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1. Mose 32, 1 - 1. Mose 33, 20

27.03.2008
SerieTeil 22 / 30Das erste Buch Mose
Wenn Gott dich stoppt, ist das keine Niederlage. Jakob lernt: Nicht stärker werden, sondern loslassen, um Versöhnung und echten Frieden zu finden.

Einordnung der Begegnung und erste Reaktion Jakobs

Wir haben verschiedene Verszählungen in den verschiedenen Bibeln. Ich hoffe, wir haben die gleiche. Bei mir ist Vers 1: „Und Laban stand des Morgens früh auf.“ Bei Ihnen auch?
„Und Laban stand des Morgens früh auf und küsste seine Söhne und seine Töchter und segnete sie. Und Laban zog hin und kehrte zurück an seinen Ort. Und Jakob zog seines Weges, und es begegneten ihm die Engel Gottes, die Boten Gottes.“
Eine Ermutigung für Jakob. Der Herr ist sehr treu mit Jakob, sehr gnädig. Er weiß: Jetzt kommt noch eine empfindliche, wichtige Begegnung für Jakob. Es muss die Vergangenheit aufgearbeitet werden, und es muss noch einiges mit Jakob aufgearbeitet werden. Der Herr ermutigt ihn, lässt ihm ein Heerlager von Engeln sehen. Und Jakob sagte also, als er sie sah: Das ist das Heerlager Gottes. Und er gab jenem Ort den Namen Machanaim. Machanaim heißt Heerlager, Doppellager.
Und Jakob sandte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau in das Land Seir, das Gefilde Edom. Und er gebot ihnen und sagte: So sollt ihr zu meinem Herrn Esau sagen: So spricht dein leibeigener Knecht Jakob: Bei Laban habe ich mich aufgehalten und bin geblieben bis jetzt. Ich habe Rinder und Esel, Kleinvieh, leibeigene Knechte und Mägde erworben. Und ich habe gesandt, es meinem Herrn kundzutun, um Gnade zu finden in deinen Augen.
Und die Boten kehrten zu Jakob zurück und sagten: Wir sind zu deinem Bruder Esau gekommen, und er zieht dir auch entgegen, und vierhundert Mann mit ihm.
Also, Jakob ergreift hier die Initiative. Er denkt sich, das Beste ist, wenn ich zuerst die Boten zu Esau schicke. Aber die Antwort ist ganz schlimm, eine sehr beunruhigende Antwort. Jetzt kommt Esau mit Soldaten ihm entgegen, natürlich in feindlicher Absicht, was denn sonst? Denn Esau will sich an Jakob rächen.

Angst, Gebet und das Erinnern an Gottes Zusagen

Da fürchtete sich Jakob sehr, und ihm wurde Angst. Und er teilte das Volk, das bei ihm war, und das Kleinvieh, die Rinder und die Kamele in zwei Züge. Und er sagte: Wenn Esau gegen den einen Zug kommt und ihn schlägt, wird der übrig gebliebene Zug entrinnen können.
Ja, das ist eine Taktik. So kann man es auch machen, dann ist wenigstens nur die Hälfte umgekommen. Angst und Unglaube prägen ihn. Wie war das? Hat er nicht Gott versprochen, dass er ihn bewahren wird, überall, wo er hingeht? Hat Gott nicht in 1. Mose 28,15 gesagt: Ich bin mit dir und will dich behüten, überall, wohin du gehst, und will dich wieder in dieses Land bringen? Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich getan habe, was ich dir zugesagt habe.
Unglaube und das Aufteilen in zwei Lager, in zwei Züge, das hilft auch nichts. Die Existenzangst eines Menschen, dem Gott so viele Verheißungen gegeben hat, das ist Unglaube. Es ist auch unlogisch. Aber Jakob muss mit Gott noch in Ordnung kommen, bevor er mit Esau zusammentrifft. Das soll ihm klar werden.
Jakob sagte in Vers 10: Gott meines Vaters, jetzt betet er. Jetzt betet Jakob, Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, HERR, der du zu mir gesprochen hast: Kehre zurück in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, und ich will dir wohltun.
Ah, der du gesprochen hast. Jetzt erinnert sich Jakob an die Verheißung. Jetzt lernt er, an das zu glauben, was Gott ihm zugesagt hat. Jetzt lernt er, wieder auszugraben, was Gott ihm zugesagt hat. Jetzt, in der Not. Die Not ist hier gut für Jakob.
Vers 11: Ich bin zu gering aller Freundlichkeit, also der Güte, und aller Treue, die du deinem Knecht erwiesen hast. Denn mit meinem Stab bin ich über diesen Jordan gegangen, und nun bin ich zu zwei Zügen geworden. Rette mich doch von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus! Denn ich fürchte ihn, dass er etwa komme und mich schlage, die Mutter samt den Kindern.
Rette mich! Er ruft Gott als Retter an. Vers 13: Du hast ja gesagt: Gewisslich will ich dir wohltun und will deinen Samen machen wie den Sand des Meeres, der nicht gezählt werden kann vor Menge.
Du hast gesagt. Jetzt lernt Jakob, Gott beim Wort zu nehmen, Gott das Wort Gottes vorzuhalten, die Verheißung vorzuhalten. Das ist jetzt Glaube. Das ist jetzt, Gott beim Wort zu nehmen. Da will Gott ihn hinbringen, zu diesem Punkt.

Demütigung, Geschenk und der Kampf am Jabbok

Und er übernachtete dort in jener Nacht. Und er nahm von dem, was in seine Hand gekommen war, ein Geschenk für seinen Bruder Esau.
Und er schickte dem Esau eine sehr, sehr große Herde von Tieren entgegen: zweihundert Ziegen, zwanzig Böcke, zweihundert Schafe, zwanzig Widder, dreißig Kamele zusammen mit ihren Jungen, vierzig Kühe, zehn Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn junge Esel.
Und er schickte sie sozusagen entgegen, und zwar immer stückweise, Herde für Herde. Vers 18 gibt er dem ersten Knecht ein Gebot und sagt: Wenn mein Bruder Esau dir begegnet und dich fragt und sagt: Wem gehörst du an, wohin gehst du, und wem gehören diese da vor dir?, sollst du sagen: Deinem Knecht Jakob. Es ist ein Geschenk, gesandt meinem Herrn, dem Esau.
Es ist interessant, wie er sich hier selbst als Knecht betont, als Knecht des Esau, und wie er Esau als Herrn anredet. Er will zeigen: Ich unterordne mich dir, ich demütige mich vor dir. Das ist nicht als Unglaube zu betrachten, sondern als Demütigung. Er schuldet seinem Bruder eine Demütigung, er schuldet seinem Bruder eine Versöhnung und eine Geste der Versöhnung.
So sollst du sagen zu deinem leibeigenen Knecht Jakob: Das ist ein Geschenk, gesandt von meinem Herrn, dem Esau. Und siehe, er selbst ist hinter uns. Also ich würde das eher positiv werten, dass er sich hier vor seinem Bruder beugt. Und vielleicht wird er mich annehmen.
Vers 21: Vielleicht. Dann will ich also sein Angesicht sehen, und vielleicht wird er mich annehmen. Und das Geschenk zog vor ihm her, und er übernachtete in jener Nacht im Lager.
Und er stand in jener Nacht auf und nahm seine zwei Frauen und seine zwei Mägde und seine elf Söhne und zog über die Furt des Jabbok. Er nahm sie und führte sie über den Fluss und führte hinüber, was er hatte.
Und Vers 25: Er blieb allein übrig. Und da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte aufging.
Merkt ihr hier: Es heißt nicht, und er rang mit einem Mann. Das würde man annehmen, oder? Er kämpft mit einem Mann? Nein. Der Mann kämpft mit ihm. Wir erfahren später, dass der Mann der Engel des Herrn ist. Das heißt, der Herr ist niemand anderer als Gott selbst. Der Engel des Herrn, Gott, JHWH, rang mit ihm.
Gott kämpft mit Jakob, nicht Jakob kämpft mit Gott. Gott kämpft mit Jakob, und das Ziel Gottes ist, den Jakob zu besiegen. Aber er schafft es nicht, schafft es nicht.

Die Bedeutung des Ringens und die Schwachheit des Fleisches

Ja, also zuerst mal scheint es, als sei es ein leiblicher Kampf. Aber offensichtlich ist es mehr als nur ein leiblicher Kampf. Wenn Gott mit einem Menschen kämpft, mit einem Menschen ringt, und Gott schafft es nicht, oder? Jakob ist zu stark, seine Ehrgeiz, seine Fleischeskraft, sein Wille so stark.
Also, wir haben vorher gesprochen: Jakob war das Muttersöhnchen usw. Mittlerweile, wir haben schon mal darüber geredet, einerseits war er zuhause immer, er war nicht ein Wilder, aber er hatte einen Ehrgeiz und schon einen starken Willen, um das durchzusetzen, was er wollte. Er war offensichtlich stark. Mit siebenundneunzig, ja.
Bitte? Mit siebenundneunzig, danke, ja, mit siebenundneunzig.
In Hosea 12,4 lesen wir: Im Mutterleib hielt er seines Bruders Ferse, und in seiner Manneskraft kämpfte er mit Gott. Da ist es umgedreht. Da heißt es, er kämpfte nicht nur, Gott kämpfte mit ihm, sondern er kämpfte auch mit Gott. Das war Hosea 12,4, darauf wird auch genau Bezug genommen.
Und er war siegreich im Kampf gegen den Engel Javes, er war siegreich. Hosea 12,5: Er kämpfte mit dem Engel und überwand. Es steht es auch so. Also, er kämpfte mit dem Engel, dem Engel des Herrn, und hat gewonnen.
Und in unserem Text, in Vers 26, lesen wir: Als er, nämlich Gott, sah, dass er, Gott, ihn, den Jakob, nicht übermochte, nicht überwinden konnte, da rührte er sein Hüftgelenk an. Gott hat gemerkt: Den schaffe ich nicht, den Jakob, jetzt muss ich ihn anrühren.
Es geht hier also um das Fleischliche, seine Willenskraft. Ich denke, dass wir hier eine Botschaft haben. Der Jakob ist in seiner Natur als Jakob ein Sturer, ein Starker, der seinen sturen Willen durchsetzen will, seinen Eigensinn. Und das hat er immer wieder getan. Was hat er sich angetan, um die Rahel zu gewinnen? Sieben Jahre, wie Bruder Gerhard, wir haben ein bisschen am Tisch geredet, sieben Jahre arbeitet er für Rahel. Das ist doch lobenswert, oder? Aber es ist sein Eigenwille. Ein Eigenwille, ein starker Eigenwille.
Und hier ist auch eine Botschaft für uns drin: Wie oft kämpfen wir mit Gott, und Gott hat keine Chance. Wir setzen unseren Willen gegen Gott durch, oder? Bis Gott uns anrührt. Wenn Gott uns anrührt, dann ist es schlimm.

Die bleibende Prägung durch Gottes Berührung

 Hosea 12,5, der weinte und flehte. Hosea 12,5, ja, gut, ja, kannst du das vorlesen?
Nur, er steht ja einfach: Er weinte und flehte. Er kämpfte mit dem Engel und siegte. Er weinte und flehte zu ihm. Im Wesel hatte er gefrucht, mein Gott, hat er Angst. Das Weinte und Flehte kam nachher, wo er dann sagte: Ich lasse dich nicht, usw.
Aber das Ringen beschreibt tatsächlich ein körperliches Duell. Ja, es muss so gewesen sein, ja. Es war ein körperliches Duell, und das soll natürlich etwas zeigen. Auch diese Aussage, dass wir sehen: Er kämpft, Gott schafft es nicht, und dann rührt Gott ihn an. Das heißt, da kommt eine andere Kraft, oder? Gott stellt sich auf die menschliche Ebene sozusagen und kämpft mit ihm. Bitte.
Er hat den Menschen mit freiem Willen geschaffen, und darum konnte er ihn auch nicht gewinnen, weil er den Willen nicht aufgegeben hat. Bis zuletzt. Und dann musste Gott andere Wege gehen. Ja, da musste Gott ihn zerbrechen. Ja, Gott hat das Jagd selbst aufgegeben.
Das ist natürlich eine gewaltige Botschaft für uns auch. Also hier der Ringkampf, der ganz menschliche Ringkampf als Bild, mit einer tieferen Bedeutung. Es geht hier eigentlich um mehr als nur um einen körperlichen Ringkampf, sondern darum, dass man den eigenen Willen gegen Gott aufgibt und nicht durchsetzt. Gott kämpft dagegen an und schafft es nicht, weil der menschliche Wille des Jakobs so stark ist.
Und das ist die Botschaft für uns auch, wo Gott mit uns in den Kampf geht. Und wir kämpfen innerlich, aber wir wollen oft nicht aufgeben wie Jakob. Bis Gott sagt: Also gut, jetzt muss ich dich berühren. Und dann bekommt er einen Schlag, also eine Berührung von Gott, die er seinen Lebtag lang nicht vergisst. Und er wird hinken, bis er stirbt. Bis er stirbt, wird er an der Hüfte hinken.
Bei jedem Schritt, den er geht, wird er an Gott denken. Das ist ein Segensleben: bei jedem Schritt an Gott zu denken, bei jedem Schritt, den ich mache, an Gott zu denken. Sagen: Herr, ist das jetzt, bin ich in deinem Weg? Gehe ich jetzt? Ich will nicht eigene Wege gehen, ich will nur deine Wege gehen.
Jetzt humpelt er den Weg mit Gott, aber er humpelt mit Gott.

Der neue Name und die Frage nach Identität

Jetzt wieder! Woher weiß man, dass es bis zum Lebensende angetan ist? Nun, es heißt, er rührte sein Hüftgelenk an, das Hüftgelenk wurde verrenkt. Naja, vielleicht habe ich zu viel gesagt, aber es ist so: Mir scheint, dass es verrenkt ist, ein wirkliches. Das heißt, es ist nicht nur so eine leichte Wunde, die wieder ausheilt. Es scheint hier wirklich etwas Starkes gewesen zu sein, weil auch die Kinder Israel seither nicht das Hüftgelenk, wie heißt es hier? Kinder Israel, Vers 33: Die Spannader. Darum essen die Kinder Israel nicht die Spannader, die über dem Hüftgelenk ist, bis auf den heutigen Tag, weil das Hüftgelenk Jakobs die Spannader angerührt hat.
Ich weiß jetzt nicht genau, was die Spannader ist, aber es könnte sein, dass es hier wirklich um eine Sehne geht oder so etwas. Dass hier eine Sehne, die Sehne, also dann so verletzt wird. Und eine Sehne, die ist verloren, oder? Normalerweise, also wenn es eine Sehne ist, wahrscheinlich wächst die nicht einfach nach. Nur das war der Gedanke. Es scheint wirklich, dass es eine größere Verletzung ist und nicht einfach so ein Bein gebrochen und dann heilt das sowieso wieder zusammen. Die Knochen heilen wieder zusammen. Kann man sich kaum vorstellen, dass das wieder ausgeheilt ist. Aber gut.
Hat jemand dazu etwas zu dieser Sehne? Ich denke, ein Bruch wäre sowieso nicht so gut, oder? Ein Bruch, ja. Ein Bruch ist ja noch mal sowieso etwas Unheiliges beim Tiergürtel, wie er als Papst Islams dieses Kumpel erbrochen hat. Er bestattet einen Stab mit einem Stab in der Hand. Richtig, ja, das ist ein Hinweis. Mit einem Stab ging ich, mit dem Wanderstab ging er.
Na gut, mir scheint, dass es eine Verletzung war, die nicht so leicht einfach so wieder geheilt ist. Aber gut, ich kann es nicht beweisen.
Dann geht es also darum, dass er erkennen muss, wie schwach er im Fleische ist, dass sein starkes Fleisch eben gerade nicht der Weg ist. Das Fleisch heißt die Kräfte aus dem Diesseits, diesseitige Dynamik, oder? Alles, was mit diesem Diesseits zu tun hat. Und er muss lernen, völlig zu zerbrechen vor Gott, ohne Gott nichts mehr tun zu können. Und jetzt konnte man es auch sehen, dass Jakob gebrochen war. Ab diesem Tag konnte man sehen, dass er eine Begegnung mit Gott hatte.
Jedenfalls, als Gott ihn so anrührte, jedenfalls als er so rang und dann verrenkt wurde, da sagte er Gott, sagte er Gott, ja, sagte: Lass mich los, Gott sagt: Lass mich los, denn die Morgenröte ist aufgegangen, ich gehe jetzt. Und er, Jakob, sagte: Ich lasse dich nicht los, du habest mich denn gesegnet. Ohne Segen gehe ich, lasse ich dich nicht, ohne Segen von dir. Das Thema ist immer noch Segen.

Segen, Berufung und der Weg des Dienens

Er hat dann wahrscheinlich schon gemerkt, dass es nichts mit einem einfachen Menschen zu tun hat, oder? Ja, also spätestens dann muss er es gemerkt haben, wenn er um Segen bittet.
Nein, hier ist nicht der Segen gemeint, um Mütter zu antworten. Hier merkt er noch: Es gibt mehr als Schafe, Rinder und Ziegen. Ich lasse dich nicht, du seist mir denn gesegnet. Er merkt: Diesen Segen hat er nicht.
Und da sagte er zu ihm, Gott sagt zu Jakob: Was ist dein Name? Und er, Jakob, sagte: Jakob. Da sagte Gott zu ihm: Nicht Jakob soll hinfort dein Name heißen, sondern Israel, der, der Gott bekämpft, oder der, der mit Gott kämpft. Kämpfer mit Gott also, der, der mit Gott im Kampf steht oder liegt.
Da die Hüfte interessant ist, es ist wieder über der Hüfte. Die Hüfte ist uns schon mehrmals begegnet, gerade da. Wir denken immer wieder an Nachkommenschaft, wir denken an Fortpflanzung, wir denken an Kraft, Hüftknochen, kräftige Knochen. Der Sitz seiner Kraft, der Sitz seiner Kraft wird von Gott gebrochen. Und weil das gebrochen ist, kann er jetzt sagen: Ich möchte nur noch eines. Ich möchte Segen, und ich lasse nicht los. Ich will nur Segen.
Hier ist ein Mann, der jetzt seinen Willen aufgegeben hat, und er möchte den Segen Gottes. Segen wird da sein, wo ich nicht mehr auf meine Kraft vertraue und auf meine Weisheit. Wie oft geht es uns so in unserem eigenen Leben? Wir sollten uns ein bisschen auch selbst da wirklich betrachten. Wie viele Dinge habe ich getan, weil ich sie mir einfach vorgesetzt habe in meinem Leben? Ich will das tun. Ich habe mir vorgenommen, ich möchte Gott dienen, ich möchte, und habe mir meinen Plan gemacht, was ich alles tun möchte für Gott. Wunderbar, oder?
Gott sagt: Nein. Wenn du mir dienen willst, dann bestimme schon ich. Dann bestimme ich, wie du mir dienst. Und wenn du Straßen kehrst und ein Fußabstreifer bist, der Herr möchte bestimmen, was unser Dienst sein soll. Jemand hat mir mal gesagt: Wenn du vierzig bist, dann solltest du schon wissen, was der Herr von dir haben will, denn dein Leben ist dann bald vorbei. Und ich habe mir dann gedacht: Oh, vierzig bin ich, ich weiß immer noch nicht recht, was der Herr eigentlich von mir will, was mein Dienst ist im Reich Gottes. Mit zwanzig hatte ich immer schon Vorstellungen, was mein Dienst ist, klare Vorstellungen, ja. Und dann merkt man: Es ist nicht so geworden, überhaupt nicht so. Aber da muss ich lernen, Gottes Weg zu gehen.

Der Blick auf Berufung, Gemeinde und geistliche Literatur

Georg Müller ist ja sehr bekannt geworden durch die Waisenhäuser, die er in Bristol aufgebaut hat. Ich denke, das ist bekannt, auch hier. George Müller, ja. Und er hat gesagt, es gab einen Tag im Leben von Georg Müller, da starb Georg Müller.
Was er damit sagen wollte, ist: Ich hatte meine Vorstellungen, Gott zu dienen, und so weiter. Und dann habe ich gelernt zu sterben, also im praktischen Sinn. Das heißt, das aufzugeben, das aufzugeben und zu sagen: Herr, wenn ich nur für dich da bin, wenn der Dienst, was immer der Dienst ist, ich möchte dir dienen. Es ist eigentlich egal, was unser Dienst ist. Es ist eigentlich völlig egal. Wichtig ist, dass es der Dienst ist, auf den er uns hingestellt hat.
Wir brauchen uns nicht zu vergleichen, überhaupt nicht. In 1. Korinther 12 lesen wir: Es gibt verschiedene Gnadengaben und einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste und einen Herrn. Und es gibt verschiedene Kraftwirkungen und einen Gott und Vater, der alles wirkt.
Das heißt also: Ich habe eine Gnadengabe. Das bestimmt aber der Herr. Welche Gnadengaben, das bestimmt der Geist. Mit den Gnadengaben tue ich Dienste. Aber welche Dienste? Wenn ich eine Gnadengabe habe, dann kann ich viele mögliche Dienste tun. Es gibt so viel zu tun mit der Gnadengabe. Aber das bestimmt der Herr, welchen Dienst ich mit der Gnadengabe tue. Ja, und die Wirkung, die Wirkung von meinem Dienst, die bestimme ich auch nicht. Das bestimmt auch der Herr, wie viel Wirkung da herauskommen soll.
Wichtig ist für mich, dass ich ein treuer Hausknecht bin. Von einem Verwalter, von einem Hausknecht wird verlangt, dass er treu ist, dass er tut, was der Hausherr sagt, nicht, was er sich selbst vornimmt.
Und es gibt so viele Leute, die haben einen edlen Charakter, sie haben einen starken Willen und sie haben viele Gaben, aber sie sind eigensinnig in ihrem Dienen für Gott. Ich möchte Gott dienen, aber ich bestimme, wie ich ihm diene. Das geht nicht. Der Herr möchte es anders.
Wenn du solche Leute fragst, das kam schon vor, dann hat die Person die ganze Palette schon fertig. Nochmal: Wenn du die Leute fragst, dann hat diese Person schon die ganze Palette fertig, Punkte. Ja, was sie alles tun will. Und sie macht das auch dann später. Ja, aber der Herr? Ja, das ist eine andere Frage.
Und es ist also viel wichtiger, dass wir an dem Herrn hängen und sagen: Herr, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Was sagt Paulus? Nein, was sagt der Herr zu Paulus? In 2. Korinther 12,9 sagte er zu mir: Es genügt dir meine Gnade. Nicht: Lass dir an meiner Gnade genügen. Bitte, hier sollten wir den lieben Luthertext ein bisschen ändern, denn es ist einfach nicht ganz richtig übersetzt. Es ist kein Befehl: Lass dir genügen, sondern es ist eine Aussage.
 2. Korinther 12,9: Meine Gnade reicht aus für dich, meine Gnade genügt dir. Paulus: Meine Gnade genügt dir, sagt der Herr Jesus. Das ist eine Aussage. Die Gnade des Herrn genügt dir, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen.
Ja, Herr, wenn die Gnade genügt, wenn es genügt, dass ich dich habe, dann werde ich auch die Kraft haben, so eine Krankheit zu ertragen wie dieser Dorn im Fleisch, von dem er wohl dreimal gebetet hat, dass der Herr sie doch wegnehmen möge. Der Herr sagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollkommen. Also will ich nur zu gerne mich lieber meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus über mir und um mich wohne.

Jakob, Israel und die bleibende Spannung zwischen Alt und Neu

Seither hatte Jakob aber offenbar eine grosse Veränderung erfahren, und diesen Wunsch behielt er: Ich möchte nicht ohne den Segen Gottes Schritte unternehmen, ich möchte nicht.
Und wenn er das nächste Mal eine Reise unternimmt, was macht er dann? Er ist in Kanaan, und dann heisst es, er soll nach Ägypten gehen. Was macht er? Ja, dann gehe ich halt nach Ägypten? Nein, was macht er? Er geht nach Beerscheba, an die Stelle, wo der Herr erschienen ist, und dann fleht er zum Herrn. Der Herr erscheint ihm und sagt: Jakob, du kannst nach Ägypten gehen. Ich habe dafür gesorgt, ich hole dich wieder zurück. Das ist in Kapitel 46.
Also: Nie mehr will ich ohne den Segen Gottes Schritte unternehmen. Das soll hier ausgedrückt werden: Ich lasse dich nicht, du segnest mich nicht. Ich wünsche mir das auch viel mehr, dass ich das lerne. Ich möchte nichts tun, wenn ich nicht weiss, dass Gott mit mir ist.
Wie oft mache ich Pläne? Im Nachhinein stelle ich fest: Ja, hast du eigentlich gebetet? Hast du eigentlich wirklich vor dem Herrn gelegen, bist du vor dem Herrn gestanden und hast gefragt? Möge der Herr uns helfen.
Planen ist ja nicht verboten, das hat Paulus auch gemacht. Nein, nein, das wäre falsch. Wie viel hat Paulus geplant? Paulus hat doch ganz logisch gedacht. Er sagt: Schau, jetzt waren wir in Galatien, dort sind Gemeinden entstanden. Und dann sagt er zu den Brüdern: Jetzt ist es Zeit, wir müssen sie wieder besuchen. Das war ganz klar. Diese Gläubigen sind allein, wir müssen wieder schauen, wie es ihnen geht. Und das war dann auch im Willen Gottes.
Aber er war ja jederzeit auch offen für die Führung des Herrn. Ja, genau, genau. Da hat er etwas, wohin sie kommen, sogar da, ja, ja, ja, genau. Gerade in dieser zweiten Missionsreise zeigt es ja Apostelgeschichte 16: Der Herr hat ihm gewisse Türen verschlossen, hat ihn gehindert, und auf der anderen Seite geht die Tür auf. Dann weiss er: In diese Richtung muss ich weitergehen.
Aber der Auftrag war ihm klar. Er wusste grundsätzlich, was sein Auftrag war: das Evangelium zu verkündigen. Wir haben alle verschiedene Aufträge. Es gibt Dienste am Ort, und es gibt Dienste an mehreren Orten, verschiedene. Das kann auch zeitweise ändern. Es kann sein, dass der Herr gewisse Zeiten will, dass man am Ort ist, und gewisse Zeiten, dass man unterwegs ist.
Es gibt Brüder, die sind sehr viel unterwegs. Es gibt andere Brüder, die sind nur an einem Ort ihr ganzes Leben lang und tun dort treu ihren Dienst. Und dann wiederum gibt es Dienste im Öffentlichen, und es gibt Dienste im Privaten, im Kleinen, im Persönlichen. Und es gibt Dienste mit Büchern, mit dem Herausgeben von Sachen, mit Drucken und allem Möglichen. Es gibt dermassen viel zu tun im Reich Gottes.
Der eine hat zu verkündigen, der andere hat diese praktische Arbeit, diese Dienstarbeit mit den Händen, die so unendlich wichtig ist. Der andere hat unterstützende Dienste, unterstützende Gaben, Hilfsdienste. Da hat die Aufgabe immer der zweite Mann zu sein, der Helfer. Wenn die nicht wären, könnte der andere die Arbeit nicht tun, usw. Alles ist wichtig.
Und da jetzt wirklich vor dem Herrn zu stehen und zu sagen: Herr, wo ist mein Weg? Der Herr ist sehr gnädig, uns zu führen und zu zeigen. Und wir warten nicht auf einen Traum in der Nacht, sondern wir tun das, was wir schon wissen, was wir tun sollen. Und wir wissen ohnehin schon, was wir zu tun haben. Die meisten von uns wissen ganz klar, was sie zu tun haben. Und dann tun wir das treu. Und dann kann es sein, dass etwas dazukommt oder wegkommt von der Arbeit, und so geht es dann weiter.

Der neue Name, Pniel und die Sonne für Jakob

Jetzt sind wir ein bisschen vom Thema oder vom Text ein bisschen weggekommen. Was ist dein Name? Er sagt: Jakob, Betrüger, Versenhalter. Du sollst Israel heißen, Kämpfer Gottes, der, der mit Gott kämpft.
Ist das auch verbunden mit dem Vers aus Kapitel 27, wo Jakob zu seinem Vater reinkommt? Da fragt Jakob: Mein Sohn, wie bist du? Und er sagt: Ich bin Esau. Sozusagen als Erinnerung, als kleine Erinnerung. Mir kam der Gedanke noch nicht, aber ich bin gerade am Nachdenken. Und dann kommt ein neuer Name. Sozusagen nicht mehr dieser Alte, der den Vater betrügt usw.
Also ganz sicher ist: Wenn Gott einen neuen Namen gibt, dann bedeutet das ja Identität, eine neue, andere Identität. Und er soll ja jetzt diese neue Identität haben. Er bekehrt sich, er bricht vor, er übergibt seinen Willen Gott. Er wird ein gebrochener Mensch. Und wie wir dann später feststellen, manchmal wird er Israel genannt, manchmal Jakob. Das ist ja ganz so, wie es uns auch geht, oder? Wir sind in unserem Wesen manchmal auch noch der Jakob und nicht der Israel.
An ganz interessanten Stellen heißt er Israel. Es fällt auf, wo er Israel genannt wird. Wir werden das noch begegnen. Manchmal verstehe ich es nicht ganz, manchmal ist mir unklar, warum er hier nicht Jakob, sondern Israel heißt, warum er hier nicht Israel, sondern Jakob heißt. Aber an manchen Stellen ist es sehr bezeichnend. Ja, aber es kann schon sein, dass es mit ihm zusammenhängt, als hier: Was ist dein Name, wie heißt du? Und er soll daran denken. Und jetzt gibt es einen neuen Namen, aber eben: Das Alte bleibt gleichzeitig auch. Er bekommt etwas Neues, und das Alte bleibt.
Bitte? Liebst du mich? Eine Erinnerung auch dreimal. Es heißt ja beides, einmal Gott Jakobs, einmal Gott Israels. Es kommt beides vor in der Bibel, wahrscheinlich öfters noch Gott Jakobs. Nun, Gott ist der Gott eines Menschen. Das Fleisch bleibt einerseits, und doch haben wir etwas Neues. Wir haben Christus in uns.
Ich weiß es nicht, ich kann die Frage nicht beantworten, aber ich würde sagen, wir haben beides. Wir sind ein Israel und ein Jakob. Das Fleisch bekehrt sich nicht. Interessant ist, dass die Namensänderung noch einmal kommt, in Kapitel 35, Vers 10. Ein zweites Mal: Du sollst Israel heißen. Zwei Mal sagt Gott ihm das: Dein Name ist Jakob, dein Name soll hinfort nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel soll dein Name sein. Das war auch nach einer gründlichen Reinigung. Das war wie eine zweite Bekehrung, also wie eine Neuhingabe, so muss man sagen, wie eine Neuhingabe.
Hier wird er zur Umkehr, hier bekommt er einerseits die Umkehr, aber dann in Kapitel 35 hat er einige Dinge getan, die er schon längst hätte tun sollen. Kapitel 35 ist ein sehr wichtiges Kapitel im Leben Jakobs.
Gott verwandelt unser Wesen in das Bild Christi, und wir werden Gottesstreiter, aber nicht aus eigener Kraft. Und dann heißt es: Und er segnete ihn dort. Und die Sonne, jetzt der Vers, der gefällt mir, Vers 32: Die Sonne ging auf, steht nicht da. Er steht nicht da, die Sonne ging auf. Die Sonne ging ihm auf. Für ihn war der nächste Tag besonders, da ist die Sonne für den Jakob aufgekommen. Ist das auch in der Lutherübersetzung so? Die Sonne ging ihm auf, das heißt für ihn. An diesem Tag ließ der Herr die Sonne für Israel scheinen, ein völlig neuer Tag für Jakob Israel. Er hat sich bekehrt. Und er will an Gott kleben bleiben.
Und er hinkte an seiner Hüfte. An seinem Wandel konnte man sehen, dass er Gott begegnet war. An unserem Wandel soll man auch sehen können, dass wir Gott begegnet sind.

Die Versöhnung mit Esau und die Frucht der Demut

Jetzt haben wir doch noch etwas Zeit, das sollen wir noch weitermachen.
Kapitel 33: Jakob erhob seine Augen und sah seinen Bruder Esau kommen, und mit ihm vierhundert Mann. Übrigens, ich habe nicht von Pniel gesprochen, nicht Pniel, Entschuldigung, ja, Pniel, Pniel, Angesicht Gottes. Angesicht Gottes. Ich weiß jetzt nicht, wo ist der Vers? 32, danke. Die Sonne ging ihm auf, als er über Pniel hinaus war. Pniel heißt also das Angesicht Gottes. Vers 31: Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine Seele ist gerettet worden. Hier haben wir die Rettung der Seele, Rettung der Seele, klare Bekehrung von Jakob.
Kapitel 33: Nun kommt es also zu dieser Begegnung mit Esau. Er stellte seine Mägde und ihre Kinder vorn an, Lea und ihre Kinder dahinter und Rahel und Josef zuletzt, damit ihnen ja nichts geschieht dort hinten, oder? Er aber ging vor ihnen her und beugte sich siebenmal zur Erde nieder. Und Esau lief ihm entgegen, umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küsste ihn, und sie weinten. Seine Befürchtungen waren also grundlos. Es war aber gut, dass er sich gedemütigt hat und es dem Esau gezeigt hat.
War Esau jetzt in böser Absicht ausgezogen oder nicht? Also meine Meinung ist, dass er auf jeden Fall in böser Absicht ausgezogen war und versöhnt wurde, weil er merkte, dass sich dieser Bruder vor ihm demütigt. Andere meinen, er sei einfach so gekommen mit vierhundert Mann, aber ich frage mich: Warum braucht er dann vierhundert Mann? Soldaten. Könnte eine Parallele sein zu Laban, der auch in böser Absicht kommt, aber dann... Aber wunderbar, wie das Gebet alle Schwierigkeiten löst, oder? Er kommt zu Gott, er ringt vor Gott, er fleht um den Segen Gottes, und alle Schwierigkeiten lösen sich. Nicht die Geschenke in erster Linie, sondern die Demütigung, dass er sich vor diesem Bruder demütigt. Siebenmal fällt er nieder und so weiter. Das zeigt wirklich, dass er alles wiedergutmachen will.
Kapitel 32, Vers 12, glaube ich, da sagt er es aus, dass er sich gefürchtet hat, dass er eine physische Absicht hat. Richtig, ja, genau, danke. Ich fürchte ihn, dass er etwa komme und mich schlage, und das war genau die Absicht, ja. Danke!
Und dann also Kapitel 33: Esau läuft ihm entgegen, und sie versöhnen sich, sie weinen. Und er hob seine Augen auf und sah die Frauen und die Kinder. Wer sind diese bei dir? Die Kinder, die Gott deinem Knecht beschert hat. Und die Mägde traten herzu, sie und ihre Kinder, und verneigten sich, auch Lea, Josef, Rahel. Was willst du mit diesem ganzen Zug, dem ich begegnet bin? Dass ich Gnade fände in den Augen meines Herrn. Ich habe genug, mein Bruder, es sei dein, was du hast. Nicht doch, wenn ich wirklich Gnade gefunden habe in deinen Augen, nimm mein Geschenk von meiner Hand. Da ich nun einmal dein Angesicht gesehen habe, als hätte ich Gottes Angesicht gesehen, und du Wohlgefallen an mir gehabt hast. Das Angesicht, in deinem Angesicht, in deinem Angesicht kam mir Gottesfreundlichkeit entgegen.

Weiterziehen, Sukkot und die Frage nach dem richtigen Ort

Ich habe hier zwei Parallelstellen aufgeschrieben: 1. Samuel 29,9. Da geht es um: „Du bist wohlgefällig in meinen Augen wie ein Engel Gottes, wie ein Engel Gottes.“ Und die andere Stelle war 2. Samuel 14,17, 2. Samuel 14,17: „Wie ein Engel Gottes, so ist mein Herr, der König.“ Das ist so ein Ausdruck.
Und es scheint, dass Jakob zu Esau sagen möchte: Du bist mir in deinem Angesicht, kam mir Gottes Freundlichkeit entgegen. Ich merke hier die Freundlichkeit Gottes an deiner Veränderung, an deiner gütigen Art, wie du mich jetzt angenommen hast. So nimm denn meinen Segen, Vers 11, nimm denn meinen Segen. Ich habe ihn dir gestohlen, hier hast du ihn wieder. Nimm denn meinen Segen. Natürlich nicht den Erstgeburtssegen, den kann er nicht zurückgeben, aber wenigstens in Form eines Anerkennungszeichens: Nimm meinen Segen, der dir überbracht worden ist. Denn Gott hat mich in Gnaden beschenkt, und ich habe ja alles. Und er drang in ihn, also er hat ihn überredet, und er nahm es.
Jakob hat also gelernt, sich von Gott beschenken zu lassen und dann weiterzugeben. Man braucht sich nicht den Segen zu stehlen. Den Segen von Gott braucht man sich nicht zu stehlen. Gott schenkt uns so viel, aber wir dürfen um den Segen flehen. Und dann, weil er jetzt von Gott gesegnet und beschenkt worden ist, kann er jetzt weitergeben, kann er etwas von diesem Segen zurückgeben an Esau, um ihn ein bisschen zu entschädigen. Allen Segen, den ich den Menschen bringen kann, wir wollen doch alle im Segen sein, und allen Segen, den wir bringen können, ist nur der Segen, den wir von Gott bekommen. Wir können von uns aus gar nichts geben, aber den Segen von Gott.
Die Kinder, sechs bis dreizehnjährig, stehen da. Vers 13: Mein Herr weiß, dass die Kinder zart sind. Also, er sagte mir jetzt, er soll doch, sie wollen gemeinsam ziehen, aber mein Herr weiß, dass die Kinder zart sind und dass ich säugende Schafe und Kühe bei mir habe. Wenn man sie nur einen Tag übertriebe, würde die ganze Herde sterben. Mein Herr ziehe doch vor seinen Knechten hin. Ich will einherziehen nach meiner Gemächlichkeit, nach dem Gange des Viehs, das vor mir ist, und nach dem Gange der Kinder, bis ich zu meinem Herrn komme, nach Seir.
Und Esau sagte: Ich will doch von dem Volk bei dir zurücklassen, ein paar Leute sozusagen. Wozu? Das möchte ich Gnade finden in den Augen meines Herrn. Bemühe dich nicht, sozusagen. Esau kehrte an jenem Tag seines Weges zurück nach Seir. Und Jakob brach auf und ist also dann hinten nachgezogen, na, zuerst nach Sukkot, dann nach Sichem und so weiter. Später hat er ihn sicher dann irgendwo getroffen, denn sie haben sich ja noch getroffen in ihrem Leben. Sie haben auch den Vater gemeinsam beerdigt.
Manche Ausleger meinen, das war schon wieder eine betrügerische Sache von Jakob. Nein, nein, nein, wir wollen dem Jakob jetzt nicht wirklich etwas Schlechtes nachsagen. Das war einfach: Lass mich in meiner Geschwindigkeit gehen. Und er zog dann nicht nach Seir, aber es ist auch nicht gemeint gewesen, dass er dort in Seir bleiben wolle. Er sagte nur: Bis ich zu meinem Herrn nach Seir komme und dann dorthin ziehe, wo ich hinziehen werde. Er wollte wahrscheinlich nach Kanaan zu seinem Vater Isaak noch irgendwo, denn es ist ja klar, dass er den Vater besuchen wollte, nach Hebron. Also hier würde ich das nicht negativ auslegen, nein.
Und er brach dann auf nach Sukkot. Sukkot, das heißt Hütten, Hütten. Das sind so kleine Häuser, nicht Zelte. Und er baute sich ein Haus, seinem Vieh machte er so Hütten, Ställe, Stallungen. Darum gab er dem Ort den Namen Sukkot. Und dann war er noch in Sichem. In Sukkot und in Sichem war er insgesamt etwa acht Jahre, denn Dina war dann etwa vierzehnjährig, als sie dann verheiratet werden sollte, zwischen vierzehn und sechzehn, mehr nicht. Aber Gott hat ja nicht gesagt: Ich bin der Gott von Sichem und nicht der Gott von Sukkot. Er sollte ja weiterziehen.
Vers 19: In Sichem kaufte er dann das Stück Feld, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte, von der Hand der Söhne Hemors, des Vaters Sichems, um hundert Kesita. Hemor, der hat einen interessanten Namen, der Hemor, der Esel. Und er wohnte wieder in Zelten hier. Aber anstatt nach Bethel weiterzuziehen, wo er doch versprochen hat, dass er dem Herrn einen Altar bauen wird, anstatt nach Bethel weiterzuziehen, setzt er sich nun in Sichem fest. Ein Haus Gottes will er bauen, hat. So setzt er sich in Sichem jetzt fest, und dort bleibt er einige Zeit, einige Jahre.
Und er richtete dort einen Altar auf und nannte ihn Gott, der Gott Israels: El, Elohe Israel. Israel, dreimal El, El. Ich schaue es gerade dem Griechen im Hebräischen nach. So: El, Elohe Israel. El heißt die Kurzform von Gott, der Mächtige. Elohim ist die normale Form für Gott. Und Israel, der Gotteskämpfer, also der Name Gott, der Gott Israels, Gott der Gott des Gotteskämpfers.
Nun ist er wirklich bekehrt, und Gott ist der Gott, wessen Gott? Der Gott Jakobs, der Gott Israels ist er hier, Gott Israels. Nicht mehr der Gott Abrahams, sondern der Gott Isaaks, es ist hier der Gott Israels. Jetzt ist er wirklich bekehrt.

Sprach- und Sachfragen, Kommentare und praktische Hinweise

Hüftgelenk ist das grösste Kugelgelenk im Menschen. Ein Gelenk ist das Schultergelenk, und es ist das grösste Gelenk. Natürlich sind hier die grossen Muskeln, und verbunden ist der Femur, also der Oberschenkel, mit diesem Knochen in der Hüfte. Im Becken ist er mit so einer Struktur verbunden, und jetzt kann es sein, dass damit die Sehne gemeint ist. Eine Sehne ist normalerweise das Teil vom Muskel, das zum Knochen kommt. Es kann also sein, dass hier diese Sehne gemeint ist.
Darin gehen Gefässe und ein Nerv. Und wenn dieser Nerv jetzt, wenn das herausgerenkt ist, sehr wahrscheinlich ist hier die erste Stelle, die verletzt wurde. Und das wächst nicht mehr nach. Praktisch sind der Knochen und teilweise die Muskeln jetzt ausgesetzt. Du kannst auch etwas sagen, langsames Was, ja, ja? Wie? Langsam ... Leidet alles darunter, langsam, Jahr für Jahr.
Jetzt ist hier eine Aushöhlung, die leer geblieben ist, und im Körper bleibt nichts leer. Ein paar Monate danach wächst es zu, und praktisch wieder einrenken geht nur gleich. Und wenn es schon zugewachsen ist, dann muss man entweder operieren. Damals gab es so etwas nicht, und deswegen gehe ich davon aus, dass das mit dem Hinken so blieb.
Jetzt, ich habe gelesen, vielleicht schauen wir, wie es im hebräischen Text ist, Kapitel 32, 33, Sehne, die über das Hüftgelenk läuft. Kann es sein, dass das auch durch die Hüfte ist? Praktisch ist das durch das Hüftgelenk. Wenn das auch durch möglich ist, dann ist das die Sehne, sage ich. Das Wort heisst an, das kann heissen an, auf, über, gegen, an, auf, über, gegen, ein. Und die Sehne, wie ist die Sehne im 26. Vers? Ah nein, da ist verrenkt, und Sehne, ja.
Eine Vene oder ein Nerv in der Hüfte, also eine Vene oder ein Nerv in der Hüfte. Ein Zentralnerv in der Hüftregion, hier nach diesem Lexikon. Ja, das ist interessant. Vielen Dank.
Gut, übrigens, weil ich jetzt gerade noch ein bisschen Zeit habe: Ein Bruder hat mich gefragt, ob ich Bücher empfehlen kann. Also ich spreche jetzt von Auslegungen, von Kommentaren. Man ist immer dankbar, wenn man Kommentare hat, wo man weiss, die haben normalerweise sehr gute Informationen. Ich habe sie schon erwähnt, aber ich möchte sie hier mal aufschreiben. Man kann sie ja auch heutzutage aus dem Internet herunterladen.
Zum Alten Testament, das ist Altes und Neues Testament, haben wir einen alten deutschen, bibeltreuen Kommentator, das ist das Bibelwerk von J. P. Lange. Dann gibt es auch im Alten Testament, ich habe jetzt mehrmals schon zitiert und mehrmals erwähnt, das ist Keil und Delitzsch. Das ist im Alten Testament ein Standardwerk, auch bei, das ist unübertroffen, unübertroffen. Allerdings, das ist schon sehr ... Er verwendet auch Arabisch und Lateinisch und alle möglichen Sprachen. Da muss man halt dann drüber weglesen. Ich kann auch nicht Arabisch und verstehe auch nicht so gut Lateinisch. Aber es ist trotzdem sehr gut, weil er sehr gründlich arbeitet. Ich habe ja einmal etwas vorgelesen über die Araber. Ein sehr, sehr gründliches Werk, alles aus dem vorigen Jahrhundert. Die guten, bibeltreuen Kommentatoren in Deutschland sind alle aus dem vorigen Jahrhundert, also in dem jetzt schon aus dem vorvorigen Jahrhundert.
Ich glaube, er heisst Kurt oder irgendwie Dechsel. Dechsel, auch Altes und Neues Testament, ein sehr guter Kommentar. Der geht mir nach. Das ist ein Kommentar, der immer den Luthertext oben hat und dann den Luthertext kommentiert, aber auch zeigt, wo der Luthertext nicht ganz dem hebräischen Text und griechischen Text entspricht. Eine Reihe, eine Kommentarreihe von Theodor Zahn im Neuen Testament, das ist der Herausgeber, der auch gleichzeitig ein paar Kommentare von den einzelnen Büchern geschrieben hat.
Sehr empfehlen kann ich auch für einzelne Bücher, vor allem für die Apostelgeschichte und für das Lukasevangelium, ich habe ihn schon erwähnt: David Gooding. Auf Deutsch in Apostelgeschichte und Lukas-Evangelium ein Kommentar, der ist ausgezeichnet, also ausgezeichnet. Das ist ein neueres Werk. Der Bruder ist schon weit über achtzig Jahre alt, ich kenne ihn persönlich. Er ist ein Experte und hat sein Leben lang bibeltreue Auslegungen gehalten. Er ist kein Theologe, sondern ein Septuaginta-Spezialist, aber er ist von seiner Bibelkenntnis her wie ein Theologe.
Und dann ist noch auf Englisch, wer Englisch kann: Matthew Henry, Altes und Neues Testament. Also diese vier kann man auf Sermon Online herunterladen. Aber die sind überall erhältlich. Es gibt auch Bibelprogramme, die haben den Matthew Henry schon eingebunden. Ich weiss nicht, ob das Bible Workshop wahrscheinlich auch.
Dann kann ich noch empfehlen: Im Buch der Offenbarung gibt es fast nichts Gutes, aber es gibt einen, der ist englisch, der heisst George Eldon Ladd, mit zwei D, LADD. Das ist das Buch der Offenbarung. Es ist ein kurzer Kommentar, aber der hat es in sich, weil er sehr vorsichtig, sehr einfach und sehr bibeltreu und nicht so spekulativ ist, wie viele Kommentare das Buch der Offenbarung angehen.
Und dann haben wir natürlich, ich arbeite ja mit Professor Herbert Janssen zusammen, und wir sind dran, Sachen herauszugeben. Es soll ein Timotheus-, Titus- und 1. Timotheus-, 2. Timotheus- und Titus-Brief herauskommen beim Friedensbote. Auf Russisch ist es schon lange herausen, auf Deutsch weiss ich nicht, warum die noch warten, aber das ist schon alles fertig. Es sind andere Bücher von Bodejanzen auch fertig, über den Heiligen Geist, über Gott, über die Einführung in die Bibel und über die Gemeinde ein Band. Aber der von der Gemeinde ist auch nicht gedruckt, die anderen drei sind gedruckt.
Ansonsten kann man natürlich auch Bücher von Spurgeon oder von William Macdonald empfehlen. Das sind Brüder aus der Brüderbewegung, wenn man das weiss. Es sind bei der Brüderbewegung aus Amerika. William Macdonald ist ja vor kurzem gestorben. Er hat ausgezeichnete erbauliche Literatur geschrieben. Man muss nur wissen: William Macdonald ist halt ein Vertreter der Lehre, dass ein Christ niemals abfallen kann. Das ist das Einzige. Ja, und vielleicht auch mit der Entrückung so ein bisschen. Aber ansonsten muss ich sagen: Das ist ausgezeichnete erbauliche Literatur, die er schreibt. Er ist kein Theologe, er schreibt nicht theologisch, sondern für die Gemeinde, nicht für Theologen. Diese Kommentare sind eher theologische Kommentare, das heisst, das ist nicht die leichteste Kost. Das sind so einige Bücher, die ich wirklich von Herzen empfehlen kann. Es gibt natürlich viele gute Bücher. Und wie ich gesagt habe, manchmal muss man halt die Kirschkerne ausspucken. Aber es ist schade, wenn man sagt, nur weil ein paar Dinge drin sind, die einem nicht gefallen, dass man auf das Ganze verzichtet. Es gibt wirklich gutes, bibeltreues Interesse. Vielen Dank!
Franz Delitzsch ist aber nicht der gleiche, oder was?
Doch, Franz Delitzsch ist ... Keil und Delitzsch sind ja zwei. Der eine heisst Keil, ich weiss den Vornamen nicht, und Franz Delitzsch ist der, doch. Sie haben beide das ganze Alte Testament herausgegeben. Ein Band ist von Delitzsch, ein anderer von Keil und dann wieder ein anderer von Delitzsch. Zum Teil stehen die Kommentare in der Bibliothek hier, man kann sie anschauen, die Texte, zum Beispiel die zu Zahn.
Also, ich habe das gut gefunden. Ich persönlich geniesse das, wenn ich das ... Ich habe die Sachen im Computer, und ich kann dadurch sehr schnell nachschauen. Früher hatte man da ganze Bände zu kaufen, und heute kann man das alles mitnehmen. Das ist sehr schön. Man muss halt die Zeit haben, aber ich verwende es als Nachschlagewerke, solche Sachen. Wenn ich irgendeine Frage habe, dann schaue ich einfach alle vier nach, wenn ich Zeit habe, und dann merke ich, dass da oft sehr, sehr gute Sachen dabei sind.
Übrigens, jetzt fällt mir gerade ein: Ich habe jetzt bei Dechsel nachgeschaut. Es ging um die Frage der jüdischen Jahresanteilung. Ein Bruder, warst du das? Es ging um die Frage, wo ist es belegt, dass die Juden zwei verschiedene Kalender hatten, einen Schöpfungskalender und einen religiösen Kalender. Ich habe bei Dechsel nachgeschaut und habe alles gefunden, was ich brauche. Das ist wirklich wunderbar.
Und zwar unter 2. Mose 12 bei Dechsel sind die Bibelverse angegeben: 2. Mose 23,16. Das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Arbeit, dessen, was du auf dem Felde sehen wirst, und das Fest der Einsammlung im Ausgang des Jahres, wenn du deine Arbeit vom Felde einsammelst, am Ende des Jahres. Das heisst, das Jahr war zu Ende in der Erntezeit. Das belegt, dass der Tischri, der siebte Monat, der Anfang des Jahres war. Das geht ja immer halb halb, also Mitte August bis Mitte September ist der Tischri etwa. Das heisst, das Ende des Jahres war Mitte August, und dann war das Neujahrsblasen am ersten Tischri. Und das ist ja oft bestätigt. Das Neujahrsblasen zeigt also: Hier war der bürgerliche Kalender, der Schöpfungskalender, und der religiöse Kalender. Das steht in 2. Mose 12,2. Der beginnt am Nisan, ein halbes Jahr später.
Und dann noch eine andere Stelle: 2. Mose 34,22. Und das Fest der Wochen sollst du halten mit den Erstlingen der Weizenernte und das Erntefest, wenn das Jahr um ist. Also das Jahr ist um, dann nach der Weizenernte, und dann beginnt der Tischri. Also das Neujahrsblasen und das Erntedankfest, das Laubhüttenfest, ist dann der Anfang des Jahres. Das war nur für die, die es interessiert. Vielen Dank!
Wollen wir mit einer kurzen Gebetsgemeinschaft wieder abschliessen?