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Nathans Plan und Davids Schwur

1. Könige 1,11-3718.03.2026
SerieTeil 2 / 9Das 1. Buch der Könige – Bibelwoche
Wenn Macht wankt, entscheidet nicht Lautstärke, sondern Timing und klare Worte. Nathan zeigt: Wer in einer Krise etwas bewegen will, braucht Mut, Respekt – und den richtigen Moment.

Einleitung in die Spannung um die Nachfolge

Nochmals 1. Könige 1,10: „Nathan aber, den Propheten, und Benaja und die Helden und Salomo, seinen Bruder, lud er nicht.“
Es war irgendwie klar, mit welchen Leuten man nicht rechnen konnte. Und so ist es auch in unserem Leben als Christ hilfreich, gerade zum Beispiel auf der Arbeit oder bei jüngeren Leuten, auf der Uni oder in der Schule, wenn das Zeugnis so klar ist, dass die Leute wissen, wen sie für dies und das oder für jene Veranstaltung gar nicht erst anfragen müssen.
Ja, das war klar: Die muss man hier nicht einladen. Also wieder ein schönes Aber. Für Nathan und Benaja war das klar, die Helden waren wirklich treu, und natürlich sollte Salomo eben umgangen werden, als König.

Wie Nathan die Mutter Salomos vorbereitet

Vers elf: Da sprach Nathan zu Batseba, der Mutter Salomos, und sagte: Hast du nicht gehört, dass Adonia, der Sohn Hagits, König geworden ist? Und nun weiß unser Herr David es nicht.
Interessant, wie er beginnt. Man kann so vieles aus der Bibel lernen, auch darin, wie man schwierige Dinge anspricht. Und da hilft es zum Beispiel, eine Frage zu stellen. Für ihn war ja klar, dass Batseba das nicht mitbekommen hat. Aber mit einer Frage bringt man Leute zum Nachdenken.
Hast du nicht gehört, dass Adonia, der Sohn Hagits, König geworden ist? Natürlich hat sie es nicht gehört. Sie muss sich fragen: Ja, warum habe ich das nicht mitgekriegt?
Dann folgt nicht mehr eine Frage, sondern ein zweiter Satz, eine Feststellung: Und unser Herr David weiß es nicht. David war nicht mehr auf dem Laufenden. Wirklich, er war am Ende. Er kam mit seiner eigenen Schwachheit nicht mehr klar. Er brauchte eine Krankenschwester in Vollzeit und bekam gar nichts mehr mit, obwohl er immer noch König war.
Und erst dann macht er einen ganz klaren Vorschlag. Nathan braucht eine Frage, einen Hinweis und dann einen Rat. So komm nun, lass mich dir doch einen Rat geben, damit du dein Leben und das Leben deines Sohnes Salomo rettest.
Also macht er ihr klar: Die Sache ist jetzt so wichtig, da kannst du dich nicht irgendwie neutral zurückziehen oder dich auf Unwissenheit berufen und so weiter. Es geht um dein Leben und um das Leben deines Sohnes. Denn ihr passt in diesen Aufstand nicht hinein, ihr seid überflüssig, euch wird man beseitigen. Und das motivierte sie natürlich.

Die Kunst, Verantwortung wachzurufen

Und dann wird er sehr konkret mit Imperativen, mit Befehlen: Geh hin und tritt zum König David hinein und sprich zu ihm drei Befehle.
Hast du betont? Das betontest du. Hast du, mein Herr König, nicht deiner Magd geschworen und gesagt: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen?
Also sagt ihr: Geh jetzt zu David. Und das Erste, was du machst, ist, du stellst ihm eine Frage. Genau das Gleiche. Natürlich hätte sie sagen können: David, ist doch klar, du hast doch ganz klar gesagt, dass Salomo König sein wird. Nein, eine Frage, die federt ab.
Hast du, mein Herr König, das betont? Leg die Verantwortung auf ihn. Mein Herr König, nicht deiner Magd geschworen und gesagt: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen?
Natürlich hat er das gesagt. Aber die Frage legt die Verantwortung auf ihn, sodass er sich überlegen muss: Ja, natürlich habe ich das gesagt. Und stehe ich ihm noch dazu oder nicht?
Und interessant: Er sagt auch, wie sie ihren Mann ansprechen soll. Also da wird schon mal festgelegt, sie muss ihm sagen: Mein Herr König. Das heißt, sie geht zu David und nicht zu dem Sinn: Das ist jetzt wirklich ein alter Mann, der kann eigentlich nichts mehr. Und er checkt auch nichts mehr. Sondern sie spricht ihn an, nicht nur als König, sondern: Mein Herr, König.
Und das sehen wir auch schon in der Geschichte von Abraham und Sarah. Sarah nannte Abraham Adoni, mein Herr, und hier auch Adoni, mein Herr. Und damit anerkannte sie eben, dass David das Haupt ist. Immer noch, auch wenn er in seinen Fähigkeiten eingeschränkt war.

Ehe, Unterordnung und gegenseitige Hingabe

Und in 1. Petrus 3 wird ja gesagt, in Vers 1: Ebenso ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter, damit, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, sie durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden. Und dann wird in den weiteren Versen speziell auf Sara hingewiesen, überhaupt auf gute Beispiele von Frauen im Alten Testament. In Vers 5 heißt es: Denn so schmückten sich einst auch die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren eigenen Männern unterordneten, wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte. Deren Kinder ihr geworden seid, wenn ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet.
Also auch Sara hat sich Abraham eben untergeordnet. Und wirklich, im Bibeltext in 1. Mose sagt sie: „Adoni, mein Herr.“ Übrigens sagt das eigentlich im Prinzip jede Frau in Israel. Denn jedes Mal, wenn sie sagt: „mein Mann, mein Ehemann“, dann sagt man auf Hebräisch Ba'ali. Und Ba'al ist eben nicht nur ein schreckliches Wort. Ba'al heißt auf Hebräisch Herr. Das ist ein anderes Wort als Adon, aber Ba'al heißt auch Herr. Und natürlich wurde dieses Wort zu einem schrecklichen Wort, weil der wichtigste Gott in der kanaanitischen Religion eben Ba'al genannt wird.
Nun, jede Frau sagt von ihrem Ehemann Ba'ali, Ba'li amar, mein Mann hat gesagt. Aber da sagt sie eigentlich: Mein Herr hat gesagt. Es wird also automatisch ausgesprochen. Da müssen natürlich die Leute der Gender-Ideologie noch einiges kaputt machen und irgendwie dieses Wort Ehemann, das müssen sie zum Verschwinden bringen.
Ja, und vielleicht noch ein Gedanke zu dem eben von dieser Wertschätzung, die Batseba zum Ausdruck bringen sollte: noch Epheser 5. Dort wird ja die andere Seite gezeigt, wie der Mann sich der Frau gegenüber verhalten soll. Und das Beispiel des Herrn Jesus, der sich für die Gemeinde völlig bis in den Tod hingegeben hat, wird hier vorgestellt in Epheser 5, und zwar in Vers 25: Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heiligte, usw. Die totale Hingabe.
Aber vielleicht noch als kleiner Hinweis: Es ist so wichtig, dieser Abschnitt über Mann und Frau beginnt ja in Vers 22. Ich kann sehr gut merken: 22 bis 33, Christus, der Ehemann, die Gemeinde, die Frau. Das beginnt dort mit: Ihr Frauen, seid euren eigenen Männern untergeordnet als dem Herrn. Also das Gebot der Liebe und der völligen Hingabe an den Mann kommt hier im Text nachgeordnet. Zuerst: seid euren eigenen Männern untergeordnet. Und es ist wirklich so, dass es in einer Ehe eben leichter zu dieser Entfaltung kommt, dieser völligen Hingabe, wenn auch diese Fügsamkeit da ist. Das ist so.
Und jetzt war es wirklich ein Mann, Nathan, der Batseba sagt: Sprich deinen Mann so an, wenn du da reingehst. Ich lese nochmals: Sprich zu ihm, Vers 13: Hast du, mein Herr, König, nicht deiner Magd geschworen und gesagt: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein? Und er betont im Hebräischen: und er soll auf meinem Thron sitzen. Und warum ist Adonia König geworden? Er sagt dir genau: Jetzt musst du nochmals eine Frage stellen. Nicht: Adonia ist König geworden, weißt du, warum machst du nichts? Nein, stell einfach die Frage: Warum ist Adonia König geworden? Und sie wusste ja: Er weiß gar nichts, er hat nichts mitgekommen, es geht alles an ihm vorbei. Aber diese Frage weckt natürlich etwas. Ein Vorwurf würde je nachdem so ein Verschließen bewirken. Aber die Frage: Warum ist Adonia König geworden? Was, das war ja gar nicht in meinem Sinn. Ja, aber durch die Frage gibt sie Zeit für die richtige Reaktion.

Die sorgfältig geplante Bestätigung durch Nathan

Und weiter, Vers 14: Siehe, noch während du dort mit dem König reden wirst, werde ich nach dir hereinkommen und deine Worte bekräftigen.
Das war also richtig geplant, also das Timing. Du gehst rein, stellst diese Fragen, sagst diese Sätze, und wenn du dann dran bist, dann komme ich rein. Dann wird das Ganze unterstrichen, und die Wirkung wird noch viel höher sein.
Nun, das ist jetzt geplant. Aber wir sehen in der Bibel Beispiele, wo Gott das Timing so geplant hat, dass im richtigen Moment das und das gesagt wurde und dann genau das kam. Hier war es jetzt geplant, aber weise geplant: deine Worte bekräftigen. Das ist wichtig. Manchmal müssen gewisse Aussagen von jemand anderem unterstrichen werden, dann bekommen sie mehr Glaubwürdigkeit.
Vers 15: Und Batseba ging zum König hinein in das Gemach. Also sie war wirklich bereit, auf den Propheten zu hören. Der König aber war sehr alt. Jeremia betont nochmals, er war, trotz der Tatsache, dass er nur siebzig war, sehr alt. Und Abischag, die Schunamitin, bediente den König. Dafür wird noch einmal betont: Er war völlig abhängig von dieser Krankenschwester.
Und Batseba verneigte sich und beugte sich nieder vor dem König. Also das sind zwei verschiedene Dinge: Verneigen ist eine Geste, und dann Niederbeugen noch stärker. Also auch da wieder die Wertschätzung gegenüber David als König und als Ehemann. Es ist wichtig, wenn sie sagt: König, ja, dann war das wirklich so, dass sie, obwohl sie Ehefrau war, eben diese Stellung als König anerkannte, nicht nur für das Volk, sondern auch für sich. Und gleichzeitig war sie eben die Ehefrau und sprach ihn an als Adoni, mein Herr, ganz im Sinn von Ba’ali. Verneigte sich, beugte sich nieder vor dem König, und der König sprach: Was hast du?
Und sie sprach zu ihm: Mein Herr, du hast ja deine Magd bei dem Herrn, deinem Gott, geschworen. Sie sagt es nicht ganz genau so, wie er es gesagt hat, aber gut. Sie sagt: Mein Herr. Aber der König hat sie jetzt da weggelassen. Mein Herr, du hast ja deine Magd, gut, sie nennt sich seine Magd, bei dem Herrn, deinem Gott, geschworen: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen.
Und das ist natürlich eine Anspielung auf ihren Namen, Batseba, Tochter des Schwurs. Also in ihrem Namen ist eben das Thema des Schwörens und der Zuverlässigkeit und des Wortes, das gilt, enthalten. Und so sagt also Batseba: Du hast ein Scheba gemacht, gewissermassen. Du hast geschworen, hier das Verb. Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen. Also eben, sie stellt nicht die Frage, sondern sie sagt gerade: So ist es. Das war nicht ganz im Sinn von Nathan. Und nun, siehe, Adonia ist König geworden. Aber er hat ihr gesagt, sie solle die Frage stellen: Warum ist Adonia König geworden? Das wäre alles feiner gewesen. Und sie sagte einfach die Tatsache: Siehe, Adonia ist König geworden. Das hat er eben nicht gesehen. Und nun, mein Herr König, ah, jetzt sagt sie es aber so: Adoni und Melech. Nun, mein Herr König, du weißt es nicht. Das hat Nathan auch nicht gesagt, dass sie ihm das noch um die Nase streichen soll, dass er so unwissend ist. Das wäre jetzt auch nicht so ganz fein. Du weißt es nicht.
Und er hatte Rinder und Mastvieh und Kleinvieh geschlachtet in Menge und hat alle Söhne des Königs, das sind alle Prinzen. Im Althebräischen gibt es kein Wort für Prinz, und man sagt Ben hamelech, das ist der Prinz, Sohn des Königs. Also alle Söhne des Königs, das heißt alle Prinzen, sind eingeladen, und Abjatar, den Priester, und zwar den Hohenpriester, und Joab, den Heerobersten, geladen. Aber deinen Knecht Salomo hat er nicht geladen. Ist ja klar, wenn er Gegenkönig gegen Salomo sein soll.
Und du, mein Herr König, da spricht sie ihn wieder mit vollem Titel an, die Augen von ganz Israel sind auf dich gerichtet, dass du ihnen mitteilst, wer auf dem Thron meines Herrn, des Königs, da sagt sie nochmals: mein Herr, König, auf dem Thron meines Herrn, des Königs, nach ihm sitzen soll. Also sie zeigt ihm jetzt die Verantwortung, indem sie klar macht: Ganz Israel macht sich eigentlich von dir abhängig und von deiner Entscheidung. Die erwarten von dir, dass du da Stellung nimmst. Alle Augen sind auf dich gerichtet.
Und es wird geschehen, wenn mein Herr, der König, wieder mit vollem Titel bei seinen Vätern liegt, dass ich und mein Sohn Salomo büßen müssen. Das ist ihr reingegangen. Das sagt sie nicht am Anfang, aber ganz am Schluss. Und ich habe diese Tage auch schon erklärt: Eine besondere Betonung kann man setzen, indem man eine Sache am Anfang bringt. Aber man kann auch eine Betonung setzen, indem man sie am Schluss bringt. Und jetzt sagt sie damit gewissermaßen: Was ist ihr das Leben von mir und das Leben von Salomo wert?
Stimmt, Vers 22: Und siehe, während sie noch mit dem König redete, also ist es fast wie in Hiob. Nach diesen Plagen, vier Schlägen, die über Hiob kamen, da kommt ein Überlebender der ersten Plage und verkündet es Hiob. Und während er noch redete, kam der Nächste und erzählte von der zweiten Katastrophe. Und während er noch redete, kam der Dritte. Das war ein Timing, das der Teufel gemacht hat, denn Gott hat dem Teufel quasi freie Hand gegeben. Und diese Katastrophen, es waren zwei Naturkatastrophen und zwei militärische Katastrophen. Es kam Feuer vom Himmel, das heißt ein Blitz, und es kam ein furchtbarer Wind von der Wüste her, der das Haus, wo die Kinder Geburtstag feierten, zerstörte. Und es kamen zwei Armeen, die eben die Knechte von Hiob angegriffen hatten.
Und es ist ja so, dass in Offenbarung 14, da lesen wir von einem Engel, der Gewalt hat über das Feuer. Und dann ist es so, in Hebräer 1 heißt es, dass Engel ihre Erscheinungsform verändern können. Da heißt es, dass Gott sie zu Winden macht und zu einer Feuerflamme. Darum: Dieser Sturmwind, das war ein satanisches Werk. Und diese Armeen, der Menschenmörder von Anfang an hat böse Menschen motiviert, Knechte von Hiob zu töten. Und das war alles so getimt, weil der Teufel freie Hand hatte, in diesem genau begrenzten Bereich, dass es so war. Immer kam ein Überlebender, und das sollte ein vierfacher Schlag sein, Schlag auf Schlag auf Hiob, damit er richtig zusammenbricht und sich von Gott lossagt.
Also ganz schrecklich. Während er wirklich, wenn man einen Schlag bekommt, dann ist man schon mal richtig innerlich erschüttert, ja, und erträgt eigentlich nicht mehr viel. Und wenn dann gerade der Nächste kommt und nochmals: unglaublich! Und Hiob blieb dem Herrn treu. Der Teufel hat ihn nicht richtig gekannt. Engel kennen nicht unser Innerstes. Und da hat er sich getäuscht. Und Gott hat es erlaubt, damit klar wird, was wirklich in Hiob war. Aber von dem wusste Hiob nichts.
Aber hier ist es eben nicht so, um David einen Schlag zu geben und nochmals einen Schlag, sondern das war wirklich so angedacht. Diese Mitteilung und gerade so, wie Nathan sie formuliert hatte, sollte den König aus seiner Passivität herausholen und motivieren, in dieser Sache Stellung zu nehmen. Und während sie redet, nochmals, und er will ihn nochmals ermutigen, also wirklich den kranken oder alters-schwachen Mann motivieren, dass er sich da aufrafft.
Und siehe, während sie noch mit dem König redete, kam der Prophet Nathan herein. Man meldete dem König und sprach: Der Prophet Nathan ist da. Und er kam vor dem König und beugte sich vor dem König auf sein Angesicht zur Erde. Das war höchste Ehrerbietung. Niederbeugen vor einem Menschen kann ein Problem sein, und in einem persischen Kontext war das eben göttliche Verehrung. Und das ist der Grund, warum Mordochai im Buch Esther absolut nicht bereit war, als das Gebot des Königs kam, alle müssen sich vor Haman verneigen, diesem Judenhasser, der alle Juden im Persischen Reich von Afrika bis nach Indien umbringen wollte. Und der König hatte verordnet, alle müssten sich vor Haman niederbeugen, eigentlich eine göttliche Verehrung. Und Mordochai hat sich nie da einen Kompromiss gemacht und sich nicht niedergebeugt.
Aber hier ist ein ganz anderer Kontext. Da geht es nicht um göttliche Verehrung von David, also auch etwas ganz anderes als das, was wir gerade eben gesehen haben in Apostelgeschichte auf der ersten Missionsreise von Paulus, da wurde er eben göttlich verehrt. Beugte sich nieder vor dem König auf sein Angesicht zur Erde.
Vers 24: Und Nathan sprach: Mein Herr König, also mit der gleichen Ehrwürde spricht er ihn an, wie er das Batseba vorgeschrieben hat. Mein Herr König, hast du gesagt: Adonia soll nach mir König sein, und er soll auf meinen Thron sitzen? Sehen wir, er bleibt dabei, das muss in Frageform gesagt werden, aber eben mit Betonung auf der Verantwortung. Du ist im Hebräischen betont und darum in der Elbefelder Sperr gedruckt. Und dann auch: Er soll auf meinem Thron sitzen, also Adonia, und er ist betont, das heißt nicht Salomo. Jetzt muss David nachdenken. Natürlich nicht.
Weiter erklärt Nathan: Denn er ist heute hinabgegangen und hat Rinder und Mastvieh und Kleinvieh geschlachtet in Menge und hat alle Söhne des Königs, also alle Prinzen, und die Obersten des Heeres, also die Elite der israelitischen Armee inklusive des Generals Joab, und Abjatar, den Priester, also den Hohepriester, geladen. Und siehe, sie essen und trinken vor ihm und sprechen: Es lebe der König Adonia. Aber jetzt haben wir wieder ein Aber. Aber mich, deinen Knecht, und Zadok, den Priester, und Benaja, den Sohn Jojadas, und Salomo, deinen Knecht, hat er nicht geladen.
Das hat Batseba nicht so ausführlich gesagt. Der hat nur gesagt, Salomo ist nicht dabei. Ist ja klar. Aber das wäre eigentlich schon noch wichtig gewesen, dass sie gesagt hätte: Dieser treue Prophet Nathan und dieser treue Hohepriester Zadok und dieser großartige Held Benaja, für die war klar, die kommen nicht in Frage.
Und jetzt, Vers 27: Ist diese Sache von meinem Herrn, dem König, ausgegangen? Er weiß es ja genau, aber er macht ihm nicht einen Vorwurf, er stellt es in Frageform. Und das ist einfach eine Abschwächung, so dass er sich überlegen muss: Natürlich nicht. Und hast du nicht einem Knecht mitgeteilt, wie er auf dem Thron meines Herrn, des Königs, nach ihm sitzen soll? Wieder in Frageform. Also man lernt so viel.
Da antwortete der König David und sprach: Ruft mir Batseba. Und sie kam herein vor den König und stand vor dem König. Merkt man, das war nicht gesagt, aber jetzt ist es klar: Batseba hat ihre Aufgabe erfüllt, dann wurde angekündigt, Nathan kommt, sie ging raus. Der Prophet ging rein. Aber sie ging nicht einfach einkaufen oder so, sondern sie bleibt in der Nähe, und so muss sie wieder reinkommen.
Ruft mir Batseba! Und sie kam herein vor den König und stand vor dem König. Und der König schwor und sprach, es schwor wieder, und zwar in Gegenwart der Tochter des Schwures, Batseba: So wahr der Herr lebt, der meine Seele aus aller Bedrängnis erlöst hat.
Jetzt denkt er wieder über sein Leben nach, siebzig Jahre, und so viele Jahre hat er wirklich Ungemach und Leiden, Verwerfung und Not erlebt. Aber aus all dieser Not heraus durfte er, geleitet, getrieben durch den Heiligen Geist, Psalmen schreiben, die eine Ermutigung sein sollten für die Gläubigen durch Jahrtausende hindurch. Und er hat immer wieder erlebt: Die Not kann groß sein, aber da ist der Herr, der meine Seele, und das betont eben auch die emotionalen Empfindungen, die man hat in der Not, der meine Seele aus aller Bedrängnis erlöst hat.
Bei diesem Gott schwört er, so wie ich dir bei dem Herrn, dem Gott Israels, geschworen habe. Also er weiß es noch ganz genau. Er hat diesen Schwur in Bezug auf Salomo gegenüber Batseba abgelegt, indem ich sprach: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein, und er wieder betont im Hebräischen: Er und nicht ein anderer soll auf meinem Thron sitzen an meiner Stelle. So werde ich an diesem Tag tun.
Da verneigte sich Batseba mit dem Gesicht zur Erde und beugte sich vor dem König nieder. Sie wiederholt, was am Anfang des ersten Besuches schon war, und sprach: Mein Herr, der König David, lebe ewig. Und schön, da sagt sie nicht nur: Mein Herr, der König, sondern sie nennt seinen Eigennamen. Das ist wichtig. Der Eigenname ist nämlich etwas, eine Vokabel, die sich von Kind an ganz tief einprägt in unser Inneres. Und darum: Wir können irgendwo am Bahnhof sein, es lärmt, und es hat so viele Leute, und alle schreien und reden durcheinander, und plötzlich hört man den Eigennamen. Sofort ist man aufmerksam. Das ist unglaublich, wie das wirkt. Und das ist schon von Bedeutung, weil das sehr mit unserer Identität zu tun hat. Und David heißt Geliebter und hat die Liebe des Herrn ein Leben lang erlebt. Und nun, sie sagt den Namen.
Vielleicht im Kontrast möchte ich noch erwähnen: In Johannes 20 diese Frau am Grab, sie war am Boden, sie dachte, man hat meinen Herrn weggenommen, sie hat Jesus Christus verloren. Und dann war da einer, sie dachte, es sei der Gärtner, und sie war so verweint, dass sie gar nicht richtig sah. Und sie fragt: Wenn du ihn weggetragen hast, dann sag es mir. Und er sagt: Maria! Rabbuni! Dann hat sie die Stimme und den Klang der Stimme mit ihrem Namen verbunden. Wow, da war sie da.
Und wie war das noch ein anderes Beispiel im Buch Hiob: Die drei Freunde von Hiob, die kamen von weit her, einer übrigens der jüngste, Elihu, kam aus Saudi-Arabien, aus Buz, Nordwestsaudi-Arabien. Und eben aus ganz zerstreutem Nahen Osten kamen die drei älteren Freunde. Ihr Anliegen war es, eben Hiob zu trösten. Aber dann hat sich so ihre Ansicht über Hiob gewendet, obwohl sie nicht mit ihm gesprochen haben. Sie haben plötzlich gedacht: Also irgendetwas stimmt nicht bei Hiob. Und dann haben sie begonnen, ihn anzuklagen.
Und in all diesen Diskussionen, wo sie ihn wirklich an die Wand drückten, sagen sie nicht einmal Hiob. Sie sagen immer du. Ja gut, uns passiert das auch, wenn wir manchmal den Namen nicht wissen. Und im Französischen ist das so toll, das ist für mich das Leben einfacher, man sagt nicht den Namen, man sagt einfach Madame, Monsieur, kein Problem. Aber bei uns ist es einfach nicht so gut, wenn man den Namen nicht sagen kann, aber wenn man ihn nicht weiß. Ja, aber wenn man ihn weiß und nichts sagt, ist es traurig. Und diese Freunde, die sagen nie Hiob, aber später, als Elihu ihn anspricht, immer wieder spricht er ihn an. Man kann in der ganzen Bibel das Wort anstreichen: Hiob, Hiob. Da merkt man, der hat wirklich eine Beziehung gehabt, und er hat Hiob korrigiert. Aber wirklich aus einer Beziehung heraus. Und darum hat Hiob dann nicht wieder dagegen sprechen müssen, so wie er ständig bei seinen Freunden hatte sich ständig wie wild gewehrt.
Ja, sowas noch zum Eigennamen, und das ist eben jetzt hier speziell. Ja, nachdem wir so viele Verse gelesen haben, plötzlich sagt sie: Mein Herr, der König David, lebe ewig! Und das ist so ein Name, so ein nahöstliches Grußwort, nicht wahr? Die Minister auch gesagt zu Nebukadnezar: Der König lebe ewig, Daniel 2. Aber das verpflichtet. Wenn man jemandem diesen Gruß sagt, lebe ewig, dann muss man aber auch wissen, wie kommt man zu ewigem Leben. Bei David war es so, er war bekehrt, er hatte ewiges Leben. Und damit ist dieser Wunsch auf diesem Hintergrund hat er so einen besonderen Klang: Mein Herr, der König David, der Geliebte des Herrn, lebe ewig.
Aber ich war vor einiger Zeit so enttäuscht. Präsident Trump wurde gefragt, ob er denke, dass er in den Himmel kommt. Die Antwort, das war wirklich authentisch, das war gefilmt, dann sagte er: Ja, er denke eigentlich nicht, dass er in den Himmel kommen kann. Da habe ich gefragt: Wie bitte? Was ist mit all diesen Ministern und Freunden, die im Weißen Haus ein und ausgehen können, die gläubig sind? Haben die ihm nicht erklärt, wie man in den Himmel kommt? Du musst dein ganzes altes Leben vor den Herrn bringen und deine Schuld bereuen, bekennen und glauben, dass Jesus Christus die Strafe auch für Präsident Trump getragen hat, und dann wird dir die ganze Schuld weggenommen. Aber der weiß nicht, ob er in den Himmel kommt und denkt auch, er komme nicht. Unglaublich, oder?
Aber eben, wenn da Batseba sagt: Mein Herr, der König David, lebe ewig, dann ist der Wunsch berechtigt, weil er Wahrheit, Tatsache war.
Und der König David sprach: Ruft mir Zadok, den Priester, und Nathan, den Propheten, und Benaja, den Sohn Jojadas. Die waren ihm also wichtig, diese Treuen. Und sie kamen herein vor den König, und der König sprach zu ihnen: Nehmt die Knechte eures Herrn mit euch und lasst meinen Sohn Salomo auf meiner Mauleselin reiten und führt ihn nach Gichon hinab. Und Zadok, der Priester, und Nathan, der Prophet, sollen ihn dort zum König über Israel salben, und er soll in die Posaune, wörtlich in das Schofahorn, stoßen und sagen: Es lebe der König Salomo! Und zieht herauf hinter ihm her, und er komme und setze sich auf meinen Thron, und er soll König sein an meiner Stelle, betont er. Und ihn habe ich bestellt, dass er Fürst sei über Israel und über Juda, also über die zwölf Stämme.
Und Benaja, der Sohn Jojadas, antwortete dem König und sprach: Amen, so ist es. So spreche der Herr, der Gott meines Herrn, des Königs. So wie der Herr mit meinem Herrn, dem König, gewesen ist, so möge er mit Salomo sein und er möge seinen Thron noch größer machen als den Thron meines Herrn, des Königs David. Auch Benaja nennt ihn: Mein Herr, König, und den Eigennamen David. Ein wunderbarer Segen, also ein Held, ein Mann des Militärs, aber so voll von Glauben und Verständnis für Gottes Pläne.
Wunderbar, also hier die Anweisung: Bei der Gichon-Quelle soll Salomo gesalbt werden. Und hier auf dem Bild sehen wir die Treppe, die runterführt, aus dem Felsen geschlagen, runterführt zur Quelle. Dort beim Pfeil unter der letzten Stufe, dort schießt die Gichon-Quelle hervor. Das war im Alten Testament die wichtigste Wasserversorgung Jerusalems, mit täglich 50 bis 100 Liter Wasser, ganzjährig. Gichon heißt quasi die Hervorbrechende. Es ist eben so, dass sie in der früheren Zeit, das hat sich jetzt vor ein paar Jahren verändert, aber noch bis vor wenigen Jahren war das der Fall, dass fünfmal etwa am Tag gab es einen ganz speziellen Schub, wo die Quelle wirklich Wasser hervorschießen ließ. Und daher der Name Gichon und so eine besondere Quelle. Dort sollte Salomo bei der Quelle lebendigen Wassers, da fahren wir morgen weiter, sollte er gesalbt werden.
Und wo war dieses Bankett von Adonia? Das haben wir gesehen in 1. Könige 1,9. Adonia schlachtete kleines Rindvieh und Mastvieh beim Stein Sohelet, der neben En-Rogel ist. Ein, also eigentlich Hebräisch spricht man aus En-Rogel, das ist so ein En da unten im Hals, aber das kann man nicht unbedingt aussprechen als Europäer, außer man hat viel geübt. Ich habe viel geübt. Roel. Und das ist die Quelle des Walkers, auch eine Quelle. Und wenn man von dem Siloateich ein bisschen hoch geht in Richtung, dann noch weiter oben, Gichon-Quelle, dann sieht man da runter ans Südende von dem langgezogenen Südabhang des Tempelberges, auf dem eben die Davidstadt war und auch der Palast von David. Und dann sieht man von dort aus unten in der Ebene, gerade da, wo das Tal Hinnom mit dem Tal Kidron sich trifft. Und dort sieht man ein Minarett. Und dann weiß man: Genau dort bei dem Minarett ist die sogenannte Hiobsquelle, wie die Araber sagen. Aber das ist En-Rogel, die Walkerquelle. Und dort haben die das Bankett gehabt. Das ist also nicht so weit weg jetzt von der Gichon-Quelle.
Also fahren wir morgen weiter. Aber die Bibel gibt uns diese genauen geographischen Angaben, und das hat schon seine Bedeutung. Und dann kann man verstehen: Also diese Opposition, jetzt wird Salomo dann gesalbt zum König und ausgerufen bei der Gichon-Quelle, und die anderen sind bei der Walkerquelle. Das hat etwas zu bedeuten. Morgen gehen wir weiter.

Die Lage am Hof und die Verantwortung Davids

Und er hatte Rinder und Mastvieh und Kleinvieh in Menge geschlachtet und hatte alle Söhne des Königs, das sind alle Prinzen. Im Althebräischen gibt es kein Wort für Prinz, und man sagt Ben Hamelech, das ist der Prinz, Sohn des Königs. Also alle Söhne des Königs, das heißt alle Prinzen, sind eingeladen. Und Abjatar, den Priester, und zwar den Hohenpriester, und Joab, den Heerobersten, hat er auch geladen.
Aber deinen Knecht Salomo hat er nicht geladen. Das ist ja klar, wenn er Gegenkönig gegen Salomo sein soll. Und du, mein Herr König, da spricht sie ihn wieder mit vollem Titel an, die Augen von ganz Israel sind auf dich gerichtet, dass du ihnen mitteilst, wer auf dem Thron meines Herrn, des Königs, nach ihm sitzen soll. Also sie zeigt ihm jetzt die Verantwortung, indem sie klar macht: Ganz Israel macht sich eigentlich von dir abhängig und von deiner Entscheidung. Sie erwarten von dir, dass du da Stellung nimmst. Alle Augen sind auf dich gerichtet.
Und es wird geschehen, wenn mein Herr, der König, wieder mit vollem Titel bei seinen Vätern liegt, dass ich und mein Sohn Salomo werden büßen müssen. Das ist ihr reingegangen. Das sagt sie nicht am Anfang, aber ganz am Schluss. Und ich habe diese Tage auch schon erklärt: Eine besondere Betonung kann man setzen, indem man eine Sache am Anfang bringt. Aber man kann auch eine Betonung setzen, indem man sie am Schluss bringt. Und jetzt sagt sie damit gewissermaßen: Was ist ihr das Leben von mir und das Leben von Salomo wert?
Stimmt, Vers 22. Und siehe, während sie noch mit dem König redete, also ist es fast wie in Hiob. Nach diesen Plagen, vier Schlägen, die über Hiob kamen, da kommt ein Überlebender der ersten Plage und verkündet es Hiob. Und während er noch redete, kam der Nächste und erzählte von der zweiten Katastrophe. Und während er noch redete, kam der Dritte. Das war ein Timing, das der Teufel gemacht hat, denn Gott hat dem Teufel quasi freie Hand gegeben. Und diese Katastrophen, es waren zwei Naturkatastrophen und zwei militärische Katastrophen. Es kam Feuer vom Himmel, das heißt ein Blitz, und es kam ein furchtbarer Wind von der Wüste her, der das Haus, wo die Kinder Geburtstag feierten, zerstörte. Und es kamen zwei Armeen, die eben die Knechte von Hiob angegriffen hatten.
Und es ist ja so, dass in Offenbarung 14, da lesen wir von einem Engel, der Gewalt hat über das Feuer. Und dann ist es so: In Hebräer 1 heißt es, dass Engel ihre Erscheinungsform verändern können. Da heißt es, dass Gott sie zu Winden macht und zu einer Feuerflamme. Darum war dieser Sturmwind ein satanisches Werk. Und diese Armeen, der Menschenmörder von Anfang an, hat böse Menschen motiviert, die Knechte von Hiob zu töten. Und das war alles so getimt, weil der Teufel freie Hand hatte, in diesem genau begrenzten Bereich, dass es so war: Immer kam ein Überlebender. Und das sollte ein vierfacher Schlag sein, Schlag auf Schlag auf Hiob, damit er richtig zusammenbricht und sich von Gott lossagt.
Also ganz schrecklich. Während er wirklich, wenn man einen Schlag bekommt, dann ist man schon mal richtig innerlich erschüttert, ja, und erträgt eigentlich nicht mehr viel. Und wenn dann gerade der Nächste kommt und nochmals: Unglaublich! Und Hiob blieb dem Herrn treu. Der Teufel hat ihn nicht richtig gekannt. Engel kennen nicht unser Innerstes. Und da hat er sich getäuscht. Und Gott hat es erlaubt, damit klar wird, was wirklich in Hiob war. Aber von dem wusste Hiob nichts.
Aber hier ist es eben nicht so, um David einen Schlag zu geben und nochmals einen Schlag. Sondern das war wirklich so angedacht, diese Mitteilung, und gerade so, wie Nathan sie formuliert hatte, sollte den König aus seiner Passivität herausholen und motivieren, in dieser Sache Stellung zu nehmen. Und während sie redet nochmals und er will ihn nochmals ermutigen, also wirklich den kranken oder alterschwachen Mann motivieren, dass er sich da aufrafft.

Nathans erneuter Eintritt und die Ehrerbietung vor David

Und siehe, während sie noch mit dem König redete, kam der Prophet Nathan herein. Man meldete dem König und sprach: Der Prophet Nathan ist da. Und er kam vor den König und beugte sich vor dem König auf sein Angesicht zur Erde.
Das war höchste Ehrerbietung. Niederbeugen vor einem Menschen kann ein Problem sein, und in einem persischen Kontext war es eben göttliche Verehrung. Das ist auch der Grund, warum Mordochai im Buch Esther absolut nicht bereit war, sich zu beugen, als das Gebot des Königs kam, dass alle sich vor Haman verneigen müssten, diesem Judenhasser, der alle Juden im Persischen Reich von Afrika bis nach Indien umbringen wollte. Der König hatte verordnet, dass sich alle vor Haman niederbeugen müssten; eigentlich war das göttliche Verehrung. Mordochai hat hier nie einen Kompromiss gemacht und sich nicht niedergebeugt.
Aber hier ist ein ganz anderer Kontext. Da geht es nicht um göttliche Verehrung von David, also auch etwas ganz anderes als das, was wir gerade eben in der Apostelgeschichte auf der ersten Missionsreise von Paulus gesehen haben. Dort wurde er eben göttlich verehrt. Hier beugte sich Nathan vor dem König auf sein Angesicht zur Erde.

Die erneute Frage und die Bestätigung der Fakten

Vers 24: Und Nathan sprach: Mein Herr, König! So spricht er ihn mit derselben Ehrwürde an, wie er es bei Batseba getan hat. Mein Herr, König, hast du gesagt: Adonia soll nach mir König sein, und er soll auf meinem Thron sitzen?
Sehen wir: Er bleibt dabei. Das muss in Frageform gesagt werden, aber eben mit Betonung auf die Verantwortung. „Du“ ist im Hebräischen betont und darum in der Elberfelder Sperrdruck gedruckt. Und dann auch: „Er soll auf meinem Thron sitzen“, also Adonia. Er ist betont, das heißt: nicht Salomo.
Jetzt muss David nachdenken. Natürlich nicht.
Weiter erklärt Nathan: Denn er ist heute hinabgegangen und hat Rinder, Mastvieh und Kleinvieh geschlachtet in Menge. Und hat alle Söhne des Königs, also alle Prinzen, und die Obersten des Heeres, also die Elite der israelischen Armee, inklusive des Generals Joab und Abjatar, des Priesters, also des Hohepriesters, geladen. Und siehe, sie essen und trinken vor ihm und sprechen: Es lebe der König Adonia!
Aber jetzt haben wir wieder ein „aber“: Aber mich, deinen Knecht, und Zadok, den Priester, und Benaja, den Sohn Jojadas, und Salomo, deinen Knecht, hat er nicht geladen.
Das hat Batseba nicht so ausführlich gesagt, sie hat nur gesagt: Salomo ist nicht dabei. Das ist ja klar. Aber das wäre eigentlich schon noch wichtig gewesen, dass sie gesagt hätte: Dieser treue Prophet Nathan und dieser treue Hohepriester Zadok und dieser großartige Held Benaja – für die war klar, die kommen nicht in Frage.
Und jetzt Vers 27: Ist diese Sache von meinem Herrn, dem König, geschehen? Er weiß es ja genau, aber er macht ihm keinen Vorwurf, er stellt es in Frageform. Und das ist einfach eine Abschwächung, so dass er sich überlegen muss: Natürlich nicht.
Und hast du nicht deinem Knecht mitgeteilt, wie er auf dem Thron meines Herrn, des Königs, nach ihm sitzen soll? Wieder in Frageform. Also man lernt so viel.

Davids Antwort und der Schwur vor Batschewa

Da antwortete der König David und sprach: Ruft mir Batschewa! Und sie kam herein vor den König und stand vor dem König.
Man merkt: Das war noch nicht gesagt, aber jetzt ist es klar. Batschewa hat ihre Aufgabe erfüllt. Dann wurde angekündigt, dass Nathan kommt. Sie ging hinaus, der Prophet ging hinein. Aber sie ging nicht einfach einkaufen oder so, sondern sie blieb in der Nähe. So musste sie wieder hereinkommen.
Ruft mir Batschewa! Und sie kam herein vor den König und stand vor dem König. Und der König schwor und sprach. Er schwor wieder, und zwar in Gegenwart der Tochter des Schwures, Batschewa. So war der Herr lebendig, der meine Seele aus aller Bedrängnis erlöst hat.
Jetzt denkt er wieder über sein Leben nach, über siebzig Jahre. So viele Jahre hat er wirklich Ungemach, Leiden, Verwerfung und Not erlebt. Aber aus all dieser Not heraus durfte er, geleitet und getrieben durch den Heiligen Geist, Psalmen schreiben, die eine Ermutigung für die Gläubigen durch Jahrtausende hindurch sein sollten.
Und er hat immer wieder erlebt: Die Not kann groß sein, aber da ist der Herr, der meine Seele erlöst hat. Das betont eben auch die emotionalen Empfindungen, die man in der Not hat: der meine Seele aus aller Bedrängnis erlöst hat.
Bei diesem Gott schwört er. So wie ich dir bei dem Herrn, dem Gott Israels, geschworen habe, also er weiß es noch ganz genau. Er hat diesen Schwur in Bezug auf Salomo gegenüber Batschewa abgelegt, indem ich sprach: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein. Und er betont im Hebräischen wieder, er und nicht ein anderer soll auf meinem Thron sitzen an meiner Stelle. So werde ich an diesem Tag tun.

Batschewas Reaktion und die Kraft des Namens

Da verneigte sich Batschewa mit dem Gesicht zur Erde und beugte sich vor dem König nieder. Sie wiederholt, was am Anfang des ersten Besuches schon war, und sprach: Mein Herr, der König David, lebe ewig.
Und schön, da sagt sie nicht nur: Mein Herr, der König, sondern sie nennt seinen Eigennamen. Das ist wichtig. Der Eigenname ist nämlich etwas, eine Vokabel, die sich von Kind an ganz tief einprägt, in unser Inneres. Und darum können wir irgendwo am Bahnhof sein, es lärmt, und es hat so viele Leute, und alle schreien und reden durcheinander, und plötzlich hört man den Eigennamen. Sofort ist man aufmerksam. Das ist unglaublich, wie das wirkt. Und das ist schon von Bedeutung, weil das sehr mit unserer Identität zu tun hat.
Und David heißt Geliebter und hat die Liebe des Herrn ein Leben lang erlebt. Und nun, sie sagt den Namen. Vielleicht im Kontrast möchte ich noch erwähnen: in Johannes 20 diese Frau am Grab, sie war am Boden, sie dachte, man hat meinen Herrn weggenommen, sie hat Jesus Christus verloren. Und dann war da einer, sie dachte, es sei der Gärtner, und sie war so verweint, dass sie gar nicht richtig sah. Und sie fragt: Wenn du ihn weggetragen hast, dann sag es mir. Und er sagt: Maria. Rabbuni. Dann hat sie die Stimme und den Klang der Stimme mit ihrem Namen verbunden. Wow, da war sie da.
Und wie war das noch ein anderes Beispiel im Buch Hiob: die drei Freunde von Hiob, die kamen von weit her, einer übrigens der jüngste, Elihu, kam aus Saudi-Arabien, aus Buhus, Nordwestsaudi-Arabien, und eben aus dem ganz zerstreuten Nahen Osten kamen die drei älteren Freunde. Ihr Anliegen war es, Hiob zu trösten. Aber dann hat sich so ihre Ansicht über Hiob gewendet, obwohl sie nicht mit ihm gesprochen haben. Sie haben plötzlich gedacht, also irgendetwas stimmt nicht bei Hiob. Und dann haben sie begonnen, ihn anzuklagen.
Und in all diesen Diskussionen, wo sie ihn wirklich an die Wand drückten, sagen sie nicht einmal Hiob, sie sagen immer du. Ja gut, uns passiert das auch, wenn wir manchmal den Namen nicht wissen. Und im Französischen ist das so toll, das ist für mich das Leben einfacher: man sagt nicht den Namen, man sagt einfach Madame, Monsieur, kein Problem. Aber bei uns ist es einfach nicht so gut, wenn man den Namen nicht sagen kann, wenn man ihn nicht weiß. Ja, aber wenn man ihn weiß und nichts sagt, ist es traurig. Und diese Freunde, die sagen nie Hiob, aber später, als Elihu ihn anspricht, spricht er ihn immer wieder an. Man kann in der ganzen Bibel das Wort anstreichen: Hiob, Hiob. Da merkt man, der hat wirklich eine Beziehung gehabt, und er hat Hiob korrigiert. Aber wirklich aus einer Beziehung heraus. Und darum hat Hiob dann nicht wieder dagegen sprechen müssen, so wie er es ständig bei seinen Freunden hatte. Er hatte sich ständig wie wild gewehrt.
Ja, sowas noch zum Eigennamen, und das ist eben jetzt hier speziell. Nachdem wir so viele Verse gelesen haben, plötzlich sagt sie: Mein Herr, der König David, lebe ewig! Und das ist so ein Name, so ein nahöstliches Grußwort, nicht wahr? Die Minister haben auch gesagt zu Nebukadnezar: Der König lebe ewig, Daniel 2. Aber das verpflichtet. Wenn man jemandem diesen Gruß sagt, lebe ewig, dann muss man aber auch wissen, wie kommt man zu ewigem Leben.
Bei David war es so: Er war bekehrt, er hatte ewiges Leben. Und damit ist dieser Wunsch auf diesem Hintergrund so besonders. „Mein Herr, der König David, der Geliebte des Herrn, lebe ewig.“ Aber ich war vor einiger Zeit so enttäuscht. Präsident Trump wurde gefragt, ob er denke, dass er in den Himmel kommt. Die Antwort, das war wirklich authentisch, das war gefilmt, dann sagte er, ja, er denke eigentlich nicht, dass er in den Himmel kommen kann. Da habe ich gefragt: Wie bitte? Was ist mit all diesen Ministern und Freunden, die im Weißen Haus ein und ausgehen können, die gläubig sind? Haben die ihm nicht erklärt, wie man in den Himmel kommt? Du musst dein ganzes altes Leben vor den Herrn bringen und deine Schuld bereuen, bekennen und glauben, dass Jesus Christus die Strafe auch für Präsident Trump getragen hat, und dann wird dir die ganze Schuld weggenommen.
Aber der weiß nicht, ob er in den Himmel kommt, und denkt auch, er komme nicht. Unglaublich, oder? Aber eben, wenn da Batschewa sagt: Mein Herr, der König David, lebe ewig, dann ist der Wunsch berechtigt, weil er Wahrheit, Tatsache war.

Die öffentliche Einsetzung Salomos

Und der König David sprach: Ruft mir Zadok, den Priester, Nathan, den Propheten, und Benaja, den Sohn Jojadas. Diese Treuen waren ihm also wichtig. Und sie kamen herein vor den König. Und der König sprach zu ihnen: Nehmt die Knechte eures Herrn mit euch und lasst meinen Sohn Salomo auf meiner Mauleselin reiten. Führt ihn nach Gichon hinab. Und Zadok, der Priester, und Nathan, der Prophet, sollen ihn dort zum König über Israel salben. Und in die Posaune, wörtlich in das Schofahorn, sollen sie stoßen und sagen: Es lebe der König Salomo! Und zieht herauf hinter ihm her, und er komme und setze sich auf meinen Thron. Und er soll König sein an meiner statt, betont er. Ihn habe ich bestellt, dass er Fürst sei über Israel und über Juda, also über die zwölf Stämme.
Und Benaja, der Sohn Jojadas, antwortete dem König und sprach: Amen, so ist es. So spreche der Herr, der Gott meines Herrn, des Königs. So wie der Herr mit meinem Herrn, dem König, gewesen ist, so möge er mit Salomo sein. Und er möge seinen Thron noch größer machen als den Thron meines Herrn, des Königs David.
Auch Benaja nennt ihn: Mein Herr, König David. Ein wunderbarer Segen, also ein Held, ein Mann des Militärs, aber zugleich so voll von Glauben und Verständnis für Gottes Pläne.
Wunderbar, also hier die Anweisung: Bei der Gichon-Quelle soll Salomo gesalbt werden. Und hier auf dem Bild sehen wir die Treppe, die aus dem Felsen geschlagen nach unten zur Quelle führt. Dort, beim Pfeil unter der letzten Stufe, schießt die Gichon-Quelle hervor. Das war im Alten Testament die wichtigste Wasserversorgung Jerusalems, mit täglich 50 bis 100 Liter Wasser, ganzjährig.
Gichon heißt quasi „die Hervorbrechende“. Es ist eben so, dass sich das in früherer Zeit verändert hat. Aber noch bis vor wenigen Jahren war es der Fall, dass etwa fünfmal am Tag ein ganz spezieller Schub kam, bei dem die Quelle wirklich Wasser hervorschießen ließ. Daher der Name Gichon, und daher diese besondere Quelle. Dort sollte Salomo, bei der Quelle des lebendigen Wassers, gesalbt werden. Da fahren wir morgen weiter.

Der Gegensatz zur Versammlung Adonias

Und wo war dieses Bankett von Adonia? Das haben wir gesehen in 1. Könige 1,9. Adonia schlachtete Kleinvieh und Mastvieh beim Stein Sohelet, der neben En-Rogel ist.
Ein, also eigentlich spricht man im Hebräischen En-Rogel aus. Das ist so ein En da unten im Hals, aber das kann man als Europäer nicht unbedingt aussprechen, außer man hat viel geübt. Ich habe viel geübt: Roel. Und das ist die Quelle des Walkers, auch eine Quelle.
Und wenn man vom Siloahteich ein bisschen hochgeht in Richtung, dann noch weiter oben zur Gihon-Quelle, dann sieht man dort hinunter an den Südende des langgezogenen Südabhangs des Tempelberges, auf dem eben die Davidstadt war und auch der Palast von David. Von dort aus sieht man unten in der Ebene, gerade da, wo das Tal Hinnom mit dem Tal Kidron sich trifft. Und dort sieht man ein Minarett. Dann weiß man: Genau dort, bei dem Minarett, ist die sogenannte Hiobsquelle, wie die Araber sagen. Aber das ist En-Rogel, die Walkerquelle.
Und dort haben sie das Bankett gehabt. Das ist also nicht so weit weg von der Gihon-Quelle. Also fahren wir morgen weiter. Aber die Bibel gibt uns diese genauen geografischen Angaben, und das hat schon seine Bedeutung. Dann kann man diese Opposition verstehen: Jetzt wird Salomo zum König gesalbt und bei der Gihon-Quelle ausgerufen, und die anderen sind bei der Walkerquelle. Das hat etwas zu bedeuten. Morgen gehen wir weiter.

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