Serie•Teil 6 / 282. Samuel (Vers-für-Vers)
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Einleitung und erste Rückblende auf die Bundeslade
Wir haben gesehen: Um die Bundeslade zu schützen, hat David 30 Elitesoldaten beauftragt. Wenn man sich die Frage stellt: Bundeslade und 30 Soldaten, was kommt einem in den Sinn?
Nun, in 1. Samuel 4 haben wir die Geschichte zur Zeit von Eli, dem Richter und Hohenpriester. Es gab den Krieg der Philister gegen Israel. Da kam man auf die Idee: Wir holen die Bundeslade in Schilo und bringen sie ins Kampfgebiet. Dieses Gerät soll uns gegen die Feinde schützen.
Dieser Aberglaube war nichts wert. Israel wurde in schrecklicher Weise besiegt, und die Philister konnten die Bundeslade rauben. Das war eine Katastrophe. Und da lesen wir in 1. Samuel 4,10: Und die Philister kämpften, und Israel wurde geschlagen, und sie flohen jeder zu seinen Zelten. Und die Niederlage war sehr groß, und es fielen von Israel 30 Mann zu Fuß, und die Lade Gottes wurde genommen; und die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinehas, starben.
30 Soldaten kamen um, und die Bundeslade wurde geraubt. Und hier setzt David 30 Soldaten ein, die die Bundeslade schützen sollen.
Und wenn wir weiter schauen in 1. Samuel 4,3: Und als das Volk wieder ins Lager kam, da sprachen die Ältesten von Israel: Warum hat der Herr uns heute vor den Philistern geschlagen? Lasst uns von Schilo die Lade des Bundes des Herrn zu uns holen, damit sie in unsere Mitte komme und uns rette aus der Hand unserer Feinde.
Merkt man diesen Aberglauben? Sie sagen nicht: damit der Herr uns rette, sondern die Bundeslade uns rette. Aber die Bundeslade war nur ein Symbol, nicht der Herr. Und wenn man Symbol mit der Realität vergleicht, kann das zum Götzendienst werden.
Ja, genauso mit der Hostie. Wenn man das Symbol mit Gott verwechselt, dann ist es Götzendienst. Und wenn Materie, ein Stück Materie, und die Hostie angebetet wird in der katholischen Kirche, dann ist das Götzendienst. Das ist Verehrung der Materie anstatt des Schöpfers.
Das ist genau das, was Römer 1 uns lehrt. Wenn man die Natur verehrt oder ein Stück der Natur, das kann die Sonne sein oder ein Stück Brot, dann ist es Götzendienst. Und hier sehen wir diesen Götzendienst in Gedanken: Die Bundeslade soll uns retten.
Die Heiligkeit des Symbols und der Irrtum falscher Verehrung
Vers 4, 1. Samuel 4,4: Und das Volk sandte nach Silo, und man brachte von dort die Lade des Bundes des Herrn, des Herrn der Heerscharen, der zwischen den Cherubim thront. Und die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinehas, waren dort bei der Lade des Bundes des Herrn.
Die Lade wird hier sehr würdig beschrieben, nicht wahr? In diesem Zusammenhang als die Lade des Bundes des Herrn der Heerscharen, der zwischen den Cherubim thront. Und hier hatten wir doch gelesen in 2. Samuel 6,2 in der Mitte, um von dort die Lade Gottes heraufzubringen, die nach dem Namen genannt wird, dem Namen des Herrn der Heerscharen, der zwischen den Cherubim thront.
Da wird eine Beziehung aufgebaut zwischen 1. Samuel 4 und 2. Samuel 6. Das wird auch so beschrieben, aber noch mehr Beziehung.
In 1. Samuel 4,5 heißt es dann: Und es geschah, als die Lade des Bundes des Herrn ins Lager kam, da jauchzte ganz Israel mit großem Jauchzen, dass die Erde erdröhnte. Und die Philister hörten den Schall des Jauchzens und sprachen: Was bedeutet der Schall dieses großen Jauchzens im Lager der Hebräer? Und sie merkten, dass die Lade des Herrn ins Lager gekommen war.
Und diese Feinde waren natürlich erst recht abergläubisch. Da fürchteten sich die Philister, denn sie sprachen: Gott ist ins Lager gekommen. Die Bundeslade ist ins Lager gekommen. Und dann sagen sie: Gott ist ins Lager gekommen.
Nun, sie fürchten sich, als sie hören, die Bundeslade ist da. Aber sehen wir dieses gewaltige Jauchzen, und wir haben gelesen, wie da in Israel ein Jauchzen war, als David die Bundeslade hinaufführen wollte. Ich lese nochmals 2. Samuel 6,4: Und sie brachten sie aus dem Haus Abinadabs weg, das auf dem Hügel war, Ussa neben der Lade Gottes, und Achjo ging vor der Lade her.
Ja, das waren diese zwei Männer, die sehr besorgt waren um die Bundeslade. Aber wir hatten gelesen in 1. Samuel 4, da waren auch zwei Männer besorgt für die Bundeslade, Hofni und Pinehas. Ja, einfach so mal zu sehen, da ist irgendwie ein Bezug da.
Und dann lese ich weiter in Vers 5: Und David und das ganze Haus Israel spielten vor dem Herrn mit allerlei Instrumenten aus Zypressenholz, mit Lauten und mit Harfen, mit Tamburinen und mit Schellen und mit Zimbeln. Wie damals.
Und wir werden gleich sehen: Es geht da bei David alles vollkommen schief. Aber wir gehen Schritt für Schritt vor. Die Bundeslade war ein Schrecken für die Philister, und das hat sie motiviert. Dann müssen wir erst recht kämpfen. Das hat sich dann ausgewirkt: Israel hat eben 30 Soldaten verloren, die Bundeslade wurde geraubt und kam zu den Philistern.
Das Gericht über die Philister und die Rückkehr auf ungewöhnlichem Weg
Und nun, wenn wir weiter in 1. Samuel 4 lesen, dann in Kapitel 5, sehen wir: Die Bundeslade wurde zunächst nach Aschdod, in das Götzenhaus Dagons, gestellt. Dann hat sich Gott erwiesen. Dagon lag am nächsten Tag mit dem Gesicht auf dem Boden. Und Gott griff weiter ein: Die beiden Hände und der Kopf wurden vom Rumpf des Götzen abgehackt.
Es kamen Beulenplagen über die Philister, bis sie schließlich zu dem Schluss kamen: Wir müssen die Bundeslade loswerden, das ist eine Katastrophe für uns. Dann sagten sie sich: Ja, wir lassen sie nach Israel zurückbringen. Dazu nehmen wir einen neuen Wagen und spannen säugende Kühe davor. Die Kälber sperren wir zu Hause ein, und diese säugenden Kühe lassen wir auf dem Weg nach Israel gehen, also aus dem Gebiet des Gazastreifens und der Umgebung, dem Gebiet der Philister, hinüber ins Kernland Israels.
Rein biologisch funktioniert das nicht. Wenn man die Mutter nach dem Kalben eine Zeit lang mit dem Kalb zusammenlässt, entsteht sofort eine ganz starke Bindung, eine Mutter-Kind-Beziehung. Heute wird das auf vielen Bauernhöfen so gemacht: Die Kälber werden sofort entfernt, und viele würden sagen, die Mutter vergisst sehr schnell, und das sei kein Problem. Andere sagen: Nein, das ist gar nicht natürlich. Es braucht diese Mutter-Kind-Beziehung, beziehungsweise Kuh-Kalb-Beziehung. Wenn man sie zulässt, wird sie sehr stark. Wenn also die Kälber zu Hause sind, dann kann man mit einer Kuh nichts mehr anfangen; sie muss zu den Kälbern.
Aber die Philister sagten sich: Wenn das Ganze wirklich von Gott ist, dann kann er ja bewirken, dass diese säugenden Kühe ihren Weg nach Israel gehen. Und so kam es auch, also gegen die Natur. Es heißt, dass diese Kühe auf dem Weg weder nach rechts noch nach links abgebogen sind. Grandios: So kann Gott bewahren auf dem Weg, ohne dass man abweicht.
Wir haben gestern das Königsgesetz in 5. Mose 17 gelesen. Der König, und damit war auch David gemeint, sollte eine Abschrift der Bibel anfertigen und täglich darin lesen, damit er nicht nach rechts oder nach links abweicht. Wir werden jetzt gleich sehen, wie David hier abgewichen ist. Warum hat Gott ihn nicht bewahrt, so wie er die Kühe aus Bistia bewahrt hat?
Die Antwort ist: David war keine Kuh, sondern ein Mensch, genauso wie wir. Darum können wir nicht einfach damit rechnen, dass der Herr uns auf dem Weg bewahrt, auch wenn unser innerer Trieb wäre, zurück zum Kalb zu gehen. Nein, das war bei diesen Kühen so. Aber wir sind Menschen mit einem freien Willen. Das heißt, wir haben die Fähigkeit, uns zu entscheiden, und dafür werden wir verantwortlich gemacht.
Verantwortung des Menschen und die richtige Art des Gehorsams
Gott macht auch jeden Menschen verantwortlich, auch die Ungläubigen. Darum sagt der Herr Jesus in Matthäus 23: Wie oft habe ich euch versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel, und ihr habt nicht gewollt.
Das zeigt, dass der Mensch eine Entscheidungsfähigkeit hat, und Gott macht ihn dafür verantwortlich. Auch wir als Gläubige sind verantwortlich, auf dem schmalen Weg zu bleiben. Wir müssen also nicht denken, Gott macht das wie bei den Kühen, sondern wir müssen jeden Tag die Bibel lesen und uns so auf dem Weg bewahren lassen.
Also, die haben das zurückgebracht, und Gott hat das so erlaubt, dass die Philister die Bundeslade auf einem Wagen nach Israel ziehen ließen, obwohl das ja vollkommen gegen die Bibel war. Die Israeliten hätten so etwas nie tun dürfen.
Schlagen wir auf 4. Mose 4 auf, da wird erklärt, wie man mit der Bundeslade umgehen muss, wenn sie auf Reisen ist. In 4. Mose 4,15 heißt es: Und wenn Aaron und seine Söhne beim Aufbruch des Lagers das Becken des Heiligtums und aller Geräte des Heiligtums beendet haben, so sollen danach die Söhne Kehats kommen, um es zu tragen, damit sie das Heilige nicht anrühren und sterben.
Da wird betont, dass eben die Geräte der Stiftshütte getragen werden mussten, an ihren Stangen. Und darum hatte auch die Bundeslade, so vorgeschrieben in 2. Mose 25, wie wir das hier sehen auf dem Bild, Stangen. Und die Kehatiter mussten die Bundeslade an diesen Stangen auf den Schultern tragen.
Und übrigens, sie sahen diese Bundeslade nie beim Tragen, die war unsichtbar. Warum? Weil in 4. Mose 4,4 steht: Dies ist der Dienst der Söhne Kehats am Zelt der Zusammenkunft, das Hochheilige. Und Aaron und seine Söhne sollen beim Aufbruch des Lagers hineingehen und den Scheidevorhang abnehmen und die Lade des Zeugnisses damit bedecken. Und sie sollen eine Decke aus Seekuhfell darüberlegen und ein Tuch ganz aus blauem Purpur oben darüber bereiten und ihre Stangen daran tun.
Und dann wird weiter erklärt mit dem Schaubrottisch und so weiter. Also, diese Geräte waren bedeckt, und die Bundeslade war bedeckt mit dem Scheidevorhang und darüber noch einer Seekuhfelldecke und darüber noch blauem Purpur. Das heißt, die Israeliten während der 40 Jahre Wüstenwanderung und auch später hatten nie die Gelegenheit, die Bundeslade zu sehen.
Da versteht man auch, was das jeweils an Jom Kippur für den Hohen Priester war, wenn er an diesem Tag, übrigens nur einmal im Jahr, an Jom Kippur ins Allerheiligste hineingehen durfte und er die Bundeslade sah. Und er sah ein Licht zwischen diesen Cherubim aus Gold, die er ein Stück bildeten mit dem Deckel, wie 2. Mose 25 das beschreibt. Aber da leuchtete im Heiligtum zwischen den Cherubim ein Licht hervor.
Die Stiftshütte hatte ja keine Fenster. Im Heiligen gab es den siebenarmigen Leuchter, der Licht gab, aber im Allerheiligsten war ein dunkler Raum. Gott wollte im Dunkeln wohnen, das wird auch im Zusammenhang mit dem Salomontempel ausdrücklich gesagt. Aber da erschien ein Licht.
Woher weiß ich das? Aus der Schrift, Psalm 80. Psalm 80,2: Hirte Israels, nimm zu Ohren, der du Josef leitest wie eine Herde, der du thronst zwischen den Cherubim, strahle hervor! Da wird es gesagt: Der du thronst zwischen den Cherubim, strahle hervor!
Die Bundeslade, die Philister und der Unterschied zwischen Wissen und Ehrfurcht
Nun, die Bundeslade war so bedeckt und durfte nicht auf einem Wagen, sondern nur an den Stangen getragen werden. Aber die Philister hatten ja keine Bibel, sie wussten nichts davon, und sie haben sich einfach überlegt, dass ein neuer Wagen würdig wäre, und eben spezielle Kühe, die naturgemäß das nicht hinüberbringen würden, sondern solche Kühe. Dann muss dieser Gott Israels handeln, und er hat es getan.
Und so kam die Bundeslade nach Israel, aber dort gab es eine Katastrophe in 1. Samuel 6, aber erst in Israel. Können wir das kurz nochmals aufschlagen: 1. Samuel 6. Man kann sich das gut merken: die Reise der Bundeslade in 1. Samuel 6 und die Reise der Bundeslade in 2. Samuel 6. Das kann man benutzen, um das Gedächtnis zu stützen. Obwohl die Kapitelzahlen ja keine Bedeutung haben, denn das ist eine menschliche Erfindung, einfach ein Hilfsmittel, um sich besser im Bibeltext zu orientieren.
Ja, und jetzt 1. Samuel 6: Die Bundeslade wird dort hingebracht. In Vers 18 heißt es: Und sie brachten sie am Schluss, und sie brachten sie bis zum großen Stein Abel, auf den sie die Lade des Herrn niedersetzten, der bis auf diesen Tag im Feld Josuas des Beth-Schemiters ist.
Also die Bundeslade wurde dann von den Kühen nach Bet-Schemesch gebracht. Bet-Schemesch liegt auch so im Zwischenbereich zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Jetzt erzähle ich wieder das Gleiche mit der Autobahn Nummer 1: Wenn man da hochfährt, da kommt man eben nicht nur an Kirjat-Jearim vorbei, sondern eben auch an Gezer, habe ich gestern auch gesagt, und eben auch an Bet-Schemesch.
Und was geschah in Bet-Schemesch? Vers 19 in 1. Samuel 6: Und er schlug unter den Leuten von Bet-Schemesch, weil sie in die Lade des Herrn geschaut hatten, und schlug unter dem Volk siebzig Mann und fünfzigtausend Mann. Da trauerte das Volk, weil der Herr eine so große Niederlage unter dem Volk angerichtet hatte. Und die Leute von Bet-Schemesch sprachen: Wer vermag vor dem Herrn, diesem heiligen Gott, zu bestehen, und zu wem soll er von uns hinaufziehen? Und sie sandten Boten zu den Bewohnern von Kirjat-Jearim und sprachen: Die Philister haben die Lade des Herrn zurückgebracht. Kommt herab, führt sie zu euch hinauf!
Und die Männer von Kirjat-Jearim kamen und führten die Lade des Herrn hinauf. Und sie brachten sie in das Haus Abinadabs auf dem Hügel, und sie heiligten Eleasar, seinen Sohn, die Lade des Herrn zu hüten. Und es geschah von dem Tag an, da die Lade in Kirjat-Jearim blieb, verging eine lange Zeit, und es wurden zwanzig Jahre, und das ganze Haus Israel usw. Das waren übrigens die zwanzig Jahre bis zum Ende der Richterzeit von Samuel. Und dann kamen die vierzig Jahre Saul noch dazu, und dann bis David König wurde.
Sie war also in Kirjat-Jearim, von Bet-Schemesch dorthin gebracht. Aber was geschah in Bet-Schemesch? Die Israeliten wollten die Bundeslade sehen. Ich würde hier eine kleine Korrektur anbringen bei der Übersetzung: nicht übersetzen mit „weil sie in die Lade des Herrn geschaut hatten“, sondern „weil sie die Lade des Herrn geschaut hatten“. Das wird hier ausgedrückt. Die haben die Bundeslade anschauen wollen und haben damit das blaue Purpurtuch und die Seekuhfelldecke und den Scheidevorhang. Ob alle Teile da drauf waren, das wird jetzt hier nicht ausdrücklich gesagt, aber sie war bedeckt, und sie war immer bedeckt.
Und da haben sie eben diese Bundeslade anschauen wollen, und dann gab es diese Niederlage, also 50, 70. Übrigens, wenn man da ein Problem hat und liest in seiner Bibel: „Und schlug unter dem Volk siebzig Mann.“ Die Elberfelder schreibt dann hier: So nach mehreren hebräischen Handschriften; der masoretische Text fügt hinzu fünfzigtausend Mann, vielleicht eine aus Versehen in den Text aufgenommene Randbemerkung. Schade, das sind so kleine Korrekturen, die ich da gerne vornehmen würde, auch an der LfLer CSV. Man muss nach dem masoretischen Text gehen. Wir wissen heute, der geht zurück auf den Tempeltext in Jerusalem, der erhalten wurde bis ins Jahr siebzig und der gerettet wurde durch die Rabbiner. Und das ist nicht ein Textfehler, sondern es steht wirklich eben siebzig und dann auch fünfzigtausend. Das ist einfach etwas ungewöhnliche Ausdrucksweise, aber das heißt eben nichts anderes als fünfzigtausend siebzig, auf gut Deutsch. Mann wurden da vom Herrn geschlagen.
Und sehen wir die Heiligkeit Gottes: Die haben aus Neugierde die Bundeslade sehen wollen, und diese falsche Neugierde hat Gott bestraft. Und das, um zu zeigen, wenn Menschen so neugierig in das Geheimnis der Person des Herrn Jesus eindringen wollen. Und neugierig heißt dann eben auch in einer unwürdigen Weise, wo die wirkliche Ehrfurcht fehlt. Und man will da irgendwie: Ja, wie ist das möglich, dass Jesus Christus, wusste nicht die Stunde seines Kommens, sagte Markus 13. Ja, wie kann er dann Gott sein und so? Ja, das sind Dinge, an die muss man mit tiefer Ehrfurcht herangehen.
Der Jesus wurde ein wirklicher Mensch. Und er hat sich bewusst in die Beschränkung gegeben, und dieses Wort Beschränkung sage ich auch mit Ehrfurcht. Das heißt: Als Mensch war der Herr Jesus nicht allgegenwärtig. Wenn er in Jerusalem war, war er nicht gleichzeitig in Nazaret als Mensch. Aber er hörte nie auf, Gott zu sein und war immer der allgegenwärtige Gott. Durch seine Menschwerdung hat er nicht die Gottheit aufgegeben. Philipper 2 beschreibt ja, wie der Herr Jesus sich erniedrigt hat in sieben Stufen bis zum Tod am Kreuz, aber das ist alles verbunden mit Dingen, die wir nicht wirklich ergründen können. Aber das, was die Schrift darüber sagt, das können wir zur Kenntnis nehmen und bewundern und darüber staunen.
Also: Der Herr Jesus wusste als Mensch nicht alles, aber gleichzeitig war er in seiner Gottheit allwissend und blieb es. Und er konnte aber diese Allwissenheit benutzen, wenn er es wollte. Da waren viele Rabbiner da in Kapernaum, Markus 2, und der Herr sagt dem Gelähmten: Deine Sünden sind dir vergeben. Und die Rabbiner sagen nichts, die denken nur: Wer kann Sünden vergeben außer Gott? Und der Herr Jesus sagt: Was überlegt ihr in euren Herzen? Was ist einfacher? Und er weiß genau, was sie denken.
Und der Herr Jesus konnte in Markus 4 am Schluss im Schiff schlafen. Es war ein furchtbarer Sturm auf dem See Genezareth, aber er war ein wirklicher Mensch und er brauchte Schlaf. Auch nach der Nachtwanderung durch Samaria in Johannes 4: Er kommt am Morgen um sechs Uhr, nicht um Mittag, sondern um sechs Uhr. Die Stunden werden in Johannes ab Mitternacht gezählt. Er kommt zum Jakobsbrunnen und war dort müde, müde von der Nachtwanderung, und er war ein wirklicher Mensch.
Aber als die Jünger im Schiff, jetzt bin ich wieder in Markus 4 zurück, den Herrn weckten, da bedroht er den Wind und die Wellen, und es wird eine Stille. Er hat die ganze Natur in seiner Hand, und man muss beachten: Er sagt nicht „im Namen Gottes schweig“, sondern er sagt zum Wind: Schweig! In eigener Machtvollkommenheit. Gott und Mensch in einer Person, aber das ist etwas Geheimnisvolles, und es ist so, dass wir vernünftig darüber sprechen können und das, was die Schrift uns sagt, zur Kenntnis nehmen dürfen.
Manchmal kommen Fragen auf, aber wie ist das denn? Die Schrift sagt das nicht genauer, und da müssen wir aufpassen, dass wir nicht irgendetwas behaupten, was so dann nicht stimmen würde, eben mit einer Ehrfurcht. Und hat man diese Ehrfurcht nicht, dann versucht man eben salopp, über diese Dinge zu sprechen, in einer unwürdigen Weise, und das war entsprechend der Neugierde. Jetzt haben wir die Chance, das ist die Gelegenheit, die Bundeslade zu sehen. Unsere Vorväter haben das nie gesehen, aber wir schauen das jetzt an, und Gott schlägt 50.
Und das hilft uns eben, Dinge, Zusammenhänge besser zu verstehen, und hilft uns jetzt auch, unsere Geschichte in 2. Samuel 6 besser zu verstehen, weil Gott da auch eingegriffen hat. Und Gott war mit den Israeliten, die die Bibel hatten, strenger als mit den Philistern, die keine Bibel hatten. Gott ist gerecht, und er weiß genau, was in unseren Herzen ist. Er weiß genau, was das Maß unserer Verantwortung ist oder auch nicht.
David, die Musik und der erste gescheiterte Versuch
Und noch etwas, was mir auffällt: Diese grosse Freude, die David ausgedrückt hat, als er die Bundeslade hinaufbrachte oder hinaufbringen wollte von Kiriat-Jearim, in 2. Samuel 6,5, am Schluss mit allerlei Instrumenten aus Zypressenholz, mit Lauten, Harfen, Tamburinen, Schellen und Zimbeln.
Also: Von den fünf namentlich genannten Instrumenten sind drei Schlaginstrumente. Tamburin und Zimbeln finden wir auch anderswo. Die Schellen finden wir nirgends im Zusammenhang mit der Musik im Tempel und der Stiftshütte. Also irgendwie war da schon das Bedürfnis: Es muss ziemlich klappen.
Das Tamburin an sich wird auch in Psalm 150 zum Beispiel erwähnt, und anderswo. Und das muss nicht bedeuten, dass man jeden Viertelschlag im Lied auch noch mitschlägt. Rhythmusinstrumente in biblischer Musik sind nicht dafür da, dass man das Metronom schlägt. Wenn man musikalisch ist, und die meisten Menschen sind musikalisch, man müsste schon einen Herzfehler haben, ja, es hängt damit zusammen: Man empfindet innerlich das Metrum, und wenn man Musik macht, muss man dieses Metrum innerlich spüren und auch im Melodieverlauf führen.
Das ist nicht immer genau gleich. Auf das Ende einer Phrase bilden mehrere Töne zusammen wie ein Satz; das wird verlangsamt, dann ist man wieder im Tempo, so auch wie man eben atmet beim Singen. Das muss man drin haben.
Und wozu Schlaginstrumente? Ja, genau so wie in der klassischen Musik, als die Musik stark durch das Christentum geprägt war. Wir müssen daran denken: Im Mittelalter wurde von der Einstimmigkeit die Musik auf die Vierstimmigkeit erweitert, was in keiner anderen Kultur geschehen ist, nur im Christentum, um das Lob Gottes zu erhöhen. Bach hat dann den vierstimmigen Choral zum Höhepunkt gebracht, und die Musik war also ganz stark aus dem Christentum heraus geformt und aufgebaut worden. Das hat die klassische Musik gegeben.
Die Schlaginstrumente wurden auch verwendet, aber nicht, um ständig den Rhythmus anzugeben. Das muss man empfinden. Den Rhythmus, aber an bestimmten Stellen Betonung zu geben, das ist wie Gewürz in einem guten Essen. Aber wenn alles nur noch nach Pfeffer schmeckt, wozu hat die Hausfrau gekocht?
Wenn man zum Beispiel an das Weihnachtsoratorium denkt: jaucht es, verlocket, da kesselt es, ja, die Pauken. Aber das ist so gezielt eingesetzt. Das Weihnachtsoratorium ist nicht nur noch ein Kesselpaukenlärm, sondern so gezielt. Oder ich denke so gerne an eines meiner Lieblingsviolinkonzerte, das einzige, das Beethoven komponiert hat: das D-Dur-Violinkonzert. Dafür ist es besonders lang. Allein der erste Satz ist ja schon vierzig Minuten, und das beginnt ja mit Paukenschlägen, ganz feinen Paukenschlägen. Dann kommen die Bläser, bringen das erste Thema der Sonatenform, und dann wird das entwickelt, und immer wieder kommt die Pauke.
Es gibt zwischendurch eine Stelle, das ist eine der schönsten für mich: Die Geige spielt in sehr hohen Lagen. Das war ja die Zeit, als man entdeckte, wie schön die Geige in ganz hohen Lagen klingt. Beethoven hat das ausgenutzt, eine Kantilene, also eine ganz besonders gesungene Melodie der Geige, und unten wird das mit der Pauke begleitet, dezent. Aber das ist nicht so, um damit mit Kesselschlägen in Ekstase versetzt zu werden, sondern eben ganz gezielt eingesetzt.
Aber David benutzt hier Harfen, Tamburine und dann eben Tamburine, Schellen, Zimbeln. Es sollte ziemlich klappen. Jedenfalls werden wir gleich sehen: Als David das zweite Mal auf richtige Art und Weise die Bundeslade wirklich nach Jerusalem bringt, sieht es mit den Instrumenten ganz anders aus. Also die Musik hat gewechselt.
Und es ist immer so: Wenn der Glaube wechselt, dann wechselt auch die Musik. Nicht wahr, als Mose auf dem Berg war mit Josua und unten beging man die Sünde des goldenen Kalbes, und das sollte ja ein Gottesdienst sein, nicht wahr? Es wird doch gesagt in 2. Mose 32,5: Morgen ist ein Fest dem Herrn, dem Yahweh. Und hat dann dieses Apis-Stier-Kalb benutzt, aber mit dem Herrn identifiziert. Und was haben die für ein Fest gefeiert? Eine Heidenfreude haben die gehabt.
Der Ausdruck Heidenfreude meint eben eine Freude, die wirklich götzendienischen Charakter hat. Und die haben da Musik gemacht, dass Josua zu Mose sagt: Da unten ist Kriegsgeschrei. Mose sagt: Nein, das ist nicht Kriegsgeschrei, das ist Wechselgesang.
Aber was ist denn geschehen? Warum hat Josua nicht sagen können: Mose, hör mal, wie nach dem Durchzug durchs Rote Meer, 2. Mose 15, da haben sie das Lied der Erlösung gesungen, und das ganze Volk hat dort gesungen? Er sagt nicht: Oh, das ist wie das Lied der Erlösung. Nein, Kriegsgeschrei.
Kriegsmusik ist ja typisch so, dass man das Tempo nicht führt, sondern jeder Schlag wird genau gleich. Darum war diese Musik auch für Hitler damals wichtig. Der hatte noch keine Rockmusik, die war noch nicht erfunden. Aber das kam erst in den 1950er Jahren, und hätte er sie gehabt, dann hätte er sie voll eingesetzt, aber sicher. Da hat er halt die Blasmusik eingesetzt, aber die kann man so und so einsetzen.
Eben dieser stampfende, gleichbleibende Rhythmus, das bringt die Leute in Ekstase. Und die kontrollierende Funktion des Frontallappens wird runtergefahren, und so entsteht die Heidenfreude. Aber sehen wir: Als Israel eben den Glauben wechselte von 2. Mose 15 nach 2. Mose 32, da hat sich die Musik auch verändert.
Und wir sehen da einen feinen Hinweis, dass die Musik bei David beim ersten Mal mit der Bundeslade hoch anders war als beim zweiten Mal und eben gekennzeichnet von Tamburinen, Schellen und Zimbeln. Aber die kann man einsetzen so und so.
Das Gericht über Ussa und die Notwendigkeit biblischer Ordnung
Jetzt fahren wir weiter in Vers sechs. Und als sie zur Tenne Chons kamen, da griff Ussa nach der Lade Gottes und fasste sie an, denn die Rinder hatten sich losgerissen. Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen Ussa, und Gott schlug ihn dort wegen des Vergehens, und er starb dort bei der Lade Gottes.
Und David entbrannte darüber, dass der Herr einen Bruch an Ussa gemacht hatte, und er nannte jenen Ort Peretz-Ussa bis auf diesen Tag. Und David fürchtete sich vor dem Herrn an jenem Tag und sprach: Wie soll die Lade des Herrn zu mir kommen? Und David wollte die Lade des Herrn nicht zu sich einkehren lassen in die Stadt Davids. Und David ließ sie beiseite bringen in das Haus Obed-Edoms, des Gatiters. Und die Lade des Herrn blieb im Haus Obed-Edoms, des Gatiters, drei Monate. Und der Herr segnete Obed-Edom und sein ganzes Haus.
Was ist da geschehen? Nun, ich möchte jetzt noch sehr betonen: Sie haben die Lade auf einen Wagen getan. Sie haben sich an den Philistern orientiert, anstatt am Wort Gottes. 4. Mose 4,15, das hätte David ja lesen müssen bei seiner täglichen Lektüre von 1., 2., 3., 4. und 5. Mose. Das war ja seine Bibel. Das ganze Alte Testament hatte er noch nicht, das Neue schon gar nicht, aber er hatte die fünf Bücher Mose.
Was hatte er noch? Samuel schrieb das Buch Josua. Josua schrieb das Buch Josua, und Samuel schrieb schon das Buch der Richter und auch das Buch Ruth. Das wissen wir aus der jüdischen Überlieferung im Traktat Talmud, Baba Batra 14. Dort werden wichtige Informationen gegeben, welche Bücher von wem geschrieben worden sind. Also Richter, Ruth und auch schon ein Teil von 1. Samuel.
Und was hat er noch? Das Buch Hiob! Das wird auch im Baba Batra erklärt, dass Mose das Buch Hiob auf einer früheren Vorlage, die zur Zeit von Hiob geschrieben wurde, unter Inspiration verfasst und Israel gegeben hat. Und natürlich auch Psalm 90, den Mose am Ende der Wüstenwanderung geschrieben hatte. Das war die Bibel.
Und da hätte David eben auch studieren müssen in 4. Mose 4, und Gott macht ihn verantwortlich dafür. Die Bundeslade muss getragen werden von den Kehatitern, und niemand soll das Heilige berühren, damit er nicht sterbe. So haben wir es gelesen in 4. Mose 4,15, dass man das Heilige nicht berühren soll, damit man nicht sterbe.
Aber jetzt kommen sie ja da zur Tenne nach Chons, Ussa greift nach der Lade Gottes, weil diese Rinder da eben außer Kontrolle geraten waren, und Gott schlägt ihn. Er stirbt. Und für David war das natürlich eine unglaubliche innere Erschütterung, wenn man sich denkt, er hat sich ständig vorgestellt: Eines Tages werde ich die Bundeslade nach Jerusalem bringen. Die soll nach all diesen Jahrhunderten der Wanderung zur Ruhe kommen. Der Herr soll dort diesen Ort von 5. Mose 12, den er kannte durch die Lektüre von 5. Mose, den Ort, den der Herr auswählen würde, als einen der Stämme, und jetzt weiß ich, es ist Zion.
Und jetzt geschieht das, und David wird innerlich eben so aufgewühlt. Die Bibel spricht von Zorn. Diese Furcht vor dem Herrn war eine Angst, und er sagte sich: Das kann ich nicht mehr machen. Die Bundeslade kann nicht mehr nach Zion kommen, in die Stadt Davids. Und dann war die Notlösung: Sie wurde dort in das Haus von Obed-Edom gebracht, und die Familie Obed-Edoms kommt unter den Segen des Herrn. Ganz eindrücklich.
Sie haben sich um die Bundeslade gekümmert, eben nicht abergläubisch, aber sie wussten: Das ist die Lade des Herrn. Sie hat etwas ganz Besonderes zu bedeuten. Nun, David hat falsch gehandelt, und Gott macht ihn verantwortlich. Gott war viel strenger mit David und seinen Leuten als mit den Philistern, weil sie keine Bibel hatten. Also, wenn wir die Bibel haben, sind wir verantwortlich.
Gut, man kann sagen: Ja, dann lese ich sie einfach nicht. Aber wir sind schon verantwortlich, wenn wir sie nur schon im Gestell haben. Ja, dann schaue ich, dass sie aus dem Gestell rauskommt. Aber wir sind auch schon verantwortlich, weil wir die Bibel haben könnten. Ja, aber die Bibel ist uns nicht gegeben, um uns Angst zu machen, sondern sie ist gegeben, uns auf dem Weg zu bewahren, damit wir nicht nach rechts und nicht nach links abweichen, um unsere Herzensbeziehung zu dem Herrn dadurch stetig zu vertiefen.
Aber David hat hier eine innere Erschütterung des Glaubens erlebt, aber er hat darüber nachgedacht.
Davids Umkehr und die erneute Vorbereitung nach göttlicher Ordnung
Und wir können mal aufschlagen in 1. Chronika. 1. und 2. Chronika wurden übrigens von Ezra geschrieben, das wissen wir auch aus Barba Batra. Das ist dieser Mann, der sein Herz darauf richtete, das Gesetz des Herrn zu erforschen, es zu tun und es dann auch zu lehren: Ezra 7,10. Und er hat das Buch, also 1. und 2. Chronika, ursprünglich geschrieben.
Und was lesen wir? 1. Chronika 15,1: Und er baute sich Häuser in der Stadt Davids, und er bereitete einen Ort für die Lade Gottes und schlug ein Zelt für sie auf.
Also einen ganz speziellen Standort hat er dort bei seinem Palast eingerichtet. Dort kommt die Bundeslade hin. Das ist übrigens auch zu sehen in Verbindung mit dem späteren Salomonstempel. Salomo baut ja den Tempel später, und in 1. Könige 8 lesen wir von einem Ort, den Salomo bereitet hat, im Allerheiligsten, um dahin die Bundeslade zu setzen. Und diesen Ort kann man heute noch sehen.
Wir wissen heute durch die archäologische Forschung exakt, wo das Allerheiligste auf dem Felsen, der heute im Felsendom ist, gestanden hat. Und im Zentrum des Quadrates von zwanzig mal zwanzig Ellen gibt es eine Vertiefung von 130 Zentimetern auf 100 Zentimeter, also ein Rechteck, genau im Zentrum, parallel zu den ursprünglichen Wänden des Allerheiligsten. Und das war eine Vertiefung, die Salomo gemacht hat, um die Bundeslade dorthin zu setzen, damit sie auf dem Felsen nicht unwürdig wackelte.
So wie wir gesehen haben, hat man sie bei Bezemesch auch provisorisch auf einen Felsen gestellt. Man wusste: Das ist der Platz für die Bundeslade. Und da auf dem Felsen ist eine Vertiefung, die genau den Maßen der Bundeslade entspricht.
Die Bundeslade, 2. Mose 25, haben wir gelesen, war zweieinhalb Ellen lang. Königsellen sind genau 52,5 Zentimeter lang, das wissen wir ganz genau durch die archäologischen Ausgrabungen. Und das ergibt 131 Zentimeter. Aber die Breite, eineinhalb Ellen, das wären 79 Zentimeter. Nur die Vertiefung da auf dem Felsen in Jerusalem ist 100 Zentimeter. Da haben wir eine Erklärung für die zusätzlichen 21 Zentimeter.
Ganz einfach: In 5. Mose 31 wird gesagt, dass neben der Bundeslade das Original von Mose, also des fünften Buchs Mose, dorthin bei der Bundeslade hingelegt werden musste. Also die 21 Zentimeter waren für die Rolle des fünften Buchs Mose.
Und so hatte Salomo einen Ort bereitet, und David hatte einen Ort bereitet bei seinem Palast, um die Bundeslade dorthin zu setzen und darum herum ein provisorisches Zelt. Das war nicht die Stiftshütte. Die Stiftshütte war zu dem Zeitpunkt immer noch in Gibeon, aber ein spezielles Zelt.
Die zweite, richtige Ordnung und der Segen für Obed-Edom
Und da lesen wir jetzt 1. Chroniker 15,1: Und er baute sich Häuser in der Stadt Davids, und er bereitete einen Ort für die Lade Gottes und schlug ein Zelt für sie auf.
Damals sprach David: Die Lade Gottes soll niemand tragen als nur die Leviten; denn sie hat der Herr erwählt, um die Lade Gottes zu tragen und seinen Dienst zu verrichten in Ewigkeit. Und David versammelte ganz Israel nach Jerusalem, um die Lade des Herrn an ihren Ort hinaufzubringen, den er für sie bereitet hatte. Und David versammelte die Söhne Aarons und die Leviten von den Söhnen Kehats, die Kehatiter. Da müssen wir es jetzt genau nach der Bibel machen.
4. Mose 4 sagt: die Kahatiter, von den Söhnen Kahat, Uriel, den Obersten, und seine Brüder, 120 usw. Dann möchte ich lesen in Vers 12: Und er sprach zu ihnen: Ihr seid die Häupter der Väter der Leviten; heiligt euch, ihr und eure Brüder, und bringt die Lade des Herrn, des Gottes Israels, hinauf an den Ort, den ich für sie bereitet habe. Denn weil ihr es das vorige Mal nicht tatet, so machte der Herr, unser Gott, einen Bruch unter uns, weil wir ihn nicht suchten nach der Vorschrift.
Also: David kommt zur Erkenntnis, wir haben wirklich gegen die Bibel gehandelt, und darum hat Gott so eingegriffen und einen Bruch bewirkt. Ha, Bruch, das Wort hatten wir doch schon. Ja, als Gott bei den Philistern einen Bruch machte, nannte David den Ort Baal-Perazim, und da war David eben vom Herrn abhängig, und er war dem Herrn gehorsam. Da gab es bei den Feinden einen Bruch. Aber als er ungehorsam war gegenüber dem Herrn und seinem Wort, da hat Gott einen Bruch gemacht, und der Ort hieß dann Peretz Ussa, Bruch von Ussa. Und wo geschah das? Bei der Tenne Nachons, 2. Samuel 6,5.
Was heißt Nachon? Jeder, der ein bisschen Hebräisch kann, der kennt Nachon. Wenn jemand einem etwas sagt, das richtig ist, dann sagt man Nachon, richtig. Das braucht man ständig. Nachon heißt richtig. Also: an der Tenne richtig, da hat er es falsch gemacht. Und Gott hat einen Bruch gemacht. Und David hat erkannt: Das war so nicht richtig.
Und ich lese noch weiter in 1. Chroniker 15,14: Da heiligten sich die Priester und die Leviten, um die Lade des Herrn, des Gottes Israels, hinaufzubringen. Und die Söhne der Leviten trugen die Lade Gottes auf ihren Schultern, indem sie die Stangen auf sich legten, so wie Mose geboten hatte nach dem Wort des Herrn.
Und im Zusammenhang mit Musik: Und dafür befahl er den Obersten der Leviten, ihre Brüder, die Sänger, mit Musikinstrumenten, Harfen und Lauten sowie Zimbeln zu bestellen, damit sie laut spielten, indem sie die Stimme erheben mit Freude. Und die Leviten bestellten Heman, den Sohn Joels, und von seinen Brüdern Asaf, den Sohn Berechjas, und von den Söhnen Meraris, ihren Brüdern, Etan, den Sohn Kuschajas. Das waren die großen Dirigenten des Tempelorchesters, und mit ihnen ihre Brüder zweiten Ranges und so weiter.
Dann Vers 19: Und zwar die Sänger Heman, Asaf und Etan mit kupfernen Zimbeln, um laut zu spielen, und Zechariah und Asiel. Und dann Vers 22: Und Kenanja war der Anführer der Leviten im Gesang; er unterwies im Gesang, denn er verstand sich darauf. Und Berechja und Elkanah waren Torhüter bei der Lade. Und Schebanja und Josaphat und Netanel und Amasai und Zechariah und Benaja und Elieser, die Priester, schmetterten mit den Trompeten vor der Lade Gottes her.
Die haben letztes Mal gefehlt, die Trompeten. In 4. Mose 10 werden die silbernen Trompeten vorgestellt, und dort wird gesagt: Immer wenn Israel aufbricht, und dann brachen sie auch auf mit der Bundeslade, mussten die Posaunen geblasen werden, die silbernen. Aber das hat David damals nicht gemacht. Da war wichtig: Tambourin, dann die Schellen und die Zimbeln. Hier haben wir auch Zimbeln, aber das Tambourin wird jetzt da nicht erwähnt, und die Schellen auch nicht. Aber sehr stark wird der Gesang betont, und jetzt eben die Trompeten. Die silbernen Trompeten, die würdig da geschmettert wurden, und die silbernen Trompeten in 4. Mose 10 sind ein Bild des Wortes Gottes, das ein klares Signal gibt.
1. Korinther 14 wird zum Beispiel gesagt: Man muss in der Gemeinde ein klares Wort verkündigen. Wenn man die Posaune undeutlich bläst, dann weiß man nicht, was das Signal bedeutet. Also es geht um das klare Signal des Wortes Gottes. Und das ist nun wirklich symbolisch. So hat David das jetzt anders gemacht beim zweiten Mal.
Obed-Edom als Beispiel für Glauben aus Überzeugung
Und wir kehren zurück zu 2. Samuel 6. Wir haben gesehen in Vers 11:
Und die Lade des Herrn blieb im Haus Obed-Edoms, des Gattiters, drei Monate; und der Herr segnete Obed-Edom und sein ganzes Haus.
Dieser Mann ist sehr interessant. Ein Gattiter? Gat ist ja eine der Philisterstädte. Das war also ein Philister, aber er wohnte nicht in Gat. Er wohnte da zwischen Kirjat-Jearim und Jerusalem. Er war aus dem Heidentum ins Judentum übergetreten. Er hatte wirklich Ehrfurcht vor der Sache des Herrn, und darum war er glücklich, dass er die Lade bei sich zu Hause haben durfte.
In 1. Chronik 15 sehen wir, dass Obed-Edom dann später in Jerusalem Wächter für die Bundeslade wurde. Also ein ganz interessanter Mann: aus dem Heidentum übergetreten, aus Überzeugung, nicht einfach, weil er als Jude geboren worden war, sondern weil er dem wahren Gott dienen wollte, wie Rut.
Als Naomi sagte: Geh doch zurück nach Moab, du bist eine junge Witwe – sie war wirklich ganz jung verwitwet –, und was macht man als junge Witwe? Heiraten, wieder heiraten. Ja, das hätte sie sicher gerne auch getan. Aber für sie war wichtig: Ich gehe nicht mehr ins Heidentum zurück. Dann soll ich einen Götzendiener heiraten? Nein, lieber nie heiraten als den Falschen.
Und sie sagt zu Naomi: Nein, dein Gott ist mein Gott. Sie will unbedingt nach Israel, und sie will sich mit dem wahren Gott, dem Gott Israels, verbinden. Dort haben wir so ein eindrückliches Beispiel von Übertritt. Und fürs Heiraten hat Gott gesorgt: Sie bekam den Besten, den es gab, Boas.
Ja, aber so schön dieser Obed-Edom ist und dann dieser dreimonatige Segen: Heute Nachmittag werden wir dann sehen, dass David, der die Bundeslade nicht mehr haben wollte, merkt, dass der Gattiter immer noch nach seiner Herkunft genannt wird, obwohl er übergetreten war. Aber das war eben ein Heide, der aus Überzeugung Jude wurde, und er wurde von Gott gesegnet. Und diesen Segen wollte David haben. Das führt uns dann zu Vers 12, mit dem zweiten definitiven Versuch, die Bundeslade hinaufzubringen.
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