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Auch die Juden handeln nicht nach Gottes Geboten

Römer 2,25-3,829.11.2025
SerieTeil 2 / 5Der Römerbrief – Vers-für-Vers
Du kannst Gott nicht mit Religion beeindrucken. Am Ende zählt nicht das Äussere, sondern ob dein Herz wirklich umgekehrt ist – und ob du seine Gnade angenommen hast.

Rückblick auf das letzte Gericht und die Zeugen der Geschichte

 Römer 2,27 haben wir uns mit dem letzten Gericht vor dem großen weißen Thron beschäftigt, wo es heißt: Und die Vorhaut von Natur, die das Gesetz erfüllt, wird dich richten, der du mit Buchstaben und Beschneidung ein Gesetzesübertreter bist.
Dort beim großen weißen Thron, bei diesem letzten Gericht, wo Bücher geöffnet werden, die Bücher der Werke, in denen Gott alles verzeichnet hat, was ein Mensch in seinem Leben getan hat, wird auch das Buch des Lebens geöffnet. Das geschieht zur Dokumentation, dass diese Menschen einst darin standen, aber nicht mehr darin sind. Sie wurden gelöscht, nachdem die Gnadenzeit abgelaufen war und sie sich nicht bekehrt haben. Und da werden eben aus allen Epochen der Geschichte Menschen als Belastungszeugen auftreten.
Die Königin von Scheba, die Königin von Jemen, wird auftreten und die Generation zur Zeit des Herrn Jesus, die den Messias in ihrer Mitte erlebt hatte, verurteilen. Haben wir gesehen? Matthäus 12. Und dort wurde auch erwähnt: die Männer von Ninive aus der Zeit von Jona, wieder eine ganz andere Epoche der Geschichte. Die werden auch mit denen dort zusammentreffen aus der Zeit vor 2000 Jahren und werden diese Generation verurteilen, weil sie auf das Wort von Jona gehört haben, aber auf das Wort des Messias hin nicht gehört haben.
Und hier erfahren wir eben aus Römer 2, dass Heiden, die sich aufgrund des Zeugnisses der Schöpfung und aufgrund ihres eigenen Gewissens bekehrt haben, gegen solche auftreten werden, die das Gesetz hatten, den Willen Gottes genau wussten, sich aber nicht bekehrt haben und ein heuchlerisches Leben geführt haben.
Und das Thema kann weiter ausgeweitet werden. In 1. Korinther 6 sagt der Apostel Paulus in Vers 2: Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Und wenn durch euch, Fußnote der Elberfelder, oder vor oder unter euch, das heißt in eurem Beisein, nochmals: Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Und wenn in eurem Beisein die Welt gerichtet wird, seid ihr unwürdig, über die geringsten Dinge zu richten? Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden, geschweige denn Dinge dieses Lebens?
Also hier wird klargemacht, dass die Gläubigen der Gemeinde im Gericht auch dabei sein werden. Und auch da wird unter anderem die Funktion sein, als Belastungszeuge aufzutreten. Und das muss man sich ein bisschen konkret vorstellen. Es gibt ein Wiedersehen mit allen Leuten, die wir je in unserem Leben erlebt haben.
Darum war ich beeindruckt. Damals vor Jahrzehnten hat mir Paul Kiene, der Verfasser des Buches Das Heiligtum Gottes in der Wüste Sinai, dieses schöne Bildband über die Stiftshütte, gesagt: Wenn ich Traktate weitergebe, dann sage ich den Leuten jeweils ganz bewusst auf Wiedersehen. Entweder in der Herrlichkeit oder eben dort beim großen weißen Thron. Es wird ein Wiedersehen geben. Und dann wird so jemand als Belastungszeuge auftreten können: Ja, ich habe ihm die Botschaft weitergegeben, aber er hat nicht gewollt. Also so konkret wird das sein.
Ja, und ausgehend von dieser kurzen Bemerkung da in Vers 27 sehen wir: Da öffnet sich ein Riesenthema, und das ist schon gewaltig. Wir werden mit allen Leuten der ganzen Geschichte, die jemals gelebt haben, zusammenkommen. Man fragt sich ja manchmal: Wie viele Menschen hat es eigentlich insgesamt gegeben? Also, man kann das ja mit mathematischer Bevölkerungsstatistik in Größenordnungen ermitteln, und da muss man sagen, dass heute im Moment ein ganz bedeutender Teil der Menschen, die jemals in der Heilsgeschichte gelebt haben, heute lebt. Das ist schon speziell. So viele Menschen gab es ja noch nie gleichzeitig auf der Erde, und vor 2 Jahren gab es schätzungsweise vielleicht weltweit etwa 300 Millionen Menschen. Das ist eine kleine Zahl für das, was man heute rechnet, mit rund 8 Milliarden Menschen, also 8 Millionen Millionen.
Alle Menschen aus allen Epochen werden sich einmal begegnen. Natürlich auch nicht nur dieses ernste Treffen am großen weißen Thron, sondern auch im tausendjährigen Reich. Wir können noch kurz aufschlagen: Matthäus 8. Da spricht der Herr Jesus über das messianische Reich, das Reich der Himmel. Das ist ein jüdischer Ausdruck, um zu sagen: das Reich des Herrn. Schamaim steht für den Namen Gottes, Yahweh. Und da steht in Matthäus 8,11: Ich sage euch aber, dass viele von Osten und von Westen kommen und mit Abraham und Isaak und Jakob zu Tisch liegen werden in dem Reich der Himmel. Aber die Söhne des Reiches werden hinausgeworfen werden in die äußerste Finsternis, dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
Im Reich der Himmel ist hier gemeint das Tausendjährige Reich. Und da werden Menschen von Osten kommen, also Menschen, die die große Drangsal überleben werden. Die werden kommen, und von Westen. Die kommen alle nach Jerusalem, und die werden dann mit Abraham, Isaak und Jakob zusammen essen. Das ist unglaublich, nicht wahr? Also Menschen, die in der Geschichte um Jahrtausende unterschiedlich zu unterschiedlichen Zeiten gelebt haben, die werden zusammentreffen. Und man wird sogar mit Abraham zusammen essen können, und auch die Identität sieht man, bleibt erhalten. Abraham ist Abraham, und Isaak wird Isaak sein, als solcher erkennbar.
Natürlich, sie werden dann einen Auferstehungsleib haben, weil sie bei der Entrückung auch auferstehen werden mit Körper. Jetzt ist ihre Seele im Himmel. Aber die Menschen, die durch die Drangsal gegangen sein werden, diese unzählbare Schar aus allen Völkern, offenbar um sieben, und der Überrest Israels, die werden noch ihren Körper unerneuert haben, und die können alle miteinander essen. Mal wissen, das ist Henoch, an ihn hätte ich Fragen, und auch andere. Aber das ist wirklich gewaltig.
Also freudiges Wiedersehen und dann eben auch dieses ernste Wiedersehen mit den Verlorenen vor dem großen weißen Thron.

Die innere Wirklichkeit des Gottesvolkes

Ja, jetzt gehen wir wieder zurück zu Römer 2, Vers 28:
Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch ist die äußerliche Beschneidung im Fleisch Beschneidung, sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist. Und Beschneidung ist die des Herzens, im Geist, nicht in Buchstaben, dessen Lob nicht von Menschen, sondern von Gott ist.
Wo sollen wir anfangen? Mal von hinten. Und dann verknüpfen wir das gleich mit dem Anfang: dessen Lob nicht von Menschen, sondern von Gott ist. Und das Ganze beginnt mit: Denn nicht der ist ein Jude.
Was heißt Jude auf Deutsch? Ja, das Wort heißt Lobpreis, Lob. Ja, da sieht man das Wortspiel. Der wahre Jude, der wahre Lobpreis, das ist der, der es eben im Geist ist, nicht in Buchstaben, dessen Lob nicht von Menschen, sondern von Gott ist.
Also, es ist eine große Frage: Wer ist Jude? Das kann eine rabbinische Frage sein, das kann eine biblische Frage sein, das kann eine politische Frage sein. Politisch ist es so beantwortet: Jude ist jedenfalls der, der eine jüdische Mutter hat. Warum? Weil man nach dem Jahr 70 nach Christus, als die Römer Jerusalem zerstört hatten und auch das Archiv mit den Geschlechtsregistern, wo alle aus allen zwölf Stämmen, die es damals im Land gab, schriftlich nachweisen konnten: Ich bin aus Gad über diese Linie, ich bin aus Ephraim, ich bin aus Juda aus dieser Linie, die sind alle verloren gegangen. Und das gab ein Problem.
Im Alten Testament ist ja immer für den Abstammungsnachweis die Vaterlinie ganz entscheidend. Und plötzlich wird gesagt: Wer eine jüdische Mutter hat, ist Jude. Warum? Das ist eben eine Sache der praktischen Überlegung. Wie kann man die Abstammung am besten nachweisen? Ich meine, die Mütter normalerweise, die können sagen: Das war mein Baby, das ich damals unter Schmerzen auf die Welt gebracht habe. Aber Vaternachweis ist schwieriger. Und darum, um sicherzugehen, haben wir gesagt: Klar, also wer eine jüdische Mutter hat.
Und das ist bis heute so. Wer also in Israel einreisen will und den Pass bekommen will, denn der Staat Israel wurde gegründet mit der Überlegung, das soll eine Heimat sein für alle verfolgten Juden. Und wer nachweisen kann, dass seine Mutter Jüdin ist, ist willkommen und kriegt sehr schnell den Pass. Beim Vater braucht es noch mehr Nachweise. Wenn es die Großmutter war, dann am besten Fotos bringen vom Grabstein in Budapest oder woher man auch immer kommt, auf einem jüdischen Friedhof, nicht wahr? Also, der Gentest wird nicht angenommen. Das ist auch wieder eine politische Entscheidung.
Ja, also die einfachste Artdefinition wäre natürlich: jemand, der von Abraham, Isaak und Jakob abstammt. Der ist ein Jude, ob über Mutterlinie, Vaterlinie oder beides. Ja, aber jetzt erklärt der Apostel Paulus, was der Jude nach Gottes Gedanken ist. Das ist der, der zu diesem irdischen Volk durch natürliche Abstammung gehört und gleichzeitig bekehrt ist. Dann ist wirklich auch der Name Jude praktisch erfüllt: jemand, dessen Lob von Gott ist, jemand, der es nicht nur einfach symbolisch ist als ein Beschnittener, sondern wo die Beschneidung auch eine geistliche Bedeutung hat.
Aber jetzt muss man aufpassen. Das ist ein Trick von vielen, um zu sagen: Ja, Israel heute, das ist gar nichts nach der Bibel. Ein wahrer Jude, das ist einfach ein Bekehrter. Und die Gemeinde ist Israel. Ach wo, das steht nirgends in der Bibel, dass die Gemeinde Israel ist. Und die Gemeinde ist nach Jesu Jesu 3 sogar im Alten Testament ein Geheimnis. Und die Gemeinde gab es im Alten Testament nicht, nicht wahr?
Die von der Bundestheologie, die sagen: Ja, die Gemeinde ist einfach die Fortsetzung von Israel im Alten Testament. Jetzt sind es eben einfach gläubige Juden und gläubige Heiden, das ist quasi die direkte Fortführung. Aber die Gemeinde gab es im Alten Testament nicht. Und darum sagt der Herr Jesus in der ersten Stelle in der Bibel, wo die Gemeinde vorkommt, nämlich Matthäus 16, erwähnte Herr Jesus zum ersten Mal das Wort Ekklesia auf Griechisch, im griechischen Text: Auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen. Und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen.
Ja, also der Jesus sagt: Auf diesen Felsen werde ich die Gemeinde bauen, denn war sie damals in Matthäus 16 gar noch nicht da und schon gar nicht im Alten Testament. Aber auch das ist Munition, das muss man bereit haben. Matthäus 16, der Beweis: Die Gemeinde ist erst neutestamentlich, und zwar ab Pfingsten entstanden. Und dann spricht das Neue Testament über die Gemeinde als das himmlische Volk Gottes, aber die gab es im Alten Testament noch nicht. Die Gemeinde ist nicht ein Ersatz für Israel.
 Römer 9 bis 11 macht klar, dass Gott Verheißungen an Abraham, Isaak und Jakob gegeben hat für ein irdisches Volk Israel, und diese Verheißungen sind nicht dahin. Diese Berufungen und Gnadengaben Gottes sind unbereubar. Römer 11, Vers 29. Das hat Gott nie zurückgenommen. Aber es ist so, dass es Gottes Plan war, aus diesem Volk, das er aus Ägypten herausgeführt hatte, schließlich ein Volk zu machen von Wiedergeborenen. Aber durch die ganze Geschichte des Alten Testaments gab es nie diesen Zustand, dass ganz Israel wiedergeboren war.
Wir müssen uns ganz konkret vorstellen: Das Sklavenvolk in Ägypten wurde von Mose durch Gottes Wirken aus Ägypten hinausgeführt, zum Sinai geführt. 2. Mose 19: Gott macht einen Bund mit diesem einstigen Sklavenvolk und anerkennt es als sein Volk. Aber jetzt müssen wir lesen, was steht in 1. Korinther 10.
 1. Korinther 10, Vers 1: Denn ich will nicht, dass ihr darüber unwissend seid, Brüder, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren und alle durch das Meer hindurchgegangen sind, und alle auf Mose getauft wurden in der Wolke und im Meer, und alle dieselbe geistliche Speise aßen und alle denselben geistlichen Trank tranken, denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der sie begleitete. Der Fels aber war der Christus.
Und jetzt kommt ein Hammervers: Aber an den meisten von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie sind in der Wüste niedergestreckt worden. Was steht hier? An den meisten von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen. Aber war das das Volk Israel? Ja, ja. Aber das Volk von Wiedergeborenen? Nein, da war nur ein Teil wiedergeboren. Und ganz besonders hervorgehoben werden Kaleb und Josua. Aber eben die große Masse, und man muss als Hochrechnung sagen: Es waren 600 Männer, die wehrfähig waren. Wenn man die Frauen dazu nimmt, kommt man auf 1,2 Millionen, und noch Kinder, dann kommt man schnell auf drei, vier Millionen als Schätzung. Aber so, Gott es sagt: An den meisten hatte Gott kein Wohlgefallen.
Und trotzdem war das das Volk Israel. Und jetzt kommen die von der Bundestheologie und sagen: Ja, die Juden heute, das ist gar nicht, das sind gar keine richtigen Israeliten, und und ... Wie bitte? Natürlich sind das richtige Israeliten. Nein, es steht doch hier in Römer 2, der ist ... Ja, aber das galt auch damals im Alten Testament. Ein wahrer Israelit war jemand, der auch im Herzen beschnitten war. Aber das war immer nur ein Teil.
Also wir müssen unterscheiden zwischen dem Volk Israel als irdisches Volk, als Gesamtheit von allen denen, die genetisch abstammen von Abraham, Isaak und Jakob, und dann von Gottes Sicht auf das Volk, wo er für die Treuen in Israel einen speziellen Blick hatte. Und darum lesen wir in Hesekiel von dem Buch des Hauses Israel, ein Buch, in das Gott immer die Wiedergeborenen aus Israel speziell eingeschrieben hat.
Und schlagen wir auf in Micha, Maleachi 3, und zwar lese ich Vers 16: Da unterredeten sich miteinander die den Herrn fürchten, und der Herr merkte auf und hörte, und ein Gedenkbuch wurde vor ihm geschrieben für die, die den Herrn fürchten und die seinen Namen achten. Und sie werden mir, spricht der Herr der Heerscharen, zum Eigentum sein an dem Tag, den ich machen werde, und ich werde sie verschonen wie ein Mann seinen Sohn verschont, der ihm dient. Und ihr werdet wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.
Da sehen wir: Hier spricht Gott durch Maleachi über ein Gedenkbuch speziell für die Treuen, die Gottesfürchtigen aus Israel. Da ist nicht ganz Israel eingeschrieben, sondern man muss sagen, dass Israel ganz nach Gottes Gedanken, wo es nicht nur wörtlich eben um Juden geht, sondern um Juden, die wirklich zum Lob Gottes leben.
Und dann in Hesekiel, ich habe angetönt, Hesekiel 13, da geht es um falsche Propheten in Israel, und ich lese 13, Vers 8: Darum so spricht der Herr, der Ewige: Weil ihr eitles redet, die falschen Propheten eitles redet und Lüge schaut, darum siehe, will ich an euch, spricht der Herr, der Ewige, und meine Hand wird gegen die Propheten sein, die eitles schauen und Lüge wahrsagen. Im Rat meines Volkes sollen sie nicht stehen und in das Buch des Hauses Israel nicht eingeschrieben werden, und in das Land Israel sollen sie nicht kommen, und ihr werdet wissen, dass ich der Herr, der Ewige bin.
Sieht man, da wird ein Buch geführt, das Buch des Hauses Israel, in dem nicht alle Israeliten eingetragen sind, sondern nur die, die sich auch wirklich bekehrt haben. Also man muss unterscheiden: einfach Israel nach dem Fleisch und dann eben das, was Gott wünscht, dass alle Israeliten nach dem Fleisch auch innerlich Israeliten werden und sich bekehren und wiedergeboren werden. Und die werden ins Buch des Hauses Israel eingetragen.
Das ist übrigens auch eines der Bücher, das dann geöffnet wird vor dem großen weißen Thron in Offenbarung 20, Vers 10 und folgende. Da heißt es ja: Bücher wurden aufgetan, und sie wurden gerichtet nach den Werken, die in den Büchern stehen, und das Buch des Lebens wird aufgetan. Ganz allgemein gesprochen werden Bücher aufgetan, und da wird auch das Buch des Hauses Israel sein. Und da wird dokumentiert werden bei Israeliten, die dann vor dem Thron stehen werden: Ihr seid auch im Buch des Hauses Israel nicht eingetragen.
Aber unser Vater war Abraham. Ja, aber ihr hättet euch auch bekehren müssen. Dadurch, dass man eben als Israel geboren wird, ist man nicht gerettet für die Ewigkeit, aber man gehört zum irdischen Volk Gottes. Aber man wird nicht eingeschrieben ins Buch des Hauses Israel.
Und dann haben wir da das Buch des Lebens. Dort hat Gott bei der Schöpfung alle Menschen, die je entstehen würden, ich sage das so bewusst, ich habe nicht gesagt, die je geboren werden würden. Denn auch wenn man im Mutterleib ist, das kann David bezeugen in Psalm 139: meinen ungeformten Knäuel sahen deine Augen, und in dein Buch waren sie eingeschrieben, die Lebenstage. Also sind alle eingetragen. Aber wenn die Gnadenzeit abläuft, löscht Gott Menschen aus dem Buch des Lebens.
Man wird nicht bei der Bekehrung eingeschrieben, das steht nirgends in der Bibel, sondern man ist schon drin. Und das Buch des Lebens wird auch dokumentieren: die ganze Menschheit nicht mehr drin, aber ihr habt nicht gewollt. Und so wird auch das Buch des Hauses Israel, das Gedenkbuch aus Maleachi 3, wird da geöffnet werden. Und das hilft alles, um Römer 2 richtig zu verstehen.
Das wertet also nicht ab die Bedeutung Israels durchs ganze Alte Testament hindurch. Das waren Israeliten, und die Bibel spricht darüber, über Israel, Israel, Israel, aber immer war nur ein Überrest wirklich wiedergeboren. Aber niemand würde sagen: Ja, also die anderen, die waren gar nicht Israel. Nein, die waren auch Israel. Und zwar Israel nach dem Fleisch, aber nicht Israel im Buch des Hauses Israel.
Und dieser Ausdruck Israel nach dem Fleische ist sehr wichtig, können wir in Römer 9 noch nachschauen. Da spricht Paulus darüber in Vers 1 und folgende, wie er traurig ist über all die aus seinem Volk, die den Messias nicht erkannt haben. Und er sagt, es schmerzt ihn, und er wäre gerne durch einen Fluch von Christus entfernt, wenn er nur seine Verwandten dadurch retten könnte.
Also Römer 9, Vers 3: Denn ich selbst habe gewünscht, durch einen Fluch von dem Christus entfernt zu sein, für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch, die Israeliten sind, deren die Sohnschaft ist und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung und der Dienst und die Verheißungen, deren die Väter sind und aus denen dem Fleisch nach der Christus ist, der über allem ist, Gott gepriesen in Ewigkeit. Amen.
Und dann wird in Vers 6 gesagt: Nicht aber, dass das Wort Gottes hinfällig geworden wäre, denn nicht alle, die aus Israel sind, diese sind Israel, auch nicht, weil sie Abrahams Nachkommen sind, sind alle Kinder, sondern in Isaak wird dir eine Nachkommenschaft genannt werden. Das ist nicht die Kinder des Fleisches, diese sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Nachkommen gerechnet, denn dieses Wort ist ein Verheißungswort und so weiter.
Also wird eben hier unterschieden: Israeliten, die ungläubig sind, aber von denen wird gesagt, ihnen gehört die Sohnschaft, weil in 2. Mose 4 sagt Gott zu Pharao: Lass meinen Israel, meinen Erstgeborenen, ziehen. Also dieses wörtliche Volk Israel wird als Gottes Sohn bezeichnet, Erstgeborener, und darum gehört ihnen die Sohnschaft. Und die Herrlichkeit, dass die Schechina in der Stiftshütte und im Tempel, die Bündnisse, die Gott mit Israel gemacht hat, mit den Erzvätern und mit Israel im Sinai, die Gesetzgebung, der Gottesdienst, der Priesterdienst, die Verheißungen, alles gehört ihnen, die Väter. Und dem Fleisch nach ist aus diesem Volk, aus diesem biologischen Volk, der Messias gekommen.
Aber auch in weiteren Versen wird eben ein Unterschied gemacht zwischen denen, die sich wirklich bekehren, und denen, die einfach nur äußerlich als Glieder des irdischen Volkes Israel dastanden. Eine Hausaufgabe in Römer 9 bis 11: das sorgfältig durchlesen und jedes Mal die Ausdrücke „Israeliten“ in Vers 4 anstreichen und auch jedes Mal, wenn steht „Juden“, „Israel“, „Juden“. Ich mache da mir am Rand grün so einen fetten Kreis hin, und dann kann ich da nur durchblättern und habe sofort alle Stellen beieinander.
Und wenn jemand sagt, also im Neuen Testament ist Israel die Gemeinde. Okay, gehen wir mal durch. Vers 4: Die Verwandten nach dem Fleisch, die Israeliten sind, ist das die Gemeinde? Nein, hier nicht. Wie steht es aber in Vers 24? Uns, die er auch berufen hat, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Nationen. Aus den Juden, ist das die Gemeinde? Nein, damit ist das jüdische Volk gemeint, im Gegensatz zu den Nationen.
Und dann in Vers 27: Jesaja aber ruft über Israel, ja, das ist die Gemeinde, okay, lesen wir weiter: Wäre die Zahl der Söhne Israels, ah nochmals, wie der Sand des Meeres, nur der Überrest wird errettet werden. Also Israel meint hier gerade das gesamte Volk, der Überrest und auch alle die vielen, die eben nicht bekehrt sind.
Und dann Vers 31: Israel aber einem Gesetz der Gerechtigkeit nachstrebend ist nicht zu diesem Gesetz gelangt. Ist das die Gemeinde? Nein, hier nicht. Ja gut, gehen wir weiter. Also das ist Hausaufgabe, aber das ist echt hilfreich, um zu sehen: Nein, ständig heißt an so vielen Stellen in 9 bis 11 bedeutet Israel, Juden wirklich das irdische Volk, das besteht aus Menschen, die von Abraham, Isaak und Jakob abstammen und nicht einfach nur die Bekehrten aus Israel. Und so wird klar, dass das einfach nicht stimmt, dass mit Israel sei heute die Gemeinde.
Und was aber noch wichtig zu sagen ist: In Römer 11, Vers 1 steht: Ich sage nun, hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Und dieser Satz wird gesagt nach dem Satz vorher, 10,21: Von Israel aber sagt er: Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestreckt zu einem ungehorsamen und widersprechenden Volk. Das ist ein Zitat aus Jesaja 65,2. Bedeutet hier Israel die Gemeinde? Nein, sogar das ungläubige Israel. Also, und gerade danach heißt es: Ich sage nun, hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das sei ferne. Also, diese Verstoßung von Israel hat nie stattgefunden.
Weiter: Denn auch ich bin ein Israelit aus dem Geschlecht Abrahams, vom Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erkannt hat. Oder wisst ihr nicht, was die Schrift in der Geschichte Elias sagt, wie er vor Gott auftritt gegen Israel? Herr, sie haben deine Propheten getötet, deine Altäre niedergerissen, und ich allein bin übrig geblieben, und sie trachten mir nach dem Leben. Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? Ich habe mir übrig bleiben lassen siebentausend Mann, die ihre Knie nicht vor dem Baal gebeugt haben.
Also das war ein Tiefgang: Israel, die zehn Stämme zur Zeit von Elia, und Elia sagt in Übertreibung: Ich bin allein übrig geblieben, der Treue. Und Gott sagt: Nein, es gibt siebentausend in Israel, die zu dem Überrest gehören, der wirklich treu ist. Und dann schließt Paulus in Vers 5: So besteht nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest nach Auswahl der Gnade. Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken, sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade.
Was nun, was Israel sucht, das hat es nicht erlangt, aber die Auserwählten haben es erlangt. Bedeutet hier Israel die Gemeinde? Nein, wie gerade gesagt, was Israel sucht, hat es nicht erlangt. Aber Vers 5 macht klar: Zu jeder Zeit in der Heilsgeschichte gab es einen treuen Überrest. Das hat nie aufgehört. Immer gab es solche, die sich in Israel bekehrt haben, und es deutet hier auch an, und das waren mehr, als man einfach so meinen könnte. Eben als ein Elia sagt: Ich bin allein übrig geblieben, siebentausend habe ich mir übergelassen.
Es gab immer einen Überrest. Und dann wird hier gesagt: Auch in der heutigen Zeit, also nach der Verwerfung des Messias, so besteht nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest nach Auswahl der Gnade. Und die entsprechen eben diesem Plan Gottes im vollen Sinn. Und das ist der Sinn von Römer 2,28. Ich lese nochmals:
Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch ist die äußerliche Beschneidung im Fleisch Beschneidung, sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist. Und Beschneidung ist die des Herzens, im Geist, also dass man im Herzen wirklich anerkennt: Ja, ich bin ein Sünder, und ich brauchte Gottes Gnade und Vergebung durch den Tod des Messias Jesus, der es innerlich ist, und Beschneidung ist die des Herzens, im Geist, nicht in Buchstaben, dessen Lob nicht von Menschen, sondern von Gott ist.
Der hat das, was das Wort Jude bedeutet, wirklich erfüllt.

Der Vorrang Israels und die Bedeutung der Verheissungen

Nun geht es aber weiter in Kapitel 3. Was ist nun der Vorteil des Juden, oder was ist der Nutzen der Beschneidung? Ich war: Gott hat ja dieses Volk als ein irdisches Volk eingesetzt, und man gehörte zu diesem Volk durch natürliche Geburt. Zum himmlischen Volk gehört man durch Wiedergeburt. Und wenn man geboren war, musste man am achten Tag beschnitten werden, aber das war von Gott so angeordnet.
Jetzt kann man nicht kommen und sagen: Ja, aber die eigentliche Beschneidung ist ja die des Herzens. Ja, aber die wörtliche hat Gott angeordnet, und die sollte eben das illustrieren, was das wirklich Wertvolle ist: die Beschneidung im Herzen. Wo man nicht nur einfach äußerlich diese Operation erleidet, sondern im Herzen sagt: Jawohl, ich anerkenne Gottes Urteil über meine sündige Natur. Christus musste für meine Verdorbenheit und für meine Sünden sterben. Das ist Beschneidung des Herzens.
Also, jetzt kommt die Frage: Was ist nun der Vorteil des Juden, dass Gott ein jüdisches Volk geschaffen hat, und was ist der Nutzen der Beschneidung, dass Gott die Beschneidung Abraham angeordnet hat in 1. Mose 17? Die Antwort: viel, in jeder Hinsicht. Und wir haben gesehen: Ja, tatsächlich in verschiedenen Hinsichten, geistlich, dann auch gesundheitlich, medizinisch und so weiter und so fort. Viel, in jeder Hinsicht.
Jetzt wird anhand von Beispielen gezeigt: Denn zuerst einmal sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden. Also dieses Volk hat die Bibel bekommen. Man muss sich vorstellen: Ab der Erschaffung der Welt, Adam, all die Generationen bis auf Noah, Adam, Seth, Enosch, Kenan, Mahalalel, Jered, Henoch, Methusalah, Lamech, Noah – die hatten keine Bibel. Und dann nach Noah, Sem und die ganze Linie von zehn Generationen bis auf Abraham – die hatten keine Bibel. Und dann auch Abraham, Isaak, Jakob – die hatten keine Bibel.
Erst mit dem Auszug aus Ägypten durch Mose hat Gott Israel sein Wort anvertraut, in schriftlicher Form, inspiriert. Und dieses Wort Gottes wird hier genannt: die Aussprüche Gottes. Das ist das Wort Logia, und das ist ein sehr wichtiges Wort im Blick auf die Inspiration. Das heißt, das ganze Alte Testament, das Israel anvertraut wurde, wird hier genannt: die Aussprüche Gottes. Nicht nur, wenn es heißt: So spricht der Herr, oder wie wir gelesen haben in 1. Mose 17, dass Gott Abraham erscheint und sagt: Ich bin Gott, der Allmächtige, wandle vor mir und sei vollkommen. Nicht nur das sind Aussprüche, sondern die ganzen Erzählungen, also alles, was wir im Alten Testament haben, jeder Satz ist zu bezeichnen als Ausspruch Gottes. Es ist Gottes direkte Rede an uns.
Auch nicht so, dass die Bibel Gottes Wort enthält, sondern das Geschriebene ist Gottes Wort. Dazu noch als Ergänzung: 2. Timotheus 3,16. Da heißt es: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt.
Jetzt heißt es: Alle Schrift ist von Gott eingegeben. Was wir hier in der deutschen Bibel mit „von Gott eingegeben“ haben, ist im Grundtext nur ein Wort: Theopneustos. Und das heißt wörtlich: von Gott gehaucht. Also die ganze Schrift ist von Gott gehaucht.
Nun ist uns klar: Wenn ich hier spreche, dann geschieht Kommunikation. Aber ohne den Hauch, ohne Luft, würde gar nichts funktionieren. Ich atme ein, von da unten her, zuerst da unten und nachher oben. Dann kann man so das doppelte Volumen an Luft bekommen. Und das ist übrigens auch für die Stimmbänder sehr wichtig. Also alle professionellen Sänger atmen so, dass zuerst beim Einschnaufen, beim Einatmen, auf Hochdeutsch, da geht zuerst die Bauchdecke hoch. Also wenn man auf dem Bett liegt, muss man achten: Die meisten heben zuerst die Brust hoch. Falsch. Zuerst der Bauch, und dann da oben. Dann kriegt man die doppelte Luftmenge, und das macht auch, dass die Stimme viel sonorer klingt.
Dann geht das von der Lunge da durch die Stimmbänder hindurch, dann in den Rachen, und bei mir fließt das jetzt gerade im Moment so zwischen Zunge, Zähnen und Lippen raus. Das funktioniert dann als Kommunikation. Und das wird so schnell verarbeitet im Gehirn und sofort umgesetzt. Es ist unglaublich, was passiert. Ihr seid ständig am Rechnen. Ja, da oben, es wird dauernd gerechnet. Und eben dadurch, durch den Hauch, ist die Kommunikation möglich.
Und wenn es jetzt hier heißt: Alle Schrift ist von Gott gehaucht, dann heißt es, alles, was da geschrieben ist, ist Gottes direkte Rede. Gott spricht. Also durch jeden Satz, durch jedes Wort in der Bibel, natürlich im Grundtext. Ja, ich habe die deutsche Bibel auf der hebräischen Bibel oben. Was ist das Fundament? Da spricht aus jedem Wort, mit jedem Buchstaben spricht Gott das Geschriebene.
Hier steht nämlich nicht, die Bibelschreiber waren von Gott inspiriert, sondern die Schrift ist von Gott gehaucht. Das heißt, die Bibelschreiber waren inspiriert vom Heiligen Geist. Männer Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist, nicht nur geleitet. Die normale Führung des Gläubigen ist: So viele durch den Geist Gottes geleitet werden, Römer 8,14, diese sind Söhne Gottes. Aber von den Bibelschreibern heißt es, die waren getrieben vom Heiligen Geist.
Jetzt könnte jemand sagen: Ja gut, die waren getrieben sogar, aber vielleicht haben die eben doch ihre eigenen Gedanken und auch ihre falschen Meinungen mit einfließen lassen in das, was sie aufgeschrieben haben. Und darum haben wir 2. Timotheus 3,16, wo steht: Alle Schrift ist von Gott gehaucht, eingegeben. Das heißt, das Endprodukt da auf Hebräisch, das ist Gottes direkte Rede. Und hier das griechische Neue Testament, das Endprodukt, das, was da steht, das spricht Gott direkt. Alle Schrift ist von Gott eingegeben, von Gott gehaucht.
Und hier Römer 3,2: Jetzt kommen wir zurück. Da heißt es: Ihnen wurden die Aussprüche Gottes anvertraut. Das ist schon mal ein Riesenvorteil des Juden. Was ist nun der Vorteil des Juden? Viel, in jeder Hinsicht, denn zuerst einmal sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden.
Aber dann geht es weiter in Vers 3: Was denn? Wenn einige nicht geglaubt haben, wird etwa ihr Unglaube die Treue Gottes aufheben? Jetzt sind wir wieder bei dem Problem. Gott hat ein irdisches Volk erwählt, die durch natürliche Geburt dazugehörten, nicht durch Wiedergeburt. Aber wenn sie sich dann bekehrt haben und wiedergeboren wurden, dann kamen sie in das Buch des Hauses Israel.
Aber jetzt kommt die Frage: Was ist dann mit all denen aus Israel, die eben gar nicht geglaubt haben? Und diese waren doch ziemlich zahlreich. Ich meine, die Aussage ist ja schon sehr stark: An den meisten von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen, 1. Korinther 10,5. Gut, es konnten auch wahre Gläubige sein, die untreu waren und Gott nicht gefallen haben. Aber diese pauschale Aussage ist enorm.
Dann wird gleich geantwortet: Das sei ferne. Das ist nun ein Ausdruck, den wir immer wieder im Römerbrief finden werden. Das sei ferne, das sei ferne. Das ist ein Ausdruck tiefster Empörung gegen eine falsche Vorstellung. Also Gottes Treue wird nicht etwa in Frage gestellt dadurch, dass eben viele aus Israel gar nicht bekehrt waren. Das sei ferne.
Und dann wird grundsätzlich erklärt in Vers 4: Gott aber sei wahrhaftig, jeder Mensch aber Lügner, wie geschrieben steht, damit du gerechtfertigt wirst in deinen Worten und überwindest, wenn du gerichtet wirst. Das ist ein Zitat aus Psalm 51,6. Können wir das nachschlagen im Alten Testament? Das ist der Bußpsalm von David nach seinem Ehebruch und Mord. Und er sagt in Vers 6 – ich lese schon Vers 5 –: Denn ich kenne meine Übertretungen, meine Sünde ist beständig vor mir. Du musst dir dauernd daran denken, was er gemacht hat. Gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt, und ich habe getan, was böse ist in deinen Augen, damit du gerechtfertigt wirst, wenn du redest, für rein befunden, wenn du richtest.
Siehe, in Ungerechtigkeit bin ich geboren. Dann erkennt er eben die Erbsünde, diese sündige Natur von Adam hier: Siehe, in Ungerechtigkeit bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen. Also er sieht seine Schuld als Israelit, der gefallen war gegen Gott, und dadurch sollte umso deutlicher werden, wie Gott im Kontrast dazu ist: damit du gerechtfertigt wirst, wenn du redest, für rein befunden, wenn du richtest. Also unsere Sünde soll bedeuten, dadurch wird der Kontrast zu Gott, der so anders ist, deutlich.
Rechtfertigen heißt ja, erklären, dass jemand gerecht ist. Damit erklärt wird, dass du gerecht bist, wenn du redest, für rein befunden, wenn du richtest, wenn du ein Urteil sprichst. Und hier wird also betont: Die Untreue in Israel bedeutet nie, dass die Treue Gottes irgendwie in Frage gestellt ist. Gott ist immer wahrhaftig, er hat immer Recht, und der Mensch von sich aus immer Unrecht, jeder Mensch ein Lügner. Das wird bestätigt mit dem Zitat aus dem Alten Testament, Psalm 51,6.
Und jetzt geht es weiter, Vers 5: Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit erweist, was sollen wir sagen? Ist Gott etwa ungerecht, dass er Zorn auferlegt? Ich rede nach Menschenweise. Also jetzt kommt ein neuer Gedanke rein. Wenn es so ist, wir Menschen, wenn wir sündigen, machen umso mehr klar, wie gerecht Gott ist. Das ist etwa so auf dem Hintergrund von schwarzem Samt: Ein Diamant wirkt auf dem schwarzen Hintergrund als Kontrast, sodass der Diamant und sein spezielles Funkeln, wenn er wirklich schön geschliffen ist, noch mehr zur Geltung kommt.
Und jetzt hat Paulus erklärt: Die Sünde des Menschen zeigt umso mehr, wie gerecht Gott ist. Da kommt die Frage: Ja, aber dann hilft ja eigentlich unsere Sünde, dass Gott geehrt wird. Wieso wird dann die Sünde noch gestraft? Die Sünde trägt ja dazu bei, dass man umso mehr sieht, wie wunderbar Gott ist. Und wie reagiert Paulus? Das sei ferne. Wieder dieser Ausdruck, also ein Ausdruck der Entrüstung, der totalen Ablehnung. Das ist völlig verwegen, so zu denken.
Eine Hausaufgabe wäre dann im Weiteren: Ja, alle diese Stellen durchgehen, wo Paulus sagt: Das sei ferne, das sei ferne. Alle diese Stellen zusammensuchen, das gibt ein ganz interessantes Bildes Studium.
Jetzt Vers 6: Wie könnte sonst Gott die Welt richten? Also wenn man sagt: Ja, die Sünde trägt zur Ehre Gottes bei, dann müsste eigentlich der Sünder gar nicht mehr bestraft werden. Völlig abwegig. Das sei ferne. Und es ist ja schon mal klar: Die Bibel sagt, dass Gott einmal die ganze Welt zur Rechenschaft ziehen wird als Richter. Also wenn dieser Gedanke stimmen würde, der Sünder muss eigentlich gar nicht bestraft werden, weil es diente dazu, umso mehr zu sehen, wie gerecht Gott ist, dann würde es auch kein Gericht der Menschheit geben. Aber das gibt es ja. Das sagt die Bibel so klar: Wie könnte sonst Gott die Welt richten? Und wir lesen davon in Offenbarung 20,10 und folgende, das letzte Gericht vor dem Großen Weißen Thron, das kommt dann.
Sagt Paulus: Wenn aber die Wahrheit Gottes durch meine Lüge übergeströmt ist zu seiner Herrlichkeit, warum werde ich auch noch als Sünder gerichtet? Also nochmals die Frage: Wenn ja das Böse dazu dient, zu sehen, wie wunderbar Gott ist. Wir können dazu noch einige Bibelstellen aufschreiben: Römer 8,28. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken. Also wenn auch aus all dem Bösen, das wir erlebt haben im Leben, wenn Gott daraus etwas Gutes machen kann, wieso gibt es denn ein Gericht?
Oder ich möchte lesen aus 1. Mose 45,5 aus der Josefsgeschichte. Das ist dieser bewegende Moment. Josef kann sich nicht mehr zurückhalten. Er hat immer versucht, also versucht, es war für ihn ganz wichtig, dieser harte ägyptische Wesir und dem Pharao zu sein, um in seinen Brüdern etwas zu bewirken, auszulösen. Und dann kam der Moment, er konnte sich nicht mehr bezwingen.
 1. Mose 45,1: Da konnte Josef sich nicht mehr bezwingen vor allen, die um ihn standen, und er rief: Lasst jedermann von mir hinausgehen! Und es stand niemand bei ihm, als Josef sich seinen Brüdern zu erkennen gab. Und er erhob seine Stimme mit Weinen, und die Ägypter hörten es, und das Haus des Pharaos hörte es. Er hat so laut geweint, die haben das draußen wahrgenommen. Und Josef sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Josef. Plötzlich er, der immer ägyptisch gesprochen hat, mit Dolmetscher, mit Hebräisch ohne Akzent: Ich bin Josef. Lebt mein Vater noch?
Und dann möchte ich eben hinweisen auf Vers 5: Und nun betrübt euch nicht und zürnt nicht über euch selbst, dass ihr mich hierher verkauft habt, denn zur Erhaltung des Lebens hat Gott mich vor euch hergesandt. Gott hat einen höheren Plan. Das war so böse und niederträchtig. Ich meine, man muss sich das vorstellen: Man hätte eine Familie mit einigen Kindern, und dann verkaufen die meisten der Kinder das jüngste Kind nach Ägypten in die Sklaverei. Was ist das für eine Familie? Das ist unglaublich übel. Und Gott hat das benutzt, um schließlich gute Pläne zu verwirklichen, dass die ganze Familie überleben konnte in einer schweren Hungersnot.
Und dann möchte ich lesen aus 1. Mose 50 ganz am Ende der Josefsgeschichte. Nochmals sind die Brüder Josefs unsicher, ob Josef wirklich vergeben hat, und sie kommen nochmals mit dem Problem, und Josef muss weinen, hier zum siebten Mal. In der Josefsgeschichte weint er, weil sie das nicht glauben, dass er vergeben hat. Er sagt in 50: Da sprach Josef zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn bin ich an Gottes statt? Ihr zwar hattet Böses gegen mich im Sinn, Gott aber hatte im Sinn, es gut zu machen, damit er täte, wie es an diesem Tag ist, um ein großes Volk am Leben zu erhalten. Und nun fürchtet euch nicht, ich werde euch und eure Kinder versorgen. Und er tröstete sie und redete zu ihrem Herzen. Wunderbar, nicht wahr? Also, es hat alles zum Guten gewirkt.
Und jetzt die Frage hier: Wenn aber die Wahrheit Gottes durch meine Lüge übergeströmt ist zu seiner Herrlichkeit, warum werde ich auch noch als Sünder gerichtet? Ja, aber wir werden im Weiteren sehen, weil Gott Sünde nicht stehen lassen kann. Gott ist absolut gerecht, er muss Sünde bestrafen, entweder an uns oder an unseren Stellvertreter, Herrn Jesus.
Zum Abschluss möchte ich noch den nächsten Satz dazunehmen: Und ist es etwa so, wie wir gelästert werden und wie einige sagen, dass wir sprechen: Lasst uns das Böse tun, damit das Gute komme? Also es gab damals im ersten Jahrhundert Leute, die behaupteten von den Christen, die sagen: Wir können darauf lossündigen, weil dann macht Gott etwas Gutes daraus. Aber Paulus sagt, das ist eine Lästerung, das sagen wir Christen gar nicht. Aber es gab einige, die sagen, dass wir sprechen: Lasst uns das Böse tun, damit das Gute komme. Und dann schließt das Thema ab: deren Gericht gerecht ist. Also mit Verleumdern wird Gott abrechnen.
Und dann werden wir nächstes Mal sehen in weiteren Versen, wie der Apostel erklärt: Dieser Gott, der gerecht ist, muss die ganze Menschheit richten, aber es gibt einen Ausweg durch Stellvertretung. Wollen wir hier schließen.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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