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Das Leben im Geist

Bist du ein Geistesmensch oder lebst du nach dem Fleisch?
Römer 8,5-830.11.2025
SerieTeil 30 / 48Wir betrachten den Römerbrief
Lebst du nach dem Fleisch oder nach dem Geist? Diese Predigt stellt die große Frage, wie unser Denken und Handeln geprägt sind: Von der vergänglichen, fleischlichen Natur oder vom lebendigen Geist Gottes? Wer ist wirklich frei, und warum kann ein Mensch, der nur nach dem Fleisch lebt, Gott nicht gefallen? Entdecke, wie der Heilige Geist dein Leben verändert, Sehnsucht nach Gott weckt und Jesus zum Mittelpunkt macht. Willst du wissen, wie ein echtes Leben im Geist aussieht und warum es mehr ist als nur Verzicht?

Einleitung zur Gemeinde und zur Geschichte der Arche

Guten Morgen, liebe Gemeinde, auch von meiner Seite.
Ich möchte noch etwas zum Thema Geburtstag nachtragen. Es gibt viele, die die Geschichte unserer Gemeinde noch gar nicht so kennen. Ich staune manchmal darüber, dass sich selbst langjährige Mitglieder noch nicht sehr mit der Gnade Gottes befasst haben, die Er über unsere Gemeinde hat walten lassen.
Wenn Sie dann dieses Buch „Einer, den Gottes Gnade fand“ in die Hand bekommen, in dem ich nicht nur über meine Biografie geschrieben habe, sondern eben auch über die Entwicklung der Archegemeinde, die Mission und auch ihren lehrmäßig-theologischen Weg, und wenn Sie das dann gelesen haben, dann kommen Sie und stehen vor mir und sagen: Bruder Wolfgang, das haben wir ja gar nicht gewusst. Das ist ja so wunderbar. Wir haben das Buch gar nicht mehr weggelegt, wir haben es in einem durchgelesen.
Ja, sage ich, so passiert das, wenn man sich nicht interessiert. Ich möchte euch mit diesen Worten einfach Mut machen, die Geschichte der Arche kennenzulernen. Da ist von 1947 die Rede und davon, wie es dann auch weitergegangen ist durch Gottes Gnade.
Im Büro, äh, nicht im Büro, im Buchcenter könnt ihr euch ein Exemplar mitnehmen, oder mehrere. Es ist nicht ganz billig, müsst ihr mal fragen. Ich glaube, es kostet in etwa zwanzig Euro oder so. Oder schaut mal nach, für euch gibt es bestimmt Rabatt.
Ja, stehen wir auf miteinander, und vielleicht, lieber Matthias, können wir noch mal lüften. Denn wir sind noch nicht am Ende des Gottesdienstes.
Wer freut sich jetzt auf den Römerbrief? Ja, einige, ja, alle freuen wir uns. Ich will versuchen, mit Gottes Hilfe und durch seinen Geist es nicht langweilig zu machen. Aber doch ist es ein Lehrstoff, der in Gottes Wort steht und den wir aufnehmen sollen nach der Weisung des Herrn.
Und wir lesen Römer 8,5-8:
Denn die nach dem Fleisch leben, sinnen auf das, was des Fleisches ist; die aber nach dem Geist leben, auf das, was des Geistes ist. Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden. Weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn es ist dem Gesetz Gottes nicht untertan und kann es auch nicht. Denn die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist usw.
Amen!

Die sichere Rettung und der neue Blick auf das Leben

Wir haben an den letzten Sonntagen gesehen, dass diejenigen, die an Christus glauben beziehungsweise von neuem geboren sind, aus Gott, aus Gnade vor Gott gerettet und gerechtfertigt sind. Deshalb trifft sie keine Verdammnis mehr, sie gehen nicht mehr verloren. Sie sind aus der Gefahrenzone heraus, sie sind absolut sicher. Unsere Errettung ist sicher und endgültig.
Daran erinnert Paulus die Römer in Vers 1: So ist nun nichts Verdammliches mehr an denen, die in Christus Jesus sind.
Dann haben wir in den Versen 2 bis 4 gesehen und wieder neu gelernt, wie das zustande kam: Unser Heil ist nicht durch unsere Gesetzesmühe zustande gekommen, sondern durch das Handeln Gottes. Das tat Gott. Unsere Rechtfertigung ist zu hundert Prozent Gottes Werk. Wir sind von A bis Z sein Werk, geschaffen in Jesus Christus. Und das tat Gott.
Und wie leben solche erretteten Menschen, solche Gerechtfertigten, die nicht mehr unter Verdammnis stehen und das heilshandelnde Wirken Gottes in ihrem Leben erfahren haben? Wie leben sie nun? Dazu beschreibt Paulus etwas, und darum geht es in unserem Abschnitt heute.
Paulus beschreibt einen Kontrast zwischen dem Weltmenschen und dem Christenmenschen. Es geht um die Frage: Bist du ein Geistesmensch oder ein Fleischesmensch? Lebst du gemäß des Fleisches oder lebst du gemäß des Geistes Gottes in dir?
Ich lese noch einmal Vers 5:
Denn diejenigen, die gemäß der Wesensart des Fleisches sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht. Diejenigen aber, die gemäß der Wesensart des Geistes sind, trachten nach dem, was dem Geist entspricht.
Hier werden nicht zwei Arten von Christen beschrieben, die einen, die noch in fleischlichen Dingen zurückgeblieben sind, und die anderen, die schon auf einer höheren geistlichen Ebene sind, und die einen sind schon geisterfüllt und die anderen noch nicht. Nein, so stellt Paulus das nicht dar. Er vergleicht nicht zwei Sorten von Christen, fleischliche und geistliche, sondern er vergleicht Nichtgläubige mit Gläubigen.

Das Leben aus dem Fleisch und seine Folgen

Er nennt sie die, die nach dem Fleisch leben, beziehungsweise gemäß der Wesensart des Fleisches. So bezeichnet er Menschen, die keine Christen sind. Denn sie leben alle entsprechend ihrer gefallenen Natur. Sie haben nur einen Impuls in ihrem Leben, und das ist ihre sündhafte, gefallene Natur.
Und solltest du ein Nichtchrist heute Morgen hier sein, einer, der nicht glaubt, dann gehörst du zu der Gruppe der Menschen, die gemäß der Wesensart des Fleisches leben. So bezeichnet Paulus dich. Das heißt, du wirst von deiner gefallenen Natur dominiert.
Woran erkennt man das? Er sagt, sie trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht. Sie streben nach dem, was des Fleisches ist, sie sinnen nur auf das, was irdisch ist. Diese Welt ist ihr Leben, nichts anderes. Diese Welt, nur diese Welt, ist ihr Leben.
Paulus zählt wesentliche Merkmale eines Menschen auf, die nach dem Fleisch leben, in Galater 5: Offenbar sind die Werke des Fleisches. Welche sind sie? Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiung und Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen. Wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben.
Sie sind verwickelt in den Begierden ihres Fleisches, ihrer Sündhaftigkeit, ihrer Gottlosigkeit und Gottabgewandtheit. Ein solcher Mensch lebt in einer Welt ohne Gott und kennt nur das Diesseitige, nicht das Ewige. Er trachtet nach dem Vergänglichen, weil er vom Unvergänglichen nichts weiß. Er ist fleischlich gesinnt, er sinnt auf sich selbst.
Es geht also um die Frage, welche Grundgesinnung du als Mensch hast. Denkst du menschlich oder denkst du göttlich? Das ist die Frage. Von welchem Denken werden wir geleitet? Ist unser Denken nur menschlich, irdisch, oder ist unsere Welt und unser Denken göttlich?

Der Gegensatz zwischen menschlichem und göttlichem Denken

Herr, schone dich selbst, das widerfahre dir nur nicht, rief Petrus dem Herrn Jesus zu, als dieser von seiner bevorstehenden Kreuzigung redete. Der Herr Jesus antwortete nicht: O Petrus, wie lieb ist das von dir, du machst dir um mich große Sorgen. Nein, Jesus antwortete ihm scharf: Weiche von mir, Satan, du bist mir ein Ärgernis; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.
Petrus hat dann auch gesagt: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Hier sehen wir in diesem gläubigen Petrus etwas von diesen zwei Naturen, die wir in Römer 7 gefunden haben. Mal ist der Heilige Geist vorne, und er sagt: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Und dann ist wieder der fleischliche Mensch vorne, und er sagt: Das widerfahre dir nur nicht.
Der ungläubige Mensch hat diesen Zwiespalt nicht, das haben wir alles miteinander besprochen, sondern in einem ungläubigen Menschen ist nur das Menschliche, das Irdische, das Vergängliche, das Gottlose. Ein Weltmensch würde niemals sagen: Christus, du bist der Sohn des lebendigen Gottes.
Das Ergebnis der fleischlichen Gesinnung ist der Tod, Vers 6 in unserem Text: Das Trachten des Fleisches ist der Tod, der ewige Tod. Darum heißt es für die Wiedergeborenen: Ihr wandelt nicht mehr so wie die übrigen Heiden in der Nichtigkeit ihres Sinnes, deren Verstand verfinstert ist und die entfremdet sind vom Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens. Die, nachdem sie alles empfinden, alles göttliche Empfinden verloren haben, sich der Zügellosigkeit ergeben haben, um jede Art von Unreinheit zu verüben mit unersättlicher Gier.
Es ist eine unglaublich furchtbare Beschreibung des fleischlichen Menschen. Nichtgläubige Menschen sind dem Leben Gottes entfremdet wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist. In 1. Korinther 2 schreibt der Apostel: Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit; und wieder: Er kann es nicht erkennen. Es muss geistlich beurteilt werden.
Der fleischliche Mensch ist geistlich tot. Er nimmt das Göttliche nicht wahr, die Wirklichkeit Gottes. Die geistliche Welt versteht er nicht.

Warum moralische Appelle an ihre Grenze kommen

Es wird von William Pitt erzählt, dass er vor seiner Zeit als englischer Premierminister von seinem bekehrten Freund William Wilberforce eingeladen wurde. Das war der Mann, der sich gegen die Sklaverei eingesetzt hat. Wilberforce lud ihn ein, die Predigt eines einfachen, aber wiedergeborenen Laien in der Kirche von England zu hören.
Vielleicht bist du heute Morgen auch von jemandem eingeladen worden und mitgekommen. Vielleicht hast du von der Bibel, vom Glauben und von Jesus bisher kaum etwas gehört oder auch nie etwas wissen wollen. Aber heute ist der erste Advent. Da heißen wir alle lieben Menschen herzlich willkommen. So hat auch Wilberforce William Pitt eingeladen.
Der einfache Mann, der da gepredigt hat, predigte so klar und verständlich, dass Wilberforce sich freute und dachte: Das wird den Mann neben mir erfassen. Oh, das ist eine verständliche, klare Botschaft, die dieser Bruder gerade hält. Und er dachte: Das wird hinhauen, das wird hinhauen.
Nach dem Gottesdienst sagte dieser ungläubige Mitgebrachte dann zu Wilberforce: Sei mir nicht böse, aber ich habe nicht die geringste Idee, worüber der Prediger eigentlich gesprochen hat. Das haben wir so oft erlebt. Wie sollte er auch? Sein Streben war nach dem Fleisch, er kannte keine andere Lebensdimension.
 Römer 8,7 sagt: Das Fleisch ist dem Gesetz Gottes nicht untertan und kann es auch nicht. Es kann nicht. Von einem unerretteten Menschen zu verlangen, das Evangelium zu verstehen und es freudig zu glauben, ist dasselbe, als wenn du einer Wühlmaus sagen würdest, sie soll endlich sich aufschwingen und fliegen. Sie versteht es nicht, sie kann es nicht. Denn die Gesinnung des Fleisches ist der Tod.
So hoffnungslos sind Menschen. Das ist leider eine negative Botschaft, mein Freund, der du vielleicht hier mit verschränkten Armen sitzt und sagst: Mal sehen, was die da für Blödsinn reden. Das ist das Trachten des Fleisches. Menschen, die gemäß dem Fleisch und der Sündhaftigkeit leben, ihrer alten Natur, sind verloren, wenn Gott dir nicht zu Hilfe kommt und deine verfinsterte Seele erleuchtet.

Der Auftrag der Gemeinde und die Grenzen politischer Hoffnung

Lass mich an dieser Stelle auch die Frage stellen, wie politisch wir sein sollten. Die Tatsache, dass der natürliche, fleischliche Mensch vom Geist Gottes nichts vernimmt und dem Gesetz nicht untertan sein kann, vernachlässigen wir leider oft. Viele christliche Verkündiger übersehen dieses Faktum, dass ein nichtgläubiger Mensch sich dem Gesetz Gottes überhaupt nicht unterordnen kann. Und trotzdem versuchen wir, von den Kanzeln aus politischen Einfluss nehmen zu wollen.
Sie prangern die Regierung an wegen der Abtreibungen, dass sie zu wenig für Ehe und Familie tut und stattdessen die neue sexuelle Vielfalt feiert. Sie predigen der Welt und der gottlosen Regierung das Gesetz. Sie predigen der Obrigkeit christliche Werte und meinen, die Gesellschaft moralisch heilen zu können, und dass dabei eine Art Kulturkampf nötig sei. Manchmal artet das ja schon richtig aus. Es soll schon Straßenkämpfe in Deutschland und auch andernorts gegeben haben.
Aber solche lieben Prediger haben den Kern des Problems nicht verstanden. Sie übersehen, dass die Menschen, die nach dem Fleisch leben, dem Gesetz nicht untertan sein werden. Das ist aussichtslos. Der ganze Vers des Paulus lautet, dass das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht. Wenn wir sagen: Du sollst dies nicht, und du sollst das nicht, und du sollst die Gebote Gottes in deine Regierungsarbeit integrieren, wie sollen sie? Sie unterwerfen sich dem Gesetz Gottes nicht. Sie sind Menschen, die nach dem Fleisch leben.
Die Moral zu predigen ist vergeblich. Der Welt christliche Werte zu predigen, ebenso. Der natürliche Mensch lehnt ab. Er unterwirft sich dem Gesetz nicht und kann es nicht. Und deshalb lautet der Missionsbefehl auch nicht: Geht hin in alle Welt und demonstriert für christliche Werte. Er lautet nicht: Predigt das Gesetz und christianisiert die Erde. Sondern der Missionsbefehl lautet: Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium. Wer glaubt und getauft wird, der wird errettet. Das ist die Botschaft.
Und darum verbinden wir uns nicht mit irgendeiner politischen Strömung, sondern wir predigen das Wort vom Kreuz. Wir schließen uns Paulus an, der gesagt hat: Ich wusste nicht zu predigen, als allein Christus, den Gekreuzigten. Das ist der Missionsbefehl, der Auftrag Gottes. Denn erst wenn ein Mensch von neuem geboren wird und an Jesus Christus als seinen persönlichen Erretter glaubt, lebt er nicht mehr nach dem Fleisch. Erst dann liebt er Gott und seine Gebote.
Das Römische Reich brach damals nicht zusammen, weil die ersten Christen politisch agierten, sondern weil sie evangelisierten, weil sie Seelen gewannen, weil sie zahllose Gemeinden gründeten und Millionen und Abermillionen Menschen zum lebendigen Glauben an Christus kamen. Weil es im Römischen Reich eine überflutende Erweckung gegeben hat, die mit Pfingsten begonnen hat. Und die Menschen bekehrten sich zu Tausenden. Sie verfolgten die Christen bis in die Katakomben hinein. Aber sie bekannten Jesus Christus als ihren Erlöser und als ihren Erretter. Und die Menschen kamen zum Glauben ohne Ende, bis in die Beamtenstuben des Kaisers und bis in die Familie des Kaisers hinein. Und niemand konnte es verhindern, wenn Menschen anfingen, ihre Knie vor dem lebendigen Gott in Jesus Christus zu beugen.
Deutschland braucht nicht als Erstes eine christliche Politik, sondern es braucht Millionen wiedergeborener Seelen. Deutschland braucht eine Bußerweckung. Deutschland braucht eine Bekehrung zu Jesus Christus, der aus Glauben Menschen rechtfertigt, ohne des Gesetzes Werk. Es braucht Millionen wiedergeborener Christen. Es braucht Millionen von Menschen, die nicht mehr nach dem Fleisch leben, sondern die nach dem Geist leben. Dann ändert sich auch unsere Gesellschaft.
Darum wird es im Himmel einmal herrlich sein. Dort gibt es niemanden mehr, der nach dem Fleisch lebt, sondern alle leben nach dem Geist. Das ist Himmel. Alle lieben Christus, beten ihn allein an, und darum gibt es im Himmel kein Leid, keinen Krieg, keine Gewalt, keine Sünde, keine Schande mehr. Ewiger Friede wird dort sein.
Darum, ihr lieben Freunde: Habt ihr noch die Welt lieb? Lebt ihr noch gemäß des Fleisches? Dann wisst, das Trachten des Fleisches ist der Tod. Tut Buße und bekehrt euch. Und werdet Menschen, die nach dem Geist leben.
Das ist jetzt der zweite Teil meiner Predigt, der kommt.

Das neue Leben unter der Leitung des Heiligen Geistes

Wer sind nun die, die nach dem Geist leben, von denen unser Text sagt: Diejenigen aber, die gemäß der Wesensart des Geistes sind, trachten nach dem, was dem Geist entspricht?
Die Frage unserer Predigt lautet: Leben im Geist. Bist du ein Geistesmensch? Und wie ist ein Geistesmensch?
Menschen, von denen das gesagt werden kann, das sind wirklich Christen. Ein Christ ist einer, der nicht mehr nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist lebt. In ihm dominiert nicht seine alte Natur, sie herrscht nicht mehr. In ihm dominiert jetzt der Heilige Geist. Der Heilige Geist hat jetzt die Übermacht in dir.
Manche haben die Vorstellung, ein Christ sei einer, der aufgehört hat zu trinken, spielsüchtig zu sein, fremdzugehen, Steuern zu hinterziehen und bestenfalls auch noch aufgehört hat zu rauchen. Das mag alles sein, beschreibt aber nicht das Wesen eines Christen. Das Wesen eines Christen besteht darin, dass er vom Heiligen Geist bestimmt wird. Die Bibel sagt, dass er vom Heiligen Geist geleitet und gelenkt wird. Vers 14 später in unserem Römerbrief, 8. Kapitel, sagt: Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes und Töchter Gottes.
Christen haben in ihrer Wiedergeburt den Heiligen Geist empfangen und werden jetzt vom Heiligen Geist geleitet, geführt, gezogen, gedrängt und unterwiesen. Christen haben ihn empfangen und werden seitdem vom Geist geführt. Sie leben, wie Paulus hier sagt, gemäß des Geistes, nach der Wesensart des Geistes.
Was bedeutet das konkret? Ich kann die Zeit nicht, um das umfassend zu beschreiben, aber es ist ganz wunderbar, sich damit zu beschäftigen. Ein Christ, wenn der Heilige Geist in sein Herz gekommen ist, fängt sofort an, Fürsorge für seine Seele zu haben. Das Heil seiner Seele ist ihm wichtig. Ein gottloser Mensch stellt die Frage nach dem Heil seiner Seele nicht. Aber in dem Moment, in dem der Heilige Geist in dein Herz kommt, hast du ein neues Thema, und das ist deine Seele und vor allen Dingen die Frage des Verhältnisses deiner Seele zu Gott.
In dem Moment ist nicht mehr geltend: Mir sind Karriere, Ansehen oder äußeres Wohlergehen wichtig. Sondern an erster Stelle steht seine Seele und ihr Verhältnis zu Gott. Wie steht es um meine Beziehung zu Gott? Das ist die erste Frage, die in einem wiedergeborenen Menschen auftaucht, der nicht mehr nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist lebt.
Der Weltmensch fragt nicht so. Aber du, der du durch den Heiligen Geist in deinem Herzen erleuchtet bist, fängst an zu ahnen, was das Wichtigste in deinem Leben ist und was am meisten nottut. Nämlich die Frage nach Gott.
Gemäß des Geistes leben heißt, nach Gott streben. Deine Seele, die zuvor nichts von Gott wissen wollte, fragt jetzt nach Gott und sehnt sich in ihrem tiefsten Innern nach ihm. Und dieses innere Streben nach Gott, das bewirkt der Heilige Geist in dir.

Sehnsucht nach Gott, Christus und Heiligung

Philipp Friedrich Hiller hat dieses Geisteswirken in seinem bekannten Lied zum Ausdruck gebracht. Der Mensch, der nach dem Geist strebt, singt:
Ich will streben nach dem Leben, wo ich selig bin. Ich will ringen, einzudringen, bis das Ichs gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort, bin ich matt, so ruft das Wort: Fortgerungen, durchgedrungen bis zum Kleinod.
In Vers drei heißt es:
Jesus, richte mein Gesichte nur auf jenes Ziel, lenk die Schritte, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl. Lockt die Welt, so sprich mir zu, schmäht sie mich, so tröste du deine Gnade für gerade mich aus ihrem Spiel.
Und in Vers vier finde ich den Höhepunkt:
Du musst zielen. Mein Bemühen ist zu mangelhaft, wo es fehle, fühlt die Seele, aber du hast Kraft. Weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durchdringt, dort wird’s tönen bei dem Krönen: Gott ist es, der es schafft.
Halleluja, ein wunderbares Lied! Diese erwachte Sehnsucht deiner Seele nach Gott ist der Beweis eines mächtigen Geisteswirkens in dir. Von einem solchen Menschen kann gesagt werden, dass er trachtet nach dem, was des Geistes ist.
Bist du so ein Geistesmensch? Lebst du nach dem Fleisch, oder lebst du schon nach dem Geist? Sinnst du auf das, was des Geistes ist?
Das erste Werk des Heiligen Geistes in dir ist also dies: Er schafft in deiner Seele einen großen Hunger und Durst nach Gott. Und dieser Hunger und dieser Durst bestimmen die Richtung deines Lebens.
Zweitens heißt gemäß dem Geistleben: Jesus verherrlichen. Das ist es, was der Heilige Geist im Weiteren in einem Menschen wirkt, der errettet ist, den Gott gerechtfertigt hat. Der Heilige Geist verherrlicht immer Jesus. Der Heiland hat in Johannes 16 gesagt: Er, der Heilige Geist, wird nicht aus sich selbst reden, sondern er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.
Wenn du nun ein vom Heiligen Geist geleiteter Mensch bist, dann wird man genau das wiederfinden. Du hast einen Drang in deinem Innern, zur Ehre Christi zu leben, ihn zu rühmen und ihn zu verherrlichen. Dann liebst du Jesus und möchtest ihn verherrlichen. Dann ist Jesus dein Edelstein, die Krone deines Lebens. Ihn willst du ehren und anbeten und seinen Namen über alles rühmen. So sind Geistesmenschen.
Ein Geistesmensch ohne Jesus gibt es nicht. Es gibt viele Menschen, die an Gott glauben, aber sie sind keine Geistesmenschen. Der Heilige Geist stellt Jesus, unseren Erlöser, in den Vordergrund, unseren Erretter. Und wenn Menschen Geistesmenschen sind, dann preisen sie Jesus in ihrem Leben. Dann ist er die Nummer eins, die Absolute.
Es gibt heute ja dieses große Tönen, auch von mancher Kirchenseite. Darin wird die Bruderschaft und die Geschwisterlichkeit aller Menschen gerühmt, und aus Gründen religiöser Verständigung lässt man lieber den Namen Jesus außen vor. Das ist eine Tendenz heutzutage. Das ist so dieses ökumenische, interreligiöse Denken, über das Menschen Frieden in der Welt bringen wollen. Und das soll alles ohne Jesus geschehen.
Und ich sage euch: Dieses Bemühen geschieht ohne den Heiligen Geist, denn Jesus fehlt. Der Heilige Geist schweigt nicht über Jesus, das tun nur fleischliche Menschen, die eine tolle Idee haben, wie Menschen vielleicht besser zueinander finden können, im gesellschaftspolitischen Sinn, im sozialen Bereich. Nein, Menschen, die vom Geist geleitet sind, die gemäß des Geistes leben, die können nicht von Jesus schweigen. Der Heilige Geist verherrlicht ihn, und sie verherrlichen ihn auch, die zweite Person der Gottheit, Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott. Er ist für Kinder Gottes der Name über alle Namen, in dem alles Heil besteht.
Kann man Amen dazu sagen? Das ist Jesus Christus. Das ist Punkt Nummer zwei, was Geistesmenschen kennzeichnet.

Die Frucht des Geistes und der Blick auf die Welt

Und drittens ist ein weiteres Merkmal derer, die nach dem Geist leben, ihr Verlangen nach Heiligung. Nach immer mehr von Jesus, mehr und mehr von dem Heiland. Mehr möchte ich sehen das stille Lamm. Mama, wie heißt das? Mehr möchte ich sehen das stille Lamm am Kreuz. So etwas weiß meine Frau immer aus. Die alten Lieder, die hat sie schon von zuhause aus ihrer Kindheit gelernt. Mehr möchte ich sehen das stille Lamm. Mehr, mehr von dem Heil.
Die Frucht des Geistes, wir haben von den Werken des Fleisches gehört. Im Gegensatz dazu steht die Frucht des Geistes. Sie ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Solche Menschen lernen, den Versuchungen der Sünde immer entschiedener zu widerstehen, die Begierden des verbliebenen Fleisches immer weiter abzutöten und immer mehr Sieg über die bösen Regungen ihres Herzens zu erlangen. Und dabei schauen sie nicht auf sich und ihre Sünden, sondern sie schauen auf Jesus. Indem sie das tun, werden sie verwandelt in sein Bild durch den Heiligen Geist. Gemäß des Geistes zu leben und nach den Dingen des Geistes zu trachten, heißt, sich vom Heiligen Geist verändern zu lassen. Halleluja!
Sie lieben ihre Bibel, das ist ihre Lieblingslektüre. Gottes Wort erfreut sie. Sie möchten in der Erkenntnis Gottes wachsen, darum lieben sie die Lehren des Evangeliums, und sie beten gern und suchen Erfüllung in der Gemeinschaft mit ihrem Erretter.
Aber sie suchen nicht nur Beglückung für ihre eigene Seele, sondern viertens: Wenn du nach den Dingen des Geistes strebst, dann interessiert dich nicht nur das Heil deiner eigenen Seele, sondern dann interessiert dich brennend auch das Heil deiner Mitmenschen. Du bist an der Gesellschaft interessiert, natürlich, in der du lebst. Du bist sogar besorgt um den Zustand der ganzen Welt. Aber wie schon gesagt, du suchst nicht die politische oder die soziale Lösung. Denn du siehst den wahren Grund, warum die Welt im Argen liegt.
Anders als Politiker und Weltverbesserer siehst du, dass sich die Welt im Griff des Teufels befindet. Du weißt, was in dieser Welt vorgeht, ist ein Kampf zwischen Licht und Finsternis. Wie soll das ein Bundeskanzler verstehen? Wie soll das ein Aktivist verstehen? Nur Geistesmenschen verstehen, was wirklich falsch läuft in der Welt. Wir sehen die verborgenen Mächte, die dahinterstecken, die Mächte der Finsternis, wie Paulus sagt, die Fürstentümer und die Gewalten der Hölle, die hintergründig am Wirken sind. Wir wissen, dass die Welt nicht politisch in Ost und West einzuteilen ist oder demokratisch oder diktatorisch, sondern in Licht und Finsternis.
Die Menschen sind perplex, dass diese Welt zu keinem Frieden findet, dass sogar alles nur noch schlimmer zu werden droht. Die Politik und ihre Aktivisten wissen nicht, was dahintersteckt. Wie sollen sie? Aber du als Geistesmensch weißt es. Du siehst die unsichtbare Welt in ihrem Kampf und in ihrer Auseinandersetzung. Wir wissen, dass alles ein Konflikt zwischen Himmel und Hölle ist und dass alles so kommen musste, wie wir es sehen. Die Bibel und der Heilige Geist lehren uns einen großen Abfall und das Kommen des Antichristen.
Menschen des Geistes sind nicht erschüttert von dem, was sie sehen. Sie kennen ihre Bibel und wissen, dass darin schon alles geschrieben steht. Und was noch herrlicher ist: Sie haben eine heiße Erwartung. Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Ein wunderbares Wort, einer der letzten Verse in der Heiligen Schrift. Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Es ist der Heilige Geist, der den Menschen des Geistes sagt: Ich komme bald, ich komme bald. Maranatha, ich komme bald.
Millionen von Menschen, alle Millionen auf der ganzen Welt, versammeln sich heute unter Gottes Wort und international. Sie sehnen sich und sie beten: Komme bald, komme bald, Herr Jesus. Und sie freuen sich, dass er kommt. Das sind Geistesmenschen. Sie leben gewiss zukunftsfroh auf dieser Erde, aber zur gleichen Zeit ist ihr Blick himmelwärts gewandt. Hier Wandel hier auf Erden ist schon ein Wandel im Himmel. Christus ist unser Leben, und Sterben ist unser Gewinn.

Zusammenfassung und Einladung zum Leben im Geist

Zusammengefasst, liebe Gemeinde: Menschen, die nach dem Geist leben, sind Menschen, deren Leben und Ziel Jesus Christus ist. Sich an Gott und seinem Heil zu erfreuen, das ist ihre Glückseligkeit.
Bist du nur ein gezwungener Christ, nur ein anerzogener, und bist du nach jedem Gottesdienst, nach jeder Bibellese froh, dass alles vorbei ist? Hast du schon sechsmal auf die Uhr geguckt und gedacht: Wann hört der Mensch endlich auf? Oh, das ist die Freude am Herrn, deine Stärke. Das ist einfach eine Kraft.
Ich weiß, ich bin ein ganz schlechter und einfacher Prediger, und ich habe das Zeug in mir, die Menschen zu langweilen. Gott möge mir helfen, dass ich lebendiger, frischer, klarer, deutlicher und geisterfüllter werde, damit wir noch viel, viel besser predigen. Das wünschen wir uns, nicht wahr, Christian? Und die Mimian hier, ihr seid gerade vorne. Wir wünschen uns, dass wir immer mehr vom Heiligen Geist erfüllt werden und immer besser werden. Aber wir können es leider nicht ändern, dass wir manchmal auch ein bisschen lang sind und euch ein wenig überfordern. Verzeiht uns das, ihr Lieben.
Aber am Ende eines solchen Gottesdienstes ist auch die Frage: Was macht dieser Gottesdienst heute mit euch? Was macht so eine Predigt, so ein Wort Gottes, mit dir? Oh, das war heute wieder schweres Zeug. Ja, dann weiß ich nicht, du bist mit deinen Gedanken schon wieder irgendwo auf dem Fußballplatz. Nein, natürlich nicht. Mit dem HSV hat das keinen Sinn. Ich will das jetzt nicht ins Lächerliche ziehen. Es ist ein großer Ernst, ihr Lieben. Es ist ein großer Ernst: Wohin treibt uns unser Herz? Wonach verlangt unsere Seele?
Und Menschen des Geistes, die gemäß des Geistes leben, die trachten nach Jesus und erfreuen sich ihr Leben lang an ihm. Sie können nicht genug davon bekommen. Und Gott möge euch segnen. Lasst uns fröhliche Menschen im Römerbrief sein und von dem Geheimnis Gottes, seines Heils und seiner Erlösung lernen. Danach sehnen sich die Kinder Gottes, vom Heiligen Geist erfüllt. Die Freude am Herrn ist unsere Stärke.
Aber das Trachten des Fleisches ist der Tod. Das Trachten des Geistes ist Leben und Friede. Ich lade dich ein: Trachte nach dem Leben, in Jesu Namen. Strebe nach dem Leben, in Jesu Namen, durch den Heiligen Geist. Und wir sagen miteinander Amen.
Wir stehen auf und singen gleich ein wunderbares Lied. Das Lied, das ahnt ihr schon, was kommt, nicht wahr? Ich hoffe, dass wir es noch kennen.
Lieber Vater, ich möchte dich herzlich bitten, einerseits für solche Menschen, die noch nichts davon wissen, was das Leben gemäß des Geistes bedeutet. Ich bitte dich, Herr, erwecke diese Herzen heute Morgen, mach sie lebendig aus dem Tod. Ich danke dir, Herr, verwandle sie, dass sie nicht mehr Fleisch sind, sondern Geistesmenschen werden.
Und diejenigen, die Geistesmenschen sind, Herr, lass uns erfüllt bleiben und sein von dem herrlichen Weg, den du, Heiliger Geist, uns leitest zu Jesus, unserem Heil und Erlöser. In Jesu Namen. Amen.