Serie•Teil 8 / 8Licht an einem dunklen Ort
Generierte Mitschrift
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Einordnung der gegenwärtigen Zeit und der Widerstand gegen den Glauben
Wir haben also gesehen: Alles geht nach Plan. In unserer Zeit, in der die Schöpfungsgeschichte und die Sinnhaftigkeit der Geschichte so massiv abgelehnt werden und auch über unseren Glauben an die Wiederkunft Jesu Christi gespottet wird, muss es genau so sein, wie es hier beschrieben ist.
Auch gerade der Punkt, dass unser Glaube an die Wiederkunft Christi verspottet wird, muss man noch in folgendem Zusammenhang sehen. Es gab ganz besonders am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Bibelkonferenzen in Niagara, also in der Nähe der Niagara Falls. Das waren sehr interessante Konferenzen mit Robert Dick Wilson und auch mit Sir Robert Anderson. Sie haben gemerkt, dass immer mehr Bibelkritik aus Europa auch in die Gemeinden nach Amerika hinein kommt, und dem wollten sie entgegenstehen.
Wir haben also gesagt, wir machen diese Bibelkonferenzen, um die Gläubigen in den Grundlagen des Glaubens im Wort Gottes zu festigen. Übrigens, Robert Dick Wilson war ein ganz interessanter Mann. Er fragte sich, wie alt seine Vorfahren geworden waren und wie alt er wohl werden würde, rein menschlich gesprochen. Er kam so auf siebzig Jahre.
Dann hat er die Zeit, die ihm noch blieb, in drei Teile geteilt. Als er 25 war und übrigens bereits das Neue Testament auf Hebräisch auswendig konnte, sagte er sich: Im ersten Drittel lerne ich so viele Sprachen wie möglich. Und er hat dann etwa 40 Sprachen und Dialekte im Zusammenhang mit der Bibel gelernt. Dann sagte er sich, die zweite Hälfte brauche ich für Forschung, um zu zeigen, wie glaubwürdig die Bibel ist. Und das letzte Drittel verwende ich dann noch für die Zeit, um das zu verbreiten und zu lehren. Der Herr hat ihm das so geschenkt und möglich gemacht, und er ist mit 72 heimgegangen.
Ja, Robert Dick Wilson war ein ganz erstaunlicher Mann. Die ganze Intelligenz, die er hatte, hat er dem Herrn geschenkt und zu seiner Ehre eingesetzt. Sir Robert Anderson war zeitweise der höchste Polizist Englands, bei Scotland Yard war er der Chef. Er ist der Mann, der das Buch The Coming Prince geschrieben hat, in dem er die Jahrwochen Daniels auf den Tag genau berechnet hat, in Zusammenarbeit mit Astronomen des Königlichen Observatoriums in Greenwich. Auch da hat er viel beigetragen für die Glaubwürdigkeit der Bibel, um zu zeigen, wie sich diese Jahrwochen genau erfüllt haben bis zum Kommen des Herrn Jesus an Palmsonntag, mit 173 Tagen.
Diese Männer haben also an dieser Konferenz mit anderen zusammen gewirkt. Schliesslich haben sie eine Bücherreihe herausgegeben: The Fundamentals, die grundlegenden Dinge des Glaubens. Sie haben dort ganz grundlegend ausgeführt: Wir dürfen das nie aufgeben. Die Bibel ist Gottes Wort, vollständig inspiriert. Jesus Christus kommt wieder. Und noch weitere Dinge: Jesus Christus ist auferstanden, und sein Erlösungswerk am Kreuz war eben das Werk, durch das wir allein erlöst und mit Gott versöhnt werden können. Das hat man bezeichnet als The Fundamentals.
In der Folge, also etwa nach 1915, hat man diese Leute als The Fundamentalists, die Fundamentalisten, bezeichnet. Das sind die, die glauben, dass Jesus Christus wiederkommt. Und wie verachtet ist man heute, wenn man sagt: Ich bin ein Fundamentalist, ohne Kalaschnikow, ja. Nein, das sind Leute, die an das glauben, was die Christen schon immer geglaubt haben, die echten Christen. Aber nur um zu sagen, wie stark der Gegenwind ist: Wenn wir das heute sagen, Jesus Christus kommt wieder, dann kommt der Spott. Das sind die Fundamentalisten, die so etwas glauben.
Gerne, wir sind Fundamentalisten, weil wir auf dem Fels Jesus Christus stehen, als einzigem Grund, auf dem wir vor Gott nicht nur stehen, sondern bestehen können. Ja, aber das ist ja ganz genau das, was Petrus uns da gesagt hat, als letztes Vermächtnis aus der Todeszelle in Rom. Ist das nicht wunderbar?
Und jetzt muss ich aber noch erklären: Das Wasser für die Sintflut haben wir hier auf der Erde. Und dieses selbe Wasser, aus dem am dritten Schöpfungstag das Festland hervorgekommen ist, hat dann auch das Festland wieder überflutet in der Sintflut. Und zwar wie? Es war eben nicht nur dieser Regen von vierzig Tagen und vierzig Nächten. Das hätte noch nicht die Welt überschwemmt. Aber 1. Mose 6 lehrt, dass alle Quellen der Tiefe aufgebrochen sind. Das heisst, der Ozeanboden brach auf, unterseeischer Vulkanismus ist ausgebrochen, und das hat zu solchen Tsunamis geführt, dass das Wasser der Ozeane das Festland überflutet hat.
So ist die Sintflut entstanden. Und wir lesen in Psalm 104 über die Sintflut, und zwar heisst es dort in Vers 6: Es geht um die Erde. Psalm 104,6: Mit der Tiefe, hebräisch, die Fussnote der Elberfelder erklärt eigentlich eine tiefe, rauschende Wassermenge, das gleiche Wort wie 1. Mose 1,2. Und die Erde wurde Wüstheit und Leere, und Finsternis lag über der Tiefe, dem Ur-Ozean. Und hier heisst es von der Sintflut: Mit der Tiefe hattest du sie, die Erde, bedeckt wie mit einem Gewand, die Wasser standen über den Bergen.
Daraus folgt übrigens, dass die Berge vor der Sintflut nicht so hoch waren wie viele Berge nach der Sintflut. Das ist ein Unterschied. Und dann lesen wir, um die Frage zu beantworten: Wo ging das Wasser der Sintflut hin? Es gibt ja nirgends einen Stöpsel, den man ziehen könnte, wie bei der Badewanne, dann geht es runter. Aber hier wird erklärt: Vor deinem Schelten flohen sie, die Wasser, vor der Stimme deines Donners eilten sie weg. Die Berge erhoben sich, es senkten sich die Täler an den Ort, den du ihnen festgesetzt hattest.
Das heisst, es gab eine erneute Gebirgsauffaltung. Wir haben schon einige gesehen, am dritten Schöpfungstag, wo der Ozeanboden eben durch die Platten, durch die kontinentalen Platten, geschoben und aufgefaltet wurde. Ja, aber im Zusammenhang der Sintflut ist das wieder geschehen. Die Platten haben gegeneinander gedrückt, zum Beispiel die afrikanische Platte nach Norden gedrückt, und so sind die Alpen in der Schweiz entstanden, und natürlich auch ein bisschen darüber hinaus nach Italien, Frankreich und Österreich. Aber eben so ist das Geschehen aufgefaltet worden. Die Berge erhoben sich, es senkten sich die Täler, also auch durch das Absenken.
Übrigens auch das Absenken des Ozeanbodens mit den Rinnen entlang der Anden: Da geht es ganz steil runter im Ozean, gerade entlang der Anden von Südamerika bis minus siebentausend. Oder wenn man an den Marianengraben denkt, fast zwölftausend Meter tief. Und da konnte das Wasser zurückfliessen. Das Wasser ist da, aber es ist zurückgeflossen. Die Berge sind aufgefaltet worden, eben die Alpen bis über 4000 Meter, und dann das Pamirgebirge bis hin zum Himalaya bis fast 9000 Meter. Die Berge erhoben sich, und es senkten sich die Täler.
Früher hat man geglaubt, dass die Berge entstanden sind durch Vulkanismus. Und das ist für gewisse Berge so, zum Beispiel ganz prominent der Ararat. Wenn man da hochgeht, sieht man überall so vulkanisches Gestein, ganz typisch vulkanisches Gestein, und zwar Basalt. Ja, das ist ein vulkanischer Berg. Aber die meisten Berge sind durch Drücken der Kontinentalplatten, durch Auffaltung, entstanden. Und das lernt man aus der Bibel: Die Berge erhoben sich, es senkten sich die Täler. Das war lange bevor die moderne Naturwissenschaft davon etwas wusste, und eben nicht in Millionen von Jahren, sondern katastrophisch in kurzer Zeit ist das geschehen.
Gott hat weltweit eingegriffen, so wie er eingreifen wird, wenn der Herr Jesus in Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird. Und dann heisst es noch in Vers 9: Du hast ihnen eine Grenze gesetzt, die sie nicht überschreiten werden; sie werden nicht zurückkehren, die Erde zu bedecken. Das ist ein Bezug auf 1. Mose 8,21 und 9,11, wo Gott nach der Sintflut sagt, dass es nie mehr eine weltweite Sintflut geben wird. Lokale Überschwemmungen, ja, aber nie mehr eine weltweite Sintflut.
Damit wird klar, dass diese Verse nicht vom dritten Schöpfungstag sprechen, denn da sind ja die Wasser später zurückgekehrt. Aber hier wird gesagt: Und dann nie mehr eine Sintflut. Ja, ich finde das so interessant, was die Bibel da dazu zu sagen hat.
Gericht, Zeit und die Größe Gottes
Und nun lesen wir weiter in Vers 7, in 2. Die jetzigen Himmel aber und die Erde sind durch dasselbe Wort aufbewahrt für das Feuer, behalten auf den Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen.
Also, Petrus sagt: Es wird einen Weltuntergang geben. Und das Wort Gottes bezeugt das. Dieses Wort hat übrigens gewirkt. Wir haben ja gelesen in Vers 5: eine Erde, entstehend aus dem Wasser heraus und bestehend im Wasser durch das Wort Gottes. 1. Mose 1 beim dritten Schöpfungstag macht klar: Gott hat gesprochen, und dann ist das Trockene, die Jabbascha, eben der Urkontinent, aus dem Wasser hervorgekommen. Und dieses selbe mächtige Wort Gottes ist es, das eben bestimmt hat: Es wird einen Weltuntergang geben, am Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen.
Wann ist dieser Tag? Das ist die Zeit von Offenbarung 20. Nach dem Tausendjährigen Reich sieht Johannes einen grossen weissen Thron, und all die Toten erscheinen vor dem Thron und werden gerichtet. Das ist das Endgericht nach dem Tausendjährigen Reich, wenn alle verlorenen Menschen vor Gottes Thron erscheinen werden. Wir kommen darauf zurück, aber das ist gemeint mit dem Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen.
Und dann sagt Petrus in Vers 8: Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Das ist also ganz wichtig, das zu wissen. Darum betont Petrus: Das darf euch nicht verborgen sein. Vielen Menschen ist nach ihrem Willen Wichtiges verborgen, haben wir gesehen. Aber das darf den Gläubigen nicht verborgen sein.
Was heisst das hier? Es gibt Leute, die sagen: Ja, das bedeutet, die Schöpfungstage in 1. Mose 1 sind keine normalen Tage, sondern das sind lange Perioden, denn bei Gott ist ein Tag wie tausend Jahre. Übrigens: Wenn dem so wäre, dann wäre das immer noch näher bei sechs normalen Tagen, als wenn man an Milliarden und Millionen von Jahren glaubt. Ja, mathematisch ist tausend näher bei eins als eben 4,5 Milliarden für die Erde zu tausend Jahren. Aber der Text sagt gar nicht, dass ein Tag bei dem Herrn wie tausend Jahre ist, sondern: ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag.
Was bedeutet das? Dass Gott dem Ablauf der Zeit nicht unterworfen ist. Das war schwierig zu verstehen und ist es immer noch. Ich meine, die Zeit läuft doch, eine Uhr tickt, ja, und man kann nicht mehr zurück, es geht einfach vorwärts. Also die Zeit ist doch etwas Absolutes, hat man gedacht, bis Albert kam, besser bekannt als Albert Einstein. Und er hat herausgefunden: Die Zeit ist relativ. Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Schwerkraft und Geschwindigkeit, und Zeit ist unzertrennlich mit Raum verbunden, kann man nicht trennen. Raum und Zeit gehören zusammen, ja genau so wie die Bibel beginnt: Im Anfang, Bereschit, das ist der Beginn der Zeit, schuf Gott den Himmel, das Weltall, den Raum, und die Erde. Zeit und Raum sind gekoppelt im ersten Vers. Aber Gott war schon vorher da. Er ist der Zeit nicht unterworfen.
Und wenn Richard Dawkins, dieser prominente Evolutionist und wirklich auch verächtlicher Christ, sagt: Ihr mit eurem Gott, was war denn vor diesem Gott? Wer hat diesen Gott erschaffen? Und wer hat diesen Gott erschaffen, der euren Gott erschaffen hat? Und weiter zurück. Da müsste man Richard Dawkins sagen: Und was war vor dem Urknall? Einmal hat ein Professor seinem Studenten erklärt, als ein Student gefragt hat: Herr Professor, was war vor dem Urknall? Ein Tor kann mehr fragen, als ein Weiser beantworten kann. Ja, es ist schwierig, weil es gab keinen Raum, keine Zeit. Und dann kann man nicht mehr von vorher und nachher sprechen. Ja, und Gott ist eben nicht Raum und Zeit unterworfen. Er ist überall gleichzeitig. Er muss nicht von A nach B gehen.
In Jeremia 23 lesen wir, dass Gott sagt: Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde? Er ist überall da, auch bei den entferntesten Galaxien ist er da. Und er ist da. Paulus sagt in Apostelgeschichte 17: In ihm leben und weben und sind wir. Also der Herr ist immer da. Es gibt auch nie einen Moment, wo wir sagen könnten: Ich bin vom Herrn verlassen. Ob wir es spüren, ist etwas anderes, aber er ist da. In ihm leben und weben und sind wir. Er ist überall da, aber nicht nur überall im ganzen Universum und bei uns, sondern er ist auch im Jenseits. Jesaja 57: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei dem, der zerschlagenen Herzens ist. Also er ist der Gott, der überall im Diesseits da ist, der immanente Gott, kann man sagen, und er ist auch jenseits, der transzendente Gott. Er ist also zeitlich nicht unterworfen.
Und darum nennt er sich fast siebentausend Mal im Alten Testament Yahweh, der Ewigseiende, der Unwandelbare. Und in Jesaja 42 sagt Gott: Mein Name ist Yahweh, und diese Ehre gebe ich keinem anderen. Also, wir als Geschöpfe sind immer an Raum und Zeit gebunden. Das wird nie aufhören, auch im Himmel nicht. Es gibt manche, die sagen, im Himmel haben wir keine Zeit mehr. Ja, in Offenbarung 8 steht, es war eine Ruhe von einer halben Stunde im Himmel. Natürlich sind wir der Zeit unterworfen. Und es stimmt wirklich so, wie es in Amazing Grace gesungen wird: Und wenn wir einmal zehntausend Jahre in der Ewigkeit sind, ja, und dann zwanzigtausend Jahre, ewig werden wir mit dem Herrn verbunden sein, aber in Raum und Zeit unterworfen. Gott ist es nicht.
Und schon erstaunlich: Da wird vorweggenommen, was im zwanzigsten Jahrhundert in der modernen Physik entdeckt wurde. Zeit ist relativ, und Gott ist eben diesem Ablauf nicht unterworfen. Er ist der Ich Bin. Jesus Christus, derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Deswegen umschreiben wir es mit dem Namen Yahweh, der Unwandelbare, der Ewige.
Langmut Gottes und die Verantwortung des Menschen
Und daraus leitet Petrus ab: Der Herr zögert die Verheißung nicht hinaus, wie es einige für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen.
Also wird hier klargemacht, dass diese zweitausend Jahre nicht zu lang sind. Gott ist der Zeit sowieso nicht unterworfen; für ihn war das keine lange Zeit. Ja, diese zweitausend Jahre, das ist der Punkt. Aber er hat noch gewartet, weil er Gnade geben will, damit noch so viele wie möglich errettet werden können.
Es zeigt uns hier, wie Gott ist. Er ist dieser Gott der Liebe von Johannes 3,16, der die ganze Welt geliebt hat und niemanden von vornherein abgelehnt hat. Dieser Gott, von dem es in 1. Timotheus 2,4 heißt: Unser Heilandgott, welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Und hier wird es umgekehrt formuliert, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen.
Das ist ein Vers, der beruhigt. Er zeigt nämlich, dass wir in der Ewigkeit nie trauern müssen und denken werden: Der und die hätte errettet werden können, wenn ... Nein, wir dürfen wissen, dass Gott das gemacht hat, was zum Heil geführt hätte. Und es wird gelten, wie der Herr Jesus in Matthäus 23 sagt: Ihr habt nicht gewollt. Es ist die Verantwortung des einzelnen Menschen, ob er verloren geht oder nicht.
Aber das ist etwas, das uns wirklich ans Lebendige geht. Paulus konnte ja sagen: Freut euch in dem Herrn alle Zeit. Und er selbst sagt, dass er eine Freude auch im Leid in seinem Herzen, tief, tief drin, hatte. Und trotzdem sagt er in Römer 9, dass er ständigen Schmerz hat um Verlorene seines Volkes.
Also geht es irgendwie darum, dass man mit einem gewissen Schmerz leben kann und trotzdem sich im Herrn freuen kann. Aber wenn wir an all unsere Bekannten und Verwandten denken, die noch nicht errettet sind, dann sind wir immer in einem Spannungsfeld. Wie kann man sagen: Komm, Herr Jesus, und dann denken, die sind noch nicht errettet? Das ist so ein Schmerz, der uns begleiten kann. Man muss lernen, mit solchen Schmerzen umzugehen und sie auch wieder beiseitezutun. Das ist wichtig.
Aber jetzt verstehen wir, warum es hier heißt: Er ist langmütig gegen uns. Ja, aber Petrus schreibt ja an Wiedergeborene. In 1. Petrus 1 sagt er, gerade ab Vers 3, dass sie, diese Hebräer, wiedergeboren sind. Wieso sagt er hier: Er ist langmütig gegen uns, der nicht will, dass irgendwelche verloren gehen? Wir sind ja schon errettet.
Der Punkt ist der: Er weiß, was es uns bedeutet, all die, die uns nahe sind, und sie sind noch nicht errettet. Das ist der Punkt. Darum ist er langmütig gegen uns. Und so hat Gott eben an Abraham gedacht, als er Sodom und Gomorra zerstörte, weil Abraham ein solches Anliegen hatte: Wenn noch zehn Gerechte in der Stadt sind, dann verschone die Stadt. Ja, und so sieht der Herr das. Und er ist langmütig gegen uns, weil er weiß, wie schwierig diese Sache für uns ist.
Natürlich ist er langmütig gegen die Ungläubigen, aber hier wird gesagt, er ist langmütig gegen uns Gläubige, weil uns so viel daran liegt, dass doch all diese Angehörigen gerettet werden. Und manchmal kommt die Frage: Wie ist das, können wir dann einmal in der Ewigkeit glücklich sein, wenn jetzt eben doch nahe Angehörige verloren gehen? Das wird doch ein ewiger Schmerz sein.
Das ist der Grund, warum es in Offenbarung 21 heißt: Neuer Himmel, neue Erde, alles ist neu gemacht. Und dann heißt es: Gott wird abwischen alle ihre Tränen von ihren Augen. Also, wenn noch irgendein Schmerz übrig geblieben sein wird, dann wird er wegkommen. Und auch dieser letzte Schmerz wird verschwinden. Sie werden sehen: Es ist alles richtig gegangen. Es ist nicht irgendetwas, was wir dann in Ewigkeit in dieser Weise bedauern müssten.
Das ist ein Trost, eine Verheißung. Jegliche letzte Traurigkeit wird in alle Ewigkeit verschwinden.
Der Tag des Herrn und die kommende Auflösung der Welt
Versehen: Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb, an dem die Himmel vergehen werden mit gewaltigem Geräusch, die Elemente aber im Brand werden aufgelöst werden und die Erde und die Werke auf ihr verbrannt werden.
Der Tag des Herrn, was ist das? Der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. Eine wichtige Hilfe: Jedes Mal, wenn wir in der Bibel lesen, dass der Herr wie ein Dieb kommt, ist es das Kommen in Macht und Herrlichkeit als König und Richter der Welt. Nie ist es die Entrückung. Das ist ein ganz wichtiger Schlüssel.
Und der Tag des Herrn, das ist dieser Tag, der im Alten Testament an so vielen Stellen vorkommt: der Tag des Herrn, der Tag JHWHs. Ich lese aus Zefanja 1 ein Beispiel, und dann ist man bedient. Dann weiß jeder: Das ist nicht die Entrückung.
Zefanja 1,7. Warum raschelt es so? Vers 14. Nein, schon Vers 7: Still vor dem Herrn, dem Ewigen! Denn nahe ist der Tag des Herrn. Denn der Herr hat ein Schlachtopfer bereitet, er hat seine Geladenen geheiligt. Und es wird geschehen am Tag des Schlachtopfers des Herrn, da werde ich die Fürsten und die Königssöhne heimsuchen.
Und dann in Vers 14: Nahe ist der große Tag des Herrn, er ist nahe und eilt sehr. Horch, der Tag des Herrn! Bitterlich schreit dort der Held. Ein Tag des Grimmes ist dieser Tag, ein Tag der Drangsal und der Bedrängnis, ein Tag der Verwüstung, ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels, ein Tag der Posaune und des Kriegsgeschreis gegen die festen Städte und gegen die hohen Zinnen. Und ich werde die Menschen ängstigen, und sie werden umhergehen wie die Blinden, weil sie gegen den Herrn gesündigt haben. Und ihr Blut wird verschüttet werden wie Staub und ihr Fleisch wie Kot. Auch ihr Silber, auch ihr Gold wird sie nicht retten können am Tag des Grimmes des Herrn. Und durch das Feuer seines Eifers wird das ganze Land, oder die ganze Erde, verzehrt werden. Denn ein Ende, ja ein plötzliches Ende, wird er mit allen Bewohnern des Landes machen.
Das ist nicht die Entrückung.
Und zwar: Wenn man alle Stellen durchgeht, wie in Zefanja und auch überall im Alten Testament und danach im Neuen, ist der Tag des Herrn immer die Zeit, wenn der Herr Jesus kommt als König und Richter der Welt. Und ganz wichtig: Die große Drangsal, die dreieinhalb Jahre des letzten Weltkrieges, des schrecklichsten Krieges der Menschheitsgeschichte, das gehört mit dazu. Das ist der Tag des Herrn.
Das Morgengrauen wird sichtbar sein. Und dann, wenn der Herr Jesus kommt, nach dreieinhalb Jahren Drangsal, da geht die Sonne der Gerechtigkeit, wie Maleachi 4 es sagt, über dem Horizont auf am Tag des Herrn. Aber eben: Das Morgengrauen, bevor die Sonnenscheibe über dem Horizont erscheint, wenn der Herr Jesus dann auf dem Ölberg östlich von Jerusalem, da wo die Sonne aufgeht, kommt, diese dreieinhalb Jahre werden dazu gerechnet. Das ist der Tag des Herrn.
Und jetzt etwas ganz Wichtiges: Dieser Tag des Herrn wird andauern durch das ganze tausendjährige Reich hindurch bis zum Ende des tausendjährigen Reiches. Das ist auch der Tag des Herrn, weil dann klar werden wird, wer regiert diese Welt? Der Herr. Heute könnte man sagen, das Chaos regiert die Welt. Aber es wird dann klar werden am Tag des Herrn, dass der Herr Jesus über die ganze Welt regiert und alles in seiner Hand hat. Und wie Hiob sagt in Hiob 19,25: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und dass der Letzte wird auf der Erde stehen.
Und so gehört also das tausendjährige Reich mit dazu. Und jetzt verstehen wir, warum hier steht in 2. Petrus 3,10: Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb. Also eine böse Überraschung für die Welt. Sie glauben, dass die Fundamentalisten sich irren, wenn sie glauben, Jesus Christus ist auferstanden. Das war ein Punkt in diesen Büchern der Fundamentals. Und dass er wiederkommt. Er kommt! Der Nazaräer lebt. Wenn er in Harmagedon erscheinen wird und in Edom bei der Völkerschlacht, wenn er auf dem Ölberg kommen wird. Das wird eine böse Überraschung sein, so wie das für uns ist, wenn ein Dieb um 4 Uhr 29 ins Haus kommt. Auch Leute, die gerne Besuch haben, müssen sagen: Aber diese Art von Besuchen? Nein. Das ist das Kommen wie ein Dieb, eine böse Überraschung für die Welt.
Aber wenn der Jesus mit Entrückung kommt, dann kommt er als Bräutigam für die Gemeinde, die Braut. Dann kommt er nicht wie ein Dieb in der Nacht. So geht Hochzeit nicht.
Ja, und darum steht hier: Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb, an dem die Himmel vergehen werden. Die Welt geht nicht unter bei der Wiederkunft Christi, erst nach dem tausendjährigen Reich. Aber die Welt wird untergehen am Tag des Herrn, weil der Tag des Herrn das ganze tausendjährige Reich umfasst. Und dann heißt es: mit gewaltigem Geräusch oder Gekrach wird das geschehen, die Elemente werden im Brand aufgelöst, und die Erde und die Werke auf ihr werden verbrannt werden.
Petrus, der Fischer aus Galiläa, hat schon Albert Einsteins Relativität der Zeit vorweggenommen. Die Elemente werden im Brand aufgelöst werden. Aber die Philosophen damals, die großen Denker der Griechen, die wussten schon: Die Materie ist aufgebaut aus kleinsten Einheiten. Die nannten sie atomon, das Unteilbare. Diese Teilchen kann man nicht teilen. Was ging? Tausend Jahre? Und nochmals tausend Jahre. Und dann fand man heraus in der modernen Physik: Doch, man kann die Teilchen teilen. Und dann entfesselt sich gebundene Energie in der Materie in einer gewaltigen Weise, so dass man schreckliche Atombomben daraus bauen kann.
Die Elemente im Brand, im Feuer, mit gewaltigem Krach, haben wir gesehen, werden aufgelöst werden. Das ist Kernspaltung in der Bibel, 2000 Jahre vorher vorweggenommen. Das zeigt die Inspiration des zweiten Petrusbriefes, die Inspiration der Bibel.
Und übrigens: In Vers 12 heißt es: Indem ihr erwartet und sorgfältig vorbereitet die Ankunft des Tages Gottes, dessentwegen die Himmel in Feuer geraten, werden aufgelöst, und die Elemente im Brand zerschmelzen werden. Aber da ist noch etwas anderes. Hier haben wir gelesen: Elemente im Brand aufgelöst. Und hier: Elemente zerschmelzen. Ja, im 20. Jahrhundert hat man herausgefunden, wenn man die Atomkerne spaltet, die Elemente auflöst, entfesselt sich Energie. Aber man kann auch Atomkerne zerschmelzen, das ist Kernfusion, Kernzerschmelzung. Und so kann man auch Energie gewinnen.
Wow, Kernspaltung und Kernfusion vorweggenommen, entgegen der wissenschaftlichen Meinung seiner Tage, der Fischer aus Galiläa.
Und noch etwas: Petrus sagt Elemente, und er benutzt das Wort stoicheion und nicht atomon, das Unteilbare. Diesen falschen Ausdruck. Immer wenn wir über Atomenergie sprechen, ehren wir uns, denn die Teilchen sind ja nicht unteilbar. Also wenn wir von Atomen sprechen, sprechen wir eigentlich falsch, aber wir meinen es natürlich richtig. Aber Petrus benutzt nicht dieses falsche Wort, sondern er benutzt ein Alternativwort, stoicheion. Das kennen wir vielleicht noch von Stöchiometrie in der Chemie. Als wir lernten, wie kann man zwei Wasserstoffatome mit Sauerstoff verbinden, dann gibt es Wasser. Das ist die Lehre der Stöchiometrie, das kommt von stoicheion. Dieses Wort benutzt er.
Stoicheion hat nicht den falschen Nebengedanken des Unteilbaren, sondern er hat den Gedanken des Grundlegenden, das grundlegende Teilchen. Das ist fantastisch, was da alles drin ist.
Und dann sagt Petrus in Vers 11: Da nun dies alles aufgelöst wird, welche solltet ihr dann sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit? Also wir wissen, alles hier wird vergehen. Was ist eigentlich wichtig? Wichtig ist ein Leben mit dem Herrn Jesus, in dem unser Herz eben von ihm erfüllt ist, indem wir uns ihm ganz hingeben. Darum sagt er: Alles wird aufgelöst, aber was ist wichtig? Welche solltet ihr sein in heiligem Wandel, also in einer treuen Nachfolge dem Herrn, und Gottseligkeit, ein Leben erfüllt von der Ehrfurcht und der Gemeinschaft mit Gott.
Indem ihr erwartet, und jetzt heißt es in der Elberfelder: beschleunigt die Ankunft des Tages Gottes. Es ist so: Das Wort im Griechischen kann bedeuten beschleunigen, aber auch sorgfältig vorbereiten. Es ist nicht so, dass wir irgendwie bewirken können, dass das Datum geändert wird. Gott hat das Datum, es ist festgelegt. Aber wir können diesen Tag sorgfältig vorbereiten, dass wir eben ein Leben leben im Blick auf eine neue Schöpfung, weil einmal alles gottgemäß sein wird. Und da sollen wir schon ein Vorgeschmack sein durch unser Leben in einer verdorbenen Welt.
Und darum heißt es dann weiter: Indem ihr erwartet und beschleunigt die Ankunft des Tages Gottes, dessentwegen die Himmel in Feuer geraten werden. Also, am Tag des Herrn wird das Weltall aufgelöst werden, und dann beginnt der Tag Gottes. Der Tag Gottes ist dann eben die Zeit, wo Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schafft. Und das Universum wird aufgelöst wegen des Tages Gottes, weil Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen will.
Jetzt haben wir da schon zwei Tage: den Tag des Herrn, den Tag Gottes. Und jetzt gehen wir weiter.
Vers 13: Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Dafür weist Petrus auf Jesaja 65,17 und 66,22, wo Gott vom tausendjährigen Reich spricht und dann ganz kurz einen Ausblick macht auf die neue Schöpfung, neue Himmel und neue Erde.
Vers 14: Deshalb, Geliebte, da ihr dies erwartet, so befleißigt euch, ohne Flecken und untadelig von ihm erfunden zu werden, in Frieden. Also, unser Leben soll schon der neuen Schöpfung entsprechen, wo Gott regiert. Aber wir wissen, dass Gott Verheißung hat für die Zukunft.
Vers 15: Und erachtet die Langmut unseres Herrn für Errettung, so wie auch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm gegebenen Weisheit euch geschrieben hat. Also Gott wartet, und darum ist der Herr noch nicht gekommen. Warum wartet er? Weil er langmütig ist, er möchte, dass noch so viele zum Glauben kommen.
Und davon hat Paulus geschrieben, ihnen, diesen Hebräern, und zwar im Hebräerbrief sagt er immer wieder: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Heute wiederholt, wiederholt ist genau das Thema: die Langmut Gottes, die die Chance ist für die Hebräer, die sich zwar zum Messias bekannt haben, aber die waren nur erleuchtet und nicht wiedergeboren. Die haben die Wirkung des Heiligen Geistes erlebt, der ihnen die Augen geöffnet hat, sind teilhaftig geworden der Heiligen Geistes, nicht des Heiligen Geistes, sondern seiner Wirkung. Aber Paulus warnt: Wenn ihr nicht ganz durchdringt, kann es sein, dass ihr euch einmal total abwenden werdet und den Sohn Gottes mit Füßen treten werdet. Und dann gibt es keine Möglichkeit für Vergebung. Es gibt sie nur durch den Sohn Gottes. Wenn man ihn nicht will. Alle, die kommen, die werden angenommen. Aber die, die nicht mehr kommen, die werden nicht angenommen.
Und darum sagt er: Unser Bruder Paulus hat euch geschrieben nach seiner ihm gegebenen Weisheit. Oh ja, gerade im Hebräerbrief sehen wir diese Weisheit des Paulus, der die Zusammenhänge des Alten Testaments versteht im Blick auf den Messias Jesus. Das ist genau der Hebräerbrief, den wir in der Bibel haben, wie auch in allen Briefen, wenn er in ihnen von diesen Dingen redet, von denen einige schwer zu verstehen sind.
Wenn Petrus sagt, Paulus’ Briefe sind schwierig, dann müssen wir keine Komplexe haben, wenn man etwas nicht versteht. Etwas oder einiges nicht versteht. Und dann wird aber gesagt, die Unwissenden und Unbefestigten verdrehen diese Briefe, und das gilt auch für die ganze Heilige Schrift. Aber es ist immer zum eigenen Verderben, wenn man die Bibel verdreht.
Vers 17: Ihr nun, Geliebte, da ihr es vorher wisst, so hütet euch, dass ihr nicht durch den Irrwahn der Frevler mit fortgerissen werdet und aus eurer eigenen Festigkeit fallt.
Darüber haben wir ja schon am Anfang der Konferenz gesprochen. Petrus wusste, dass in dieser Endzeit nicht nur die Schöpfungsgeschichte und die sinnvolle Geschichte verworfen werden, gespottet wird über die Fundamentalisten, die an die Wiederkunft Christi glauben, sondern es werden alle moralischen Schranken zerbrochen werden. Aber die Gläubigen wissen das, es ist keine Überraschung, was heute geschieht, und wir sollen uns eben bewahren lassen.
Und jetzt wird Wolfgang noch die letzten Verse bis zum Ende erklären. Darf ich bitten?
Also, wir haben gesehen: der Tag des Herrn, der Tag Gottes, und dann entsteht neuer Himmel und neue Erde, und dann kommt der Tag der Ewigkeit, Vers 18. Und was wir heute haben, das ist der Tag des Heils, 2. Korinther 6, wo das Evangelium in der ganzen Welt verkündigt wird. Das ist der Tag des Heils. Und dann kommt der Tag des Herrn, der Tag Gottes, und dann der Tag der Ewigkeit.
Ich habe meine Eieruhr vergessen mitzubringen. Macht euch auf etwas gefasst.
Ich habe ein paar Dinge noch auf dem Herzen, zu den letzten beiden Versen etwas zu sagen, und ich wurde vor allem angeregt durch eine Frage gestern Abend, die wir aus Zeitgründen nicht beantwortet haben, aber die mich wirklich sehr bewegt hat. Und ich glaube, diese Frage ist stellvertretend gestellt worden für viele andere. Ich lese die einmal vor: Ich lese davon, dass uns alles geschenkt wurde, und dann freue ich mich. Aber dann wieder in der Woche verspüre ich so wenig davon. Ich bin irgendwie Gott nicht nah, habe Mühe, der Sünde zu widerstehen. Ich sehe es bei mir, aber auch oft bei den anderen, dass diese Kraft eines gottseligen Lebens fehlt. An was liegt das? Ich will nicht zweifeln, dass Gott uns ausgeschenkt hat.
Sehr gute, wichtige Frage. Und ich möchte im Zusammenhang mit den zwei letzten Versen irgendwie versuchen, eine Antwort, eine Ermutigung zu geben. Ich hoffe, dass mir das gelingt. Ich würde gerne auch noch auf zwei, drei Bücher hinweisen, und ich weiß noch nicht so richtig, wie ich das machen soll. Ich finde das nicht so schön, wenn man mit einer Buchempfehlung schließt. Mal sehen, wie wir das hinkriegen.
Zuerst einmal eine Beobachtung, die ihr wahrscheinlich in eurer Bibel schon längst entdeckt und auch unterstrichen habt, dass wir hier in Kapitel 3 viermal die Anrede Geliebte finden. Also viermal benutzt der Petrus dieses Wort, um dann eine Empfehlung, eine Ermahnung zu geben.
Direkt im Vers 1 und 2 kann man sagen: Diesen zweiten Brief, Geliebte, schreibe ich euch, in welchem beiden ich durch Erinnerung an eure lautere Gesinnung aufwirke, damit ihr gedenket. Also er leitet diese Ermahnung, diese Erinnerung ein mit dem Wort Geliebte. Das finde ich ja sehr, sehr interessant und sehr schön und auch wichtig für uns, gerade auch für die Geschwister unter uns, die Aufgaben haben in der Gemeinde, in der Jugendarbeit, das nie zu vergessen: Es geht hier um die Geliebten. Auch wenn wir mahnen müssen, Hinweise geben müssen, die vielleicht nicht so angenehm sind, es muss einfach deutlich sein: Es kommt aus einem Herzen der Liebe. Hier ist Petrus, der Hirte, vor uns ein ganz großes Beispiel.
Das zweite Mal finden wir in Vers 8: Dies eine sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre usw. Das dritte Mal finden wir in Vers 14: Deshalb, Geliebte, auch eine Schlussfolgerung mit einer Ermahnung, da ihr dies erwartet, befleißigt euch nun, ohne Flecken und tadellos von ihm erfunden zu werden. Wieder eine Ermahnung, die eingeleitet wird mit Geliebte, aus einem warmen Hirtenherzen herausgesprochen. Und dann Vers 17: Ihr nun, praktisch der Abschluss dieses Briefes und dieses Kapitels: Da ihr es vorher wisst, hütet euch, dass ihr nicht durch den Irrtum der Ruchlosen mit fortgerissen werdet aus eurer eigenen Festigkeit fallt.
Und das ist, glaube ich, auch eine wichtige Ermahnung für uns jetzt gerade in unserer Zeit, wo viele mitgerissen oder fortgerissen werden von allen möglichen leeren Theorien, theologischen Systemen. Wir haben hier so viele Gespräche gehabt in den letzten Stunden und Tagen, wo das sehr, sehr deutlich geworden ist, wie wir auch umkämpft sind oder wo wir in Gemeinden sind, wo bestimmte Dinge plötzlich auftauchen und alle begeistern oder alle irgendwie motivieren sollen. Es geht darum, dass wir eine Festigkeit haben, die wir gewonnen haben durch Gottes Wort, eine Überzeugung, für die wir stehen und die auch standhält, wenn alle möglichen Leute an uns zerren oder wir auch von dem Sog der Masse mitgezogen werden in eine Richtung.
Ich weiß nicht, ob ihr das mal erlebt habt, wie man auch unter Gläubigen unter Druck geraten kann und dabei bestimmte Überzeugungen aufgibt oder vergisst oder verdrängt oder nicht den Mut hat, dazu zu stehen. Wenn ich erinnert habe an die Biografie von Luther, wir kennen alle die Szene da in Worms, Reichstag usw. Da wurde auch Luther mit seiner Überzeugung, er ist ja wirklich kraftvoll und überzeugt, mit seinen Freunden dahingezogen. Aber als er dann schließlich vor dem Kaiser stand und vor den ganzen klerikalen Männern, die ihn dort verhörten oder von ihm ein klares Bekenntnis erwarteten, sich von all seinen Schriften und Zeugnissen da loszusagen oder zu widerrufen, da ist er ins Wanken gekommen. Einer gegen alle, könnte man sagen. Natürlich waren ein paar Freunde von ihm auch da, aber die auch sehr, sehr vorsichtig waren, und die waren auch ein bisschen erschrocken, dass Martin Luther, der doch so ein Mann war und sich so klar mit seinen Thesen und in seinen Diskussionen geäußert hat, plötzlich um Aufschub bat, um mehr Zeit, um zu überlegen.
Ich glaube, vier Tage hat man ihm dann gewährt. Man hatte erwartet, man könnte in wenigen Minuten die Sache erledigen, der würde jetzt abschwören, die Thesen und seine Werke zurücknehmen, und dann wäre alles klar. Man wollte auch keine Diskussion mehr haben. Aber dann bat er noch mal um einige Tage, und dann hat er Kämpfe durchlebt, weil er merkte: Ja, ich stehe so unter Druck, und da sind so viele bekannte Leute, auch manche geehrte Leute, natürlich auch Feinde von ihm. Aber dann kam er nach vier Tagen wieder, und dann hat er ja seine berühmte Antwort gegeben, dass es nicht gut ist, etwas gegen sein Gewissen, gegen seine Überzeugung zu tun, wenn sie in Gottes Wort begründet ist: Hier stehe ich und kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.
In aller Bescheidenheit und Deutlichkeit: Da ist einer nicht aus der Festigkeit gefallen und ist nicht mitgerissen worden durch den Sog der Masse, durch Massensuggestion.
Ich habe das oft erlebt auf Konferenzen, auch gerade bei Charismatikern, wenn an Jesus gekrönt wird, alle haben eine Fahne in der Hand, tolle Musik, auf einmal wird es ganz, ganz still, und jetzt soll Jesus gekrönt werden. Dann fangen so ein paar junge Mädchen an zu tanzen, so ein Anbetungstanz, einen sogenannten, und symbolisch wird dann Jesus gekrönt und gefeiert. Alle stehen auf und schwenken ihre Fahnen. Ja, was macht man dann als Einzelner in der Masse? Ich hatte keine Freunde bei mir. Natürlich habe ich keine Fahne erhoben und geschwenkt, sondern ich habe mich demonstrativ natürlich sehr stur dorthin gestellt, wurde aber sofort entdeckt. Ich wurde beobachtet. Ich weiß auch nicht, wie die gemerkt haben, dass da irgendwo ein falscher Fuffziger unter ihnen war.
Und als dann Zeit war, da zur Seelsorge, man konnte nach vorne kommen, sich segnen lassen oder Dinge aussprechen, Sünden bekennen usw., dann habe ich mich dann gesetzt, wie alle anderen, und dann dachte ich mir schon: Da hinten ist einer, der kommt auf dich zu. Tatsächlich, während alle anderen ganz begeistert waren, erfüllt waren, kam er dann immer näher, setzte sich neben mich auf die Bank und legte so ein bisschen seine Hand auf meine Seite und: Bruder, war das nicht ein wunderbarer Tag heute? Nö, habe ich gesagt. Kann ich sagen, ich phantasiere ein Affentheater.
Da war der so erschüttert, da sagte er: Bruder, bist du überhaupt wiedergeboren? Bist du überhaupt ein Kind Gottes? Bruder, bist du ein Kind Gottes? Ja, und dann habe ich ihm mein Glaubensbekenntnis runtergerattert, an was ich alles glaube, und das hat ihn dann auch sehr verwirrt. Wie ist es möglich, dass einer den Herrn liebt, das Wort Gottes liebt und ist nicht begeistert von diesem wunderbaren Tag, wo Jesus gekrönt wird?
Da war ein Augenblick Stille, da haben beide so ein bisschen nachgedacht, und da hat der mir aus seinem Leben erzählt, kommt aus dem Osten, in der Umgebung keine Christen, und hier ein paar tausend Christen, die alle jubeln, singen, Jesus ehren wollen und krönen, und so wäre das für ihn ein wunderbares Erlebnis, und er könnte gar nicht verstehen, dass ich das anders empfinde. Na ja, dann hat er natürlich gleich auch eine Vision gekriegt, eine Prophezeiung über mein Leben, über mein Herz usw. Die brauche ich hier nicht erzählen. Da stellte sich einfach raus, das war wirklich ein Bruder, der den Herrn liebt, ohne Zweifel. Da habe ich gar keine Mühe, das zu bekennen. Wir haben hinterher zusammen gebetet, uns hinterher noch mal getroffen, miteinander gesprochen, einer, der wirklich auch Sehnsucht hat, in Gemeinschaft mit Gläubigen zu leben.
Aber da wurde mir, das wollte ich ja damit auch sagen, auch deutlich, wie schnell man in einer Gemeinde, auf einer Konferenz beeinflusst werden kann, in Zweifel kommen kann: Bin ich der einzige, der hier richtig tickt, oder ist es nicht besser, wenn man sich hier auch anpasst?
Ich glaube, in dieser letzten Zeit gibt es viele Versuchungen. Wir haben manche Gespräche geführt darüber, auch Tendenzen unter Gläubigen, die unbedingt Gottes Wort lieben, Fundamentalisten sind und plötzlich Ideen haben, gerade auch was die Bundestheologie betrifft. Habe ich eben noch mit zwei Geschwistern kurz darüber gesprochen, und wie dann alles im Alten Testament plötzlich ganz anders ausgelegt wird, die ganzen Symbole und Hinweise auf zukünftige Dinge, und dass dann das Hohelied zum Beispiel auch nur ein Stück Eheberatung ist, die Liebe von einem Mann oder einem Verlobten zu seiner Braut und in allen Einzelheiten dann auch ausgelegt und angewandt wird auf unsere Liebesbeziehung zu unseren Ehefrauen. Und da wird man dann auch schnell mitgerissen. Und das ist gut, wenn man da eine Festigkeit hat, eine Stärke hat. Und wenn der Herr uns noch ein paar Jahre hier lässt, dann wird das sicherlich auch noch deutlicher werden, dass manche Prüfungen möglicherweise noch kommen werden und dass in der letzten Zeit auch manche Irrlehrern auf dem Leim gehen werden.
Ich habe hier ein Buch, das ist sehr, sehr ermutigend, gerade auch für unsere Zeit: Niemals allein. Das ist die Geschichte von Samuel Lam. Verfolgende Erweckung im Land des Roten Drachen. Dieser Mann hat zwanzig Jahre lang im Gefängnis gelebt, in einem Arbeitslager. Warum? Ja, weil er Christ war, weil er eine Hausgemeinde hatte, weil er evangelisierte, weil er den Herrn bekannte. Und es war damals in der Zeit der Kulturrevolution Mao Zedongs, da wurde grundsätzlich immer 20 Jahre Haft gegeben. 20 Jahre lang keine Bibel, 20 Jahre lang keine Kontakte nach außen, nur ab und zu mal ein Brief, wenn er zugelassen wurde, von seiner Frau oder seinen Kindern. 20 Jahre keine Gemeinschaft mit Christen. Wie kann man da überleben?
Und was noch schlimmer ist: 20 Jahre lang nicht nur jeden Tag zwölf, vierzehn Stunden harte Arbeit, sondern von acht bis zehn Uhr abends 20 Jahre lang politische Umerziehung. 20 Jahre lang Lenin, Marx und die ganzen Männer des Kommunismus und die ganzen Lehren der Atheisten immer wieder vorgetragen, und immer wieder wurde ihm Fragen gestellt. Und er konnte inzwischen die ganzen Lehren von Lenin und Marx mehr oder weniger auswendig, weil er zwanzig Jahre lang immer das Gleiche gehört hat. Aber immer blieb er fröhlich, immer blieb er bei seinem Glauben, und die ganzen Lehrer und auch die Wärter verzweifeln fast, dass dieser kleine Kerl, der war noch ein paar Zentimeter kleiner als ich, ich habe ihn persönlich kennengelernt, einfach nicht zu brechen war. Und er blieb sogar noch fröhlich dabei, zwanzig Jahre lang. Wie ist das möglich?
Jetzt kommt der Punkt: Mit 19 Jahren hat er angefangen, kommt aus einer gläubigen Familie in China, Samuel Lam, deswegen auch sein chinesischer Name „Gott geopfertes Lamm“. Seine Eltern haben ihn wirklich Gott geweiht. Mit 19 Jahren hat er angefangen, Teile der Bibel auswendig zu lernen. Und konnte mit 20, 21 Jahren als junger verheirateter Mann Römer bis Hebräer auswendig, Johannes 13 bis 17 auswendig, die Abschiedsreden Jesu, Bergpredigt Matthäus 5 bis 7, dann noch Teile aus den Psalmen auswendig gelernt. Gut, er war sehr begabt, war übrigens auch ähnlich wie Roger ein ganz exzellenter Konzertpianist. Er stand auch mal vor der Frage, ob er seine Karriere da vielleicht suchen sollte, aber er hat sich entschieden, die Bibel weitgehend auswendig zu lernen.
Und in den zwanzig Jahren und in den vielen Versuchungen und in den vielen Möglichkeiten auch Freiheit zu bekommen, sind ihm immer wieder dann Verse in den Sinn gekommen, bewusst geworden, die er auswendig gelernt hatte und ihm dann Halt gegeben haben. 20 Jahre lang fröhlich zu bleiben, ein Zeuge Jesu zu sein, andere zum Herrn zu führen und seine ganzen Wärter zur Verzweiflung zu führen, obwohl er das beste Zeugnis kriegte, keinen Tag vorher Haftentlassung, sondern er musste durchziehen bis zum Ende.
Er wurde anschließend dann der Pastor, oder der Pastor hatte sich nicht nennen lassen, sondern einer der führenden Männer einer Kirche ohne Namen, so hat er sie genannt, mit 4 Mitgliedern. Eine Untergrundkirche, eine illegale Kirche, die aber geduldet wurde viele Jahre und erst vor drei, vier Jahren unter Xi Jinping dann aufgelöst wurde. Der Mann ist heimgegangen, bei seiner Beerdigung waren etwa 20 Leute dabei, die ihm sehr, sehr viel verdanken. Er hat viele Lieder, Gedichte und auch komponiert, das war wirklich ein großer Segen. Ein Mann, der gefestigt wurde durch Gottes Wort und der auch in härtesten Proben und Versuchungen stehen konnte, weil er sich an Gottes Wort gehalten hat.
Geliebte, lasst euch nicht fortreißen aus eurer eigenen Festigkeit. Möge der Herr schenken, auch der Bruder oder die Schwester, die diese Frage gestellt hat, im Herrn wirklich zur Ruhe zu kommen, fest zu werden und dann: Wachst aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi!
Das ist ein wunderschöner Vers. Wachs aber – das ist also praktisch das Heilmittel auch für die unter uns, die daran leiden, dass sie nicht so sind, wie sie gerne sein möchten, und die Freude am Herrn haben, die Hingabe an ihn. Hier ist die Rede vom Wachstum. Aber wodurch? Oder wie? In der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi.
Gnade, darüber könnte man jetzt viel sagen. Es wurde ja im ersten Kapitel schon erwähnt, was uns alles geschenkt wurde durch Gottes Gnade und was wir annehmen können und verwirklichen können, dass wir darin wachsen, verbunden auch mit Erkenntnis. Mit Erkenntnis ist nicht theoretisches Wissen gemeint, sondern doch irgendwie ein Einswerden, eine Beziehung werden, dass nicht nur Bibelverse da sind oder Bibellesen da ist, sondern dass unser Herz wirklich hingezogen wird zum Herrn.
Und das möchte ich jetzt auch noch einmal betonen: Es wird eingeleitet mit Geliebte, dass wir wirklich den Herrn vor Augen haben, denn hier wird hervorgestellt Herr, Heiland, Jesus, Christus. Ist das nicht interessant? Die ganze Palette könnte man fast sagen: Er ist unser Gebieter, er ist unser Erretter, er ist der Mensch Jesus, und er ist der verheißene Messias, der Christus. So wird er hier genannt. Und darin sollen wir wachsen, in der Erkenntnis dieser Person.
Und das bedeutet, dass wir auch, wenn wir nicht schon Bibelverse, Kapitel oder Bücher auswendig lernen – ich kann damit nicht prahlen –, dass wir uns aber doch täglich mit dem Herrn, mit seinem Wort beschäftigen. Für mich halte ich es für richtig, dass ich einmal jeden Morgen ein Kapitel aus dem Alten Testament lese, dann ein Kapitel aus den Evangelien und dann ein Kapitel aus den Briefen im Neuen Testament. Jeden Tag also auch ein Kapitel aus den Evangelien, um einfach den Herrn vor Augen zu haben. Manchmal ist es auch mechanisch, und ich lese, ohne wirklich berührt zu werden. Heute Morgen habe ich Matthäus 11 gelesen: Kommt her zu mir alle und so weiter, ihr kennt diese Verse. Und manchmal muss man wirklich auch beten: Herr, gib, dass ich wirklich jetzt dich vor Augen habe, ich möchte gerne wachsen, ich möchte gekräftigt werden.
Und so wie ein kleines Kind ja auch ganz natürlich wächst durch Nahrung und auch durch Beziehung, durch Eltern, was unsere heutigen Pädagogen nicht mehr wahrhaben wollen, wenn wir an die Patchwork-Familien denken, so entsteht auch geistliches Wachstum eigentlich doch ganz natürlich, wenn wir uns an diese wenigen Dinge halten: Gottes Wort, den Jesus immer vor Augen, seine Eigenschaften studieren, Herr, Heiland, sein Menschsein, aber auch seine Verherrlichung, er der Christus. Dass wir das verinnerlichen, das wird uns Kraft geben, wirklich festzustehen und in dieser letzten Zeit ein Zeugnis zu sein. Immer wieder der Herr.
Und dazu gehört natürlich auch Disziplin, gar keine Frage. Und dazu sollten wir uns gegenseitig ermutigen. Und so möchte ich auch den Fragesteller – ich weiß nicht, ob ihm das ein großer Trost war, was ich jetzt gesagt habe – aber sieh zu, dass du wirklich den Herrn lieb gewinnst, ihn vor Augen hast, dich an ihm erfreust, und dann kann es doch nicht anders sein, als dass man wirklich als Geliebter oder als Geliebte mit Freuden dem Herrn folgt. Da wird es Tage geben mit Prüfungen und Versuchungen und auch mit Herzenskälte, das kenne ich auch. Aber dann bleiben wir doch bei ihm und denken daran: Wir sind Geliebte.
Ja, das wünsche ich mir und euch allen. Vielen Dank auch, dass ihr so zahlreich gekommen seid. Wir sind überrascht, dass so viele gekommen sind, haben nicht mitgerechnet, auch viele Gespräche, und wir haben doch festgestellt, dass viele einen wirklichen Wunsch haben, dem Herrn zu dienen, ihm zu folgen. Und deswegen würde ich gerne abschließend etwas vorlesen, und zwar zu den letzten Worten: Ihm sei die Herrlichkeit, dem Herrn Jesus oder dem Herrn Heiland Jesus Christus, sowohl jetzt als auch auf den Tag der Ewigkeit. Amen. Ist es nicht ein wunderbarer Vers, dass der Petrus damit schließt, mit diesem Hinweis: Es geht um ihn, er muss geehrt und verherrlicht werden.
Und Benedikt hat in seiner Auslegung zum zweiten Petrusbrief zum Schluss einen Abschnitt geschrieben, der ist ein bisschen länger, aber ich finde den so schön. Erlaubt mir bitte, den mal vorzulesen:
Ihm sei die Herrlichkeit. Dieses Verlangen war der Motor im Leben des ehemaligen Fischers, den die Gnade Gottes zu einem Jünger und einem Apostel gemacht hatte. Was hätte Petrus auch sich selbst zuschreiben können? Nichts. Alles verdankte er seinem Gott und Retter Jesus Christus. Der hatte ihn berufen, gelehrt, begabt, gesandt. Einmal hatte er ihn zusammen mit den Jüngern mitgenommen auf den heiligen Berg. Dort hatte Petrus die Stimme Gottes gehört, die aus dem Himmel erging und seinem Sohn Herrlichkeit gab: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Nun stimmt Petrus ein und ruft seinerseits: Ihm sei die Herrlichkeit.
Petrus hat verstanden, dass er alles, was er ist und hat, seinem Herrn verdankt. Darum will er nicht mehr geehrt werden. Er will keine Herrlichkeit für sich. Es soll auch keine andere Herrlichkeit bekommen. Wenn wir einen Menschen für seine Leistungen ehren, hängen wir ihm vor großem Publikum einen Orden um. Alle Augen sind auf ihn gerichtet. Jemand hält eine Rede, die seine Taten würdigt. Ein Orchester spielt ein Stück. So versteht es der Mensch, sich oder anderen einen Glanz zu verleihen, der ihm nicht zusteht. Wem die Augen aufgegangen sind, der erkennt, dass alles von Gott und durch Gott ist und darum auch für Gott ist. Ihm und ihm allein muss darum alle Ehre, aller Ruhm, alle Herrlichkeit gegeben werden. Von ihm soll man reden, seine Werke soll man würdigen, alle Augen sollen auf ihn gerichtet sein, sein Name soll gerühmt werden, zu ihm sollen alle Lieder aufsteigen. Dem Herrn Jesus Christus soll jetzt und in aller Ewigkeit alle Herrlichkeit werden.
Das ist das endgültige Ergebnis des ganzen gigantischen Dramas von Schöpfung, Erlösung und Vollendung. Im Himmel werden alle Erlösten den anbeten, der auf dem Thron sitzt, und das Lamm. Und alle Myriaden von Engeln rings um den Thron und die ganze Schöpfung werden in die Anbetung einstimmen. Und alles wird laut rufen, so dass durch die Weiten des Himmels hallt: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht, den Reichtum, die Weisheit, Stärke, Ehre, Herrlichkeit und Segnung. Und jedes Geschöpf, das in dem Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist und alles, was in ihr ist, höre ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm die Segnung und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Das ist ein schöner Abschluss, oder? Wollen wir noch beten?
Herr Jesus, wir können dir nur von Herzen danken für die Zeit hier, die du uns geschenkt hast, unter vielen Geschwistern, die dir folgen möchten, die dich lieb haben möchten, dein Wort vor Augen zu haben, deine Person vor Augen zu haben, uns austauschen zu können, uns vor dir auch zu demütigen zu können. Herr, du hast uns reich beschenkt, und wir möchten dir die Ehre geben und dir von Herzen danken für die Zeit. Und ich bitte, dass wir die Zeit, die uns noch bleibt, bis du kommst oder wir durch den Tod zu dir kommen, zu deiner Ehre ist. Herr, bitte gib, dass wir diese Worte auch wirklich mitnehmen in unseren Alltag, dass wir an dich denken und dass wir wachsen durch deine Gnade, durch deine Herrlichkeit und auch ein Stück verändert und dir ähnlicher werden. Amen.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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