Serie•Teil 43 / 60Der Messias im Alten Testament (AT)
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Wir sind mit Jesaja 53 fast zu Ende gekommen, wir wollen aber noch ein paar Verse zusammen anschauen. Wir lesen nochmals die letzten Verse, das heisst Jesaja 53,10-12. Darf ich jemand bitten, uns den Text vorzulesen?
Doch es war der Wille des Herrn, ihn leiden zu lassen und zu vernichten. Wenn sein Leben jedoch als Opfer für die Sünde dargebracht wird, wird er viele Nachfolger haben. Er wird lange leben, und die Absichten des Herrn werden durch seine Hand gedeihen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er sich dann an dem, was er zu sehen bekommt, erfreuen. Durch seine Erkenntnis wird mein gerechter Diener Gerechtigkeit für viele erwirken, denn er wird ihre Sünden auf sich nehmen. Deshalb werde ich ihm seinen Anteil unter den Grossen geben, mit Mächtigen wird er Beute teilen, denn er hat sein Leben geopfert und sich zu den Sündern zählen lassen. Tatsächlich aber hat er die Sünden vieler getragen und ist für die Sünder eingetreten.
Ja, vielen Dank. Wir haben eigentlich die Verse 10 bis 12a schon behandelt, aber es wäre noch wichtig, jetzt die letzten prophetischen Aussagen in Vers 12 noch anzuschauen. Wir haben in Vers 12 bereits letztes Mal gesehen, dass Jesaja 53 klar macht, dass der Messias zuerst kommen sollte als der Leidende und dann als der Herrschende.
Nicht wahr, es ist uns schon längst allen bewusst, dass das Alte Testament das Kommen des Messias in zwei völlig verschiedenen Weisen beschreibt. Einerseits der leidende Messias, der für unsere Sünden sterben sollte, verworfen von der Masse seines Volkes, und andererseits der Messias, der kommt als König über alle Könige, um Gerechtigkeit und Frieden in diese Welt einzuführen. Diese beiden Darstellungen waren im Judentum von Alters her ganz klar bekannt. Und das hat dazu geführt, wie man in der mittelalterlichen rabbinischen Literatur sieht, dass man versucht hat, das zu lösen, indem man lehrte, es würde zwei verschiedene Messias geben: einen leidenden Messias, das ist der Maschiach Ben Joseph, der so leiden würde wie Joseph, der von seinen Brüdern verworfen worden war. Und andererseits Maschiach Ben David, der Messias, Sohn Davids, der kommen würde, um zu herrschen, so wie David Herrscher war.
Nur löst das Neue Testament das Problem ganz anders. Das Neue Testament macht klar: Es gibt nur einen Messias. Das erste Mal sollte er kommen, um zu leiden, und das zweite Mal würde er kommen, um zu herrschen. Und das wird hier klar. Wir haben gesehen, der Messias würde sterben. In Vers 9 hatten wir, kann noch jemand den Vers lesen, haben wir ganz klar den Tod des Messias: Man bestimmte ihm bei Gottlosen sein Grab, aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist.
Jawohl, also hier wird ganz klar gesagt, der Messias wird in den Tod gehen. Und Vers 11 am Schluss macht klar, dass er dabei eben leiden wird für die Sünden anderer. Liest jemand noch 11b?
Durch seine Erkenntnis wird der Gerechte, mein Knecht, den vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird er sich selbst aufladen.
Jawohl, also sterben, indem er fremde Sünde auf sich lädt. Und nun macht Vers 12 klar: Darum werde ich ihm die Grossen zuteilgeben. Also Gott gibt dem leidenden Messias als Belohnung für seine Leiden die Herrschaft über die ganze Welt. Alle Grossen dieser Welt werden ihm zu Füssen fallen, ihm dienen müssen. All die Grossen werden ihm zuteil werden. Und nochmals wird erklärt, begründet dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod.
Das macht also ganz eindeutig klar: Zuerst musste er leiden, und danach würde er herrschen. Und es ist die gleiche Person. Also man kann nicht nur sagen, das Neue Testament löst das Problem, indem es erklärt, es gibt nur einen Messias, sondern das Alte Testament macht schon klar: Es gibt nur einen Messias, der eben in zwei Phasen erscheinen würde.
Übrigens, was bedeutet dieser Ausdruck dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod? Wie kann man die Seele ausschütten in den Tod?
Durch das Blut, das vergossen worden ist.
Ja, das Wort Seele, hebräisch Nefesh, bedeutet ja sehr vieles. Es bedeutet oftmals einfach Leben, und dann in anderen Zusammenhängen kann es bedeuten, der Sitz der Persönlichkeit, das Ich. Zum Beispiel Psalm 104: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Also da meint Seele das Ich. Ich möge den Herrn loben. Es ist eine Selbstermutigung, David spricht sich selber an, er soll doch loben, meine Seele.
Aber eben anderswo ist es einfach die Bezeichnung für das Leben, zum Beispiel in Hesekiel 18, wenn es heisst: Die Seele dessen, der sündigt, soll sterben. Das heisst also die Person, die sich auflehnt gegen Gottes Wort, die wird mit dem Tod bestraft werden. Da hat Seele einfach die Bedeutung von Leben.
Das ist sehr wichtig, weil die Zeugen Jehovas wollen damit zum Beispiel belegen, dass die Seele im Sinne von Sitz der Persönlichkeit sterblich sei. Und nichtsahnenden Leuten sagen sie: Ja, wissen Sie, die Seele ist sterblich. Und dann wird argumentiert: Nein, unmöglich, das ist nicht biblisch, die Seele lebt nach dem Tod weiter. Ja, aber wenn das in der Bibel stehen würde, würden Sie es glauben? Ja, das steht eben nirgends. Ja, aber wenn es in der Bibel stehen würde, würden Sie das glauben? Ja, natürlich, ich glaube alles, was in der Bibel steht. Also Hesekiel 18: Die Seele dessen, der sündigt, wird sterben. Und dann haben Sie jemanden damit eingepackt.
Aber der Denkfehler liegt darin, dass Wörter nicht nur eine Bedeutung haben, sondern Wörter werden in der Linguistik beschrieben als Felder, die eine Bedeutungsbreite haben. Und je nach Zusammenhang ist dann eben, wenn man ein Wort verwendet, ein bestimmter Ausschnitt, ein bestimmtes Segment dieses Feldes von Bedeutung. Und so muss man die Wörter immer bestimmen nach ihrem Textzusammenhang.
Schlagen wir auf, 3. Mose 17, dort wird in Verbindung mit dem Schlachten der Tiere und gerade der Opfertiere gesagt, 3. Mose 17,11: Denn das Leben des Fleisches ist im Blut. Und ich habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühnung zu erwirken für eure Seelen; denn das Blut ist es, das Sühnung erwirkt für die Seele.
Jawohl, also hier steht auf Hebräisch Nefesh. Denn die Seele des Fleisches, Nefesh, jetzt in deiner Übersetzung war es bereits mit Leben wiedergegeben, es ist korrekt. Denn hier ist nicht gemeint der Sitz der Persönlichkeit, sondern das Leben des Fleisches ist im Blut. Das heisst, das Blut ist gewissermassen der Inbegriff des Lebens. Und es ist uns allen klar: Sobald man das Blut trennt vom Körper, ist ein Mensch tot, ist ein Tier tot. Und so ist das Blut eben der Inbegriff des Lebens. Und bei den Opfern musste jeweils das Opfertier geschlachtet werden, und zwar so, dass das Blut ausfloss bei der Schächtung. Also das Symbol, der Inbegriff des Lebens sollte ausfliessen. Das war ein Hinweis auf den Messias, von dem es eben heisst in Jesaja 53,12: dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod.
Also ein direkter Hinweis auf die Hingabe seines Blutes, das am Kreuz geflossen ist. Insbesondere als ein Soldat nach Johannes 19 die Seite des Herrn öffnete, da kam das Blut so heraus.
Ja, und dann eine weitere prophetische Aussage in Vers 12. Also sein Blut soll ausfliessen, seine Seele ausschütten in den Tod. Was ist die nächste Aussage in diesem Vers?
Unter den Übeltätern zählen liess.
Jawohl, worin hat sich das erfüllt?
Ja, dass er am Kreuz gestorben ist, rechts und links richtige Verbrecher.
Jawohl, genau, da wurde er unter die Verbrecher gezählt. Und?
Das Nächste auch eine Erfüllung einer Prophetie: Er hat für die Sünden der Verbrecher Fürbitte getan.
Jawohl, und das hat sich erfüllt, in welchem Moment?
Ja, es gab in einem der letzten Worte Jesu am Kreuz: Denn sie wissen nicht, was sie tun.
Jawohl, und zwar war das von den sieben Worten des Erlösers am Kreuz sogar das erste. Das war das erste Wort des Erlösers. Genau, das vorletzte war: Es ist vollbracht. Und das letzte: Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist. Genau, also Lukas 23,34. Lukas 23,34. Wir lesen schon Vers 33 dazu, 32 bis 34 bitte.
Es wurden aber auch zwei andere hingeführt, Übeltäter, um mit ihm hingerichtet zu werden. Und als sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte nennt, kreuzigten sie dort ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Sie teilten aber sein Gewand und warfen das Los darüber.
Jawohl, also hier werden diese beiden Verbrecher erwähnt, die hingerichtet wurden, zu rechter und zu linker Seite. Darauf bezieht sich unser Wort: Er wurde unter die Verbrecher gezählt. Und das Wort für Übertreter, Posch'im auf Hebräisch, bedeutet Übertreter, abtrünnige Verbrecher. Aber im gleichen Satz wird gesagt: Er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Übertreter Fürbitte getan. Und dieses Übertreter ist nochmals Posch'im. Aber in der Erfüllung in Lukas 23: Für wen betet der Herr? Genau, also die, die den Auftrag hatten, die Verbrecher hinzurichten im Namen des Gesetzes, sind damit selber Verbrecher, indem sie den Herrn hingerichtet haben. Also Jesaja 53,12 stellt sie auf die gleiche Ebene wie diese Gesetzesbrecher, diese Übeltäter, indem das gleiche Wort sowohl für diejenigen als auch für die Mitgekreuzigten als auch für die Kreuzigenden verwendet wird.
Ja gut, gibt es jetzt noch irgendwelche Fragen zu Jesaja 53, auch zu anderen Versen, die wir in den letzten zwei Mal angeschaut hatten?
Anteil geben unter den Grossen. Welche anderen Grossen sind da gemeint?
Die Grossen sind die Herrscher dieser Welt. Wenn der Herr kommt als König, als Menschensohn auf den Wolken des Himmels, wird er alle Herrschaften dieser Welt sich selber unterwerfen. Und das sind die Grossen, die dann an der Macht sind, die werden ihm zuteil werden. Ja, das bezieht sich hier dann auf das Versammeln der Heere des widerstandenden römischen Reiches in Harmagedon. Ja, aber wenn es hier heisst, dass eben ich werde ihm die Grossen zuteilgeben, dann heisst es, dass der Herr eben die Herrschaft über alle, die dann herrschen werden, weltweit eben ihm übergeben werden, und so übernimmt er die Weltherrschaft.
Ist das so geklärt oder nicht ganz?
Wenn mir eben, wie gesagt, scheinbar falsch übersetzt zu sein, darum werde ich ihm Anteil geben unter den Grossen.
Ja, es ist zu wenig scharf übersetzt, also wörtlich wäre: Darum werde ich ihm zuteilen. Das heisst, er wird nicht einer unter vielen Grossen sein, sondern der Grosse.
Ja, genau. Er bekommt die Macht über alle, genau.
Und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen, das ist aber auch gar nicht richtig.
Dort bezieht sich das, die Gewaltigen, auf jeden Fall auf den Überrest Israels, der Herrschaft bekommen wird im Tausendjährigen Reich. Israel wird zur höchsten Nation gemacht, und mit ihnen wird er die Herrschaft teilen, ja.
Könntest du auch noch etwas sagen zu dieser Thematik? Es würde mich noch interessieren, wie viele, also er hat für die vielen, es würde den vielen zur Gerechtigkeit verholfen. Quasi ist das jetzt für, gilt das Erlösungswerk für alle Menschen oder nur für Auserwählte?
Jawohl, also hier steht ja, dass nicht alle Menschen gerecht gemacht werden. Sondern Vers 11 sagt: Durch seine Erkenntnis wird mein gerechter Knecht den vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, eigentlich die vielen gerecht machen. Das heisst also ganz klar, es gibt keine Allversöhnung. Es werden nicht einmal alle Menschen errettet werden, sondern nur die vielen. Und das ist auch in Übereinstimmung mit dem, was wir in der Offenbarung lesen. Offenbarung erklärt ganz klar, dass Menschen beim letzten Gericht in die ewige Verdammnis geworfen werden. Also alle Menschen werden nicht gerettet werden.
Und trotzdem sagt uns Johannes 3,16, schlagen wir es auf, obwohl es die meisten auswendig können, Johannes 3,16. Wer liest?
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Also hier wird ganz klar gezeigt, dass die Liebe Gottes die ganze Welt umfasst, nicht nur die vielen, die einmal gerettet werden, sondern die ganze Welt, und Gott hat seinen Sohn in diese Welt gesandt im Blick auf die ganze Welt, um alle zu retten. Aber das geht nicht automatisch, sagt Johannes 3,16, sondern auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Das heisst also, nur der Einzelne, der sich bekehrt, hat dann wirklich Anteil an der Rettung, obwohl Gott das für alle möchte.
Das stimmt auch überein mit 1. Timotheus 2,4. Das ist sehr wichtig, weil das die Lehre von Calvin ganz klar widerlegt. Calvin hat in diesem Punkt geirrt. Er hat gelehrt, die ganze Welt ist verloren, korrekt, das sagt die Bibel, und er sagt, alle Menschen sind böse und sie wollen mit Gott nichts zu tun haben, ist auch korrekt. Römer 3 sagt, da ist keiner, der Gott suche. Und dann sagt Calvin, aber Gott hätte eine bestimmte Anzahl von Menschen zuvor bestimmt, dass sie gerettet werden und dass er sie herausziehen würde. Damit meint er also, nur diese können gerettet werden und die anderen nicht. Und die wollen natürlich auch nicht gerettet werden. Aber er sagt damit ganz klar, dass diejenigen, die nicht zu diesen Auserwählten, zu Vorbestimmten gehören, die könnten auch gar nicht gerettet werden.
Und wenn man dann argumentiert hat mit Johannes 3,16, also hat Gott die Welt geliebt, und 1. Timotheus 2,4 lesen wir das, dann hat er dann folgendes erklärt. Lesen wir zuerst den Vers:
Welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Jawohl, also hier steht ganz klar, dass Gott will, dass alle Menschen errettet werden. Und das steht im Kontrast zu Calvins Lehre. Er sagt, Gott hätte nur einen bestimmten Anteil der Menschheit retten wollen. Gut, er hätte gesagt, ja, die wollten auch gar nicht gerettet werden, und die wollten auch mit Gott nichts zu tun haben, aber die, die gerettet werden, auch nicht, aber die werden gerettet, weil Gott sie quasi herauszieht. Aber diese Stelle macht ganz klar: Gott will, dass alle Menschen gerettet werden.
Und dann hat Calvin gesagt, ja, das meint alle Arten von Menschen, nicht jeder einzelne, sondern die Bibel spricht ja davon, wie Menschen gerettet werden aus allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen, also allerlei Menschen aus allen möglichen Völkern und Stämmen und Sprachen. Aber dann nehmen wir einfach dazu noch 2. Petrus 3,9, und dann ist es eindeutig, weil dort wird die gleiche Aussage umgekehrt formuliert. 2. Petrus 3,9. Lesen wir das zusammenhangswegen von Vers 8:
Also hier wird klar gesagt, Gott will nicht, dass irgendwelche verloren gehen. Also kein einzelner darf verloren gehen gemäss Gottes Willen. Und damit ist 1. Timotheus 2,4 ganz klar gestützt in der Aussage: Alle Menschen heisst wirklich jeder einzelne Mensch. Gott will die Rettung für alle.
Interessant ist allerdings in 1. Timotheus 2,4 das Wort für wollen ist thelo, kann bedeutet wollen und auch wünschen. Ein stärkeres Wort wäre boulomai. Boulomai heisst wollen, und zwar indem man fest beschlossen hat. Das gleiche Wort kommt gerade vor in 1. Timotheus 2,8, wo Paulus sagt: Ich will nun, boulomai, dass die Männer an jedem Ort beten. Also dort ist es ganz klar Gottes entschiedener Ratschluss, so soll das sein, und es geht dann auch weiter, Vers 9: desgleichen auch, dass die Frauen in bescheidenem Äussern mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit sich schmücken. Das ist auch abhängig von diesem Verb boulomai, ich will, fester göttlicher Wille. Dieser Gebrauch von beiden Wörtern so nahe beieinander in 1. Timotheus 2 ist sehr interessant, und darum hat die Schlachter 2000 dort korrekt übersetzt in der Fussnote, glaube ich, welche möchte. Stimmt das, wer hat Schlachter 2000? 2,4. Wie steht es dort im Text und wie in der Fussnote?
2,4: welcher will? Wünscht.
In der Fussnote oder im Text?
In der Fussnote: wünscht.
Ja, wünscht, das ist korrekt, weil es eben diese Nuance von thelo ausdrückt. Das ist wichtig, denn die Allversöhner, die dann eben in die andere Richtung gehen, die sagen, es geht auch kein Mensch verloren, die argumentieren: Ja, wenn Gott etwas will, dann geschieht das auch, ob die Menschen wollen oder nicht, also werden alle gerettet. Aber eben Offenbarung 20 und viele andere Stellen machen klar, dass Menschen im letzten Gericht in die ewige Verdammnis geworfen werden. Und der Ausdruck meint eben, dass Gott wünscht. Und so werden nicht alle Menschen gerettet, aber Gott hat sein Heil gewollt im Blick auf alle Menschen, und er hat seinen Sohn gesandt, dass alle gerettet werden könnten. Und darum muss das Evangelium auch allen Menschen verkündigt werden. Sonst müsste man es ja sinnvollerweise nur denen verkündigen, die auserwählt sind. Gut, kann man sagen, aber wir wissen ja nicht, wer auserwählt ist, und darum verkündigen wir sowieso allen. Aber es ist wirklich so: Gott will das allen anbieten und gibt allen die Möglichkeit, gerettet zu werden.
Könnte man an dieser Stelle dann alle korrigieren, oder wäre das eigentlich nicht korrekt? Geht das nur für diejenigen, die Gott in seiner Vorkenntnis, also der Vers in Jesaja 53,11, dass er für viele das erwirkt hat?
Darauf kommen wir erst noch. Ich wollte das schön Stufe für Stufe aufbauen, damit wir eine klare Basis haben. Also jetzt ist schon klar: Calvin irrt, Gott will das Heil grundsätzlich für die ganze Welt und nicht nur für einen Ausschnitt, wie er das gelehrt hat.
Übrigens, spätere Calvinisten sind noch kalvinistischer geworden als Calvin, und die haben dann gelehrt, die doppelte Prädestination, also Gott habe gewisse Menschen bestimmt, dass sie errettet werden, und andere Menschen hätte er bestimmt im Voraus, dass sie verloren gehen. Und von dieser Art von Prädestination spricht die Bibel nirgends. Also doppelte Prädestination ist eine menschliche Erfindung, die die Bibel gar nirgends kennt. Calvin ging nicht so weit, sondern er sagte, Gott hat bestimmte Menschen zum Heil zuvorbestimmt und die anderen wollen nicht, natürlich, aber sie können auch nicht. Das ist ein wichtiger Unterschied, den man wissen können sollte.
Ja, jetzt gehen wir aber nochmals zu 1. Timotheus 2 zurück. Liest jemand nochmals Vers, Verse 3 bis 6?
Dies ist gut und angenehm vor unserem Heilandgott, welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, denn einer ist Gott und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit.
Ja, also hier steht, dass Jesus Christus gekommen ist und er hat sich selber zum Lösegeld gegeben für alle. Jetzt halten wir das offen und vergleichen das mit Markus 10,45. Wer liest?
Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Ja, also was ist der Unterschied zwischen den zwei Stellen?
Ja, als Lösegeld für viele, als Lösegeld für alle.
Ja, oberflächliche Menschen sagen Widerspruch. Aber wenn solche Gegensätze da sind, müssen wir studieren und forschen und uns fragen: Was möchte Gott mit diesem Unterschied sagen? Und wenn man jetzt den griechischen Grundtext beizieht, sieht man: Oh, aber dort ist es nicht wie auf Deutsch genau gleich, nicht wahr? Das sind die gleichen Wörter: als Lösegeld für viele, als Lösegeld für alle. Aber auf Griechisch ist das Für, das Wörtchen Für, nicht dasselbe in beiden Stellen. In Markus 10 steht anti und in 1. Timotheus 2 steht hyper. Die Nuancenliste ist die: hyper meint für, im Blick auf, zugunsten usw. Anti heisst für im Sinn von anstelle von. Zum Beispiel das Wort anti kommt in Matthäus 2 vor: Herodes, König Herodes war gestorben und sein Sohn wurde König an seiner Stelle, also für ihn. Und dort steht anti, anstelle seines Vaters. Anti kann auch bedeuten gegen, ganz klar an Stelle von, am Platz von.
Jetzt ist also die Aussage die, dass Jesus Christus von Gott gesandt wurde als Lösegeld für alle. Der Vater hat seinen Sohn in die Welt gesandt im Blick auf die ganze Menschheit. Er wollte allen die Möglichkeit geben, dass sie gerettet werden. Und alle sollen eingeladen werden, um gerettet zu werden. Und jeder, der das Angebot der Gnade eben verwirft, wird dadurch selber verantwortlich, weil er nicht gewollt hat.
Und jetzt in Markus 10 heisst es eben, dass der Herr sein Leben geben sollte als Lösegeld anstelle von vielen. Das heisst, als der Herr Jesus am Kreuz als Stellvertreter gelitten hat, hat Gott in seiner Allwissenheit die Sünden von all denen auf ihn gelegt, von denen Gott wusste, dass sie sich bekehren wollen. Und so hat der Herr eben die Sünden vieler getragen und nicht aller, obwohl Gott eben allen Menschen das Heil anbietet und es für alle will. Aber wir haben ja gerade gelesen in 2. Petrus 3, dass bei dem Herrn ist ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Das heisst, Gott ist dem Ablauf der Zeit nicht unterworfen. Und darum wusste er auch vor bald zweitausend Jahren genau, wer von uns sich einmal wirklich bekehren würde, und von all diesen hat er jede Sünde des Lebens ganz konkret am Kreuz getragen.
Aber schon Jesaja 53 macht also klar, dass er nicht die Sünden aller Menschen konkret auf sich tragen würde, sondern viele. Und das sind genau diese vielen, die dann auch zur Gerechtigkeit verholfen wird, nach Vers 11. Und im Hebräerbrief wird es nochmals wiederholt, neutestamentlich. Schlagen wir mal auf, Hebräer 9. Liest jemand Verse 27 und 28?
Und genauso, wie es bestimmt ist, dass jeder Mensch nur einmal stirbt, worauf das Gericht folgt, genauso starb auch Christus nur einmal als Opfer, um die Sünde vieler Menschen wegzunehmen, und er wird wiederkommen, aber nicht noch einmal wegen unserer Schuld, sondern er wird all denen Rettung bringen, die sehnsüchtig auf seine Rückkehr warten.
Ja, also hier wird wieder in Anlehnung an Jesaja 53,12 gesagt, er ist geopfert worden, einmal um viele Sünden zu tragen. Und wenn man nämlich sagen würde, dass der Herr konkret die Sünden von allen Menschen am Kreuz konkret getragen und das Gericht Gottes darüber erduldet hätte, dann könnte Gott gar nicht mehr die Sünden von denen, die das Opfer des Herrn Jesus ablehnen, bestrafen. Denn das wäre ja zweimal Strafen für die gleiche Sünde, das wäre nicht gerecht. Und trotzdem sagt Offenbarung 20, können wir das kurz aufschlagen? Da wird das letzte Gericht vor dem grossen weissen Thron nach dem Tausendjährigen Reich beschrieben. 20, Verse 11 und folgende, wer liest?
Und ich sah einen grossen weissen Thron und den, der darauf sass. Vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Grossen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet. Und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken.
Ja, das ist wichtig: nach ihren Werken. Also der Mensch wird nicht einfach pauschal gerichtet, weil er nicht geglaubt hat. Das könnte man ja dann argumentieren: Die werden einfach bestraft, weil sie das Opfer abgelehnt haben. Aber nein, die Bibel sagt: nach ihren Werken, ganz konkret für das, was sie getan haben. Und so wird es auch Unterschiede geben. Ein Stalin und ein Hitler wird anders behandelt werden als jemand, der bürgerlich korrekt gelebt hat, aber auch verloren geht. Es wird einen Unterschied geben, aber sie werden alle verloren gehen ohne das Opfer des Herrn Jesus. Aber hier wird klar: Sie werden konkret für ihre Sünden gerichtet werden.
Lesen wir noch kurz weiter bis Vers 15. Wir waren in Vers 12 am Ende: nach ihren Werken.
Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.
Jawohl, also hier kommt noch ein wichtiger Punkt zum Tragen. Es wird geprüft werden, wer steht im Buch des Lebens, und wer nicht geschrieben gefunden wird, wird verdammt werden. Aber aus anderen Stellen können wir klar entnehmen, dass Gott in dem Buch des Lebens alle Menschen verzeichnet hat von Erschaffung der Welt. Aber wenn ein Mensch während seiner Lebenszeit, seiner Gnadenzeit, das Angebot der Vergebung verwirft und daran vorbeigeht, dann kommt der Moment, wo Gott einen Menschen aus dem Buch des Lebens löscht. Die Tatsache, dass Gott eben alle Menschen verzeichnet im Buch des Lebens, zeigt noch einmal, dass Gott das Leben für alle will. Und vor dem Gerichtsthron Gottes wird Gott gerechterweise sagen können, wie der Herr Jesus zu Jerusalem spricht in Matthäus 23 am Schluss: Wie oft habe ich euch versammeln wollen, Jerusalem, Jerusalem. Und dann sagt er: Und ihr habt nicht gewollt. Also wird ganz klar der ablehnende Wille des Menschen als Grund für das Gericht genannt.
Jetzt könnte man natürlich fragen: Ja, hat der Mensch überhaupt einen freien Willen? Und das hat ja Calvin bestritten, aber auch Luther hat das bestritten. Luther hat ja ein Buch geschrieben über den unfreien Willen. Und da sehen wir, Luther war kein Calvinist, und trotzdem war er überzeugt, der Mensch hat keinen freien Willen. Damit meinte er nicht, wenn der Mensch in ein Schuhgeschäft geht, könnte er nicht wählen, welche Schuhe er möchte. Er meinte vielmehr damit, dass der Mensch gar nicht einfach frei ist zu entscheiden, ob er sich bekehren will oder nicht.
Aber jetzt müssen wir aufschlagen in Römer 3, Römer 3,9-11. Lesen wir:
Also haben wir Juden denn nun den anderen Menschen gegenüber einen Vorteil? Nein, überhaupt keinen. Wir haben ja bereits gezeigt, dass alle Menschen, ob sie Juden sind oder nicht, unter der Herrschaft der Sünde stehen. In der Schrift heisst es: Keiner ist gerecht, nicht ein einziger, keiner ist klug, keiner fragt nach Gott, alle haben sich von Gott abgewandt, alle sind für Gott unbrauchbar geworden, keiner tut Gutes, auch nicht ein einziger.
Ja, da bist du hin. Jetzt in Vers 11 heisst es wörtlich: Da ist keiner, der Gott suche. Der Mensch sucht Gott nicht, und er käme auch nicht auf die Idee, Gott zu suchen. Und trotzdem gibt es Menschen, die Gott suchen und sich sogar bekehren. Nun, das wird erklärt in Römer 2,4. Liest jemand Verse 4 und 5?
Heutest du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes, der einem jeden vergelten wird nach seinen Werken?
Jawohl, also hier wird gesagt, dass Gottes Güte den Menschen zur Busse, das heisst zum Sündenbekenntnis und zur Reue führt, aber dann wird erklärt, dass es möglich ist, dass der Mensch nach seiner eigenen Störrigkeit und seinem unbusfertigen Herzen sich immer noch mehr Zorn Gottes aufhäuft. Hier wird also klar gemacht: Der Mensch sucht Gott nicht, aber Gott zieht an jedem Menschen, und seine Güte leitet ihn zur Busse. Daraus können wir ableiten: Gott, der will, dass alle Menschen gerettet werden, zieht jeden Menschen zu sich. Und in solchen Momenten, wo Gott an einen Menschen zieht, gibt er ihm die Möglichkeit zur Busse, obwohl sein Wille gar nicht frei ist, denn der Wille ist böse und er lehnt Gott ab. Gott zieht so, dass der Mensch in seinem Leben wiederholt die Möglichkeit hat, wenn Gott ihn so zieht, sich bekehren zu können.
Darum kann man ruhig mit Luther sagen: Einen freien Willen, aber eben so definiert, wie ich das versucht habe zu erklären, gibt es nicht. Aber weil Gott jeden Menschen zieht, gibt es für jeden Menschen die Möglichkeit, dass er dann trotzdem frei entscheiden kann, ja oder nein. Und wenn der Mensch ablehnt, dann geht er verloren, aber es ist wegen seiner Störrigkeit und seinem unbusfertigen Herzen. Gott hat gezogen, er hat gemacht, was es braucht, um alle zu retten, trotzdem werden Menschen diesem Zug nicht nachgeben, und die werden verloren gehen.
Und weil Gott in seiner Allwissenheit im Voraus wusste von jedem Menschen, konnte er eben die Menschen, von denen er wusste, dass sie in eigener Verantwortung diesem Zug nachgeben werden, bestimmen zum Heil und auch zur Sohnschaft. Darum in Römer 8 können wir das kurz aufschlagen, wird die Zuvorbestimmung, die wirklich in der Bibel gelehrt wird, die wird aber immer nachgeordnet hinter der Vorkenntnis Gottes. Liest jemand Römer 8,29-30?
Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.
Ja, hier sehen wir, was die Reformatoren genannt haben, die goldene Kette. Es sind mehrere Verben, die Tätigkeiten, die Gott tut. Das erste Verb ist welches? Oder alte Elbefelder: zuvor erkennen. Prognosco, und das Hauptwort dafür ist Prognosis, Vorkenntnis, Vorherwissen. Wir kennen das von der Wetterprognose. Wenn die Wetterprognose voraussagt, wie das Wetter morgen sein wird und welche Temperaturen erreicht werden, dann hat diese Prognosis überhaupt keinen Einfluss auf den Verlauf des Wetters. Da besteht kein Zusammenhang, das Wetter wird sich nicht irgendwie nach der Prognosis, nach der Vorkenntnis richten. Und so ist es auch: Gottes Prognosis hat nicht einen Einfluss, wie der Mensch sich entscheiden würde, aber Gott weiss alles im Voraus, und trotzdem hat er alle ins Buch des Lebens eingeschrieben.
Und dann das zweite Verb ist: Die, welche er zuvor erkannt hat, die hat er auch vorher zuvor bestimmt. Ja, das ist jetzt prädestiniert. Die hat er prädestiniert, der hat festgelegt: Die, die sich bekehren wollen auf meinen Zug hin, die sollen auch Söhne Gottes und, da schliesst ein, Kinder, Söhne und Töchter Gottes werden.
Ja, weil er alles weiss. Und eben Gott ist nicht Raum und Zeit unterworfen. Im ganzen Universum ist er überall gleichzeitig. Für ihn gibt es nicht den Verlauf der Zeit wie für uns. Alle Geschöpfe, übrigens auch Engel, sind dem Verlauf der Zeit unterworfen, und darum weiss auch nur Gott die Zukunft. Der Teufel kennt die Zukunft nicht. Sonst wüsste er auch regelmässig, wer wirklich WM-Meister wird im Fussball. Aber regelmässig wird das falsch vorausgesagt von Wahrsagern und so weiter. Ja, das sind ja seine Verbündeten, und die wissen das nicht einmal. Er weiss es auch nicht.
Wie? Ja, natürlich, aber wir auch. Ja, darum wissen wir auch, was in der Zukunft kommen wird. Aber deswegen haben wir nicht von uns aus Kenntnis über die Zukunft, nur weil wir es aus der Schrift wissen. Und in der Engelwelt ist es sogar noch so, dass ja Gott gewisse Dinge mitteilt. Hiob 1: Alle Engel erscheinen vor Gott, und auch der Satan kommt. Gott fragt: Woher kommst du? Vom Umherstreifen auf der Erde. Aha, dann war er also nicht überall gleichzeitig. Er ist nicht allgegenwärtig, er reist herum. Wenn er in Indien ist, ist er nicht zu gleichen Zeiten anderswo. Natürlich hat er die Dämonen, die überall stationiert sind, aber er selber ist nicht überall. Und so weiss er auch nicht die Zukunft, aber Gott gibt ja schliesslich die Erlaubnis, er dürfe Hiob antasten und darf seinen Besitz antasten, aber nicht seine Gesundheit. Und später sagt Gott: Du darfst auch seine Gesundheit antasten, aber nicht töten.
Da hätte dann ein Wahrsager verkünden können: Übrigens, in absehbarer Zeit wird Hiob alles, was er hat, verlieren. Aber das war nicht, weil der Satan die Zukunft wusste, sondern weil Gott das in der Engelwelt mitgeteilt hatte. Und da sehen wir auch anderswo in Daniel 11: Da kommt ein Engel zu Daniel und er sagt: Ich will dir jetzt mitteilen, was in dem Buch der Wahrheit verzeichnet ist. Und dann sagt er, es werden in Persien noch drei Könige aufstehen, und der vierte wird grösseren Reichtum erlangen als alle. Und wenn er durch seinen Reichtum stark geworden ist, wird er alles gegen das Königreich Griechenland aufregen usw. Da kommen über hundert verschiedene Prophezeiungen. Der Engel wusste es schon vorher, weil er das Buch der Wahrheit im Himmel kannte. Aber das bedeutet nicht, dass Engel eben allwissend wären wie Gott über die Zukunft. Sie wissen nur das, was Gott mitgeteilt hat.
Aber interessant ist: Der Engel wusste das vorher, bevor Daniel das wusste. Und darum gibt es in der Wahrsagerei einzelne Voraussagen, die gehen in Erfüllung. Und das sagt ja auch die Bibel in 5. Mose 13: Wenn ein falscher Prophet kommt und er sagt dir ein Zeichen voraus und es trifft ein. Da wird die Möglichkeit eben doch in Erwägung gezogen, dass ein falscher Prophet etwas voraussagen kann, das eintrifft. Aber das ist so ungefähr wie im Hühnerhof, wenn ein blindes Huhn auch mal ein Korn trifft.
Ja, es geht darum, klarzumachen: Die Engelwelt und auch Satan kennt die Zukunft von sich aus nicht. Natürlich in Offenbarung 12 heisst es, wenn der Satan am Anfang der grossen Drangsalszeit auf die Erde geworfen wird, er ist sehr wütend, weil er weiss, dass er wenig Zeit hat. Aber das weiss er, weil es Gott schon geoffenbart hat, dass es nur noch 1260 Tage dauern wird. Und das wissen wir auch. Eben zum Teil, weil eben auch Dämonen gewisse Dinge wissen, was Gott eben erlaubt, wie bei Hiob, wo er die Grenzen festlegt: Bis dahin könnt ihr, aber das nicht. Und so ist eine gewisse Kenntnis eben da, aber nicht, weil sie das von sich aus wüssten.
Und übrigens, bei solchen charismatischen Propheten muss man dann auch nicht reinfallen, wenn die Dinge sagen über Personen, die anwesend sind. Da ist jemand da, der hat das und das und hat das und das erlebt. Und da denkt man: Oh, stimmt, genau. Das ist dann schon gar nichts Besonderes, weil das ist ja nicht über die Zukunft, sondern das ist Information über etwas, das schon da ist. Und die Dämonen, die wissen Informationen über einzelne Menschen und können das eben so weitergeben. Das ist also schon gar nichts Besonderes, und das kann der Feind auch.
Es wird ja prophezeit, dass in Zukunft, zu meiner Endzeit, Satan Zeichen und Wunder tun wird, die wirklich Zeichen und Wunder tun, auch wenn ... Genau, ganz genau. Aber die Grenze war ganz scharf und eindeutig. Bei der dritten Plage, wo es darum ging, aus Staub Mücken zu machen, das heisst, aus toter Materie Leben, da konnten sie es nicht. Und sie mussten selber zugeben: Das ist Gottes Finger.
Und das ist nun eben ein wichtiger Punkt: Die Atheisten, die meinen ja, wenn man nur die richtigen Moleküle zusammensetzt, dann entsteht einmal Leben. Das stimmt überhaupt nicht. Leben ist nicht einfach durch Moleküle erklärbar. Ich habe das schon ein paarmal erklärt, dass das Leben ja zufällig nicht entstehen kann, weil die ganzen langen Moleküle des Lebens gar nicht in der Natur entstehen können. Aber selbst wenn man diese langen Ketten hätte, würde noch lange kein Leben entstehen, denn ich kann jedem ganz billig verhelfen zu solchen Ketten DNA, RNS und Proteine, und zwar: Ich schenke einfach eine Konservendose mit Sardinen. Das ist voll von diesen Riesenmolekülen, aber da kann man Millionen von Jahren schütteln, da wird nie etwas Lebendiges rauskommen. Und man schlägt eine Stubenfliege tot, natürlich so, dass sie noch ziemlich intakt ist, da ist alles da, DNA, RNS und die Proteine. Aber das ist irreversibel. Wenn das Leben weg ist, ist es definitiv weg. Und auch die moderne Wissenschaft kann keine Fliege wieder lebendig machen, obwohl man ja alles hätte, was es braucht fürs Leben. Und da sieht man: Leben ist eben mehr.
Das braucht es noch dazu, und Johannes 1,4 sagt ja von dem Herrn Jesus: In ihm war Leben. Es geht gerade im Zusammenhang um ihn als den Schöpfer. Also der Schöpfer kann eben in tote Materie Leben hineinleben, und darum konnte Mose eben den Stab benutzen, und Gott wirkte aus Staub lebendige Stechmücken. Aber der Satan kann das nicht. Das kann er nicht.
Nein, Engel des Lichts bezeichnet einen Engel, der nicht gefallen ist, einen Engel, der im Licht ist, im Licht Gottes. Und der Satan präsentiert sich ebenso, als wäre er ein nicht gefallener Engel. Und darum zum Beispiel Muhammad sagte ja, ihm sei der Engel Gabriel erschienen. Der Engel Gabriel ist ein Engel des Lichts. Aber das heisst noch nichts, wenn man sagt, ein Engel des Lichts ist mir erschienen. Denn 2. Korinther 11 macht ganz klar, dass sich der Feind eben als Engel des Lichts präsentieren kann.
Ja, also, wir sind da jetzt ein bisschen vom Thema abgekommen, aber es war wichtig, um zu sehen, dass also das Heil für jeden Menschen möglich ist, und trotzdem eben Gott hat in seiner Allwissenheit gewusst, wer das Heil annehmen würde. Diese Menschen hat er zuvorbestimmt, und 1. Petrus 1,2 sagt: auserwählt nach Vorkenntnis Gottes. Und dort haben wir das Hauptwort Prognosis. Aber auch da die Auserwählung wird nachgestellt, der Vorkenntnis Gottes. Und das haben die Reformatoren bezeichnet als die goldene Kette. Da kommen wir nochmals zurück zu Römer 8. Bevor wir in die Pause gehen, müssen wir noch diese Kette beieinander haben. Wir haben gesagt: Erstens zuvor erkennen, und dann zweitens: Wer zuvor erkannt ist, ist zuvor bestimmt. Und dann drittens: Genau, die wurden dann auch durch das Evangelium berufen, dass sie zur Bekehrung kommen. Und dann, nächster Schritt, gerechtfertigt, also wenn sie berufen durch das Evangelium an den Herrn Jesus glauben, hat Gott sie durch Glauben gerechtfertigt, gerechtgesprochen, und sechstens verherrlicht.
Jawohl, Nummer sechs ist verherrlicht. Also, wenn jemand in Christus ist, so ist eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden. 2. Korinther 5,17. Das ist verherrlicht.
Auch die anderen Reformatoren haben von der Zuvorbestimmung gesprochen, aber nicht im Sinn wie Calvin. Bullinger in Zürich, das war ja der Nachfolger von Zwingli, aber Bullinger war ein ganz geistlicher Mann, der hat ja das sogenannte zweite helvetische Bekenntnis geschrieben, das bis in die neueste Zeit von Bedeutung war für die reformierten Kirchen, und da schreibt er so schön über die Inspiration der Bibel in aller Klarheit und Eindeutigkeit. Und dieser Bullinger hat gesagt, wir machen um Genf einen Sicherheitsgürtel. Wir wollen zwar keine Trennung, keine Spaltung mit der Kirche in Genf, aber wir wollen nicht, dass diese Lehre nach Zürich kommt. Das war sehr weise, und er wollte nicht einfach, dass alles auseinandergerissen wird, aber es war ganz klar: Diese Lehre nein. Aber die Lehre eben Vorkenntnis zu Vorbestimmung usw. ganz klar.
Und das war auch das, was in den ersten 400 Jahren Kirchengeschichte die bedeutenden Bibellehrer, die werden in den Geschichtsbüchern genannt die sogenannten Kirchenväter. Ich benutze diesen Ausdruck nicht gerne, denn der Herr sagt ja in Matthäus 23 zu den Aposteln: Lasst euch von niemandem auf Erden Vater nennen. Nur Gott im Himmel ist der Vater in geistlicher Hinsicht. Und eben diese Kirchenlehrer haben gelehrt in dieser Weise, also Vorkenntnis und dann zuvorbestimmung. Und das hat auch Augustin in einer ersten Zeit so gelehrt, und dann kam er auf die Idee: Nein, Vorkenntnis ist eigentlich etwas das Gleiche wie zuvorbestimmen. Und dann hat er diese Art von Prädestinationslehre entwickelt. Aber das war der spätere Augustin. Und es ist natürlich nicht logisch: Die, welche er zuvorbestimmt hat, die hat er zuvorbestimmt. Nein, es sind wirklich zwei verschiedene Dinge: Die, welche er zuvor erkannt hat, die hat er zuvorbestimmt. Das ist nicht einfach das Gleiche. Und Calvin hat sich sehr stark mit Augustin beschäftigt und hat von dort die Lehre dann in der Reformationszeit übernommen.
Gut, jetzt machen wir 20 Minuten Pause. Gut, das war ein etwas ausführlicher Exkurs über Jesaja 53,12: Er aber hat die Sünde vieler getragen. Gibt es sonst noch eine Frage?
Gut, das ist immer relativ. Es gibt ja Zeiten, wo sich mehr Leute bekehrt haben, und es gibt Zeiten, wo nur ein kleiner Überrest da war, zum Beispiel in der Zeit von Elia. Da waren es sieben, die ihr Knie nicht vor dem Baal gebeugt haben. Und dabei kann man davon ausgehen, dass es Millionen von Israeliten gab damals, sagen wir zwei, drei Millionen. Und auch zur Zeit, als der Herr da war: Natürlich kamen am Pfingsten dreitausend zum Glauben, später stieg die Zahl der Männer auf fünftausend, da kommen aber noch die Frauen dazu, Kinder. Und in Apostelgeschichte 21 heisst es dann: Siehe, wie viele Zehntausende der Juden es gibt, die glauben. Gut, im Vergleich zur ganzen Nation, die damals auch vielleicht drei, vier Millionen umfasste im Land Israel, war das natürlich auch wieder nur ein kleiner Überrest, aber man hätte trotzdem von vielen Juden sprechen können, die geglaubt haben. Und in der Drangsalszeit, zum Beispiel Offenbarung 7, da sieht Johannes eine unzählbare Schar aus allen Stämmen, Sprachen, Völkern und Nationen, die zum Glauben kommen werden, und wenn du davon ausgehst, von einer unzählbaren Schar, sind das eben in gewissem Sinn doch wieder viele. Aber wenn man es vergleicht mit den anderen, kann man ja sagen, es sind wenige. Also es ist relativ, aber für sich genommen spricht die Bibel eben doch über die Erlösten aus allen Zeiten als von vielen.
Ja, noch etwas?
Ich hatte in dem Zusammenhang eben auch noch mit dem die vielen und alle, ob da irgendwie ein Übersetzungsproblem ist bei Römer 5,18,19 oder auch Vers 15. Da wird einmal eben Wert auf vielen, wird eben auf alle Menschen bezogen und einmal ja, ich weiss nicht genau, oder kann man das verstehen?
Ja, also da müssen wir jetzt den ganzen Abschnitt durchgehen, Römer 5,12-21, aber ich gebe einfach mal als Tipp, damit man es für sich nochmals sauber durchstudiert. Es wird ja hier gelehrt, dass durch den Ungehorsam, durch die Sünde Adams kam die Sünde in diese Welt und auch der Tod, und sie ist zu allen Menschen durchgedrungen. Also alle Menschen sind unter den Fluch Gottes gekommen. Dann wird aber gezeigt, ebenso wie Adam das Haupt ist der ganzen Menschheit, die gefallen ist, so kam später Christus, und er ist das Haupt, kann man sagen, einer neuen Menschheit, nämlich alle, die Adams Kinder sind, aber bekehren, die kommen unter den Segen des zweiten Adams, so wird der Herr Jesus genannt in 1. Korinther 15.
Jetzt ist aber das Problem, wenn es um den Fluch geht, der über die Menschheit kam, kann man sagen: alle, nicht wahr? Aber wenn es dann um die geht, die zu Christus gehören, kann man nicht sagen: alle, sondern viele. Und plötzlich im Text wechselt Paulus mit den Ausdrücken, und er benutzt für alle Menschen, die unter dem Fluch sind, den Ausdruck die vielen. Also die gesamte Menschheit unter dem Fluch, wenn man die als absolute Zahl betrachtet, kann man bezeichnen als viele. Und dann in der Gegenüberstellung, mit denen, die zu Christus gehören und durch ihn gerettet werden, wird auch von vielen gesprochen, und dann wird es wieder parallel. Also da muss man gut aufpassen, wie plötzlich dieses Wort alle umgewandelt wird in viele. Und bei denen, die durch Christus gerettet werden, gerechtfertigt werden, dort steht immer die vielen. Und dann werden die vielen den vielen gegenübergestellt, die vielen von dem ersten Adam und die vielen von dem zweiten Adam. Aber es ist also ganz, ganz auffällig und ganz wichtig, dass man diesen Wechsel sieht, um eben zu sehen, es gibt keine Allversöhnung. Es gehen nicht alle, die durch Adam unter die Sünde kamen, und jetzt alle, die durch Christus gerettet werden, sondern es sind nur viele.
Ja gut, das ist dann Vers 18: So auch durch eine Gerechtigkeit gegen alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Das heisst dort eben, dass das Angebot Christi eben für alle Menschen reicht. Die Stelle sagt nicht, dass alle gerechtfertigt werden, sondern eine Gerechtigkeit gegen alle Menschen. Das heisst, sie wird allen Menschen offeriert, aber es bedeutet nicht, dass alle Menschen das annehmen. Und dann muss man den Kontrast sehen, in Vers 19 heisst es: Denn gleichwie durch des einen Menschen Ungehorsam die vielen, das sind jetzt alle Menschen da, die vielen in die Stellung von Sündern gesetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen in die Stellung von Gerechten versetzt werden. Und dort sind das eben alle, die sich bekehren, aber nicht die ganze Menschheit. Aber da habe ich einen Kontrast eben: die vielen, die vielen.
Also teilt sich die Gesamtgruppe der Unbekehrten dann irgendwann in zweimal die Bekehrten der Unbekehrten.
Ja, und eben auch die gesamte Menschheit wird auch bezeichnet als viele.
Als viele auch?
Genau, ja.
Ja, aber das müssen wir lesen, damit für alle ganz klar ist, wovon wir eigentlich sprechen. Lest doch erst Johannes 2,1-2:
Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn jemand sündigt, wir haben einen Beistand bei dem Vater, Jesus Christus, dem Gerechten, und er ist die Sündung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.
Jawohl, jetzt wird diese Stelle auch von den Allversöhnern verwendet, um zu sagen, alle Menschen werden gerettet. Wichtig ist: Johannes hatte als Apostel einen Dienst unter welchen Menschen? Unter den Juden, das steht in Galater 2. Dort schreibt Paulus, wie er nach Jerusalem kam, und da haben Jakobus, der Bruder des Herrn, und die Apostel Johannes und Petrus ihm die rechte Hand der Gemeinschaft gegeben, damit er unter den Heiden missionieren, evangelisieren würde, und sie unter der Beschneidung. Das heisst also, Paulus hatte einen Dienst unter den Nichtjuden, während sie, Petrus, Johannes und auch Jakobus unter den Juden wirken würden.
Und jetzt schreibt also Johannes ganz speziell eben an jüdische Christen, und er sagt: Jesus Christus ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt. Das heisst, sein Erlösungswerk gilt nicht nur jetzt für die jüdischen Gläubigen, sondern das gilt auch für die übrige Welt, auch ihnen wird das angeboten. Also das heisst nicht für die Erlösten und dann auch für die Unerlösten, sondern für die gläubigen Juden und auch für die Gläubigen aus der ganzen Welt, aus den übrigen Nationen. Also er sagt damit gewissermassen: Das Opfer von Jom Kippur, vom grossen Versöhnungstag, das war ja nur für Israel, für eine Nation. Aber die Erfüllung des Jom Kippur im Herrn Jesus, das ist eben nicht nur für unsere Sünden, die wir aus dem Volk Israel sind, sondern das gilt für die ganze Welt, es wird allen angeboten.
Ja gut, ich möchte noch zu Jesaja 53 zurückkommen und einen anderen Punkt speziell behandeln, und zwar beginnt ja das Kapitel in 52,13. Können wir den Vers 13 noch einmal lesen?
Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln, er wird erhoben und erhöht werden und sehr hoch sein.
Jawohl, das haben wir alles behandelt, was das bedeutet, aber ich möchte dieses Wort einsichtig handeln noch etwas genauer erläutern. Es ist das Wort Hiskil, das bedeutet weise, weise, einsichtig handeln und auch weise, einsichtig sein. Also beides ist darin enthalten, nicht nur theoretisch im Denken, sondern auch praktisch. Dieses Wort Hiskil spielt in der Prophetie eine sehr wichtige Rolle. Könnten wir mal das Buch Daniel dazu aufschlagen? Die Gläubigen in der Endzeit werden in Daniel mit einem besonderen Ausdruck ausgezeichnet.
Also Daniel 12. Des Zusammenhangs wegen lesen wir vielleicht Verse 1 bis 3, da geht es um die grosse Drangsalszeit in der Zukunft. Wer liest?
werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmerzen Schande, und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung und die, wenn sie die Zielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewig sind.
Ja, jetzt werden dann in Vers 3 die Gläubigen genannt, die Verständigen, und das ist im Hebräischen das Partizip von diesem Wort Hiskil in Jesaja 52: Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln, Hiskil. Und hier steht für verständig Maskil. Das ist einer der verständig handelnde oder der Verständige, beides ist da drin. Und die Mehrzahl Maskilim eben die verständig Handelnden oder die Verständigen. Und dieser Ausdruck wird wiederholt verwendet. Lesen wir noch Vers 10 dazu, Daniel 12, Vers 10 oder 9 und 10.
Jawohl, also auch da wird die Verständigen, das sind die Maskilim, die einsichtig Handelnden. Das sind also die Gläubigen der Endzeit, die dem Messias nachfolgen, von dem es heisst: Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln. Und sie gleichen ihm, sie folgen dem Lamm, wohin irgend es geht. Und das bedeutet, dass sie eben so wie er sind: verständig, das heisst, sie verstehen sein Wort, oder die verständig Handelnden, sie setzen das Wort Gottes auch in Tat um.
Wir sind im Leben des Herrn Jesus, als er zwölfjährig im Tempel war, und da blieb er länger während der Passawoche in Jerusalem als die Eltern, Joseph und Maria. Die gingen ja schon weg und kamen dann nachträglich nochmals zurück, weil sie merkten, dass der Zwölfjährige nicht unter der Reisegesellschaft war. Und sie fanden ihn im Tempel inmitten der Lehrer, wie er sie befragte und wie sie ihn befragten.
Der Hintergrund ist der: Im Tempel gab es ja auf der Südseite zum inneren Vorhof eine Terrasse, Chehl genannt. Und dorthin kamen die grossen Lehrer des Sanhedrin, also die obersten Rabbiner Israels, an den Festtagen, und da durfte jeder aus dem Volk ihnen Fragen stellen. Der Herr war dort mit diesen Rabbinern aus dem Sanhedrin und hat ihnen Fragen gestellt. Aber die haben bald gemerkt, dass dieser Zwölfjährige die Bibel kennt wie kein anderer. Und die Bibel sagt in Lukas 2, sie haben ihn befragt. Das war völlig ungewöhnlich. Nur das Volk hat die grossen Lehrer Israels befragt, nicht umgekehrt. Und so sieht man also, wie der Herr Jesus auch als Zwölfjähriger die Heilige Schrift so kannte, dass die führenden Rabbiner völlig überwältigt waren über diese verständigen Antworten des Herrn.
Und der Herr Jesus hat in seinem ganzen Leben eben nicht nur als Mensch gezeigt, wie er die Heilige Schrift kannte, sondern er hat sie auch wirklich umgesetzt. Können wir dazu einen Vers lesen? Apostelgeschichte 1. Die Apostelgeschichte ist ja die Fortsetzung des Lukas-Evangeliums, geschrieben von Lukas an einen gewissen Theophilus. Apostelgeschichte 1,1:
Diesen Bericht habe ich verfasst, o Theophilus, über alles, was Jesus anfing zu tun und zu lehren, bis zu dem Tag, da er in den Himmel aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Befehl gegeben hatte.
Jawohl, also er sagt, der erste Bericht, das heisst das Lukasevangelium, habe ich verfasst, o Theophilus, ich habe da alles beschrieben, was Jesus anfing, sowohl zu tun als auch zu lehren. Da sehen wir, im Leben des Herrn Jesus war das eine vollkommene Einheit, wie er eben handelte und lehrte. Das war nicht so wie bei anderen, wo man sagen kann, sie lehren, aber sie selber tun es nicht. Das hat der Herr auch den Pharisäern ja zum Vorwurf gemacht in Matthäus 23. Aber er selber hat getan und auch gelehrt, das heisst, er hat verständlich gehandelt, und er war verständig, und durch sein Lehren hat er auch andere verständig gemacht.
Übrigens, das ist noch eine dritte Bedeutung von Hiskil: verständig machen. Hiskil ist in der hebräischen Grammatik eine Hif'il-Form. Hif'il-Formen drücken aus, dass man etwas bewirkt. Ich will ganz kurz Hebräischunterricht geben. Das Verb, das sich gut eignet, um das zu illustrieren, Katal heisst töten, das ist der Kal-Stamm. Dann gibt es dazu ein Passiv, Niktal, man schreibt auch Q-T-L, nur die Konsonanten, und davor noch ein N. Dann liest man eben nicht mehr Katal, sondern Niktal, und das heisst getötet werden. Und dann kann man das noch verändern im Piel-Stamm, da wird der mittlere Konsonant verdoppelt, und man sagt Kittel, also wie ein Doppel-T ausgesprochen, Kittel, das heisst morden. Und dazu gibt es ein Passiv im Pual-Stamm Kuttal, das heisst ermordet werden. Und dann gibt es den Hif'il-Stamm Hiktil, also ein H, dann wieder Q-T-L, aber noch ein I eingeschoben, Hiktil, das heisst veranlassen, dass jemand tötet. Und dazu gibt es dann wieder ein Passiv, Hoktal, und das bedeutet veranlassen, dass er getötet wird, passiv. Und dann gibt es noch eine siebte Form, Hitkatel. Man schreibt einfach ht und wieder qtl, Hitkatel, das heisst, es ist reflexiv, sich selber töten. Also das sind so die sieben Grundstämme, es gibt noch mehr, aber das sind die wichtigsten, die man kennen muss im Hebräischen: Katal, Niktal, Piel, Pual, Hif'il, Huf'al und Hitpa'el.
Und nun unser Verb Hiskil, das ist jetzt eben die Hif'il-Form. Die bedeutet veranlassen, dass ... SKL, das bedeutet einfach verständlich sein, und Hiskil heisst dann eben verständlich machen, veranlassen, dass jemand verständlich wird. Aber es kann auch bedeuten verständlich handeln, verständig sein. So, jetzt versteht man ein bisschen besser, wie das Wort diese verschiedenen Nuancen haben kann.
Also wir können Hiskil übersetzen: verständig sein. Der Herr Jesus hat das gezeigt in seinem Leben, wie er die Heilige Schrift gekannt hat und alle Fragen der Rabbiner schon als Zwölfjähriger beantworten konnte. Und der Herr Jesus hat das aber auch in seinem Leben umgesetzt, vollkommen. Und das entspricht dem, was Jesus anfing, sowohl zu tun als auch zu lehren. Da ist also alles drin in Jesaja 52,13: Siehe, mein Knecht wird einsichtig sein, oder Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln, oder drittens Siehe, mein Knecht wird einsichtig machen. Das ist alles drin.
Und jetzt eben bei den Maskilim, das sind also die Gläubigen, ganz speziell in der Endzeit, die an den Messias aus Jesaja 53 glauben, sie selber sind verständig. Darum wird korrekt übersetzt Daniel 12,3: Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste. Aber man könnte auch übersetzen: Und die Verständigmachenden werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich. Da merken wir, das ist nämlich genau drin: andere zur Gerechtigkeit weisen, ihnen zeigen, wie sie gerechtfertigt werden, allein durch den Glauben an den gestorbenen Messias von Jesaja 53. Da ist dieser Gedanke drin vom verständig machen. Und drittens bedeutet: Und die verständig Handelnden werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste.
Und wenn wir jetzt nochmals lesen, Vers 10, kommen diese Bedeutungen noch klar zum Ausdruck. Liest nochmals jemand Daniel 12,10? Was ist hier ein besonderes Kennzeichen der Maskilim? Am Anfang von Vers 10.
Die Prüfung?
Die Echtheit. Die Echtheit, aber wie kommen sie dazu?
Sie werden gereinigt.
Ja, oder eigentlich: Viele werden sich reinigen und weiss machen und läutern. Das sind Menschen, die sich bewusst sind: Wir sind vor Gott unrein. Aber ich muss meine Schuld in meinem Leben ordnen, und auch als Bekehrter muss ich mein Leben immer wieder neu ordnen, im Sinne von 1. Johannes 1,9: Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Das ist das ABC des wahren Glaubenslebens, dass man das Leben immer in Ordnung bringt und nicht Schuld aufhäuft. Und das ist darin: Viele werden sich reinigen und weiss machen und läutern. Die Gottlosen, die interessiert das nicht, die Gottlosen werden gottlos handeln, und keiner der Gottlosen wird es verstehen, was da in der Prophetie des Buches Daniel steht. Und dann heisst es, die Maskilim aber werden es verstehen. Also das sind Leute, die ihr eigenes Leben in Ordnung bringen, um eben verständig handeln zu können. Und das führt dazu, dass sie wirklich verständig sind, indem sie das Wort und hier jetzt besonders das prophetische Wort selber verstehen können.
Der Ausdruck Maskilim kommt nochmals vor in der Prophetie in Daniel 11,32-33. Er liest, 11,32 bis 33:
Und er wird die, welche gegen den Bund drehen, durch Schmeicheleien zum Abfall verleiten. Die Leute aber, die ihren Gott kennen, werden fest bleiben und handeln. Und die Verständigen des Volkes werden die vielen unterweisen, sie werden aber eine Zeit lang dem Schwert, dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen.
Erfüllte Prophetie in der Zeit der Makkabäer, als die Masse der Juden zum Abfall verleitet wurde. Und dann gab es eben die Makkabäer, die am Wort Gottes festhalten wollten. Und auf sie bezieht sich das: Das Volk, welches seinen Gott kennt, wird sich stark erweisen und handeln, und dann werden sie genannt, die Maskilim des Volkes werden die vielen unterweisen. Also auch diese werden hier als Menschen, die Gott kennen, beschrieben, und nicht einfach theoretisch, sondern auch umsetzen, werden sich stark erweisen und handeln. Und nicht nur einfach für sich, sondern sie unterweisen andere. Die Verständigen des Volkes werden die vielen unterweisen, also auch sie verständig machen. Und so haben wir also diesen Ausdruck Maskilim als ganz typischen Ausdruck in der Prophetie Daniels.
Und wenn wir da ein bisschen zurückdenken an Daniel selbst, dann sehen wir, dass er eigentlich ein Prototyp war, dieser Gläubigen der Endzeit. Denn was hat Daniel ganz besonders ausgezeichnet?
Gradlinigkeit und zweitens Gottvertrauen.
Jawohl, Gradlinigkeit, Gehorsam, Gottvertrauen und Verständlichkeit weist ihn aus als einen, der verständig handelt. Aber noch mehr: Daniel hatte Einsicht und Weisheit von Gott bekommen. Er war ja schon im Kapitel 1, zusammen mit seinen drei Freunden, allen Weisen Babylons zehnmal überlegen. Und in Kapitel 2: Wer konnte den prophetischen Traum von Nebukadnezar deuten? Niemand, Daniel, er bekam Einsicht von Gott.
Aber das beginnt damit in Kapitel 1, Vers 8, als Daniel nach Babylon kam, da sollte er am Tisch des Königs essen. Und da hatte Daniel ein Problem. Was steht in Daniel 1,8?
Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, nichts zu verunreinigen. Er erbat sich vom obersten Kämmerer, dass er sich nicht verunreinigen müsse.
Also das Erste, was Daniel so auszeichnete, als er nach Babylon kam, das war dieser Entschluss in seinem Herzen, er wolle sich nicht verunreinigen. Es war nämlich so, das konnte jeder wissen damals: Das Fleisch, das auf den Tisch des Königs kam, das wurde vorher den Göttern Babylons vorgelegt. Hinter einem Vorhang bekamen die Götter Babylons zweimal am Tag zu essen. Und die mussten das dann geistig geniessen, wie die alten Babylonier sagten, und wenn das vorüber war, wurde der Vorhang wieder geöffnet und das Fleisch wurde auf den Tisch des Königs gebracht, übrigens auch Wein. Und von beidem wollte sich Daniel ganz klar distanzieren, er wollte kein Fleisch essen, nur Gemüse, und er wollte kein Wein trinken. Und alle, die eben dieses Fleisch assen, drückten damit aus: Wir haben Gemeinschaft mit den Göttern Babylons, denn wir geniessen die gleiche Nahrung, siehe geistig, wie materiell.
Und Daniel nahm sich also vor in seinem Herzen: Das mache ich nicht mit. Er war ein Teenager damals, und wir lesen nicht von Papa und Mama, die da waren und sagten: Daniel, das nicht. Er hat sich das selber vorgenommen, und dann musste er sich die Initiative wirklich ergreifen und hat den Vorgesetzten gefragt, ob man nicht einen Versuch machen könnte, dass er und seine Freunde nur mal zehn Tage Gemüse essen. Und man kann danach immer noch prüfen, wie das herauskommt, und er sah besser aus nach zehn Tagen Test als die übrigen. Und so konnte er dann wirklich das durchsetzen, dass er nicht von diesem Fleisch essen musste.
Aber er hat nicht gesagt: Ja gut, also wenn es wirklich Gottes Wille ist, dass ich da nichts davon esse, dann könnte ja Gott machen, dass der Vorgesetzte mich fragt: Daniel, möchtest du davon essen, oder sollen wir da mal einen Versuch machen mit Gemüse? Nein, er hat die Initiative ergriffen, und dann heisst es in Vers 9: Und Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem Obersten. Und als Antwort auf diesen Wunsch, eben reinzubleiben, wie wir gelesen haben: Viele werden sich weismachen und reinigen und läutern. Er wollte ganz klar ein reines Leben führen, sich nicht mit dem Götzendienst verunreinigen, und dann hat Gott ihm und seinen Freunden Weisheit gegeben, Vers 17. Und Vers 20: Er übertraf dann alle im Reich zehnmal an Weisheit. Also das Erste war Reinheit, und Gott hat als Antwort darauf Weisheit gegeben. Und das erweist sich im Leben von Daniel wie eine Spirale, also die Reinheit führt dazu, dass Gott Weisheit gibt, und diese Weisheit wiederum führt dazu, dass Daniel treu bleibt, auch in Kapitel 2, und in den weiteren Kapiteln sieht man das.
Und jetzt, wenn wir dazu aufschlagen, Jakobus 3, sehen wir etwas Interessantes. Jakobus 3,17. Lest jemand?
Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sodann friedfertig, gütig, sie lässt sich sagen, ist voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch und frei von Heuchelei.
Also die Weisheit von oben ist im Kontrast zu der Weisheit dieser Welt, und die ist aufs Erste rein, genau das, was man bei Daniel, dem wirklichen Maskil, sieht. Und das sehen wir eben vollkommen im Leben des Herrn Jesus. Und wenn da steht aufs Erste rein, dann gibt es uns schon den Tipp, wir sollten eigentlich diese Kennzeichen der Weisheit zählen: erstens rein, zweitens friedsam, gelinde, folgsam, und dann werden zwei Ausdrücke mit und verbunden, sonst kommt und nicht vor. Also das müssen wir zusammennehmen: voll Barmherzigkeit und gute Früchte, dann unparteiisch und siebtens ungeheuchelt. Das sind diese sieben Kennzeichen der Weisheit. In Sprüche 9 heisst es von der Weisheit, dort als Frau verkörpert: Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, hat ihre sieben Säulen ausgehauen. Jetzt wissen wir, welche Inschriften auf jeder Säule stehen. Der ersten Säule: rein, und so weiter. Das sind diese sieben Kennzeichen der göttlichen Weisheit von oben. Und das kennzeichnete Daniel, der eben den Auftrag hatte, zu prophezeien von den Maskilim, den Verständigen in der Endzeit.
Jetzt schlagen wir nochmals auf Daniel 12. Da haben wir noch ein wichtiges Kennzeichen der Maskilim. Nicht wahr, Vers 3 haben wir diese Verständigen, die Maskilim, gefunden, und Vers 4 könnten wir gerade dazulesen.
Und du, Daniel, halte die Worte geheim und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden suchend umherstreifen, und die Erkenntnis wird sich mehren.
Jawohl, also hier wird gesagt, dass die Erkenntnis über die Prophetie, auch die Prophetie speziell des Buches Daniel, wird besonders von Gott aufgeschlossen in der Zeit des Endes, in der Endzeit. Und wie geht das? In meiner Übersetzung steht: Viele werden es durchforschen, und die Erkenntnis wird sich mehren. Liest du nochmals, Edi, deine Übersetzung?
Viele werden suchend umherstreifen, und die Erkenntnis wird sich mehren.
Ja, das ist ein ganz interessantes Wort, weil dieses Verb gehört noch zu einem ganz seltenen Stamm. Ich habe ja vorhin diese sieben üblichen Stämme erwähnt: Kal, Nif'al, Piel, Pual, Hif'il, Hof'al und Hitpa'el. Da kommt ein ganz seltener Stamm, und dieser Stamm deutet etwas an, dass eine Handlung so hin und her geschieht. Darum haben es manche übersetzt: die werden hin und her reisen. Aber die alte Elberfelder hat das genau korrekt erfasst, um was es geht: Viele werden es durchforschen, und zwar in dem Sinn, dass man ständig blättert, nach vorne wieder zurück, nach vorne wieder zurück.
Es gibt Leute, die es nicht so gern haben, wenn man bei einer Predigt ständig blättern muss. Die haben gerne, wenn man gar keine Bibel braucht, man kann einfach da sitzen und kann zuhören von Anfang bis zum Schluss. Da gibt es Predigten, da versteht man eigentlich nichts, wenn man die Bibel nicht offen hat. Da muss man ständig blättern, und dann wieder da nachschauen und dann wieder da hinten und dann wieder da vorne. Aber das versuchen wir ja in der Bibelklasse auch ständig zu machen, nicht wahr? Da gehen wir wieder nach Jakobus 3, die Weisheit von oben aufs Erste rein, gehen wir zurück nach Daniel, und vorher waren wir noch in Jesaja 52, und überhaupt jetzt wieder in Daniel 12, und vorher waren wir noch gerade in Daniel 1. Aber durch dieses Hin und Her gehen im Wort Gottes, da nimmt eben die Erkenntnis zu. Und man versteht die inneren Zusammenhänge.
Und das gehört mit zu den Maskilim, dass sie das Wort Gottes erforschen, aber nicht einfach, um einen so dicken, grossen Kopf zu bekommen. Das ist eigentlich gefährlich, da geht ja der Schwerpunkt immer weiter rauf. Und wenn die Füsse ganz klein sind, dann kippt man. Eben, die Füsse müssen im Verhältnis bleiben zum Kopf. Und das ist das Wichtige: Die Maskilim, das sind nicht einfach die Verständigen, sondern das sind gleichzeitig die verständig Handelnden und die auch andere verständig machen. Und das muss alles im Gleichgewicht sein. Und wo können wir uns orientieren? Daniel ist uns in seinem Leben ein ganz schönes Beispiel.
Zum Beispiel in Daniel 9 sehen wir den alten Daniel am Ende der babylonischen Gefangenschaft. Nicht mehr der Teenie von Daniel 1. Und was studiert er? Das Buch Jeremia. Er achtet auf diese Zahl siebzig Jahre für Babel. Jetzt ist ja die Zeit da. Also er wendet das Wort Gottes an auf die Zeitereignisse. Und so ist Daniel uns ein schönes Beispiel, was ein Maskil ist, aber das vollkommene Beispiel ist das Leben des Herrn Jesus.
Natürlich könnte jemand sagen: Aber in 1. Korinther 8 steht doch Erkenntnis bläht auf. Aber dann sagt der Apostel Paulus: Das ist nicht die Art, wie man erkennen soll. Das ist eben die falsche Art von Erkenntnis. Sobald uns biblische Erkenntnis innerlich aufbläht und man beginnt, auf andere herabzuschauen, dann können wir garantiert sein, dass wir die falsche Erkenntnis haben. Die wahre Erkenntnis, die Weisheit von oben, wie Jakobus sie nennt, das ist eben nicht das Gleiche wie die Weisheit von unten. Die ist aufs Erste rein, folgsam, gelinde und so weiter, wir haben die Kennzeichen dort gesehen, das führt eben nicht zu Überheblichkeit. Und das sehen wir so schön im Leben von Daniel dargestellt. Das war kein überheblicher Mensch, obwohl Gott ihm so viel anvertraut hatte.
Aber eben das vollkommene Beispiel, das ist der Herr Jesus, der sagen konnte, Matthäus 11: Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So hat er den Sohn Gottes sich so tief als Mensch erniedrigt, er hat eben einsichtig gehandelt, siehe mein Knecht wird einsichtig handeln, und ist so für uns das vollkommene Beispiel. Da können wir also lernen, wie Gläubige in der Endzeit sein sollen. Entsprechend diesen Maskilim in Daniel 11 und 12, und die wiederum orientieren sich an dem Lamm Gottes, so wie es heisst von dem Überrest in Offenbarung 14: Sie folgen dem Lamm, wohin irgend es geht.
Ja, wir sind mit der Zeit durch, wir sollten Schluss machen für heute und noch beten.
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