Serie•Teil 17 / 90Das Matthäusevangelium mit Roger Liebi
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Einführung in die Lesung und das Thema der Autorität
Wir stehen im Matthäusevangelium, Kapitel 8, und zwar lesen wir heute ab Vers 28. Darf ich bitten, dass jemand vorliest, zunächst einmal bis Kapitel 9, Vers 13. So wie wir vorankommen, werden wir dann noch weiter lesen.
Als er an das jenseitige Ufer gekommen war, in das Land der Gadarener, begegneten ihm zwei Besessene, die aus den Grüften hervorkamen. Sie waren sehr bösartig, so dass niemand auf jenem Weg vorbeigehen konnte. Und siehe, sie schrien und sagten: Was haben wir mit dir zu schaffen, Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu quälen? Es weidete aber fern von ihnen eine Herde von vielen Schweinen. Die Dämonen aber baten ihn und sprachen: Wenn du uns austreibst, so sende uns in die Herde Schweine. Und er sprach zu ihnen: Geht hin! Sie aber fuhren aus und fuhren in die Schweine. Und siehe, die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See, und sie kamen um in dem Gewässer. Die Hüter aber flohen und gingen in die Stadt und verkündeten alles, auch das von den Besessenen. Und siehe, die ganze Stadt ging hinaus, Jesus entgegen, und als sie ihn sahen, baten sie, dass er aus ihrem Gebiet weggehen möchte.
Und er setzte über und kam in seine eigene Stadt. Und siehe, sie brachten einen Gelähmten zu ihm, der auf einem Bett lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei guten Mutes, mein Sohn, deine Sünden sind vergeben. Und siehe, einige von den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert. Und als Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Arges in euren Herzen? Denn was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben, sagt er dann zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett auf und geh in dein Haus! Und er stand auf und ging in sein Haus. Als aber die Volksmengen es sahen, fürchteten sie sich und verherrlichten Gott, der solche Vollmacht den Menschen gegeben hat.
Und als Jesus von dort weiterging, sah er einen Menschen mit Namen Matthäus am Zollhaus sitzen. Und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach. Und es geschah, als er in dem Haus zu Tisch lag, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und lagen zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern. Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Lehrer mit den Zöllnern und Sündern? Als er es aber hörte, sprach er: Nicht die Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das ist: Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.
Es beginnt der dritte Teil im Matthäusevangelium, der dritte von insgesamt sieben Teilen, und da geht es um das Thema: die Autorität des Messias. Und da haben wir gesehen, es beginnt gleich mit einem messianischen Wunder: Der Herr heilt einen Aussätzigen, Matthäus 8,1-4. Und wir haben damals gesehen: Aussatz war eine Krankheit, die noch zur Zeit von Mose geheilt wurde, in dem Beispiel von Miriam, der Schwester von Mose. Aber danach wird kein einziger Fall von Heilung mehr berichtet in der Bibel. Im Ausland schon, wenn wir denken an die Geschichte von Naaman dem Syrer, aber nicht in Israel. Und so war das klar: Das ist ein messianisches Zeichen. Wenn der Messias kommt, kann er Aussatz heilen. Und darum wird das eben in diesem dritten Teil, wo es um die Autorität des Messias geht, als erstes Beispiel hingestellt, diese Heilung eines Aussätzigen.
Und dann haben wir gesehen, diesen Abschnitt mit dem Zenturion, diesem Hauptmann, römischen Hauptmann in Kapernaum, der überzeugt war: Der Herr Jesus muss nur, und zwar aus der Distanz, ein Wort sprechen, und dann wird sein Knecht geheilt. Und so ist es auch geschehen. Auch da wurde die Macht seines Wortes deutlich, die Autorität seines Wortes. Dann haben wir gesehen, das Beispiel mit dem Fieber im Fall der Schwiegermutter des Petrus, wie der Herr sie geheilt hat. Und letztes Mal hatten wir noch diesen grossen Sturm auf dem See Genezareth und wie der Herr mit einem Wort sogar den Sturm, also Naturgewalten, befehlen konnte.
Und jetzt kommt wieder ein Beispiel. Worin sehen wir die Autorität des Herrn Jesus hier? Es ist einfach die Austreibung der Dämonen. Ja, aber was ist die Autorität, die hier deutlich wird, sichtbar wird? Die Macht über die unsichtbare Welt? Ja, die Macht über die Gewalt Satans. Und zwar haben wir hier den krassesten Fall von Besessenheit, der in den Evangelien überhaupt berichtet wird. Und zwar sind wir hier im Land der Gergesener, Vers 28, so ist es im Mehrheitstext: Gergesener. Aber dieser gleiche Landstrich wird anderswo in den Evangelien auch genannt das Land der Gadarener. Also es ist so im Mehrheitstext, das ist wirklich der verbindliche Text, der dem Grundtext entspricht. Da haben wir Matthäus: Gergesener, in Lukas: Gadarener, und in Markus auch: Gadarener. Und das ist also das Gebiet auf der Ostseite des Sees Genezareth, ab der Mitte und unterhalb. Das ist das Gebiet der Gadarina.
Und dort sehen wir hier: Waren zwei Besessene nach Matthäus, aber in Lukas und Markus steht nur von einem. Was ist der Grund? Das Matthäusevangelium wurde ja für die Juden geschrieben, und da gilt, dass eine Sache auch durch zwei oder drei Zeugen bestätigt sein muss. Und da war ganz wichtig, ich wiederhole für den Livestream, da muss alles aus zweier oder dreier Zeugen Mund bestätigt werden. Wo wäre gerade die Stelle, die das belegt? Das ist ja wie ein Maschinengewehr. 5. Mose 19,15, aber das sind so Prinzipien, die muss man sich merken, solche Stellen, weil die auch in anderem Zusammenhang immer wieder von besonderer Bedeutung sind, gerade auch um das Neue Testament zu verstehen.
5. Mose 19,15, liest jemand vor am Mikrofon?
Ein einzelner Zeuge soll nicht gegen jemand auftreten wegen irgendeiner Schuld oder wegen irgendeiner Sünde, mit der man sich versündigen kann, sondern auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen soll jede Sache beruhen.
Also, das war ein Rechtsgrundsatz für Israel. Ein einzelner Zeuge ist nicht von Bedeutung vor Gericht. Es muss mindestens zwei Zeugen geben. Nun ist es eben wichtig: Matthäus schreibt für Juden. Und wenn da gesagt werden kann, da waren zwei, und diese beiden wurden geheilt und können erzählen, was sie da erlebt haben, dann hat das für einen Juden ein besonderes Gewicht. Natürlich, da, wo es nur einer war, wird auch nur von einem berichtet. Aber in diesem Fall waren es wirklich zwei. Aber im Kontrast dazu im Lukasevangelium lesen wir nur von einer Person. Nun, was war das Anliegen von Lukas, wenn er nur von einer Person spricht? Lukas war ja ein Arzt und ein geliebter Arzt. Lukas war Arzt, und zwar wird er in Philemon genannt: der geliebte Arzt, nicht der hochberühmte, aber der geliebte Arzt. Ja. Und Jesus wird ja als der Mensch, als der vollkommene Mensch, dargestellt. Ja, das Lukasevangelium betont: Jesus ist der wahre Mensch. Und Lukas geht es ganz besonders um die Einzelschicksale. Als Arzt beschreibt er in seinem Evangelium viel mehr als die anderen Evangelisten von randständigen Menschen und eben von Heilungen, von Einzelschicksalen. Das war ihm als Arzt ein besonderes Anliegen. Natürlich, der Heilige Geist hat ihn so geleitet, aber der Heilige Geist hat eben die Werkzeuge zur Abfassung der Evangelien genau ausgewählt. Und Lukas war eben der richtige Mann, der Spezialist für Menschen, um, wie Kame sagt, den Herrn Jesus im Lukasevangelium als den vollkommene Menschen darzustellen. Und darum beschreibt er einen Menschen, also er zieht den Fokus quasi auf das Einzelschicksal zusammen, während Matthäus, der für Juden schreibt, besonders betont: Es waren zwei. Und man könnte die heute noch als Zeugen aufrufen, die beides erlebt haben, wie es vorher war und wie es nachher war.
Und das ist nicht der einzige Fall so. Zum Beispiel in den späteren Kapiteln werden wir dazu kommen: die Heilung von zwei Blinden in Jericho. Ja, aber in Lukas steht auch nur von einem Blinden. Aber in Matthäus ist es wichtig zu sagen, es waren zwei Blinde, die der Herr da vor seinem letzten Gang dann hinauf nach Jerusalem von Jericho hier geheilt hatte. Es waren zwei, und darum betont er die Zwei. Aber wie gesagt: Lukas zieht zusammen den Fokus auf das Einzelschicksal. Und so versteht man, dass diese unterschiedlichen Evangelien von Bedeutung sind. Das ist nicht einfach, der eine schreibt halt so und der andere so und vielleicht war einer nicht so ganz präzise. Nein, die waren alle präzise, aber sie hatten unterschiedliche Anliegen in der Botschaft.
Ja, jetzt schauen wir uns zusammen genau an, was die Kennzeichen dieser Besessenen waren. Können wir das ein bisschen zusammentragen? Muss nicht unbedingt genau der Reihenfolge nach sein und kann auch dann aus den anderen Evangelien noch ergänzend bereichert werden.
Sie waren sehr wütend. Ja, sehr wütend, das wird so nur im Matthäusevangelium gesagt. Bevor ich noch weiteres dazu sage: Zweites Kennzeichen. Es waren mehrere, und ich weiss nicht mehr, wer, gleich Lukas oder Markus schreibt: Mein Name ist Legion, denn viele sind hier. Ah, also die waren besessen von ganz vielen Dämonen, nicht wahr? Ja, können wir gerade aufschlagen. Lukas 8, die Parallelstelle. Könnte das vielleicht gerade jemand am Mikrofon vorlesen? Das wird uns hilfreich sein. Die Verse 26 und folgende bitte.
Und sie fuhren nach der Landschaft der Gerasener, die Galiläa gegenüberliegt. Als er aber an das Land gestiegen war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der Dämonen hatte und seit langer Zeit keine Kleider anzog und nicht im Haus blieb, sondern in den Grabstätten. Als er aber Jesus sah, schrie er auf, fiel vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes des Höchsten? Ich bitte dich, quäle mich nicht! Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, von dem Menschen auszufahren, denn öfters hatte er ihn gepeinigt. Und er war gebunden mit Ketten und Fussfesseln und bewacht worden, und er zerbrach die Fesseln und wurde von dem Dämon in die Wüsten getrieben. Jesus fragte ihn aber und sprach: Was ist dein Name? Er aber sprach: Legion, denn viele Dämonen waren in ihn gefahren. Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebieten möchte, in den Abgrund zu fahren. Es war aber dort eine Herde von vielen Schweinen, die an dem Berg weideten, und sie baten ihn, dass er ihnen erlauben möchte, in jene zu fahren, und er erlaubte es ihnen. Die Dämonen aber fuhren von dem Mann aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und ertrank. Als aber die Hüter sahen, was geschehen war, flohen sie und verkündeten es in der Stadt und auf dem Land. Die Leute aber gingen hinaus, um zu sehen, was geschehen war, und sie kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu den Füssen Jesu sitzen, und sie fürchteten sich. Die, die es aber gesehen hatten, verkündeten ihnen, wie der Besessene geheilt worden war, und die ganze Menge aus der Umgebung der Gerasener bat ihn, von ihnen wegzugehen, denn sie waren von grosser Furcht ergriffen. Er aber stieg in das Boot und kehrte wieder zurück. Der Mann aber, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn, dass er bei ihm bleiben dürfe. Er aber entliess ihn und sprach: Kehre in dein Haus zurück und erzähle, wie viel Gott an dir getan hat. Und er ging hinaus und rief aus durch die ganze Stadt, wie viel Jesus an ihm getan hatte.
Danke. Also eine wichtige Ergänzung. Philipp hat gesagt, also diese zwei Personen waren besessen. Aber eben, es geht da nicht um einen Dämon, sondern der Herr fragt: Was ist dein Name? Und er sagt: Legion. Eine römische Legion umfasste, wie viele Soldaten? Sechstausend. Also es gibt so eine Grössenordnung. Darum, ich habe ja gesagt, das ist der ärgste Fall in den Evangelien von beschriebener Besessenheit.
Ja, wir sind immer noch dran, wir tragen zusammen ein paar Kennzeichen dieser Besessenen. Weiter!
Und zwar welcher Vers? In Matthäus 8 sehr gefährlich, und zwar heisst es dort, so dass niemand auf jenem Weg vorbeizugehen vermochte. Also sie waren tätlich und gewalttätig und darum gefährlich. Weiter?
Sie lebten bei den Toten. Ja, sie lebten in den Grüften, also die Atmosphäre des Todes, das lebten sie. Da fühlten sie sich zu Hause. Und wenn man denkt, so Ende Oktober, Anfang November, Halloween und wie Leute sich einen Spass machen aus der Hässlichkeit des Todes, das ist ein Kennzeichen von Dämonie, dass der Mensch das sucht. Natürlich, die Gräber braucht es, es braucht einen Friedhof, klar. Aber dass jemand sich dort zu Hause fühlt, ja, das ist ein dämonisches Kennzeichen. Weiter?
Dieses Herumschreien! Natürlich, Menschen müssen schreien, wenn sie in Not sind, um Hilfe. Aber wenn Menschen einfach so herumschreien, das ist auch ein Kennzeichen eben hier von Dämonie. Weiter?
Sie waren nackt, sie haben Schamgefühl verloren. Schamgefühl verloren, nackt. Und zwar, wo hast du das gelesen? In Lukas. Das war eben in Lukas so vorgestellt in Vers 28, Vers 27: ein gewisser Mann, dann heisst es, der seit langer Zeit Dämonen hatte und keine Kleider anzog. Das heisst also, Enthemmung ist ein Kennzeichen von dämonischer Wirksamkeit. Und wenn wir denken, was waren die sechziger Jahre? Das war der Aufstand der Schamlosen, und das war auch die Zeit, in der der Minirock eingeführt wurde. Das war der Ausdruck dieser Schamlosigkeit ganz bewusst, und zwar als Provokation. Aber aus der Bibel sehen wir: Das hat einen dämonischen Hintergrund. Gott möchte nicht die Entblössung. Natürlich in 1. Mose 2, letzter Vers: Da ist Nacktheit als völlig normal vorgestellt. Können wir das aufschlagen? 1. Mose 2, des Zusammenhangs wegen Vers 24, wo Mose einen Grundsatz zur Ehe vorstellt.
Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein. Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.
Ja, also im paradiesischen Zustand, wo der Mensch völlig in Harmonie und in Frieden war mit Gott, war die Nacktheit kein Problem. Aber man muss sich vorstellen, auch eben in der Gegenwart Gottes, denn in Kapitel 3 erfahren wir dann, dass Gott eben im Garten erschien, und zwar so wie auch später bei Gotteserscheinungen. Gott konnte erscheinen in einer menschlichen Gestalt, er wird genannt: der Bote des Herrn oder Engel des Herrn, aber das ist Gott selber. Und wir lesen davon, wie Gott wandelt im Garten, 3,8: Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, bei der Kühle des Tages. Aber der Mensch hatte keine Hemmungen, keine Scham vor Gott, weil er auch ohne Schuld war. Aber die Wende kam eben mit der Schlange und dem Sündenfall. Übrigens, nackt heisst auf Hebräisch arom. 1. Mose 2,25: Sie waren beide nackt, arom. Aber dann heisst es von der Schlange, die war listiger als alle Tiere, und listig ist arum. Ein Wortspiel. Also nackt und listig klingt ähnlich auf Hebräisch. Eben aus diesem normalen Zustand der Nacktheit kommt die Wende durch die List der Schlange. Und zwar eben durch den Sündenfall. Der Mensch rebelliert gegen Gott und gegen seine Gebote, und das war die Katastrophe.
Und als der Mensch so den Bund gebrochen hatte, lesen wir Kapitel 3, Vers 7, könnte jemand am Mikrofon?
Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich Schürze.
Das war also nicht so, dass sie nicht wussten, dass sie nackt waren, vorher. Aber mit dem Sündenfall kam ein Bewusstsein von Nacktheit als unangenehm, und zwar nicht als Ehepaar. Die Nacktheit im Rahmen der Ehe ist kein Problem, nicht nur vor dem Sündenfall, sondern auch nach dem Sündenfall. Aber man muss beachten, der nächste Vers: Du liest gerade, Roland, 3,8.
Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war, und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens. Da rief Gott der Herr den Menschen und sprach: Wo bist du? Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen.
Also dieses Empfinden der Nacktheit, es wird in Vers 7 genannt, und gleich in Vers 8 heisst es, sie hörten die Stimme Gottes. Also Gott war im Garten, und zwar erschien Gott in einer menschlichen Gestalt, so wie später bei Abraham, 1. Mose 18, oder schon vorher, wo der Engel des Herrn Hagar erscheint in der Wüste. Und es wird dort im Textzusammenhang klar, dass der Engel des Herrn, also der Gesandte des Herrn, der Herr, der Ewige, Jahwe selbst ist. Und so war das also auch hier. Und Gott wandelte im Garten, aber in einer Distanz zu ihnen, und Gott rief sie. Und zwar ist es auf Hebräisch noch viel eindrücklicher: Hier steht auf Deutsch „Wo bist du?“. Auf Hebräisch ist es ein Wort: Ajekka! Das ist das erste Wort, das Gott spricht nach der Katastrophe des Sündenfalls. Gott sucht einen verlorenen Sünder mit einem Ruf, so eindringlich. Aber dieser Ruf löst so unangenehme Gefühle aus: So können wir vor Gott nicht erscheinen. Und darum haben sie sich als Notbehelf Kleider gemacht aus Feigenblättern, 3,7, und sie machten sich Schurze. Das heisst, sie haben die absolut notwendigen Teile des entblössten Körpers bedeckt. Und das entspricht so etwa der Erfindung aus 1948 dem Bikini, also ich meine jetzt viel Frau, ja? Und das war der absolute Notbehelf. Übrigens, damals war kein Model bereit, sich dafür fotografieren zu lassen, 1948. Und man hatte dann eine Hure gefunden, die bereit war, sich dafür fotografieren zu lassen. Also es ist schon einiges gegangen in ein paar Jahrzehnten, eine Veränderung der Empfindung und Verlust der Scham.
Aber eben, sie haben sich vor Gott geschämt, die Nacktheit war Gott gegenüber unangenehm, nicht als Ehepaar. Und Gott kommt zu ihnen und er kündigt schliesslich auch den Retter an, der kommen würde, in 3,15, der Same der Frau, der einmal der Schlange, dem Satan, den Kopf zertreten wird. Und interessant ist, dass in Vers 20 auf diese Verheissung hin, dass also Eva einen Nachkommen bekommen würde, der die Macht des Todes besiegen würde, da ändert Adam den Namen seiner Frau. Sie hiess ja Ischa, das heisst Frau, aber es ist eben im Hebräischen ein Wortspiel: Mann heisst Isch, und Adam nannte seine Frau Ischa. Das klingt wie die weibliche Form von Mann, nicht wahr? Aber es ist es nicht im Hebräischen, das klingt nur so. Also Isch und Ischa ist im Hebräischen gar nicht verwandt. Das ist ein Wortspiel, das im Hebräischen so funktioniert, dass eben Ischa ähnlich tönt, und darum haben die deutschen Übersetzer dieses Wortspiel versucht, dann wiederzugeben mit: Diese soll Männin heissen, denn von dem Manne ist sie genommen.
Ja, also Ischa bekommt einen neuen Namen. Lies du, Roland, Vers 20 und 21, bitte.
Und Adam gab seiner Frau den Namen Eva, denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen. Und Gott der Herr machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie.
Also er gab ihr den Namen Eva, hebräisch ausgesprochen Chawa, und das heisst Leben. Und es ist erstaunlich: Gott hat ja gerade angekündigt, dass eben der Tod eintreten wird als Folge des Sündenfalles. Er hatte das auch schon vorher angekündigt, wenn Adam den Bund übertreten wird und von der verbotenen Frucht isst, wird er sterben. Und jetzt nennt er seine Frau Leben. Also angemessen wäre gewesen, er hätte ihr den Namen gegeben: Von jetzt an nenne ich dich Mawet. Mawet heisst Tod. Aber er nennt sie Chawa, Leben. Warum? Weil er glaubte, dass die Verheissung in Erfüllung geht. Er, der eigentlich Gott zum Lügner gemacht hatte – die Schlange hatte gesagt: Sollte Gott gesagt haben? Und darum kam es zum Bruch. Man hat Gott gesehen als Lügner. Es stimmt gar nicht, was er gesagt hat. Wir können sehr wohl davon essen, und dann werden wir sein wie Gott und werden eine höhere Erkenntnis haben.
Aber jetzt sehen wir, er glaubt dem Wort Gottes, wenn es in 3,15 heisst: Ich werde Feindschaft setzen, sagt Gott, zwischen dir, der Schlange, und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm in die Ferse beissen. Also Gott spricht von Eva, von ihrem Samen, ein Nachkomme. Adam glaubte: Eva wird nicht sogleich tot umfallen. Sie muss wenigstens ein Kind noch gebären, das dann eben der Erlöser sein wird. Aber wir wissen, das war dann nicht das erste Kind, Kain, wie sie dachte: Das muss der Erlöser sein. Denn in Kapitel 4 sagt sie, als dieser Junge zur Welt kam, können wir das noch dazulesen, 4,1:
Und der Mensch erkannte Eva, seine Frau, und sie wurde schwanger und gebar Kain. Und sie sprach: Ich habe einen Mann erworben mit dem Herrn.
Kain heisst erworben, Gewinn. Unterdachte sie, das muss er sein, der Same, der der Schlange den Kopf zertreten wird. Aber das war nicht einer, der Leben brachte, sondern es wurde ein Mörder. Man muss noch warten auf weitere Generationen, bis der Messias kommen würde. Aber was wir sehen ist: Adam glaubte dem Wort Gottes.
Warum erkläre ich das alles, wir sind ja in Matthäus 8? Vers 21 folgt auf Vers 20: Und Gott, der Herr, machte Adam und seine Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie. Kleider ist hier Kutonet, und das ist eben nicht nur Minimalbekleidung. Kutonet meint ein langes Kleid, das herabhängt, das also mehr als nur die absolut intimen Bereiche bedeckt. Und Gott macht das nicht aus Blättern oder aus Pflanzen, sondern aus Fell. Und dazu mussten Tiere sterben. Und das war schon ein Hinweis: Der Erlöser wird kommen. Er wird die Macht des Bösen zerstören, aber er wird dabei eine Todeswunde erleiden, denn er wird zwar den Kopf der Schlange zertreten, aber die Schlange wird ihrerseits ihm in die Ferse beissen, also eine Todeswunde zufügen. Und Adam und Eva mussten lernen: Diese Kleider, die bedecken unsere Blösse vor Gott, aber in der Art, dass wir eben jetzt ja, das geht gar nicht, Verzeihung, das sollte nie vorkommen. Also: Gott hat die Blösse zugedeckt, aber auf der Grundlage, dass ein Stellvertreter sterben musste. Und so konnten sie dann vor Gott stehen, ohne diese Scham.
Aber jetzt haben wir gesehen in Matthäus 8, jetzt gehen wir wieder zum Neuen Testament, wo wir Menschen sehen, eben so unter dem Einfluss und der Herrschaft der Finsternis der Schlange, und da werden die Kleider entzogen. Und die waren nackt, hatten überhaupt kein Schamgefühl. Gut, wir sind immer noch dran, die Punkte zusammenzureihen. Was charakterisiert diese Besessenen? Keine Kleider, keine Scham. Weiter?
Unglaubliche Kräfte. Ja, übernatürliche Kräfte. Das ist auch ein Kennzeichen, das man immer wieder sieht bei Dämonie. Gerade vor kurzem habe ich eine Frau in Thailand kennengelernt, eine ganz kleine, wie man sie so sieht, so schwächlich wirkende Frau, und die war früher im Buddhismus so tief im Okkultismus drin, und die konnte Kühlschrank schneiden und wegschmeissen. Also die konnte Kräfte entwickeln, unglaublich. Und diese Frau ist zum Glauben gekommen, ist völlig frei geworden von der Macht der Finsternis. Aber das war so ein Kennzeichen bei ihr: Die konnte also toben und eben übernatürliche Kräfte entwickeln. In welchem Vers, Jerry, sieht man das?
Jawohl, Lukas 8,29, kann das nochmals gelesen werden, vielleicht Roland.
Denn er hatte einem Geist geboten, von dem Menschen auszufahren, denn der hatte ihn schon lange Zeit in seiner Gewalt, und man hatte ihn mit Ketten gebunden und mit Fussfesseln verwahrt, aber er zerriss die Fesseln und wurde von dem Dämon in die Einöde getrieben.
Und entwickelte Kräfte, die völlig übernatürlich sind. Und das erlebt man eben auch heute immer wieder bei besessenen Menschen. Weitere Kennzeichen?
Ja, welcher Vers? Sehr gut. Das ist ein sehr interessantes Merkmal. Wer liest vor?
Und alle Zeit, Nacht und Tag war er in den Grabstätten und auf den Bergen und schrie und zerschlug sich mit Steinen.
Wenn der Mensch sich selber zerstört, das ist Wirksamkeit, dämonische Wirksamkeit. Der Mensch hat von Natur aus eine Selbstliebe. Es gibt ja Leute, die sagen: Ja, 3. Mose 19, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, das kann man nur umsetzen, wenn man zuerst mal gelernt hat, sich selbst zu lieben. Das heisst ja: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Ja, also dann muss man sich selber lieben, und wenn man das eben nicht hat, dann muss man das zuerst mal lernen, und dann kann man den Nächsten lieben. Aber die Aussage ist nicht, dass man sich Mühe geben müsste, sich selber zu lieben, sondern den Nächsten zu lieben, und der Vergleich ist: wie sich selber.
Ja, aber es gibt auch Menschen, die hassen ihre Nase. Oder noch anderes: Die können sich selber nicht ausstehen, aber im Prinzip ist das nur eine versteckte Form von ganz starker Selbstliebe. Denn sie lieben sich so sehr, dass sie sich eigentlich eine andere Nase als Recht einfordern. Sie können das nicht akzeptieren, dass die jetzt so ist. Aber das ist nicht, weil sie sich wirklich hassen, sondern es ist, weil sie sich so sehr lieben und sie möchten eine andere Nase haben. Und das kann man sich übertragen auf alle anderen Gebiete. Also letztlich kann sogar scheinbarer Selbsthass Ausdruck von Selbstliebe sein, nur eine etwas verdrehte Form von Selbstliebe. Aber eben da sehen wir: Dieser Mensch hat sich selber verletzt, verwundet, und das weist eben darauf hin, dass dämonische Kräfte in diese Richtung drängen. Das liegt nicht mal im Natürlichen drin, sondern das ist ein Interesse Satans. Natürlich, wenn so etwas es gibt in allen möglichen Abstufungen feststellbar ist, heisst das nicht, das ist eine Besessenheit, also dass man das nicht falsch versteht. Aber Satan drängt Menschen dahin, je nachdem eben sich selber zu verletzen, dass man sieht, woher die Quelle ist. Aber damit ist noch nicht gesagt, wie stark der dämonische Bezug ist. Besessenheit ist einfach die stärkste Form von dämonischer Beeinflussung, aber das gibt es in allen Abstufungen.
Vielleicht noch wichtig zu sagen: Der Ausdruck „besessen“ im Neuen Testament, daimonizomenos, das heisst ganz wörtlich „dämonisiert sein“. Im Deutschen „besessen“, das drückt aus, da ist jemand im Besitz. Aber der griechische Ausdruck ist eigentlich weitergefasst: dämonisiert. Und natürlich da im Neuen Testament, wo wir lesen von Menschen, die dämonisiert waren, und das wird übersetzt mit besessen, da sehen wir, dass es so weit ging, dass ein Dämon sogar innewohnte, im Körper. Aber es gibt natürlich jegliche mindere Form, wo Dämonen auch von aussen her versuchen, Einfluss zu bekommen. Und so greifen sie auch die Gläubigen an. Nicht wahr? In Epheser 6 wird das auch vorgestellt, das ist völlig normal, dass da ein Angriff von aussen stattfindet. Könnte jemand uns vorlesen? Epheser 6,12. Die ganze Waffenrüstung Gottes, die man anziehen soll, um gegen die Listen des Teufels zu bestehen, Vers 11 und dann Vers 12.
Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt, denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt.
Aber der Gläubige ist nicht sich selbst überlassen und hilflos, sondern hat eben hier wunderbare Verheissungen, um zu widerstehen und zu siegen. Aber hier sehen wir einen Menschen, der völlig machtlos der Macht Satans überlassen war und sich selber zerstörte.
Weitere Kennzeichen: Sie wurden in die trostlose Gegend und in die Einöde getrieben. Also nicht nur allgemein in den Gräbern war er und schrie dauernd herum, wie wir das in Markus gesehen haben, sondern wir haben gelesen, er wurde in die Wüste getrieben. Also auch wieder eine Gegend, die trostlos ist, ohne Grün, ohne die Zeichen von Leben, dort fühlt er sich wohl. Jawohl, weitere Kennzeichen?
Ja, das sind also die Dämonen, die wissen, wer Jesus Christus ist, und sie haben Angst vor ihm. Und zwar, wie drücken sie diese Angst aus? Genau, sie werfen sich sogar vor ihm nieder. Also die Dämonen wissen, dass dieser Mann aus Nazareth der ewige Gott ist, Befehlshaber über alle Engelmächte. Und darum auch diese gefallenen Engelmächte, die anerkennen das, und sie kennen den Herrn Jesus. In Lukas 8,28 sagen sie, das heisst der Anführer dieser Engel, dieser Legion, sagt: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes des Höchsten?
Jawohl, weiter, weitere Kennzeichen.
Bist du gekommen, um zu quälen, denen die Zeit reicht, also sie wissen, dass das Gericht Gottes sich auch in naher Zukunft ereignet, aber noch nicht jetzt.
Ja, genau. Also das ist jetzt Matthäus 8,29. Sie sagen: Was haben wir mit dir zu schaffen, Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu quälen? Und da nehmen sie Bezug auf eine Wiederstelle im Alten Testament: Jesaja 24. Das hat man auch schon genannt, die kleine Apokalypse, weil Jesaja 24 die Endzeit ganz knapp in einem Kapitel beschreibt, und zwar ganz ausführlich die kommende grosse Drangsalzeit, der letzte Weltkrieg. Es beginnt in Kapitel 24, Vers 1: Siehe, der Herr leert das Land aus und verödet es, und er kehrt seine Oberfläche um und zerstreut seine Bewohner. Und so wird das Gericht Gottes über die Erde, wie es in der Offenbarung, eben in der Apokalypse, beschrieben wird, hier weiter ausgeführt. Und dann kann uns jemand vorlesen Jesaja 24,21-23.
Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird der Herr das Heer der Höhe in der Höhe heimsuchen und die Könige der Erde auf Erden, und sie werden eingesperrt, wie man Gefangene in die Grube einsperrt, und im Kerker werden sie eingeschlossen. Aber nach vielen Jahren werden sie heimgesucht werden. Da wird der Mond erröten und die Sonne schamrot werden, denn der Herr der Heerscharen herrscht dann als König auf dem Berg Zion und in Jerusalem, und vor seinen Ältesten ist Herrlichkeit.
Danke! Also während in Jesaja 24, ab Vers 1, die grosse Drangsal beschrieben wird, die kommenden letzten Jahre, bevor der Jesus in Macht und Herrlichkeit wiederkommt, wird dann hier gesagt in Vers 23, dass er dann König sein wird in Zion, auf dem Tempelberg, auf dem Berg Zion in Jerusalem. Aber was wird gerade zu Beginn seiner Herrschaftszeit, die in Offenbarung 20 mit tausend Jahren bemessen ist, gesagt? Er wird die Herrscher der Höhe in der Höhe und die Könige der Erde auf der Erde gefangen führen, in die Grube, ins Gefängnis einsperren. Also die Könige der Erde, die die Drangsal überleben, die werden dann als Gottlose in den Kerker eingesperrt werden. Was ist dieser Kerker? Der Abyssos. Wir kommen gleich noch auf diesen Ausdruck, aber sag es doch noch einfacher zunächst: das Totenreich. Und zwar ja, das Gefängnis, der Kerker ist das Gefängnis. Das ist ein anderes Wort in 1. Petrus 3,21. Wird davon gesprochen, dass verstorbene Menschen im Gefängnis sind, verlorene Menschen. Also der Ort, wo der reiche Mann in der Geschichte von dem reichen Mann und dem Lazarus in Lukas 16 im Hades beschrieben wird, am Ort der Qual, das ist das Gefängnis. Es ist noch nicht die Hölle, die Hölle kommt erst nachher. Das ist das Gefängnis, wo sie warten auf das letzte Gericht, und erst wenn sie dann vor dem grossen weissen Thron gestanden haben, Offenbarung 20, letzter Abschnitt, dann werden sie in die Hölle geworfen. Und dieses Gefängnis wird jetzt hier auch erwähnt. Sie werden dort eingesperrt werden, und zwar wie lange? Tausend Jahre. Aber das wird hier nicht gesagt, tausend Jahre, das wissen wir nur aus Offenbarung 20. Was wird hier gesagt? Nach vielen Tagen. Wörtlich: Nach vielen Tagen werden sie heimgesucht werden. Das sind diese tausend Jahre des Friedensreiches.
Und nun wird das eben nicht nur gesagt von den Menschen, Königen der Erde, auf der Erde, sondern auch von den Heerscharen in der Höhe, und das sind Engel. Engel wohnen eben, haben Zugang zum Himmel, auch heute noch. Auch die gefallenen Engel haben Zugang zum Himmel, und darum werden sie auch genannt die geistlichen Mächte in den himmlischen Örtern. Epheser 6,12: Das sind diese Heerscharen, diese geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern, das sind diese Heerscharen der Höhe in der Höhe. Und von denen wird gesagt, die werden dann, wenn der Herr kommt als König, um das Tausendjährige Friedensreich aufzurichten, nach der grossen Drangsal, die werden dann eingesperrt werden in die Grube. Und diese Dämonen wissen: Wenn der Messias kommt, wird er eben sie bestrafen. Und darum sagen sie hier in Matthäus 8,29: Bist du hierher gekommen, um uns vor der Zeit zu quälen? Und die Parallelstelle in Lukas 8 können wir das dazunehmen, und zwar in Vers 31. Lies du das, Roland.
Und er bat ihn, er möge ihnen nicht befehlen, in den Abgrund zu fahren.
Ja, und da haben wir dieses komplizierte Wort von Jerry: Abyssos, das heisst Abgrund. Und wir wissen, dass das auf sie wartet, der Abgrund. Aber die wissen noch mehr: Die wissen, dass das jetzt eigentlich noch nicht die Zeit ist, weil wenn der Messias das erste Mal kommt, kommt er ja um zu leiden und noch nicht, um das Tausendjährige Friedensreich aufzurichten. Und darum sagen sie: Bist du gekommen, vor der Zeit uns zu quälen, um uns dann in das Gefängnis zu werfen? Also die wussten, eigentlich geht das gar nicht nach dem Zeitplan der Heilsgeschichte. Und das ist schon erstaunlich.
Schauen wir mal in Offenbarung 20, wie das dann aussehen wird mit diesem Abyssos. Da wird ausdrücklich von dem Obersten der Dämonen gesagt, von Satan. Liest uns da jemand vor? Jetzt können wir wieder eine andere Stimme hören, ab Offenbarung 20,1.
Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabkommen, der den Schlüssel des Abgrundes und eine grosse Kette in seiner Hand hatte. Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist, und band ihn tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und schloss zu und versiegelte über ihm, damit er nicht mehr die Nationen verführe, bis die tausend Jahre vollendet sind. Nach diesem muss er für kurze Zeit losgelassen werden.
Also der Satan wird in den Abyssos getan, und das nicht für immer, sondern für tausend Jahre. Und danach muss er eben nochmals gelöst werden. Und genau das haben wir gelesen: Nach vielen Tagen werden sie heimgesucht werden, die, die im Gefängnis sind. Und damit ist schon mal die Gleichung klar: Gefängnis Jesaja 24 gleich Abyssos Offenbarung 20. Und der Ausdruck Gefängnis wird auch gebraucht für den Hades, wo die verlorenen Menschen sind, nach 1. Petrus 3,19-20.
Damit wird klar, dass also auch die verstorbenen Menschen am gleichen Ort sind, ich meine die verstorbenen Menschen, die ohne Christus gestorben sind, ohne erlöst zu werden gestorben sind, die sind am gleichen Ort, wo auch die Dämonenwelt schliesslich im Abyssos gebunden werden wird. Aber es ist so, dass der Ort für die Engel eben Abyssos genannt wird und nicht Hades, aus dem Grund: Engel können nicht sterben. Engel sind Geister, die können nicht sterben. Der Mensch ist eben Geist, Seele und Körper, und beim Tod gibt es eine Trennung zwischen Geist, Seele und Körper. Aber das geht bei den Engeln nicht. Darum können Engel nicht sterben, und darum wird dieser Ort bei ihnen nie Hades genannt, Totenreich, sondern Abyssos. Aber es ist der gleiche Ort.
Und eben diese gefallenen Engel, die wissen Bescheid: Beim ersten Kommen Christi ist es noch nicht der Moment, wo wir in den Abyssos geworfen werden sollten, sondern das kommt erst bei seinem Kommen als König. Aber das ist schon erstaunlich, dann wissen sie sogar noch mehr als viele Gläubige. Es gibt ja viele echte Christen, die glauben, heute sei bereits das Tausendjährige Friedensreich. Wie bitte? Das geht überhaupt nicht! Das Tausendjährige Friedensreich kommt erst nach dem zweiten Kommen Christi als König der Welt. Und dann werden Satan und die Dämonen gebunden. Aber heute ist der Teufel los, er ist nicht gebunden. Also es ist fast nicht zu fassen, wie kann man so etwas verkündigen, ohne mit den Augenwinkeln zu zucken. Wir leben heute schon im Tausendjährigen Friedensreich, ja, und der Teufel ist los, dabei müsste er ja dann tausend Jahre gebunden sein. Es geht überhaupt nicht, es ist eine völlige Verdrehung der Heiligen Schrift.
Der Herr kam das erste Mal, und diese Dämonen hatten Angst, weil der Herr ihnen bereits geboten hatte, sie müssen hinausgehen, und dachten aber: Das kann ja nicht sein, jetzt ist ja noch nicht diese Zeit. Und es war auch noch nicht diese Zeit. Der Herr liess sie dann in eine Schweineherde, also er hat sie nicht gebunden, hat sie immer noch freigelassen. Der Moment, wo sie gebunden werden, ist noch zukünftig.
Ja, und wir sind immer noch dran an den Kennzeichen von diesen Besessenen. Was wäre noch zu sagen?
Die Persönlichkeit des Menschen und die Dämonen, die fliessen ineinander über.
Ja, sehr gut! Also hier 28 sind die Menschen, also die Besessenen, genannt, und dann plötzlich 29 sie, weil wenn es sie heisst, weiss man nicht, ist das der Mensch? Also nach der ersten Überlegung. Sehr gut, Erich: Also die Persönlichkeit des Menschen und der Dämonen wird völlig verschmolzen. Also es ist ganz schwierig, im Text zu unterscheiden, was ist jetzt der Mensch, was ist der Dämon. Und das sehen wir übrigens nicht nur hier, sondern auch anderswo in den Evangelien im Zusammenhang mit Besessenheit. Und das ist eben wirklich diese Form der Besessenheit, wenn ein Dämon oder wenn Dämonen in einem Menschen wohnen, übernehmen sie seine Kontrolle, auch über die Persönlichkeit. Das ist typisch dämonisch, wenn die Persönlichkeit des Menschen reduziert wird oder sogar im Extremfall ausgeschaltet wird. Das ist immer dämonisch. Also wenn irgendetwas, ein geistliches Phänomen, einfach so funktioniert und die Persönlichkeit ist weg, das ist nie von Gott, weil der Heilige Geist, wie 2. Timotheus 1,7 sagt, ein Geist der Kraft, der Liebe und der Selbstbeherrschung oder Besonnenheit ist. Also der Heilige Geist hilft gerade, dass wir uns selber kontrollieren. Er führt zu Selbstkontrolle. Aber sobald ein Mensch die Kontrolle verliert und er etwas macht, was er gar nicht wirklich in der Hand hat, dann ist es nicht von Gott. Oder er spricht irgendwelche Worte, von denen er gar nicht weiss, was er sagt, das ist nicht von Gott. Gott schaltet die Persönlichkeit und die Kontrolle nie aus. In Matthäus 12 sagt der Herr Jesus: Jeder Mensch wird Rechenschaft ablegen von jedem Wort, das er gesagt hat. Aber wenn einer plötzlich Dinge redet und er weiss gar nicht, was es ist, und es läuft einfach, das ist nicht von Gott. Aber der Heilige Geist führt uns eben immer zur Kontrolle, und das ist das Erstaunliche. Selbst die Menschen, die die Bibel geschrieben haben, die waren hundert Prozent inspiriert vom Heiligen Geist, und trotzdem sehen wir, dass der Stil, wie Johannes seine Briefe verfasst und sein Evangelium, ganz anders ist als bei Paulus. Also die Persönlichkeit ist gar nicht ausgeschaltet, sondern ist voll dabei. Aber natürlich wurde die Persönlichkeit von Gott so geformt, dass es dann genau dem entsprechen sollte, was Gott uns sagen wollte, Wort für Wort, sogar Buchstabe für Buchstabe. Aber die Persönlichkeit ist nicht ausgeschaltet, sondern vollkommen integriert. So ist Gott. Aber Satan ist anders. Er will ausschalten, soweit wie das nur irgendwie geht.
Vielleicht kennen manche das Buch von Rabindranath Maharaj, Der Tod eines Guru. Es war ein Hindupriester, der sich anbeten liess als Gott, er wohnte damals in Trinidad, und er hat sich selber auch im Spiegel angebetet, obwohl er sagt von damals: Ich wusste, Rabbi, du lügst, du bist nicht Gott, du bist nur ein Geschöpf. Aber er hat sich selber im Spiegel angebetet, und sein Vater galt unter den Hindus als ein ganz besonders Heiliger. Und zwar verfiel er in einen Zustand, wo er immer weg war. Wir haben hier gesehen bei diesem Besessenen, es war so wellenartig, es kam wieder mehr über ihn und dann wieder weniger, das haben wir so gelesen. Aber der hat sogar einen Grad erreicht, der kam nie mehr zu Bewusstsein, und die Mutter von Rabbi musste den füttern, also zu essen geben und auch waschen, alles machen. Aber er galt im Hinduismus als ein ganz Oberheiliger. In Wirklichkeit hatte er eine Stufe von Besessenheit erreicht, die wirklich das Schlimmste ist, was man sich vorstellen kann: Die Persönlichkeit ist quasi ausgelöscht.
Ja, das erinnert an Nebukadnezar, und zwar ... Also Daniel 4 berichtet von Nebukadnezar, der sich selber erhob und nicht Gott die Ehre gab, sondern sich selber die Ehre, und dann wurde er wie ein Tier für sieben Jahre. Er verlor also auch den Verstand, und er hat sich zwar selber ernährt, er hat gefressen wie ein Ochse, aber eben verlor den Verstand. Und übrigens, das sehen wir hier auch, wenn wir nämlich jetzt noch zusammentragen: Wie wird beschrieben der Zustand dieses Besessenen, als er dann durch den Herrn geheilt worden war?
Ja, vernünftig. Wo steht das? Lukas 8, das müssen wir unbedingt aufschlagen, und das sollte jemand lesen, ab Vers 35.
Da gingen sie hinaus, um zu sehen, was geschehen war, und kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu den Füssen Jesu sitzen, und sie fürchteten sich.
Ist das nicht wunderbar? Also vernünftig, wie gesagt, aber wir können auch gleich dazunehmen: Plötzlich kleidet er sich. Das Schamgefühl ist wieder da. Das Normale, Gesunde, was ja übrigens von Gott gegeben ist, auch als Selbstschutz. Darum ist es ja so schlimm, in dieser ganzen neuen Pädagogik, die jetzt in Kindergärten und in den Volksschulen eingeführt wird, die führt ja zu einer gezielten Enthemmung der Kinder. Aber Hemmung ist eben ein Schutz vor Missbrauch. Gerade durch Hemmung lernt jemand, Nein zu sagen und ganz klar die Grenzen bekannt zu geben seiner Umwelt. Aber genau das wird systematisch zerstört und abgebaut. Aber dieses Abbauen, das ist ein dämonisches Werk. Und hier sehen wir: Er ist bekleidet, ist wieder ein ganz normales Schamgefühl da, und er ist vernünftig. Also vorher war er wahnsinnig, und eben Nebukadnezar war wahnsinnig. Aber das Dämonische führt eben gerade zum Verlust des Denkens, des wahren, gesunden, richtigen Denkens. Aber auch da gibt es alle Abstufungen, ja, aber hier eben so extrem, dass er völlig wahnsinnig wurde. Aber durch die Heilung gibt der Herr ihm die Vernunft, den Verstand wieder zurück.
Jetzt hier steht das auch, hat das eine Bedeutung, zu den Füssen Jesu sitzen.
Ja, also dieser Ausdruck, zu den Füssen Jesu liegen, zu sitzen, das war die normale Haltung von einem Studenten beim Rabbiner damals. Darum sagt in der Apostelgeschichte der Apostel Paulus, er hätte zu den Füssen von Gamaliel gesessen. Gamaliel war damals einer der grössten Rabbiner, Mitglied des Sanhedrins in Jerusalem, und das war sein Lehrer. Er hat zu seinen Füssen gesessen. Das heisst hier: Er hat gleich begonnen mit Bibelunterricht. Also das ist die Wende. Vorhin hätte man ihm aus der Bibel etwas erzählen können, absolut unfähig, der war so gestört. Aber Heilung zeigt plötzlich ein Interesse an der Bibel, der kann da sitzen. Ja, und vorher hatte er nur Unruhe, der war ständig ... Das ist auch ein Kennzeichen, hätten wir auch noch erwähnen können in der Liste: diese ständige Unruhe. Und wir hatten nämlich noch gelesen, das war mir auch noch wichtig, dass er nicht zu Hause blieb. Wo haben wir das gelesen? In Lukas 8,27: der seit langer Zeit Dämonen hatte und keine Kleider anzog und nicht im Hause blieb. Diese Fähigkeit, zu Hause zu sein und da zur Ruhe zu kommen, das ist etwas ganz Wichtiges. Wir brauchen das, wenn wir aktiv sind ausserhalb des Hauses. Wir brauchen diesen Rückzug, wo man sich richtig zu Hause fühlt, daheim ist, wo man runterfahren kann und Ruhe findet.
Aber das konnte der nicht, der war nirgends zu Hause. Aber durch die Heilung kam er wirklich im wörtlichen Sinn wieder nach Hause, und der Herr hat ihn dann auch nach Hause geschickt. Er sagt nämlich in Vers 39: Kehre in dein Haus zurück, dorthin, wo man auch zur Ruhe, innerlich zur Ruhe kommt.
Noch ein Detail: In Matthäus 28 heisst es, diese Besessenen, die aus den Grüften hervorkamen, sehr wütend. Und weiss jemand, was das griechische Wort heisst für wütend hier? Habt ihr euch abgesprochen? Chalepos. Fast nicht 1. Timotheus 4, sondern 2. Timotheus 3, und nur hier und dort, also nur zweimal im Neuen Testament. Und zwar, wenn wir das aufschlagen, 2. Timotheus 3 beschreibt die Endzeit, und zwar mit einer ganzen Serie von moralischen Kennzeichen der Menschen in der Endzeit. Und zwar muss ich betonen: nicht irgendwo auf der Welt, sondern innerhalb der Christenheit. Innerhalb der abgefallenen Christenheit. Kann jemand lesen? 2. Timotheus 3,1.
Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. Von diesen wende dich weg.
Ja, danke. Also hier steht in den letzten Tagen schwere Zeiten, und das Wort übersetzt mit schwere ist Chalepos. Das heisst also schwer, schwer zu behandeln, schwierig, schwer zu ertragen, schmerzhaft, schmerzlich, rau, wütend eben sehr wütend. Die letzten Tage in der Christenheit werden also sehr schwierig sein wegen all dieser moralischen Kennzeichen, wegen dieses moralischen Zerfalls. Nur so als kleiner Hinweis: Wenn es heisst, in Vers 3 „ohne natürliche Liebe“, das ist ein spezielles Wort: Astorgä. Das heisst ganz speziell Liebe zwischen Eltern und Kindern oder auch Kinder zu den Eltern. Wir denken an das ganze Problem der Abtreibung. Seit 1973 wurden weltweit über eine Milliarde Babys abgetrieben. Wie ist das möglich? In der ganzen Menschheitsgeschichte hat es so etwas noch nicht gegeben. Und Menschen können sogar für die Rechte der Abtreibung kämpfen. Wie ist das möglich? Das ist eben Astorgä, dass das, was eigentlich im Menschen natürlich drin ist, etwas kaputtgegangen ist.
Ja, und wenn es also heisst, hier schwere Zeiten, Chalepos, dann erinnert das eben an Matthäus 8, wo die dämonische Aktivität genau mit diesem Wort umschrieben ist. Die letzten Tage, die Endzeit, in der wir heute leben. Die Endzeit ist in der Bibel immer die Zeit, wenn das jüdische Volk aus aller Welt heimkehrt ins Land der Vorfahren. In dieser Epoche leben wir, und erst 1948 wurde der Staat Israel nach fast zweitausend Jahren Unterbruch wieder gegründet. Und genau in unserer Zeit sehen wir in der Christenheit diese Kennzeichen so markant. Übrigens, das erste Kennzeichen ist eigenliebig. Und man sagt heute in der sogenannten Trendforschung: ein Megatrend. Es gibt ja Trends, und dann gibt es ganz besonders starke Trends. Ein Megatrend ist Selbstliebe. Selbstverliebt sein. Und das ist genau der erste Punkt in dieser ganzen Serie.
Ja, gehen wir zurück zu Matthäus 8. Was vielleicht noch auch zu betonen wäre: Wir haben in der Parallelstelle in Lukas 8 dann gelesen, wie der Herr Jesus diesem Gadarener den Auftrag gab, eben nach Hause zurückzukehren und erzähle, wie viel Gott an dir getan hat. Also von dieser Befreiung sollte er auch Zeugnis ablegen. Und das ist eben wirklich eine ermutigende Sache, wenn man Menschen trifft, die so in dieser Finsternis gefangen waren und wirklich frei geworden sind. Zum Beispiel gerade vor kurzem hat mir ein junger Kambodschaner gesagt, er hätte früher wiederholt Geisterserscheinungen gehabt, wo er Geister konkret gesehen hat, aber seit er sich bekehrt hat, ist das nie mehr gekommen. So geht das. Im Buddhismus ist man eben konfrontiert mit einer sehr starken Dämonie, und das äussert sich eben durch diese angsterregenden Erscheinungen, die man da erleben kann. Aber dann diese Befreiung, und das war eben auch da wichtig: Er sollte erzählen, wie viel Gott an ihm getan hat, und er geht weg und sagt, wie viel Jesus an ihm getan hatte. Interessant: wie viel Gott an dir getan hat, und er erzählt, was Jesus an ihm getan hat, weil der Herr Jesus eben Gott ist.
Ja? Wir sehen hier auch in Markus 7,31, wo der Herr Jesus wieder nach Dekapolis ist, wo das Zehnstädtegebiet gegangen ist, da war ja eine Menge, die Jesus dann angenommen hat. Und hier nehmen sie ihn ja nicht an, bei dem Gadarener.
Ja, das war ja so schlimm bei diesem Gadarener, dass sie lieber wollten, dass der Herr weggeht. Also für sie war der wirtschaftliche Schaden, diese 2000 Schweine, die nicht im Eimer waren, aber im See, das war für sie das Schlimmste. Aber wahrzunehmen, wie ein Mensch beziehungsweise zwei Menschen so aus dieser Finsternis befreit wurden, das war denen egal, genau. Aber wie du sagst, Jerry, eben das hat dann wieder Früchte getragen in Markus 7. Denn die Dekapolis, das war also ein, man sagt immer Zehnstädtebund. Es war kein offizieller Bund, aber es waren zehn Städte, die eine besondere Beziehung zueinander hatten, und die waren ganz besonders von Nichtjuden bevölkert. Dieses Gebiet der Gadarener gehört auch zu diesem Gebiet, und das erklärt, warum da Schweine gezüchtet wurden. Das war ja dem jüdischen Volk überhaupt nicht erlaubt, denn die Ernährung mit Schweinen war nach 3. Mose 11 nicht koscher. Aber man muss sich noch etwas überlegen: Da sind also viele Nichtjuden im Lauf der Geschichte, das hat bereits begonnen mit der Eroberung von Alexander dem Grossen im dritten Jahrhundert vor Christus, dass sich mehr und mehr Nichtjuden angesiedelt haben in gewissen Teilen von Israel. Das hat also, kann man sagen, zu einer Heidnisierung geführt im Land Israel. Natürlich war ja der Fremdling willkommen in Israel. Wir könnten ganz viele Stellen zusammenstellen im Gesetz Mose, wo gesagt wird, dass man den Fremdling lieben soll, dass man den Fremdling aufnehmen soll und wie man sich dem Fremdling gegenüber verhalten soll. Aber es wird von dem Fremden erwartet, dass er sich dem Gott Israels und seinem Wort unterstellt. Also er war nicht erwünscht, um zu kommen, um seine heidnische Religion nach Israel zu bringen. Aber der Fremde hatte die Möglichkeit zu kommen, aber nicht, um dann Israel zu verändern, sondern er sollte sich anpassen. Und haben die sich angepasst? Nein. Und von daher ging das auch nicht, eben in dem Gebiet, das eigentlich zum verheissenen Land gehörte, auch da auf der anderen Seite des Sees Genezareth, bei den Golanhöhen, dass die da Schweine züchteten. Und das erklärt auch, warum der Herr erlaubt hatte, dass diese Dämonen in diese Schweine fahren durften. Aber eben das Traurige, der scheinbar wirtschaftliche Schaden, das war das, was für diese Leute schlimm war, und die Rettung dieser Menschen, dafür hatten sie überhaupt keinen Blick, kein Auge.
Noch jemand wollte etwas sagen, glaube ich, kann das sein, ja?
Sie haben aber von der Befreiung der Besessenen erzählt, die haben gar nichts von den Schweinen gesagt.
Welchen Vers würden Sie zitieren, gerne?
Bei Ihrer Ankunft in der Stadt erzählten Sie den ganzen Vorgang, was mit den Besessenen zu tun hat.
Ja, genau, in Vers 33: Die Hüter aber flohen und gingen in die Stadt und verkündeten alles, auch das von den Besessenen.
Ja, die haben also alles erzählt, was mit dem Schwein war, alles und auch eben, was mit den Besessenen war. Aber das, was ich sagte, stützt sich eben auf das, dass es dann in Vers 34 heisst: Siehe, die ganze Stadt ging hinaus, Jesus entgegen, und dann heisst es, sie baten, dass er aus ihrem Gebiet weggehe. Er war unerwünscht, der Befreier. Aber das ist eben das Thema in Matthäus 8: Dieser Abschnitt zeigt uns die Macht des Herrn Jesus, die Autorität des Messias über die Gewalt der Finsternis.
Und jetzt gehen wir weiter zu Kapitel 9. Der Herr geht also wieder von der Ostseite am Fuss der Golanhöhen zurück nach Kapernaum, das oben in der Nordwestecke des Sees Genezareth sich befand. Und zwar, wie wird Kapernaum hier genannt?
Seine eigene Stadt.
Ja, das ist auch schön. Das ist die Stadt Jesu. Und es ist so, dass man sechzehn Mal in den Evangelien, in allen vier Evangelien, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, den Namen Kapernaum findet. Diese Stadt hat eine ganz besondere Bedeutung, denn der Herr Jesus, das ist Wiederholung von früher, ist ja von Nazareth weggezogen nach Kapernaum, und von dort aus begann er, öffentlich zu predigen. Das hatten wir ausführlich angeschaut in Matthäus 4. Aber man kann sagen, diese Wahlheimat Kapernaum als Ausgangspunkt seines Dienstes war eben die Stadt, die er sich besonders erwählt hatte.
Und jetzt nochmals: Was heisst Kapernaum auf Deutsch?
Haus des Trostes.
Ja, Haus des Trostes, nicht Haus, Dorf, also Kfar Nachum, das gibt dann griechisch ausgesprochen Kapernaum, Dorf des Trostes oder des Trösters. Und der Herr Jesus hat ausgehend von diesem Ort diese Botschaft des Trostes verkündigt. Und dazu können wir vielleicht aufschlagen Apostelgeschichte 10, wie Petrus diesen Dienst ausgehend von Kapernaum ganz kurz zusammenfasst. Könnte jemand lesen Apostelgeschichte 10,38?
Wie Gott Jesus von Nazareth mit heiligem Geist und Kraft gesalbt hat und wie dieser umherzog und Gutes tat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm.
So wird der Dienst in den Evangelien von Petrus beschrieben, und hier wird gerade betont: umherging wohltuend und heilend alle, die von dem Teufel überwältigt waren. Und hier haben wir ein ganz besonders eindrückliches Beispiel mit den Gadarenern gehabt. Jetzt kommt er wieder zurück in die Ausgangslage, Kapernaum, und dort geschieht diese Geschichte mit dem Gelähmten auf dem Bett. Und zwar haben die diesen Gelähmten, wie haben sie den zum Herrn gebracht? Auf ein Bett und ...? Wo steht das? Ja, schlagen wir doch auf, Markus 2, die Parallelstelle. Liest jemand Markus 2, Vers 2 oder Vers 1 schon?
Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum hinein, und es wurde bekannt, dass er im Hause sei. Und es versammelten sich viele, so dass sie keinen Platz mehr hatten, nicht einmal vor der Tür, und er sagte ihnen das Wort. Und sie kommen zu ihm und bringen einen Gelähmten von vieren getragen, und da sie wegen der Volksmenge nicht zu ihm hineinkommen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war, und als sie es aufgebrochen hatten, liessen sie das Bett hinab, auf dem der Gelähmte lag.
Danke, bis dahin? Also, es waren ziemlich viele Leute da, das ist der Punkt. Und es gab kein Durchkommen, um diesen Gelähmten zum Herrn zu bringen, aber diese vier wollten unbedingt diesen Gelähmten zum Herrn Jesus bringen. Jetzt müssen wir uns fragen: Warum gab es so viele Leute in Kapernaum zu dieser Gelegenheit? Und die Antwort finden wir in Lukas 5, aber echt, echt verblüffend. Lukas 5, Vers 12, könnte jemand vorlesen? Ich meine nicht 12, sondern 17.
Und es begab sich an einem Tag, dass er lehrte, und es sassen Pharisäer da und Gesetzeslehrer, die aus allen Dörfern von Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren, und die Kraft des Herrn war da, um sie zu heilen. Und siehe, Männer trugen auf einer Liegematte einen Menschen, der gelähmt war, und sie versuchten, ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen.
Ja, und das Weitere kennen wir. Aber was hier ergänzend gesagt wird, ist: Es waren da ganz viele Pharisäer und Gesetzeslehrer, also Rabbiner, und zwar aus jedem Dorf von Galiläa, das ist Nordisrael, aus jedem Dorf, und aus Judäa, also aus Südisrael, aus jedem Dorf, und dann noch aus der Hauptstadt, aus Jerusalem, grosse Rabbiner aus Jerusalem. Was suchen die in Kapernaum, in diesem idyllischen Städtchen am Nordwestende des Sees Genezareth und eben in diesem Dorf, das hier genannt wird: seine eigene Stadt, das Dorf des Trösters? Warum kommen die da hin? Nun, Lukas macht das klar, indem er eben gerade vorher die Heilung des Aussätzigen beschreibt, ab Vers 12. Darum hatte ich zuerst gesagt Vers 12: Und es geschah, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voll Aussatz, und er wird geheilt. Der Herr schickt ihn zu den Priestern nach Jerusalem, und da gab es Spezialisten, Medizinerpriester, die mussten die Heilung attestieren. Das waren dieselben Leute, die auch den Aussatz feststellen mussten: Diagnose, und dann kam es eben zum Abschluss, zur Absonderung der Aussätzigen. Aber wir wissen, seit der Zeit oder nach der Zeit von Mose gab es keine Heilung mehr. Wir werden von keiner Heilung berichtet in der Bibel im Zusammenhang mit Aussatz. Und auch ausserhalb der Bibel haben wir keine Berichte davon. Nur der Messias kann so etwas heilen. Und das war ja die erste Geschichte in Matthäus 8, eben um sozusagen die Autorität des Messias. Er kann dieses messianische Wunder vollbringen. Und das führte dazu, dass eben von offizieller Stelle, weil die Heilung wurde von offizieller Stelle bestätigt, jetzt musste untersucht werden: Ist dieser Mann der Messias oder nicht? Und darum kamen Rabbiner aus ganz Israel auf Besuch, und darum gab es keinen Platz, um den Gelähmten hereinzubringen. Das ist der Hintergrund. Und das war also ein ganz feierlicher Moment. Die sitzen da und überlegen sich: Ist das der Messias oder nicht? Wir müssen das prüfen. Und was geschieht genau in dem Moment? Bringen die diesen Gelähmten von oben runter vor die Füsse des Herrn, und der Jesus reagiert eben in Matthäus 9,2: Als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei guten Mutes, Kind, deine Sünden werden vergeben.
Warum hat er genau das gesagt? Das war ja gerade anstössig, denn wir sehen, diese Schriftgelehrten, diese Rabbiner, die überlegen sich etwas dazu. Und zwar Vers 3: Und siehe, einige von den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert. Die sagen das nicht laut, sie beobachten nur. Das ist die erste Phase, wenn es darum geht, jemanden, der der Messias sein könnte, zu prüfen. Zuerst wird einfach beobachtet, und wir sehen, in der zweiten Phase wird gefragt, werden Fragen gestellt. Und dann soll es zum Schluss, zur Entscheidung kommen: Ist das der Messias oder nicht? Hier sind wir in dieser ersten Phase. Sie beobachten nur, aber so feierlich, und man fragt sich: Wenn der Herr das einfach nicht gesagt hätte, und vielleicht nachher, dann wäre diese Konfrontation nicht entstanden. Aber genau in dem Moment sagt er: Deine Sünden sind dir vergeben. Und die Reaktion eben: Da gibt es gewisse Rabbiner, die sagen, das ist Gotteslästerung. Und die Begründung: Warum soll es Gotteslästerung sein? Warum?
Weil niemand Sünden vergeben kann so gut. Ja, und das steht in Markus in der Parallelgeschichte, wie er das eben gerade betont, und zwar kann das jemand gerade lesen, Markus 2, ja, Vers 7, bitte, kann das jemand lesen?
Was redet dieser so? Er lästert. Wer kann Sünden vergeben ausser einem, Gott?
Also, für sie ist klar, das kann er nicht sagen: Deine Sünden sind dir vergeben. Das kann ja nur Gott. Also ist es Lästerung. Und folglich kann er nicht der Messias sein. Aber sie haben einen logischen Fehler gemacht. Sie hätten sich sagen können: Und falls dieser Gott ist, dann kann er sagen: Deine Sünden sind vergeben. Aber das war ja das Problem, dass das pharisäische Judentum allgemein davon ausging, dass der Messias ein normaler Mensch sein würde. Und so ist es auch heute im orthodoxen Judentum die Erwartung, dass, wenn der Messias kommt, das wird ein normaler Mensch sein, einfach ein ganz besonderer Mensch. Aber die Heilige Schrift sagt es anders. Die Rabbiner haben von Alters her gesagt, Jesaja 9,6, das ist eine Prophetie auf den Messias. Können wir das lesen? Jesaja 9, ab Vers 5 schon?
Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter, und man nennt seinen Namen Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewiger Vater, Friedefürst.
Danke. Also, da steht, der Messias wird als Kind geboren werden. Damit ist klar: Die Aussage, der Messias wird ein richtiger Mensch sein, ist korrekt. Aber wenn er diese vier Doppelnamen hat, wunderbarer Berater, starker Gott und so weiter, dann wird klar: Dieser Mensch ist gleichzeitig der starke Gott. Und zwar dieser Ausdruck, weiss jemand, wie starker Gott heisst hier? Und dieser Gottesname kommt noch einmal vor in der Bibel. Jesaja 10,21. Kann das jemand lesen?
Ein Überrest wird sich bekehren, der Überrest Jakobs zu dem starken Gott.
Hier wird gesagt, dass ein Überrest aus Israel, der zur Bekehrung kommen wird, und bei dieser Bekehrung kehrt er um zu El Gibbor. Das heisst, zuerst haben sie El Gibbor abgelehnt, aber dann kehren sie zu El Gibbor um und werden gerettet werden. Und was wir hier haben in Markus 2, die, die untersuchen sollten, ist, dass der Messias, die sagen, er lästert, denn das geht gar nicht, dass er Sünden vergeben kann. Und die lehnen den Herrn Jesus ab. Aber wir haben die Verheissung in Jesaja 10, also wirklich ein Kapitel später, dort heisst es, dass ein Überrest aus Israel schliesslich umkehren wird zu El Gibbor und erkennen wird: Ja, aber er ist Gott, und darum kann er Sünden vergeben.
Ja, die Prophetie aus Micha ist ja auch ein Beleg dafür, dass er Gott sein wird, der Retter. Micha 5,1 meinst du? Ja, Micha 5,1 ist auch ein Beleg, dass der Messias Gott und Mensch sein soll, weil diese Stelle: Und du, Bethlehem Ephrata, zu klein, um unter den Tausenden von Juda zu sein, aus dir wird mir hervorkommen, der Herrscher in Israel sein soll. Und da haben die Rabbiner gesagt, das ist der Messias. In jeder Rabbinerbibel steht dort in der aramäischen Übersetzung gerade neben diesem Text: Du Bethlehem Ephrata, aus dir wird der Messias hervorkommen. Also in der aramäischen Übersetzung hat man erklärend noch Messias eingesetzt. Es ist also klar, hier geht es um den Messias. Und wenn er aus Bethlehem kommt, ist er ein Mensch. Aber nachher heisst es, und das habe ich noch nicht zitiert: und seine Ausgänge sind von den Tagen der Ewigkeit her. Dann ist er Gott.
Ja, und so gibt es noch viele Stellen im Alten Testament, die bezeugen, dass der Messias eben Gott und Mensch in einer Person sein muss. Aber das haben die nicht anerkannt, und darum haben sie gesagt, das geht gar nicht, er kann das nicht sagen. Aber sehen wir, der Herr Jesus hat nicht einfach die Konfrontation so umgangen, sondern es war wichtig: Israel muss damit konfrontiert werden. Wer ist Jesus Christus? Ist er der Messias, der Gott und Mensch ist in einer Person, oder nicht? Und an seiner Person sind sie gescheitert. Also es kommt darauf an, wie man sich ihm gegenüber verhält. Da gibt es eine Scheidung. Und darum wurde auch in Jesaja vorausgesagt. Und jetzt schauen wir noch ein Kapitel vorher: Wir waren in Jesaja 9 und 10, jetzt gehen wir noch in Jesaja 8. Dort wird der Messias auch erwähnt, und die Rabbiner haben auch gesagt: Diese Stelle spricht von dem Messias. Kann uns jemand lesen Jesaja 8,14?
Und er wird zum Heiligtum sein und zum Stein des Anstosses und zum Fels des Strauchelns für die beiden Häuser Israel, zum Fallnetz und zur Falle für die Bewohner Jerusalems, und viele unter ihnen werden stürzen, werden fallen und zerbrechen, verstrickt und gefangen werden.
Ja, also hier wird gesagt von dem Messias, er wird zum Stein des Anstosses sein, zum Fels des Strauchelns, also über diesen Fels stolpert man und kommt zu Fall. Und so sind sie an ihm zu Fall gekommen. Und das hat dann zur Katastrophe des Jahres 70 mit dem Untergang von Jerusalem geführt. Darum heisst es: Und viele unter ihnen werden straucheln und werden fallen und zerschmettert und verstrickt und gefangen werden. Also, dieser Name des Messias hier, er wird Stein des Anstosses, Fels des Strauchelns, Schlinge, Fallstrick, das hat sich hier so bewahrheitet. Aber eben, sie haben nicht akzeptiert, was die Schrift sagt: Ein Kind ist uns geboren, sein Name starker Gott. Dann wären sie nicht zu Fall gekommen. Also es kommt wirklich darauf an, ob man auf die Schrift hört. Und sonst kann man zu Fall kommen.
Und der Jesus weiss ihre Gedanken, sie haben noch nichts gesagt. Und darum sagt er in Matthäus 9,4: Warum denkt ihr Böses in euren Herzen? Er sagt nicht: Warum denkt ihr? Das ist ja schon recht. Aber er sagt: Warum denkt ihr Böses? Sie haben sich in ihren Gedanken gegen ihn gewendet. Und dann sagt er: Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden werden vergeben oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Es ist klar. Das ist ja etwas, das kann man nicht nachkontrollieren. Das kann jeder sagen: Deine Sünden sind dir vergeben. Und wir wissen, wie viele Priester in der Christenheit haben es gesagt, und es ist gar nichts passiert. Aber der Herr Jesus hat eben seine Legitimation, dass er das sagen kann, bestätigt, indem er diesen Gelähmten auch gleich geheilt hat. Und das kann nicht jeder einfach sagen zu einem Gelähmten: Steh auf! Und dann steht er auch auf. Und darum eben diese Kombination: Was ist leichter zu sagen, eben Sünden sind dir vergeben? Das kann man ja nicht kontrollieren, oder: Steh auf und geh umher? Und darum war dieses Wunder hier ganz wichtig vor den Augen dieser Kontrolleure des Messias aus ganz Israel.
Und dann fügt der Herr hinzu, Vers 6: Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Gewalt hat, auf der Erde Sünden zu vergeben. Und jetzt verwendet er diesen Ausdruck „der Sohn des Menschen“, ein Ausdruck, der für den Messias gebraucht wird in Daniel 7,13-14. Da sieht Daniel den Menschensohn auf den Wolken des Himmels, er kommt, um das Weltreich aufzurichten, das Reich Gottes. Also das zweite Kommen des Herrn Jesus wird dort beschrieben, und der Herr Jesus benutzt diesen Titel Sohn des Menschen für sich, um klarzumachen, er ist der Messias, und sagt, er hat die Autorität, auf der Erde Sünden zu vergeben.
Jetzt haben wir gesehen: Er hat Autorität, einen Aussätzigen zu heilen, er hat Autorität, einen Sturm zu stillen, er hat Autorität über die Gewalt der Finsternis, und darum hat er auch Autorität, Sünde zu vergeben. Aber mit einer Einschränkung, das heisst hier: auf der Erde Sünden zu vergeben. Warum steht auf der Erde? Mit dem Tod ist Schluss, mit dem Tod ist es aus. Ein Mensch kann die Vergebung Gottes nur bekommen hier auf Erden, im Jenseits gibt es keine Möglichkeit mehr. Wo der Baum fällt, da bleibt er liegen, Prediger 11. Und Hebräer 9,27 sagt: Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach das Gericht. Also der Mensch muss sich entscheiden hier auf Erden, da ist die Gnadenzeit, wo Vergebung möglich ist, nachher nicht mehr. Darum ist es eine Lüge, das Fegefeuer, als gäbe es quasi nachträglich noch eine Möglichkeit zu wechseln. Es ist definitiv, und das sagte der Herr Jesus auch in Lukas 16 in der Geschichte vom reichen Mann und dem Lazarus: Und überdies ist zwischen uns eine Kluft befestigt, damit die, die wollen, von hier nicht darüber kommen können und die von dort darüber. Es ist definitiv, es ist entschieden. Und darum muss man es in der Bibel speziell anstreichen, dass der Sohn des Menschen Gewalt hat auf der Erde Sünden zu vergeben.
Und wir sehen: Er heilt den Gelähmten, und die Volksmenge reagiert richtig. Die Führer, dort ist das Problem. Die Volksmenge in Vers 8: Als aber die Volksmengen es sahen, fürchteten sie sich und verherrlichten Gott, der den Menschen solche Gewalt gegeben hat. Also, die haben das richtig wahrgenommen, das ist etwas Wunderbares, was hier passiert. Aber wir sehen unter diesen Gelehrten, da kommen diese bösen Gedanken auf, die dann letztlich zur Verwerfung des Messias führen, dass er gekreuzigt wird. Aber das ist dann später in Matthäus. Aber hier sehen wir bereits den Anfang dieser Entwicklung, die dann zur völligen Ablehnung des Messias führen. Das Tragische ist: Das Volk, die Masse, die eigentlich ganz natürlich richtig reagiert und die Wahrheit sieht, die wird dann vor der Führerschaft rübergezogen, aufgewiegelt. Und das ist das Tragische. Da sieht man immer wieder, dass führende Leute den Irrtum bringen und so viele Menschen in der Masse, die wären eigentlich noch offen für die Wahrheit, aber lassen sich je nachdem von solchen Führern verführen. Und das ist das Tragische. Eigentlich merken die genau: Das muss der Messias sein. Aber am Schluss werden sie von Verführern, oder wird die Masse von Verführern rübergezogen auf die falsche Seite.
Ja, jetzt machen wir hier Schluss und fahren dann nächstes Mal weiter mit der Berufung von Matthäus. Und dann werden wir den Zusammenhang sehen zwischen dem Schreiber des Matthäusevangeliums und seiner Bekehrungsgeschichte. Da gibt es auch ein paar schöne Perlen zu entdecken.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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