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Die 5 Säulen des Calvinismus im prüfenden Licht der Bibel – 3. Säule: Begrenzte Sühne (Vortrag 6)

20.06.2026
SerieTeil 6 / 6Die 5 Säulen des Calvinismus im prüfenden Licht der Bibel
Jesus ist für alle gestorben – aber rettet das auch dich? Entscheidend ist, ob du sein Opfer wirklich für dich annimmst. Nur dann wird aus Schuld Frieden.

Einordnung des bereits behandelten Abschnitts

Wir sind in der Pause oder vor der Pause stehen geblieben bei 2. Korinther 5. Da möchte ich noch etwas dazulesen, und zwar 2. Korinther 5,14. Wir hatten ja ab Vers 18 gelesen bis zum Schluss des Kapitels, und jetzt noch Vers 14 dazu:
Denn die Liebe des Christus drängt uns, indem wir so geurteilt haben, dass einer für alle gestorben ist und somit alle gestorben sind. Und er ist für alle gestorben, damit die, die leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist.
Also zweimal heißt es hier, dass er für alle gestorben ist. Und dann wird das mit dieser gewaltigen Aussage verbunden: Denn die Liebe des Christus drängt uns. Das macht klar, wie unser evangelistischer Dienst sein muss: ein Dienst, der geprägt ist von der Überzeugung, dass der Herr Jesus alle Menschen liebt und dass er sein Leben wirklich für alle Menschen hingegeben hat und nicht nur für eine Auswahl.
Darum ist der Zusammenhang so interessant und so wichtig. Denn die Liebe des Christus drängt uns. Das ist nicht einfach ein Job, den wir erfüllen, sondern diese Liebe drängt uns. Und zwar aus der Überzeugung heraus, dass er für alle gestorben ist.
Das Ziel ist dann, dass jeder, der sich bekehrt, sich überlegt: Wenn der Jesus alles gegeben hat, dann ist es ja ganz logisch, dass ich mich auch ihm völlig gebe, damit die, die leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist. Das ist die Konsequenz aus der Erkenntnis, dass er sich in Liebe hingegeben hat, für alle.
Und natürlich ist hier auch wichtig, was auf dem Blatt steht: für gleich griechisch Hyper. Nun, Hyper kennen wir eben nicht von Markus 10, dort steht Anti, sondern von 1. Timotheus 2,6: das Lösegeld für, das heißt zugunsten, im Blick auf, mit Rücksicht auf. Es sollte für alle von Wirkung sein.

Die Weite des Erlösungswerks

Und jetzt kommen wir wieder zurück zu 1. Johannes 1,2, 1. Johannes 2,1-2. Das ist ein Schreibfehler. Wir haben das schon gelesen, ich wiederhole es nochmals, es ist so bedeutsam.
Meine Kinder, Johannes schreibt also an Gläubige, zu denen er eine ganz besondere Beziehung hat. Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand gesündigt hat, wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.
Also, wir haben so viele Ausdrücke. Nicht wahr, der Jesus ist das Lösegeld für alle, er ist gestorben für alle, sein Werk ist heilbringend für alle Menschen. Und hier haben wir nun nicht nur „Welt“, das hatten wir auch schon in Johannes 3,16, aber hier haben wir „für die ganze Welt“. Und zu betonen: Wenn jemand meint, Welt bedeutet nicht Welt, dann macht „ganze Welt“ klar, dass eben alle, die zur Welt gehören, gemeint sind. Wie soll man es noch klarer sagen?
Ja, ich meine, jemand hat mal gesagt: Ja, in 1. Mose 1, die Schöpfungstage, das sind Perioden, das sind nicht wirkliche Tage. Ja, wieso, aber es steht doch da: erster Tag, zweiter Tag, und es war Abend, es war Morgen. Ja, aber es steht hier nicht, dass es ganz natürliche Tage sind. Bitte! Ich habe ja schon gesagt: Schreiben wir vor, wie Gott formulieren muss, damit es in unser eigenes System passt?
Ich meine, wir lesen auch nicht später, dass Abraham in Hebron wohnte, und das war eine wirkliche Stadt. Nein, es steht einfach, dass er in Hebron war. So ist das ständig, da wird noch hinzugefügt, und das ist übrigens eine wörtlich gemeinte Stadt und nicht nur symbolisch. Nein, das ist eh klar bei einem natürlichen Empfinden für Sprache. Und da wird etwas gefordert, was unnatürlich ist.
Aber trotzdem müssen wir sagen: Also, die Formulierungen sind doch schon eindrücklich, dieses „alle“, „für alle“, „für die Welt“, „für alle Menschen“, „für die ganze Welt“. Und nun hier ist auch wieder wichtig: Er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt. „Für die ganze Welt“ ist wieder hyper, also im Blick zu Gunsten.
Das bedeutet nicht, alle Menschen werden errettet. Die Allversöhnungslehre ist und bleibt eine Irrlehre. Die Bibel macht klar, dass Menschen verloren gehen, ewig. Aber nicht, weil Gott sie dort haben wollte, sondern weil sie das Rettungsangebot des Herrn Jesus nicht angenommen haben.

Ewigkeit, Gericht und sprachliche Gegensätze

Und wenn jemand sagt, die Hölle sei aber nicht ewig, dann haben wir in Matthäus 25,46 in der Linguistik das, was man eine Opposition nennt. Dort heißt es: Und diese werden hingehen in die ewige Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben.
Die Irrlehre der Allversöhnung behauptet, alle Menschen würden einmal gerettet werden. Dabei wird gesagt: Ja, aber ewig bedeutet nicht ewig, sondern nur für eine Zeit. Doch hier haben wir die Gegenüberstellung von ewiger Pein und ewigem Leben. Wenn die ewige Pein nicht ewig ist, dann ist auch das ewige Leben nicht ewig. Dann wäre die christliche Hoffnung wirklich keine großartige Hoffnung.
Hier liegt also der Kontrast vor: „ewig“ meint genau dasselbe wie „ewig“ beim Leben, nämlich eine ewige Pein. Und dann haben wir noch eine linguistische Opposition in 2. Korinther 4, wo dasselbe Wort aionios vorkommt. Übrigens nicht aion, also das Wort, das sowohl Zeitalter als auch Ewigkeit bedeuten kann, sondern aionios, das Adjektiv. Dieses kommt rund siebzig Mal in der Bibel vor und bedeutet im Neuen Testament immer absolut ewig. Diese Zweideutigkeit wie bei aion ist dort nicht vorhanden.
Bei aion muss man auf den Zusammenhang achten: Bedeutet es jetzt ewig oder bedeutet es ein Zeitalter? Wenn man jedoch sagen will, dass etwas hundertprozentig klar ewig ist, dann sagt man auf Griechisch eis aionaston aionon, also in die Zeitalter der Zeitalter. Das bedeutet dann immer absolut ewig, daran besteht kein Zweifel.
Und nun noch einmal 2. Korinther 4, wie gesagt, nochmals das linguistische Phänomen einer Opposition. Wie geht man als Wissenschaftler vor, wenn man in einem bestimmten Text ein Wort nicht kennt? Man muss den Satz und den Abschnitt genau anschauen. 2. Korinther 4,18: Indem wir nicht das anschauen, was man sieht, sondern das, was man nicht sieht. Denn das, was man sieht, das ist zeitlich; das aber, was man nicht sieht, ist aionios.
Würden wir also nicht wissen, dass aionios im Neuen Testament, im ersten Jahrhundert und auch im Altgriechischen absolut ewig meint, dann würden wir erkennen: Es ist das Gegenteil von zeitlich. Und was ist das Gegenteil von zeitlich? Eben nicht begrenzt, sondern unbegrenzt, also ewig.
Also: Das Werk des Herrn Jesus ist geschehen für die ganze Welt, zugunsten der ganzen Welt.

Das Kreuz als Ort der Sühnung

Jetzt ganz wichtig: das Wort Sühnung. Was Versöhnung bedeutet, das wüsste auch irgendjemand auf der Straße, der Deutsch kann. Aber wenn wir irgendjemanden auf der Straße fragen, was eigentlich Sühnung heißt, dann kommt er ins Stocken, obwohl es richtiges Deutsch ist.
Und was ist die biblische Bedeutung von Sühnung? Da ist es wichtig, dass man den Grundtext anschaut. Hier steht das griechische Wort Hilasmos, und Hilasmos bedeutet Stillung des Zornes. Gott ist zornig über die Sünde, über unsere Sünden. Und als der Herr Jesus am Kreuz gelitten hat, hat ihn Gottes Zorn getroffen.
Das Werk des Herrn Jesus am Kreuz war vollständig. Darum konnte er am Schluss auch sagen, Johannes 19,30, Tetelestai, es ist vollbracht. Aber noch eindrücklicher in einem Wort: Tetelestai. Und auch auf Aramäisch, Hebräisch wäre das ein Wort: Nislam, Nislam, das ist vollendet, abgeschlossen. Also: Das Werk ist vollendet, und das heißt, Gottes Zorn ist gestillt.
So ist der Herr Jesus die Sühnung für unsere Sünden. Das heißt, Gott hat den ganzen Zorn gegen unsere Sünde über ihn gebracht, und es ist Gottes Zorn gestillt. Und darum kann ein Bekehrter, Wiedergeborener wissen: Ich gehe in Ewigkeit nicht mehr verloren, weil der Herr Jesus ja damals, es war das Jahr 32 nach Christus, da habe ich ja gar noch nicht existiert. Und er hat Gottes Zorn über die Schuld meines Lebens erduldet. Das heißt nicht nur die Sünden von meiner Entstehung im Mutterleib. Ich bin gerade gründlich, nicht erst ab der Geburt, wenn jemand denkt, ich habe schon im Mutterleib gesündigt.
Ja, das ist ja die Frage bei dem Blindgeborenen: Wer hat gesündigt, er oder seine Eltern? Und sie gingen von der Möglichkeit aus, dass er eben schon im Mutterleib gesündigt hatte. Es gab gewisse Rabbiner, die haben gelehrt, Menschen, die besonders böse sind, werden schon im Mutterleib behindert geboren. Und der Herr sagt: weder dieser noch seine Eltern, sondern dass die Werke Gottes offenbar werden.
Aber das ist wichtig: Also seit meiner Entstehung im Mutterleib bis zu einer Bekehrung, der Herr Jesus hat alle Sünden getragen und von der Bekehrung bis heute. Er hat alle getragen und hat den Zorn Gottes dafür erduldet, und auch von heute bis zu meinem Ableben oder natürlich noch schöner bis zur Entrückung, vielleicht heute Abend. Ja, wir müssen ja immer wieder uns selber das sagen: vielleicht heute. Und mit dieser Möglichkeit wirklich konkret rechnen.
Also, der Herr Jesus hat den ganzen Zorn getragen. Und jetzt: Was bleibt noch? Wie sollte ich noch verloren gehen? Ja, du weißt nicht, was in zwei Jahren ist. Nein, das weiß ich nicht, was in zwei Jahren ist. Aber ich weiß, dass der Herr Jesus den Zorn damals getragen hat. Und das bringt einen völlig zur Ruhe in dem Opfer des Herrn Jesus, weil Gott selber in diesem Opfer zur Ruhe gekommen ist. Und das ist eben die Bedeutung von Sühnung: Stillung des Zornes.

Bilder aus dem Alten Testament: Deckung, Opfer und Ruhe

Damit ist übrigens auch das Wort Hilasterion verwandt, das mit Hilasmos zusammenhängt. Hilasterion ist der Name für den Sühnedeckel der Bundeslade, in Hebräer 9,5. In Römer 3,25 wird gesagt, dass Gott den Herrn Jesus als Hilasterion hingestellt hat, um uns zu vergeben.
Ich war beim Jom Kippur dabei. Da hat der Hohe Priester das Blut des Opfers gesprengt, einmal auf den Hilasterion, also auf den Sühnedeckel. Dann war klar: Es ist alles gut.
Auf Hebräisch heißt Sühnedeckel im Alten Testament Kaporet. Das kommt von der Wurzel Kafar, das bedeutet bedecken. Darum gibt es eben das Wort Kippur für Jom Kippur oder auch in der Mehrzahl Jom Hakippurim. Also der Versöhnungstag, sagen wir eigentlich Sühnungstag, und das geht alles zurück auf die Wurzel Kafar, bedecken.
Und dann gibt es noch ein Wort, das Sühnung bedeutet auf Hebräisch: in Hiob 33,24 Kofer. Elihu spricht dort von dem Messias, diesem Auserwählten, dem Gesandten, der kommt, und er sagt: Ich habe eine Sühnung erlangt. Und da haben wir eben dieses Wort Kofer, und das ist sehr interessant, weil das dasselbe Wort ist wie Erdharz in 1. Mose 6,14.
Die Arche Noah musste ja, um ganz wasserdicht zu sein, mit Erdharz bestrichen werden. Und da haben wir das Wort bestreichen, Kafar, und das Erdharz heißt Kofer. Und das Holz, das gewählt wurde, das heißt Gofer, weil es eben ein Nadelholz war, das auch schon harzhaltig war. Also Gofer heißt einfach Harz, ob Erdharz oder eben das Harz von einem Nadelbaum.
So wurde die Arche Noah bestrichen, und dann kam die Flut. Das war Gottes Zorn über diese ganze Welt, über die Sünde. Diese Fluten haben auch die Arche Noah getroffen. Und die Arche ging durch die Brandung hindurch. Aber die, die drin waren, die durch die eine Türe eingegangen waren, weil sie sich entschieden hatten, die wurden verschont. Sie gingen durch die Brandung, aber verschont. Das heißt: Die Arche hat sie zugedeckt.
Jetzt haben wir die Bedeutung von Sühnung im Hebräischen: Kofer oder Kippur. Da ist jemand, der deckt zu, aber er wird vom Zorn Gottes getroffen, so wie die Arche. Und er deckt solche zu, die eigentlich den Zorn verdient haben. Denn Noah war ja nicht ein sündloser Mensch, sondern er hat durch Glauben Rettung bekommen, wie Hebräer 11 sagt, nicht durch Werke, sondern durch Glauben. Das war ein wahrer Gläubiger, und auch seine Familie. So wurde er verschont. Das heißt: Die Arche hat ihn zugedeckt, den Schuldigen. Aber die Arche, die hat ja nichts Böses gemacht, die wurde von dem Zorn Gottes getroffen. Und das ist Kofer.
Schließlich landete die Arche auf dem Gebirge Ararat. Das ist ein vulkanischer Berg, der in der Sintflut dann entstanden ist. Am Schluss der Sintflut hat er eine Bergspitze von 5137 Metern. Aber die Arche ist nicht dort auf der Spitze gelandet, sondern es gibt Hinweise, dass es etwa 4200 Meter zur Landung kam.
Ja gut, aber ich will sagen: Am siebzehnten Siebten, sagt 1. Mose 8, landete die Arche auf dem Gebirge Ararat. Und landen ist eigentlich wörtlich: die Arche ruhte. Und das ist genau der Auferstehungstag des Herrn Jesus, der siebzehnte Siebte.
Könnte jemand sagen: Ja, aber halt, halt, halt, Siebter, das war doch im Passamonat Nisan, Abib, stimmt's? Ja, natürlich, das ist doch der erste Monat. Ja, natürlich ist das der erste Monat seit dem Auszug aus Ägypten. Gott sagt in 2. Mose 12: Dieser Monat soll euch der erste der Monate sein. Und da hat Gott eben den siebten Monat zum ersten Monat gemacht. Und jetzt weiß man endlich, warum Juden im siebten Monat Neujahr feiern.
In der Zählung seit dem Auszug aus Ägypten ist eben der erste Tischri, das ist Rosch Haschana, das neue Jahr. Aber Gott hat die Zählung der Monate geändert. So wurde der vorher siebte Monat zum ersten und der vorher erste Monat zum siebten.
Und die Bibel sagt in 1. Mose 8: Am siebzehnten des siebten Monats ruhte die Arche auf dem Gebirge Ararat. Und die Passalämmer wurden geschlachtet am vierzehnten Nisan, zwischen drei und fünf Uhr nachmittags. Dann am Abend, das ist im Judentum der neue Tag, der fünfzehnte, da hat der Herr das Passa mit den Jüngern gegessen. Und am nächsten Tag, Freitag, das war immer noch derselbe Tag, der fünfzehnte, da wurde der Herr gekreuzigt.
Am Tag, an dem man die Passalämmer aß, wurde er gekreuzigt. Und am dritten Tag ist er auferstanden: fünfzehn, sechzehn, siebzehn. Und darum sagte Jesus: drei Tage und drei Nächte. Denn damit will er sagen: drei Kalendertage.
Jom ist im Althebräischen auch zweideutig. Jom kann bedeuten: einfach von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang oder den ganzen Kalendertag von 24 Stunden. Es ist also auch zweideutig wie auf Deutsch. Aber wenn man eindeutig sein will und es jetzt um Kalendertage geht, dann sagt man Tag und Nacht.
Und wichtig im Judentum: Zeiteinheiten werden voll gerechnet, auch wenn sie angeschnitten sind. Das ist wichtig, zum Beispiel bei der Berechnung der Chronologie der Könige. Die angebrochenen Jahre werden als Jahr gezählt. Das muss man gut wissen, sonst kann man keine Chronologie erstellen.
Und so ist der Herr Jesus eben am fünfzehnten gekreuzigt worden. Er starb dann am sechzehnten, das war Sabbat, und am ersten Tag der Woche ist er auferstanden. Das war der siebzehnte des Monats, also an dem die Arche auf dem Gebirge ruhte. Der Zorn Gottes ist gestellt. Erläutert, was Sühnung bedeutet.

Die Opfer der Arche und ihre geistliche Bedeutung

Noah musste bei den koscheren Tieren immer sieben Exemplare mitnehmen, also nicht sieben Paare, sondern sieben Exemplare. Auf Hebräisch heißt das „shiv'a shiv'a“, das bedeutet je sieben. Bei den anderen, bei den nicht koscheren, musste er Pärchen mitnehmen. Dort heißt es „schnaim schnaim“, das heißt eben zwei und zwei, immer zwei, ein Pärchen.
Warum „shiv'a shiv'a“? Drei Pärchen, die hatten einen Startvorteil als koschere Tiere. Und dann blieb das Übrige ihnen; das hat Noah nach der Sintflut geopfert. Da lese ich aus 1. Mose 8,4 und 1. Mose 8,20. Im siebten Monat, am siebzehnten Tag, ruhte die Arche. Dann heißt es in 1. Mose 8,20: Und Noah baute dem Herrn einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der Herr roch den lieblichen Geruch, und der Herr sprach in seinem Herzen: Nicht mehr will ich fortan den Erdboden verfluchen um des Menschen willen, denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an; und nicht mehr will ich fortan alles Lebende schlagen, wie ich getan habe. Fortan sollen alle Tage der Erde nicht aufhören: Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Und Gott segnete Noah und seine Söhne.
Sehen wir diese Opfer, diese Brandopfer: Sie werden hier in Vers 21 als lieblicher Geruch beschrieben. Hebräisch: „Reach Nichoach“. Ja, Noah heißt ja Noach, weg mit chch, Noach, das heißt Ruhe. Und dann heißt es, die Arche ruhte auf dem Gebirge Ararat, 1. Mose 8,4. Das ist das Verb „Nuach“. Merkt man das Wortspiel? Und jetzt hier „Nichoach“: Das kommt von derselben Wurzel, also wörtlich Duft der Ruhe. Siehe Fußnote der Elberfelder.
Das heißt, der Zorn Gottes wurde völlig gestillt. Da singen wir in einem Lied: Wo Gott mit Wonne ruht, bin auch ich zur Ruh gebracht. Dass man weiß, dass Gott keinen Zorn, keinen gerechten Zorn auf mich hat. Das bringt Ruhe und Gewissheit des Heils. Und das ist eben in diesem Wort enthalten: Sühnung. Und eben das Harz, Koffer, über der Arche drückt das aus. Dann auch das Holz selber, Koffer, das eben symbolisch mit Sühnungsholz übersetzt werden könnte.

Persönliche Aneignung des Opfers

Ja, und nun sagt Johannes, dass Jesus die Sühnung für unsere Sünden ist. Diese Gewissheit bringt Ruhe.
Und jetzt sagt er aber: „Nicht allein für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.“ Das ist eine interessante Formulierung. Wir würden formulieren: „Nicht allein für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ Aber es heißt einfach: Er ist die Sühnung für die ganze Welt.
Und das ist nun Folgendes: Wir können also sagen, der Herr Jesus hat den Zorn Gottes auf Golgatha getragen, so dass es für alle unsere Sünden, für alle Bekehrten, gereicht hat. Aber er hat noch viel mehr getragen. Er hat den Zorn Gottes so getragen, dass es für alle Menschen der Welt reichen würde.
Und jetzt kommt ein ganz kritischer Punkt. Da würde ein Calvinist sagen: Ja, aber schau mal, jetzt machst du einen großen Denkfehler. Gott ist vollkommen gerecht. Stimmt’s? Ja, natürlich. Ja, straft Gott zweimal für das Gleiche? Nein. Doch, das ist das, was ihr lehrt. Ihr sagt, der Jesus hat den Zorn Gottes am Kreuz erduldet, aber die, die nicht an ihn glauben, werden einmal ewig bestraft werden für ihre Sünde. Und damit bestraft Gott zweimal.
So, jetzt müssen wir uns dem stellen. Und gerne. Der Punkt ist jetzt eben der: Jesus hat gelitten, und sein Werk reicht für die ganze Menschheit. Aber es ist nun so: Wenn jemand sich bekehrt, dann muss er sagen können: Jesus Christus ist für mich persönlich gestorben. Er muss mit Paulus sagen können: Galater 2,20, der Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.
Das ist eine Identifikation mit dem Opfer des Herrn Jesus. Ich habe das Beispiel schon viele Male erzählt, aber das ist mir so reingegangen: Am Zürcher Bahnhof hatte ich jemanden wildfremd gefragt: Glauben Sie, dass Jesus Christus für Sie gestorben ist? Und er sagt: Ja, er ist für alle gestorben. Und dann habe ich ihn in meiner jugendlichen Konsequenz gefragt: Ja, aber glauben Sie, dass er für Sie gestorben ist? Er ist für alle gestorben. Ja, aber glauben Sie, dass er für Sie persönlich gestorben ist? Er ist für alle gestorben.
Was ist klar geworden? Dieser Mann hat sich nicht mit dem Opfer auf Golgatha identifiziert und ist damit nicht gerettet.

Identifikation, Handauflegung und praktische Vergebung

Und im Opferdienst schauen wir das. Ich habe das auf dem Blatt, das ist der letzte Punkt: 3. Mose 1,4. Da ist die Smicha, die Handauflegung, etwas ganz Grundlegendes.
In 3. Mose 1,4 geht es um das Brandopfer, das Opfer zum Wohlgefallen. Und er soll seine Hand auf den Kopf des Brandopfers legen, samach. Ich würde übersetzen: stützen, aufstützen. Es ist nicht nur einfach so auflegen. Samach meint aufstützen, also das Gewicht der Person auf den Kopf drücken. Das gilt dann für alle weiteren Stellen auch.
Also, er soll seine Hand auf den Kopf des Brandopfers aufstützen, und es wird wohlgefällig für ihn sein, um Sühnung für ihn zu tun. Und er soll das junge Rind schlachten vor dem Herrn, und die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut herzubringen und das Blut ringsum an den Altar sprengen.
Jetzt sieht man: Handauflegung in der Bibel bedeutet im Alten und Neuen Testament Identifikation. Also die Gläubigen in der Gemeinde in Antiochia haben, bevor Paulus und Barnabas auf die Missionsreise gingen, ihnen die Hände aufgelegt. Und damit haben sie gesagt: Wir identifizieren uns mit eurem Dienst, eure Arbeit betrachten wir als unsere Arbeit.
Ja, das kann man natürlich nicht mit jedem machen. Man muss sich dann auch mit seinem Dienst wirklich identifizieren können. Aber das war nicht eine mystische Handlung, sondern das war eine Handlung, die bedeutet: Wir stehen hinter eurer Aufgabe.
Und nun hier: Das Handaufstützen bedeutet, dieser Israelit, der das macht, der sagt: Dieses Opfer ist das Opfer für mich. Und es wird hier gesagt: Es wird wohlgefällig für ihn sein, um Sühnung für ihn zu tun. Man hätte sonst ein Brandopfer bringen können, es schlachten können, und es ist zum Wohlgefallen für diese Familie oder für jene Familie gefallen. Nein, der, der es brachte und aufstützte, dem wurde es zugerechnet und nicht jemand anderem.
Darum ist die Bekehrung so entscheidend, zusammengefasst in Johannes 3,16: auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Und das ist nicht einfach so ein bisschen Glauben, sondern Glauben bedeutet wirklich Glauben, dass dieses Opfer für mich geschehen ist und für meine Sünden. Indem man auch die persönliche Schuld, die einem bewusst ist, bekennt und bereut, identifiziert man sich ja mit dem Opfer des Herrn Jesus.
Hier haben wir das Brandopfer, 3. Mose 1. Aber in Kapitel 3 haben wir das Friedensopfer, und auch dort lesen wir in Vers 2: Er soll seine Hand auf den Kopf seines Opfers legen, aufstützen, und es schlachten am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft. Das Friedensopfer drückt aus: Wir haben Frieden mit Gott, aber wirklich, ich habe Frieden mit Gott auf der Grundlage des Opfers.
Dann in 3. Mose 4, da haben wir das Sündopfer. Ich lese Vers 4: Da geht es um den gesalbten Priester, der sündigt. Und er soll den Stier an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft vor den Herrn bringen und seine Hand auf den Kopf des Stieres aufstützen und den Stier schlachten vor dem Herrn.
Und dann haben wir in Kapitel 4 noch weitere Verse: 24, 29, 33. Und eben, das war jetzt für konkrete Sünde. Und der Sünder musste seine Schuld bekennen. Das ist übrigens der Grundsatz von Kapitel 5, Vers 5: Und es soll geschehen, wenn er sich in einem von diesen verschuldet, so bekenne er, worin er gesündigt hat. Und er bringe dem Herrn sein Schuldopfer für seine Sünde, die er begangen hat.
Also: Sünden bekennen, sich identifizieren mit dem Opfer, und dann rechnet Gott das Opfer zu.

Vergebung im Alltag und die Verantwortung des Menschen

Und dann kann jemand sagen: Aufgrund von Kolosser 2, ich schlage Kolosser 2,13 auf: Und euch, als ihr tot wart in den Vergehungen, also in der Schuld, in der Sünde, für Gott tot, ohne die Möglichkeit, für Gott ein Leben zu führen, das für ihn Frucht bringt, für ihn tot, und euch, als ihr tot wart, geistlich tot in den Vergehungen und der Vorhaut eures Fleisches, hat er mitlebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat. Als er die uns entgegenstehende Handschrift in Satzungen ausgetilgt hat, die gegen uns war, hat er sie auch aus der Mitte weggenommen, indem er sie an das Kreuz nagelte. Als er die Fürstentümer und die Gewalten, das sind hier die satanischen Engelmächte, ausgezogen, das heißt völlig entwaffnet, hatte, stellte er sie öffentlich zur Schau, indem er durch dasselbe über sie einen Triumph hielt.
Sieht man in Vers 13: In der Vergangenheitsform wird gesagt, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat. Und was heißt jetzt alle? Alle Arten von Sünden, aber nicht alle. Da steht ja nicht ausdrücklich, dass jetzt alle, wirklich jede einzelne, gemeint ist. Nein, aber es reicht doch, wenn man sagt alle. Und alle vergeben.
In einem bestimmten Gerichtsfall wurde in Amerika das Wort alles definiert, ich habe das schon vielmals wiederholt, aber das ist einfach hilfreich. Die Richter haben gesagt: the word all in this context includes everything but excludes nothing. Es stößt jedes Ding ein und kein Ding aus. Also wenn es hier heißt, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat, der Herr hat alles gut gemacht, und zwar bevor wir auch nur einen Schaden angerichtet hatten.
Aber viel später sind wir, und ich hoffe alle hier und alle vom Livestream, zu dem Punkt gekommen, wo wir erkannt haben: Der Jesus ist für meine persönliche Sünde gestorben. Und das ist meine Sünde. Und wir kennen das im Gebet, was wir wissen, bereuen es, und das entspricht dieser Handlung, der Handauflegung. Und dann rechnet Gott uns das zu.
Aber wenn einmal Menschen vor dem großen weißen Thron, in Offenbarung 20 nach dem tausendjährigen Reich, stehen werden und der Jesus wird auf dem Thron sitzen, in Johannes 5 sagt er, dass der Vater ihm das ganze Gericht übergeben hat, ihm, dem Sohn des Menschen. Als Mensch wird er dort sitzen, und sein vollkommenes Leben wird der Maßstab sein für das Gericht.
Und wenn dann jemand sagt: Ja, ich war eben nicht auserwählt, und es gilt ja limited atonement, begrenzte Sühne, was soll ich? Da kann er keine Ausrede haben, er hat es nicht angenommen. Und wenn jemand sagen würde: Aber das ist doch nicht gerecht, jetzt werde ich gerichtet im Feuersee, aber Gott bestraft doch nicht zweimal. Jesus Christus ist doch die Sühnung für die ganze Welt. Ja, er hat genügend gelitten, aber dieses Leiden ist nicht der konkreten Person zugerechnet worden. Und darum kann ich nicht sagen: Er hat doch schon die Strafe für meine Sünden getragen. Nein, er hat den Zorn getragen, er ist eben die Sühnung für die ganze Welt. Und darum ist Gott nicht ungerecht.
Aber der entscheidende Punkt ist eben die Bekehrung, die echte Bekehrung, wo man das Opfer wirklich für sich in Anspruch nimmt.

Bekenntnis, Gemeinschaft und der Ruf zur Umkehr

Und nun ein wichtiger praktischer Punkt: 1. Johannes 1,9. Dort sagt Johannes: Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist das der allgemeine Grundsatz. Das stimmt, wie wir gesehen haben, mit dem Alten Testament überein: 3. Mose 5,5. Dort heißt es, dass er bekennen soll, worin er gesündigt hat.
Und hier ist es so: Bekennen ist ein Durativ. Wenn wir unsere Sünden immer wieder bekennen, so gilt: Er ist treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt. Das ist punktuell. Und er reinigt uns, ebenfalls punktuell, von aller Ungerechtigkeit. Aber dieses Vergeben, dieses Reinigen, das findet eben immer dann statt, wenn wir unsere Sünden bekennen.
Nun könnte man ja sagen: Ja, wieso soll ich noch meine Sünden bekennen? Der Herr Jesus hat doch alles schon getragen. Aber ich meine, dann hat man in der Erziehung gar nichts gelernt. Wie war das mit den Eltern? Wenn man sich nicht recht aufgeführt hat, hat es damals mit fünf wirklich ein Theater gegeben. Das war nicht gerade schön. Und dann ist man zu den Eltern gegangen und hat gesagt: Können wir ein Spielchen machen? Wie bitte? Die Sache ist überhaupt nicht geregelt. Und jetzt sollen wir da ein lustiges Spiel machen mit dem Kind? Das geht gar nicht.
Zuerst bespricht man, was da war. Das muss besprochen und geregelt werden. Und dann, wenn das geregelt ist, dann haben doch die Eltern wieder ein schönes, fröhliches Spiel gemacht. Es ist alles vergeben. Ja, aber da geht es ja nicht darum, dass die Eltern überlegen: Das war jetzt wirklich, was er da geboten hat, der Fünfjährige, jetzt ist er nicht mehr unser Sohn. Nein, es ist einfach so als Eltern. Und das muss man natürlich wissen, bevor man heiratet und dann Kinder bekommt, vielleicht. Das kann man nicht mehr rückgängig machen.
Kindschaft ist definitiv für alle Ewigkeit. Das kann man nicht rückgängig machen. Aber das ist eben wichtig: Gottes Kindschaft kann auch nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber wenn wir als Gläubige da und dort gesündigt haben, dann ist die Gemeinschaft mit dem Vater und mit dem Sohn, dem Herrn Jesus, betrübt.
Natürlich hat er damals alles getragen. Und das gilt, indem er alle unsere Vergebungen vergeben hat. Das ist die grundsätzliche Vergebung. Aber dann gibt es die praktische Vergebung. Und wenn das so ist, wenn eben zwischenmenschlich in der Familie alles geordnet ist, dann kommt die Freude wieder. Und so ist es auch, wenn das mit dem Vater und dem Sohn geregelt ist, immer wieder neu, dann kommt die Freude auch wieder.
Das sind zwei verschiedene Arten von Vergebung. Und auch sonst ist das im Umgang mit Menschen wichtig. Wenn der Nachbar so unmöglich ist, was kann man dann? Wir haben kein Gewaltmonopol. Also man kann nicht einfach drübergehen und den mal richtig auf den Boden drücken. Das geht gar nicht. Wenn es nötig wäre, dann die Polizei. Aber was wir auf jeden Fall machen müssen: im Herzen vergeben.
Aber da sieht er überhaupt nichts ein. Ja gut, aber das gibt es ja auch unter Gläubigen. Und trotzdem ist es wichtig, dass man sofort vergibt und sich eben selber schützt vor Verbitterung. Aber wenn jetzt plötzlich der Nachbar kommt und sagt: Also eigentlich muss ich zugeben, das war jetzt eigentlich schon nicht toll von mir, wie reagiert man dann? Nein, dann ist es einfach wieder ganz anders, das Verhältnis mit dem Nachbarn. Nicht, dass wir ihn nicht mehr gegrüsst hätten, aber es ist doch ein ganz anderes Grüssen. Das ist es eben, wenn praktisch etwas in Ordnung kommt, auch zwischen Geschwistern, und dann kommt diese Freude wieder in der Gemeinschaft.
Und das ist eben zu unterscheiden von der grundsätzlichen Vergebung, die wir haben durch das Opfer des Herrn Jesus. Und jetzt wird klar: Wenn Johannes sagt, damals, als der Herr Jesus in die Wüste herunterkam, an den Jordan: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt oder wegnimmt, airo, wegnehmen, dann spricht er eben von dem Herrn Jesus, der kommen sollte, um zu sterben, im Blick auf die ganze Welt. Und er hat den Zorn wirklich so ertragen, dass die ganze Welt versöhnt werden könnte. Aber sie müssen kommen. Und darum ist eben Versöhnung in 2. Korinther 5 ein Prozess. Jedes Mal, wo jemand sich bekehrt, geschieht diese Versöhnung mit Gott. Feinde werden Freunde.
Und ich habe noch erwähnt: Römer 2,4 auf dem Blatt. Gott zieht zur Umkehr, doch der Mensch ist verantwortlich und kann dem Zug widerstehen, so dass er schliesslich verloren geht. Die Kalvinisten sagen, dass Gott eben nicht alle Menschen zieht, sondern nur die, die sich bekehren. Aber in Römer 2,4-5 geht es um den Fall, dass Gott jemanden zieht und er widersteht, störrisch bleibt und schliesslich verloren geht. Das bedeutet: Die kalvinistische Lehre, dass Gott nur einen Teil der Menschheit zieht, ist falsch. Gott zieht auch solche, die verloren gehen. Warum? Weil er den Herrn Jesus eben gesandt hat, um das Opfer zu werden im Blick auf die ganze Welt. Aber der Mensch hat diese Verantwortung, und er kann dieses Opfer für sich ablehnen und verloren gehen.
Das ist eine ernste Sache. Ich lese noch aus Lukas 7. Also wenn man einen Bekannten hat, der kalvinistisch denkt, oder eine Bekannte, dann könnte man unter Umständen eine schlaflose Nacht auslösen mit Lukas 7,30. Es ist einfach der Hammer des Zusammenhangs wegen, Vers 29: Und das ganze Volk, das zuhörte, und die Zöllner rechtfertigten Gott. Sie haben Gott recht gegeben dadurch, dass sie mit der Taufe des Johannes getauft wurden. Sie haben ihre Sünden bekennen müssen. Die Pharisäer aber und die Gesetzgelehrten machten in Bezug auf sich selbst den Ratschluss Gottes wirkungslos, weil sie sich nicht von ihm taufen liessen.
Das ist wirklich unglaublich. Ein Kalvinist sagt: Der Ratschluss Gottes wird einfach durchgezogen, da hat der Mensch nichts zu tun und zu sagen. Aber hier wird gesagt, dass Menschen in Bezug auf sich den Ratschluss Gottes zunichte machen können. Gottes Ratschluss war, dass der Herr Jesus Sühnung tut, also das Lamm Gottes im Blick auf die ganze Welt. Aber wenn der Einzelne nicht kommt und sich nicht identifiziert, macht er in Bezug auf sich den Ratschluss Gottes zunichte. Stellen auf.

Der abschließende Blick auf Adam und Christus

Und jetzt zum Schluss noch eine Stelle. Es bleibt vielleicht ein bitterer Nachgeschmack. Alle Menschen bedeutet nicht alle Menschen, Welt bedeutet nicht Welt, ganze Welt bedeutet nicht ganze Welt. Ja, was sollen wir?
 Römer 5, ab Vers 12, da geht es um den Sündenfall und seine Konsequenz für die ganze Menschheit. Ich lese jetzt nicht alles, sondern nur einen Vers, richtig so zum Schluss. Für den Schlusspunkt Römer 5,18:
Also nun, wie es durch eine Übertretung gegen alle Menschen zur Verdammnis gereichte, so auch durch eine Gerechtigkeit gegen alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens.
Jetzt haben wir zweimal alle, und bedeutet alle nicht alle? Also, es heißt: Durch eine Übertretung, die Sünde Adams, gereichte es eben für alle Menschen, für alle Nachkommen, dass sie schuldig wurden vor Gott, zur Verdammnis gereichte. So auch durch eine Gerechtigkeit gegen alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens.
Also, Jesus hat das Werk der Erlösung vollbracht, die Gerechtigkeit gegen alle Menschen. Und das meinen auch wieder alle. Aber sie müssen kommen und die Rechtfertigung in Anspruch nehmen.

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