Den Schluss dieses Kapitels haben wir dann am Himmelfahrtstag bei unserer
großen Missionskonferenz. Da zieht sich dann der andere Teil des Kapitels
durch diesen Tag, durch diese Berichte, durch die Aussendung, aber auch
durch die Predigt am Morgen.
Nicht wahr, ein aufregender Augenblick, als 1969 die ersten Menschen auf
dem Mond gelandet sind. Und damals sagte der amerikanische Präsident Nixon
in einer großen Rede, es ist das wichtigste und größte Ereignis seit der
Erschaffung der Welt. Das hat natürlich Billy Graham keine Ruhe gelassen
und er hat sich zu Wort gemeldet, und hat gesagt: Mit Verlaub, Herr
Präsident, vielleicht haben sie doch die Auferstehung Jesu übersehen und
vergessen. Denn das stimmt ja, die Auferstehung Jesu ist das historische
Datum, das alles andere, was je in der Welt geschieht, in den Schatten
stellt, oder soll man das so sagen, ins Licht rückt. Jetzt können Sie sich
überlegen, was in der Weltgeschichte auch schon passiert ist, ob die
Entdeckung Amerikas, oder die Erfindung der Atombombe, oder groe politische
Umwälzungen, oder riesige Katastrophen, oder Ihre persönlichen Nöte,
schlimme Krankheitsnöte, Berufssorgen, Spannungen mit Menschen, vor dem
Ereignis der Auferstehung wird selbst Ihre eigene Todesstunde ganz anders
bewertet werden. Auferstehung Jesu stellt alles andere in ein neues Licht.
Und zwar so umfassend und so grundsätzlich, in alle Ewigkeit muss man
sagen, das ist gültig über allen Lauf der Zeit hinaus. Die Macht des Todes
ist gebrochen. Es gibt überhaupt nichts anderes mehr, was uns erschrecken
kann. Sagen Sie, was soll in ihrem Leben noch Schlimmes geschehen können
seit Jesus auferstanden ist? Vor ihm werden alle ihre Probleme, Sorgen und
Nöte ganz klein. Jetzt ist bloß schwierig, dass wir auch als Christen uns
sehr schwer tun. Das hat ja sonst an diesem Bericht festgestellt, aber wir
wissen ja auch von uns selber, wir tun unheimlich schwer, das Ereignis der
Auferstehung überhaupt zu begreifen, zu verstehen, richtig einzuordnen.
Oder die Konsequenzen in unserem Leben ganz praktisch umzusetzen. Wir sind
alle Stümper. Selbst, wenn Sie sich als ein großer Glaubensheld fühlen, Sie
haben noch ganz ganz Minimales entdeckt von der Auferstehung, was das an
Revolution in Ihrem Leben bedeutet. Manchmal ist es direkt kurios, wenn man
den Menschen zuhört, was sie so alles erzählen, besonders, wenn das Thema
auf den Tod kommt. Wissen Sie, man kann ja in seinem wirren Kopf und in
seiner Gedankenwelt und in seiner Philosophie sich die puristischen Dinge
ausdenken. Der Mensch, der glaubt ja die absonderlichsten Dinge. Also, dass
der Barbarossa noch im Kyffhäuser schlafe, vielleicht, oder, dass der
Mohammed auf einem Gaul gen Himmel geritten sei. Können ja Menschen
glauben, und sich im Kopf zusammenreimen. Heute gibt's ja viele die Fans
der Reinkarnation sind, die träumen davon, dass sie als Superwesen wieder
zurückkommen. Andere, die sind versponnener, die glauben, dass sie zu einem
fernen Planeten irgendwo im Weltall als UFO brausen. Es gibt ja die
verrücktesten Vorstellungen, die mythischen Ideen, was alles im Tod
passiert und heute, am Ende dieses Jahrtausends, ist ja das so eine
richtige Boom-Welle von lauter verrückten abenteuerlichen Vorstellungen.
Aber dass Jesus den Tod besiegt hat, das bleibt für unser Denken ganz
schwierig. Unerträglich schwierig. Das geht unserem ganzen Denken so
entgegen. Ein Toter besiegt den Tod, ein Toter steht auf. Und der Tod ist
machtlos und ohnmächtig. Sagen Sie, wie wollen Sie das verständlich machen?
Und Sie wissen doch auch, wie Leute, ja selbst einflussreiche Leute, vor
dem Geheimnis und Wunder der Auferstehung nichts mehr sagen. Deshalb möchte
ich oben anstellen meiner Ausführungen:
Von der Auferstehung kann uns nur der lebendige auferstandene Oster-Heiland
überzeugen.
Niemand sonst. Niemand sonst! Er muss zu uns reden, er muss zu uns reden,
er muss uns die Blindheit wegnehmen, er muss uns den Glauben wecken.
Deshalb habe ich den ersten Teil mal so zusammengefasst: Es geht um Jesus,
der lebt. Es geht um Jesus, der lebt.
Es gibt ja viele Religionen auf der Welt mit z.T. absonderlichen Ansichten.
Aber, das Christentum ist gar keine Religion. Auch wenn's im Zeugnisheft so
eingeordnet ist. Dass Christentum ist gar keine Religion. Was ist
Christentum? Es ist Umgang mit Christus. Mit dem auferstandenen Christus.
Wenn Sie kein persönliches Lebensverhältnis mit Christus haben, sind Sie
auch kein Christ. Kennen Sie Christus? Redet Christus zu Ihnen? Kennen Sie
ihn als den Lebendigen, auch wenn sie Ihn nicht sehen? Wir überlegen uns ja
manchmal, wie können wir heute den Ungläubigen, den Zweiflern, den
Nichtchristen um uns her das Evangelium verständlich machen. Ja, ich hab
den Eindruck und fürchte, dass manche unter uns meinen, es gäbe irgendwo
doch einen Trick, eine Methode, wie man andern das vielleicht doch
demonstrieren kann, damit die andern das schlucken oder fressen, wie man so
sagt, damit sie überzeugt werden. Es gibt so etwas nicht. Das ist auch
nicht Sinn der Evangelisation. Was ist Evangelisation? Dass ich Menschen,
gerade ungläubigen Menschen sage: Dies kannst du nicht, auch nicht mit
deinem Denken bewältigen. Da muss Christus selber den Riegel und die
Sperrtüre aufmachen, das kann nur der Geist Gottes in dir tun. Bloß mit
deinem Verstand, mit deiner Vernunft kannst du es nicht fassen. Also, wir
müssen es als Geheimnis ganz schlicht stehen lassen. Weil das unserem
Denken absolut fremd ist, und unbegreiflich. Weil wir uns so an den Tod, an
das Sterben gewöhnt haben. Nur Christus selber kann Menschen überführen.
Damit schieben wir die Verantwortung nicht von uns weg. Ich kann aus meiner
seelsorgerlichen Erfahrung sagen, gerade mit den ungläubigen Menschen,
jeder, selbst die hartnäckigsten Gottesleugner, haben in ihrem Leben das
Reden des auferstandenen Jesus schon vernommen. Und wenn Sie irgendwo
Gelegenheit haben und Sie kommen in großem Vertrauen auf den zu, dann
erzählen die, was da los war. In Krisenstunden des Lebens. Darum kann sich
keiner entschuldigen, aber Christus selber muss diesen Beweis bei Menschen
im Gewissen tun, bei Menschen im Gewissen. In der Bibel ist das toll
beschrieben, man könnte fast sagen bei einem Modell. Da war einer, der hat
sich so erregt, wenn die Christen von der Auferstehung sprachen, vom
auferstandenen Jesus. Da ging der auf die Palme, der hat die Christen
physisch vernichten müssen. Der hat sie verfolgt, gejagt, und zum Tod
verurteilen lassen. Das war der Saulus von Tarsus. Und das ging bei ihm so
fanatisch hoch, und zwar, weil er Gott dienen wollte. Er wollte Gott mit
allem, was er hatte, dienen. Und dann ist etwas eingetreten, man kann so
schlecht davon reden, weil es zum persönlichen Geheimnis eines Menschen
gehört. Plötzlich sprach der Herr zu ihm. Gesehen hat er nicht mehr, er war
blind, er fiel auf den Boden. Die Begleitumstände mögen anders sein. Herr,
wer bist du? Ach, das ist nur eine Idee? Nein! Er ist als Person da, auch
wenn ich ihn nicht sehe, er lebt als der Herr Himmels und der Erde, dem
alles gehört vom Anfang der Welt, bis zum letzten Tag dieser Welt. Und das
hat das Leben dieses Mannes verändert, man sagt mit Recht, da wurde aus
einem Saulus ein Paulus. Kein Wunder, wenn der Teufel das Christentum
bekämpfen will. Wissen Sie, was der bloß machen muss? Er muss bloß die
Auferstehung, diesen Punkt, muss er attackieren. Da muss er dagegen
schlagen. Wenn man das aus dem Glauben eines Menschen herausbrechen kann,
die persönliche Beziehung mit dem auferstandenen Christus, hat er gesiegt!
Jetzt wissen Sie, warum unsere Christenheit heute gelähmt ist. Doch nicht,
weil die Kirchensteuer spärlicher wird. Oder weil sonst irgendwelche
Probleme sind, oder moderne Menschen so komisches Gedankengut haben. Wenn
Christen die Verbindung mit dem auferstandenen Jesus verloren haben, ist
alles weg. Dann ist jedes Predigtwort Unfug. Es gibt ja keinen Christus.
Was soll man dann noch reden? Dann ist jede Zeit, die wir hier noch
zubringen, nutzlos, dann können wir lieber einen Krankenbesuch machen in
der Zeit, statt im Gottesdienst zu sitzen und fromme Lieder singen. Dann
ist jeder Trost, den wir spenden im Namen Jesu ein Verbrechen, und erst
wenn wir an Gräber treten, und den Menschen angesichts des Sterbens etwas
vom Leben reden, wenn Jesus nicht auferstanden ist, und der Paulus fügt
noch hinzu: Es wäre sogar ein Verbrechen gegen Gott, wenn Gott ihn gar
nicht auferweckt hat, solche Theorien aufzustellen, sondern, das Ganze, was
Christen tun, ob die Opfer sammeln, oder Spenden, oder irgend oder was,
wenn Christus nicht auferstanden ist, ist alles Blablabla und leer. An dem
hängt alles. Das ist der Zentralpunkt. Ohne einen auferstandenen und
lebendigen Christus ist alles tot, ist alles vergeblich. Ich weiß ja auch,
dass es ganz tolle Theologen gibt, denen kann ich nicht das Wasser reichen:
Bultmann, Lüdemann, Drevermann, Jedermann, und wie die alle heißen. Die
können sogar aus einem abgewrackten Christentum, wo kein Christus mehr drin
ist, noch ganz tiefsinnige Gedanken herauslesen. Ganz tiefe psychologische
Wahrheiten und ganz große humanitäre Ideale. Ich kann's nicht. Ich halt's
mit Paulus: Dann wären wir die elendesten von allen Menschen. Ohne Christus
ist alles leer und alles umsonst. Ich war so dankbar, dass wir gerade eben
diesen Bericht gehört haben. Mich treibt was ganz anderes. Wenn ich so
denke, wenn man die Gegenwart des Auferstandenen so erlebt, das ist etwas
völlig Irrationales. Wenn ein junger Mensch mit achtzehn Jahren so sterben,
dass man eine Anzeige macht, macht ein Freudenfest und keinen lasst
Trauerkleidung tragen. Weil Menschen den auferstandenen Jesus kennen. Oder
ich darf's mal erzählen mit einem Beispiel: Unsres Jahrhundert. Ein junger
Mann, ein feiner Ästhet. Künstler ohnegleichen, begabt in allen
Fachrichtungen, hat ganze Räume auf dem Luxusliner Bremen als Architekt
ausgebaut, war nebenher Sprachschöpfer, Musiker, war Lyriker, ganz groß, er
hat Homers Odyssee übersetzt, bis heute genial, er hat Shakespeare
übersetzt, bis heute ist das noch grandios, was er geschaffen hat. Moliere
und andere, Horaz, und dann, am Ende des Ersten Weltkriegs trat er neben
den Sarg seines Freundes. Er war ein Mensch, der gar nichts mit Gott am Hut
hatte, und dann sagt er, nahm die Bibel zur Hand, und habe uns die
Auferstehungsgeschichten der Reihe nach vorgelesen. Da haben wir einen
Trost verspürt, so gewaltig und fest, wie kein anderer je hätte sein
können. Und er ist mit mir gegangen bis heute, und wird mit mir gehen bis
ins Grab und übers Grab hinaus. Das war Rudolf Alexander Schröder. Wir
können doch die Welt gar nicht mehr anders sehen als mit dem auferstandenen
Jesus. Nicht nur den Frühling, die Gräber und was es gegeben hat, die
Menschen, die Ereignisse. Und dass wir Zuversicht und Vertrauen und Mut
haben, ist, weil wir den auferstandenen Jesus kennen, und weil wir ihn
glauben und weil wir ihn lieben und weil wir ihm gehören. Gehören Sie ihm?
Machen Sie es fest!
Jetzt kommt ein zweiter Punkt: Das muss alle Welt hören. Das muss alle Welt
hören.
In diesem Erzählen vom Ostermorgen ist das ja bis heute so peinlich
geblieben. Dass die Christen eine ganz große Scheu haben. Zuerst haben sie
Probleme, zu verstehen. Das habe ich also gerade versucht, auszulegen, es
geht um Jesus, der den Tod bezwungen hat, der lebt, der auferstanden ist,
aber sie haben nicht nur ein Problem mit dem Verstehen, Sie haben auch ein
Problem mit dem Weitersagen. Ich weiß nicht, warum man immer Mission und
Evangelisation unter Christen wie etwas anrüchiges, wie etwas Komisches
bezeichnet. Es ist die erste Aufgabe, die einer bekommt, wenn er zum
Glauben an Jesus kommt. Und so war es hier: Geht hin, sagt das allen
Leuten. Die Frauen waren ja ungeheuer mutig. Sie sind ja nachher noch zu
den Jüngern gegangen. Und so viel kann man sagen, diese Frauen sind als
Osterzeugen uns Männern haushoch überlegen. Ein Hoch auf die Frauen. Und
trotzdem waren sie am Anfang auch noch so verschlossen. Sie haben die
Lippen nicht aufbekommen. Genau wie es Ihnen geht, wenn Sie plötzlich unter
Kollegen herausgefordert sind. Neulich hat es einer aus unserer Gemeinde so
erschütternd gesagt, als ein Todesfall war mit einem Kind. Da waren
Christen, aber die haben kein Wort von Jesus gesagt. Sie kennen das. Das
klingt doch jetzt so komisch, wie kann man es denn sagen, die sind doch
vielleicht gar keine Christen. Wenn man es gar nicht rausbringt aus seinen
Lippen. Das ist blamabel, peinlich. Deshalb: Die Christen haben noch nie an
Ostern viel Ehre eingelegt, sondern sie haben immer versagt, bis heute
versagen wir. Unsere Osterfester, was Sie alles hören heute im Radio und im
Fernsehen, was Sie in Blättern lesen als Osterbotschaft. Dass so mickrig,
so kümmerlich, so schwach, so elend, so ärmlich, ich sag, wenn nur
geschwiegen worden wäre. Man kann sich nichts Peinlicheres vorstellen, als
eine Christengemeinde ohne auferstandenen lebendigen Christus. Das ist
schlimm. Wissen Sie, schöne Taläre und herrliche Kirchenmusik, große Dome
und vielleicht noch schöne Kerzen und alles an Formen, aber keinen
lebendigen Christus, darum geht's doch. Um diesen einen. Und dann noch
erschütternd, das sieht man an diesen Frauen, wie einfach der Schrecken des
Todes sie gepackt hat. Der Tod hat sie überwältigt. Vom Leben hatte Jesus
so viel geredet. Ich lebe, ihr sollt auch leben. Ich bin gekommen, dass
Menschen das Leben in überfließender Fülle haben sollen, ich bin die
Auferstehung und das Leben. Wie viele Worte – alles vergessen.
Erschütternd, wie schnell bei uns alles wieder weg ist, und dann hat der
Tod mit seinem Grauen uns erreicht. Aber, all das, was sie machen, ist sehr
lieb, und auch gefühlig, dass mit diesem Balsamieren und den Blumen, das
ist alles so lieb gemeint, aber, Sie kennen das auch von unseren
Trauerfeiern, wenn in unseren Trauerfeiern das genauso auch ist, diese
Hilflosigkeit, diese Ohnmacht vor dem Tod, wo man einfach nichts mehr sagen
kann, und, ach, es gibt natürlich auch viele, die das versuchen zu deuten,
Ostern, Frühlingsfest, das Erwachen der Natur, nein, das hat nichts, und
das wussten die Frauen damals auch, mit den Blütenknospen usw., aber das
hat mir der Realität meines Sterbens nichts zu tun. Und es geht nicht um
irgendwelche Bilder, die ich deute, es geht um die Realität, dass ich
leiblich sterbe, und dass mein Leib verwest, und was aus mir wird, ich bin
ein Mensch von Fleisch und Blut. Da kommen die ganzen Fragen her, und die
Unruhe, und auch, man spürt, wie man angesichts des Todes kopflos wird, die
Frauen hätten sich ha vorher überlegen sollen, bevor sie zum Grab laufen,
wie sie den Stein wegkriegen, dort in aller Frühe, am Grab, wie soll das
auch gehen, man sieht: völlig kopflos stürzen sie da zum Friedhof, und es
ist auch ein Zeichen, wie glaubwürdig, echt, spontan, dieser Bericht von
Ostern ist. Übrigens, das Osterzeugnis ist das beste historisch bezeugte
Ereignis der ganzen Antike. Es gibt nirgend so viel Beweise aus allen
verschiedenen Richtungen. Es gibt überhaupt nichts, was als Faktum gegen
das Zeugnis der Auferstehung sprechen könnte. Dass irgendjemand sagt: Guck
mal, ich habe einen Leichnam gefunden, und das steht Christus drauf. Nein,
das gibt es nicht. Das einzige, was gegen die Auferstehung Jesu spricht,
wissen sie, was das ist? Mein Herz! Ich kann es nicht glauben und ich will
es nicht glauben. Ich will mich vor ihm nicht beugen. Das ist der einzige
Grund, der gegen die Auferstehung spricht. Und wie diese Frauen da
plötzlich so hilflos sind, von der Auferstehung etwas zu sagen, vom
Auferstandenen, und das überhaupt zu begreifen, was da geschehen ist,
stehen hilflos am Grab da, eine klägliche Schar, eine verzweifelte, eine
verschüchterte, eine hilflose Schar, mit Christen kann man nicht Staat
machen und es weitersagen. Wir wollen nie von der Kirche reden, wenn wir
Jesus reden. Denn von Jesus kann man was Großes sagen. Von der Christenheit
nie. Von der kleinen, kläglichen Christenschar. Oft erbärmlich, müde und
verzagt. Und darum tut Jesus, der Herr, das Entscheidende. Und ein Engel
steht plötzlich da. Gott hat viel tausend Weisen, sein Evangelium zu
verbreiten. Das soll uns jetzt nicht untätig machen, aber Sie dürfen
wissen, wenn Sie den auferstandenen Christus bezeugen, da hat Gott Mittel
und Wege, auch bei hartgesottenen und verbarrikadierten Menschen die Herzen
zu öffnen, weil er den Schlüssel hat. Seien Sie ein mutiger Zeuge und sagen
Sie, was gesagt werden muss. Einfach das Wort. So schlicht, wie Sie es
entdeckt haben, wie es Ihnen im Gewissen gebrannt hat, sagen Sie es: Ich
weiß, Jesus lebt. Ob Sie Trauernden gegenüberstehen, oder Gottlosen,
Spöttern, oder wer es auch sein mag. Sagen sie das einfach unerschüttert
und ohne Angst. Es ist ja wunderbar, dass wir so viel Zeugnis haben, nicht
bloß in den Evangelien, auch beim Paulus, in 1.Korinther 15, wie er sie
alle der Reihe nach aufzählt, Menschen, die es uns verlässlich bezeugen und
unser Glaube ruht nicht bloß auf der Erfahrung, nicht bloß auf unseren
Empfindungen, sondern auf dem Wort und Zeugnis der Apostel. Fundament
unseres Christenglaubens die Auferstehung. Und ich sage, Sie wissen selbst,
wenn bei mir vielleicht in der letzten Krankheit, und im Sterben alle meine
Kräfte von mir weichen, und ich von schweren Depressionen befallen bin,
darf ich wissen, dann dürfen Sie es mir ins Ohr rufen: Er lebt. Er hat den
Tod zerbrochen. Und wer an ihn glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
Dieses Peinliche, dass diese Frauen, und überhaupt die Christen so gelähmt
sind, es nicht richtig weitersagen, das soll uns einen Schrecken einjagen.
Wir haben allein in den letzten Monaten so gewaltiges wieder gehört und
wieder erlebt. Mich hat das so beeindruckt, wie da oben in Nordvietnam in
den Bergen bei diesen Mong über hunderttausend Menschen bloß durch
Radiosendungen zu einem fröhlichen, gewissen Glauben an Jesus Christus
gekommen sind. Was könnte Gott tun in unserem Land. Wir wollen beten, Herr,
du kannst bloß unser Land erwecken. Und wir brauchen diese Erweckung und
wir brauchen sie in unseren Kirchengemeinden wieder. Und wir brauchen in
unserem Leben ein neues Erkennen der Macht des Auferstandenen. Und wir
brauchen das wieder: Dass unser Zeugnis ganz schlicht auf Jesus, den
Christus Gottes geht, und auf die Hauptsache: Er ist auferstanden und als
der Auferstandene hat er die Wundmale, dass das, was er am Kreuz für uns
gewirkt hat, jetzt in Kraft gesetzt ist und gilt. Vergebung ist errungen.
Die Anklagen der Hölle müssen schweigen. Jesus ist bei mir als ein starker
Held und ich darf fröhlich meinen Weg ziehen.
Noch ein letztes: Der Engel gibt ja den Frauen den entscheidenden Tipp: er
wird vor euch hergehen. Ihr könnt ganz große Erfahrungen machen. Er wird
vor euch hergehen.
Also: geht schon mal nach Galiläa. Galiläa war ja eigentlich ein
heidnischer Platz, war ja nicht der Tempel von Jerusalem. Geht nach
Galiläa. Sie wissen ja, dass die Jünger dann wieder zurückgegangen sind in
ihre Berufsarbeit. Das ist, wie wenn du am Dienstagmorgen wieder an deinem
Schreibtisch sitzt. Oder wenn du in der nächsten Woche einen ganz
schwierigen Arztbesuch hast. Wie hier ist Angst. Dort wirst du dem
auferstandenen Jesus begegnen. Dort wird er bei dir sein. Sie kennen's bei
den Jüngern, wie die die ganze Nacht gefischt haben und nichts gefangen.
Und dann stand Jesus am Ufer. Das werden Sie erleben. Wenn Menschen Sie zu
Unrecht beschuldigen. Wenn Ihre Kinder Sie kritisieren und Sie wissen nicht
mehr aus und ein. Oder Ihr Mann Sie verlässt. Und dann wird der
Auferstandene da sein. Er ist alle Tage da bis an der Welt Ende. Und das
ist wunderbar, wenn Ihre Kraft zerbricht, wenn Sie schwach werden, dann
wird seine Kraft in Ihrer Schwachheit mächtig wirksam werden. Weil er, der
Auferstandene da ist. Und Sie müssen wissen, Menschen können Ihnen viel
Böses tun, ganz viel Böses, es mag sein, dass in unserem Leben noch ganz
schwere Abschnitte vor uns stehen, aber eins kann Ihnen niemand: Niemand
kann Ihnen den auferstandenen Christus rauben. Niemand! Hab ich doch
Christus noch, wer will mir den nehmen, wer will mir den nehmen. Er wird
vor euch hergehen. Er wird vor euch hergehen. Jetzt geht ihr fröhlich euren
Weg. Ja, das ist doch schon für uns junge Menschen zu überlegen, dass wir
der Todesstunde entgegengehen. Und dann darf ich auf ihn blicken und mein
Leben in seine starken Hände legen. Und ich will immer mehr ihn erkennen.
Und die Kraft seiner Auferstehung, sagt Paulus. Ich will immer mehr davon
entdecken, dass er mich erfüllt, dass er mein Leben treibt, meine Gedanken
beherrscht. Muss ich einfach fragen: Wollen Sie, dass Christus Ihr Herr
ist. Wollen Sie oder wollen Sie nicht. Das muss man wollen. Herr, jetzt
nimm mein Leben. Du sollst mein Leben regieren und bestimmen. Dass Jesus
auferstanden ist, ist eine Tatsache. Kann man die Augen zuhalten und die
Ohren zuhalten, und sagen, ich will's nicht hören. Aber noch schlimmer ist,
wenn man's weiß und man lässt die Kraft Jesu nicht ins Leben hinein. Was
kann Jesus aus Ihrem Leben noch machen! Wenn Sie ihm heute ganz Raum geben.
Amen.

