Serie•Teil 2 / 3Die 8 Erweckungskönige von Juda im 2. Chronikabuch
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Guten Abend, ich begrüsse alle ganz herzlich zu diesem Bibelabend. Wir sind noch immer beim achten Erweckungskönig Josia.
Letztes Mal haben wir uns damit beschäftigt, wie das ursprüngliche fünfte Buch Mose im Salomontempel durch den Hohen Priester Hilkia entdeckt worden war. Wir haben auch gesehen, wie der professionelle Schreiber Schafan in der Lage war, diese alte Schrift aus der mosaischen Zeit, also fast tausend Jahre alt, zu lesen. Und die Reaktion war ja unglaublich.
Als der König Josia diese Worte aus dem fünften Buch Mose hörte, zerriss er seine Kleider. Er wollte Gottes Willen für die aktuelle Situation wissen und sandte eine Delegation zur Prophetin Hulda. Dort erhält er klare Auskunft: Ja, das angekündigte Gericht im fünften Buch Mose, das wir letztes Mal auch genauer angeschaut haben, wird über das Königreich Juda kommen. Aber nicht zu Lebzeiten von Josia, sondern erst danach. Wir werden gleich noch sehen, dass das nun ganz besonders seine Söhne betrifft.
Zeichen im Namen und Licht in der Dunkelheit
Und vielleicht noch ein interessanter Gedanke, den wir letztes Mal nicht gesehen haben: die Prophetin Hulda.
Was bedeutet ihr Name, Hulda? Also, Hebräisch ausgesprochen heißt Hulda „Maulwurf“. Das ist ein unreines Tier, genauso wie der Klippendachs. Der Schreiber hieß ja Schafan; das bedeutet Klippendachs. Er wird in 3. Mose 11 als unreines Tier erwähnt. Aber es wird in Sprüche 30 erklärt, und dort im Zusammenhang mit den vier Kleinen der Erde, dass die Schafanim, die Klippendachse, ein nicht starkes Volk sind, aber ihre Wohnung, ihr Haus, in den Felsen setzen.
Der Fels ist in der Bibel ein Bild von Christus, 1. Korinther 10,4. Und so ist Schafan wirklich ein schönes Bild: ein unreines Tier, ein unreiner Mensch, der aber in dem Messias, dem Felsen, Zuflucht und Schutz findet.
Und Hulda heißt eben Maulwurf. Das Besondere ist, dass dieses Tier eigentlich die meiste Zeit in der Dunkelheit eines Tunnels verbringt und mit dem Licht nicht viel zu tun hat. Und genau das war die Situation von Israel damals: ohne das Wort Gottes, wirklich in der Dunkelheit, wie ein Maulwurf.
Aber ausgerechnet diese Prophetin darf Licht in die Situation geben. Und sie erklärt, dass Gott eben gesehen hat, dass der König ein weiches Herz bekommen hat und sich gedemütigt hat, in 2. Chronika 34,27. Und er hat wirklich nicht nur symbolisch, sondern aus innerer Betroffenheit seine Kleider zerrissen, also nicht nur ein äußeres Ritual. Und er hat sogar geweint, wird dort gesagt.
Und ihm wurde also befohlen: Er wird sterben und begraben werden, aber er wird das Unglück, das über das Königreich kommen wird, nicht selber erleben. Und so starb er dann auch, wie wir später sehen werden, im Jahr 610, 609. Und das war eben gerade vor den entscheidenden Jahren, in denen dann das babylonische Weltreich den ganzen Nahen Osten eroberte und eben auch das Königreich Juda und die Stadt Jerusalem. Und der Tempel wurde schließlich in Schutt und Asche gelegt.
Die grosse Versammlung im Tempel
Ja, dann wollen wir lesen: 2. Chronika 34. Was ist die weitere wichtige Sache, die der König tut, nachdem er diese Antwort bekommen hat?
- Chronika 34,29: Und der König sandte hin und versammelte alle Ältesten von Juda und von Jerusalem. Und der König ging in das Haus des Herrn hinauf, und alle Männer von Juda und die Bewohner von Jerusalem und die Priester und die Leviten und alles Volk, vom Größten bis zum Kleinsten. Und man las vor ihren Ohren alle Worte des Buches des Bundes, das im Haus des Herrn gefunden worden war. Und der König stand auf seinem Standort und schloss den Bund vor dem Herrn, dem Herrn nachzuwandeln und seine Gebote und seine Zeugnisse und seine Satzungen zu halten mit ganzem Herzen und mit seiner ganzen Seele, um die Worte des Bundes zu tun, die in diesem Buch geschrieben sind. Und er ließ alle in den Bund treten, die sich in Jerusalem und in Benjamin befanden. Und die Bewohner von Jerusalem taten nach dem Bund Gottes, des Gottes ihrer Väter. Und Josia tat alle Gräuel weg aus allen Ländern, die den Kindern Israel gehörten, und er hielt alle an, die sich in Israel befanden, dem Herrn, ihrem Gott, zu dienen. Alle seine Tage wichen sie nicht ab von der Nachfolge des Herrn, des Gottes ihrer Väter.
Zunächst einmal bis dahin. Also, was ist das Nächste, was der König möchte? Können wir das ein bisschen zusammentragen?
Ja, also er will, dass das fünfte Buch Mose nicht nur ihm vorgelesen wird, was geschehen ist, sondern er will, dass das ganze Volk davon Kenntnis nimmt. Und darum veranstaltet er eine riesige Volksversammlung im salomonischen Tempel, in den Vorhöfen. Und wir haben gesehen: alle Männer von Juda, Vers 30, dann die Bewohner von Jerusalem, die Hauptstadt, alle aus Jerusalem, die Priester und die Leviten und weiter alles Volk, vom Größten bis zum Kleinsten. Und dann wird vorgelesen.
Natürlich war das wieder, auch wenn es nicht genannt wird, die Aufgabe von Schafan, der in der Lage war, eben das fünfte Buch Mose in der alten Schrift zu lesen.
Wie kam wohl Josia auf diese Idee, eine solche Versammlung zu machen? Hat jemand eine Idee, einen Gedanken? Er kann das sehr spezifisch beantworten.
Es hat ihn so bewegt, und er wollte, dass alle so bewegt werden, dass alle auch fühlen, was er geführt hat. Es war für ihn so überwältigend, dass er wollte, dass die anderen das auch taten.
Und es gibt noch einen speziellen Grund aus dem fünften Buch Mose selbst, weil dort können wir aufschlagen: in 5. Mose 31 wurde festgelegt, dass alle sieben Jahre am Laubhüttenfest, wenn sowieso ganz Israel sich zum Tempel versammeln muss, das ganze fünfte Buch Mose vorgelesen wird. Und bei der Vorlesung durch Schafan erfährt er: Ach so, man hat alle hier versammelt.
Und wir werden gleich noch sehen, mit dem spezifischen Hinweis auch die kleinen Kinder. Also nicht nur das ganze Volk, alle Männer, alle Frauen, sondern es wird wirklich gesagt: auch die kleinen Kinder.
Und nicht nur die Kinder, also die kleinen Kinder. Das hebräische Wort „daf“ bezeichnet nämlich ein Wesen, das kleine Schritte macht. Also ein spezielles Wort. Es ist nicht einfach Jelet für Kind, sondern Daf. Das bedeutet eben solche, die sich in ganz kleinen Schritten schnell fortbewegen.
Der Bund und die Erinnerung an den Sinai
Ja, ich lese aus 5. Mose 31,9: Und Mose schrieb dieses Gesetz nieder, und er gab es den Priestern, den Söhnen Levis, und allen Ältesten Israels. Und Mose gebot ihnen und sprach: Am Ende von sieben Jahren, zur Zeit des Erlassjahres, am Fest der Laubhütten, wenn ganz Israel kommt, um vor dem Herrn, deinem Gott, zu erscheinen, an dem Ort, den er erwählen wird, sollst du dieses Gesetz vor ganz Israel lesen, vor ihren Ohren. Versammle das Volk, die Männer und die Frauen, die kleinen Kinder und deinen Fremden, der in deinen Toren ist, damit sie hören und damit sie lernen und den Herrn, euren Gott, fürchten und darauf achten, alle Worte dieses Gesetzes zu tun. Und ihre Kinder, die es nicht wissen, sollen es hören, damit sie den Herrn, euren Gott, fürchten lernen alle Tage, die ihr in dem Land lebt, wohin ihr über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen.
Also, da war gerade der Vorschlag da. Es war festgelegt, immer am Ende von dem Siebenjahreszyklus, der ja die Landwirtschaft Israels bestimmen sollte, gemäß der Tora. Man durfte sechs Jahre das Land besäen, und im siebten Jahr war jeweils ein Schabbatjahr. Da durfte nichts bearbeitet werden, man musste es einfach brach liegen lassen. Das erfordert natürlich den Glauben, dass Gott in den sechs Jahren genug gute Ernten gibt, so dass man dann für das Sabbatjahr eben Vorräte hat. Das hat natürlich landwirtschaftlich eine wichtige Bedeutung, denn der Boden kann sich in dieser Zeit wieder regenerieren, und das gibt dann auch später wieder bessere Erträge.
Und eben am Ende von diesen sieben Jahren, am Laubhüttenfest. Das war ja eigentlich eine Art Erntedankfest. 5. Mose 16 sagt nämlich, das Laubhüttenfest wird gefeiert, am bestimmten Datum, das angegeben ist, und zwar nachdem man die Weinernte eingebracht hat, die Olivenernte, und dann kommt dieses Freudenfest. Und da sollte dem ganzen Volk Israel jeweils das Fünfte Buch Mose vorgelesen werden.
Nun, der König nimmt das spontan auf als Idee und setzt das gleich um. Das machen wir so, jetzt sollen alle kommen. Und da wird ihnen vorgelesen. Und dann heißt es weiter, dass er einen Bund schloss vor dem Herrn. Wie kommt er auf die Idee, einen Bund zu schließen? Hat jemand dazu eine Idee? Wie?
Er wird nicht erklären, was seine Garantie für die kommende Generation gibt. Ja, es ist noch kein Eben sehr wichtig für die weitere Generation, aber warum kommt er auf die Idee, einen Bund zu schließen, mit den Zuhörern bei der Vorlesung des Fünften Buches Mose? Weil den Bund, den das Volk Israel mit Gott schon geschlossen hat, also den Gott mit dem Volk Israel geschlossen hat, den haben sie gebrochen. Und deshalb, nehme ich an, hat er gesagt, er müsse ihn ja nicht erneuern, sondern einen neuen Bund machen, weil er gebrochen wurde. Weil der Bund am Sinai, den Gott ja geschlossen hat, 2. Mose 19, nach dem Auszug aus Ägypten, dieser Bund wurde durch Israel gebrochen. Das hat ja Josia so entsetzt, darum hat er seine Kleider zerrissen. Und dann sollte eigentlich dieser Bundesschluss eine Bestätigung, eine Erneuerung sein von dem Bundesschluss am Sinai.
Aber auch diese Idee hatte er aus dem Fünften Buch Mose, nicht wahr? Wir müssen uns vorstellen: Israel ist ausgezogen aus Ägypten, nach strenger Chronologie 1606 vor Christus. Und dann, während der vierzig Jahre Wüstenwanderung, ist die ganze Erwachsenengeneration, die erwachsen war beim Auszug, gestorben. Und dann am Ende der vierzig Jahre, es gab Ausnahmen wie Kaleb und Josua und natürlich auch Mose. Und das war anlässlich der letzten Versammlung. Israel war gesammelt am Fuß des Berges Nebo, geografisch also heute, wenn man sich das vorstellt: Jericho, in der Tiefebene beim Toten Meer, und dort mündet dann auch der Jordan gerade ins Tote Meer ein. Auf der anderen Seite, auf der jordanischen Seite, dort gibt es heute gute Hotels. Dort war Israel versammelt, und zwar in der Mitte die Stiftshütte, das Volk darum herum. Und dort hat Mose acht Abschiedsreden gehalten, und die sind im Fünften Buch Mose aufgeschrieben.
Und Mose hat dort mit dieser neuen Generation einen Bund geschlossen, aber nicht einen neuen Bund, sondern er hat quasi den Bund vom Sinai, den die erwachsene Generation vierzig Jahre früher mit Gott geschlossen hatte, es war ein zweiseitiger Bund, Gott schloss mit ihnen, beide Parteien verpflichteten sich, das machte er mit der neuen Generation. Die musste also nochmals ganz bewusst in diesen Bund eintreten.
Wir können ganz kurz aufschlagen: In 5. Mose 29 findet man das ausführlich, und da lese ich etwas daraus heraus, ab Vers 9: Ihr steht heute allesamt vor dem Herrn, eurem Gott, eure Häupter, eure Stämme, eure Ältesten und eure Vorsteher, alle Männer von Israel, eure kleinen Kinder, wieder dieser Ausdruck kleine Kinder, eure Frauen und dein Fremder, der inmitten deiner Lager ist, von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserschöpfer, damit du in den Bund des Herrn, deines Gottes, eintrittst und in seinen Eidschwur, den der Herr, dein Gott, heute mit dir schließt, damit er dich heute als sein Volk bestätige und ihr sein Volk seid, wie er zu dir geredet hat und wie er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat. Und nicht mit euch allein schließe ich diesen Bund und diesen Eidschwur, sondern mit dem, der heute hier ist, der mit uns vor dem Herrn, unserem Gott, steht, und mit dem, der heute nicht mit uns hier ist. Denn ihr wisst ja, wie wir im Land Ägypten gewohnt haben usw. usf.
Also sehen wir: Der Bund wird gewissermaßen erneuert mit der nächsten Generation, und das hat Josia auf die Idee gebracht, ja, das müssten wir eigentlich jetzt gerade wieder so tun. Wir haben den Herrn und sein Wort so verlassen in der Vergangenheit der Geschichte des Königreiches Juda, und jetzt ist die Gelegenheit, dass das ganze Volk sich noch etwas neu verpflichtet, auf Gottes Wort zu hören.
Herz, Gehorsam und das große Gebot
Und dann ist es interessant: In Vers 31 heißt es: „Und der König stand auf seinem Standort und schloss den Bund vor dem Herrn, und der Inhalt davon ist, dem Herrn nachzuwandeln und seine Gebote und seine Zeugnisse und seine Satzungen zu halten mit seinem ganzen Herzen und mit seiner ganzen Seele, um die Worte des Bundes zu tun, die in diesem Buch geschrieben sind.“
Und jetzt auch hier wieder: Kommt einem dieser Ausdruck bekannt vor, mit seinem ganzen Herzen und mit seiner ganzen Seele? Kommt dort dieser Ausdruck vor, bei den zehn Geboten? Ja, ja, ja, klar, ganz genau, die Zusammenfassung der Tora. Genau. Wo steht das? Eben nicht in 2. Mose, nicht in 3. Mose, nicht in 4. Mose, sondern in 5. Mose. Und zwar ist es das Glaubensbekenntnis Israels, das im Judentum jeden Tag repetiert wird: das Shema Yisrael, „Höre Israel“. Wir schlagen auf: 5. Mose 6,4. Shema Yisrael, Adonai Elohenu, Adonai Echad. Das ist: Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist ein Herr. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Eben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und noch mehr mit deiner ganzen Kraft.
Und wenn das dann im Neuen Testament zitiert wird, in den Evangelien, dann finden wir sogar in der griechischen Übersetzung, das ist ganz nach der Art der Übersetzungsweise im Judentum, in den Targumim: Man übersetzt einerseits wörtlich und dann noch mit Kommentar dazu. Und so ist es auch im Markusevangelium, wo dieses Wort zitiert wird, in dem Gespräch des Herrn Jesus mit Menschen. Da heißt es: „Und mit deinem ganzen Verstand, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft, mit dem ganzen Verstand.“ Es gibt Leute, die meinen, man müsse beim Glauben den Verstand abgeben. Dabei ist der Verstand voll gefordert, aber interessant eben nicht ein kalter Verstand. So erlebt man ihn sehr oft an den Unis, nicht nur. Es gibt auch außerordentliche Professoren, aber meistens ist es so kalt akademisch. Und die Bibel zeigt: Das Denken des Menschen soll nicht getrennt sein von den Gefühlen und von den Emotionen. Das muss eine Einheit bilden. Und darum spricht das Wort so: Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft, mit ganzem Verstand.
Nun, da sehen wir bei Josia so wunderbar: Also, man muss sich vorstellen, das wird ihm einmal vorgelesen, und da, da, da, das prägt ihn. Der ist also nicht nur einfach erschrocken gewesen, als er das ganze Mal gehört hat. In unserem Leben sind das vierunddreißig Kapitel. Eine Kapiteleinteilung gab es damals noch nicht, aber ich meine vom Umfang her werden da vierunddreißig Kapitel vorgelesen. Und dann erinnert er sich: Ah, dort haben wir den Bund, da, die kleinen Kinder waren dabei, und eine große Versammlung. Und eben Gott lieben mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele, das zeigt mir, dass es sich angeeignet hat.
Zu halten: Du siehst das in Vers 31, dort steht „seine Zeugnisse und seine Satzungen zu halten“. Das ist das Wort Schamar. Schamar kommt sehr oft vor im fünften Buch Mose und das heißt eben beobachten und dann auch einhalten. Also das bedeutet genau das Gehorchen. Und es ist auch so: Im fünften Buch Mose findet man etwa fünfzigmal das Wort Schama, das heißt hören. Aber Schama heißt hören und auch gehorchen. Also nicht nur hören, sondern das gehört dann auch umgesetzt. Und das ist genau das, was Josia aus dem fünften Buch Mose gelernt hat. Es ist das Wort eben etwa fünfzigmal Schamar im Bewahren, und Schamar, Hören, Gehorchen. So kann man sagen: Das fünfte Buch Mose ist das Buch des Gehorsams.
Und darum ist es interessant, wenn wir lesen von der Versuchungsgeschichte in der Wüste. Der Herr Jesus, bevor er seinen öffentlichen Dienst begonnen hat, wurde in Matthäus 4 in der Wüste versucht. Und jedes Mal hat der Jesus mit einem Bibelwort geantwortet. Und woher nahm er diese Bibelworte? In jedem Fall. Ja, wirklich erstaunlich. Wir können kurz aufschlagen: Matthäus 4, und der Zusammenhang ist ja sehr deutlich, nicht wahr? Das Volk Israel stand ja am Ende der Wüstenwanderung, als es eben das fünfte Buch Mose als Vorträge zu hören bekam. Und der Herr Jesus war in Matthäus 4 vierzig Tage in der Wüste. Israel vierzig Jahre, er vierzig Tage. In Matthäus 4,1 heißt es: „Dann wurde Jesus von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt, um von dem Teufel versucht zu werden.“ Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn schließlich. Und der Versucher trat zu ihm hin und sprach: „Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden.“ Er beantwortete und sprach: „Es steht geschrieben.“ Und jetzt kommt ein Zitat aus 5. Mose 8,3: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.“
Dann nimmt der Teufel ihn mit in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels. Das ist das Dach, das Tempeldach bei der südöstlichen Ecke des Tempelbezirkes. Von dort aus hatte man eine unwahrscheinliche Sicht runter ins Kidrontal, übrigens damals noch viel eindrücklicher als heute. Denn wenn man an dieser Stelle steht – ich war gerade vor nicht langer Zeit genau an dieser Stelle –, normalerweise kann man dort nicht hingehen, aber im Moment ist alles anders auf dem Tempelplatz. Dadurch, dass die Polizeipräsenz viel stärker geworden ist in letzter Zeit, hindern die Palästinenser vom WAKF nicht mehr die Leute wie vorher. Sie sind ein bisschen zurückhaltender geworden. Und jetzt kann man dorthin und kann da auch runterschauen. Aber eben: Die Königliche Säulenhalle war dort natürlich noch höher als das Niveau, das ist gerade das Bodenniveau, wo man heute steht, wo der Sanhedrin, das oberste Gericht, seinen Sitz hatte. Aber noch höher drauf und dann der Blick runter ins Kidrontal. Und nun ist es so: Heute ist der Verlauf des Kidrontal-Tals ein bisschen anders als vor zweitausend Jahren, weil die Römer bei der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 das meiste von dem Material des Tempels auf der Ostseite runtergeworfen haben, ins Kidrontal, so dass eben sogar der Talverlauf da etwas geändert wurde. Aber vorher, ohne all diesen Trümmern, die darunter geworfen wurden, war das eben noch so steil von dort auszusehen.
Ja, und nun gehen wir zurück, Matthäus 4,6: „Und sprich zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, und sie werden dich auf Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stößt.“ Jetzt zitiert der Teufel, und zwar aus Psalm 91,11-12, aber seine Zitierweise ist sehr speziell. Nicht wahr, jetzt haben wir das Thema: der Teufel im Tempel, das ist ein Staberein, t t ja, Haus und Hof ist ein Staberein, also der Teufel im Tempel, das ist ein Kontrast. Ist das möglich? Ja, natürlich. Da ist der Teufel im Tempel. Aber wenn der Teufel im Tempel ist, dann wird er plötzlich so scheinbar fromm und beginnt die Bibel zu zitieren. Und er zitiert: „Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, und sie werden dich auf Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stößt.“ Also er sagt: Spring vom Dach herunter, und es gibt ja die Verheißung in Psalm 91, dass einem dann nichts passiert, weil Gott eben die Engel einsetzt, um zu bewahren.
Nun, noch ein pikanter Hintergrund: Aus der rabbinischen Literatur im Mittelalter findet man den Gedanken, wenn der Messias kommt, würde er sich auf dem Dach des Tempels offenbaren. Davon steht aber nichts in der Bibel. Das geht offensichtlich auf eine viel ältere rabbinische Tradition zurück. Und das war ja gerade der Moment, bevor Jesus Christus öffentlich als Messias auftrat. Und dann dieser Vorschlag: Spring hier vom Tempeldach, die Engel werden dich bewahren, und das wäre die Möglichkeit, sich Israel als Messias zu offenbaren. Denn diese Erwartung ist da, aber der Herr geht überhaupt nicht darauf ein. Er hat nichts zu tun mit Show und Showbusiness, das geht gar nicht. Er wehrt das ab, und zwar mit dem fünften Buch Mose, Vers 7. Jesus sprach zu ihm: „Wiederum steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“ Das wäre eine unnötige Herausforderung, dass Gott uns bewahrt, da, wo wir irgendwie ungeschickt sind oder etwas übersehen. Das ist etwas ganz anderes, als wenn man sich bewusst in Lebensgefahr begibt. Das ist eine Herausforderung an Gott. Ein sehr aktuelles Thema heute. Ich war bei all diesen Extremsportarten, wo es wirklich so weit geht, dass man sagen muss: Das ist eine Herausforderung. Und da sagt der Herr als Antwort: Jesus sprach zu ihm: „Wiederum steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“ Und das ist aus 5. Mose 6,16.
Und noch etwas Interessantes: Das Wort wiederum sollte man sich in der Bibel unterstreichen. Wenn der Teufel mit der Bibel argumentiert und wir sehen vielleicht noch, er argumentiert falsch, dann muss man wieder mit der Bibel antworten und eben klar machen: Ja, natürlich steht das mit den Engeln und der Bewahrung, aber es steht auch das noch, und es muss beides zusammenpassen. Und das wiederum ist ganz, ganz wichtig. Und so muss man auch gegenüber falschen Lehren argumentieren: Da wird die Bibel zitiert, aber eben falsch zitiert, verkürzt zitiert, und dann muss man sagen: Und wiederum steht ... und beides muss in Harmonie miteinander sein.
Ja, und dann Vers 8: „Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.“ Da spricht Jesus zu ihm: „Geh hinweg, Satan; denn es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.“ Und das wiederum ist ein Zitat aus 5. Mose 6,13. Ja, also sehen wir, wie der Herr Jesus das Wort Gottes zitiert hat, und eben hier jetzt so auffälligerweise eben das fünfte Buch Mose.
Und jetzt noch kurz Psalm 91, um zu sehen, wie der Teufel mit der Bibel umgegangen ist. Man muss darauf achten, was er weglässt. Psalm 91,11-13, und ich nehme auch noch 13 dazu: „Denn er wird seinen Engeln über dir befehlen, dich zu bewahren auf allen deinen Wegen.“ Aber der Teufel zitiert: „Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, und sie werden dich auf Händen tragen.“ Aber wichtig wäre: „Dich zu bewahren auf allen deinen Wegen.“ Und das heißt eben auch bewahren, dass man nicht einen falschen Weg der Sünde geht. Das lässt er weg, das ist nicht dabei. Und weiter Vers 12: „Auf den Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an den Stein stößest.“ Jetzt geht es aber weiter: „Auf Löwen und Ottern wirst du treten, junge Löwen und Schlangen wirst du niedertreten.“ Das hat natürlich einen Bezug auf den Teufel. Denn der Messias sollte ja nach 1. Mose 3,15, wenn er kommt, der Schlange, schließlich der Macht des Bösen, den Kopf zertreten. Und das hätte er auch noch dazu nehmen können, dann hätte er auch gleich sein Ende, seine Besiegung, da vorgestellt. Und das ist auch unterschlagen.
Treue einer Generation und das Versagen der nächsten
Gut, wir gehen zurück zu 5. Mose, nein, zu 2. Chronika 34, wo es eben um 5. Mose geht.
Also, Vers 32: Er lässt alle in diesen Bund eintreten. Ihm war wichtig, dass diese Generation nochmals ganz klar die Entscheidung trifft: Wir wollen dem Herrn dienen. Und das angesichts des nahenden Untergangs des Königreiches von Juda.
Und schliesslich wird auch betont: Alle seine Tage wichen sie nicht ab von der Nachfolge des Herrn. Solange er lebte, sah man weiterhin Treue im Volk Gottes, und sobald er starb, änderte sich alles. Und das sollte natürlich nicht sein. Auch die Treue einer Gemeinde darf nie an einzelnen Personen hängen. Das zeigt, dass die persönliche Beziehung eben doch zu wenig stark ist.
Und jetzt werden wir gleich sehen, was nachher passiert mit seinen Söhnen. Aber vorher noch die Parallelstelle aus 2. Könige 23,22-23. Dort wird uns ja die Geschichte von Josia aus einer anderen Blickrichtung erzählt, mit anderen Akzenten. Die beiden Berichte ergänzen sich wunderbar. Aber zusammenfassend wird von Josia gesagt in 2. Könige 23,25: Und vor ihm ist seinesgleichen kein König gewesen, der zu dem Herrn umgekehrt wäre mit seinem ganzen Herzen und mit seiner ganzen Seele und mit seiner ganzen Kraft nach allem Gesetz Moses. Und nach ihm ist seinesgleichen nicht aufgestanden.
Das ist ein unglaubliches Zeugnis. Der achte Erweckungskönig, aber er übertrifft alle davor. Und das war also ein Mann, der hat wirklich ganze Sache gemacht. Und darum ist diese Reaktion von ihm auf das fünfte Buch Mose einfach unerhört. Er hat begonnen zu weinen, haben wir gelesen, und er hat seine Kleider zerrissen. Das ging ihm so tief hinein.
Man kann sich manchmal fragen, wie viele Predigten es braucht, um irgendeinen wunden Punkt aufzudecken, und man reagiert doch immer noch nicht. Aber hier: einmal hören, und dann so eine wuchtige Reaktion, und dann auch der Wunsch, alle müssen das hören, und alle müssen sich jetzt dem Herrn verpflichten zur Treue.
Und sehen wir wieder die Ausdrücke, die hier Jeremia verwendet. Jeremia hat ja die Königsbücher geschrieben. Und da heisst es: „mit seinem ganzen Herzen, mit seiner ganzen Seele, mit seiner ganzen Kraft“ – natürlich wieder aus dem fünften Buch Mose, aus Kapitel 6. Das ist ihm so ins Herz gegangen.
Die Söhne Josias und der Niedergang Judas
Und nun ist es eben interessant zu sehen, wie es weitergeht mit seinen Söhnen. Wir werden mit Josia noch bis Kapitel 35 weiterfahren, und dort endet dann seine Geschichte. Danach folgt noch das letzte Kapitel in 2. Chronika, nämlich Kapitel 36.
Dort wollen wir ganz kurz anlesen. Nach dem Tod von Josia, 36,1, nahm das Volk des Landes Joahas, den Sohn Josias, und sie machten ihn zum König in Jerusalem an seines Vaters statt. Und das ist ein untreuer, gottloser König. Und er kommt unter das Gericht. Er wird durch den Pharao Necho nach Ägypten abgeführt.
Nachher kommt ein weiterer König auf den Thron. Vers 5: Fünfundzwanzig Jahre war Jojakim alt, als er König wurde, und er regierte elf Jahre in Jerusalem. Und er tat, was böse war in den Augen des Herrn, seines Gottes. Gegen ihn zog Nebukadnezar, der König von Babel, herauf.
Nun, Jojakim war ein Sohn von wem? Hier wird es nicht gesagt, aber wir werden gleich noch in 1. Chronika aufschlagen, in den Geschlechtsregistern. Dort findet man alle vier Söhne von Josia. Und es ist so: Drei von seinen vier Söhnen sind nach ihm Könige geworden. Der älteste Sohn nicht. Aber die drei anderen wurden Könige und waren alles gottlose Könige. Also, so traurig. Dort gab es ein Problem beim Übergang der Generationen.
Das ist ein ganz interessantes Thema, wenn man das durch die ganze Bibel hindurch studiert. Immer der Übergang von einer Generation zur nächsten ist ein sehr kritischer Übergang. Und wir haben schöne Beispiele, wo dieser Übergang wunderbar gelingt, wenn man etwa an Elija und Elisa denkt. Wie die miteinander gehen, und wie dieser Übergang wunderbar gelingt. Elisa geht wirklich in den Fußstapfen seines Vorbildes und der folgenden Generation den Weg. So kann man ganz viele Beispiele durch die ganze Bibel hindurch herausarbeiten.
Im Neuen Testament möchte ich vielleicht Paulus und Timotheus erwähnen. In Philipper 2 sagt Paulus, dass Timotheus wie ein Kind mit ihm dem Herrn gedient hat. Da war so eine Herzensbeziehung zwischen den Generationen, und da ging das Wort weiter. Aber wir sehen eben auch ganz viele Fälle, wo das nicht funktioniert.
Und natürlich kann es sein, dass die ältere Generation untreu war und darum das Wort nicht weitergegeben wurde. Aber wir finden auch das andere, dass die ältere Generation treu war und es trotzdem nicht weiterging. Ein Beispiel ist der Prophet Samuel. Auch er wird in 1. Samuel von Kind auf als ein ganz besonderer Mann vorgestellt. Ein Mann, der schon als Kind so eine Herzensbeziehung mit dem Herrn aufnahm und sein ganzes Leben so entschieden den Weg ging. Aber dann ließ man in 1. Samuel 8 seine Söhne. Die wurden zwar auch Richter wie der Vater, aber sie waren ungerechte Richter, die das Wort Gottes nicht vertraten.
Man kann nicht sagen, Samuel war schuld. Wirklich, jede Generation muss sich selber entscheiden. Woran liegt es, dass eine nächste Generation das Wort nicht aufnimmt? Das ist die Frage. Und letztlich ist es eine Sache des Herzens, ob man will oder nicht.
Ich habe einen Schulkollegen gehabt, einen Juden, und mit dem hatte ich so viele Diskussionen über das Wort. Und schließlich hat er mir gesagt: Weißt du, ich würde auch nicht glauben, wenn alles stimmt. Das war eine Entscheidung des Herzens.
Weitere Söhne und die Konfrontation mit Jeremia
Ja, und nun sehen wir also in 2. Chronik 36,1, dass ein Sohn von Josia, Joahas, gottlos ist. Dann kommt sein Bruder auf den Thron, Jojakim, ebenfalls ein Sohn Josias, auch gottlos. Und er wird nach Babel in die Gefangenschaft abgeführt. Joahas kommt zuvor als Gefangener nach Ägypten.
Dann kommt Jojakims Sohn auf den Thron, und zwar in Vers 9: Jojachin. Man muss also unterscheiden zwischen Jojakim und Jojachin. Jojachin kommt auf den Thron, regiert drei Monate und zehn Tage. In Vers 9 heißt es, dass er tat, was böse war in den Augen des Herrn. Dann kommt auch König Nebukadnezar gegen ihn. Und König Nebukadnezar macht dann einen anderen zum König an seiner Stelle. Und zwar wen? Ja, nicht wahr? Vers 10 am Schluss heißt es ja: „Und er machte seinen Bruder Zedekia zum König über Juda und Jerusalem.“ Das ist der dritte Sohn, oder ein weiterer Sohn, von Josia. Und auch er ist gottlos.
Jetzt können wir noch kurz 1. Chronik 4 aufschlagen. Es gibt Menschen, die denken, 1. Chronik 1 bis 9 seien langweilig, weil da nur Namen stehen, Namen, Namen, Namen, alles Geschlechtsregister. Und dabei sind diese Kapitel so spannend. Es ist Genealogie, also Ahnenforschung, von Adam her über Noah, Abraham usw. Und es wird in diesen neun Kapiteln klargemacht: Die ganze Menschheit ist miteinander verwandt, eine Familie. Das hat man heute übrigens mit der Genforschung wunderbar zeigen können. Die ganze Menschheit ist eng miteinander verwandt, und man hat sogar herausgefunden: Es gibt keine Rassen. Die Unterschiede von Schwarzafrikanern zu Europäern sind in den Genen so minimal. Wenn jemand von Rassen spricht, ist das wissenschaftlich völlig unhaltbar. Und die chinesischen Mandelaugen, das ist genetisch praktisch nichts, nur ein bisschen mehr Fett drin, usw. Es gibt noch mehr solche scheinbaren Rassenmerkmale. Aber eben: Die ganze Menschheit ist eine Familie.
Und 1. Chronik 1 bis 9 zeigt dann, wie Gott einen Plan hatte. Aus dieser ganzen Menschheit heraus hat er Abraham berufen. Daraus wird das Volk Israel, und ein Akzent wird gelegt auf den Stamm Juda, mehr als auf Ruben oder Gad oder Manasse. Ganz stark liegt der Akzent auf Juda und auf dem Stamm Levi. Warum? Weil aus Juda die Könige kommen sollten, nämlich als Nachkommen von König David. Und von König David sollte schliesslich der Messias abstammen. Und der Priesterstamm sollte ebenfalls wichtig sein, weil das eine wichtige Vorbereitung war. Dieser Stamm musste Israel darauf vorbereiten: Wir brauchen ein Opfer für unsere Sünden.
Also ist alles mit Design und Plan aufgeschrieben in 1. Chronik 1 bis 9. Und das war jetzt so eine kleine Einleitung zu 1. Chronik 3, wo es eben um die Königslinie geht. Und ich lese jetzt aus Vers 15. Da sind wir schon bei Josia: „Und die Söhne Josias: der Erstgeborene Jochanan, der Zweite Jojakim, der Dritte Zedekia, der Vierte Schallum.“
Jetzt muss man wissen: Immer wieder haben gewisse Personen in der Bibel mehr als einen Namen. Das ist nichts Besonderes. Ich habe schliesslich auch drei. Und unser jüngster Sohn, den haben wir dann schliesslich, er war doch der Sechste. Meine Frau hatte schon als Teenagerin den Gedanken: Ich möchte gerne sechs Kinder haben. Oder jedenfalls sehr früh. Und ja, dem Jüngsten haben wir dann noch alle schönen Namen gegeben, die wir wussten. So hat er dann vier bekommen.
Ja, und so ist es in der Bibel auch, dass manchmal an einer Stelle ein Name erwähnt wird und an einer anderen Stelle ein anderer. Hier ist es so: Schallum entspricht Jojakim. Das ist also der, der gleich König wurde nach dem Tod seines Vaters. Dann haben wir gesehen: Es kommt Jojakim, dann sein Sohn Jojachin, also ein Enkel von Josia, aber auch gottlos. Er folgt nicht dem Beispiel seines Grossvaters. Und dann nochmals ein Sohn, nämlich Zedekia, das war ja die Nummer drei.
Ja, also so sehen wir diese vier Söhne. Und die wurden Könige nach ihm, aber nicht nach seinem Beispiel. Und warum habe ich das jetzt so lange aufgearbeitet? Um einen Punkt noch besonders herauszuarbeiten?
Der Kontrast zwischen zwei Reaktionen auf Gottes Wort
Lesen wir aber nochmals 2. Chronika 34, den Moment, wie die Bibel Josia vorgelesen wurde, 34,18, und Schafan. Der Schreiber berichtete dem König und sprach: Der Priester Hilkija hat mir ein Buch gegeben. Und Schafan las darin vor dem König.
Und es geschah, als der König die Worte des Gesetzes hörte, da zerriss er seine Kleider. Und der König gebot Hilkija und Achikam, dem Sohn Schafans, und Abdon, dem Sohn Michas, der heißt übrigens in der Parallelstelle in 2. Könige 23 nicht Abdon, sondern auch einen anderen Namen, aber auch Sohn von Michah, dort der lange Name Michaja. Das Gleiche also: Manchmal in der Bibel der Kurzname, manchmal der lange Name. Und er hat nebst Abdon den Namen Akbor. Akbor, das bedeutet auf Hebräisch Maus. Sehr interessant, wir haben hier einige Tiernamen: Schafan, Unrein, aber er sucht Zuflucht im Herrn; Hulda, das Tier, das ständig im Dunkeln, im Tunnel wühlt, das ganze Leben lang; und dann schließlich auch Maus, nun ein reines Tier. Aber das sind alles Leute, die sich an den Herrn gehängt haben. Ja, das nur nebenbei.
Und dann schickt er eben die Legation zu der Prophetin, um den Herrn zu befragen. Und da möchte ich noch Vers 26 lesen: Zum König von Juda aber, der euch gesandt hat, sagt Hulda, um den Herrn zu befragen, zu ihm sollt ihr so sprechen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Die Worte, betreffend die du gehört hast, weil dein Herz weich geworden ist und du dich vor Gott gedemütigt hast, als du seine Worte über diesen Ort und über seine Bewohner hörtest, und du dich vor mir gedemütigt und deine Kleider zerrissen und vor mir geweint hast, so habe ich es auch gehört, spricht der Herr.
Jetzt schauen wir Jahre später Zedekia. Jeremia 34. Er war konfrontiert mit dem Propheten Jeremia, der in dieser Zeit noch das Königreich Juda zur Umkehr aufrief. Aber die Masse hat Jeremia abgelehnt, er wurde sogar verfolgt. Und jetzt lesen wir in Jeremia 36, und da lesen wir in Vers 21: Und der König sandte Jehudi, die Rolle zu holen, und er holte sie aus dem Gemach Elischamas, des Schreibers, und Jehudi las sie vor den Ohren des Königs und vor den Ohren aller Fürsten, die um den König standen. Der König aber saß im Winterhaus im neunten Monat, und das Kohlenbecken war vor ihm angezündet. Und es geschah, so oft Jehudi drei oder vier Spalten vorgelesen hatte, zerschnitt sie der König mit dem Schreibermesser und warf sie in das Feuer, das im Kohlenbecken war, bis die ganze Rolle im Feuer des Kohlenbeckens vernichtet war. Und der König und alle seine Knechte, die alle diese Worte hörten, erschraken nicht und zerrissen ihre Kleider nicht.
Und obwohl Elnathan, Delaiah und Gemariah den König anfriedeten, dass er die Rollen nicht verbrennen möchte, hörte er doch nicht auf sie. Und der König bot Jerachmeel, dem Königssohn, und Seraja, dem Sohn Asriels, und Schelemja, dem Sohn Abdeels, Baruch, den Schreiber, und Jeremia, den Propheten, zu ergreifen. Aber der hatte sie verborgen.
Man muss sich vorstellen, es ist so wirklich gemütlich im Palast. Es ist zwar Winter, aber ein Kohlenfeuer brennt. Und da kommt Jehudi, der diese Rolle holen musste, und Jehudi liest diese Rolle dann dem König vor. Also ganz ähnlich ist die Situation wie im zweiten Satz von Vivaldis Winter. Im ersten Satz merkt man richtig das Frieren. Es geht einer über das Glatteis und schlottert, und das wird mit den Geigen so eindrücklich ausgedrückt. Aber der zweite Satz ist ganz anders. Vivaldi schreibt darüber: Da geht es um jemanden, der in der Stube ist, am Kaminfeuer, und es ist ihm richtig wohl. Und da kommt wirklich eine Melodie. Da muss man als Geiger das wirklich mit viel Inbrunst und Wärme spielen. Das ist für mich eine der Melodien, die am besten ausdrücken kann: „Mir ist wohl in dem Herrn.“
Ja, und diese Situation hat dieser König hier, Zedekia, und dann wird ihm noch das Wort Gottes vorgelesen. Und wie reagiert er? Da werden ein paar Spalten vorgelesen, drei oder vier, und der König zerschneidet sie mit dem Schreibmesser, und es wird ins Feuer geworfen. Er liest weiter, bis die ganze Rolle im Feuer des Kohlenbeckens vernichtet war. Das ist der Sohn von Josia. Mit einer unglaublichen Winterkälte in seinem Herzen reagiert er gegenüber dem Wort Gottes. Und weiter wird gesagt, Vers 24: Und der König und alle seine Knechte, die alle diese Worte hörten, erschraken nicht. Aber der Vater von Zedekia, der war erschrocken, als er das Wort einmal hörte. Sie erschraken nicht und zerrissen ihre Kleider nicht. Das ist natürlich eine klare Anspielung auf Josia, der damals seine Kleider zerrissen hat.
Und dann kam dazu, da gab es Minister, die hatten noch Gottesfurcht. Obwohl Elnathan und Delaja und Gemaja den König anflehten, dass er die Rolle nicht verbrennen möchte, hörte er doch nicht auf sie. Und dann wird sogar gefordert, dass man Baruch und Jeremia verhaften solle. Ja, warum Baruch? Ja, er wird genannt, Baruch, der Schreiber. Und es war eben so: Jeremia hat jeweils das Wort Gottes diktiert, und er hat es aufgeschrieben. Baruch war also der Schreiber des Wortes Gottes, aber der Prophet Jeremia hat diktiert. Und so sehen wir: Jetzt war das ganze Original dahin, vernichtet. Aber in Vers 32 lesen wir dann: Und Jeremia nahm eine andere Rolle und gab sie Baruch, dem Sohn Nerijas, dem Schreiber, und er schrieb darauf aus dem Mund Jeremias alle Worte des Buches, das Jojakim, der König von Juda, im Feuer verbrannt hatte. Und es wurden noch viele Worte gleichen Inhalts hinzugefügt.
Das heißt also, die erste Fassung war noch nicht vollendet. Das war erst eine Kurzform von Jeremia. Aber die wurde verdichtet, und Gott hat dafür gesorgt, dass unter Inspiration Jeremia das alles nochmals diktierte, und noch vieles dazu. Und das ergab dann schliesslich das Buch Jeremia mit den 52 Kapiteln in unserer Bibel. Und das ist sehr interessant, weil wir etwas lernen über Inspiration. Und zwar können wir noch aufschlagen: In Kapitel 36 sehen wir, wie das zu und her geht. Manche möchten sich ja fragen: Wie ist das eigentlich, wenn ein Prophet die Bibel geschrieben hat? Was ist da genau bei dem Inspirationsvorgang geschehen?
Nun, wir haben hier Einblick. 36,1: Und es geschah im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, da ging dieses Wort vonseiten des Herrn an Jeremia, indem er sprach: Nimm dir eine Buchrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe über Israel und über Juda und über alle Nationen, von dem Tag an, als ich zu dir geredet habe. Und so weiter. Dann Vers 4: Und Jeremia rief den Sohn Nerijas, und Baruch schrieb aus dem Mund Jeremias auf eine Buchrolle alle Worte des Herrn, die er zu ihm geredet hatte. Und so weiter. Er hat unter Inspiration geredet, und Baruch hat aufgeschrieben. Aber Gott hat dafür gesorgt, dass das perfekt geschah.
Das Erstaunliche ist: Man hat in den vergangenen Jahren ein Siegel gefunden. Hunderte von Siegeln wurden gefunden in Israel, mehr als in umliegenden Völkern, weil die Israeliten besser lesen konnten als die Völker im Nahen Osten rundherum. Das war natürlich bedingt dadurch, dass sie die Heilige Schrift hatten. Das motivierte, und darum findet man in Israel archäologisch viel, viel mehr Siegel. Das Lesen und Schreiben wurde im Alltag verwendet. Und ein Siegel hat man gefunden, da steht tatsächlich drauf, dass es Baruch gehört, dem Sohn Nerijas, dem Schreiber, Hassofer. Das ist also das originale Siegel von dem Schreiber des Buches Jeremia. Und da drauf ist noch sein Fingerabdruck. Also das einzigartige Zeichen eines Menschen, das es nur einmal gibt, ist sogar auf dem Siegel da. Nicht verewigt, denn alles wird vergehen, aber bis heute erhalten.
Schlussblick auf Gericht und Hoffnung
Gut, wir gehen zurück zur Zweiten Chronika, um zum Abschluss zu kommen.
Wir sehen also diese Treue von Josia. Alle Tage seines Lebens weicht das Königreich Juda nicht ab von der Nachfolge des Herrn. Mit seinen Söhnen geht dann alles den Bach hinunter, und schließlich zerstören unter Zedekia die Babylonier Jerusalem. Die Stadt wird dem Erdboden gleichgemacht, ganz viele kommen um, der Salomonstempel wird verbrannt, und eine große Zahl von Juden wird in die Gefangenschaft abtransportiert. Zedekia werden die Augen ausgestochen.
Also wirklich schrecklich, was dieser Mann dann schließlich erleben musste. Aber es ist schon traurig: Sie hätten alle das Beispiel ihres Vaters nachahmen können und hätten so viel Leid verhüten können. Und so ist Josia wirklich eine Ermutigung für Treue und Nachfolge dem Herrn nach.
Nächstes Mal werden wir dann noch Kapitel 35 studieren. Da geht es um diese Passerfeier, die Josia initiiert hatte und die alles, was je davor war, in den Schatten stellte: eine so einzigartige Passerfeier, die nie so gefeiert wurde seit den Tagen Samuels des Propheten, durch die ganze Königszeit hindurch bis auf Josia.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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