Einführung in den Abschnitt und Rückblick auf den bisherigen Verlauf
Guten Abend, ich begrüsse alle herzlich, die da sind, und auch die, die über den Livestream zugeschaltet sind.
Wir stehen im Markus-Evangelium, in dem uns der Herr Jesus als der vollkommene Diener vorgestellt wird. Wir stehen in Kapitel 1 und haben bisher gesehen: Nach einer kurzen Einleitung, Verse 1 bis 13, beziehungsweise 1 bis 14, wird von Markus der öffentliche Dienst des Herrn Jesus beschrieben. Es geht eben um ihn als Diener.
Darum haben wir gesehen, dass Verse 14 und 15 den Predigtdienst des Herrn Jesus in kurzen Worten zusammenfassen. Es wird auf den Punkt gebracht. Dann haben wir gesehen: Ab Vers 16 berief der Herr Jesus die ersten Jünger, die er ausbilden wollte, als Diener, die nach seinem Vorbild dienen sollten.
Zuerst Simon und Andreas. In Vers 16 und 17 sagt der Herr zu ihnen: Folgt mir nach, und ich werde euch zu Menschenfischern machen. Und dann kurz darauf Johannes und sein Bruder Jakobus. Die waren gerade nicht am Fischen wie Petrus und Andreas, die eben zu Menschenfischern berufen werden, sondern was haben sie gerade gemacht? Sie waren am Netzeflicken, und das hat alles seine Bedeutung.
Der Herr beruft sie dann in den Dienst. Simon Petrus wird in Vers 16 und 17 zum Menschenfischer berufen. Wir werden später sehen, in der Apostelgeschichte, dass er an Pfingsten predigt, und dreitausend kommen zum Glauben. Weiter wird in der Apostelgeschichte vorgestellt, wie er, Apostelgeschichte 8, mit Johannes nach Samaria kommen musste, und da hat er den Samaritern den Zugang ins Reich Gottes geöffnet. Später wird er berufen, in das Haus des römischen Hauptmanns Kornelius zu gehen, und da öffnet er offiziell den Nichtjuden den Zugang zum Reich Gottes. Dieser Menschenfischer zusammen mit Andreas.
Und dann Jakobus und Johannes, die wurden auch später wirklich zu Netzeflickern. Wenn wir gerade an die Schriften von Johannes denken, an die drei Johannesbriefe, und zwar ganz besonders an den längsten, den ersten Brief, und den zweiten, dann sehen wir: Sie waren geschrieben worden, um am Ende des ersten Jahrhunderts die Gläubigen wirklich in Sicherheit zu bringen.
Die Irrlehre der Gnostiker, die behaupteten, Jesus Christus sei nicht wirklich im Fleisch gekommen, und die auch seine Gottheit leugneten, war so gefährlich, dass sie schon viel Schaden angerichtet hatte. Schon nach Jahrzehnten war das aus der Kirchengeschichte ganz schlimm. Aber Johannes war Netzeflicker, und das sehen wir ganz besonders in seinen Briefen, im ersten und zweiten Johannesbrief.
Das Wort in der Synagoge und die Macht über den unreinen Geist
Ja, und dann haben wir letztes Mal gesehen, dass der Herr mit den Jüngern in die Synagoge nach Kapernaum geht, Verse 21. Und wir haben gesehen, wie das Wort des Herrn Jesus so machtvoll war, ganz anders als bei den Rabbiner, die sich immer auf andere Autoritäten berufen mussten. Sein Wort hatte ein solches Gewicht und war so eindrücklich.
Wir haben da auch die Stelle in Johannes 7 angeschaut, wo die Tempelpolizisten Zeugnis geben mussten: Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch.
Dann haben wir gesehen, Verse 23 bis 28, dass in der Synagoge ein Besessener war, in der Gewalt eines unreinen Geistes. Das haben wir letztes Mal nicht angeschaut, also ergänze ich ein paar kleine Punkte, die wir letztes Mal eben nicht angeschaut haben.
In Vers 23 sieht man in der Fußnote der Elberfelder: „mit einem unreinen Geist“. In der Fußnote heißt es wörtlich: „in einem unreinen Geist“. Das heißt, er war im Machtbereich eines bösen Geistes. Interessant ist: Genau dort, wo das Wort Gottes regelmäßig verkündet wird, wo man auch zusammenkam zum Beten, da ist der Satan auch anwesend und stört. Er hat wirklich den Gottesdienst gestört.
Er hat aufgeschrien, es heißt wirklich, er schrie: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Aber der Herr wollte keine Unterstützung, kein Zeugnis von diesen unreinen Geistern. Darum befiehlt er: Verstumme und fahre von ihm aus.
Und der böse Geist muss gehorchen. Der Herr sagt das in eigener Autorität, das haben wir letztes Mal gesehen. Er muss gehorchen, aber er versucht noch so viel Schaden anzurichten, wie es geht. Vers 26: Und der unreine Geist zerrte ihn hin und her und rief mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.
So kann man das eben auch immer wieder erleben, dass Menschen, die zum Glauben kommen, zum Teil am Anfang noch in einem richtigen Kampf stehen. Und das sehen wir auch hier. Dieser Geist wollte einfach noch so viel Schaden anrichten, und das muss also gar nicht überraschen, wenn jemand zum Glauben kommt. Es ist nicht überall gleich, aber man sieht das immer wieder.
Dieses Schaden anrichten und dieses Zerren, dieses Hin- und Herzerren, das bedeutet auch Schmerzen. So kann ein Anfang, eine Befreiung aus der Macht der Finsternis, manchmal auch schmerzhaft sein. Aber eben: Er wurde freigemacht.
Besuch im Haus und die Heilung der Schwiegermutter
Und jetzt kommen wir zu Vers 29. Und sogleich gingen sie aus der Synagoge hinaus und kamen in das Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes. Die Schwiegermutter Simons aber lag fieberkrank danieder, und sogleich sagten sie ihm von ihr. Und er trat hinzu und richtete sie auf, indem er sie bei der Hand ergriff, und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen.
Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachten sie alle Leidenden und Besessenen zu ihm, und die ganze Stadt war an der Tür versammelt. Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus und erlaubte den Dämonen nicht zu reden, weil sie ihn kannten.
Und frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er auf und ging hinaus. Und er ging an einen öden Ort und betete dort. Und Simon eilte ihm nach mit denen, die bei ihm waren, und sie fanden ihn und sagten zu ihm: Alle suchen dich. Und er spricht zu ihnen: Lasst uns woanders hingehen, in die nächsten Ortschaften, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen. Und er predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus.
Zunächst bis dahin, denn das, was nachher folgt, hängt ganz eng zusammen mit dem, was in Kapitel zwei beschrieben wird. Und wir müssen immer daran denken: Die Kapiteleinteilung, auch die Verseinteilung, ist ja ein späterer Zusatz. Sie ist hilfreich, um sich zu orientieren, aber man muss immer aufpassen, dass man nicht nur in Kapiteln denkt. Manchmal merkt man sich so kapitelweise den Inhalt ein und sieht dann nicht mehr die Verbindung. Und da muss man aufpassen.
Hier ist es eigentlich so, dass eben ab Vers 40 diese Heilung des Aussätzigen, darauf kommen wir noch, ganz eng zusammenhängt mit dieser Versammlung in Kapernaum, die in Kapitel 2 beschrieben wird. Also, der Herr war da am Sabbat mit den Jüngern im Gottesdienst, in der Synagoge. Und nach dem Synagogengottesdienst, es ist immer noch Sabbat, geht er auf Besuch, und zwar in das Haus von Simon und Andreas.
Aus Johannes 1 erfahren wir übrigens, dass Simon und Andreas ursprünglich nicht von Kapernaum waren, sondern aus Bethsaida. Bethsaida liegt auch am Nordende des Sees Genezareth. Kapernaum liegt ebenfalls am Nordende, und zwar auf der westlichen Seite, und auf der östlichen Seite liegt Bethsaida. Jetzt endlich hat man begonnen, diesen Ort auszugraben. Man wusste schon längst darum, dass es dort Ruinen gibt, aber es war noch nicht ausgegraben worden. Es war alles in einem Sumpf drin. Und jetzt ist man daran, diesen Ort auszugraben.
Bethsaida heißt „Haus des Fischens“, also auf gut Deutsch „Fischenhausen“. Und was bedeutet Kapernaum? Ja, ich höre sogar die hebräische Aussprache. Wer hat das gesagt? Qwar nach Rum, ja. Qwar heißt Dorf, und nach Rum würdest du ungefähr übersetzen mit trösten. Also das Verb trösten ist drin, und darum kann man es übersetzen mit Dorf des Trostes, Dorf des Trösters.
Und dort hat der Herr Jesus ja Wohnsitz genommen, das erfahren wir aus Matthäus 4. Er ist von Nazareth umgezogen nach Kapernaum, und von dort aus hat er eben seinen öffentlichen Dienst begonnen. Und zwar eben aus dem Dorf des Trostes hat der Herr begonnen, diese Botschaft des Trostes zu verkündigen. Und eben Simon und Andreas waren ursprünglich aus Bethsaida und sind eben nach Kapernaum gekommen.
Ich habe letztes Mal schon erklärt: Die Ausgrabung von Kapernaum in den 1960er Jahren hat dazu geführt, dass man in den Ruinen Überreste von einem stattlichen Haus gefunden hat, das das Haus von Petrus ist, und zwar mit frühchristlichen Inschriften, die das klar machten. Das war eine totale Überraschung für die Ausgräber, man hat nicht damit gerechnet.
Jetzt ist auch klar: Wenn es heißt, dass der Herr eben von Nazareth umgezogen ist nach Kapernaum, dann hat er Wohnsitz genommen im Haus von Petrus, in diesem Haus, das jetzt eben gerade Thema ist, wo dann eben auch die Schwiegermutter von Petrus wohnte. Also Petrus war, wie ich schon letztes Mal gesagt habe, nicht ein armer Fischer, sondern der hatte einen Fischereibetrieb und eben darum auch ein Haus in einer Größe, das die durchschnittlichen Leute übertraf. Und darum umso erstaunlicher eben, dass er diesem Ruf gefolgt ist, und zwar sogleich haben wir gelesen in Vers 18, als der Herr ihn berief, Menschenfischer zu werden. Er war also bereit, da diese Karriere jetzt anderen zu überlassen, den Betrieb wohl nicht aufgelöst, aber eben anderen in der Verantwortung anvertraut, so dass er mit dem Herrn Jesus herumreisen konnte.
Unterschied zwischen Befreiung und Heilung, und die Bedeutung der Handauflegung
Und jetzt sehen wir, der Herr wohnte also in diesem Haus. Dann erklärt das eben auch Matthäus 8, wo der Herr Jesus sagt: Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlege. Das heißt nicht, dass er kein Bett hatte und kein Dach über dem Kopf. Aber er hatte keine eigenen Immobilien, also kein eigenes Haus. Er wohnte zwar da, aber es war nicht sein Haus, und das ist einfach etwas ganz anderes.
Aber wir sehen: Der Segen, der in Kapernaum hinterlassen wurde in der Synagoge, geht jetzt weiter auf das Haus von Petrus. Die Schwiegermutter ist fieberkrank, und das ist jetzt etwas ganz anderes als Besessenheit. Der Besessene wurde nicht von dem Herrn berührt, und der Herr hat ihm auch nicht die Hände aufgelegt. Aber was macht er bei der Schwiegermutter? Ja, er berührt sie nämlich schon, er richtet sie auf. Aus ihrer Schwäche. Wenn man Fieber hat, ist man einfach schwach, hat keine Energie und fühlt sich schlecht. Der Herr richtet sie auf, und beim Aufrichten macht er es so, dass er die Hand nimmt.
Aber eben bei Besessenheit ist es ganz anders. Eine wichtige Beobachtung: Wenn man die Evangelien daraufhin untersucht und die Augen offen hat, stellt man fest, dass in keinem einzigen Fall, und es gibt so viele Fälle von Heilung von Besessenen, der Herr je Hände aufgelegt hat. Und das ist eben sehr wichtig. Handauflegung bedeutet ja in der Symbolik der Bibel Identifikation. Bei den Opfern in 3. Mose 1 zum Beispiel wird gesagt, dass der Opfernde dem Opfer die Hand auflegen soll, zum Wohlgefallen für ihn. Das heißt: Das Brandopfer, das ja das Gott wohlgefällige, vollkommene Opfer war, wurde dem Menschen, der es Gott darbrachte, zugerechnet, also durch die Identifikation, Symbol der Handauflegung.
Man versteht das vielleicht noch besser, warum das Identifikation ist, wenn man weiß: Hebräisch Smicha, also Auflegung, bedeutet eigentlich Aufstützung. Das heißt, man drückte das eigene Gewicht auf den Kopf des Opfertiers, und das sollte symbolisieren: Das Gewicht meiner Person übertrage ich. Das war also gegenseitig. Beim Brandopfer hat das Opfer symbolisch seine Wohlannehmlichkeit vor Gott auf den Opfernden übertragen. Und beim Sündopfer hat der Sünder, der seine Schuld bekennen musste, dann seine Schuld symbolisch auf das Tier übertragen. So ein Wechsel, das ist eben Identifikation.
Und eben bei Besessenheit hat der Herr Jesus nie Hände aufgelegt. Und das ist wichtig, denn in der Christenheit wird so viel Unfug angerichtet, dass manche meinen, wenn da irgendjemand von Dämonen besessen ist und irgendwelche Ausbrüche hat und so, dann die Hände auflegen. Nie! Und darum steht auch in 1. Timotheus 5: Lege niemandem vorschnell die Hände auf. Und was heißt das dann? Ja, dann müssen wir es aufschlagen: 1. Timotheus 5,22: Die Hände lege niemand schnell auf und habe nicht teil an fremden Sünden; bewahre dich selbst keusch oder rein.
Handauflegung kommt im Neuen Testament zum Beispiel vor in Apostelgeschichte 13. Paulus und Barnabas sind dort in der Gemeinde, und Gott beruft sie zum Missionsdienst. Er beruft sie zur ersten Missionsreise, und dann heißt es, dass dort die Brüder von Antiochia ihnen die Hände aufgelegt hatten, und dann haben sie sie entlassen. Diese Handauflegung sollte einfach symbolisch zum Ausdruck bringen, dass die Gemeinde sich mit diesem Dienst identifiziert. Wenn sie jetzt gehen und diesen Dienst tun, ist es so, dass die Gemeinde ganz hinter ihnen steht, im Gebet und in allem, was das umfasst. Das wurde so durch die Handauflegung ausgedrückt.
Aber 1. Timotheus 5 sagt nicht, dass Händeauflegung grundsätzlich falsch sei, sondern: niemandem schnell. Denn man muss wissen, wem man die Hände auflegt, weil man sich mit jemandem identifiziert. Und wenn jemand in der Sünde lebt, dann identifiziert man sich mit jemandem, der in der Sünde lebt, und macht sich quasi eins mit einem falschen Leben. Und das geht nicht. Und bei Besessenen ist es eben so, dass Dämonen das quasi als Einladung anschauen. Wenn jemand sich mit ihnen identifiziert, dann ist die Tür offen, auch für die andere Person. Darum kann das ziemlich verheerend sein, wenn jemand sich da irgendwelchen Leuten oder von irgendwelchen Leuten die Hände auflegen lässt. Und wenn das geschehen ist, dann muss man das einfach dem Herrn bekennen, dass es ihm da falsch war, und sich reinigen lassen.
Aber hier wird, wie gesagt, gesagt: Die Hände lege niemandem schnell auf und habe nicht teil an fremden Sünden; bewahre dich selbst rein. Und darum sollen in der Seelsorge im Zusammenhang mit okkulter, esoterischer Belastung nie Hände aufgelegt werden. Das ist einfach etwas, was wir so deutlich aus den Evangelien lernen.
Aber jetzt haben wir da einen ganz anderen Fall. Die Schwiegermutter war schwach, und Schwachheit ist in der Bibel etwas, was nicht automatisch das Gleiche ist wie Sünde. Wenn wir kurz mal im Hebräerbrief aufschlagen, dort haben wir den Ausdruck Schwachheit immer wieder. Und im Hebräerbrief bedeutet Schwachheit nie Sünde. Es gibt Leute, die haben das schon falsch verstanden und gemeint, Gott habe irgendwie Mitleid mit unseren Sünden. Aber das ist nicht gemeint. Wir können kurz aufschlagen: Hebräer 4,14. Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid zu haben vermag mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem versucht worden ist in gleicher Weise wie wir, ausgenommen die Sünde. Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.
Also, das lohnt sich mal mit einer Konkordanz, einer Handykonkordanz, dem Ausdruck Schwachheit nachzugehen im Hebräerbrief. Und hier finden wir diesen zentralen Ausdruck: Der Herr Jesus hat Mitleid mit unseren Schwachheiten. Und Schwachheiten sind eben nicht Sünden, sondern das sind einfach unsere Begrenzungen, unsere Limitierungen.
Und diese Schwiegermutter, die konnte einfach nichts machen, und sie konnte auch den Haushalt nicht machen, weil sie krank war. Aber wir haben gesehen: Der Herr richtet sie auf, der vollkommene Diener richtet sie auf, nimmt sie an der Hand, und das Fieber verlässt sie. Und was lesen wir? Sie diente ihm. Und noch ein ganz schönes Wort: sogleich. Ja, sogleich ist ein ganz wichtiges Wort im Markusevangelium. Auffällig, das kommt immer wieder vor, mehrere Dutzend Mal oder rund 40 Mal in diesen sechzehn Kapiteln. Und das ist eben ein wichtiges Wort, weil es uns zeigt, wie der Herr Jesus unermüdlich gedient hat und eben auch immer wieder sogleich zur nächsten Arbeit gegangen ist.
Ich glaube, ich habe das auch schon gesagt, dass das Markusevangelium auch geprägt ist durch das Wort und, und das kommt über tausend Mal vor in diesen sechzehn Kapiteln. Das ist sehr viel. Also wehe, wenn jemand im Deutschaufsatz so viel und verwendet. Aber im Altgriechischen des Neuen Testaments und gerade auch im Hebräischen ist das ganz anders. Also Alt-Hebräisch ist gerade typisch, dass es heißt: und und und, aus bestimmten grammatikalischen Gründen. Und das macht eben Markus hier auch, und damit drückt er eben aus: Der Herr Jesus war der unermüdliche Diener. Die Beschreibung seines Lebens lautet: und und und und und. Eben so, wie wir nicht schreiben oder nicht schreiben sollten auf Deutsch. Aber glücklicherweise ist das Markusevangelium so: und und und und und, und eben auch sogleich.
Diese Frau wird vom Herrn auch zum Diener gemacht, zur Dienerin. Er hat diese vier Jünger bis jetzt berufen, und jetzt wird die Schwiegermutter geheilt, und sogleich verlässt das Fieber sie, und sie dient. Sie wird auch zur Dienerin und kann diese Arbeit im Haushalt wieder machen. Das zeigt uns übrigens eben, dass auch die Haushaltsarbeit ein Gottesdienst ist, wie jede Arbeit, die wirklich für den Herrn getan wird. Das ist eine Erkenntnis, die die Reformatoren in besonderer Weise gemacht hatten, und darum kam damals in der Reformation der Ausdruck Beruf auf für die tägliche Arbeit. Und das ist eben etwas ganz anderes als der Begriff Job.
Ein Job kann wirklich für viele eine Arbeit sein, die macht man einfach, damit man etwas Geld verdient. Aber man identifiziert sich nicht damit, man hat auch nicht wirklich Freude, und die große Freude ist, wenn der Arbeitstag vorbei ist. Aber die Reformatoren haben gesagt: Nein, die Arbeit ist ein Gottesdienst. So wie das auch in Epheser 6, wo Paulus zu den Dienern spricht, und er sagt, sie sollen eben in dieser Arbeit, die sie tun, selbst gegenüber ungerechten Vorgesetzten dem Herrn Jesus dienen. Und so haben die das gesehen: Die Arbeit ist eine Berufung. Und wohl uns, wenn wir unsere tägliche Arbeit wirklich sehen als eine Berufung Gottes. Und jetzt hier in diesem Fall eben: Das war eine Berufung, diese Arbeit im Haushalt, und sie diente ihnen.
Der Tag des Herrn, die Volksmenge und die Grenzen bloßer Begeisterung
Gibt es bis dahin noch einen Gedanken oder eine Frage? Ja, dann gehen wir doch weiter.
Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, welcher Wochentag ist das jetzt? Sonntag. Ja, weil im Judentum und überhaupt in der Bibel der neue Tag am Abend beginnt. Mit Sonnenuntergang beginnt der neue Tag. Das ist für die europäische Kultur seltsam, komisch, aber in Israel ist das einfach so, und zwar, weil es in der Bibel so ist.
Darum werden übrigens auch die Schöpfungstage so beschrieben. Es wird ja an jedem Tag gesagt, was Gott in der Schöpfung getan hat, und nach der Beschreibung heisst es: Und es ward Abend, und es ward Morgen, erster Tag, oder zweiter Tag usw. Das ist nicht eine Folge des zuvor Beschriebenen, sondern das ist quasi die Zusammenfassung. Es war Abend, da beginnt die Nacht, und es war Morgen, da beginnt der helle Teil des Kalendertages.
In 3. Mose 23 kann man für sich die Stelle heraussuchen. Dort haben wir die sieben Feste des Herrn, und da wird von einem bestimmten Tag gesprochen. Und zwar heisst es: Von Abend bis Abend. Das ist der Tag, von Abend bis Abend. Es ist wichtig, dass man das vor Augen hat, damit man die Bibel richtig versteht.
Und jetzt muss man sich im Klaren sein: Ah, jetzt ist der Sabbat vorbei, das ist der erste Tag der Woche. Den haben wir da schon in Markus 1, und er wird dann eine sehr wichtige Rolle spielen in Markus 16. Am Schluss, wenn Sie kurz aufschlagen, Markus 16, Vers 1: Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalene und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome Gewürzsalben, um zu kommen und ihn zu salben.
Also, der Sabbat ist vergangen, jetzt beginnt der Sonntag, aber es ist am Abend gewesen. Und dann wird beschrieben am Morgen, Vers 2: Und sehr früh, am ersten Tag der Woche, kommen sie zu der Gruft, als die Sonne aufgegangen war, und sie realisieren: Der Herr ist auferstanden, das Grab ist leer. Aber eben, das war am ersten Tag der Woche, das ist in der Bibel der Sonntag. Der Auferstehungstag, der Tag des Sieges, da weiss noch niemand etwas davon.
Aber es war Abend, die Sonne war untergegangen, und die Menschen bringen alle Leidenden und Besessenen zu ihm. Sie haben gelesen: Die ganze Stadt war an der Tür versammelt, und er heilt alle, also heilt viele, heisst es, die an mancherlei Krankheiten litten, trieb viele Dämonen aus. Also dieser Tag des Sieges wird schon da sichtbar vorweggenommen.
Übrigens ist im Judentum der Sonntag ganz wichtig, aus verschiedenen Gründen. Warum? Ja, wo finden wir zum ersten Mal den Sonntag? In der Schöpfungsgeschichte. Die Bibel beginnt mit dem Sonntag, das ist so, nicht mit dem Sabbat. Mit dem Auferstehungstag beginnt die Bibel, und da erschafft Gott die Welt. Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und nachher in der Dunkelheit lässt er Licht leuchten: Es werde Licht, und es wurde Licht. Und dann wird zusammengefasst: Und es war Abend, und es war Morgen, erster Tag.
Ja, und dann zweitens ist der erste Tag der Woche ganz wichtig im Zusammenhang mit den sieben Festen des Herrn, nicht wahr? In 3. Mose 23 wird zuerst das Passafest beschrieben und das Fest der ungesäuerten Brote. Aber da wird erklärt, dass am Tag nach dem Sabbat, und zwar ist das bezogen auf die Passawoche, am Tag nach dem Sabbat musste man die Erstlinge der Gerstenernte zum Tempel bringen. Bis zu diesem Datum durfte man im ganzen Land keine Gerste schneiden. Und dann wurden eben Erstlinge, quasi eine Vorernte, gebracht. Und das spricht eben von der Auferstehung.
Da wird Jesus Christus in 1. Korinther 15 genannt, der Erstling der Entschlafenen, der Erste, der auferstanden ist aus den Toten und nicht mehr stirbt. Es gab schon früher Totenauferweckungen. Aber der Herr ist der Erstling, der Erste, der auferstanden ist und nicht mehr stirbt. Und das war eben ein Fest ohne Datum. Sondern es wird festgelegt für die Passawoche, und zwar immer am Tag nach dem Sabbat. Das ist der erste Tag der Woche, der Sonntag. Das sollte der Auferstehungstag sein.
Und weiter ist es so: Auch bis heute im Judentum geht man am Schluss des Sabbats nochmals in die Synagoge, nicht nur Freitagabend, sondern am Schluss auch. Und das nennt man dann Mozae Schabbat, also das Ausgehen des Sabbats. Und da wird quasi gefeiert in den Sonntag hinein. Das ist Synagogengottesdienst im Zusammenhang mit dem Auferstehungstag, mit dem Tag, den das Neue Testament in Offenbarung 1,10 nennt: der dem Herrn gehörige Tag, der Tag des Herrn.
Ja, also das muss man im Auge behalten bei dem Abschnitt Vers 32-34. Wir haben gelesen, er erlaubte den Dämonen nicht zu reden, weil sie ihn kannten. Warum hat der Herr das gemacht? Ja, wir hatten eigentlich schon das Thema gehabt. Ja, und warum wollte er das nicht? Es war zu früh. Aber andere machen ihn doch bekannt, nur nicht durch den Teufel. Er will nicht das Zeugnis durch den Teufel.
Darum haben wir das gesehen, auch in der Synagoge von Kapernaum. In Vers 25: Und Jesus gebot ihm ernstlich und sprach: Verstumme und fahre von ihm aus. Also da hat er ihn ja gerade bekannt gemacht. Der Dämon hat gesagt: Was haben wir mit dir zu schaffen? Also diesen Geistern war es klar, diesen gefallenen Engeln war es klar, sie haben mit Jesus Christus gar nichts zu tun, völlig unkompatibel. Darum ist auch alle Esoterik völlig unkompatibel mit christlichem Glauben, was auch immer, ob das jetzt irgendwelche Yogaübungen sind oder irgendwelche Meditationsübungen zur Entspannung usw. Es geht gar nicht zusammen. Aber das wissen manchmal gewisse Leute nicht, die Dämonen wissen das.
Was haben wir mit dir zu schaffen? Und dann sagen sie: Jesus Nazarener, bist du gekommen, um uns zu verderben? Sie wissen ganz genau, der Tag wird kommen, wo alle Dämonen im Abyssos, im Abgrund, eingesperrt werden, am Anfang des Tausendjährigen Reiches, oftmals um zwanzig. Der Teufel und auch alle Dämonen, das wird auch in Jesaja 24 in Bezug auf die Dämonen gesagt, diese Engelmächte, Schluss Jesaja 24. Aber jetzt ist ja das erste Kommen von Jesus Christus, und die sind verunsichert und sagen: Bist du gekommen, um uns zu verderben? Die wissen, eigentlich ist ja das im Zusammenhang mit dem zweiten Kommen.
Ja, und dann sagen sie noch: Ich kenne dich, wer du bist, der Heilige Gottes. Aber der Herr will dieses Zeugnis nicht, und auch da erlaubt er ihnen eben nicht zu reden, weil sie ihn kannten.
In diesem Zusammenhang können wir mal kurz aufschlagen: Paulus in Philippi, die erste Stadt in Europa, die Paulus besuchte, um dort auch zu predigen. Und da gab es ja eine besessene Frau, Apostelgeschichte 16,16: Es geschah aber, als wir zum Gebet gingen, sie waren auf dem Weg an den Fluss dort bei Philippi, wo ein jüdischer Frauengebetskreis war. Es gab keine Synagoge dort, aber einen jüdischen Frauengebetsort. Es geschah aber, als wir zum Gebet gingen, dass uns eine gewisse Magd begegnete, die einen Wahrsagegeist hatte und ihren Herren viel Gewinn brachte durch Wahrsagen.
Diese folgte Paulus und uns nach und schrie und sprach: Diese Menschen sind Knechte Gottes des Höchsten, die euch den Weg des Heils verkündigen. Dies aber tat sie viele Tage. Paulus aber, tief betrübt oder, in der Fussnote, erregt, unwillig, wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren. Und er fuhr aus zu derselben Stunde. Und dann war das Geschäft mit der Wahrsagerin kaputt.
Aber da könnte man sagen: Ja, aber das ist ja grandios, die sagt ja: Das ist also so gute PR für die. Diese Menschen sind Knechte Gottes des Höchsten, die euch den Weg des Heils verkündigen. Aber man muss Folgendes beachten: Wenn diese Wahrsagerin das sagt, vielleicht noch eine kleine Erklärung, die einen Wahrsagegeist hatte. In der Fussnote Elberfelder wird erklärt: eigentlich einen Pythongeist. Das steht im Zusammenhang mit dem Kult von Apollo. Dieser Pythongeist steht im Zusammenhang mit dem griechischen Gott Apollo.
Und wenn jetzt diese Frau im Rahmen der griechisch-römischen Religion sagt: Diese Knechte sind Knechte Gottes des Höchsten, was verstand sie unter Gott dem Höchsten? Zeus. Aber Zeus ist so eine widerliche Figur. Ich war ein Ehebrecher und Vergewaltiger. Er hat ja in der Mythologie die Europa entführt und hat sich gemäss der Mythologie als Stier umgewandelt, und die Europa ist er dann auf dem Stier geritten. Und darum gibt es ja Silber, Euromünzen, mit einer Frau auf einem Stier reitend, die Frau auf dem Tier reitend und darüber die Sterne von Europa, von der EU. Und das ist quasi die Erinnerung eben an diese Europa, auf die eben der Name des Kontinents zurückgeht, die auf dem Stier reitet. Und das hat eben Zeus so gemacht, weil er sie dann vergewaltigen wollte. Also eine schreckliche Geschichte, und der wurde verehrt als der höchste Gott.
Und wenn sie das also sagt, diese sind Knechte Gottes des Höchsten, Paulus wollte nicht irgendwie in die Nähe von diesem Zeus-Kult gerückt werden. Und das war ja für ihn auch so schlimm, damals in Apostelgeschichte 14. Da waren ja die Lieblinge dieser Ortschaft, und man hat sie verehrt als Zeus und Hermes. Paulus als Hermes, als Götterbote, weil er eben der Wortführer war, der Prediger, und Barnabas wurde als Zeus verehrt, weil er so im Hintergrund stand, so quasi wie für sie kam das vor wie die graue Eminenz hinter Paulus. Da haben sie ihn als Zeus verehrt, und die beiden sind entsetzt. Das kann man nachlesen in Apostelgeschichte 14, ab Vers 8, in Lystra war das, und haben sich ganz klar distanziert und eben den wahren Gott im Kontrast zu den Göttern der Griechen vorgestellt.
Ich lese ganz kurz, also Vers 12: Barnabas Zeus, Paulus Hermes, das war der Götterbote, darum haben sie den Prediger mit Hermes identifiziert und wollten ihnen Opfer darbringen. Vers 14: Als aber die Apostel Barnabas und Paulus es hörten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen hinaus unter die Volksmenge und riefen und sprachen: Männer, warum tut ihr dieses? Auch wir sind Menschen von gleichen Empfindungen wie ihr und verkündigen euch, dass ihr euch von diesen nichtigen Götzen bekehren sollt zu dem lebendigen Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles, was in ihnen ist, und so weiter. Also ganz klar der Kontrast.
Und nachher kamen dann Feinde in diese Stadt und haben das Volk aufgewiegelt, haben schlecht über die zwei gesprochen, und plötzlich hat die Meinung gekippt, und dann haben sie Paulus gesteinigt. So schnell kann das ändern. Es braucht einfach ein paar Erklärungen, und schon werden aus Lieblingen abscheuliche Feinde.
Aber jetzt eben nochmals zurück zu Apostelgeschichte 16: Ein wichtiger Punkt ist der: die euch den Weg des Heils verkündigen. Wie die Elberfelder hat, sieht bei dem Weg das kleine gedruckte Wort. Damit wollten die Übersetzer klar machen, im Griechischen steht der bestimmte Artikel nicht, der wurde im Deutschen ergänzt. Es ist so, der fehlende Artikel im Griechischen hat verschiedene Bedeutungen. Unter anderem kann es bedeuten, der unbestimmte Artikel.
Also auf Griechisch ist es nicht üblich, dass man sagt: ein, wie wir sagen ein Haus, ein Hund, sondern einfach Haus, ohne das Haus. Dann kann das sein: ein Haus. Es gibt noch andere Bedeutungen. Und jetzt ist es eben hier so, man hätte das besser übersetzt: die euch einen Weg des Heils verkündigen. Und das passt eben auch zur Esoterik. Da wird nicht einfach Gott alles abgelehnt, Christentum ist auch nicht schlecht, es ist einfach auch ein anderer Weg, aber es gibt ganz viele Wege zu Gott. Und das ist ihre Botschaft gewesen: die euch einen Weg des Heils verkündigen. Aber es gibt nur einen Weg zum Heil.
Wie das auch in der Apostelgeschichte steht, Kapitel 4: Es ist kein anderer Name gegeben unter dem Himmel als nur der Name Jesu, in dem wir errettet werden müssen.
Frühes Gebet, prophetische Entsprechung und die Spannung zwischen Erfolg und Ablehnung
Gehen wir zurück zu Markus 1, Vers 35. Jetzt kommt Sonntagmorgen.
Diese Konzentration von Dämonen in den Evangelien, also dass man so viele Besessenheitsfälle hat, ist eigentlich erstaunlich. Im auserwählten Volk Gottes, nicht wahr? Aber das hängt damit zusammen, dass der geistliche Zustand Israels vor 2000 Jahren so schlecht war. Das erklärt diese hohe Zahl von Besessenheit.
Bei uns denkt man: So viele sind es nicht wie in den Evangelien. Aber da irrt man sich, weil Besessenheitsfälle auch weggesperrt werden in Psychiatrien. In Psychiatrien sind nicht nur kranke Leute. Natürlich sind ganz viele einfach krank, und Besessenheit kann manchmal auch Äußerungen bewirken, die ähnlich aussehen wie psychische Erkrankungen. Da ist es ganz, ganz wichtig, dass man das nicht gleichsetzt. Da würde man so großes Unrecht tun, auch an ganz vielen Menschen, die krank sind. Das darf man auf keinen Fall.
Aber in den Psychiatrien gibt es eben viele, die als schizophren bezeichnet werden, und in Wirklichkeit hängt es damit zusammen, dass sie sich mit okkulten Dingen beschäftigt haben und dass es zur Besessenheit gekommen ist. Und in der Seelsorge kann man das dann sehr gut unterscheiden. Wenn jemand erkennt, dass das Sünde war, und wenn er wirklich Gott bekennt und bereut und einen Bruch macht, werden die gesund. Während andere, die eine schwere psychische Erkrankung haben, eben eine Form von Schizophrenie, und sie kommen zum Glauben, und es bleibt so wie vorher. Und man muss lernen, dann mit dieser Schwäche umgehen zu können und eben auch mit der Hilfe des Herrn durch diese Prüfung hindurchzugehen.
Aber das ist ganz wichtig: Der Unterschied, wenn jemand die Schuld bekennt und da einen Bruch macht, gibt völlige Freiheit. Das hilft eben auch, sachlich zu unterscheiden. Und da muss auch wirklich ein Zusammenhang hergestellt werden mit okkulter Vergangenheit. Also wenn man selber Wahrsagerei betrieben hat oder Kartenlesen oder Tische rücken und so weiter, Spiritismus und so weiter, dann kann es eben zu Besessenheit kommen. Und das ist dann eben nicht eine Krankheit.
Ja, also wir sehen jetzt Vers 35: Und frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er auf und ging hinaus; und er ging an einen öden Ort und betete dort.
Der Jesus zeigt mit diesem Beispiel, dass er wirklich ein abhängiger Mensch geworden ist. Und um seinen Dienst zu tun, suchte er eben die Kraft für den neuen Tag in der Gemeinschaft mit dem Vater.
In Jesaja wird das sehr schön prophezeit. Wir haben in Jesaja fünf Gottesknechtlieder, ab Kapitel 42 das erste. Da schauen wir uns das Gottesknechtlied an, in Jesaja 50. Wir könnten lesen ab Vers 3. Da wird zuerst die Dunkelheit am Kreuz, die drei Stunden der Finsternis, beschrieben. Gott sagt: Ich kleide die Himmel in Schwarz und mache Sacktuch zu ihrer Decke. Und dann hört man den Messias sprechen: Der Herr, der Ewige, hat mir eine Zunge der Belehrten gegeben, damit ich wisse, den Müden durch ein Wort aufzurichten. Er weckt jeden Morgen, er weckt mir das Ohr, damit ich höre, wie solche belehrt werden. Der Herr hat mir das Ohr geöffnet, und ich bin nicht widerspenstig gewesen und nicht zurückgewichen. Ich bot meinen Rücken den Schlagenden und meine Wangen den Raufenden; mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.
Vers 4 beschreibt also, wie der Herr Jesus erwacht ist. Er ist aufgewacht und hat sich vom Vater belehren lassen, damit er wieder durch den Tag müde Menschen aufrichten konnte durch ein Trostwort. Er sagt: Er weckt jeden Morgen, er weckt mir das Ohr, damit ich höre. Darum ist es so wichtig, dass das Wort Gottes uns eben auf unsere offenen Ohren stößt, am Morgen, und wir uns belehren lassen für den Dienst. Der Herr hat mir das Ohr geöffnet, und ich bin nicht widerspenstig gewesen, bin nicht zurückgewichen. Und sogar im Schlimmsten dann, als er ans Kreuz gehen musste, da hat er auch da eben nicht den Ausweg gesucht, sondern er ist den Weg gegangen, den der Vater vorgezeichnet hatte.
Und so sehen wir ihn da eben am Morgen: Seine Ohren sind offen, und er selber spricht zum Vater. Das ist gemeint mit: und betete dort.
Simon eilt zu ihm, und zwar sieht er die Notwendigkeit der Arbeit, des Dienstes, und will den Herrn da stoppen beim Beten. Er sagt, es ist so wichtig, dass du dienst, und er sagt: Alle suchen dich. Und dann sagt der Herr: Jetzt müssen wir auch noch woanders hingehen.
Eben eine traurige Sache. Wir haben jetzt gesprochen über Kapernaum, auch schon Bethsaida, und es ist noch eine Stadt in der Nähe, die ist dann etwas nördlich vom See Genezareth, bereits im Hügelland, aber nicht weit weg: Chorazin. Ja, und das bildet dann ebenso ein Dreieck, und man nennt das das Evangelendreieck, ja.
In Matthäus 11 wird erklärt, dass in diesen drei Städten der Herr am meisten gedient hatte und die meisten Wunderwerke getan hatte. Und dort wird aber auch gesagt, dass er dort eine besondere Ablehnung erlebt hatte. Und das ist schon schlimm. Wenn man sieht, Vers 33 hatten wir: Die ganze Stadt war an die Tür versammelt, und Simon sagt: Alle suchen dich. Also es war eine totale Popularität da, aber das heißt nicht, dass sie wirklich das Wort aufgenommen haben.
Und wenn man denkt, wie Paulus auch einige Jahre in Ephesus gewirkt hat, das heißt in Apostelgeschichte 19, dass er sogar da jeden Tag Bibelunterricht gegeben hat in der Schule des Tyrannus, und die Gemeinde ist dort gewachsen, gewachsen, gewachsen. Aber später, in 2. Timotheus 1, schreibt er aus der Todeszelle in Rom: Alle, die in Asia sind. Und Asia, das war eben die Provinz mit der Hauptstadt Ephesus. Alle, die in Asia sind, haben sich von mir abgewendet, haben mich verlassen. Und die haben nicht den Glauben aufgegeben, aber für sie war es einfach irgendwie nicht mehr so spannend, was Paulus gebracht hat. Und die ganze Popularität war vorbei. Das muss unglaublich gewesen sein für den Apostel. Er war in der Todeszelle und wusste: Ich kann nichts mehr korrigieren, ich kann nicht hingehen, noch irgendwie etwas da ändern. Es war so, alle haben sich abgewendet.
Und das sehen wir auch da. Also anfangs war da so Begeisterung da: Chorazin, Kapernaum, Bethsaida, und alle suchen dich. Und der Herr hat gewusst: Das ist nicht echt. Er sagt, er muss auch an andere Orte gehen.
Und dann sehen wir eben Vers 39, der erklärt Markus: Und er predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus. Also wie in Kapernaum beides: einerseits dieses kräftige Wort, das er verkündigt, und auch den deutlichen Beweis, dass er die Macht hat über die Mächte der Finsternis und dass er der Befreier ist, der Erlöser.
Die Heilung des Aussätzigen als Zeichen von Reinheit, Gnade und messianischer Autorität
Und jetzt gehen wir weiter zu Vers 40. Oder gibt es noch eine Frage oder eine Ergänzung? Nicht?
Ja, ich wiederhole gerade für den Livestream: In Vers 33 heißt es schon: Und die ganze Stadt war an der Tür versammelt.
Ja, weiter?
Genau, also eine kleine Ruheinsel morgens, früh morgens, als es dunkel war, Vers 35, für das Gebet, und schon wird wieder gesucht. Ja, ja, und es wird eigentlich noch dramatischer.
Und zwar Vers 40: Und ein Aussätziger kommt zu ihm, bittet ihn und kniet vor ihm nieder und spricht zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen.
Und innerlich bewegt streckte er seine Hand aus, rührte ihn an und spricht zu ihm: Ich will, werde gereinigt. Und sogleich wich der Aussatz von ihm, und er wurde gereinigt. Und er gebot ihm ernstlich und schickte ihn sogleich fort und spricht zu ihm: Gib acht, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.
Er aber ging weg und fing an, es vielfach kundzumachen und die Sache zu verbreiten, so dass er nicht mehr öffentlich in die Stadt gehen konnte, sondern er war draußen in den öden Gegenden, und sie kamen von allen Seiten zu ihm.
Also: Ein Aussätziger wird geheilt, und es ist so schön, diesen Glauben zu sehen. Er weiß: Das ist der Messias, und er kann mich heilen. Aber ob er das will, ist nicht klar. Und genau diese Haltung müssen wir auch heute haben. Natürlich kann Jesus Christus jede Krankheit heilen, aber ob er das will, ist eine andere Frage, die wir offen lassen müssen. Darum dürfen wir in jedem Fall beten, aber nicht Gott zwingen wollen, sondern es ihm übergeben.
Und er sagt: Wenn du willst, kannst du mich reinigen. Und der Herr Jesus sagt: Ich will.
Wo kommt im Neuen Testament nochmals vor, wo Jesus Christus sagt: Ich will? Im Garten Gethsemane sagt er: Nicht wie ich will, sondern wie du willst. Aber wo sagt er: Ich will?
Ja, ja, ja, Johannes. Ja, also Johannes 17 in dem Gebet des Herrn Jesus als ewiger Sohn zum ewigen Vater. Ja, genau, Vers 24. Der Herr betet für die Erlösten und sagt: Vater, ich will.
Und nur nebenbei gesagt: Wir sollten so nie beten. Aber darum ist es wichtig zu sagen, in Johannes 17 betet der Herr Jesus wirklich als der ewige Sohn, und er sagt: Ich war bei dir vor grundlegender Welt. Er ist der Sohn von Ewigkeit her. Und er sagt: Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, auch bei mir sein, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor grundlegender Welt.
Also er will, dass die Erlösten in der himmlischen Herrlichkeit des Vaterhauses seine Herrlichkeit als ewiger Sohn sehen können. Er will das.
Und hier: Der Aussatz ist ein Bild von der Sünde. Und zwar ist es eine Krankheit, die zuerst im Körperinneren ist, und niemand ahnt etwas davon. Und plötzlich bricht sie irgendwo aus, zum Beispiel bei Naaman, dem Syrer, in 2. Könige 5, da brach sie auf, beim Kopf. Und das kann man zum Beispiel mit einem Stirnband ideal aus den Augen verbannen. Und er war ein hoher General der syrischen Armee, also ein Mann, der Karriere gemacht hatte, und dann heißt es aber: aussätzig.
Und dann ist es aber so, die Krankheit breitet sich aus, und schließlich ist der ganze Körper von der Krankheit befallen. Gliedmaßen können absterben und abfallen, also wirklich eine schreckliche Krankheit. Und eben ein Bild der Sünde.
Das Böse ist in uns vererbt von Adam her. Und bei den kleinen Kindern, wenn man sie so auf den Armen hat, gerade nach der Geburt, ich habe das bei allen unseren sechs Kindern gemacht, sie so nach der Geburt, also gut, zuerst hat die Mutter das Vorrecht, und dann muss man einfach warten, bis es so weit ist, und dann Kinder baden, das war mir also immer wichtig. Und dann sie zum ersten Mal anziehen, ja, und man könnte nie denken, dass irgendetwas Böses drin ist.
Und dann hat man so Freude, wenn die ersten Wörter kommen, und plötzlich kommen Wörter, dann sagt man: Aber das haben wir Ihnen nie beigebracht. Unglaublich!
Aber eben, das ist nur so ein kleiner Ausbruch, kann man mit dem Stirnband unsichtbar machen. Aber es geht weiter im Leben.
Und hier haben wir einen Aussätzigen, und er sagt: Wenn du willst, kannst du mich reinigen. Und ihm war klar: Ich bin unrein. Und wohl jeder, der zu dem Herrn Jesus kommt, im Bewusstsein: Ich bin vor Gott unrein.
Und die Reaktion des Herrn Jesus, nicht Vorwürfe, sondern innerlich bewegt, streckt seine Hand aus, rührt ihn an. Man durfte Aussätzige nicht berühren. In 3. Mose 13 wird auch gesagt, dass Aussätzige außerhalb der Städte wohnen mussten, abgesondert, also mit klarer sozialer Distanz. Und wenn Leute in die Nähe kamen, wird dort vorgeschrieben, musste man rufen: Unrein, unrein! Damit also kein Kontakt entsteht.
Und die Rabbiner haben festgelegt, das steht nicht in der Bibel, das ist eine rabbinische Anordnung, die Distanz wenigstens vier Ellen, also vier mal fünfundvierzig Zentimeter soziale Distanz. Und sie mussten einen Mundschutz anhaben über Nase und Mund, ganz wörtlich heißt das den Schnauz. Den Schnurrbart bedecken, dann ist er quasi in Nase und Mund bedeckt, eben auch als Ansteckungsschutz, also eine elende Situation außerhalb der Städte.
Der Herr ist innerlich bewegt über diesen Mann, und er berührt ihn. Aber niemand hätte so einen berührt, eben wenigstens vier Ellen Abstand. Und der Herr berührt ihn, und er wird nicht unrein, sondern der Kranke wird rein. So ist unser Herr.
Und das ist ganz wichtig für die Muslime. Das goldene Tor in Jerusalem ist ja seit vielen Jahrhunderten zugemauert. Und in Psalm 24 heißt es ja, wenn der Messias kommt, nämlich nach Sacharja 14 auf dem Ölberg, wird er einziehen nach Jerusalem, und Psalm 24 sagt, dass die Tore der Urzeit sich öffnen sollen, damit einziehe der König der Herrlichkeit.
Aber die Muslime haben eben nicht nur dieses Tor zugemauert, sondern dort gibt es auch einen islamischen Friedhof. Nach jüdischem Gesetz darf man Gräber nicht berühren, sonst wird man rituell unrein, also so wie man unrein wird durch das Berühren eines Aussätzigen. Aber eben, das ist kein Problem. Wenn der Herr kommen wird, die Unreinen, die werden rein. Und das sehen wir auch hier.
Und auch die geschlossenen Türen sind kein Problem. Als die Jünger am Auferstehungstag, am ersten Tag der Woche, die Türen geschlossen hatten, stand er plötzlich in der Mitte und sprach: Shalom Aleichem, Friede euch. Und zwar kam er nicht als Geist. Die Jünger haben gemeint, das ist ein Geist, da hat er gesagt: Nein, Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich habe. Und trotzdem, die geschlossenen Türen waren kein Problem.
Einordnung des Aussatzes, alttestamentliche Beispiele und der Blick voraus auf die nächste Szene
Ja, jetzt gehen wir noch ein bisschen weiter. Wir haben noch zwei, drei Minuten. Ja, das ist eine gute Frage: Ist dieser Aussatz das Gleiche wie Lepra heute?
Das ist eine ganz schwierige Frage, weil es in der Geschichte über Jahrtausende Veränderungen bei Krankheiten gegeben hat. Man kann nicht einfach alle Krankheiten gleichsetzen. Man muss also davon ausgehen, dass es jedenfalls verwandt ist mit heutiger Lepra, aber nicht unbedingt eins zu eins das, was in 3. Mose 13 mit Lepra gemeint ist.
Und zwar ist das ja ein Kapitel, das genau für die Priester als Mediziner beschreibt, wie man die Lepra diagnostiziert. Es wird genau beschrieben, wie sich die Haut verändert und worauf man achten muss. Wenn es dann nicht klar ist, wird gesagt: Dann gibt es sieben Tage Quarantäne. Dann muss es nochmals angeschaut werden. Wenn es nicht klar ist, nochmals sieben Tage Quarantäne.
Wir haben dort in 3. Mose 13 alles: soziale Distanz, den Mundschutz und die Quarantäne. Aber natürlich kann man solche Dinge auch missbrauchen, das ist wieder ein anderes Thema. Wo sie angemessen ist und wo nicht, ist ein anderes Thema. Aber grundsätzlich sind das biblische Prinzipien im Umgang mit Krankheit.
Ja, und dann wird also dort genau erklärt, dass man das so diagnostizieren konnte und klar das Urteil fällen konnte: Das ist Aussatz. Dann musste man aus der Stadt hinaus und isoliert leben. Wir haben ja traurige Beispiele im Verlauf des Alten Testaments.
Wer war außer Naaman, dem Syrer, der geheilt wurde, 2. Könige 5? Aber in Israel, wer war aussätzig? Mirjam in 4. Mose 12, weil sie gegen Mose geredet hat. Es war Eifersucht da und ein Reden gegen ihn, und sie hat auch Aaron aufgestachelt. Da wurde sie aussätzig, aber sie wurde wieder gesund. Und das ist das letzte Beispiel, wo jemand in Israel von Lepra geheilt wurde. Also gab es keine Heilung mehr, nur Naaman, der Syrer, ein Ausländer.
Und so mussten also die Vorschriften aus 3. Mose 13 immer wieder angewendet werden. Wer ist auch noch berühmt als Aussätziger? Auch in 2. Könige Gehasi, der Knecht von Elisa. Und das war dort im Zusammenhang mit Geldgier und auch Unwahrhaftigkeit, Lüge.
Und dann haben wir das Beispiel von König Usia, der sich erdreistete, den Priesterdienst im Heiligtum zu tun, obwohl er aus dem Stamm Juda war und König und nicht Priester sein durfte, in 2. Chronika 26. Ja, so traurige Beispiele, wo das im Zusammenhang mit Sünde steht.
Und jetzt heilt Jesus diesen Mann. Und das war natürlich eine totale Sensation. Das hat es ja noch nie gegeben. Und der war ja offiziell diagnostiziert, von den Ärztepriestern in Jerusalem. Und der Herr sagt ihm, er soll eben nicht jetzt da den Leuten erzählen, denn es ging dem Herrn nicht um diese Popularität, weil da dann nichts dahintersteckt. Das ist das Traurige.
Sondern: Geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis. Und da musste er also nach Jerusalem reisen. Und wie ging das? Er musste draußen, außerhalb der Stadt von Jerusalem, sein und jemanden beauftragen, einen Priester zu holen. Der durfte nicht in die Stadt. Städte mit einer Stadtmauer durften nicht besucht werden von Aussätzigen.
Und dann kam ein Priester heraus und musste ihn untersuchen. Und da war im Register drin: Der war aussätzig, der ist geheilt. Das hat es noch nie gegeben. Und dann war das natürlich so etwas Sensationelles, das brachte die Frage auf: Ist dieser Mann der Messias? Nie wurde jemand geheilt seit Moses Tod.
Und ich möchte mit dem schließen. Wenn es dann in Kapitel 2 heißt, was wir nächstes Mal anschauen werden: Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum hinein, und es wurde bekannt, dass er im Haus war. Und sogleich versammelten sich viele, so dass selbst an der Tür kein Raum mehr war, und er redete zu ihnen das Wort.
Ja, das große Haus von Petrus wird hier benutzt als Versammlungsraum, damit möglichst viele Leute hineinpassen. Und es ist wirklich erstaunlich, wenn man die Möbel rausstellt, wie viele Leute man in den Raum bringt. Das ist natürlich nichts für die Feuerpolizei, aber ich weiß das zum Beispiel aus Tadschikistan. Dort hat man nicht so viele Möbel wie wir und auch keine Stühle, man sitzt ja sowieso am Boden. Es ist unglaublich, wie man da auf einigen Quadratmetern so viele Leute hineinbringt.
Also wenn da 350 Quadratmeter sind, dann bringt man einiges mehr als 350 hinein. Aber ich rede natürlich nicht gegen das feuerpolizeiliche Gesetz, ich sage nur, was in Tadschikistan möglich ist, und das Leben ist anders als hier. Auch damals gab es keine Feuerpolizei, und das konnte man wirklich, das kann man stopfen.
Aber ich möchte eben damit enden: In der Parallelstelle in Lukas 5 wird diese Heilung des Aussätzigen beschrieben, in den Versen 12 bis 16. Und dann heißt es in Vers 17: „Und es geschah an einem der Tage, dass er lehrte.“ Das ist wirklich die Parallele jetzt zu Kapitel 2, Vers 1.
Und es saßen da Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus jedem Dorf von Galiläa und Judäa und aus Jerusalem gekommen waren. Merkt man, was man da vielleicht schon einfach überlesen hat. Da waren also Rabbiner, diese Pharisäer und Gesetzesgelehrten, aus jedem Dorf von Galiläa, von ganz Nordisrael, und von ganz Südisrael, Judäa. Und natürlich aus der Hauptstadt. Die erlauchten Größen von Rabbinern kamen in das idyllische Kapernaum am See Genezareth, in das verachtete Galiläa.
Was treibt die dorthin? Ja, das hat Konsequenzen gehabt. Diese Heilung war eine absolute Sensation, und jetzt geht’s los. Der Sanhedrin hat den Druck. Jetzt muss geklärt werden, wer dieser Mann ist. Ist das der Messias oder nicht?
Und zwar werden wir dann nächstes Mal sehen: Es kommt zuerst eine Phase, wo sie nur beobachten und nichts sagen, und dann kommt eine Phase, wo sie Fragen stellen in ihrer Untersuchung, und dann müssen sie zum Schluss kommen. Aber das schauen wir nächstes Mal an.
Aber wirklich, die Dramatik da ist unglaublich. Und wenn man sich dann noch vorstellt: Später, in Lukas 17, ist das beschrieben. Da heilt der Herr, als er gerade im Grenzgebiet zwischen Samaria und Galiläa war, zehn Aussätzige, und er heilt alle. Neun davon waren Juden und einer war ein Samaritaner.
Die neun werden auch geschickt nach Jerusalem, zu den Priestern, und natürlich der zehnte auch. Aber der kommt noch zurück und dankt dem Herrn, fällt vor ihm nieder. Die anderen tun das nicht. Aber der ging natürlich auf den Berg Garizim und musste dort von den samaritanischen Priestern eher untersucht werden.
Genau gleich: Die Samaritaner haben auch den Pentateuch, die fünf Bücher Mose, vom Judentum übernommen. Die mussten das auch klären. Sie warten ja auch auf den Messias, noch heute. Und sie hatten so eine ganz außergewöhnliche Chance bekommen, um zu erkennen, dass Jesus Christus wirklich der verheißene Erlöser ist.
Wollen wir hier schließen?
