Serie•Teil 1 / 2Vorfreude auf die Entrückung
Generierte Mitschrift
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Einleitung und biblische Grundlage
Heute Nachmittag lautet das Thema: Vorfreude auf die Entrückung. Aber vielleicht zu Beginn noch eine Klärung: Es gibt Christen, die sagen, es gebe gar keine Entrückung, das sei keine biblische Lehre. Was sollen wir dazu sagen?
1. Thessalonicher 4,13-18: Wir wollen euch aber, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die durch Jesus Entschlafenen mit ihm bringen. Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die bis zur Ankunft des Herrn übrig bleiben, werden den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen. Denn der Herr selbst wird mit einem Befehlsruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen. Und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft. Und so werden wir allezeit beim Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten.
Vielleicht noch ein Wort zu ihrem Handy: Alle sollten das auf Flugmodus stellen, sonst haben wir wieder einen Livestream-Unterbruch wie heute Morgen.
Wir haben uns gefragt: Ist die Entrückung eine biblische Lehre? Ja, natürlich. Wir haben gerade gelesen: Danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft. Und so werden wir allezeit beim Herrn sein. Diese Lehre ist sehr wichtig, um ein glückliches Leben als Christ zu führen. Denn der nächste Vers sagt: So ermuntert nun einander mit diesen Worten. Christen, Erlöste, müssen also immer wieder miteinander darüber sprechen und einander mit diesem Thema Mut machen, eben mit diesen Worten, die uns der Apostel hier weitergegeben hat.
Und es wird hier sogar noch besonders betont, dass dies inspiriertes Wort Gottes ist. In Vers 15 heißt es: Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn. Dann erklärt er die Entrückung. Das wäre an sich nicht nötig, denn die Bibel macht klar, dass alle Schrift, so steht es in 2. Timotheus 3,16, also Altes und Neues Testament, von Gott inspiriert ist. Aber hier wird es gerade nochmals betont.
Der Zusammenhang der Thessalonicherstelle
Und nun ist es aber wichtig, diese Verse über die Entdrückung in ihrem Zusammenhang gut zu verstehen. Ich habe ja bereits ab Vers 13 gelesen, Verse 13 und 14. Und dort geht es gar nicht um die Entdrückung.
Ich weiß nicht, ob man das beachtet hat: Es geht zunächst einmal um folgendes Problem. In Thessalonich gab es Todesfälle. Der Apostel Paulus hatte diese Gemeinde gegründet. Die Thessalonicher sind durch seine Missionsarbeit zum Glauben gekommen, und er hatte sie gleich ab der Bekehrung sehr gut über das prophetische Wort belehrt. Er hat über die Entdrückung mit ihnen gesprochen, er hat auch über das kommende Kommen des Herrn in Macht und Herrlichkeit gesprochen, über den Antichristen und so weiter und so fort.
Nun kam aber ein Problem auf: Todesfälle in Thessalonich. Und die Geschwister dort haben sich die Frage gestellt: Ja, wie ist das jetzt mit denen? Werden die einen Nachteil haben? Werden die auch mit dabei sein, wenn Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird, mit allen Erlösten? Ihr seid ja verstorben, was ist mit denen?
Und darum sagt er in Vers 13: „Wir wollen aber nicht, Brüder, dass ihr, was die Entschlafenen betrifft, unwissend seid.“ Also musste eine Unwissenheit eben beseitigt werden in Bezug auf die Verstorbenen, „damit ihr nicht betrübt seid wie auch die übrigen, die keine Hoffnung haben“. Also die Ungläubigen, die haben keine Hoffnung über den Tod hinaus. Und die Gläubigen sollen eine herrliche, glückselige Hoffnung haben. Und darum sagt er: Ich muss hier etwas klären.
Dann sagt er in Vers 14: „Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird auch Gott die durch Jesus Entschlafenen mit ihm bringen.“ Das ist nicht die Entdrückung. Sondern wenn die Gläubigen mit Jesus Christus kommen, dann heißt das, dass sie, wenn er in Macht und Herrlichkeit erscheinen wird, ihn begleiten werden.
Also nochmals: In den Versen 13 und 14 geht es gar nicht um das Thema Entdrückung, sondern es geht um die Frage, wie kann es sein, dass Gläubige, die verstorben sind, auch mit dabei sein werden, wenn Jesus Christus mit allen Erlösten in Macht und Herrlichkeit erscheinen wird, wie das in Sacharja 14 zum Beispiel beschrieben ist.
Und nun erklärt der Apostel Paulus anhand der Entdrückung, wie das möglich ist. Die verstorbenen Gläubigen werden bei der Entdrückung auferstehen. Und dann werden sie zusammen mit denen, die zu dem Zeitpunkt noch leben, entdrückt werden in die Wolken, in die Luft, dem Herrn entgegen, und dann beim Herrn sein im Himmel. Und wenn er dann in Macht und Herrlichkeit kommen wird, dann werden diese auferstandenen Gläubigen eben auch dabei sein.
Aber um das zu erläutern, muss er das Ereignis der Entdrückung erklären. Jetzt habe ich Ihnen von Todesfällen gesprochen und von Verstorbenen. Aber hier wird das ganz anders formuliert, was die Entschlafenen betrifft, in Vers 13 und Vers 14: die durch Jesus Entschlafenen. Das heißt auf gut Deutsch: Verstorbene.
Aber warum steht es dann nicht so da? Aus dem Grund: Dieser Ausdruck „Entschlafenen“ ist ein Ausdruck, der in der Bibel nur für Erlöste verwendet wird, nicht für alle Menschen, die sterben. Nur für die Gläubigen.
Der Trost des Ausdrucks „Entschlafene“
Warum? Der Tod ist etwas Schreckliches. Wir haben uns daran gewöhnt, weil wir in einer Welt leben, die vom Sterben und vom Tod geprägt ist. Aber es bleibt etwas Schreckliches. In Hiob 18,14 wird der Tod „der König der Schrecken“ genannt.
Natürlich hat der Herr Jesus am Kreuz nicht nur Satan besiegt, unsere Sünden abgeschafft und die Macht der Sünde, der sündigen Natur in uns, gebrochen. Er hat auch den Tod besiegt. Das hat unser Verhältnis zum Tod natürlich verändert. Und doch bleibt der Tod ein Feind. Mit dem Ausdruck Entschlafene wird deutlich gemacht, was von der Bitterkeit des Todes durch das Werk des Herrn Jesus geschwunden ist. Es erinnert uns daran: Für den Herrn Jesus ist es so, als müsste er uns nur aufwecken, wenn wir sterben würden. Es ist für ihn so einfach, wie wir einen Schlafenden wecken. Kein Problem.
Es muss nicht so sein wie in Apostelgeschichte 12, wo der Engel Petrus mit einem Rittenschlag geweckt hat. So weckt meine Frau nicht. Ja, aber ein Engel kann einen Mann, einen gestandenen Mann, so wecken. Und dann ist man wach. Aber für den Herrn ist es also so, kann man sagen, so ein Leichtes, uns aufzurecken, wie wenn man einen Schlafenden weckt.
Das soll uns ausdrücken: Obwohl der Tod der König der Schrecken ist, obwohl er nach 1. Korinther 15 ein Feind ist, ist doch etwas von diesem Schrecken gewichen. Aber natürlich bleibt es etwas ganz Fremdes. Und ich überlege mir manchmal: Wenn man in einem Moment ist, in dem man weiß, jetzt kommt’s, nicht alle können so sterben. Es gibt manche, die werden aus dem Leben gerissen, so unerwartet und plötzlich. Aber es gibt es auch, dass man weiß, jetzt ist es so weit. Und irgendwie ist es doch etwas sehr Finsteres, der Gedanke: Jetzt kommt der Moment des Todes. Was ist das?
Auch wenn das beim Gläubigen Ängste auslöst, ist das völlig normal. Aber darum ist dieser Ausdruck so schön, Vers 14: Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird auch Gott die durch Jesus Entschlafenen mit ihm bringen. Durch Jesus Entschlafene drückt aus: Der Gläubige weiß in dem Moment, wo der Tod naht, und es ist so etwas Befremdliches, wie wird das sein, dieser Übergang, nicht wahr? Nachher kommt die Herrlichkeit, das wissen wir alle. Aber dieser Übergang ist irgendwie doch beängstigend. Denn wir wissen, der Herr nimmt uns gewissermaßen in seine Arme, und wir entschlafen durch Jesus. Ein tröstlicher Ausdruck, ganz gewaltig.
Ja, und so ist das Sterben eben für Erlöste so etwas anderes.
Hoffnung statt Hoffnungslosigkeit
Und indem wir auch Klarheit über das Thema der Drückung und der Auferstehung bekommen, kann der Apostel Paulus sagen, dass dann eben diese Betrübnis bei uns nicht ist wie bei den übrigen, die keine Hoffnung haben.
Ich frage mich manchmal: Wie kann das sein? Einmal wurde ich von meinem Hausarzt gefragt, ob ich die Trauerfeier für einen verstorbenen Patienten übernehmen könnte, einen Drogensüchtigen. Es war wirklich schrecklich: Die Lunge ist am Schluss geplatzt, und alles ist verblutet. Die Angehörigen hatten keinen Anschluss an die Kirche, der Verstorbene war aus der Kirche ausgetreten, und dann war auch kein Interesse da, für ihn eine Trauerfeier zu halten. Da hat der Hausarzt gefragt: Würdest du die Trauerfeier machen? Da habe ich überlegt und gesagt: Ja, doch, das mache ich.
Es ist auch eine Gelegenheit, noch mit denen, die übrig geblieben sind, zu sprechen oder ihnen zu zeigen, wo wirklich Hoffnung zu finden ist. Und so habe ich das danach gemacht. Man war am Grab, am offenen Grab, und dann die Angehörigen zu sehen, Leute, die keinen Glauben haben, keinen lebendigen Glauben haben, das ist so hoffnungslos. Es ist elend.
Und wir haben durch das Evangelium, durch die Bibel, so ein klares Wissen, was kommt. Und wie wunderbar das ist, was kommt, und dass es eine Auferstehung gibt und eben ein Wiederkommen des Herrn zur Entrückung und ein Kommen einmal in Macht und Herrlichkeit mit ihm zusammen, um Frieden und Gerechtigkeit hier auf dieser Erde aufzurichten. Das ist so etwas anderes, wenn man dann eben eine Trauerfeier halten darf für jemanden, der so im Glauben mit dem Herrn gelebt hat und dann gehen musste.
Und man weiß am offenen Grab: Das ist nicht das letzte Wort. Das letzte Wort kommt noch. Und ich werde noch davon erzählen, was man dann sagen kann. Sehr konkret, also wirklich Vorfreude auf die Drückung. Das ist nun ziemlich konkret heute, also ziemlich, ganz konkret.
Die Wiederkunft des Herrn in Macht und Herrlichkeit
Und jetzt schauen wir uns das einmal genau an: In Vers 15 erklärt der Apostel, warum es möglich ist, dass die verstorbenen Gläubigen eines Tages mit Jesus Christus wiederkommen werden.
Ich möchte das ganz kurz noch nachlesen in Sacharja 14, wo das beschrieben ist. Es ist eine der Stellen, die das deutlich macht. Dort geht es im Zusammenhang um den letzten Krieg um Jerusalem, also um den Nahostkrieg um Jerusalem.
In Sacharja 14, Vers 3, heißt es:
Und der Herr wird ausziehen und gegen jene Nationen kämpfen, wie an dem Tag, da er kämpft, an dem Tag der Schlacht.
Es geht um die Nationen ringsum. In Kapitel 12 am Anfang wird das erklärt: Sie werden um Jerusalem Krieg führen. Und hier heißt es eben, der Herr wird ausziehen und gegen jene Nationen kämpfen, wie an dem Tag, da er kämpft, an dem Tag der Schlacht.
Vers 4:
Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem im Osten liegt. Und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten, nach Osten und nach Westen hin, zu einem sehr großen Tal. Und die Hälfte des Berges wird nach Norden und seine andere Hälfte nach Süden weichen. Und ihr werdet in das Tal meiner Berge fliehen. Das Tal der Berge wird bis Azel reichen, und ihr werdet fliehen, wie ihr vor dem Erdbeben geflohen seid in den Tagen Ussijas, des Königs von Juda.
Und das war übrigens ein furchtbares Erdbeben. Man hat die archäologischen Spuren an mehr als einem Ort gefunden und kann sogar ungefähr berechnen, wie stark das Erdbeben war. Also das war wirklich eines der stärksten, wie man das kennt.
Und kommen wird der Herr, mein Gott, und alle Heiligen mit dir.
Da haben wir es: Jesus Christus kommt wieder, alle Heiligen mit dir. Und Heilige ist in der Bibel eine Bezeichnung für erlöste Menschen. Die Erlösten werden ihn begleiten.
Übrigens, wenn wir schon hier an dieser Stelle sind: Wer ist es, der da mit seinen Füßen auf dem Ölberg stehen wird? Vers 3 sagt: der Herr. In der deutschen Bibel bezeichnet Herr mit Großbuchstaben den hebräischen Eigennamen Gottes, JHWH, ausgesprochen ursprünglich Jahwe, der Ewige, der Unwandelbare.
Ist es nicht erstaunlich, dass es heißt: Vers 4, seine Füße werden auf dem Ölberg stehen? Hat der ewige Gott Füße? Johannes 4 sagt ganz klar: Gott ist Geist, und die, die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in Wahrheit anbeten.
Aber schon das Alte Testament sagt, dass Gott in Bethlehem geboren werden wird. Seine Ausgänge sind von den Tagen der Ewigkeit her. Aber es wird klar gesagt, dass der Messias aus Bethlehem kommt, Micha 5,1. Und in Jesaja 9,6 heißt es: Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen wunderbarer Ratgeber, starker Gott, El Gibbor.
Also: Wenn ein Kind geboren wird, ist ein Kind ein Mensch. Und wenn sein Name El Gibbor, starker Gott, ist, dann ist er Gott. Das wird hier zum Ausdruck gebracht.
Der Herr, der Ewige, wird ausziehen. Seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen. Das heißt, der Messias wird als Mensch kommen. Der Auferstandene — wir haben ja gelesen: Wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, 1. Thessalonicher 4,14, dann wird Gott auch die, die durch Jesus entschlafen sind, mit ihm bringen.
Jesus wird also als Mensch wiederkommen. Seine Füße werden auf dem Ölberg stehen. Und wichtig, zum Schluss von Vers 5:
Und kommen wird der Herr, mein Gott, und alle Heiligen mit dir.
Der eingeschobene Gedankengang in 1. Thessalonicher 4
Jetzt gehen wir weiter. Zuerst ist 1. Thessalonicher 4,15. In der Elberfelder, der alten Elberfelder und auch in der Elberfelder CSV ist das in eine runde Klammer gesetzt, und diese runde Klammer geht bis, sieht man das, Vers 18.
Natürlich stehen im Grundtext keine runden Klammern. Der ursprüngliche Grundtext wurde mit griechischen Buchstaben geschrieben, ohne Punkte, ohne Komma, einfach aneinander. Aber die älteren Übersetzer haben hier dem Leser ein wenig helfen wollen, um zu verstehen, dass diese Verse 15 bis 18 ein gedanklicher Einschub sind.
Und zwar ist es so: Wir haben jetzt festgehalten, dass es in den Versen 13 und 14 um das Kommen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit mit allen Heiligen geht. Und wir sehen, ab Kapitel 5, Vers 1, geht es wieder um das Thema des Kommens von Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit als Richter der Welt mit allen Erlösten, aber dazwischen eben nicht.
Und so ist dies eine Parenthese, eben ein Klammergedanke, Verse 15 bis 18. Da wird erklärt, wie es möglich ist, dass alle einmal mit dem Herrn kommen können.
Die Reihenfolge der Entrückung
Denn dieses sagen wir euch im Wort des Herrn: dass wir, die Lebenden, die übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden.
Also macht der Apostel Paulus hier klar: Ihr Thessalonicher, ihr gehört nicht zu denen, die entschlafen sind, sondern ihr seid lebendig. Die Lebenden, die dann, wenn der Herr kommt, nicht gestorben sind, sondern noch leben, haben ein besonderes Vorrecht. Aber nicht so, dass wir ein Vorrecht hätten und die anderen dadurch wirklich einen Nachteil hätten oder dann nicht richtig dabei wären. Darum sagt er: Wir werden ihnen keineswegs zuvorkommen.
Es ist aber schon ein Vorrecht, zu der Generation zu gehören, die in dem Moment, in dem der Herr Jesus zur Entrückung kommen wird, noch lebt. Und ich nehme an, wir alle hoffen, dass wir diese Generation sind. Das wäre schon etwas Besonderes. Aber wir dürfen schon einmal wissen: Wir werden ihnen nicht zuvorkommen, in dem Sinn, dass nur wir dann dabei sind, wenn der Herr wiederkommt in Macht und Herrlichkeit. Sondern die werden das auch miterleben. Wie das geschieht, wird jetzt gleich erklärt.
Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen.
Zuerst – das kann man sich in der Bibel besonders merken. Es ist nämlich so, dass nicht sofort die Entrückung geschieht, sondern das Erste die Auferstehung der Erlösten ist. Alle, die wir bei Trauerfeiern dem Grab übergeben haben, werden auferstehen, und zwar mit dem Körper, den wir beerdigt haben, nicht mit einem anderen. Sonst gäbe es ja keine Auferstehung.
Auferstehung bedeutet, dass der Körper, der da im Sarg liegt, wie ein Schlafender, auferweckt wird. Das heißt: Dieser Körper wird wieder aufstehen. Genau das ist Auferstehung. Dieser Körper, der liegt, wird wieder aufstehen. Das ist Auferstehung.
Es wird nie gesagt, dass die Seele aufersteht. Es wird nie gesagt, der Geist steht auf. Eine Auferstehung des Geistes gibt es gar nicht. Es geht immer um die Auferstehung des Körpers. Der liegt da wie ein Schläfer. Und das wird also geschehen, wenn der Herr Jesus selbst kommt mit gebietendem Zuruf.
Das ist im Griechischen ein militärischer Ausdruck für den Ruf, zum Beispiel eines Generals. Ein solcher Ruf ist ziemlich laut, kurz und klar. Der Herr Jesus hat die Autorität über den Tod. In Offenbarung 1 begegnet der Auferstandene Johannes auf Patmos und sagt ihm: „Ich habe die Schlüssel des Todes und des Totenreiches.“
Und der Herr Jesus hat es schon vorgezeigt, und zwar auf dem Ölberg, in der Ortschaft Bethanien, dem Ort, wo die drei Unverheirateten, die Geschwister Martha, Maria und Lazarus, zusammenwohnten. Bethanien liegt nämlich auf dem Ölberg, und zwar auf dem Ostabhang, oben auf dem Ostabhang. Jerusalem liegt westlich vom Ölberg, da oben.
Und da wurde Lazarus, nachdem er gestorben war, begraben, in einem Felsengrab mit Rollstein. Und der Herr Jesus kam nach Bethanien und rief, als der Rollstein zur Seite getan wurde: „Lazarus, komm heraus!“ Das war mit gebietendem Zuruf.
Ich war dort. Auf dem Ölberg gibt es so viele Tote, die begraben sind. Das ist der Lieblingsort für jeden Juden, um begraben zu werden. Aber weil es nicht unendlich viel Platz hat, ist es ziemlich teuer. Und das ist, kann man sagen, heute so gemacht für ganz reiche Juden aus New York. Die können sich das leisten, so etwas zu bezahlen.
Aber warum ist er so begehrt? Ja, weil man aufgrund von Sacharja 14 weiß: Der Messias wird auf dem Ölberg kommen. Das ist das allgemeine Glaubensbekenntnis im Judentum: Der Messias wird auf dem Ölberg wiederkommen. Nur interessant, wenn man einmal mit einem Orthodoxen spricht: Dort steht ja nicht „Messias“, was steht? JHWH, der Eigenname Gottes, den man in der Synagoge beim Vorlesen nicht ausspricht, sondern einfach „Adonai“, Herr, sagt. Darum steht in der deutschen Bibel „HERR“ in Großbuchstaben.
Der Ewige wird kommen, und er wird mit seinen Füßen auf dem Ölberg stehen. Das ist es. Der Messias ist Gott. Im orthodoxen Judentum, wie gesagt, ist der Messias ein normaler Mensch. Nein, dort steht es ja auch in jeder jüdischen Bibel: Der Herr, Adonai, wird auf dem Ölberg stehen.
Und eben: Da ist Hoffnung. Die Auferstehung muss ja in der Endzeit sein, und in der Endzeit wird der Messias wiederkommen. Also ist es am besten, auf dem Ölberg begraben zu werden. Und darum ist die Geschichte von Lazarus so wichtig in diesem Zusammenhang. Er wurde auf dem Ölberg begraben, und der Messias kam schon einmal und hat auf dem Ölberg gerufen: „Lazarus, komm heraus!“
Alle anderen sind drin gewesen. Der Ruf war spezifisch: „Lazarus, komm heraus!“ Hätte der Herr gerufen: „Kommt heraus!“, wären alle auferstanden. Aber er hat gerufen: „Lazarus, komm heraus!“ Und so kam Lazarus heraus. Das war ein Vorgeschmack auf die Auferstehung der Erlösten, wie sie im ersten Thessalonicherbrief beschrieben wird.
Und das wollte ich ja sagen: gebietender Zuruf. Der Herr mit der höchsten militärischen Autorität kann die Toten rufen, und sie kommen. Welcher General könnte das? Ja, vielleicht ein ganz mächtiger General. Wer ist ein mächtiger General? Ich denke zum Beispiel an Mr. Schwarzkopf. Das war der General im Golfkrieg 1991, ein amerikanischer Jude. Und der hat Armeen aus allen fünf Kontinenten, die damals gegen den Irak gingen, unter Leitung der UNO geführt. Auch die arabisch-muslimischen Armeen hat er als Jude geleitet.
Das haben wir natürlich nicht gesagt. Schwarzkopf ist ein jüdischer Name, aber jeder, der die Namen kennt, weiß das. Und der hatte einen IQ von 170, nicht schlecht, und eine unglaubliche Autorität. Aber der Apostel Paulus sagt: mit gebietendem Zuruf, wie ein General. Dann sagt er: mit der Stimme eines Erzengels.
Engel sind stärker an Macht als Menschen, das wird ausdrücklich gesagt im 2. Petrusbrief. Und es ist so, dass die Engel als Armee organisiert sind. Darum werden sie genannt: die himmlischen Heerscharen. Und wir sehen zum Beispiel den Engel Michael in Offenbarung 12. Der hat eine ganze Truppe, die er befehligt, und er ist so stark, dass er stärker ist als Satan.
Das heißt in Offenbarung 12, dass er mit Satan im Himmel kämpft. Und Satan kämpft mit seinen Engeln, den gefallenen Engeln, den Dämonen, und Michael mit den seinen. Und dann wird Satan definitiv aus dem Himmel hinausgeworfen, sodass er nie mehr zurückkehren kann, um die Gläubigen zu verklagen. Das wird im Buch dort auch noch gesagt, bis zu diesem Zeitpunkt. Er wird ihn hinauswerfen können.
Also ein so mächtiger General – das hätte Schwarzkopf nicht gekonnt. Er konnte Saddam Hussein besiegen, er konnte seine Armee besiegen, aber er konnte so etwas nicht tun. Und darum sagt der Apostel Paulus: mit der Stimme eines Erzengels.
Man muss sich also vorstellen: nicht nur einfach ein General, der laut ruft, mit Autorität, der nicht widersprochen werden darf, sondern wie ein Engelgeneral ruft, ein Michael zum Beispiel, und alle Engel müssen ihm gehorchen unter seinem Regiment. Das ist der Sinn.
Mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes. Das ist natürlich eine Kriegsposaune. Und wir werden gleich noch sehen: Diese Posaune wird genannt, das Signal, das dann erschallen wird, die letzte Posaune. Aber darauf kommen wir noch, wenn wir zu 1. Korinther 15 gehen, wo der Ausdruck vorkommt. Hier wird einfach einmal gesagt: mit der Posaune Gottes.
Und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen, nicht alle Toten. Also gibt es nicht eine allgemeine Auferstehung aller Menschen zum gleichen Zeitpunkt. Die Ungläubigen, ab Kain, werden erst nach dem Tausendjährigen Friedensreich auferstehen. So steht das in Offenbarung 20. Da wird zuerst das Tausendjährige Reich beschrieben, ab Vers 1, und dann in Vers 10, nach dem Tausendjährigen Reich, werden die Toten auferstehen und vor dem großen weißen Thron gerichtet werden, um dann nach dem Richterspruch in den Feuersee geworfen zu werden.
Also nur die Toten in Christus. Und das hängt wieder zusammen mit denen, die durch Jesus entschlafen sind. Die Erlösten sind auch heute in Christus. Wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung.
Und wie kann man sich das vorstellen, in Christus sein? Das Alte Testament ist uns gegeben als Bilderbuch für das Neue. Und es ist so bei der Stiftshütte: Jedes Brett aus Akazienholz, diese mächtigen Akazienholzbretter, sind überzogen mit Gold. Und so sind diese Akazienholzbretter ein Bild von einem Gläubigen, einem Erlösten, aber alles eingehüllt von Gold. Und Gold ist ein Bild der göttlichen Herrlichkeit.
Das kann man so begründen: Der älteste Freund von Hiob hieß Eliphas, Hiob 4,1. Und Eli heißt „mein Gott“, Phas „Feingold“. Mein Gott ist Feingold. Das heißt also: Die Herrlichkeit des Goldes ist ein Bild der Herrlichkeit Gottes. So sind die Gläubigen Akazienholzbretter, überzogen mit Gold. Das ist in Christus sein, von ihm, dem Herrn, völlig umgeben. Seine Herrlichkeit wird uns zugerechnet.
Und hier steht es: Die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Und ebenso eingehüllt ist man auch in dem Moment des Todes. Darum sagt Vers 14: die durch Jesus Entschlafenen.
Gut, also zuerst haben wir betont: Vers 16, die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Und danach, klares Programm im Ablauf, werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden, in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft. Die, die zu dem Zeitpunkt noch leben, die letzte Generation der Gemeinde, werden nicht sterben. Diese letzte Generation wird lebend entrückt werden, zusammen mit den Auferstandenen dem Herrn entgegen in die Luft. Und dann werden wir immer mit dem Herrn zusammen sein.
Einwände, Missverständnisse und die letzte Generation
Jetzt haben wir hier noch ein Problem zu lösen. Es gibt von Ehrmann, einem ganz liberalen Theologen, der wirklich alles mit Bibel und Gottes Wort ablehnt, ein kurzes Video, in dem er interviewt wird zu unüberbrückbaren Problemen und eben Fehlern im Neuen Testament. Und ich habe mir vor kurzem dieses Video angeschaut. Ich habe mir das angetan; man muss sich das ja nicht immer antun. Wenn man nicht wirklich einen Grund hat, muss man nicht irgendwelche Videos anschauen, von denen man weiss, dass sie ja eh falsch sind. Man muss also schon einen Auftrag haben, wenn man das macht. Das ist mir wichtig.
Ja, sonst kriege ich so viele WhatsApp-Nachrichten: Du, ich habe mir dieses Video angeschaut, könntest du auch mal anschauen? Und das hat mich total durcheinandergebracht. Ja, wieso schaust du dir das überhaupt an? Wenn du weisst, dass es eh Unsinn ist und falsch, musst du dir das gar nicht reinziehen. Es geht doch nicht. Und nachher ist man durcheinander und muss andere wieder fragen: Du, könntest du ... Aber ich habe das angeschaut, weil ich dachte, ja, das ist jetzt gut, das anzuschauen, um dann auch, wenn Fragen kommen, antworten zu können.
Der Apostel Paulus hat sich geirrt. Er meinte, er würde die Entrückung erleben. Er ist gestorben und hat sie nicht erlebt. Okay, er ist gestorben und hat sie nicht erlebt. Und er sagt in 2. Timotheus 4 aus der Todeszelle, Vers 8: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Glauben bewahrt. Und er spricht davon, dass er jetzt sterben wird. Aber hier sagt er: Danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft. Warum sagt er das so?
Ganz einfach: Weil damals, als er mit den Thessalonichern korrespondierte, einige gestorben waren und andere lebendig waren, und er auch. Und er sagt: Es gibt zwei Gruppen. Es gibt die Verstorbenen, die werden zuerst auferstehen, und danach die, die eben zur Gruppe der Lebenden gehören. Und zu denen gehörte der Apostel Paulus damals, die Gruppe der Lebenden. Die wird dann entrückt werden. So einfach, so natürlich.
Jetzt könnte jemand sagen: Ja, aber er hat doch gesagt: wir, die Lebenden. Ja, aber so spricht die Bibel. Ein anderes Beispiel: Mose. Vor seinem Tod hat er in den Ebenen von Moab, auf jordanischer Seite, gerade gegenüber von Jericho, dazwischen der Jordan, noch eine Abschiedsrede gehalten. Acht Kapitel sind aufgeschrieben im Fünften Buch Mose. Und in dieser Abschiedsrede sagt er in 5. Mose 28, Vers 36: Der Herr wird dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einer Nation führen, die du nicht gekannt hast, weder du noch deine Väter. Und du wirst dort anderen Göttern dienen, Holz und Stein.
Dann spricht Mose also zu dieser Generation damals, die dann kurz darauf mit Josua ins Land, ins verheissene Land, ging, und sagt: Der Herr wird dich und einen König, den du über dich setzen wirst, zu einer Nation führen, die du nicht gekannt hast. Damals hatten die Israeliten gar keinen König, aber er sagt: dich und einen König, den du über dich setzen wirst. Der erste König, den sie dann wirklich über sich gesetzt haben, über ganz Israel, das war Saul, David usw. Aber es war dann unter den letzten Königen, um 606 bis 582, da ist das in Erfüllung gegangen. Die Juden wurden nach Babylon in die Gefangenschaft weggeführt, zu einer anderen Nation weggeführt.
Aber das war tausend Jahre später. Und trotzdem sagt Mose zu dieser Generation: Der Herr wird dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einer anderen Nation wegführen. Also diese Generation, die damals lebte, die stellte das Volk Israel dar. Die Zukunft gab es gar noch nicht, die war nichts, wirklich gar nichts. Ich erinnere mich, als kleines Kind sagte meine Mutter: „Wo war ich?“ Franzi hat mir gesagt: „Du warst ein Nüdeli.“ Ich habe das Wort nicht verstanden. Ich war als kleines Kind; man versteht nicht alle Wörter, man lernt ja immer mehr. Ich habe das nicht verstanden, aber ich verstand Nüdeli. Auf Schweizerdeutsch, ja. Und ich weiss noch, ich hatte dann diesen Gedanken von Nüdeli im Kopf. Ich war sowas, aber Nüt heisst in Schweizerdeutsch nichts. Und Nüteli ist wirklich ein liebliches kleines Nichts. Das war ich. Und die gab es eben nicht, die waren nichts. Aber die Generation damals, die lebte, die war Israel. Und Mose spricht zu Israel, und sie repräsentierten Israel, aber auch das Israel in der Zukunft, und sagt: Der Herr wird dich und deinen König zu einer anderen Nation wegführen. Und es hat sich wortwörtlich alles genauso erfüllt wie überhaupt jedes Wort in 5. Mose 28.
Aber ich möchte noch zeigen, Vers 64: Und der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde, und du wirst dort anderen Göttern dienen, die du nicht gekannt hast. Ja, aber hier sagt er etwas anderes. In Vers 36 sagt er: dich zu einer Nation führen, das ist die babylonische Gefangenschaft, das war Wegführung zu einer anderen Nation. Aber hier sagt er: Und unter alle Völker zerstreuen!
Und da spricht Mose prophetisch vom Jahr 70 nach Christus. Die Römer haben Jerusalem zerstört, und damals begann das Herausgerissenwerden des jüdischen Volkes aus dem eigenen Land und die Zerstreuung unter alle fünf Kontinente. Und das hat sich alles wortwörtlich erfüllt, auch das, was im Weiteren hier steht, jedes Wort. Aber Mose sagt es denen, die in den Ebenen von Moab waren und mit Josua dann ins Land gehen sollten. Und da sehen wir wieder: Die waren eben auch die Vertreter dieser noch späteren Generation, die einmal dann weltweit wirklich von Chile bis Australien und von Südafrika bis nach Schweden und von Alaska bis China zerstreut werden soll.
Und jetzt wird klar: Also die lebende Generation repräsentiert eine spätere. Und so sagt der Apostel Paulus als Lebender hier auf der Erde in 1. Thessalonicher 4,17: Wir, die Lebenden, die übrig bleiben, werden danach zugleich mit ihnen entrückt werden, in Wolken dem Herrn entgegen, in die Luft. So einfach. Also man kann das Video löschen.
Ja, und jetzt an dieser Stelle nochmals eine Verknüpfung mit der Geschichte von Lazarus. Wir gehen zu Johannes 11, wo das Thema Auferstehung der Gläubigen im Zusammenhang mit dem Ölberg thematisiert wird. Es war ja so: Maria und Martha waren ledig. Sie lebten mit Lazarus, ihrem Bruder, zusammen, und das war eine glückliche Familie, und der Herr ist dort ein und ausgegangen. Und darum war das schon etwas ganz Schlimmes, als schliesslich dieser Lazarus krank wurde, todkrank, und dann starb.
Und der Herr kam kurz nach dem Todesfall nach Bethanien, und er traf unabhängig einmal Martha und einmal Maria an. Wir haben jede Schwester persönlich gesprochen. Und jetzt möchte ich zeigen, was er sagte zu Martha, schon in Vers 21, teils am Schluss, also Vers 20: „Martha nun, als sie hörte, dass Jesus komme, ging ihm entgegen. Maria aber sass im Haus.“ Warum sitzt sie im Haus? Das ist Shiva. Shiva macht man, wenn jemand in der Familie gestorben ist. Das heisst sitzen. Man sitzt am Boden oder auf einem ganz niedrigen Stuhl, und zwar sieben Tage. Das sind die Trauertage, dann können Leute auf Besuch kommen und einen trösten. Und sie machte also Shiva. Wirklich: Maria aber sass im Haus.
Und dann war das eben etwas Spezielles, dass Martha hinausging, weil in diesen sieben Tagen schaut man eben zu, dass man zu Hause sitzt, und die, die trösten, kommen dann zu einem nach Hause. Aber sie hörte: Jetzt kommt der Herr Jesus, sie geht raus. Sie unterbricht das Sitzen im Haus. Maria aber sass im Haus. Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben. Hm, das ist abgesprochen. Man liest nämlich später in Vers 32: Als der Herr unabhängig mit Maria spricht, dann sagt sie genau das Gleiche: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben. Die haben sozusagen das Spiel miteinander gesprochen. Wäre doch der Herr früher gekommen, dann wäre er nicht gestorben. Aber der Herr ist extra nicht früher gekommen, damit Lazarus stirbt und damit er zeigen kann, wie er mit gebietendem Zuruf eben die Toten herausholt.
Ja, aber jetzt Vers 21: Martha sprach zu Jesus: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiss ich: Was immer du von Gott erbitten magst, Gott wird es dir geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Martha spricht zu ihm: Ich weiss, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag. Der letzte Tag ist ein Synonym für Endzeit. Manchmal steht in der Bibel Endzeit oder am Ende der Tage oder die letzten Tage oder die letzte Stunde. Das sind Synonyme für die Endzeit, und auch am letzten Tag. Aber eben: In der Endzeit wird er die Auferstehung sein, darum sagt sie: Er wird auferstehen am letzten Tag, Tag im Sinne von Endzeitepoche.
Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du dies? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus, das heisst der Messias, bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommt.
Er hat sie ganz wohl auf die Frage. Er hat ihr gesagt: Glaubst du dies? Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Ja, was jetzt, stirbt man oder stirbt man nicht? Und er sagt: Glaubst du dies? Sie hätte ihm sagen können: Ja oder nein. Aber sie sagt: Ja, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes. Sie verstand das nicht, trotzdem glaubte sie es. Unsere Herzensverbindung mit dem Herrn kann manchmal mehr verstehen, als unser Intellekt begriffen hat. Das hat Blaise Pascal, Erfinder einer der ersten Rechenmaschinen, so schön gesagt: „Le cœur a ses raisons que la raison ne connaît pas.“ Das ist ein Wortspiel auf Französisch. Also das Herz kennt Verstandesgründe, die der Verstand nicht versteht.
So ist es gerade hier. Sie sagt: Ja, du bist der Messias, alles, was du sagst, ist richtig. Aber sie konnte das gar nicht verstehen. Und die Frage ist: Können wir das verstehen? Und wie oft wird das an Beerdigungen vorgelesen? Aber was da drinsteckt, ist grandios! Der Herr sagt nicht nur: Ich bin die Auferstehung. Er sagt: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Und dann sagt er zwei Dinge.
Erstens: Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Zweitens: Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Das sind die zwei Gruppen. Es gibt eben die, die entschlafen, die sterben, und die werden auferstehen und leben, trotz des einst offenen Grabes und dieser traurigen Feierlichkeit des Abschiednehmens. Und dann gibt es die, die zur letzten Generation gehören werden: jeder, der lebt, in Griechisch sogar im Durativ, jeder, der fortdauernd lebt und an mich glaubt, fortdauernd an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Das ist die letzte Generation, die Generation der Entrückung.
Und darum sagt der Herr: Ich bin die Auferstehung für die Gruppe A oder 1. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Er ist ja auferstehend. Und die Gruppe 2 oder B: Jeder, der lebt, fortan lebt und fortan an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Für die ist der Herr Jesus das Leben.
Wunderbar, wenn man diese Sätze analysiert. Und der Herr sagt: Glaubst du dies? Sie konnte das gar nicht verstehen. Und es ist auch so: Wir werden jetzt gleich noch sehen, sie kannte die Wahrheit der Entrückung zu dem Zeitpunkt gar noch nicht. In den Evangelien wird die Entrückung nur angedeutet, aber sie wird erst in den Briefen im Neuen Testament entfaltet. Und im Alten Testament ist das Thema der Entrückung verborgen. Aber wir kommen gleich auf den Punkt.
Und darum diese Frage: Zu dem Zeitpunkt wusste der Herr genau, dass sie das noch nicht wirklich so glauben kann. Aber sie konnte es trotzdem glauben. Ja, ich glaube, dass du der Messias bist, alles, was du sagst, ist richtig. Und ich glaube das, auch wenn ich es nicht verstehe, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Also ganz wunderbar, wie das hier angedeutet ist, aber in 1. Thessalonicher 4 wird das so klar erläutert: Es gibt die, die auch verstehen werden, und es gibt die, die eben als letzte Generation leben.
Und jetzt möchte ich noch eine Stelle einschieben aus Epheser 3, wo uns vorgestellt wird die Epoche der Gemeinde, von Pfingsten bis zur Entrückung der Gemeinde. Das ist eine Abfolge von vielen Generationen. Können wir kurz aufschlagen? Epheser 3, aber jetzt braucht es wirklich eine genaue Übersetzung, sonst stammelt man oder man findet den schönen Punkt nicht. Epheser 3, Vers 20: Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Massen mehr, als wir erbitten oder erdenken, nach der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Herrlichkeit in der Gemeinde, in Christus Jesus, auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin. Amen.
In manchen Übersetzungen steht, ich kann jemanden gerade zitieren: auf alle Geschlechter in alle Ewigkeit, auf alle Geschlechter hin in Ewigkeit. Ja, aber Geschlechter geht es nicht ewig. Alle Geschlechter der Ewigkeit, der Ewigkeiten? Ja, aber dann würde es heissen, dass das mit den Generationen weitergeht, weitergeht in alle Ewigkeiten. Aber wir wissen: Im tausendjährigen Reich wird man noch Kinder haben. Aber dann, wenn Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde macht, sagt Jesus in Lukas 20: In der Auferstehung wird man nicht mehr heiraten, sondern sie werden sein wie Engel. Engel sind ehelos, vielleicht eine Ermutigung für Ehelosen, das ist eigentlich das Normale, so gesehen auf die Ewigkeit. Ja, es ist wirklich so, das ist das Normale, und das ist nur so quasi ein Intermezzo, kann man sagen, hier, wo es die Ehe gibt als ein Geschenk Gottes an die Menschheit. Aber wenn man das nicht hat, wenn man ehelos ist, dann denkt man: Das ist eigentlich das Normale. Aber das wird auch in Ewigkeit sein.
Wir werden sagen: Die Engel, die sind nicht neutral, die sind also nicht irgendein Sternchen oder so, sondern die werden immer als männlich beschrieben, werden genannt Söhne Gottes, Hiob 1,1, 1. Mose 6, und in Daniel 9 heisst es der Mann Gabriel. Aber Geschlechtsidentität gilt nicht nur dann, wenn man Kinder bekommt, das ist eine Identität. Völlig unabhängig, ob man verheiratet ist oder nicht. Und darum diese bleibende Identität, die haben wir in aller Ewigkeit. Aber eben: Lebendig sein, so wie Engel, das wird das Normale sein für die Ewigkeit. Es wird also keine Generation mehr geben.
Und trotzdem steht hier: die Herrlichkeit in der Gemeinde, in Christus Jesus, auf alle Geschlechter, auf alle Generationen des wunderbarsten Zeitalters hin. Das Zeitalter der Gnade, wo das Evangelium auf allen Völkern, allen Nationen verkündet wird, allen Nationen, muss ich sagen. Ja, und so sind es ziemlich viele Generationen seit dem Jahr 32, Apostelgeschichte 2, Pfingsten, und eine Generation nach der anderen ist heimgegangen, durch Jesus entschlafen. Und jetzt sind wir wirklich in der Endzeit, weil wir sehen, wie die Endzeitzeichen sich so dramatisch und deutlich vor unseren Augen erfüllen. Über 180 haben sich schon erfüllt, und wir fragen uns: Sind wir die letzte Generation? Das könnte sein.
Und so gilt Gott die Herrlichkeit durch all diese Generationen, von Pfingsten durch die Apostelgeschichte hindurch und dann über die Apostelgeschichte hinaus bis ins neunzehnte Jahrhundert, bis ins zwanzigste Jahrhundert, bis ins einundzwanzigste Jahrhundert, und vielleicht sind wir die nächste Generation. Und das werden eben diese sein, die da leben und an den Herrn glauben und den Tod nicht sehen werden in Ewigkeit. Pah, das ist auch Vorfreude.
Das Geheimnis der Verwandlung
Jetzt gehen wir gezwungenermaßen nach 1. Korinther 15, denn ich habe ja immer wieder auf diese Verse verwiesen, aber wir haben sie nie aufgeschlagen. Und jetzt lesen wir in 1. Korinther 15,51:
Ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune. Denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche muss Unverweslichkeit anziehen, und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen.
Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: Verschlungen ist der Tod in Sieg. Das ist ein Zitat aus Jesaja 25,8. Und jetzt kommt Hosea 13,14:
Wo ist, o Tod, dein Stachel? Wo ist, o Hades, o Totenreich, dein Sieg?
Ich habe jetzt nach dem Mehrheitstext vorgelesen. Ich wiederhole es, weil das vielleicht manche ein wenig korrigieren müssen: Verschlungen ist der Tod in Sieg. Überall gleich. Wo ist, o Tod, dein Stachel? Wo ist, o Hades, oder Totenreich, dein Sieg?
Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus. Daher, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich, allezeit überströmend in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe nicht vergeblich ist im Herrn.
Wir gehen der Reihe nach durch. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis. Das macht deutlich: Hier kommt etwas sehr Spezielles. Das ist eines der acht Geheimnisse in den Paulusbriefen.
Das verborgene Wissen des Neuen Testaments
Was ist ein Geheimnis im neutestamentlichen Sinn? Nun, das erfahren wir aus Epheser 3. Man kann den Finger drin lassen, ja, den Finger. Wir haben fünf an jeder Hand in 1. Korinther 15, und jetzt Epheser 3 öffnen. Dort spricht Paulus auch über ein Geheimnis.
Im Epheserbrief übrigens drei: Epheser 1, Epheser 3, Epheser 5. Epheser 1: das Geheimnis seines Willens. Epheser 3: das Geheimnis des Christus. Epheser 5: das Geheimnis Ehe, der Ehemann, die Gemeinde, die Ehefrau.
Und jetzt erklärt der Apostel in Epheser 3, Vers 4, schon in Vers 3, dass mir durch Offenbarung das Geheimnis kundgetan worden ist, wie ich es zuvor in kurzem beschrieben habe. Woran ihr beim Lesen mein Verständnis in dem Geheimnis des Christus wahrnehmen könnt: dass es in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen nicht kundgetan worden ist, wie es jetzt offenbart worden ist zu seinen heiligen Aposteln und Propheten im Geist oder in der Kraft des Geistes.
Sieht man, hier steht beim Geheimnis: Es war in den früheren Generationen, also in den alttestamentlichen Generationen, nicht kundgetan worden. Das heißt, im Alten Testament wird man das Geheimnis des Christus und auch das Geheimnis der Entrückung nirgends finden. Das wurde in den frühen Generationen nicht kundgetan.
Aber jetzt, in diesen Generationen, in Epheser 3, Vers 20, 21, auf alle Generationen der Gemeinde der Zeitalter, das sind andere Generationen, die wissen das. Früher war es unbekannt, dass es ihnen in anderen Geschlechtern, den Söhnen der Menschen, nicht kundgetan worden ist, wie es jetzt neutestamentlich offenbart worden ist, seinen heiligen Aposteln und Propheten im Geist.
Also die Apostel Jesu Christi, die Zwölf für Israel und Paulus für die heiligen Völker, denen ist das mitgeteilt worden, und den neutestamentlichen Propheten. Markus hat das Markusevangelium geschrieben, Lukas das Evangelium und die Apostelgeschichte, dann Jakobus, der Bruder des Herrn, Judas hat den Jakobusbrief geschrieben, und Judas, Halbbruder des Herrn, Bruder von Jakobus, hat den Judasbrief geschrieben, ohne Apostel zu sein. Aber er war einer der neutestamentlichen Propheten.
Also eben gesagt: Jetzt neutestamentlich wurde ihnen das Geheimnis, das im Alten Testament verborgen war, mitgeteilt. Jetzt ist es bekannt gemacht.
Die Auferstehung des Leibes und die Verwandlung der Lebenden
Und jetzt gehen wir zurück zu: Siehe, ich sage euch ein Geheimnis. Also eine Wahrheit, die müsst ihr nie im Alten Testament suchen, sie ist dort nie offenbart worden.
Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden. Er sagt also: Wir Gläubigen, die Erlösten, müssen nicht alle sterben, dürfen totgehen. Es gibt zwei Gruppen: Es gibt die, die sterben, und es gibt die, die nicht sterben. Nie! Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden.
Das heißt, ich habe ja vorhin nur über die Gläubigen gesprochen, die in der Zukunft auferstehen werden. Und ich habe erklärt: Der Körper, den wir beerdigt haben, dieser Körper wird wieder auferstehen. Und trotz Verwesung, weil bei der Verwesung wieder keine Atome verloren gehen, wird der Herr der Atome die Atome sammeln. Und er wird daraus den unsterblichen Auferstehungskörper machen. Nicht aus etwas anderem. Wirklich der Körper, den wir jetzt haben, der wird auferstehen. Das ist ganz wichtig.
Das zeigt uns, dass dieser Körper wichtig ist. Die Hindus glauben das nicht, dass der Körper wichtig ist, die Buddhisten auch nicht. Die denken, es springt so von einem Körper in den anderen. Aber damit ist der Körper gar nicht wichtig. Nur so, gerade im Moment. Ja, aber später ist es vielleicht ein Rattenkörper. Rattenkörper?
Aber wenn man sich duscht, jeden Tag, und dabei denkt: Das ist wirklich dieser Körper, der für Gott so wichtig ist, der wird auch wieder auferweckt werden, dann hat man ein ganz anderes Verhältnis zum Körper. Ich weiß, es gibt Leute, die haben ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper. Das kann man heilen, das ist therapierbar durch die Bibel. So hilft uns die Bibel, zu einem richtigen Verhältnis zu kommen, zu einem Verhältnis, wo man dankbar ist.
Und es ist also so: Die Verstorbenen werden ihren Körper haben, das, was eben verwest, und sogar das, was verbrannt wird. Wenn ein Gläubiger in einem Autounfall verbrennt, dann ist nicht die Auferstehung abgestrichen. Das haben die Atheisten gehofft. Es gab ja Atheisten, die haben sich bewusst kremieren lassen, weil sie dachten: Falls doch was ist, bin ich fein raus. Die hätten besser aufpassen müssen im Chemieunterricht. Bei der Verbrennung geht doch kein Atom verloren. Die Kremation ist doch keine Atombombe, denn kein einziges Atom wird da kaputt gemacht. Nur bei der Kremation haben wir ziemlich viel H2O, also Wasser, und das verdampft dann. Es geht halt in die Luft, anstatt ins Grab.
Und am Schluss, wenn da so ein schwarzes Häufchen ist: Natürlich, wir bestehen auch ziemlich viel aus Kohlenstoff, auch C12 und ein bisschen C14, aber es geht kein Atom verloren, und der Herr der Atome wird auch diese sammeln. Nur: Gott möchte den natürlichen Prozess der Verwesung. Darum sagte Adam: Du wirst zurückkehren zum Staub. Das heißt nicht zu Asche. Gott möchte die Verwesung. Und darum ist es auch eine Ehrerweisung gegenüber dem Körper, dass man ihn nicht einfach verbrennt. Eigentlich ist es schrecklich.
Ich kenne einen Mann, der im Hinduismus aufgewachsen ist, auf Sri Lanka, und mit zehn musste er Hindu-Priester werden. Und damals starb sein Vater, und er musste den Vater verbrennen nach hinduistischem Ritual. Das war so schlimm für diesen Jungen: Ich verbrenne meinen eigenen Vater! Und der hatte davon einen Schaden gekriegt, er ist depressiv geworden. Und später war er auch sehr enttäuscht von den Göttern im Tempel, weil er gemerkt hat, die Götter sind stumm und die antworten gar nicht auf Gebete. Und er ist richtig böse auf diese Götter geworden und hat sie kaputt gemacht. Erst später ist er mit dem Evangelium in Kontakt gekommen und hat sich bekehrt. Und heute nennt er sich Peter. Er wohnt in der Schweiz, aber jetzt ist er glücklich. Aber das war für ihn ganz schlimm, seinen Vater verbrennen zu müssen.
In unseren natürlichen Gefühlen muss doch etwas hier entstehen. Aber auch die, die das testamentarisch so fordern, die müssen nicht denken, da gibt es keine Auferstehung. Und eben: Wenn man das Kind Gottes verbrennt, kein Problem, die Auferstehung wird kommen. Und zwar eben in einen verwandelten Körper, der nicht mehr sterben kann. Und nach 1. Korinther 15 wird dieser Körper für die Gläubigen herrlich sein, nicht wahr? Es wird verglichen wie beim Säen. Wenn man den Toten ins Grab tut, das ist wie ein Samenkorn, das man in die Erde legt.
Vers 42, 1. Korinther 15: So ist auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät in Verwesung. Man tut einen Körper ins Grab, der eben verwest. Es wird gesät in Verwesung, es wird auferweckt in Unverweslichkeit. Also wenn dann der Samen eben in der Erde aufgeht und zur Pflanze wird, ist es ein Bild der Auferstehung. Aber wesensmäßig ist die Pflanze, die aus dem Samenkorn wächst, dasselbe. Aus dem Samenkorn wird die Pflanze, und so wird aus diesem gesäten Körper dieser vollkommene Körper.
Und zwar heißt es hier: Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit. Also dieser Körper jetzt, wenn er ins Grab getan wird, da sagt die Bibel: Er wird gesät in Unehre. Und natürlich, jeder weiß genau, wo seine Schäden sind in seinem Körper, und die haben wir halt. Und wir dürfen auch wissen: Bei der Auferstehung wird alles perfekt sein, und wir werden alle schön sein. Nicht nur hübsch. Hübsch ist man unter Umständen auch, wenn man einige Schäden hat, aber ja, irgendwo. Aber schön ist noch mal etwas anderes. Dann werden alle schön sein, und hier wird gesagt: auferweckt in Herrlichkeit, also herrlich schön. Es wird gesät in Schwachheit. Das könnte man erzählen, wo man überall Mängel in der Leistung bedauert, aber das ist normal, unser Körper ist schwach. Es wird auferweckt in Kraft.
Ja, und darum wird in 1. Korinther 15,51 gesagt: Siehe, ich sage euch ein Geheimnis. Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden. Das heißt also auch: Aber die, die nicht sterben, ihr Körper ist in dem Moment noch verweslich, wird umgewandelt, verwandelt auch in einen perfekten Körper, also unverweslich, mit Herrlichkeit, mit Kraft.
Und dann kommt ein wichtiger Zusatz in Vers 52: Alle verwandelt in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune. Dieses „in einem Nu“ ist so tröstlich. Es gibt nämlich Gläubige, die haben effektiv die Meinung, bei der Entrückung selber gibt es bei den Lebenden zwei Gruppen, und zwar solche, die treu waren in ihrer Nachfolge, die werden entrückt, und die anderen gehen durch die große Trangsam. Ja, die müssen dann noch geläutert werden, und die werden dann eben zu einem anderen Zeitpunkt entrückt. Dem sagt man Auswahl-Entrückung, und es ist schlichtweg im direkten Widerspruch zur Heiligen Schrift. Hier steht nämlich: „Wir werden aber alle verwandelt werden.“ Ja, ja, aber in zwei Phasen? Nein, nicht in zwei Phasen, in einem Nu, in einem Augenblick, nicht in zwei Augenblicken und nicht in zwei Nu. Also alle zusammen.
Und jetzt noch tröstlicher: Die Gemeinde in Korinth, an die es geschrieben ist, die hatte ziemlich viele Probleme. Also es war nicht einfach so alles glänzend in dieser Gemeinde. Und die hatten Streit, die hatten Spaltung untereinander, die hatten Lehrprobleme und so weiter, wirklich, wirklich schwierig. Und jetzt sagt der Apostel Paulus: Wir werden alle verwandelt, in einem Nu, in einem Augenblick. Das heißt, es gibt nicht eine Unterscheidung: Die Treueren, die werden entrückt, und die weniger Treuen, die werden noch bleiben für einen späteren Entrückungstermin. Nein, alle. Ich habe in meiner Bibel darum unterstrichen: Wir werden aber alle verwandelt, nicht die meisten oder die Hälfte oder sowas, alle verwandelt, in einem Nu, in einem Augenblick.
Bei der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich. Ja, jetzt haben wir die Posaune wieder. Ich habe ja schon angedeutet: 1. Thessalonicher 4, der Herr wird kommen mit der Posaune Gottes, und das in einem militärischen Kontext, mit gebietendem Zuruf, dem gebietenden Zuruf eines Generals, und zwar mit der Stimme eines Erzengels, eines allmächtigen Generals, der mächtiger ist als alle Generäle der menschlichen Nationen. Die Armee wird so wieder herkommen. Aber diese Posaune wird jetzt hier genannt: die letzte Posaune, bei der letzten Posaune.
Nun, was bedeutet das? Das ist auch ein militärischer Ausdruck. Hm, die Bibel verwendet gerade in Verbindung mit der Entrückung diverse militärische Ausdrücke. Noch ein gefällig? Also bitte in 1. Korinther 15,22: Denn wie in dem Adam alle sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden, jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling Christus, dann die, die des Christus sind bei seiner Ankunft, dann das Ende usw.
Bei der Auferstehung ist zu beachten: jeder in seiner eigenen Ordnung. Die Fußnote der Elberfelder hat hier wörtlich „Abteilung“, ein militärischer Ausdruck auch in Verbindung mit der Auferstehung. Es gibt da die verschiedenen Abteilungen. Der Herr ist auferstanden, das ist die Führung, militärischer Ausdruck, und dann bei der Entrückung die nächste Abteilung und hier eben die letzte Posaune.
Polybius, ein antiker Schriftsteller, beschreibt in seinem Buch 6, Abschnitt 40, mit dem Titel Historia, Geschichte, da beschreibt er den Ausmarsch des römischen Heeres, und er erklärt: Die erste Posaune wird geblasen, die Zelte werden abgebrochen und das Gepäck wird gepackt. Dann erfolgt die zweite Posaune, dann wird das Gepäck auf die Lasttiere gebunden, und wenn das fertig ist, kommt die letzte Posaune, die dritte. Aber es ist die letzte Posaune, das ganze Lager setzt sich in Bewegung und geht. Also, das ist ein fester Ausdruck im Altgriechischen: bei der letzten Posaune. Das ist also das Signal zum Aufbruch.
Und das war den Korinthern bekannt. Darum sagt er nicht „bei einer letzten Posaune“, sondern „bei der letzten Posaune“. Und da konnten sie nicht denken an die sieben Posaunen in der Offenbarung, denn die Offenbarung war gar noch nicht geoffenbart. Da sind wir im Jahr 54, die Offenbarung wurde 95 geschrieben, und die hat eben das offenbart, was gar nicht bekannt war im Alten Testament und sonst im Neuen Testament, dass es diese sieben Posaunen mal geben wird, wenn der Zorn Gottes über die Welt kommt. Also sie konnten da nicht denken an die siebte Posaune der Offenbarung, nein: bei der letzten Posaune, beim Aufbruchssignal, militärischer Ausdruck.
Denn posaunen wird es, das sagt der Apostel, um zu sagen: Es wird wirklich tönen, das ist nicht einfach so symbolisch ein symbolischer Ausdruck, sondern es wird wirklich posaunt werden, es wird ein wirklich hörbares Signal sein zum Aufbruch. Manchmal kann man auf der Straße irgendjemanden hören, der pfeift: Oh, when the saints, oh Gläubige. Da kann man sich vielleicht gerade mal ansprechen: Weißt du, was das ist? Ja, oh, when the saints. Ja, was bedeutet das? Oh, when the saints go marching in and let me be in that number. Aber wenn die Heiligen einmarschieren, möchte ich auch unter ihnen mit dabei sein. Das ist ein Entrückungslied. Eben wenn die Heiligen einmarschieren, das ist eben, wenn das Signal zum Aufbruch kommt.
Was ich jetzt anbieten kann, ist das Signal zur großen Pause mit Kaffee und Kuchen.
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