Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 526: Sei treu in deiner Berufung
Herausforderungen im Glaubensalltag und Wege zur Bewahrung der Hingabe
Ich war bei der Idee stehen geblieben, dass es leicht ist, voller Begeisterung in das Abenteuer Glauben zu starten. Doch es kann recht mühsam sein, diese Hingabe zu bewahren, wenn der Chef Überstunden einfordert, die Kinder krank werden, der letzte vernünftige Eheabend Wochen zurückliegt und die Zeit fürs Gebet irgendwie immer knapper wird. Stress raubt den Fokus. Dessen müssen wir uns bewusst sein.
Was kann man dagegen tun? Hier sind drei Tipps aus meinem persönlichen Arsenal an Ideen. Es gibt bestimmt noch viel mehr.
Erstens: Alle vier Monate plane ich eine halbe Stunde ein, in der ich grundsätzlich über mein Leben nachdenke. Dazu öffne ich ein Dokument mit dem Namen „Visionen und Ziele“ und beantworte mir selbst Fragen wie: Was ist die große Vision für mein Leben? Wie zahlt mein derzeitiges Tun auf diese Vision ein? Welches geistliche Thema möchte ich als Nächstes studieren? Was schwirrt mir gerade an Ideen und Fragen durch den Kopf? Wie geht es ganz praktisch den unterschiedlichen Bereichen meines Lebens, also Ehe, Evangelisation, Gesundheit, Gemeinde, Zeit mit Gott usw.? Wodurch verliere ich Zeit für meine Träume? Was sind offenkundige Nöte in meinem Leben? Was sind die Top fünf Sünden, mit denen ich gerade kämpfe? Was sind meine Gaben und Stärken? Welcher Schwächen sollte ich mir bewusst sein? Bin ich an den Jahreszielen dran? Und so weiter.
Zweitens: Ich nehme mir jede Woche einen Tag, meist den Montag, an dem ich alle Termine der Woche und meine Wochenplanung im Gebet mit Gott bespreche. Ich erbitte seinen Segen für jede Aufgabe, die vor mir liegt. Was hat Gebet mit Fokus zu tun? In meinem Fall ganz viel. Dabei meine ich nicht nur Fokus auf vermeintlich geistliche Ziele. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch eine Liste mit Aspekten des Lebens, für die ich Gott regelmäßig um Weisheit bitte. Die Weisheitsliste ist eigentlich so etwas wie eine subtile Fokusliste, wenn man darüber nachdenkt.
Drittens: Urlaub oder Auszeit. Ein- bis zweimal im Jahr brauche ich Abstand zu meinem Leben, um aus der Vogelperspektive darauf schauen zu können. Das ist dann auch die Zeit, um Ballast abzuwerfen, indem ich mit Gott Nöte und Schmerzen bespreche, um mir Trost und Weisheit schenken zu lassen. Ich muss dazu nicht wegfahren. Eine Woche im Sommer abtauchen, im Fluss schwimmen, nachdenken, beten, die Seele baumeln lassen und Gott begegnen – das reicht. So eine Auszeit ist auch eine gute Chance, ein Dokument wie „Visionen und Ziele“ zu erstellen.
Bewusste Reflexion, wöchentliches Gebet und kurze Auszeiten – das sind Dinge, die mir helfen. Ziel ist es, den Fokus nicht zu verlieren, also eine Methodik ins Leben zu implementieren, die mir einerseits zeigt, wo ich gerade stehe, und mir dann die Möglichkeit gibt, regelmäßig kleinschrittig nachzubessern.
Man sollte bloß nicht vergessen, wie lange ein Leben sein kann.
Die unerwartete Wiederkunft Jesu und die Aufforderung zur Wachsamkeit
Aber kommen wir zurück zu dem, was Jesus sagt. Der Aspekt, den er hier besonders hervorhebt, ist: Ihr wisst nicht, wann ich wiederkomme.
In Lukas 12,39-40 heißt es: „Dies aber erkennt: Wenn der Hausherr gewusst hätte, zu welcher Stunde der Dieb kommen würde, so hätte er gewacht und nicht erlaubt, dass sein Haus durchgraben wurde. Auch ihr seid bereit. Denn der Sohn des Menschen kommt in der Stunde, da ihr es nicht meint.“
Jesus vergleicht sich und sein Kommen hier tatsächlich mit einem Dieb, der in ein Haus einbricht. Was ist bei einem Dieb so besonders? Man weiß nicht, wann er kommt. Würde man es wissen, würde man Wachen aufstellen.
Im Text heißt es: „Wenn der Hausherr gewusst hätte, zu welcher Stunde der Dieb kommen würde, so hätte er gewacht.“
Zum Vergleich: So überraschend, wie ein Dieb kommt, der sich unangekündigt durch die Lehmwand gräbt, so überraschend wird Jesus wieder zurückkommen.
Die biblische Verheißung der Wiederkunft und ihre Bedeutung für Christen
Woher wissen wir eigentlich, dass er zurückkommen wird? Nun, das haben die Engel den Jüngern bei der Himmelfahrt gesagt. In der Apostelgeschichte 1,10-11 steht: „Und als sie gespannt zum Himmel schauten, wie er auffuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißen Kleidern bei ihnen, die auch sprachen: ‚Männer von Galiläa, was steht ihr und seht hinauf zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird so kommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen in den Himmel.‘“
Als Christen gehen wir davon aus, dass Jesus zurückkommen wird. Nur wissen wir nicht, wann das sein wird. Deshalb heißt es in Lukas 12,40: „Auch ihr seid bereit, denn der Sohn des Menschen kommt in der Stunde, da ihr es nicht meint.“
Das bedeutet, er kommt, wenn wir nicht damit rechnen. Er kommt also nicht, wenn alle darauf warten.
Ich sage das nur, damit keiner meiner Hörer Zeit damit verschwendet, sich Videos anzuschauen oder Predigten zu hören, die davon handeln, dass die Wiederkunft Jesu kurz bevorsteht. Natürlich kann man nach Zeichen Ausschau halten.
Die drei wichtigsten Zeichen sind erstens Frieden und Sicherheit, zweitens ein großer Glaubensabfall und drittens die Offenbarung eines Mannes, der sich anbeten lässt. Wir lesen davon im 1. und 2. Thessalonicherbrief.
Zeichen der Endzeit und die Mahnung zur Vorsicht
Erster Thessalonicher 5,1-3: Was aber die Zeiten und Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben wird. Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere, und sie werden nicht entfliehen.
Das klingt ganz schön nach Lukas 12, oder? Der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht – völlig überraschend, wenn keiner damit rechnet.
Außerdem lesen wir in Zweiter Thessalonicher 2,3-4: Dass euch doch niemand auf irgendeine Weise verführe. Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mann der Gesetzlosigkeit offenbart worden ist, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist. So dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei.
Hier ist also von einem Glaubensabfall und Götzendienst im Tempel Gottes die Rede. Ein kleiner Hinweis: Der Tempel Gottes ist bei Paulus immer die Gemeinde. Wir sprechen hier also nicht über einen Tempel aus Steinen, sondern über einen Glaubensabfall, der dazu führt, dass weite Teile der Christenheit nicht mehr Gott, sondern einen Menschen anbeten.
Persönliche Einschätzung der Zeichen und die Einladung zur vertrauensvollen Wachsamkeit
So, nun zum Problem. Persönlich sehe ich keines dieser drei Zeichen als erfüllt an. Die Welt wird derzeit nicht von Frieden und Sicherheit dominiert. Von einem weltweiten Glaubensabfall kann ebenfalls nicht die Rede sein, obwohl Europa immer unchristlicher wird.
Der Mann der Gesetzlosigkeit ist für mich auch noch nicht erkennbar.
Auch wenn ich persönlich keines dieser drei Zeichen erfüllt sehe, bleibt natürlich die Frage, ob ich die Texte richtig auslege. Deshalb erscheint es mir richtig, nicht auf meine eigene Auslegung zu vertrauen, sondern auf Jesus.
Er sagt in Lukas 12,40: „Seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.“
Praktische Anregung zur Selbstreflexion und Abschlusssegen
Was könntest du jetzt tun? Beantworte doch einmal einige der Fragen, die in meinem Dokument „Visionen und Ziele“ stehen – einfach so für dich.
Das war's für heute. Der Inhalt einer Episode bleibt länger im Gedächtnis, wenn man nicht nur den Podcast hört, sondern sich im Verlauf des Tages auch Zeit nimmt, das Skript zu lesen.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
