Einführung in die Offenbarung des Vaters durch den Sohn
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 478: Gott beruft Unmündige, Teil 3.
In der letzten Episode haben wir Jesus als den kennengelernt, der allein uns verlorenen Menschen den Vater offenbaren kann.
Lukas 10,22: „Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbaren will.“
Der Weg zum Vater im Himmel führt über den Sohn. Paulus wird später formulieren, dass wir die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu erkennen können. In dem Maß, wie wir uns mit dem Herrn Jesus beschäftigen und uns auf ihn einlassen, tauchen wir ein in die Erkenntnis Gottes.
Der Sohn ist das Bild des unsichtbaren Gottes. Wenn wir uns mit ihm beschäftigen, erkennen wir den Vater beziehungsweise offenbart uns der Sohn den Vater.
Hier ist noch ein interessanter Gedanke: „Und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater.“ Ich finde diesen Gedanken sehr spannend. Wenn es darum geht, den Sohn zu erkennen und ihn wirklich zu verstehen, dann tut das nur der Vater.
Deshalb ist Vorsicht geboten bei christologischen Spekulationen! Wenn wir uns über Jesus, sein Wesen, seine Beziehung zum Vater und Ähnliches Gedanken machen, bleibt am Ende ein Geheimnis bestehen.
Der Herr Jesus ist der wunderbare Ratgeber. Es bleibt ein Wunder, ein Staunen, etwas Außergewöhnliches, wenn wir über ihn nachdenken.
Die Berufung der Menschen durch den Sohn
Aber kommen wir zu einer anderen Frage: Wie fügt sich der Sohn in den Plan des Vaters ein? Die Antwort lautet: Er beruft die Menschen, deren Errettung für den Vater wohlgefällig ist.
In Matthäus 11,28-30 heißt es: "Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. Und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht."
Jesus lädt beladene Menschen ein, bei ihm Ruhe zu finden. Die Mühseligen und Beladenen sind die Unmündigen, die wir schon kennen. Es sind Menschen, die sich nach Entlastung sehnen. Ihnen will Jesus seine Ruhe geben.
Die Idee von Ruhe greift auf Texte im Alten Testament zurück. Dort bietet Gott seinem Volk Ruhe an, doch sie wollen nicht darauf eingehen. In Jeremia 6,16 sagt der Herr: "Tretet auf die Wege, seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen." Aber das Volk antwortet: "Wir wollen nicht gehen."
Nun kommt der Messias und wiederholt die Einladung: "Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben."
Die Bedeutung der Ruhe, die Jesus anbietet
Was ist diese Ruhe? Der Begriff bedeutet zunächst einmal Erholung, Erfrischung oder Entspannung nach einer körperlichen Anstrengung.
Hier in Matthäus wird der Begriff im übertragenen Sinn für geistliche und seelische Ruhe verwendet. Jesus spricht von der Ruhe des Gläubigen, der sich in Gott angenommen und geborgen weiß und am Ziel angekommen ist. Es ist die Ruhe des Glaubens, von der im Hebräerbrief heißt: „Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen Werken, wie Gott von seinen eigenen“ (Hebräer 4,10).
Die Ruhe, die Jesus uns anbietet, ist ganz wesentlich ein Angekommensein. Die Jagd nach Sinn, Erfüllung, Selbstdarstellung, Liebe, Wert und all dem, was Menschen sonst noch suchen, hat ein Ende. Ich bin angenommen, geborgen und am Ziel.
Allerdings gibt es zwei Vorbedingungen: Die Ruhe ist nur für die, die das Joch Jesu auf sich nehmen und von ihm lernen. „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir“, sagt Jesus.
Das Joch als Symbol der Verpflichtung und Herrschaft
Ein Joch ist ein hölzernes Geschirr, das auf den Nacken von Zugtieren gelegt wird, um Lasten oder Ackergeräte zu ziehen. Symbolisch steht das Joch für eine Verpflichtung, die jemand auferlegt bekommt.
Deshalb fordert das Volk Israel nach dem Tod Salomos von seinem Sohn Rehabeam in 1. Könige 12,4: „Dein Vater hat unser Joch hart gemacht, du aber erleichtere nun den harten Dienst deines Vaters und sein schweres Joch, das er auf uns gelegt hat. Dann wollen wir dir dienen.“
Hier steht das Joch symbolisch für die Herrschaft Salomos. Das harte, schwere Joch ist also ein Bild für die übermäßigen Forderungen, die Salomo als König erhoben hat.
Wenn Jesus also sagt: „Nehmt auf euch mein Joch“, fordert er seine Zuhörer auf, ihn als König anzuerkennen. Er möchte derjenige sein, der sie lenkt und dem sie gehorchen. Wenn wir das Joch Jesu tragen, treten wir in seinen Dienst, und er wird Herr in unserem Leben.
Doch da ist noch mehr: Das Joch wird in der Bibel auch in Verbindung mit dem Gesetz verwendet. In Apostelgeschichte 15,10 heißt es: „Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten?“
Das Joch auf dem Hals der Jünger ist hier die Vorstellung, dass Heidenchristen sich ans mosaische Gesetz halten müssen. Das Gesetz ist in diesem Zusammenhang ein Joch, das niemand tragen kann. Es ist einfach zu schwer, eine Last, unter der man nur zusammenbrechen kann.
Die Sanftmut Jesu und die Leichtigkeit seines Jochs
Jesu Joch ist anders.
Matthäus 11,30: Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
Jesus lädt Menschen ein, sein Joch, seine Herrschaft, auf sich zu nehmen. Aber warum ist das Joch Jesu sanft und seine Last leicht? Das hat mit dem Charakter Jesu zu tun.
Matthäus 11,29: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.
Jesus ist sanftmütig und demütig. Er sucht unser Bestes und will uns nicht ausnutzen. Deshalb ist es so vernünftig, dass wir sein Joch tragen. Er ist eben nicht wie Salomo, und er ist auch nicht wie das mosaische Gesetz. Salomo konnte fordern, das Gesetz konnte verurteilen, aber Jesus will uns fördern und uns mit Gnade beschenken. Deshalb ist sein Joch sanft und seine Last leicht.
Schwer ist das Joch der Sünde, das Joch menschlicher Erwartungen, das Joch meiner Selbstgerechtigkeit oder das Joch des Zeitgeistes. Darunter kann man nur zerbrechen.
Im Gegensatz dazu weiß Jesus, was uns wirklich gut tut. Es geht ihm gerade nicht darum, uns zu überfordern. Gleichwohl bleibt das Joch ein Joch. Jesus lädt uns ein, sein Joch zu tragen. Er will tatsächlich Herr in meinem Leben sein.
Der Weg zur Ruhe führt über die Nachfolge Jesu
Er will, dass wir Ruhe für unsere Seelen finden. Doch der Weg zu der Ruhe, die er uns geben möchte, ist der Weg der Nachfolge.
Jesus sagt: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir.“ Wenn wir echte Ruhe finden wollen, müssen wir von Jesus lernen. Er muss unser Lehrer werden.
Wir finden keine Ruhe, wenn wir uns nicht Jesus zum Vorbild nehmen, nicht auf seine Worte hören und nicht das tun, was er von uns verlangt. Dabei ist eines wichtig: Jesus überfordert uns nicht. Sein Joch ist sanft und seine Last ist leicht.
Darüber hinaus begegnen wir dem ewigen König, der uns einlädt, ihm zu gehorchen und von ihm zu lernen.
Abschluss und Segenswunsch
Was könntest du jetzt tun? Überlege dir, wie sich in deinem Leben zeigt, dass du das Joch Jesu trägst.
Das war es für heute. Falls du sie noch nicht hast, lade doch meine App herunter.
Der Herr segne dich, lasse seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.
