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Daniel 11, 41-45

Harsewinkel 2015 - Daniel 2 und 7-12, Teil 18/20
08.11.2015Daniel 11,41-45
SERIE - Teil 18 / 20Harsewinkel 2015 - Daniel 2 und 7-12

Edom, Moab und Ammon sind drei Völker, die damals nicht selbstständig waren. Sie standen alle unter ägyptischer Herrschaft, das heißt, die Ägypter hatten die Kontrolle über sie.

Diese Völker lagen nicht direkt auf dem Weg, den Antiochus nahm, um nach Ägypten zu gelangen. Sie befanden sich etwas abseits. Antiochus wollte jedoch nach Ägypten vordringen. Dadurch hatten Edom, die Ammoniter und die Moabiter Glück. Weil sie nicht auf dem direkten Weg lagen, wurden sie verschont.

Sie entkamen der Gefahr. Andernfalls hätte Antiochus sie alle niedergeschlagen. Sein Heer wäre durch ihre Gebiete gezogen und hätte alles eingenommen. Doch weil sie nicht direkt auf seinem Weg lagen, entkamen sie seiner Hand.

Edom, Orb und die Vornehmsten der Söhne Ammons — die Fürsten der Söhne Ammons — entkamen (Vers 42).

Die Umgehung der Nebenvölker und der Vormarsch nach Ägypten

Und Antiochus streckt seine Hand aus nach den Ländern. Das sind die übrigen Gebiete, die ebenfalls unter ägyptischer Herrschaft standen.

Das bedeutet, er führt einen letzten Schlag gegen Ägypten, gegen die kleinen Teile, die alle unter ägyptischer Hoheit waren. Er unterwirft sie oder versucht zumindest, sie zu unterwerfen.

Am Ende von Vers 42 heißt es: Auch das Land Ägypten entkommt nicht. Es gibt also tatsächlich einen Angriff auf Ägypten. Die Römer sind zu diesem Zeitpunkt nicht mehr präsent. Aus irgendeinem Grund ist die römische Flotte nicht anwesend. So konnte Antiochus noch einmal gegen die Ägypter vorgehen (Vers 43).

Die Plünderung Ägyptens und die Ausdehnung der Herrschaft

Und er, immer noch Antiochus, herrscht über Schätze aus Gold und Silber sowie über alle Kostbarkeiten Ägyptens.

Jetzt nimmt er sich das Geld, wo immer er kann. Er braucht viel Geld und nimmt alle Kostbarkeiten mit, die er bekommen kann. Vers 43 m.

Die Luwiten und Kuschiten sind in seinem Gefolge. Die Libyer im Nordwesten gehörten ebenfalls zur ägyptischen Oberhoheit, ebenso die Äthiopier im Süden Ägyptens. Auch sie werden dem Herrschaftsgebiet angeschlossen.

So wird Ägypten nun von Antiochus in Besitz genommen. Er reiht jene Länder unter seine Herrschaft ein. Vers 44

Die Bedrohung aus Osten und Norden zwingt zum Umkehren

Aber jetzt, da ihn Gerüchte aus Osten und Norden erschrecken, muss er seinen Kriegszug, seinen Siegeszug in Ägypten, doch wieder abbrechen und schnell umkehren.

Warum? Nun, es heißt hier, dass Gerüchte aus Osten und Norden ihn in große Grimmglut versetzen. Er zieht aus, um viele zu vernichten und an ihnen den Bann zu vollstrecken.

Während er also beabsichtigt, Ägypten ganz niederzuschlagen und auf dem Rückweg Judäa den letzten Schlag zu geben, um die Israeliten ganz zu vernichten, erhält er die Nachricht, dass die Parther im Osten und die Armenier im Norden gegen ihn rebellieren. Sie widersetzen sich seiner Herrschaft und verweigern ihm die Steuerzahlungen.

Das berichten Tacitus, Apianus und 1. Makkabäer 3,37. Somit haben wir gerade drei verschiedene Berichte, die belegen, dass diese Gerüchte kamen und er deshalb umkehren musste.

Die Teilung des Heeres und der Kampf gegen die Makkabäer

Was er jetzt macht, ist, dass er das Heer in zwei Teile teilt. Er gibt seinem wichtigsten Feldherrn, Lysias, die Hälfte des Heeres. Lysias erhält 47.000 Soldaten sowie eine gewisse Anzahl Elefanten.

Einem großen Teil des Heeres überträgt er die Aufgabe, in Palästina zu bleiben und gegen die Makkabäer zu kämpfen. Währenddessen zieht er mit der anderen Hälfte des Heeres in den Osten, ins Perserland. Dort will er gegen die Pate und gegen die aufständischen Armenier im Norden vorgehen.

Zudem ist er dringend auf Geld angewiesen und befindet sich in Geldnot. Deshalb zieht er mit seinem Heer in den Osten. Unterwegs erfährt er von einem Tempel in Elimeis, in dem sich große Mengen Geld befinden. Er beschließt, dass das Erste, was er sich sichern will, Geld ist. Daher plant er, den Tempel in Elimeis auszurauben.

Der gescheiterte Raubzug nach Elimeis und die Niederlage gegen Judas Makkabäus

Das steht in Makkabäer 6. Ich lese Ihnen vor: Makkabäer 6,1-8

Als Antiochus vernahm, dass Elimeis in Persien eine Stadt sei, die durch ihren Reichtum an Silber und Gold berühmt war, zog er hin. Dort befand sich ein überaus reicher Tempel mit goldenen Rüstungen, Panzern und anderen Waffen. Diese hatte der mazedonische König Alexander, der Sohn Philipps und erste König von Griechenland, dort niedergelegt.

Antiochus suchte die Stadt zu erobern und zu plündern. Doch es gelang ihm nicht, weil die Stadtbewohner von seinem Vorhaben erfuhren. Sie traten ihm mit Waffen in der Hand entgegen. Daher musste er die Flucht ergreifen und zog zu seinem großen Leidwesen wieder ab, um nach Babylon zurückzukehren.

Kurz darauf kam ein Bote zu ihm nach Persien mit der Meldung, dass seine Heere, die er ins jüdische Land geschickt hatte, von Judas Makkabäus in die Flucht geschlagen worden seien. Die Juden seien durch die Waffen, den Kriegsbedarf und die reiche Beute, die sie den besiegten Feinden abgenommen hatten, stark geworden.

Sie hätten außerdem den verwüstenden Gräuel entfernt, den der König auf dem Altar in Jerusalem aufgestellt hatte. Das Heiligtum sei wieder wie früher mit hohen Mauern umgeben worden, ebenso auch die Stadt Bezura.

Die Erschütterung und der Tod des Königs Antiochus

Als der König diesen Bericht vernahm, erschrak er sehr und wurde tief erschüttert. Er musste sich zu Bett legen und verfiel vor Kummer in eine Krankheit, weil die Dinge nicht nach seinem Wunsch verlaufen waren.

In Vers 16 heißt es: „Hierauf starb der König Antiochus, von Gott auf die Seite gestellt, und erliegt seiner Krankheit.“

Die Weissagung über das Ende Antiochus’ und Gottes Schutz für sein Volk

Wir lesen noch einmal im Buch Daniel, Kapitel 11, Vers 45. In diesem Vers kehrt der Engel zurück zu dem Bericht über das Ende des Antiochus.

Vers 45 lautet: „Und sein Palastzelt schlägt er auf zwischen dem Meer und dem Berg der heiligen Zierde.“ Genau das ist gemeint. Er zieht hinauf, er zog hinauf und gab die Hälfte seines Heeres in die Hand seines Feldherrn Lysias. Das Ganze wurde dort gelagert. Das Palastzelt des Königs wurde aufgeschlagen.

Er selbst zieht in den Osten, um noch schnell das Geld einzutreiben und andere Dinge zu erledigen. Doch seine Hauptmacht bleibt weiterhin in Israel, mitten zwischen dem Mittelmeer und dem Berg der heiligen Zierde, dem Zionsberg. Dort sind die Heere versammelt, um den letzten großen Schlag gegen Jerusalem vorzubereiten und es zu vernichten.

Antiochus kommt zu seinem Ende, doch wo genau steht nicht. Während sein Palastzelt in Israel lagert, stirbt Antiochus selbst in Persien. Niemand ist da, der ihm hilft.

Der Engel betont in dieser Weissagung, dass auf der einen Seite alles für den letzten Schlag gegen das Gottesvolk vorbereitet wird und Antiochus bereits ausholt, um alles zu vernichten. Doch er wird abgelenkt und will etwas schnell erledigen. Genau an diesem Punkt greift Gott ein und beendet sein Leben.

Es handelt sich hier um eine Weissagung des Engels, die wir beachten sollten. Es ist kein historischer Bericht, sondern eine Prophetie in die Zukunft. In dieser Prophetie werden nicht alle Details genannt, aber das Wesentliche wird deutlich.

Einerseits lagert das Heer hier, andererseits stirbt der König dort. Das zeigt ganz klar, wie Gott vorgeht: Er schützt sein Volk und besiegt gleichzeitig den Feind.

Historische Auslegungen und der Bezug zu Antiochus’ letztem Krieg

Übrigens schreiben auch Hieronymus und Porphyrios in ihren Auslegungen, dass es sich bei den Versen 40 bis 43 um den letzten Krieg des Antiochus gegen Ende seines Lebens handelt. Die Berichte von Hieronymus stammen aus dem vierten Jahrhundert.

Demnach bestätigt der Text selbst diese Deutung. Es ist also nicht notwendig anzunehmen, dass diese Stellen etwas anderes meinen. Hier geht es eindeutig um Antiochus und das Ende seiner Herrschaft.

Ausblick auf das nächste Kapitel und Abschluss

Wir sind nun sehr gespannt: Was ist mit Kapitel zwölf?

Zuerst wollen wir ein Lied singen. Danach schauen wir uns Kapitel zwölf genauer an.