und Undank im Angesicht der Schöpfung. Dafür wird Gott die Menschen richten.
Dafür, dass morgen für morgen Millionen von Deutschen sich einfach einen Kaffee kochen und im Entferntesten nicht auf den Gedanken kommen, Gott dafür zu danken. Nicht dafür zu danken, dass es diese Kaffeebohne gibt, nicht dafür zu danken, dass es Wasser gibt, nicht dafür zu danken, dass Gott den Strom gemacht hat, und sich nicht dafür zu danken, dass es eine Kuh gibt für die Milch usw. Sondern sie schlürfen sich diesen Kaffee in sich hinein. Und sie denken, sie hätten es verdient. Und das kommt irgendwie: Strom kommt aus der Steckdose, Kaffee kommt von Aldi. Nein! Und das ist das Problem: Undank! Durchs Leben schlendern, die Gaben Gottes genießen und den Geber verachten. So tun, als na ja, irgendwo ist es hergekommen, aber was interessiert mich das denn heute?
Und wenn das den Heiden charakterisiert, dass er seinen Kaffee morgens schlürft, ohne einen halben Gedanken an den Schöpfer, der ihn gemacht hat, um den Kaffee trinken zu können, der den Kaffee gemacht hat, die Kuh, den Strom usw., dann muss es jetzt, und das möchte ich, dass wir heute gemeinsam tun, gerade andersherum sein. Dann muss der Gläubige sich gerade dadurch auszeichnen, dass er viel dankt, so wie dieser erste Punkt ja auch hieß: Dank als Gewohnheit. Und genau das ist auch, was wir in der Bibel finden, zum Beispiel in den Psalmen.
Ich möchte euch abschließend noch einen Psalm vorlesen, der das zum Ausdruck bringt. Wenn ich die Psalmen mir durchhöre, ich höre mir die Psalmen gerne an, dann begegne ich dort einer Sprache, die mir eher ungewohnt ist. Aber was ich so zwischen den Zeilen an Beziehung spüre, wo ich merke, da haben Leute sicherlich auf ihre Weise, mit ihren Worten, eine Beziehung beschrieben, wo ich sagen würde: Das geht mir ganz genau so. Und das, was ich jetzt hier vorlese, das ist, ich sage mal, die Geisteshaltung eines Gläubigen.
Ein gemeinsamer Abschluss im Lob und Dank
Da heißt es dann in Psalm 95:
Kommt, lasst uns dem Herrn zujubeln, lasst uns zujauchzen im Fels unseres Heils. Lasst uns vor sein Angesicht treten mit Dank, lasst uns mit Psalmen ihm zujauchzen. Denn ein großer Gott ist der Herr, ein großer König über alle Götter. In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein. Sein ist das Meer, er hat es ja gemacht, und das Trockene, seine Hände haben es gebildet. Kommt, lasst uns anbeten und uns neigen. Lasst uns niederknien vor dem Herrn, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Herde seiner Hand.
Das wollen wir jetzt tun. Wir wollen jetzt Gott danken. Wir werden das so tun, dass uns Claudi zwei Lieder spielt. Dann werden wir eine Zeit des Dankens haben. Dann spielen wir wieder zwei Lieder, dann werden wir noch einmal danken. Und dann gibt es noch einmal ein Heilig, das ist nur ein Lied. Danach nehmen wir uns noch einmal Zeit zum Danken.
Denn ich bin einfach davon überzeugt, dass, wenn wir erst einmal diese Scheu überwunden haben, hier zu beten, das meist nur das erste Gebet schwierig ist. Das zweite ist schon ganz einfach. Das erste Gebet ist das schwierige Gebet. Und deswegen möchte ich euch bitten: Betet!
Wir werden drei Gebetsblöcke haben, und unser Thema heißt Danken. Vielleicht kann nicht jeder für die Sorgen in seinem Leben danken. Ich habe über das Thema einmal gesprochen, und dann hatten wir danach auch eine wunderbare Gebetsgemeinschaft, in der viele, viele gebetet haben. Eine Familie hat dann für ihre Tochter gebetet, die drogenabhängig ist. Da dachte ich: So weit muss es nicht gehen. Ihr könnt auch für solche Sachen danken. Aber wir haben so viel, wir haben so irre viel, wofür wir danken können.
Ich würde mir wünschen, fühlt euch nicht unter Druck gesetzt oder nur ein bisschen: Ich würde mir wünschen, dass viele heute danken. Und wenn es nur ein ganz kurzes Gebet ist. Dass wir Gott ein Stück von diesem Rettungsjubel zurückgeben, der so ein natürlicher Bestandteil unseres geistlichen Lebens sein sollte.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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