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Kolosser 1,19

Kolosser 1,19
Kolosser 1,1911.12.2021
SerieTeil 5 / 13Christus in euch: Der Brief an die Kolosser
Jesus ist nicht nur ein guter Mensch: In ihm wohnt die ganze Fülle Gottes. Und genau daraus wächst die Frage, die alles entscheidet: Macht er auch dein Chaos neu?

Einführung in die Fülle der Gottheit

Wir fahren weiter mit Vers 19 aus Kolosser 1. Denn es war das Wohlgefallen der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen und durch ihn alle Dinge mit sich zu versöhnen, indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes, durch ihn, es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln.
Was ist damit gemeint? Und wir finden denselben Ausdruck noch einmal in Kapitel 2, Vers 9: Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid vollendet. Diese ganze Fülle in Kolosser 1,19 müssen wir also zusammen sehen mit Kolosser 2,9. Es geht um die Fülle der Gottheit.
Ich weiß, das Wort Gottheit ist nicht dasselbe wie Gott. Und die Fülle der Gottheit meint den dreieinen Gott. Es gibt nur einen Gott, einen wahren Gott. Und das Glaubensbekenntnis Israels ist nichts anderes als 5. Mose 6,4: Höre Israel! Der Herr, unser Gott, ist ein Herr.
Und schon das Alte Testament offenbart uns, dass Gott nicht nur eine Person ist. Zum Beispiel sagt Salomo im Prediger, Prediger 12. Da spricht er junge Menschen an, hier der alt gewordene Salomo, und sagt: Gedenke deines Schöpfers in den Tagen deiner Jugendzeit. Aber wer das einmal im hebräischen Grundtext liest, der hat vielleicht einen Schock, wenn er meint, Gott wäre nur eine Person. Hier steht nämlich deines Schöpfers, Boecha. Und das heißt „deine Schöpfer“. Das ist Mehrzahl. Tut mir leid, dein Schöpfer wäre Bor-Acha, aber es ist Bor-Echa, und das ist deine Schöpfer in der Mehrzahl. Und wie ist das möglich?
Nun, Elihu sagt in Hiob 32: Der Geist Gottes hat mich gemacht, der Heilige Geist hat ihn erschaffen. Und in Kolosser 1,16 haben wir gelesen: Denn in ihm sind alle Dinge erschaffen worden durch den Sohn Gottes. Und in 1. Könige 8,6 lesen wir: Alle Dinge kommen von Gott, dem Vater, durch unseren Herrn Jesus Christus. Ja, in der Schöpfung ist der dreieine Gott wirksam gewesen. Der Vater hat die Pläne, die Ratschlüsse gefasst. Darum heißt es: Alle Dinge kommen von Gott, dem Vater, durch den Herrn Jesus. Der Jesus hat eben das Persönliche ausgeführt, und der Heilige Geist hat in der Schöpfung in seiner Kraft gewirkt. Und darum sagt Salomo: Gedenke deiner Schöpfer in den Tagen deiner Jugendzeit.
Und dann möchte ich noch einen Hinweis machen auf 1. Mose. Da spricht Vater Abraham in 1. Mose 20. Ich lese schon ab Vers 12 des Zusammenhangs wegen: Auch ist sie, er spricht von Sara, seiner Frau, auch ist sie wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht die Tochter meiner Mutter, und sie ist meine Frau geworden. Und es geschah, als Gott mich aus dem Haus meines Vaters wandern ließ, da sprach ich zu ihr: Dies sei deine Güte, die du mir erweisen mögest usw.
Also, wenn man das jetzt im hebräischen Grundtext, ich habe die hebräische Bibel nachgelesen, da erlebt man zumindest als orthodoxer Jude einen Schock. Ja, klar, das Wort Gott ist Elohim. Aber das ist ja schon in Vers 1 so: Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und Gott ist Elohim, das ist eigentlich eine Mehrzahlform, Elohim. Wir sagen Cherub, das ist ein Cherub, und Mehrzahl ist Cherubim. Seraph ist Einzahl, und die Mehrzahl ist Seraphim. Also männliche Pluralbildung. Und Eloah wäre Gott in Einzahl, aber die Bibel benutzt über zweitausendmal den Plural Elohim.
Nur wenn jetzt jemand übersetzen wollte: Im Anfang schufen die Götter, das geht gar nicht, denn das Verb Barah ist dritte Person Einzahl. Es müsste ja heißen Bar-u. Dann würde es heißen: Und die Elohim schufen. Also: Am Anfang schufen die Elohim. Aber es steht in der Einzahl, das ist so üblich. Aber trotzdem sagt schon 1. Mose 1,27: Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserem Bild. Er spricht im Plural.
Und hier steht eben in 1. Mose 20,13: Und es geschah, als die Elohim mich aus dem Haus meines Vaters wandern ließen. Hid-U, das ist dritte Person Plural. Wie geht das? Abraham hat den wahren Gott, der ihm erschienen ist in Ur in Chaldäa und gesagt hat: Geh aus deiner Verwandtschaft, aus deines Vaters Haus. Da sagt er: Die Elohim haben mich wandern lassen. Das ist der dreieine Gott. Und so könnte man da noch weiterfahren mit solchen Beispielen.
Ja, das ist die Fülle der Gottheit. Und hier lesen wir in Kolosser 1,19, dass es der ganzen Fülle der Gottheit wohlgefiel, in ihm zu wohnen.

Der Messias als menschlicher Tempel

Jetzt geht es hier um den Herrn Jesus als Menschen. Er wurde Mensch, ist gestorben und als der Herrlichste auferstanden, als der Erstgeborene aus den Toten. Als Gott konnte er nicht sterben; er musste Mensch werden. Er ist als Mensch gestorben, er ist als Mensch auferstanden, und dann heißt es, dass es das Wohlgefallen der ganzen Fülle war, in ihm zu wohnen.
Das heißt also: Als der Herr Jesus hier auf der Erde war, als Mensch, da war er Gott, der Sohn, der Mensch geworden war. Aber in ihm, in seinem Leib, wohnte die ganze Fülle der Gottheit. Darum sagte der Herr Jesus in Johannes 2, können wir das kurz aufschlagen, er war da im zweiten Tempel in Jerusalem, hatte die Verkäufer aus der Königs-Säulenhalle hinausgejagt. Er hat gesagt, sie sollen das Haus seines Vaters nicht zu einem Kaufhaus machen.
Ja, und die Königs-Säulenhalle am Südende des Tempelplatzes wird im Talmud Chanut genannt, und das heißt Kaufhaus. Auch im modernen Hebräischen ist Chanut der Ausdruck für ein Kaufhaus. Er sagt: Macht es nicht zu einem Kaufhaus.
Und dann gibt es eine Auseinandersetzung mit den führenden Juden, die eben die Erlaubnis gegeben hatten, in der Königs-Säulenhalle Opfer zu verkaufen. Und dann sagte der Herr Jesus zu ihnen in Vers 19 von Johannes 2: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: Ja, er ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.
Also: Sein menschlicher Leib war der Tempel Gottes, und zwar der Fülle der Gottheit. Darum lesen wir in Kolosser 2,9: Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Wie geht das? Die Fülle der Gottheit ist der Geist. Der Herr Jesus sagt in Johannes 4: Gott ist Geist, und die, die ihn anbeten wollen, müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten. Also: Gott ist Geist. Aber hier steht, die ganze Fülle wohnt in ihm leibhaftig, das heißt eben in seinem Leib. Und das wird hier in der Gegenwartsform gesagt.
Der Herr Jesus ist ja zur Zeit des Kolosserbriefes schon längst gestorben, auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Er hat als Mensch den Platz zur Rechten Gottes eingenommen, und Paulus sagt: Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Also, er ist auch heute Mensch, und auch heute noch ist es so, dass sein Leib der Tempel Gottes ist. Der dreieine Gott wohnt im Tempel.
Und in Jesaja 8 war das eben schon im Alten Testament prophetisch von dem Messias vorausgesagt worden. Wenn wir das kurz aufschlagen: Jesaja 8. Das ist eine Stelle, die auch die alten Rabbiner im Judentum auf den Messias gedeutet haben. Das ist wichtig, weil man so zeigen kann: Das sind nicht einfach nachträglich christliche Interpretationen, sondern das ist schon im Judentum verankert.
Da lesen wir in Vers 13: Den Herrn der Heerscharen, den sollt ihr heiligen. Das wird eben im Kontrast zu Vers 12 gesagt, wo Israel gewarnt wird: Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dieses Volk Verschwörung nennt, und fürchtet nicht ihre Furcht und erschreckt nicht davor. Den Herrn der Heerscharen, das ist der Kontrast, den sollt ihr heiligen, und er sei eure Furcht und er sei euer Schrecken, und er wird zum Heiligtum sein. Aber zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Strauchelns den beiden Häusern Israels. Er wird zum Heiligtum sein. Das war schon vorausgesagt.
Und darum hätten die Juden im Tempel verstehen sollen: Ja, wenn dieser Mann der Messias ist und sagt: Brecht diesen Tempel ab, dann müssen sie nicht sagen: Ja, wir haben schon 46 Jahre an diesem Tempel gebaut, und du willst den ... Nein, er sprach von dem messianischen Tempel seines Leibes, in dem die ganze Fülle der Gottheit wohnte.

Versöhnung, Schöpfung und neue Schöpfung

Also der dreieine Gott wollte nach Vers 20 in ihm wohnen und durch ihn alle Dinge mit sich versöhnen, indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes.
Also hat in der Erlösung der dreieine Gott gewirkt. Nicht der Vater ist Mensch geworden, sondern der Vater hat seinen Sohn in die Welt gesandt. Der Herr Jesus ist Mensch geworden und am Kreuz für unsere Sünden gestorben. So hat er Frieden mit Gott gemacht, Frieden durch das Blut seines Kreuzes, wie wir hier lesen. Aber der Vater hatte den Plan der Erlösung und hat seinen Sohn in die Welt gesandt. Und er hat das ausgeführt. Hebräer 9 sagt uns, dass er sich durch den ewigen Geist geopfert hat. Er hat sich also als Opfer hingegeben am Kreuz, in der Kraft des Heiligen Geistes.
Jetzt sehen wir: In der Schöpfung hat der dreieine Gott gewirkt. Der Vater hatte die Pläne, der Sohn hat es ausgeführt, durch unseren Herrn Jesus Christus, und das in der Kraft des Heiligen Geistes. Und in der Erlösung: Der Vater hat den Sohn gesendet, der Sohn ist gekommen, und er hat sich in der Kraft des Heiligen Geistes geopfert. So ist die Fülle der Gottheit eine Einheit. Aber wir können sie unterscheiden. Der Vater ist nicht der Sohn, und der Sohn ist nicht der Heilige Geist. Aber es ist ein Gott, die Fülle der Gottheit.
Und nun sehen wir: Der dreieine Gott wollte alle Dinge mit sich versöhnen, die auf der Erde und die in den Himmeln. Was ist denn damit gemeint? Wäre das nicht ein idealer Vers für die Allversöhner? Die Allversöhnung ist die falsche Lehre, die behauptet, schlussendlich werden alle Menschen gerettet werden, auch die, die das Evangelium ablehnen. Die werden einfach nach dem Tod lange leiden, aber schliesslich wird die Hölle geleert werden, und alle werden auch gerettet werden. Und auch die Dämonen werden einmal versöhnt werden, und auch der Teufel. Das ist die Allversöhnung.
Aber die Bibel macht ganz klar, dass die Pein ewig ist. In Matthäus 25 kann man sich notieren, man muss ja Munition immer bereit haben. Plötzlich kommt man in die Situation, da sagt einer: Ach, die Hölle ist sowieso nicht ewig. Also in Matthäus 25,46 da sagt der Herr Jesus: Und diese werden hingehen in die ewige Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben. Die Allversöhner machen einen Trick. Sie sagen, das Wort ewig bedeutet nicht ewig. Ja, das ist so: Wenn einem etwas in der Bibel nicht passt, dann muss man einfach die Wörter anders interpretieren. Deuten Sie etwas anderes. Also wenn es zum Beispiel steht „schweigen“, dann muss man eben erklären, dass „schweigen“ eben nicht „schweigen“ bedeutet. Und wenn „ewig“ steht und es passt einem nicht, dann muss man eben sagen: „ewig“ bedeutet lange Zeit.
Ja, aber hier haben wir, was man in der Linguistik, in der Sprachwissenschaft, eine Opposition nennt: die ewige Pein, das ewige Leben. Zweimal das gleiche Wort „ewig“. Also wenn die ewige Pein nicht ewig ist, dann bitte ist das ewige Leben auch nicht ewig. Pah, das passt jetzt wieder nicht mehr. Also ewig heisst ewig.
Und was ist denn hier gemeint mit der Versöhnung aller Dinge? Nun, wir müssen sehen: Das ist nicht dasselbe wie die Versöhnung von Menschen. Vers 21 beginnt mit dem Wort und. Und ich habe das Wort und in meiner Bibel speziell eingerahmt. Warum? Weil es so wichtig ist. Als Teenager hatte ich einmal eine Auseinandersetzung mit einem Pfarrer, der liberale Theologie studiert hatte, und der sagte: Ja, in der Bibel ist nicht alles inspiriert, und man kann ja nicht sagen, jedes Wort sei in der Bibel inspiriert. Ja, aber da denkt er nicht gerade gross von solchen kleinen Wörtern. Die sind aber sehr wichtig, gerade um den genauen Sinn zu verstehen.
Paulus spricht über die Versöhnung aller Dinge, Vers 20, und in Vers 21 sagt er: und euch. Da spricht er Personen an, die Kolosser, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches. Also hier geht es um die Versöhnung von Menschen in Vers 21, aber in Vers 20 geht es um die Versöhnung aller Dinge.
Aber jetzt sind wir auch noch nicht viel weiter. Wie kann man Dinge versöhnen? Also die Frage: Wie kann man einen Stuhl versöhnen? Ja, natürlich, wenn man über den Stuhl gestolpert ist und wütend auf den Stuhl ist, kann man sich mit dem Stuhl versöhnen. Aber den Stuhl kann man nicht versöhnen mit einem. Das Ding kann man nicht versöhnen. Und hier geht es ja nicht darum, dass Gott versöhnt wird. Da steht nirgends in der Bibel, dass Gott versöhnt werden muss, sondern alle Dinge müssen versöhnt werden. Und Feinde müssen versöhnt werden. Das bringt uns weiter.
Und jetzt untersuchen wir das Wort versöhnen. Das heisst hier apo-katalasso. Apo heisst weg, kata herab und alasso heisst umwandeln. Das haben die alten Griechen benutzt, zum Beispiel um zu sagen: Geld wechseln, umwandeln, von einer Währung in die andere. Und dann hat man eben vorne noch diese Verstärkungen: weg, herab, umwandeln. Und das übersetzt man dann mit versöhnen. Aber die Grundbedeutung ist eben, dass etwas umgewandelt wird.
Und jetzt schauen wir mal, was in Hebräer 1 steht über die Schöpfung. Da spricht Gott, der Vater, zum Herrn Jesus in Hebräer 1,10. Es geht in den Versen davor darum, dass Gott zum Sohn spricht. Vers 10: Und du, Herr, hast im Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind Werke deiner Hände. Sie werden untergehen, du aber bleibst, und sie alle werden veralten wie ein Gewand, und wie ein Mantel wirst du sie zusammenrollen, und sie werden verwandelt werden. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht vergehen.
Der Vater sagt dem Sohn: Du hast im Anfang die Erde gegründet. Also das betont jetzt wieder die Wahrheit, dass der Sohn in 1. Mose 1 die Schöpfung ausgeführt hat, nach den Plänen des Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes. Und dann heisst es von Himmel und Erde: Sie werden untergehen. Das heisst also, dieses Universum wird nicht ewig bestehen bleiben. In 2. Petrus 3 wird dann erklärt, dass dieses Universum tatsächlich aufgelöst werden wird.
Und schauen wir mal, wie das formuliert ist in 2. Petrus 3, das Ende des Universums. Ein ehemaliger Fischer aus Galiläa beschreibt das und sagt in 2. Petrus 3,10: Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb, an dem die Himmel vergehen werden mit gewaltigem Geräusch, die Elemente aber im Brand aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr verbrannt werden. Vers 12: Indem ihr erwartet und beschleunigt, oder sorgfältig vorbereitet, die Ankunft des Tages Gottes, dessentwegen die Himmel in Feuer geraten werden, aufgelöst werden und die Elemente im Brand zerschmelzen werden. Wir erwarten aber nach seiner Verheissung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.
Ich muss kurz erklären: Der Tag des Herrn wird in der Bibel ja gebraucht für den Zeitpunkt, wenn Jesus Christus als König kommt. Das ist der Tag des Herrn. Aber es wird auch schon gebraucht für die dreieinhalb Jahre der grossen Drangsal davor. In Zephanja 1 kommt der Tag des Herrn wiederholt vor, und da wird das deutlich. Die Drangsal gehört dazu, dann das Kommen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit, um das tausendjährige Reich aufzurichten. Aber dann zieht sich der Tag des Herrn über das ganze tausendjährige Reich hinweg. Das ist immer noch der Tag des Herrn, wo er als Herr über die ganze Schöpfung regieren wird. Und dann, am Ende davon, gerade beim Übergang von dem Tag des Herrn zum Tag Gottes, wird das Universum aufgelöst.
Darum heisst es dann in Vers 12: Erwartet und sorgfältig vorbereitet die Ankunft des Tages Gottes, dessentwegen die Himmel in Feuer geraten werden. Und da wird also gesagt: Die Elemente werden im Brand aufgelöst. Und Vers 12 sagt: Die Elemente im Brand zerschmelzen werden. Erstaunlich, er spricht über die grundlegenden Teile, Teilchen der Materie.
Gut, man kann sagen, die alten Griechen, die wussten das schon. Die hatten ja eine Atomlehre. Die alten Griechen sagten, alle Materie ist aufgebaut aus kleinsten Teilchen, und die nannten sie Atomos oder auch sächlich Atomon, beide Formen. Und was heisst das Wort genau? Das Wort a heisst nicht, und tomos oder tomon heisst teilbar, nicht teilbar. Sie werden also in Überzeugung, diese kleinsten Teilchen der Materie, die kann man nicht spalten.
Und Petrus schreibt hier etwas, was total gegen die Wissenschaft der alten Welt war, die sagte: unteilbar. Und er sagt: Die Elemente werden aufgelöst, Vers 10. Und wirklich, lyo heisst auflösen. Die Elemente werden aufgelöst. Das ist ja unglaublich! Ein Fischer, inspiriert durch den Heiligen Geist, und er sagt, wenn das geschieht, dann wird das im Brand geschehen. Also es gibt eine Entfesselung von Energie, und er sagt noch dazu: mit gewaltigem Gekrache. Es gibt also auch eine Lärmemission, unvorstellbar. Das Ganze ist noch grandioser.
In Vers 12 sagt er, dessentwegen die Himmel in Feuer geraten werden, aufgelöst werden und die Elemente im Brand zerschmelzen werden. Das ist nicht dasselbe: zerschmelzen wie auflösen. Nein, aber im zwanzigsten Jahrhundert hat man in der Physik herausgefunden, man kann diese Teilchen doch teilen. Und man kann sogar Energie gewinnen, Atomenergie. Und wie, also das ist ein Reservoir, etwas Unglaubliches für Energiegewinnung. Und man hat natürlich auch herausgefunden, man kann auch Atombomben bauen, mit grossem Gekrach und Feuer. Aber man hat dann auch festgestellt: Es gibt noch eine Möglichkeit. Man kann Atomkerne fusionieren, das heisst verschmelzen, und so Energie gewinnen. Kernfusion ist ja noch eine andere Möglichkeit, wie man Energie gewinnen könnte.
Heute möchte man ja aus Wind Energie machen und aus Solarzellen, und man sucht nach Möglichkeiten, wie man das Loch stopfen kann, wenn es keine Atomenergie mehr gibt, wenn die alle abgestellt werden. Also bei uns, andere bauen noch mehr, aber wir wollen jetzt nicht über Politik sprechen. Aber eben: Die Kernfusion, das ist auch eine ganz fantastische Möglichkeit, wie man Energie aus der Materie gewinnt. Und Petrus erwähnt beides: die Auflösung der Elemente und das Verschmelzen der Elemente in Verbindung mit Brand und Feuer.
Noch etwas: Petrus benutzt hier für das Wort Elemente nicht das Wort Atomos, sondern stoicheion. Das kennen wir ja aus der Stöchiometrie, das ist die Lehre, wie man Atome zusammensetzt zu Molekülen, zum Beispiel H2, also zwei Wasserstoffe, ein Sauerstoff gibt H2O. Das ist Stöchiometrie. Und hier bedeutet dieses Wort stoicheion auch im Altgriechischen ein grundlegendes Element der Materie, aber es ist nicht diese falsche Idee drin, dass es unteilbar wäre. Also Petrus benutzt nicht das falsche Wort Atomos, sondern eine Alternative, stoicheion. Und es ist einfach alles korrekt.
Aber was wir hier lernen, ist: Dieses Universum wird aufgelöst werden, die Elemente werden aufgelöst, die Elemente werden zerschmelzen, und dann sagt Hebräer 1: Sie werden untergehen und werden verwandelt werden. Es gibt eine Verwandlung. Und Petrus fügt ja hinzu, dann in Vers 13 haben wir gelesen: Wir erwarten aber nach seiner Verheissung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Es wird also nicht eine Auflösung ins Nichts sein, sondern es wird eine Auflösung sein, so dass schliesslich aus den aufgelösten Elementen Gott das wieder verwendet und einen neuen Himmel und eine neue Erde erschafft. Wie das dann auch in Offenbarung 21 beschrieben ist, so wunderbar: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
Dann sagte er in Vers 4: Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen. Und der, der auf dem Thron sass, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig.
Wunderbar, der Prophet muss beschreiben, wie diese herrliche neue Welt nicht mehr sein wird. Denn uns fällt es schwer, uns vorzustellen, wie das so herrlich dann sein wird, dass wir am besten somit weglöschen, was nicht mehr sein wird: kein Tod, nie mehr an einem offenen Grab stehen, das ist wunderbar, nie mehr Trauer, nie mehr Geschrei. Manchmal, wenn Menschen schreien, das kann wirklich furchtbar sein. Also ich finde es manchmal so bedrängend, wenn man Menschen hört, die herumschreien. Noch Geschrei, noch Schmerz. Es gibt Menschen, die haben ständigen Schmerz, und da steht: Es wird nicht mehr Schmerz sein. Man kann einfach mal denken: Wie ist es, wenn der Schmerz nicht mehr da ist? Wunderbar.
Gott macht alles neu, und eben weil er alles umwandeln wird, ist das die Versöhnung aller Dinge. Wenn man eben weiss, dass die Grundbedeutung von versöhnen umwandeln ist, dann versteht man: Alle Dinge werden umgewandelt, und Gott wird eine vollkommene neue Schöpfung machen. Und das ist alles aufgrund des Erlösungswerkes des Herrn Jesus. Weil er gestorben ist, wird das alles neu gemacht werden, diese wunderbare neue Welt von Offenbarung 21 und 2. Petrus 3.
Alle Dinge mit sich zu versöhnen, indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes. Durch ihn seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln. Und dann wird von der Versöhnung von Personen gesprochen: und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken. Und jetzt verstehen wir, warum dann steht: hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches. Das ist auch das Wort apokatalasso. Und was geschieht bei der Versöhnung? Ein Feind wird umgewandelt in einen Freund. Das ist Versöhnung. Wenn Menschen, die sich früher Feind waren, Freunde werden. Das ist mehr als nur Waffenstillstand.
Und das musste bei uns geschehen. Gott war nicht unser Feind. Wir waren in unserer Gesinnung und in unserer Rebellion und in unserem eigenen Sinn Feinde Gottes. Aber Paulus sagt: versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod. Und das Ziel war, euch heilig, untadelig und unsträflich vor sich hinzustellen. Und da habe ich jetzt im Skript noch ein paar Bibelstellen hinzugefügt: 2. Korinther 4,14; Epheser 5,27; Judas 1,24; Kolosser 1,22.28. Das muss man zusammen sehen.

Die Darstellung der Gemeinde vor Gott

Können wir das kurz aufschlagen? 2. Korinther 4,14: „Da wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und mit euch darstellen wird.“
Dieses Wort „darstellen“ bedeutet also, dass es einen Moment geben wird. Das wird nach der Auferstehung sein. Dann werden die Gläubigen in einer ganz speziellen Weise dargestellt werden. Wir gehen weiter, und mit jeder Stelle wird dann noch klarer, was damit gemeint ist.
 Epheser 5: Da heißt es, dass Jesus Christus die Gemeinde geliebt hat und für sie am Kreuz gestorben ist. In Vers 25 heißt es im Zusammenhang: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heilige, sie reinigend durch die Waschung mit Wasser durch das Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und untadelig sei.“
Also: Die Gemeinde wird einmal dargestellt werden, und zwar stellt Jesus Christus sie sich selbst dar. Die Gemeinde wird vor ihm stehen, und zwar perfekt. Das ist seine Braut, seine Frau, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe.
Es gibt auf der Haut gewisse Verfärbungen, das sind Flecken. Und dann gibt es, ja, man muss schon aufpassen: Wenn die Flecken ein bisschen wild sind am Rand und nicht symmetrisch, dann sollte man sie vielleicht einmal genauer anschauen lassen. Aber es gibt viele harmlose Flecken, und doch sind es Flecken. Und dann gibt es Runzeln, also Runzelbildung. Das kann man nicht wirklich verhindern und einfach alles wegmachen. Aber hier heißt es, dass sie heilig und untadelig sein wird.
Die Gemeinde wird einmal vor Jesus Christus stehen, perfekt. Heute denkt man, wenn man die Gemeinden anschaut und auch die eigene Gemeinde: Oh, oh, es gibt so viele Gründe, wo man seufzen könnte. Ja, aber es ist ein Prozess. Sie wird gereinigt durch die Waschung mit Wasser durch das Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte. Die Flecken werden weggemacht, die Runzeln werden weggemacht oder alles, was dergleichen ist. Und einmal in der himmlischen Herrlichkeit wird die Gemeinde vor dem Herrn Jesus dastehen: perfekt, alles weg! Und das ist dieses Darstellen.
Jetzt habe ich noch eine weitere Stelle hingeschrieben, Judas 1,24. Das ist der Abschlusspunkt im Judasbrief, wo er Gott anbetet, nachdem er die vielen Schwierigkeiten der Endzeit beschrieben hat. Judas 1,24: „Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seiner Herrlichkeit untadelig darzustellen vermag, mit Frohlocken, dem alleinigen Gott, unserem Heiland, durch Jesus Christus, unseren Herrn, sei Herrlichkeit, Majestät, Macht und Gewalt vor aller Zeit und jetzt und in aller Ewigkeit! Amen.“
Da wird von Gott, dem Vater, gesprochen, der uns einmal vor sich untadelig darstellen wird. Jetzt haben wir beides: In Epheser 5 sagt der Herr Jesus, der Sohn Gottes, wird die Gemeinde vor sich darstellen. Gott, der Vater, wird sie darstellen. Und davon spricht Paulus hier in Kolosser 1. Das Ziel ist, um euch heilig und untadelig und unsträflich vor sich hinzustellen.
Dazu braucht es vorher den Richterstuhl des Christus. Die Gemeinde wird in den Himmel entrückt werden, aber dann ist sie noch nicht vollkommen, weil wir in den Himmel entrückt werden, genau in der Situation, wie wir in dem Moment sind. Und dann heißt es in 2. Korinther 5,10 und in Römer 14,10, dass wir vor den Richterstuhl Christi gestellt werden müssen. Dann wird unser Leben vor Gott aufgedeckt werden, und da wird auch der Lohn verteilt werden.
Aber da werden wohl viele Tränen noch fließen, weil alle Beziehungen, die hier auf der Erde nicht geordnet worden waren, und wir hatten Gelegenheit gehabt bis zur Entrückung, dort oben geregelt werden. Es wird alles besprochen werden. Natürlich könnte man erschrecken, aber eigentlich ist das ein wunderbarer Gedanke. Denn es ist dann wirklich so, dass am Schluss nichts, auch nicht ein Schatten, zwischen uns und dem Herrn sein wird. Es wird alles geklärt, und wir werden auch in unseren Gedanken völlig in Übereinstimmung kommen und die Dinge sehen, wie der Herr Jesus sie sieht. Und das ist eigentlich ein tröstlicher Gedanke.
Und wenn das vorbei ist, dann wird die Gemeinde perfekt dastehen, und dann wird Hochzeit gefeiert. Offenbarung 19 zeigt dann, dass die Hochzeit des Lammes stattfinden wird, und seine Frau hat sich bereitet, und es wurde ihr gegeben, ein Hochzeitskleid anzuziehen. Sieht man, wie schön!

Die Hochzeit des Lammes und die Vollendung der Heiligen

 Offenbarung 19, da heißt es in Vers 7: Lasst uns fröhlich sein und frohlocken und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitet. Das ist eben jetzt: Wir sind am Vorbereiten, und dann wird am Richterstuhl des Christus alles zur Vollendung gebracht.
Die Frau hat sich bereitet, und weiter heißt es: Und es wurde ihr gegeben, dass sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend und rein; denn die feine Leinwand sind die Gerechtigkeiten der Heiligen. Dieser Plural, Gerechtigkeiten, wird in der Fußnote der Elberfelder gut erklärt, oder die gerechten Taten. Das heißt, jeder Faden an dem Hochzeitskleid ist irgendetwas, das wir aus Liebe für den Herrn gemacht haben hier auf der Erde oder gedacht haben.
Denn in 1. Korinther 4 wird gesagt, dass an jenem Tag auch die verborgenen Ratschläge des Herzens ans Licht kommen werden. Gedanken sind nicht frei. Aber die verborgenen Ratschläge werden ans Licht kommen, und dann heißt es: Und dann wird einem jeden das Lob werden von Gott. So steht das im 1. Korinther 4. Das heißt, manche Dinge haben wir einfach gedacht, auch das möchte ich gerne machen. Aber wir wissen, es gab verschiedene Gründe, warum wir das nicht konnten. Und jemand ist vielleicht im Rollstuhl und sagt sich: Ja, wenn ich das so könnte wie der, ja, dann wäre ich auch glücklich.
Aber wenn er sich nur überlegt: Das würde ich gerne für den Herrn machen, das wird einmal aufgedeckt werden. Das ist so grandios! Und dann diese glückliche Feier im Himmel. Und was kommt nach diesen Versen? Ab Vers 11 heißt es in Offenbarung 19: Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, genannt treu und wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit. Die Wiederkunft Christi.
Nach der Hochzeit wird er aus dem Himmel kommen, und dann heißt es: Seine Augen aber sind eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Diademe und so weiter. Und dann heißt es noch in Vers 14: Und die Kriegsheere, die im Himmel sind, folgten ihm auf weißen Pferden, angetan mit feiner Leinwand, weiß und rein. Wir haben die gleichen Ausdrücke, aber hier werden die Gläubigen gesehen, wie sie alle als Einzelpersonen mit dem Herrn kommen, eben bekleidet mit weißen Kleidern, wie das Hochzeitskleid. Sie werden kommen und den Herrn begleiten, wenn er als Richter der Welt erscheinen wird, auf den Wolken des Himmels. Und jedes Auge wird ihn sehen, auch die ihn durchstochen haben. Und wehklagen werden seinetwegen alle Stämme der Erde. So steht das in Offenbarung 1.
Und was dann geschehen wird, das ist grandios. Wollen wir die Momentaufnahme anschauen in 2. Thessalonicher. Also, das ist atemberaubend. Es gibt viele Stellen in der Schrift, wo die Erscheinung des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit beschrieben wird. Wenn man die so liest und darüber nachdenkt, das ist ergreifend.

Die Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit

Also, hier lesen wir in 2. Thessalonicher 1,7: Und euch, die ihr bedrängt werdet, Ruhe mit uns! Die Thessalonicher waren damals verfolgt. Und euch, die ihr bedrängt werdet, Ruhe mit uns! Bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her. Also, dann wird niemand mehr von uns bedrängt sein, sondern nur noch innere, völlige Ruhe bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her, mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung gibt denen, die Gott nicht kennen, und denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus nicht gehorchen. Die Strafe werden sie erleiden: ewiges Verderben vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke.
Jetzt kommt’s: Wenn er kommt, um an jenem Tag verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert zu werden in allen denen, die geglaubt haben. Sehen wir, was das bedeutet? Also: Die Welt wird den Herrn Jesus sehen, und der Herr Jesus wird in mehreren Phasen an verschiedenen Orten erscheinen, nicht nur in Edom.
In Jesaja 63 heißt es: Wer ist dieser, der da kommt in hochrotem Kleid von Edom? Er sagt: Ich bin’s. Ich habe die Nationen zertreten. Aber dann wird er, das ist Südjordanien in Edom, und dann wird er beschrieben in Offenbarung 19, wie er kommt in Harmagedon. Das ist diese Ebene in Nordisrael, im Hinterland von Haifa. Aber in Sacharja 14 wird er beschrieben, wie er kommen wird auf dem Ölberg. Das ist der Berg östlich vom Tempelberg in Jerusalem. Da wird er kommen, seine Füße werden an dem Tag auf dem Ölberg stehen. Na, wir kommen mit allen seinen Heiligen, heißt es in Sacharja 14.
Aber in Jesaja 19,1 heißt es: Der Herr kommt auf einer Wolke nach Ägypten. Ja, und so wird der Herr erscheinen, dass schließlich die ganze Welt ihn sehen wird, wenn er kommt in großer Macht und Herrlichkeit, mit allen seinen Engeln und allen Erlösten aus dem Alten Testament und der Gemeinde. Und die Welt wird das sehen mit Schrecken. Dann lebt der Nazaräer also doch. Wir haben die ganze Zeit behauptet, er ist tot. Und sie werden sehen, und das sind die, die an ihn geglaubt haben. Und sie werden ihn bewundern in allen denen, die geglaubt haben, denn die Gläubigen werden kommen in Herrlichkeit. Und das ist eben das Endziel.
Wie wir jetzt im Glauben wachsen und in der Heiligkeit zunehmen, so ist das Endziel dann der Tag Christi, wenn dann Macht und Herrlichkeit kommen, mit allen Erlösten. Wir können dazu noch aufschlagen. Dann schlagen wir gerade mehrere Fliegen mit einer Klappe, nämlich Philipper 1 ist auch nicht so einfach zu verstehen, aber in diesem Zusammenhang wird es plötzlich einfach.
In Philipper 1 sagt Paulus zu den Philippern, dass er so gerne für sie betet, mit Freuden. Warum? Vers 5: Wegen eurer Teilnahme an dem Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt. Weil die Philipper so evangelistisch ausgerichtet waren, so missionarisch. Indem ich eben darin guter Zuversicht bin, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi. Wie es für mich recht ist, dass ich dies über euch alle denke, weil ihr mich im Herzen habt usw.
Der Tag Jesu Christi ist nicht die Entrückung. Der Tag Jesu Christi, der Tag Christi, das ist nämlich, wenn man das auf Hebräisch zurückübersetzt: Yom Maschiach. Das ist eben bei den Rabbinern eine Ausdrucksweise, wenn der Messias kommen wird, um zu herrschen und sein Reich aufzurichten. Das nennt man in der rabbinischen Literatur Jemot Maschiach, die Tage des Messias, die Tage Christi. Und darum ist der Tag Jesu Christi dann, wenn er kommt als König, aber eben mit allen Gläubigen. Und das ist das Endziel.
Wir erwarten die Entrückung, und dann mit etwas bangem Herzen den Richterstuhl Christi und danach die Darstellung vor ihm und vor dem Vater, dann die Hochzeit im Himmel, das höchste Fest, während auf der Erde der schrecklichste Weltkrieg toben wird und am Schluss alle Städte der Nationen im Erdbeben zusammenbrechen. Wir sind da oben. Und dann kommen wir mit ihm, und die Welt wird ihn sehen mit Schrecken und wird ihn bewundern in allen denen, die geglaubt haben. Und das ist hier so ausgedrückt: um an jenem Tag verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert zu werden in allen denen, die geglaubt haben. Das würden wir ja nie wagen zu sagen, aber es steht so in der Bibel.
Zu unserer Ermutigung und zurück zu Kolosser 1,22: Jetzt wird das plötzlich klar. Hat er aber nun versöhnt, also umgewandelt, Feinde in Freunde, in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und untadelig und unsträflich vor sich hinzustellen. Und dann fügt er hinzu: sofern ihr in dem Glauben gegründet und festbleibt und nicht abbewegt werdet von der Hoffnung des Evangeliums.

Warnung, Bewahrung und das Gleichnis vom Ackerfeld

Jetzt könnte jemand sagen: Oh, jetzt bekomme ich aber Angst. Bin ich dann vielleicht doch nicht richtig gerettet? Warum sagt er das? Das sagt er im Blick auf die, die eigentlich nur Bekenner sind, aber keine Wiedergeborenen.
Und was ist das Kennzeichen eines Bekenner? Im Gleichnis von dem vierfachen Ackerfeld in Lukas 8 erklärt der Herr Jesus: Der Sämann sät den Samen. Der Same wird gedeutet, das ist das Wort Gottes, also die Verkündigung des Evangeliums.
Aber es gibt vier verschiedene Gruppen. Es gibt den guten Boden, es gibt die Dornen und Disteln, es gibt den steinigen Boden, und es gibt den hart getrampelten Weg. Und da sagt der Herr Jesus in Lukas 8, Vers 11, und deutet das Gleichnis: Dies aber ist das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Weg sind, das sind solche, die hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht glauben und errettet werden.
Das sind also solche, die das Wort Gottes hören, und dann gehen sie nach Hause, und irgendwie ist alles wieder verschwunden. Wenn man das nächste Mal mit ihnen darüber spricht, hat man das Gefühl, die haben noch nie etwas gehört. Weg.
Aber dann gibt es eine andere Art von Menschen, Vers 13: Die aber auf dem Felsen sind, die, welche, wenn sie es hören, das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel, die für eine Zeit glauben und in der Zeit der Versuchung abfallen.
Ja, da fällt der Same auf das Felsige, und dann geht er auf, aber dann wird er durch die Sonne wieder verdorrt. Ja, weil auf dem Felsen der Same, Weizensame zum Beispiel, keine Wurzeln fassen kann. Und der Herr Jesus erklärt: Das sind solche, die hören das Wort Gottes und die nehmen das mit Freuden auf. Aber er sagt nicht, die bereuen ihre Sünden und glauben an das Evangelium, sondern: nehmen das mit Freuden auf.
Ja, doch, es heißt, sie glauben. Aber das heißt, sie glauben für eine Zeit. Und so gibt es Menschen, die sind eine Zeit lang wirklich begeistert. Die finden die Bibel wirklich klasse. Ich halte ja regelmäßig Bibelklassen. Da denkt man immer an Schule, aber eigentlich könnte man auch denken: Die Bibel ist klasse.
Eben gibt es Leute, die sagen: Wirklich wunderbar, diese Zusammenhänge und wie aktuell und wie das prophetische Wort genau in unsere Zeit hineinspricht. Und die Weltereignisse, was da geschieht, was jetzt geschehen ist, Amerika aus Afghanistan raus, und was da in Syrien und im Libanon in Verbindung mit dem Iran geschieht, und was da mit dem Iran sich zusammenbraut, und die Friedensschlüsse mit Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten, und die Rolle von Ägypten, wie das alles ins Puzzle des prophetischen Wortes einpasst. Grandios!
Und sie glauben, und es kommt eine Zeit, da ist nichts mehr da. Sie sind keine Christen mehr. Aber waren die wiedergeboren? Nein. Die Wiedergeborenen, das sind nur die, von denen der Herr Jesus sagt in Vers 15 von Lukas 8: Dass in der guten Erde aber sind diese, die in einem redlichen und guten Herzen das Wort bewahren, nachdem sie es gehört haben, und Frucht bringen mit Ausharren.
Es muss Frucht geben. Das ist der Beweis, dass neues Leben da ist. Und das geschieht bei den anderen eben nicht. Da gibt es keine Frucht, und das sind keine Wiedergeborenen.
Und der Apostel Paulus sagt also: Ihr seid eben versöhnt, und das mit dem Ziel, euch einmal heilig, untadelig und unsträflich vor sich hinzustellen, falls ihr am Glauben festhaltet. Denn da wird eben Spreu von Weizen getrennt. Das ist der Punkt.
Also man muss nicht als Kind Gottes Angst haben wegen Vers 23. Aber wenn jemand feststellt: Ich habe eigentlich meine Schuld nie vor Gott bereut und wirklich Gott bekannt im Gebet und wirklich gedankt, dass der Herr Jesus dafür gestorben ist und alles gut gemacht hat. Nein, ich habe einfach geglaubt. Ja, und bei uns in der Familie hat man immer, immer geglaubt, das ist so.
Ja, aber das ist keine Bekehrung. Auch in einer gläubigen Familie muss man sich bewusst bekehren. Und darum sagt der Apostel: sofern ihr in dem Glauben gegründet und festbleibt und nicht abbewegt werdet.
Die Wahren, die wirklich Wiedergeborenen, die werden nämlich bewahrt, dass sie im Glauben auch festhalten bis zum Schluss. Und da haben wir eine wunderbare Zusage in 1. Petrus 1,5. Aber ich lese des Zusammenhangs wegen von Vers 3, nämlich um zu beweisen, dass hier wirklich von Wiedergeborenen gesprochen wird.
Das ist ein großer Fehler von Verkündigern, die sagen, ein Kind Gottes kann wieder verloren gehen. Und dann nehmen sie Stellen wie zum Beispiel die fünf törichten Jungfrauen oder der böse Knecht im Gleichnis oder die, die mal erleuchtet waren und dann Christus mit Füßen treten in Hebräer 10.
Aber was man beachten muss: An all diesen Stellen steht nichts von Wiedergeburt, sondern von Erleuchtung. Es steht etwas von törichten Jungfrauen, es steht etwas von einem bösen Knecht. Aber da steht nicht, dass die Wiedergeborene sind. Die müssten beweisen, in diesen Stellen, dass es um Wiedergeborene geht.
Und interessant: All diese Stellen, die interpretiert werden, um zu zeigen, dass man das Heil verlieren kann, dass ein Kind Gottes wieder verloren gehen kann, die beruhen auf solchen Stellen, wo nicht steht: wiedergeboren. Aber hier steht es, und darum ist es mir so wichtig.

Bewahrung der Wiedergeborenen bis zum Ziel

Vers 3, 1. Petrus 1,3
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unverweslichen und unbefleckten und unverwältlichen Erbteil, das in den Himmeln aufbewahrt ist für euch.
Und jetzt kommt’s: die ihr durch Gottes Macht durch Glauben bewahrt werdet zur Errettung, die bereit ist, in der letzten Zeit offenbart zu werden. Die Errettung in der letzten Zeit ist dann, wenn Jesus kommt, zur Entrückung, um die Gläubigen aus dieser Welt vor dem kommenden Zorn zu retten.
  1. Thessalonicher 1,19
Und hier wird gesagt, dass diese Wiedergeborenen durch Gottes Macht bewahrt werden zur Rettung in der Endzeit. Und das ist so entlastend. Es ist also nicht abhängig von meinem Gelingen, sondern Gottes Macht bewirkt, dass jemand, der wiedergeboren ist, schließlich auch das Endziel erreicht.
Aber der, der das Wort nur mit Freuden aufgenommen hat, für eine Zeit glaubt und dann abfällt, der erreicht das Ziel nicht. Und darum sagt der Apostel: Insofern ihr nicht abbewegt bleibt. Denn das zeigt dann endgültig, ob jemand wirklich wiedergeboren ist oder nicht, wenn er auch das Ziel erreicht.
Und darum: Wenn jemand plötzlich den Glauben völlig über den Haufen wirft, dann müssen wir nicht sagen: Ja, der war mal wiedergeboren. Nein, jetzt ist es offenbar geworden.
Und so muss uns also Kolosser 1,23 nicht Angst machen, wenn man ein Kind Gottes ist, sondern dieser Vers soll uns zeigen: Ja, Gott macht eine Scheidung zwischen Spreu und Weizen.
Dann sagt der Apostel also: gegründet, festbleiben, nicht abbewegt werden von der Hoffnung des Evangeliums. Und er erklärt: Ihr Kolosser habt das gehört, nämlich durch Epaphras, und das wird in der ganzen Welt, an allen möglichen Orten, unter dem Himmel verkündigt, dessen Diener ich, Paulus, geworden bin.
Und da finden wir einen interessanten Hinweis auf den Dienst des Apostels. Er sagt, er sei Diener des Evangeliums. Und da werden wir sehen: Das ist eine Seite. In Vers 24 sagt er dann, er sei Diener der Gemeinde, der Ekklesia.

Der Dienst des Apostels und die Vollendung der Offenbarung

Vers 24 Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleisch das, was noch fehlt an den Drangsalen des Christus für seinen Leib. Das ist die Gemeinde, deren Diener ich geworden bin nach der Verwaltung Gottes.
Also etwas ganz Besonderes: Paulus ist ein Diener des Evangeliums, ein Diener der Gemeinde. Ein Diener des Evangeliums bedeutet seine Ausrichtung im Dienst auf die Menschen in dieser Welt, auf die Verlorenen, und andererseits auf die Gemeinde, auf die Erretteten. Der Apostel Paulus hat das eine nicht gegen das andere ausgespielt. Wichtig ist es, zu evangelisieren und die Unerreichten zu erreichen, ganz wichtig. Aber es ist auch ganz wichtig, die Geretteten im Glauben weiterzuführen. Und so war er ein Diener des Evangeliums und ein Diener der Gemeinde. Diese doppelte Ausrichtung ist ganz wichtig.
Und jetzt sagt Paulus: Ich freue mich in den Leiden. Und er ergänzt, was noch fehlt an den Drangsalen des Christus für seinen Leib. Was bedeutet das? Das bedeutet Folgendes: Gott hat das Maß der Leiden der Gläubigen in dieser Welt ganz genau festgelegt, souverän, nicht mehr als das. Und das ist etwas sehr, sehr Wichtiges. Zum Beispiel in Offenbarung 2, wo der Herr Jesus zur verfolgten Gemeinde von Smyrna spricht, da sagt er in Offenbarung 2,9: Ich kenne deine Drangsal und deine Armut; du bist aber reich, und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans. Fürchte nichts von dem, was du leiden wirst. Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage. Sei getreu bis zum Tod, und ich werde dir die Krone des Lebens geben.
Der Herr weiß genau, wo was herkommt, und er weiß auch: Das wird dort in Smyrna, das geht zehn Tage. Und in der Offenbarung lesen wir von dem Überrest Israels und von dem Überrest aus den Nationen, der zum Glauben kommen wird nach der Entrückung. Die werden durch die Drangsal gehen, aber die ist festgelegt auf 1260 Tage, nicht 1261. 1260 Tage. Das heißt, Gott hat auch da das Maß der Leiden ganz genau festgelegt. Und so gilt das grundsätzlich: Gott hat in seiner Souveränität ganz genau festgelegt, wie viel Leiden die Gläubigen, der Leib Christi, auf dieser Erde durchzumachen hat. Und darum sagt Paulus: Jetzt einen Teil von diesem Leiden, von diesem Leidensmaß, das Gott festgelegt hat, das mache ich jetzt durch.
Man kann in diesem Zusammenhang einmal als Exkurs lesen, mache ich aber jetzt nicht, wir können nicht immer Exkurse machen. Man kann zuhause noch einen Exkurs machen mit 2. Korinther 11. Dann beschreibt Paulus, wie er gesteinigt worden ist, wie er dreimal von den Juden vierzig Schläge weniger einen bekommen hat, wie er Schiffbruch erlitten hat und Tag und Nacht im Meer war. Also er ist ziemlich lang im Meer herumgeschwommen, bis er dann gerettet wurde. Und das war noch vor dem Schiffbruch von Apostelgeschichte 27. Und er sagt, er war ständig in Gefahren, auch in Gefahren vor Räubern, Überfälle unterwegs. Und er war ständig in Sorge um die Gemeinden, weil er wusste: Es ist alles in Bewegung, immer. In Kolosse kommen die, und in Galatien waren jene gekommen, und in Korinth, oh, so schwierige Leute, und dann kommen noch Irrlehrer dahin. Das hat ihn alles belastet. Und er sagt: Ich freue mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleisch das, was noch fehlt an den Drangsalen des Christus für seinen Leib. Das ist die Gemeinde, deren Diener ich geworden bin.
Und dann erklärt er das weiter, was es bedeutet, dass er der Diener der Gemeinde ist. Da kommt er auf ein sehr spezielles Thema zu sprechen. Er sagt: Nach der Verwaltung Gottes, die mir in Bezug auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden. Pah, mit dem Alten Testament war das Wort Gottes nicht vollendet. Das Alte Testament ging bis auf Maleachi, ungefähr 420 vor Christus. Und dann hat Gott geschwiegen. Es gab keine Schriftpropheten mehr in Israel. Im Talmud, im Traktat Sanhedrin, wird das dann so ausgedrückt: Nach den Propheten Haggai, Sacharja und Maleachi wich der Heilige Geist von Israel. Israel wusste: Wir haben keine Schriftpropheten mehr, niemand kann irgendetwas hinzufügen zur Bibel. Maleachi war das Ende.
Aber nach diesen 400 Jahren des Schweigens kommt Johannes der Täufer und führt den Messias ein. Und der Herr Jesus sagt am Ende seines Dienstes seinen Jüngern, das haben wir heute schon gelesen, aber ich wiederhole es: Johannes 16,13. Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst aus reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird euch in die ganze Wahrheit leiten. Und das hat sich insbesondere in der Abfassung der 21 Briefe im Neuen Testament von den Aposteln und neutestamentlichen Propheten bewahrheitet. Und da finden wir nämlich diese Dinge, die der Herr Jesus hier andeutet: Ihr könnt es jetzt noch nicht ertragen, aber nachher.
In diesen Briefen haben wir die Lehre der Apostel, die gerade diese Dinge darstellen, was eben noch dazu gesagt werden musste, außer dem, was der Herr Jesus hier auf der Erde geredet hatte. In Johannes 14 sagt er ja in Vers 26: Der Sachwalter aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Das hat dazu geführt, dass Matthäus, Markus, Lukas und Johannes die Evangelien schreiben konnten. Der Heilige Geist hat die Jünger erinnert, und zwar auf übernatürliche Art, mit übernatürlicher Präzision, an alles, was der Herr Jesus gesagt hatte. Und so konnte Matthäus als Augenzeuge das Matthäusevangelium schreiben. Johannes als Augenzeuge. Lukas sagte in Lukas 1, er sei den Augenzeugen nachgegangen und habe das zusammengesammelt. Markus hatte eine besondere Beziehung zu Petrus und hatte von ihm aus erster Hand gelernt, und natürlich auch von anderen, die in dem Haus seiner Mutter Maria waren, Apostelgeschichte 12, in Jerusalem. Dort war die Gemeinde, die gingen aus und ein. Und da hat der Heilige Geist eben die Zeugen erinnert, und so konnte alles aufgeschrieben werden, was der Herr Jesus gesagt hatte, perfekt. Das ist die Erinnerung, die Erinnerung durch den Heiligen Geist. Das ist also nicht einfach Erinnerung durch ein geniales Gedächtnis, sondern perfekt durch den Heiligen Geist. Die vier Evangelien, die Erinnerung.
Und dann sagt der Herr Jesus in Johannes 15 weiter, in dieser Abschiedsrede am Vorabend der Kreuzigung, 15,26: Wenn aber der Sachwalter gekommen ist, den ich euch von dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird er von mir zeugen. Aber auch ihr zeugt, weil ihr von Anfang an bei mir seid. In der Apostelgeschichte wird beschrieben, wie die Jünger dann dieses Zeugnis abgelegt haben in der Kraft des Heiligen Geistes. Und der Heilige Geist hat Lukas inspiriert, die Apostelgeschichte zu schreiben, das Zeugnis der ersten Christen, dreißig Jahre, von 32 bis 62. Das ist das Zeugnis.
Und jetzt haben wir bald alles: die Evangelien, die Erinnerung; die Apostelgeschichte, das Zeugnis; die 21 Briefe der Apostel und Propheten des Neuen Testaments, die ganze Wahrheit. Er wird euch in die ganze Wahrheit leiten. Und dann fügt der Herr in 16,13 hinzu: Und das Kommende wird er euch verkündigen. Darum konnte Johannes die biblische Offenbarung abschließen mit dem Buch Offenbarung. Und am Schluss musste er schreiben: Wer jetzt noch etwas hinzufügt, dem wird Gott von den Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Also, das Neue Testament ist abgeschlossen: vier Teile Erinnerung, vier Evangelien, Apostelgeschichte, Zeugnis, 21 Briefe, die ganze Wahrheit, Offenbarung, das Zukünftige.
Und das Alte Testament ist eine Dreiteilung. Das Alte Testament nennt man im Judentum wie? Tanach. Was heißt das Wort Tanach? Ja, ja, ja, genau. Man schreibt es auf Hebräisch mit drei Buchstaben: T N Ch. Tanach muss man einfach A A einsetzen, aber das ist automatisch. Man muss nur schreiben T-N-Ch. Und das ist aber nicht ein Wort, das es auf Hebräisch so gibt, sondern es ist eine Abkürzung. T ist nämlich die Abkürzung von Tora, haben wir gerade gehört, Gesetz. Und dann N die Abkürzung von, wurde auch gesagt, Nevi'im, das heißt Propheten. Und Ch ist die Abkürzung von Ketuvim, das heißt die Schriften. So ist das Alte Testament aufgeteilt in diese drei Teile, und darum heißt es auch in Lukas 24, dass der Herr Jesus den Jüngern alle Prophezeiungen über ihn erklärt hat, im Gesetz Mose, in den Propheten und in allen Schriften. Und das sind genau diese drei Teile.
Und so haben wir also Altes Testament: drei Teile. Neues Testament: vier Teile. Und zusammen sieben Teile. Und die Zahl sieben ist die Zahl der Vollkommenheit, abgeschlossen. Das Wort Gottes ist vollständig, und es ist ganz wichtig, das hilft uns, dass wir keine neuen Offenbarungen akzeptieren. Also Mohammed ist ein halbes Jahrtausend zu spät gekommen. Er sagte, er hätte das Siegel gebracht für das Inschil. In Offenbarung 22 steht: Wer noch etwas hinzufügen will zu diesem Buch, dem wird Gott die Plagen hinzufügen. Geht nicht. Und Joseph Smith mit dem Buch Mormon, der ist noch viel später gekommen, fast zweitausend Jahre zu spät. Ja, wir akzeptieren keine neuen Offenbarungen mehr. Das Wort Gottes ist vollständig und nicht nur vollständig, es ist genügend.
Vor kurzem habe ich eine E-Mail bekommen, da hat mir einer geschrieben, er hätte da dem orthodoxen Pfarrer gesagt so und so, und dann habe er gesagt: Nein, nein, in der Bibel steht nicht alles. Da gibt es viele Dinge, weil sonst würde die ganze Welt nicht reichen, um alles aufzuschreiben. Und er hat ihm etwas gesagt, was in der orthodoxen Kirche nicht richtig gelehrt wird, über die Taufe. Und dann hat er gesagt: Nein, nein, nein, das wird nicht alles gesagt. Da muss man sagen: In der Bibel wird nicht alles gesagt. Aber das, was Gott gesagt hat, war alles, was er uns Menschen sagen wollte. Das heißt, wir haben alles, was wir brauchen für das Glaubensleben. Wir müssen nicht denken, wir brauchen noch mehr als das. Nein, er hat uns alles gesagt. Und darum ist die Bibel nicht nur vollständig, sondern sie ist auch völlig genügend. Es reicht, es ist alles gesagt, was wir wissen müssen.
Und jetzt, der langen Rede kurzer Sinn: Der Apostel Paulus sagt, er hat den Auftrag bekommen, das Wort Gottes zu vollenden. Oder man kann auch übersetzen: das Wort Gottes zur Vollendung führen oder anfüllen oder füllen. Jetzt muss man sich überlegen, wie viele Bücher hat der Apostel Paulus geschrieben? Vierzehn Briefe, und richtig zählst du den Hebräerbrief auch dazu. Da haben wir ja in dem Livestream über den Hebräerbrief die Beweise, die wichtigen, zusammengetragen, um zu zeigen: Der Hebräerbrief stammt von Paulus. Vierzehn Schriftstücke von wie vielen Büchern im Neuen Testament? Siebenundzwanzig. Das ist schon gewaltig. Und da sagt er, er hat in Bezug auf euch eben die Aufgabe bekommen, das Wort Gottes aufs Vollmaß zu bringen. Also bei diesem Abschluss der göttlichen Offenbarung hat er den wesentlichsten Anteil leisten dürfen. Und jetzt ist es ganz, ganz abgeschlossen.

Das verborgene Geheimnis und Christus in uns

Und dann sagt er aber in Vers 26: das Geheimnis, das von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, ist jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden. Er spricht ständig von einem Geheimnis, und nicht nur hier, sondern auch an vielen anderen Stellen in seinen Briefen. Und wir können sogar sagen: In allen Paulusbriefen gibt es wie viele Geheimnisse? Acht. Repetition von heute Morgen, nicht wahr? Ganz anderes Thema, aber eines ergänzt das andere. Und alle diese acht Geheimnisse stehen im Zusammenhang mit dem Leib Christi, mit der Gemeinde, von Pfingsten bis zur Entrückung.
Paulus hatte also einen ganz besonderen Auftrag bei der Vollendung des Wortes Gottes, diese Geheimnisse zu enthüllen. Dazu hat er beigetragen. Und er sagt von diesem Geheimnis, das war „von den Zeitaltern her verborgen“. Was ist gemeint mit Zeitalter? Von den Zeitaltern her. Aber warum ist es in der Mehrzahl? Nicht nur die Zeit, sondern: Von den Zeitaltern her. Gäbe es da noch eine Erklärung? Es ist natürlich die Zeit vom Alten Testament, aber warum in der Mehrzahl?
Heilszeitalter. Ja, es ist ja so: Die ganze Heilsgeschichte, von der Schöpfung, 1. Mose 1,1, bis zur Neuschöpfung, Offenbarung 21,1, kann man einteilen in sieben Zeitepochen. Eben solche Zeitalter. Und es ist ganz interessant: Immer am Anfang eines Zeitalters schließt Gott einen Bund und er segnet. Aber danach geht es abwärts durch die Untreue des Menschen, und zwar so, dass es mit Fluch endet und mit dem Gericht Gottes. Und gleich danach schließt Gott einen Bund mit Segen, und dann geht es wieder runter. Bis es endet mit Fluch und Gericht Gottes. Dann kommt wieder ein Bund. Siebenmal ganz konsequent durch die ganze Bibel.
Das ist fantastisch, weil das nicht einfach so im Vorwort steht, sondern man muss wirklich in der Bibel hin und her und hin und her, bis man diese Struktur sieht. Und so sagt der Apostel Paulus: Die früheren Zeitalter sind in der Vergangenheit so geschehen, dass Gott zu den Propheten gesprochen hat, aber dieses Geheimnis über die Gemeinde hat er nie einem Propheten gesagt. Und er verstärkt es noch, er sagt: „von den Zeitaltern und von den Geschlechtern“, von den Generationen her.
Also wenn man die Generationen durchgeht: Adam, Seth, Enos, Kenan, Mahalalel, Jered und so weiter bis Noah, und dann von Noah bis auf Abraham und weiter bis auf Christus. In Lukas 3 werden 77 Generationen aufgelistet, und Gott hat in all diesen Generationen geschwiegen, nichts davon gesagt. Und noch mehr: In Epheser 3 sagt er sogar, dieses Geheimnis war verborgen in Gott. Er sagte nämlich in Epheser 3, ich lese ab Vers 8:
Mir, dem Allergeringsten von allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, den Nationen den unergründlichen Reichtum des Christus zu verkündigen. Nun, wir wissen, Christus wurde im Alten Testament prophezeit. Aber hier sagt er dann im Weiteren: Das ist ein Geheimnis, weil Christus eben bedeutet, Christus das Haupt und die Gemeinde, sein Leib, vereinigt, den unergründlichen Reichtum des Christus zu verkündigen und alle zu erleuchten, welches die Verwaltung des Geheimnisses sei. Es geht um das Geheimnis, das von den Zeitaltern her verborgen war, in Gott, der alle Dinge geschaffen hat, durch Jesus Christus, damit jetzt den Fürstentümern und den Gewalten in den himmlischen Örtern durch die Gemeinde kundgetan werde die mannigfaltige, und man kann auch übersetzen, die vielfarbige Weisheit Gottes nach dem ewigen Vorsatz, den er gefasst hat in Christus Jesus, unserem Herrn.
Also er sagt: Das ist ein unerforschlicher Reichtum in diesem Geheimnis, und dieses Geheimnis war in Gott, dem Schöpfer, verborgen. Und er hat es durch das ganze Alte Testament verschwiegen, und erst da, wo der Herr Jesus andeutet: Ich habe noch vieles zu sagen, aber ihr vermögt es jetzt noch nicht zu ertragen. Der Heilige Geist wird kommen, und er wird euch in alle Wahrheit leiten. Und jetzt haben wir das im Neuen Testament, in den Briefen, und eben ganz besonders bei Paulus, der das Wort Gottes in einer besonderen Weise auf das Vollmaß bringen sollte.
Und dann sagt er als Kontrast: Jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist. Und das Gleiche steht, ich habe das auf dem Blatt aufgeführt, auch in Epheser 3: In früheren Zeiten hat Gott das verschwiegen, jetzt geoffenbart. Dieser Unterschied zwischen damals und jetzt ist: seinen Heiligen offenbart worden. Also diese Geheimnisse sollten für uns keine Geheimnisse mehr sein, weil sie jetzt mitgeteilt sind. Sie waren früher Geheimnisse, jetzt sollten sie keine Geheimnisse sein.
Aber wenn man sich überlegt, für ganz viele Gläubige sind diese Geheimnisse noch heute ein Geheimnis. Wir wissen diese Dinge nicht, und das sollte nicht so sein. Und Paulus hatte eben einen besonderen Auftrag gegenüber der Gemeinde. Er hat das Evangelium verkündigt, und dann hat er den Gemeinden diese Geheimnisse erläutert. Und er sagt: Jetzt aber seinen Heiligen offenbart ist, denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses ist.
Dieses „wollte“ ist wichtig. Griechisch thelō ist nicht das Wort, das Gottes absoluten Ratschluss ausdrückt, das wäre boulomai. Aber thelō bedeutet wollen und auch wünschen. Gott wünscht, dass wir erkennen, welcher Reichtum in diesem Geheimnis drin verborgen ist. Und dann sagt er hier eines dieser acht Geheimnisse: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.
Und das ist so gewaltig. Christus kam in diese Welt, und man wusste, dass Christus einmal in diese Welt kommen wird. Aber man wusste nicht, dass, wenn er in den Himmel geht, er das Haupt sein wird. Dass so wie der Kopf, ja, ja, ja, kann man nicht einfach wegmachen, das geht gar nicht, der ist so mit dem Körper verbunden, und von da aus gehen alle Befehle über die Nervenbahnen. Was kann genau bewegt werden, da unten, was es sein muss, wird alles durch das Haupt gesteuert. Christus in euch, dass es diese Verbindung geben wird: Menschen aus den Heidenvölkern und Juden, die sich alle bekehrt haben, zusammengefügt zu einem Leib und so direkt mit Christus verbunden, der im Himmel ist, aber so direkt eben in ihnen drin ist und durch sie wirkt.
Und das ist auch in praktischer Hinsicht etwas Wunderbares. Nicht wahr, wir sind eigentlich alle so wie dieser Handschuh ziemlich unbrauchbar. Ja, was sollte er schon machen? Ja, und wie sollte der eine Chopin-Etüde spielen? Gar nicht. Aber so: Ich werde jetzt nicht eine Chopin-Etüde spielen, aber so, unglaublich, jetzt, jetzt geht’s! Und so ist das. Wir sind wie Handschuhe, und was sollen wir können? Aber es geht darum: Christus in euch, er ist die Kraft, dass wir gottgemäß leben können, zur Ehre des Herrn. Und das bewahrt uns vor Krampf im Glaubensleben, wenn wir meinen, wir müssen es können. Nein: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.

Das Ziel des Dienstes und der Kampf um die Vollkommenheit

Und dann schließt der Apostel ab, indem er sagt, dass wir ihn verkündigen, indem wir jeden Menschen ermahnen. Man sieht daran: Ihm geht es nicht einfach um die breite Masse, sondern um den einzelnen Gläubigen.
„Ermahnen“ ist hier das Wort, das nicht so oft vorkommt: „nu teteo“. Das heißt ganz wörtlich: „nu“ ist der Verstand, die Vernunft, und „teteo“ kommt von „titemi“, also stellen, setzen. Es bedeutet also: in den Verstand hineinsetzen. Auf Deutsch sagen wir so schön: „ans Herz legen“. Jedem einzelnen ans Herz legen.
Jeden Menschen ermahnen, jeden Menschen lehren in aller Weisheit. Also nicht nur die Dinge einfach behaupten: so ist es. Sondern erklären, begründen, herleiten, beweisen, wirklich zeigen, wie es da steht. Jeden Menschen lehren. Merken wir wieder: jeden Menschen, jeden Menschen. Es geht um den Einzelnen, damit wir jeden Menschen vollkommen in Christus darstellen.
Und das ist eben das Ziel: dass einmal die Gläubigen diesen Stand erreichen und nach dem Richterstuhl des Christus vollkommen vor dem Vater, vollkommen vor dem Sohn dargestellt werden.
Und dann sagt der Apostel noch: „Wozu ich mich auch bemühe, indem ich kämpfend ringe gemäß einer Wirksamkeit, die in mir wirkt in Kraft.“ Das ist schon so gewaltig, dieses Zeugnis des Apostels. Es war für ihn ein Kampf, dass jeder Gläubige diese Dinge versteht und sie mit dem Herzen erfasst. Eben ans Herz legen und seine Gedanken hineinbringen, verkündigen, ermahnen, lehren. Und dann sagt er: Das Ziel ist darstellen.
Und das ist ein Kampf. Diesen Kampf sollten die Gläubigen weiterführen in allen Generationen dieses Zeitalters, bis der Herr kommt.
Ja, dann wollen wir doch hier mit Kapitel eins schließen. Und das nächste Mal geht es dann direkt weiter mit diesem Kampf und noch tiefer in das Thema der Geheimnisse Gottes hinein.

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