Serie•Teil 5 / 9Das 1. Buch der Könige – Bibelwoche
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Der Schutz am Altar und die erste Bewährungsprobe für Salomo
Ich lese nochmals als Anschluss 1. Könige 1,49. Da erschraken alle geladenen Adonias und standen auf und gingen jeder seines Weges. Und Adonia fürchtete sich vor Salomo, und er machte sich auf und ging hin und erfasste die Hörner des Altars.
Er floh also nach Gibeon, wo zu dem Zeitpunkt die Stiftshütte war, natürlich ohne die Bundeslade. Die Bundeslade war ja beim Palast von David in der Davidstadt in einem Zelt neben dem Palast. Aber er ging dahin zur Stiftshütte, wo eben der Brandopferaltar war, und erfasste die Hörner des Altars.
Vers 51: Und es wurde Salomo berichtet, indem man sprach: Siehe, Adonia fürchtet den König Salomo, und siehe, er hat die Hörner des Altars erfasst und gesagt: Es schwöre mir jetzt der König Salomo, dass er seinen Knecht nicht mit dem Schwert töten wird. Und Salomo sprach: Wenn er sich als ein tüchtiger Mann erweisen wird, so soll von seinem Haar keines auf die Erde fallen; wenn aber Böses an ihm gefunden wird, so soll er sterben. Und der König Salomo sandte hin, und sie brachten ihn vom Altar herab. Und er kam und beugte sich vor dem König Salomo nieder, und Salomo sprach zu ihm: Geh in dein Haus.
Wie kommt er auf die Idee, zur Stiftshütte zu gehen und Asyl beim Altar zu suchen? Das hängt zusammen mit einer Stelle in der Tora, im Gesetz, 2. Mose 21. Nicht wahr, in Kapitel 20 hat Gott die zehn Gebote verkündigt, mündlich, und dann Anweisungen gegeben zum Bau eines Altars, sei es ein Altar aus Erde oder ein Altar aus Stein. Und weiter in Kapitel 21 folgen Gebote auf Gebote. Da lesen wir, des Zusammenhangs wegen, ab Vers 12: Wer einen Menschen schlägt, dass er stirbt, soll gewiss getötet werden. Das bezieht sich auf einen Mörder, der also mit Absicht ermordet. Hat er ihm aber nicht nachgestellt und Gott hat es seiner Hand begegnen lassen, so werde ich dir einen Ort bestimmen, wohin er fliehen soll. Wenn jemand gegen seinen Nächsten vermessen handelt, dass er ihn umbringt mit Hinterlist, von meinem Altar sollst du ihn wegnehmen, dass er sterbe.
Also: Der Altar sollte Asyl geben in ganz, ganz schwierigen Momenten, wo jemand jemanden getötet hat, also nicht ermordet, sondern getötet, aus Versehen. Und hier wird gesagt: Gott hat es seiner Hand begegnen lassen, also dass Gott gewisse Umstände eben zugelassen hat, die schließlich zu dieser Tötung führten. Und dann wird hier erklärt: Dann kann jemand in einer solchen Not sofort fliehen und den Altar erfassen, und dort hat er Asyl. Man darf ihn dann nicht einfach umbringen. Die ganze Sache muss genau in Ruhe untersucht werden. Da kann niemand im Affekt quasi einen Mörder bestrafen oder eben einen vermeintlichen Mörder bestrafen.
Und das ist der Grund, warum Adonia zur Stiftshütte flieht. Er sieht also nur noch einen Ausweg. Er war ein Rebell, wollte den Vater stürzen und wollte Salomo als König auf die Seite schieben. Er erfasst die Hörner des Altars. Und wir sehen: Salomo gibt ihm tatsächlich eine Chance. Er sagt: Wenn du dich erweist als eben ein tüchtiger Mann, dann wirst du nicht nur überleben, sondern so soll von seinem Haar keines auf die Erde fallen; dir wird gar nichts angetan. Und dann schickt er ihn nach Hause.
Wir lassen das mal so stehen, wir kommen aber darauf zurück. In Kapitel zwei geht es nun weiter.
Der Ort des Königs und die Vorbereitung auf den Abschied
Übrigens, hier auf dem Bild sieht man den Millo unterhalb des Davidpalastes. Wie gesagt, der Berg Zion ist so aufgebaut, dass der Tempelplatz auf der Höhe des Berges liegt. Der Südabhang des Berges Zion ist sehr lang ausgestreckt, nach unten bis eben an den Ort, wo das Tal Hinnom ins Tal Kidron hineinmündet.
Auf dem Abhang dieses südlichen Ausläufers des Berges liegt die Davidstadt, und dort hat David eben seinen Palast angebaut. Aber gerade an dieser Stelle gab es keinen Platz mehr in der Stadt Jerusalem, die mit einer Mauer geschützt war. Deshalb hat David seinen Palast oben angehängt. An dieser Stelle ist der Bergrücken jedoch sehr schmal, und es ist nicht so ideal für einen Palast.
Darum hat David hier diese Steinaufschüttung, die in der Bibel siebenmal erwähnt wird, unter dem Namen Millo aufschütten lassen, also gigantisch. Und was man hier sieht, ist nur die Hälfte. Die andere Hälfte ist nicht freigelegt, aber es geht nochmals so weit nach unten. Dadurch wurden zusätzliche Quadratmeter gewonnen für den Palast von David.
Also, ich muss vielleicht noch erklären: Millo heißt Auffüllung. Auf Hebräisch Malä heißt voll, und Millo ist eben die Auffüllung wegen dieser Steinaufschüttung.
Jetzt Kapitel 2, Vers 1: Als nun die Tage Davids herannahten, dass er sterben sollte – und wir wissen ganz genau, wo das war, eben da oberhalb des Millo –, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe den Weg der ganzen Erde. So sei stark und sei ein Mann. Und versieh den Dienst des Herrn, deines Gottes, dass du auf seinen Wegen wandelst, indem du seine Satzungen, seine Gebote und seine Rechte und seine Zeugnisse hältst, wie geschrieben ist im Gesetz Mose.
Einmal bis hierhin.
David merkt jetzt, mit 70 Jahren, der Moment kommt, wo ich sterben muss. Es gibt manche, die wissen, wenn das Sterben herannaht, dass jetzt der Moment kommt. Irgendwie merken die das. Aber nicht alle sterben so. Es gibt auch die Möglichkeit, dass wir sterben, und das wäre völlig unverhofft, also richtig aus dem Leben herausgerissen. Das bestimmt Gott, wie.
Aber hier sehen wir: David konnte sich wirklich nochmals vorbereiten, ganz ähnlich wie Vater Jakob, der wusste auch: Jetzt ist es so weit. Und in 1. Mose 49 hat er alle zwölf Söhne versammelt, um ihnen die Zukunft zu sagen, als Prophet. Da spricht er ein Segenswort über die einzelnen Söhne aus. Er beginnt bei Ruben, dem Erstgeborenen, und als er dann fertig ist mit diesem wirklich grandiosen Gedicht, diesem Segensspruch, und alles prophetisch, dann zieht er seine Beine rauf aufs Bett und stirbt, leiblich.
Aber eben, das ist nicht allen so gewährt. Und jetzt sehen wir auch: David sieht, jetzt ist der Moment da. Und nun spricht er ganz persönlich nicht zu allen Söhnen, die noch damals lebten, sondern zu Salomo, weil der jetzt seinen Auftrag fortsetzen sollte.
Und er sagt ihm: Ich gehe den Weg der ganzen Erde. Ein sehr spezieller Ausdruck. Das ist der Weg von Römer 6,23, denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. Der Tod ist nicht etwas Natürliches, sondern in Hiob 18,14 wird er genannt: der König der Schrecken. Aber eben, es wurde das Normale seit dem Sündenfall. Und darum sagt David: Ich gehe jetzt diesen Weg, den eben alle gehen müssen, den Weg der ganzen Erde. Ich sterbe.
Und er ermutigt seinen Sohn. Man beachte all diese Imperative: So sei stark und sei ein Mann. Interessant, er sagt nicht: Du kannst wählen. Nicht wahr? Das sagen gewisse Grundschullehrer oder Grundschullehrerinnen oder schon im Kindergarten. Nein, er sagt zu jemandem, der mit XY-Chromosomen geboren wurde: Sei ein Mann.
Und alle, die sich umoperieren lassen – was soll das umoperieren? Sie müssten ja alle diese Abermilliarden von Zellen umoperieren, und zwar den Zellkern rausholen oder eben bearbeiten mit der Genschere. Und sie müssten das Y-Chromosom rausmachen und ein X-Chromosom reinmachen. Es ist einfach so: Ob man operiert ist oder nicht, alle Milliarden Zellen sagen tagtäglich zu einem Mann mit XY: Du bist ein Mann, du bist ein Mann.
Und jede Frau, die sich verändern lassen will, sie müsste ja all diese Milliarden Zellen umoperieren, und sie sagen: Du bist XX. Ja, und David sagt diesem Mann: Sei ein Mann. Mit Überzeugung. Und da musst du auch das, was eben Gottes Plan ist, für das Mannsein auch versuchen umzusetzen. Und für eine Frau müsste man sagen: Sei eine Frau! Das ist auch eine Entscheidung, das zu sein, was man ist. Und das gehört zu unserer Identität, und zwar schöpfungsgemäß als Identität.
Und er sagt ihm: Sei ein Mann! Dritter Befehl: Und versieh den Dienst des Herrn, deines Gottes. Also sein Königtum wird hier gesehen nicht als ein tyrannisches Herrschen, sondern ein Dienst an Israel. So hat es Vater David auch gesehen. Er hatte die Ausbildung von klein auf als Hirte, und das hat Gott so geführt, damit er eben das Volk Israel als Hirte leiten könnte und nicht nach dem Ideal eines Nimrods.
Nimrod war der erste Herrscher nach der Sintflut. Er war der Herrscher von Babylon, und später hat er seine Herrschaft noch weiter ausgedehnt, lesen wir in 1. Mose 10. Und er war ein gewaltiger Jäger, also das Ideal eines Herrschers: ein Jäger zu sein. Ja, aber wenn man eben Freude an der Jagd hat und Freude hat, Löwen abzuknallen, dann geht man mit Menschen eben auch anders um.
Aber das Ideal der Bibel für den König ist eben der Hirte. Und darum war David ein Hirte, und er weidete Israel. Und er macht hier Salomo klar, einfach mit diesem Ausdruck: „Versieh den Dienst des Herrn, deines Gottes“, dass er eben auch sich als Hirte sehen soll, der der Herde dient, dass du auf seinen Wegen wandelst, indem du seine Satzungen, seine Gebote und seine Rechte und seine Zeugnisse hältst, wie geschrieben ist im Gesetz Moses. Also halte dich genau an die Bibel, mit anderen Worten gesagt.
Und er gibt ihm dann eine Verheißung: „Damit es dir gelinge in allem, was du tust, und überall, wohin du dich wendest.“ Merken wir, woher David hier in seinen Gedanken geprägt ist. Ja, er hat eben nicht nur die Tora gelesen, auf die er sich da beruft, sondern auch das nächste inspirierte Buch, das Buch Josua.
Schlagen wir auf Josua 1. Gott sagt zu Josua in Vers 7: „Nur sei sehr stark und mutig, dass du darauf achtest, zu tun nach dem ganzen Gesetz, das mein Knecht Mose dir geboten hat; weiche weder zur Rechten noch zur Linken davon ab, damit es dir gelinge, überall, wohin du gehst.“ Genauso zeigt er ihm: Halte dich an das Gesetz Mose, damit es dir gelinge in allem, was du tust, und überall, wohin du dich wendest.
Geprägt, damit der Herr sein Wort aufrechterhalte, das er über mich geredet hat, als er sprach: „Wenn deine Söhne auf ihren Weg Acht haben, so dass sie von vor mir wandeln in Wahrheit mit ihrem ganzen Herzen und mit ihrer ganzen Seele, so soll es, sprach er, dir nicht an einem Mann fehlen auf dem Thron Israels.“
Nun, da erinnert sich David an das, was Gott ihm gesagt hatte damals in 2. Samuel 7. Ich will dann kurz auf. In 2. Samuel 7 hat Gott mit David persönlich gesprochen oder zu ihm gesprochen, ihn belehrt über sein eigenes Leben und über die Zukunft. Ich lese ausschnittweise aus Kapitel 7, Vers 11: „Und seit dem Tag, als ich Richter über mein Volk Israel bestellt habe, und ich habe dir Ruhe verschafft vor allen deinen Feinden, und der Herr tut dir kund, dass der Herr dir ein Haus machen wird.“
Haus, beit auf Hebräisch, kann bedeuten ein Haus, eben aus Stein oder aus Holz, und beit bedeutet auch eine Familie oder eine Dynastie. Und hier wird das eben in dem Sinn gebraucht: Der Herr dir ein Haus machen wird, wenn deine Tage erfüllt sein werden und du bei deinen Vätern liegen wirst. Jetzt geht es hier genau um das, was jetzt kommt, und David ist sich dessen bewusst. Seine Tage sind erfüllt, er wird nächstens bei seinen Vätern liegen.
„So werde ich deinen Nachkommen“, oder wörtlich deinen Samen, „nach dir erwecken, der aus deinem Leib kommen soll, und werde sein Königtum befestigen. Der wird meinem Namen ein Haus bauen.“ Also David wusste: Sein Nachfolger auf dem Thron, der wird den ersten Tempel in Jerusalem bauen. „Der wird meinem Namen ein Haus bauen, und ich werde den Thron seines Königtums befestigen in Ewigkeit. Ich will ihm Vater sein, und er soll mir Sohn sein, so dass, wenn er verkehrt handelt, ich ihn züchtigen werde mit einer Menschenrute und mit Schlägen der Menschenkinder.“
Also David wird hier klargemacht: Es wird Konsequenzen haben. Es kann sein, dass dein Sohn nicht den guten Weg geht, und wir wissen, das ist genau so gekommen, traurig, nach einem sehr, sehr guten Anfang. Es soll Zucht geben.
Eine Verheißung folgt in Vers 15: „Aber meine Güte soll nicht von ihm weichen, wie ich sie von Saul weichen ließ, den ich vor dir weggetan habe.“ Also, es war klar, es würde anders enden als bei Saul. Und darum hat Salomo, wie gestern erklärt, eben im Alter dann auch eine wirkliche Umkehr erlebt, und die Frucht davon war das Buch Prediger.
Vers 16: „Und dein Haus und dein Königtum sollen vor dir beständig sein in Ewigkeit; dein Thron soll fest sein in Ewigkeit.“ Also das Königtum des Hauses Davids soll nie definitiv untergehen. Wir wissen: Durch Sünde ging es unter. Zedekia war der letzte König aus dem Haus Davids, und dann war das Königtum Davids nicht mehr da. Aber Jahrhunderte später kam der Herr Jesus aus dem Haus Davids, und er wird der König sein, der am Ende der Zeit im Tausendjährigen Reich über die ganze Welt regieren wird, auf dem Thron Davids.
Und noch als Anregung: Jetzt habe ich 2. Samuel 7 gelesen, und es gibt ja eine Parallelstelle dazu, 1. Chronika 17, und diese Stelle ist nicht einfach das Gleiche, sondern sehen wir wieder, wie diese Parallelen sehr, sehr wichtig sind.
Ich lese gerade in 1. Chronika 17, Vers 10, da haben wir so den Anschluss: „Und seit den Tagen, als ich Richter über mein Volk Israel bestellt habe, und ich werde alle deine Feinde demütigen, und ich tue dir kund, dass der Herr dir ein Haus bauen wird. Und es wird geschehen, wenn deine Tage erfüllt sind, dass du zu deinen Vätern hingehst, so werde ich deinen Samen“, so wörtlich deinen Samen, „nach dir erwecken, der von deinen Söhnen sein wird, und werde sein Königtum befestigen. Der wird mir ein Haus bauen, und ich werde seinen Thron befestigen in Ewigkeit. Ich will ihm Vater sein, und er soll mir Sohn sein, und ich will meine Güte nicht von ihm weichen lassen, wie ich sie von dem weichen ließ, der vor dir war. Und ich will ihm Bestand geben in meinem Haus und in meinem Königreich auf ewig, und sein Thron soll fest sein in Ewigkeit.“
Man denkt: Ja, doch ziemlich das Gleiche. Aber da wird nichts gesagt von dem Abweichen und von der Zucht. Und effektiv ist diese Stelle weiterreichend. Dein Same ist hier der Messias. Und da wird auf dieses ewige Königtum im Tausendjährigen Reich und darüber hinaus hingewiesen. Das Königtum des Messias wird ewig dauern, auch im neuen Himmel und der neuen Erde. Das wird hier vorgestellt.
Und jetzt versteht man auch: In Hebräer 1 wird das ja zitiert, aber eben nicht 2. Samuel 7, sondern 1. Chronika 17. Wenn es heißt in Vers 13: „Ich will ihm Vater sein, und er soll mir Sohn sein“, das bezieht sich nach Hebräer 1 auf den Herrn Jesus, auf den Messias. Aber 2. Samuel 7, dort wird es auch so formuliert, dort bezieht es sich auf Salomo. Das wird ein wichtiger Unterschied, und so ergänzen sich die Berichte.
Also Gott hat David beides gesagt, aber in 2. Samuel wird das hervorgehoben, was direkt Bezug hat auf Salomo und auch auf sein Versagen und seine spätere Umkehr, und in 1. Chronika 17 ist wirklich die messianische Prophetie gegeben.
Wir fahren weiter in 1. Könige 2. Also David bezieht sich hier in seiner Erinnerung zurück auf das, was er von Gott bekommen hat, in 2. Samuel 7. Ich wiederhole in Vers 4b: „Wenn deine Söhne auf ihrem Weg Acht haben, so dass sie vor mir wandeln in Wahrheit mit ihrem ganzen Herzen und mit ihrer ganzen Seele, so soll es, sprach er, dir nicht an einem Mann fehlen auf dem Thron Israels.“
Und jetzt geht es weiter. David gibt also noch wichtige Instruktionen: „Und du weißt ja auch, was mir Joab getan hat, der Sohn der Zeruja, was er den beiden Heerobersten Israels, Abner, dem Sohn Neers, und Amasa, dem Sohn Jeters, getan hat, indem er sie ermordete und Kriegsblut im Frieden vergoss, so dass er Kriegsblut an seinen Gürtel gebracht hat, der um seine Lenden war, und an seine Schuhe, die an seinen Füßen waren.“
Es ist eine sehr wichtige Stelle. Er hat wirklich immer wieder die falsche Seite gewählt, und jetzt in diesem Aufstand von Adonia hat er eben auch die falsche Seite gewählt. Und David hat nicht vergessen, als er Abner, den Heerobersten von Saul, den Heerobersten von Israel, getötet hatte, und auch als er Amasa getötet hatte. Das hatten wir alles früher behandelt, das war nicht richtig, und das war Mord.
Und nun ist es ganz bedeutsam, wie er das sagt: „Indem er sie ermordete und Kriegsblut im Frieden vergoss.“ Also es wird hier klar ein Unterschied gemacht vom Töten im Krieg und vom Töten in einem Friedenszustand, und das wird als Mord bezeichnet. Und dieses Blut war in seinem Gürtel, an seinen Schuhen. Und hier sagt David: Das hat Konsequenzen.
Vers 6: „So handle nun nach deiner Weisheit und lass sein graues Haar nicht in Frieden in den Scheol hinabfahren.“ Also hier gibt er den Auftrag: Du musst Joab bestrafen als oberster Richter Israels.
Vers 7: „Aber den Söhnen Barsileis, des Gileaditers, sollst du Güte erweisen. Und sie sollen unter denen sein, die an deinem Tisch essen, denn so sind sie mir entgegengekommen, als ich vor deinem Bruder Absalom floh.“
Also der ist nicht irgendwie in geistiger Umnebelung gestorben, David, so schwach war er. Aber er wusste, was Gott ihm damals gesagt hatte, 2. Samuel 7, und er wusste, wie das war damals bei dem Umsturz durch Absalom. Und wie er dann zurückkam, und er wusste genau, wer ihm die Treue gehalten hatte und wer treulos war. Und hier erwähnt er jetzt die Söhne Barsileis.
Wir können ganz kurz aufschlagen: 2. Samuel 17,27. Also da sind wir in der Geschichte von dem Umsturz durch Absalom, aber in Vers 27 lesen wir: „Und es geschah, als David nach Machanaim kam, da brachten Schobi, der Sohn Nachas aus Rappa der Kinder Ammon, und Machir, der Sohn Ammiels aus Lodebar, und Barsilei, der Gileaditer, aus Rogelim Betten und Becken und Töpfergefäße und Weizen und Gerste und Mehl und geröstete Körner und Bohnen und Linsen und geröstetes und Honig und geronnene Milch und Kleinvieh und Kuhkäse zu David und zu dem Volk, das bei ihm war, dass sie essen sollten; denn sie sprachen: Das Volk ist hungrig und erschöpft und durstig in der Wüste.“
Das waren mehrere, eben dieser Schobi, dann dieser Machir und Barsilei, der Gileaditer. Ich muss mir vorstellen, David ist mit seinen Getreuen geflohen, Absalom hat die Macht in Jerusalem übernommen, und David war so in Bedrängnis, in Not. Und ich meine, man muss mal so eine richtige Wanderung gemacht haben durch die Wüste Judäa, und man kann sich nicht vorstellen, was das war.
Dann kommt der entgegen und bringt alles Mögliche, was man brauchen könnte: Betten, damit man wieder mal richtig schlafen kann, nicht nur so auf dem Wüstenboden, hartem Wüstenboden; Becken, Töpfe, Gefäße und all diese Nahrungsmittel, Milch bis hin zu Milch und Kuhkäse. Und das war für David unglaublich, dieser Barsilei.
Nun, alles hat sich dann später gewendet, und David konnte wieder zurückkehren und sein Königtum übernehmen. Aber schauen wir mal, wie das war, als er dann Barsilei trifft. In Kapitel 19, Vers 32: „Und Barsilei, der Gileaditer, kam von Rogelim herab und ging mit dem König über den Jordan, um ihn über den Jordan zu geleiten.“
Man muss sich vorstellen: Der kommt aus dem Exil, eben jenseits des Jordans, zurück, und Barsilei geht dorthin an diesem entscheidenden Moment, wo er wirklich über den Jordan kommt und wieder in sein ursprüngliches Königtum zurückkehrt.
Und weiter lesen wir: „Barsilei war aber sehr alt“, das hatten wir auch schon mal gelesen, beim Siebzigjährigen, nicht wahr? Bei David. „Jetzt hier, Barsilei war aber sehr alt, ein Mann von achtzig Jahren, und er hatte den König versorgt, als er in Machanaim weilte, denn er war ein sehr reicher Mann.“ Er hat sein Reichtum eingesetzt für die Sache des Herrn, nicht unbedingt so wie Graf Zinzendorf, der nachher Schulden hatte, aber eben wirklich grandios, was er gemacht hat.
Und der König sprach zu Barsilei: „Geh du mit mir hinüber, und ich will dich bei mir in Jerusalem versorgen.“ Also er wollte ihm eine Altersversorgung sichern in Jerusalem am Königstisch.
Und jetzt muss man schauen, wie der Mann reagiert. Und Barsilei sprach zum König: „Wie viele sind noch die Tage meiner Lebensjahre, dass ich mit dem König nach Jerusalem hinaufziehen sollte? Ich bin heute achtzig Jahre alt. Das lohnt sich irgendwie gar nicht mehr.“
Also ich bin jetzt 80. Sprüche, Psalm 90: Die Tage sind 70 Jahre, wie David, und wenn es hochkommt, sind es 80, wie Barsilei. Barsilei sagt: Was kommt jetzt noch? Er begründet, warum er nicht kommen will, und zwar so: „Ich bin heute 80 Jahre, kann ich Gutes und Schlechtes unterscheiden?“ Also ich merke schon gar nicht mehr den Unterschied zwischen dem Luxus, den ich in deinem Palast haben werde, und wenn es eben nicht so luxuriös zu und her geht.
„Kann ich Gutes und Schlechtes unterscheiden, oder kann dein Knecht schmecken, was ich esse und was ich trinke?“ Also mit seinen Geschmacksknospen war es wirklich nicht mehr gut bestellt, alles schmeckt gleich. Das kennen manche, und das macht es so schwierig, dass man im dritten Alter, wie man da den letzten Abschnitt des Lebens nennt, dass man eben noch gesund ist. Die Gefahr ist, dass man dann denkt: Ja, kommt nicht so drauf an, schmeckt ja sowieso alles gleich.
Und viele kochen sich nicht recht. Ich weiß noch, wie es war vor Jahrzehnten, da hat Migros in der Schweiz den Plan gehabt, man sollte ganz spezielle Menüs einrichten für das dritte Alter. Und ich kannte damals den Chef, der dafür zuständig war bei Migros, speziell für das Ressort drittes Alter. Und der war eben da bemüht, dass man Möglichkeiten schafft, wie Leute in einem gewissen Alter eben auf einfache Art zu einem guten Essen kommen, das sie sich sonst einfach nicht bereiten würden, weil die Motivation fehlt. Und das ist schlimm, das ist schlecht.
Aber eben, das ist diese Situation: „Oder kann dein Knecht schmecken, was ich esse und was ich trinke? Oder kann ich noch auf die Stimme der Sänger und der Sängerinnen horchen?“ Natürlich, im Palast von David gab es professionelle Musiker. Der hatte ja keine CD-Player und keine MP3 und so weiter, aber da waren die Musiker gerade vor Ort. Und er sagt: Ich kann das auch gar nicht mehr genießen, diese schöne Musik im Palast.
Und weiter: „Und warum sollte dein Knecht meinem Herrn, dem König, noch zur Last sein? Dein Knecht würde nur auf kurze Zeit mit dem König über den Jordan gehen. Also ich werde jetzt sowieso nächstens sterben. Und warum sollte der König mir diese Vergeltung erweisen? Lass doch deinen Knecht zurückkehren, dass ich in meiner Stadt sterbe, beim Grab meines Vaters und meiner Mutter.“
Aha, der wollte eben da bleiben, wo er war. Das wäre ja nochmals eine Entwurzelung gewesen. Und das ist auch das Problem, das wir kennen. Wenn eben in einem gewissen Alter man sieht, jemand kann nicht mehr für sich selber sorgen, also jetzt: Wie geht es weiter? Aber wenn man dann eben jemanden verpflanzen muss, das ist sehr schwierig. Nicht für alle, aber für viele.
Und da sagt er genau: Ich fühle mich doch da viel wohler. Da war ich zu Hause, da waren schon meine Eltern. Und die sind auch da gestorben, die haben da ihren Friedhof. Es ist besser für mich, ich bleibe.
Aber dann kommt auch eine gute Idee: „Aber siehe, hier ist ein Knecht Kimham, er möge mit meinem Herrn, dem König, hinübergehen, und tu ihm, was gut ist in deinen Augen.“ Und der König sprach: „Kimham soll mit mir hinübergehen, und ich will ihm tun, was gut ist in seinen Augen, und alles, was du von mir begehren wirst, will ich für dich tun.“
Und alles Volk ging über den Jordan, und auch der König ging hinüber, und der König küsste Barsilei und segnete ihn. Sieht man, was die für eine Beziehung hatten. Aber wirklich, Barsilei sagt sich: Ich habe da noch einen Knecht, das wäre schön für ihn, wenn der im Palast wohnen könnte. Der soll doch das, was der König mir geben will, ich geb ihm das. Das zeigt auch wieder dieses Herz von diesem Mann.
Das war der Mann, der eben alles Mögliche gab, vom Bett bis zum Kuhkäse. Und jetzt seinem Knecht gibt er da quasi diesen Platz im Palast des Königs. Und der König küsste Barsilei und segnete ihn, und er kehrte an seinen Ort zurück, eben an seinen Ort, dort, wo es ihm wohl war, im Alter.
Und der König ging hinüber nach Gilgal, und Kimham ging mit ihm hinüber, und alles Volk von Juda und auch die Hälfte des Volkes von Israel führten den König hinüber.
Und jetzt, Jahre später, am Ende seines Lebens, erinnert sich David nochmals an Barsilei und sagt: „Aber den Söhnen Barsileis, des Gileaditers, sollst du Güte erweisen.“ Der hatte nicht nur einen Knecht, der hatte zwei Söhne. Und David denkt: Denen will ich auch was Gutes tun. Und so soll sich Salomo um die Söhne Barsileis kümmern, und sie sollen unter denen sein, die an deinem Tisch essen, denn so sind sie mir entgegengekommen.
Ach so, die waren da auch dabei, das war dort nicht gesagt. Aber hier erinnert sich David, als ich vor deinem Bruder Absalom floh: Die waren damals eben auch treu.
Die letzten Anweisungen eines Königs und die Frage nach Gerechtigkeit
Und weiter instruiert David, und siehe, bei dir ist Simei, der Sohn Geras, der Benjaminiter von Bachurim. Er fluchte mir mit heftigem Fluch an dem Tag, als ich nach Machanaim ging. Aber er kam mir entgegen an den Jordan, und ich schwor ihm bei dem Herrn und sprach: Wenn ich dich mit dem Schwert töte.
Das war so eine schlimme Sache, nicht wahr, als David floh, als der Umsturz war. 2. Samuel 15 kann man für sich nachlesen. Er ging ja aus dem Palast durchs Kidrontal und dann die Anhöhen des Ölbergs hinauf, barfuß. Sein Angesicht hat er verhüllt, und er hat nur geweint, geschluchzt. Er ging da barfuß den Ölberg hoch, und oben auf dem Ölberg sieht man ins Hinterland, dort beginnt die Wüste.
Es ist eben so: Der Ölberg ist gewissermaßen die Wetterscheide. Östlich ist die Wüste, und westlich ist fruchtbares Land mit der Stadt Jerusalem. Und als David eben da den Ölberg hochging, schön fruchtbar, mit vielen Ölbäumen, sieht man oben angekommen die Wüste, und da ist es ideal. Von alters her flohen solche, die aus irgendwelchen Gründen fliehen mussten, die ihr Leben in Sicherheit bringen mussten, in die Wüste Judäa. Und die ist so unüberschaubar und so voller Klüfte und Höhlen, da kann man sich wunderbar verstecken. Und David ging in die Wüste, um sich vor Absalom zu retten.
Das erinnert uns natürlich auch an den Herrn Jesus. Er ging auch an den Ölberg nach Gethsemane, auch auf diesem Westabhang, der fruchtbar ist, und dort blieb er aber im Garten. Er hätte genügend Zeit gehabt, den Ölberg hinaufzugehen und dann in die Wüste. Und niemand hätte ihn verhaften können. Aber dann wären wir nicht errettet worden. Und darum wartete er in Gethsemane. Er weinte, und in Hebräer 5 lesen wir, mit starkem Geschrei und Tränen hat er Gott gebeten, dass er ihn aus dem Tod erretten möge. Er sagt nicht „vor dem Tod“, sondern „aus dem Tod“. Das ist nicht das Gleiche. Und das eben mit starkem Geschrei und Tränen.
Und er hat gewartet, bis diese Hunderten von Feinden gekommen sind zum Garten Gethsemane. Dann ist er hinausgegangen an den Eingang und hat gefragt: Wen sucht ihr? Jesus von Nazareth. Und der Herr sagt: Wenn ihr mich sucht, so lasst diese gehen. Er hat sich schützend vor die Herde gestellt und war bereit, als der gute Hirte getötet zu werden. Aber er hätte hinaufgehen können und fliehen wie David, aber er ist geblieben und hat dort geweint, bis die Feinde gekommen sind und ihn nach Golgatha geführt haben.
Nun, eben David war so erschüttert über die Tat seines Sohnes. Er geht da den Ölberg hinauf, und da begegnet er verschiedenen, und einer war Simei. Und dieser abscheuliche Mensch hat David die ganze Zeit geflucht und hat quasi gesagt: Siehst du, jetzt kommt die Vergeltung, das, was du verdient hast. Dein Leben war eben so, dass du das Gericht Gottes verdient hast. Die Begleiter von David, die hätten wirklich gerne angegriffen. David lässt ihn. Und er sagt: Vielleicht hat der Herr ihm geboten. Er hat diese Demütigung einfach auf sich genommen und hat sich gefragt: Was ist der Plan Gottes dahinter? Ich lasse das stehen und habe dem nichts angetan.
Und als er dann eben zurückkam zur Macht, da begegnete er wieder diesem Simei und hat ihm geschworen, dass er ihm nichts antut. Aber jetzt sagt er seinem Sohn nochmals, Vers 8: Und siehe, bei dir ist Simei, der Sohn Geras, der Benjaminiter von Bachurim, und er fluchte mir mit heftigem Fluch an dem Tag, als ich nach Machanaim ging. Aber er kam mir entgegen an den Jordan, als er zurückkam. Als David zurückkam, da gab es wieder eine Begegnung. Und ich schwor ihm bei dem Herrn und sprach: Wenn ich dich mit dem Schwert töte.
Was heißt das? Ich werde dich garantiert nicht töten. Das war ein Schwur. Also: Wenn ich dich mit dem Schwert töte – das ist gar kein voller Satz. Das ist ein Wenn-dann-Satz, aber das Dann ist weggelassen. Und das ist ganz typisch in der Bibel. Immer wieder, wenn geschworen wird, heißt es Wenn, und der Dann-Satz kommt nicht. Und der Dann-Satz würde beinhalten, je nachdem, einen Fluch über sich selbst. Also: Wenn ich dich töte, dann möge Gott mich richten, oder dann möge das und das geschehen. Und darum, das muss man wissen, dann versteht man diese Formulierung, die immer wieder in der Bibel vorkommt. Wenn ich dich mit dem Schwert töte, das bedeutet: Dann würde über mich das Gericht kommen.
Ab jetzt sagt er zu Salomo: Nun aber halte ihn nicht für schuldlos, denn du bist ein weiser Mann und wirst wissen, was du ihm tun sollst. Und lass sein graues Haar mit Blut in den Scheol hinabfahren. Dieser Simei hat nie eine Umkehr erlebt, aber David hat geschworen: Ich werde dir nichts antun, ich selber. Und jetzt sagt er, aber Salomo soll in seiner Weisheit auch das noch regeln.
Und dann ist es so weit, Vers 10: Und David legte sich zu seinen Vätern. Er wurde begraben in der Stadt Davids. Die Tage, die David über Israel regierte, waren vierzig Jahre. In Hebron regierte er sieben Jahre, und in Jerusalem regierte er dreiunddreißig Jahre. Salomo saß auf dem Thron seines Vaters David, und sein Königtum wurde sehr befestigt. Heute Nachmittag fahren wir an dieser Stelle weiter.
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