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Einleitung in den Epheserbrief

Epheser06.01.2013
SerieTeil 1 / 19Ilvesheim 2013-2014 - Der Epheserbrief
Was heißt es, mit einem unsichtbaren Gott zu leben und trotzdem im Alltag klar zu handeln? Der Epheserbrief zeigt: Du bist schon neu — jetzt soll dein Leben dazu passen.

Einführung in die gemeinsame Arbeit am Text

Ich freue mich, dass wir diese Woche gemeinsam studieren können. Ich denke, Sie erwarten nicht einfach Predigten. Wir haben ja Tische, und es ist zum Mitschreiben da, und es ist zum Arbeiten da. Wir wollen wirklich in das Wort Gottes hineintauchen.
Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein und diese Zeit mit Ihnen zu verbringen. Wir haben einen sehr schönen Brief vor uns, eines der Goldstücke aus dem Neuen Testament. Ich habe jetzt auch wieder versucht, mit Folien zu arbeiten. Das hat Vorteile und Nachteile. Der Nachteil ist, dass man ein bisschen von der eigenen Bibel abgelenkt wird. Das sollte nicht geschehen. Schauen Sie unbedingt auch in Ihre eigene Bibel hinein.
Manchmal ist es eine Hilfe, wenn man die Gliederung vor sich hat oder einen Bibeltext, wenn die Übersetzung etwas anders ist. Vergleichen Sie aber bitte immer mit Ihrer eigenen Bibel und lassen Sie sich nicht ablenken.
Ein Bruder hat einmal gesagt, wir Menschen sind sehr schwierige Wesen. Wir machen uns oft Schwierigkeiten und machen anderen Leuten Schwierigkeiten. Am schwierigsten machen wir es Gott. Und es hat ihn viel gekostet, um uns wieder zurechtzubringen; es hat ihn das Kreuz gekostet.
Warum sind wir so schwierig? Wir sind vom Sündenfall her gezeichnet. Andererseits sind wir im Bilde Gottes geschaffen. Wir sind also ganz besondere Wesen. Gerade diese Verbindung ist so gefährlich, weil wir im Bilde Gottes geschaffen sind und gleichzeitig stark zur Sünde hin tendieren. Das kostet Gott viel, uns zurechtzubringen.
Auch jetzt als Christen geschieht es uns oft, dass wir Schwierigkeiten machen, auch mit uns selbst Schwierigkeiten haben. Wir haben viel zu lernen.

Die Spannung des christlichen Lebens

Wie lebt man jetzt als Christ mit einem unsichtbaren Gott, den man nicht sieht und den man nicht spürt? Wie tut man das? Wie lebt man mit Christen zusammen? Wie lebt man mit Nichtchristen?
Der Epheserbrief ist ein Stück Wort Gottes, das uns in dieser Spannung wirklich dienlich ist. Wir leben ja in einer großen Spannung, nicht nur mit uns selbst, sondern auch in einer Welt. Oder muss ich sagen: Wir leben in zwei Welten gleichzeitig? Das werden wir im Epheserbrief erfahren.
Wir leben einerseits im Himmel und andererseits auf der Erde. Aber wir sind noch nicht ganz im Himmel und nicht mehr ganz auf der Erde. Zwar mit dem Körper schon, aber wenn wir von Neuem geboren sind, dann haben wir schon ein Erbe im Himmel, und wir sitzen im Himmel, steht in 1. Korinther 2.
Also leben wir in einer Spannung. Gerade der Epheserbrief hilft uns hier in besonderer Weise.

Herkunft, Abfassung und geschichtlicher Rahmen

Am Anfang müssen wir ein paar Einleitungsfragen behandeln. Das heißt zuerst die Frage: Wo wurde dieser Brief geschrieben?
Paulus war im Gefängnis. Das kann man in dem Brief lesen. In Kapitel drei sagt er, dass er ein Gefangener ist, ein Gebundener Jesu Christi. In Kapitel vier am Anfang heißt es ebenfalls, dass er ein Gebundener im Herrn ist. Er schreibt also aus einem Gefängnis.
Paulus hat fünf Briefe aus einem Gefängnis geschrieben. Der Epheserbrief, der Kolosserbrief und der Philemonbrief hängen ganz eng zusammen. Ich habe mir hier heute ein bisschen etwas notiert. Im Epheserbrief, Kolosserbrief und Philemonbrief sind drei Briefe, die viel gemeinsam haben. Auch der Briefträger ist derselbe. Der Briefträger hieß Tychikus.
Paulus war also im Gefängnis und gibt einem gewissen Tychikus drei Briefe mit. Dann gibt es noch zwei weitere Briefe, den Philipperbrief und später dann noch den 2. Timotheusbrief. Aber diese ersten drei, der Epheser-, Kolosser- und Philemonbrief, wurden zur gleichen Zeit verfasst. Besonders der Epheser- und der Kolosserbrief sind sehr parallel.
Da gibt es einige Verse, zum Beispiel gerade wenn er in beiden Briefen über diesen Tychikus schreibt, der den Brief überbracht hat: der geliebte Bruder, der wird euch von allem in Kenntnis setzen, was mich betrifft, sagt er in Epheser 6,21-22. Den habe ich deshalb zu euch geschickt, damit ihr erfahrt, wie es um mich steht, und er eure Herzen aufrichte.
Und dann in Kolosser 4,7 ebenfalls: Was mich angeht, wird Tychikus euch berichten, der geliebte Bruder und treue Diener und Mitknecht im Herrn, den ich eben deshalb zu euch geschickt habe, damit er eure Umstände erfahre und eure Herzen aufrichte.
Und dann erwähnt er einen gewissen Onesimus, den hat er auch mitgeschickt. Und da gab es noch einen Brief an Philemon, und da handelt es sich um diesen Onesimus. Und dann lässt er grüßen von einem gewissen Aristarchus, der gerade mit ihm ist, im Gefängnis oder bei ihm ist, in seiner Haft.

Hinweise aus den Parallelbriefen

Also, man merkt: Diese Briefe gehören zusammen. Sie wurden zur gleichen Zeit geschrieben und zur gleichen Zeit überbracht. Und wo hat er denn geschrieben? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder in Caesarea oder in Rom. Es spricht aber sehr viel für Rom.
Der Philipperbrief, der ja auch im Zusammenhang mit diesen drei Briefen geschrieben wurde, zeigt uns das ebenfalls. Im Philipperbrief erfahren wir, dass Paulus davon spricht, dass er wieder frei werden wird aus der Gefangenschaft. Wenn ich das kurz vorlesen darf, im Philipperbrief, Kapitel 1, Vers 25. Sie müssen das nicht, ich sage das jetzt nur, damit Sie einen Eindruck bekommen, wo Paulus sich befindet und in welcher Situation er ist. Da schreibt er in Philipper 1,25:
Da ich von diesem überzeugt bin, weiß ich, dass ich bleiben werde, also auf der Erde bleiben werde, nicht sterben werde, und zugleich bei euch allen bleiben werde, zu eurem Fortschritt und zu eurer Freude des Glaubens, damit euer Rühmen an mir in Christus reich sei, wenn ich wiederkomme zu euch, durch mein Wiederkommen zu euch, sagt er.
Das heißt, er weiß, dass er wieder nach Philippi kommen wird. Er weiß, dass er wieder frei werden wird. Er war im Gefängnis, und der Philipperbrief ist knapp vor dem Zeitpunkt geschrieben, wo er wieder frei wurde. In Caesarea war er im Gefängnis, und in Rom war er im Gefängnis. Aber in Caesarea hatte er keine Chance, frei zu werden, keine Hoffnung, und jedenfalls wurde er, selbst wenn er eine Hoffnung gehabt hätte, nicht frei. Hier sagt er aber, dass er frei werden wird, und er spricht unter Eingebung des Heiligen Geistes. Dann müssen wir also damit rechnen, dass er wirklich frei geworden ist. Übrigens auch im Philemonbrief.
Am Ende des Philemonbriefes sagt er dem Philemon: Bereite mir eine Unterkunft, denn ich hoffe, ich werde durch eure Gebete euch geschenkt werden. Und diese Hoffnung war eine feste Gewissheit. Sie wurde dann auch erfüllt. Er kam dann auch wieder zu Philemon nach Kolosse.

Rom als wahrscheinlicher Schreibort

Das heißt, es zeigt uns, dass diese Briefe aus Rom geschrieben wurden. Denn dort blieb er eine gewisse Zeit in Gefangenschaft. Wir lesen am Ende der Apostelgeschichte davon. Dort heißt es, er war in seiner eigenen Mietwohnung, aber an einen Soldaten gekettet, in einer Kette, heißt es. Nicht in Ketten, denn das wäre schwere Haft gewesen, sondern in einer Kette. Das ist leichte Haft, gekettet an einen Soldaten. Diese wurden immer wieder ausgewechselt.
Dann wurde er frei. Wir lesen davon nicht direkt in der Apostelgeschichte. Dort lesen wir nur von dieser zweijährigen Gefangenschaft in Rom. Aber wir erfahren dann, dass er wieder unterwegs war.
Im ersten Timotheusbrief lesen wir, dass er wieder im asiatischen Raum unterwegs war, also in Kleinasien, der heutigen Türkei. Dort schreibt er an Timotheus: Tu deinen Dienst, bis ich komme. Timotheus war damals in Ephesus. Er kam also wieder nach Ephesus, in diese Gegend.
Dieser Brief wurde etwa um das Jahr 61, 62, vielleicht sogar schon 60 geschrieben. In dieser Zeit war er in der Gefangenschaft in Rom, also ungefähr von 60 bis 62.

Die Empfängerfrage und die Überlieferung

Und an wen hat er jetzt geschrieben? Wir lesen Epheser 1,1: Paulus, Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen, an die Heiligen, die in Ephesus sind, und Treuen in Christus Jesus. Gnade sei euch zuteil und Friede von Gott, unserem Vater, und von dem Herrn Jesus Christus.
In Vers 1 lesen wir: an die Heiligen, die in Ephesus sind. Jetzt gibt es da eine ganz interessante Sache. Sie wissen ja, dass die Bibel mit etwa sechstausend Handschriften überliefert ist. Das heißt, wir haben ungefähr sechstausend griechische Handschriften, und nicht alle sind vollständig, natürlich nicht. Manche sind nur kleine Fetzen, die irgendwo übrig geblieben sind. Aber dann gibt es auch ganze Handschriften, die alles enthalten, das ganze Neue Testament auf Griechisch.
Fünf Handschriften enthalten das Wort in Ephesus nicht, zwei davon sind sogar ältere Handschriften. Das hat einige Forscher stutzig gemacht. Wieso fehlt denn bei manchen Handschriften in Ephesus? Diese zwei Wörter, in Ephesus, fehlen einfach. Und auch bei fünf Kirchenvätern aus dem zweiten, dritten und vierten Jahrhundert ist das so: Sie zitieren Epheser 1,1 in ihren Schriften ebenfalls ohne die Worte in Ephesus.
Andere wiederum, Hunderte von Handschriften, haben die Worte in Ephesus. Und Hunderte von Kirchenvätern, die den Epheserbrief zitieren, haben ebenfalls die Worte in Ephesus. Aber ein paar haben sie nicht. Das hat einige Forscher stutzig gemacht, und sie haben sich dann überlegt, wieso das so ist. Da kam man auf die Idee, vielleicht war der Brief aus irgendeinem Grund weitergegeben worden. Zuerst ist er nach Ephesus gekommen, aber dann wurde er weitergereicht. Und dann haben irgendwelche Leute das in Ephesus durchgestrichen, weil er ja dann nicht mehr in Ephesus war. Dann war der Brief vielleicht in Kolosse oder in Laodizea oder in Hierapolis oder irgendwo in dieser Gegend.

Der mögliche Charakter als Rundschreiben

Und was noch interessant ist: Wir haben in Kolosser 4,15 – jetzt muss ich schauen, ich habe sogar die Folie, ich muss sie nur suchen. Ah ja, hier ist die Folie.
Zuerst einmal der Text: Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, den Heiligen, die in Ephesus sind. Das habe ich rot gedruckt. Das sind die meisten Handschriften, 99 der Handschriften haben das so. Aber einige ganz wenige Handschriften haben: Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, den Heiligen, die auch Gläubige sind oder die auch Treue sind in Christus Jesus. Und dann fehlt das Wort in Ephesus.
Da gibt es jetzt noch einen ganz interessanten Vers in der Bibel, und der hilft uns wahrscheinlich sogar weiter. In Kolosser 4,12 lesen wir: Es grüsst euch Epaphras, der einer von euch ist, ein Knecht Jesu Christi, der alle Zeit für euch in Gebeten ringt, damit ihr steht, als Reife und vervollständigt in allem Willen Gottes. Denn ich gebe ihm das Zeugnis, dass er viel Eifer für euch hat und für die in Laodikeia und die in Hierapolis.
Es grüssten euch Lukas, der geliebte Arzt, und Demas. Grüsst die Brüder in Laodikeia, auch Nymphas und die Gemeinde in seinem Hause. Und wenn der Brief bei euch gelesen ist, sorgt dafür, dass er auch in der Gemeinde der Laodikeier gelesen werde und dass auch ihr den aus Laodicea lest.
Da gab es einen Brief, der war aus Laodicea. Natürlich ein Brief von Paulus, er schreibt ja von seinen Briefen. Er sagt: Lest den auch noch. Der war jetzt, aber er sagt nicht: Das ist ein Brief an Laodicea. So sagt er nicht. Es ist ein Brief aus Laodicea. Was heisst das? Da gab es offensichtlich einen Brief, der wurde herumgereicht, und er wusste, der wird landen in Laodicea.
Und wenn er dann in Laodicea gelandet ist, dann sollen die Geschwister von Kolossä, die gerade den Kolosserbrief bekommen haben – das hat er gewusst, der Kolosserbrief wird zuerst ankommen – dann sollen aber die von Kolossä wissen: In der Nachbargemeinde kommt ein Brief an, der irgendwie reihumgereicht wird, und er wird schliesslich in Laodikeia landen. Und sie sollen dann den aus Laodizea lesen, denn da steht noch etwas drin, das für sie auch wichtig ist.
Also Paulus weiss: Er schickte mehrere Briefe weg, nicht nur den Kolosserbrief schickt er weg. Den Philemonbrief, das wissen wir, den hat er auch weggeschickt in die Gegend von Kolossä. Und wir wissen, der Briefträger Tychikus hat drei Briefe gehabt: den Philemonbrief, den Epheserbrief und den Kolosserbrief.
Den Leuten in Kolossä sagt er: Es gibt da noch einen Brief. Und das ist kein Privatbrief, kein Philemonbrief, offensichtlich ein Schreiben, das herumgereicht wurde und das in Laodikeia landet. Dann ist irgendwo noch ein Brief herum, den sollten sie aber unbedingt auch noch lesen.

Die geografische Verbreitung und der Briefkreis

Ja, und welcher war der dritte Brief, den Tychikus mitgehabt hat? Tychikus war auf einer Reise und hatte seine Briefe abgegeben. Den ersten Brief hat er in Ephesus abgegeben, den zweiten Brief in Kolosse, und den dritten Brief hat er dem Philemon gegeben, der auch in der Nähe von Kolosse wohnt.
Und der Epheserbrief machte offensichtlich seine Runde. Er landete dann in Laodizea. Wenn man nämlich die Landkarte anschaut, und das darf ich Ihnen hier zeigen: Wenn man die Landkarte anschaut, und hier haben Sie, ich hoffe, Sie können das lesen, einige Punkte, die wie Sterne sind. Also hier ist Ephesus. Und von Ephesus gibt es eine Straße nach Smyrna, von Smyrna geht ein Weg nach Pergam, da geht es dann rüber nach Thyatira, da geht es dann nach Sardes, da kann man dann nach Philadelphia. Da kam man nach Laodizea, und in Laodizea gibt es noch eine Nachbargemeinde, die heißt die Gemeinde in Hierapolis, von der haben wir gerade gelesen in Kolosser 4, und auch bei Nymphas, in seinem Haus gab es noch eine Gemeinde, auch in der Gegend. Und da gab es noch eine Nachbargemeinde, etwa zehn Kilometer südlich in Kolosse.
Und hier der Stern, das ist Laodizea. Ich sage immer Kea, Laodizea, manchmal sagt man Laodizea. Wenn man Lateinisch spricht, sagt man Laodizea, wenn man Griechisch spricht, sagt man Laodikea. Also stören Sie sich bitte nicht daran. Man sagt auch entweder Mazedonien oder Makedonien, je nachdem, wie man es ausspricht, Griechisch oder Lateinisch.
Also, jetzt hier haben wir: Wir kennen diese Städte, die sind uns bekannt. Von woher kennen wir sie? Aus der Offenbarung, den Sendschreiben. Das Buch der Offenbarung war ebenfalls ein Rundschreiben, und da gab es für jede Gemeinde eine Botschaft darin. Und so könnte es sehr gut möglich sein, wir wissen es natürlich nicht hundertprozentig, aber es könnte sehr gut möglich sein, dass der Epheserbrief nicht nur für die Epheser gedacht war, sondern dass er als Rundschreiben gedacht war.
Und das Interessante: Der Epheserbrief ist nämlich ein systematischer Brief. Das ist kein Brief, kein Gelegenheitsschreiben an irgendeine ganz konkrete Gemeinde, der ihnen etwas sagen muss. Im Epheserbrief verzichtet er auf ganz persönliche Mitteilungen. Im Kolosserbrief macht er das. Da sagt er, und sagt dem Archippus, er soll aufpassen und seinen Dienst gut erfüllen und so weiter. Da gibt es einige persönliche Grüße und persönliche Worte. Und dann gibt es auch einige scharfe Worte gegen Irrlehrer in Kolosse. Aber im Epheserbrief nicht. Das ist ein systematischer Lehrbrief, und offensichtlich wollte Paulus, dass dieser systematische Lehrbrief herumgereicht wird in den Gemeinden jener Gegend, so dass wir also jetzt dann einen Brief haben, der aus Laodizea her ist, und den sollen die Kolosser bitteschön auch noch lesen. Das könnte sehr gut sein, dass genau dieser Brief aus Laodizea der Epheserbrief ist.

Vergleich mit dem Römerbrief und dem Kolosserbrief

Also, wir erwarten einen Brief, der sich nicht nur allgemein an eine ganz konkrete Gemeinde richtet, sondern an eine ganze Reihe von Christen. Und wir erwarten einen systematischen Lehrbrief.
Wir haben ja mehrere solche systematischen Lehrbriefe. Zumindest einen gibt es noch, der sehr bekannt ist. Welchen meine ich? Den Römerbrief, genau.
Der Römerbrief hat ein ähnliches Thema wie der Epheserbrief. Es geht in beiden Briefen um das Heil. Das Heil ist ein anderes Wort für Rettung. Rettung ist das, was Gott tut, was Gott mit den Menschen macht und was er ihnen durch Jesus Christus gibt: Er gibt ihnen Rettung. Er rettet sie. Die Schrift nennt das auch das Heil. Der Mensch wird gesund und heil.
Wie bekommt man das Heil in Christus? Wie wird man gerettet, und worin besteht das Heil? Das wird im Römerbrief ganz systematisch abgehandelt. Im Epheserbrief geht es nicht so sehr darum, wie man das Heil bekommt, sondern darum, wie man das Heil lebt. Es geht also um das Heil im Leben der Gerechten, der Geretteten, um das, was die Geretteten in Christus haben und was sie dann als Menschen in Christus tun sollen. Also haben wir hier einen Parallelbrief.
Der zweite Parallelbrief zum Epheserbrief, den ich schon erwähnt habe, ist der Kolosserbrief. Auch dort gibt es ganz, ganz viele Parallelitäten und ein paar Unterschiede. Kann ich schon weitermachen?
Hier habe ich jetzt einmal eine Folie aufgelegt, auf der man Epheserbrief und Kolosserbrief gegenüberstellt. Ich kann natürlich nicht alle Verse lesen, aber man merkt hier: Die Einleitung ist ganz gleich. Würde man diese Verse vergleichen, sieht man, dass sie sehr ähnlich sind, mit ganz wenigen Unterschieden. Dann beginnt der Brief mit einem Dank und mit einer Fürbitte, genau wie der Epheserbrief. So auch der Kolosserbrief.
Er dankt für das Heil, das sie haben. Dann spricht er über den Dienst des Apostels im Epheserbrief, Kapitel 3, und auch über die Leiden des Apostels, ebenfalls in Epheser 3. Im Kolosserbrief kommt das auch vor, dort aber am Ende von Kapitel 1, über den Dienst des Apostels und über die Leiden des Apostels.
Das grosse Thema vom Leib Christi und vom Haupt des Leibes kommt in Epheser 4 vor und in Kolosser 2. Dann spricht er vom Wandel, von einem alten Wandel. Wir haben eine alte Lebensführung gehabt, und wir haben jetzt eine neue Lebensführung in Christus. In Epheser 4 und Epheser 5 spricht er davon, und in Kolosser 3 spricht er ebenfalls davon. Einige Verse sind dabei ganz parallel, fast wortwörtlich parallel. Klar, er hat sie ja zur gleichen Zeit geschrieben. Er hat beide Briefe geschrieben, vor sich auf dem Schreibtisch, beziehungsweise einen Schreibtisch hatte er nicht, aber er hatte jemanden, dem er diktierte, und der das dann mitgeschrieben, aufgeschrieben und abgeschrieben hat, was er diktiert hatte.
Von Christus spricht er so, dass Christus alles in allen ist. Das sagt er in Epheser 1,23, er sagt es in Epheser 4,10, und er sagt es auch in Kolosser 3,11, dass Christus alles in allen ist.
Dann spricht er von Ehe und Familie, also davon, wie sich das Heil in Ehe und in der Ehebeziehung auswirkt und in der Beziehung der Kinder zu den Eltern und der Eltern zu den Kindern. Auch da sind einige Verse fast identisch: in Epheser 5,21-6,9 und in Kolosser 3,18-4,1. Dann spricht er auch über das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis, beziehungsweise das Herr-und-Knecht-Verhältnis, ebenfalls in Epheser 6 und in Kolosser 4.
Anschliessend spricht er vom Gebet und ruft zum Gebet auf, in Epheser 6,18 und in Kolosser 4,2-4. Man merkt bald einmal, wenn man diese Briefe liest, wie parallel sie sind.
Auch der Schluss ist ähnlich. Er spricht vom Tychikus und den Mitteilungen, und die Grösse ist ähnlich, denn einen Vers habe ich ja vorgelesen. In beiden Briefen erinnert er daran, dass er in Fesseln liegt, und sie sollen an seine Fesseln denken, an seine Kette, dass der Herr ihn aus der Gefangenschaft befreit, in Epheser 6,20 und Kolosser 4,18.

Unterschiede zwischen den beiden Briefen

Beide Briefe sind parallel, es gibt aber auch Unterschiede. In Kolosse herrscht eine schlimme Irrlehre, und da muss er ganz scharfe Worte verwenden und einiges korrigieren. Er betont das Haupt, Jesus Christus, das Haupt des Leibes.
Im Epheserbrief ist das nicht so. Dort ist alles Friede und Freude und eitel Wonne, dort ist kein Kampf. Aber er spricht vom Leib Jesu Christi, und die Betonung liegt nicht auf dem Haupt. Die Betonung liegt auf dem Leib, also darauf, wie man als Leib Jesu Christi lebt.
Man sieht hier also: Im Epheserbrief wird der Leib Christi betont, der Leib des Hauptes. Im Kolosserbrief dagegen das Haupt des Leibes. Christus ist der neue Mensch, und der neue Mensch Christus ist ein Haupt und hat Glieder. Die Gemeinde Jesu Christi ist sein Leib, sie sind seine Glieder. Und jeder ist mit dem Haupt verbunden.
Ja, also das über Ephesus, über den Epheserbrief und den Kolosserbrief.

Paulus’ Weg nach Ephesus und die Entstehung der Gemeinde

Vielleicht sollte ich noch kurz zeigen: Ich hatte da einige Landkarten, damit wir uns ein bisschen auskennen. Wie war das mit Ephesus?
Gehen wir mal zurück im Leben des Paulus. Paulus hat ja vier große Missionsreisen hinter sich. Die erste Reise ging nicht nach Ephesus. Wenn wir schauen, ging die erste Reise nur nach Galatien, hier ist Galatien, und zuerst natürlich nach Zypern. Die zweite Reise: Da ist Ephesus, oder hier. Bei der zweiten Reise allerdings kam er da durch diese galatische Gegend. Und dann, als er da in dieser Gegend war, betet Paulus. Er betet immer, wenn er unterwegs ist, und er möchte gerne in den Westen. Er möchte hier von Antiochien aus, wo sind wir? Und wie heißt es dort? Ja, Antiochien. Er möchte hier Richtung Hierapolis, Richtung Ephesus. Er will einfach in den Westen, er geht in diese Richtung. Und dann heißt es: Aber der Geist Christi ließ es nicht zu. Der Geist will nicht, dass er nach Ephesus geht.
Er denkt sich: Ephesus ist eine ganz große Stadt. Ephesus war eine Metropole, war überhaupt die Hauptstadt in dem Ganzen, in der heutigen Türkei. Das war die Hauptstadt der heutigen Türkei und war ein Handelsplatz. Liegt da direkt am Meer? Oder liegt nicht nur am Meer, sondern auch an der Grenze zweier Kontinente. Hier haben wir den europäischen Kontinent, und wenn jemand vom Westen her möglichst schnell in den Osten will, zum Beispiel in Richtung China oder Richtung Himalaya oder irgendwo in diesen Osten, dann gibt es hier eine Handelsstraße. Man hat nämlich mit dem Osten gehandelt, und diese Handelsstraße geht durch Ephesus. Und dann muss man übers Meer, dann kommt man nach Griechenland und dann kommt man nach Rom. Das war ein ganz berühmter Handelsweg, und die Leute kamen nach Ephesus.
Hauptstadt, Metropole, und für einen Strategen wie Paulus war das wichtig. Er denkt: Ich muss nach Ephesus, dort muss das Evangelium hin, später will er nach Rom. Er weiß warum. 300 Leute und alle möglichen Kulturen, wie das so ist bei so Kreuzungspunkten. Nicht nur eine Ost-West-Verbindung war es, es war auch eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, denn hier die Küstenstraße herunter war eine sehr wichtige Verbindung. Jetzt traf man sich also in Ephesus, von Ost-West herkommend und von Nord-Süd her, auf dieser Nord-Süd-Achse.
Er will dorthin, der Geist Christi lässt es nicht zu. Dann geht er in den Norden Richtung Bithynien, und dann heißt es: Als er dorthin wollte, Richtung Bithynien, da ließ es der Geist Christi nicht zu. Und er zieht dann doch nach Westen. Also er kommt nach Bithynien in diese Gegend, er wollte dahin, aber dann sagt der Geist nein. Dann versucht er es, er hat keine andere Wahl: Gut, dann gehe ich wieder nach Westen. Und dann kommt er nach Westen und er denkt sich: Na gut, jetzt gehe ich nach Süden, nach Ephesus runter, oder? Aber der Geist Christi lässt es nicht zu.
Im Gegenteil: Er bekommt in Troas einen Traum. Ein makedonischer Mensch erscheint ihm und sagt: Komm herüber und hilf uns. Jemand von Philippi dort, von Europa. Und dann übersetzt er dort mit dem Schiff und kommt dann nach Philippi. Dort bekehren sich Menschen, und er geht weiter nach Amphipolis und nach Thessalonik und nach Berea. Und es bekehren sich überall Menschen. Und er zieht dann hinunter, wo bin ich jetzt hier? Zieht dann hinunter nach Athen und nach Korinth. Und jetzt endlich, nachdem er eine Zeit lang in Korinth verbracht hat, jetzt endlich kann er das machen, was er will: nach Ephesus kommen.
Da nimmt er zwei Leute mit, die er dort kennengelernt hat in Korinth, ein Ehepaar, ein sehr hingegebenes Ehepaar, das aus Rom fliehen musste. Es waren jüdische Leute, Aquila und Priscilla. Die beiden mussten aus Rom fliehen, waren nach Korinth gekommen. In Korinth treffen sie Paulus, arbeiten zusammen, weil sie denselben Beruf haben. Sie sind Zeltmacher, das heißt, Sattler würden wir vielleicht sagen. Und die nimmt er dann mit, und er zieht mit ihnen, fährt übers Meer und kommt endlich nach Ephesus.
Aber weil er nicht Zeit hat, weil er nämlich zum Pfingstfest nach Jerusalem wollte, in Jerusalem sein wollte, und es war schon Frühling, lässt er Aquila und Priscilla dort. Einige Leute bekehren sich, einige Juden, aber es geschieht noch nicht so viel. Aber er lässt Aquila und Priscilla dort, und er selber reist mit dem Schiff recht schnell und zügig nach Jerusalem. Das heißt zuerst nach Cäsarea und von Cäsarea nach Jerusalem. Da ist er beim Pfingstfest gewesen.
Und sobald das alles fertig war, zieht er dann wieder los auf die dritte Missionsreise. Und die dritte Missionsreise: Also er zieht zuerst nach Antiochien, wo er die Geschwister kennt, von denen er ursprünglich ausgezogen war, und er berichtet denen, hat Gemeinschaft mit denen. Und dann zieht er wiederum durch diese ganzen Gegenden von Galatien, dieser galatischen Gemeinden, zuerst Tarsus, wo er ja auch Bekannte und Verwandte hat, und dann zieht er darauf ins Gebirge, nach Lystra und Ikonium und so weiter, Antiochien. Und dann aber nur stracks nach Ephesus. Das war ihm ein ganz großes Anliegen.

Die lange Lehrzeit in Ephesus

Also auf der dritten Reise war das ganz grosse Ziel Ephesus. Und er zieht dann dorthin, er kommt dort an. Aquila und Priscilla waren in der Zeit nicht faul gewesen; es haben sich Menschen bekehrt. Da gab es auch einen Apollos, einen begabten Lehrer in Ephesus. Er hat dort gelehrt. Früher war er ein Johannesjünger gewesen, ein Jünger von Johannes dem Täufer. Und jedenfalls haben Aquila und Priscilla dem Apollos geholfen, denn er wusste nicht alles, was er hätte wissen sollen.
Und die Gemeinde dort ist gewachsen durch den Dienst des Apollos, durch den Dienst von Aquila und Priscilla. Und jetzt kommt Paulus dorthin. Da gibt es auch dämonenbesessene Leute, und da geht einiges ab hier in Ephesus. Jedenfalls entsteht hier eine wunderschöne Sache: eine Gemeinde des Herrn entsteht. Also eine grosse Schar kommt zum Glauben.
Und was macht Paulus? Er bleibt drei Jahre dort, vom Jahr 52 bis zum Jahr 55, oder genauer gesagt zweieinhalb Jahre. Er bleibt dort und macht eine Bibelschule. Das heisst, er traf sich mit den Gläubigen dort in einer Schule eines gewissen Tyrannus. Und dort war es ja so: Früher hat man die Synagogenräumlichkeiten verwendet für Vorträge und gewisse Schulen, auch Philosophenschulen und alles Mögliche. Die Juden hatten die Räumlichkeiten gut verwendet.
Und wahrscheinlich um die Mittagszeit, wenn dann alle zu Hause waren und schliefen, die Siesta machten in der Hitze, sammelt er dann einige Jünger um sich. Vielleicht war es auch nicht um die Mittagszeit, aber ich sage deshalb um die Mittagszeit, weil wir nämlich eine einzige Handschrift haben, die sagt: von elf Uhr bis sechzehn Uhr, von der fünften oder sechsten bis zur zehnten Stunde. Ja, das hat vielleicht irgendjemand später hinzugefügt. Natürlich hat das jemand später hinzugefügt. Das war nicht ursprünglich.
Eine einzige Handschrift von, ich weiss nicht, 400 oder 500 Handschriften, die diesen Text haben, das ist sehr wenig. Einige Minuskeln haben es auch noch, drei Minuskeln, drei spätere Handschriften. Aber was will ich sagen? Es ist sehr gut möglich, dass aus irgendeinem Grund das hineinkam. Jemand hat das so als Randnotiz wahrscheinlich irgendwo hingeschrieben, und der nächste Abschreiber hat gedacht, es gehört in den Bibeltext, und hat es in den Bibeltext hineingeschrieben. Solche Dinge kamen vor. Aber alle anderen haben das wieder herausgestrichen und wieder korrigiert. Aber diese eine Handschrift ist erhalten geblieben.
Also wahrscheinlich um die Mittagszeit haben sie sich dort getroffen, täglich heisst es, täglich in der Schule des Tyrannus. Und das ging zwei Jahre lang. Jeden Tag Bibelschule mit den Geschwistern. Jeden Tag zwei, drei Stunden haben sie sich dort getroffen, oder vier Stunden, je nach dem, vielleicht sogar fünf Stunden, bis um vier Uhr nachmittags, wenn das stimmt. Und sie haben eifrig gelernt. Paulus hat hier viele Leute unterwiesen.
Und die Menschen, da ging es ein und aus. Die Leute sind dann weitergezogen. Wie das so ist: Man ist in einer Grossstadt, man ist eine Zeit lang da, und dann reist man weiter. Und dann haben diese Leute das, was sie von Paulus gelernt hatten, weitergetragen. Und das heisst, dass alle in Asien vom Wort Gottes erfahren haben.
Das heisst, von Ephesus aus gingen viele, viele Impulse in die ganze Umgegend, auch nach Kolossä, zu diesem bekannten Philemon, diesem reichen Mann dort mit seinen Sklaven und so, nach Laodizea und nach Hierapolis und nach Smyrna und Pergamon. Überall entstanden Gemeinden in jener Zeit, in den frühen Fünfzigerjahren oder Mitte der Fünfzigerjahre des ersten Jahrhunderts.

Rückkehr, Gefangenschaft und Abfassung des Briefes

Paulus ist dann weitergereist. Wir haben hier also: Er zieht dann hinauf, er zieht dann noch einmal durch die ganze Gegend, die er schon evangelisiert hatte. Er hat dann auch einen Abstecher nach Jugoslawien gemacht, nach Illyrien und Dalmatien. Das steht im Römerbrief. Danach ist er wieder zurückgekehrt.
Im Jahr 56 ist er in Korinth und schreibt den Römerbrief. Im Jahr 57, wiederum im Frühjahr, also im Mai, kommt er noch einmal ganz kurz vorbei bei Ephesus, bei Milet, eigentlich Miletus. Wo haben wir das? Ja, irgendetwas bei Ephesus. Er ist dann mit dem Schiff gleich weitergefahren, hat sich dort noch mit den Ältesten getroffen und ist anschließend mit dem Schiff weitergezogen nach Cäsarea und dann nach Jerusalem.
Dort in Jerusalem wurde er gefangen genommen. Er wurde als Gefangener nach Cäsarea gebracht und blieb dort zwei Jahre, von 57 bis 59 nach Christus. Dann berief er sich auf den Kaiser. Daraufhin kam diese abenteuerliche Reise, die eigentlich keine Missionsreise war, sondern einfach eine Reise: die Fahrt nach Rom im Winter 59 bis Frühjahr 60. Sie haben dort überwintert.
Auf irgendeiner Insel, manche meinen, es sei Malta gewesen, aber es gibt Wissenschaftler, die sagen, es war nicht Malta, sondern eine andere kleine Insel, die ähnlich heißt: Melite. Jedenfalls kam er im Frühjahr 60 nach Rom und war dort noch zwei Jahre im Gefängnis. Dort schreibt er den Epheserbrief.

Ziel und Aufbau des Epheserbriefs

Ich habe das bewusst gemacht, damit wir uns ein bisschen in die Situation dieser Leute hineinversetzen. Und auch in die Situation des Paulus. Wir haben hier also den Epheserbrief. Er geht an eine Gemeinde, die mit allerhand Sündern zu tun hat. Wenn man unter den Huren, unter den Okkultisten, unter den Betrügern, unter den Lästerern und unter den Säufern evangelisiert, dann hat man auch dementsprechend Leute. Und es ist nicht einfach gewesen, diese Gemeindearbeit, die da entstand.
An diese Gemeinde schreibt er den Brief. Was ist das Thema des Briefes? Ein systematischer Brief. Die Gemeinde von Ephesus soll ihn zuerst bekommen, aber all die anderen, die auch von Ephesus aus entstanden sind, sollen ihn ebenfalls lesen. Deshalb ist er allgemein gehalten und systematisch als Lehrbrief.
Die Gemeinde der Geretteten, das Heilsvolk, und die großen Vorrechte, die wir in Christus haben, und unsere Verantwortung – beides ist wichtig. Also, das Hauptthema ist: Manche Leute haben gesagt, das Hauptthema sei einfach die Gemeinde. Das stimmt nicht. Das Thema ist nicht die Gemeinde. Das Thema ist, was wir als Heilsgemeinde in Christus haben und wie wir leben sollen.
Das Heil selber, darüber schreibt vor allem der Römerbrief. Aber hier geht es darum, was die Gemeinde in Christus besitzt. Und deshalb ist es so wichtig für uns: also das Heil in Jesus Christus, das heißt unsere Vorrechte, und der Wandel, wie wir dieses Heil leben. Darum geht es.
Zuerst beginnt er mit dem, was wir haben. Da holt er uns heraus aus der Welt und versetzt uns in den Himmel. Er zeigt uns unsere Herrlichkeiten. Und dann holt er uns wieder auf die Welt herunter und sagt: So, und jetzt, nachdem ich euch all das Herrliche gezeigt habe, vergesst nicht, ihr habt eine Verantwortung in dieser Welt. Lebt entsprechend!

Übergang zur weiteren Betrachtung

Ich denke, an dieser Stelle könnten wir kurz eine Verschnaufpause machen und auch ein Lied singen.